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Mutmaßlichem Lidl-Räuber in Rünthe droht lebenslange Haft

Dem mutmaßlichen Räuber, der im April 2014 den Lidl-Markt in Rünthe überfallen hatte, droht lebenslange Haft. Das hatte jetzt der Vorsitzende Richter am Landgericht Hannover Wolfgang Rosenbusch am siebten Verhandlungstag im Rahmen einer Zwischenbilanz erklärt. Angeklagt sind 24 Raubüberfälle, die Marek K. begangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft geht sogar von bis zu 45 Überfällen aus.

Nach der Überzeugung des Gerichts reichen die Beweise aus, dem Täter, einen 42-jährigen Polen, Vater von drei Kindern, die zwei tödlichen Schüsse auf einen 21-jährigen Kunden während eines Raubüberfalls auf einen Supermarkt bei Hannover abgegeben zu haben. Diese Tat wertet das Gericht offensichtlich als Mord. Wegen der Schwere der Tat, kann der Beschuldigte Marek K. nicht damit rechnen, nach 15 Jahren – auch bei guter Führung – aus der Haft entlassen zu werden.

25 Verhandlungstage hat das Gericht angesetzt, doch offensichtlich soll das Urteil bereits am kommenden Mittwoch gesprochen werden, weil bei einer Verurteilung wegen Mordes die Höchststrafe bereits erreicht wird. Die Aufklärung von weiteren Überfällen für das Strafmaß keine Rolle mehr spielen würden.

Auch in Rünthe fielen Schüsse – vermutlich aus der gleichen Waffe, mit der Marek K. den 21-Jährigen getötet hatte. Laut Polizeibericht betrat am 8. April gegen 20.55 Uhr ein etwa 40 Jahre alter Mann als letzter Kunden den Lidl-Markt. Als er einige Kleinigkeiten an der Kasse zahlen sollte, zog er eine Pistole und forderte die damals 51-jährige Kassiererin auf, Bargeld aus der Kasse zu übergeben. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, gab er mehrere Schüsse in die Luft ab. Nach Übergabe des Bargeldes flüchtete der Täter aus dem Supermarkt.

Umfangreiche Ermittlungen der EG „Discounter“ des Zentralen Kriminaldienstes Hannover in enger Zusammenarbeit mit Beamten in den betroffenen Bundesländern (Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Bayern) führten auf die Spur des 42-Jährigen. So gab es immer wieder ähnliche Personenbeschreibungen des Täters. Verraten hatte ihn letztlich sein Handy. Das hatte in den Funkzellen von vier Tatorten verräterische Spuren hinterlassen. Als er dann im Juni 2015 wieder von Polen nach Deutschland einreiste, hatte auch dies das Handy den Ermittlern angezeigt. Spezialeinsatzkräfte der Polizei nahmen den Tatverdächtigen ihn dann am Rastplatz „Dresdner Tor Nord“ in seinem Pkw fest. Im Fahrzeug fanden die Durchsuchungskräfte eine scharfe Schusswaffe und dazugehörige Munition.

Der Waffentyp entspricht der bei den Überfällen verwendeten Schusswaffe. Zudem führte ein Abgleich der Fingerabdrücke des 42-Jährigen zur Übereinstimmung mit an drei Tatorten gesicherten Fingerspuren. Darüber hinaus stimmt die DNA des Tatverdächtigen mit an zwölf Tatorten gesicherten Spuren überein.