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Landwirt fordert vom Bergbau Schadenersatz für vernässte Äcker

Es bedarf schon einiges, bis ein Bergkamener in die gedruckten Spalten des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gerückt wird: Vor Jahren hatte es Gerd Kamps geschafft. Die Journalisten aus Hamburger besuchten den Autohändler in seinem Ferien-Domizil auf Mallorca. Ihnen vielen besonders die Gemälde an den Wänden auf, die Kamps von Künstlern der Sonnen-Insel extra passend zur Einrichtung des Wohnzimmers hatte malen lassen.

Ausriss aus "Der Spiegel"  vom 18. Februar 2013
Ausriss aus „Der Spiegel“ vom 18. Februar 2013

In der vergangenen Woche berichtete „Der Spiegel“ nun über Hermann Schulze-Bergcamen. Der Landwirt führt seit Jahren einen juristischen Kampf gegen die RAG. Genauer gesagt geht es um die Arbeitsleistung der Markscheider im Dienste des Bergbau-Unternehmens. Nur in Nordrhein-Westfalen sind sie Angestellte des Unternehmens, dass sie eigentlich kontrollieren sollen.

Schulze-Bergcamen vermisst in den Plänen der Marktscheider einige geologische Störungen, die sein Ackerland betreffen. Das ist ohnehin in der rund 100-jährigen Geschichte des Bergbaus in Bergkamen abgesackt. Dort, wo er Störungen ausgemacht hat, sie aber nicht in den Karten der RAG zu finden sind, vernässt der Boden bei widriger Witterung besonders stark. Bis zu 100.000 Euro beziffert er den wirtschaftlichen Schaden gegenüber dem WDR. Hierfür fordert er natürlich Ersatz von der RAG. Bisher erfolglos. http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2013/02/22/lokalzeit-dortmund-bergbauschaeden.xml

Vergangenen Freitag beschäftigte sich der Unterausschuss Bergbausicherheit mit diesem heißen Thema. Die CDU hat sich inzwischen auf die Seite von Hermann Schulze-Bergcamen geschlagen. Das NRW-Wirtschaftsministerium sieht hingegen keinerlei Anlass, an der Neutralität der RAG-Markscheider zu zweifeln.

Oder doch nicht: Der WDR berichtet in einem Beitrag zu diesem Thema am 22. Februar vom Aufbau einer neuen Karte durch die Bezirksregierung Arnsberg, die für den Bergbau landesweit zuständig ist. In ihr sollen allen Störungen in den aktuellen und auch ehemaligen Abbaugebieten verzeichnet werden. Das könnte nicht nur dem Bergkamener Landwirt Hermann Schulze-Bergcamen, sondern auch vielen anderen Bergbau-Geschädigten wertvolle Argumentationshilfen bieten, wenn es darum geht, Schadenersatz von der RAG zu fordern.