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Internationale Garten-Ausstellung 2027 in Bergkamen: Stadt, RAG und RVR arbeiten jetzt eng zusammen

So könnten die Bergwelten auf dem Bergkamener Kanalband aussehen. Grafik: Greenbox

Diesmal sahen die Gesichter im Bergkamener Stadtentwicklungsausschuss wesentlich zufriedener aus als vor drei Jahren, als ein erster Entwurf für den gemeinsamen Beitrag der Städte Bergkamen und Lünen zu Internationalen Gartenausstellung 2027 im Ruhrgebiet zur Diskussion stand. Damals riet der Landschaftsarchitekt Karsch unter anderem, auf die Spitze der Adener Höhe eine riesige rote Figur zu positionieren. Ohne die ginge gar nichts. Der „Pinn“, damit meinte er die Lichtstele der Löbbert-Brüder, könne Weg, erklärte er zur Verwunderung vieler Politikerinnen und Politiker

Davon war jetzt im Bergkamener Stadtentwicklungsausschuss überhaupt keine Rede mehr, als Hubertus Schäfer vom Kölner Büro Greenbox, das inzwischen auch mit den weiteren konkreten Planungen beauftragt worden ist, die Pläne noch einmal vorstellte. Während Karsch damals noch das gesamte Haldengebiet in den Blick nahm, beschränkt sich nun der Bergkamener Beitrag zur IGA allein auf das sogenannte Kanalband zwischen Kanal und Hamm-Osterfelder-Bahnlinie sowie den Radweg, der den Lünener und Bergkamener Beitrag verbindet. Die bereits gestaltete Adener Höhe bleibt so wie sie ist. Auch am östlichen Ende des Kanalband wird sich wohl aus Rücksicht auf das benachbarte Naturschutzgebiet nichts ändern.

Inzwischen ist auch klar, dass bei der Gestaltung des IGA-Beitrags die Stadt, der RVR und die Ruhrkohle AG gemeinsam an einen Strang ziehen werden. Die RAG muss noch einige Verpflichtungen aus dem Abschlussbetriebsplan einlösen. Die betreffen unter anderem Aufschüttungen und Bepflanzungen. Der RVR ist mit im Boot, weil er nach der IGA das Gelände übernehmen soll. Das macht vermutlich die Diskussion in der Kommunalpolitik über mögliche Folgekosten für die Stadt Bergkamen einfacher.

Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters setzt darauf, dass der IGA-Beitrag „Talwunder und Bergwelten“ Geld aus dem Topf des Landes Nordrhein-Westfalen für die Tourismusförderung erhalten wird. Bergkamen wird einen finanziellen Beitrag leisten müssen. Wie er sich darstellt, erarbeitet zurzeit Kämmerer Marc Alexander Ulrich bei der Aufstellung des nächsten Doppelhaushalts.

Nach wie vor sollen in Bergkamen und Lünen 2027 keine Eintrittsgelder erhoben werden. Allerdings wird es einige kostenpflichtige Attraktionen geben. Greenbox hat zum Beispiel einen Klettergarten eingeplant. Der wird aber nicht mit Fördermitteln finanziert. Gefragt sind hier private Investoren.

Alle Beteiligten rechnen mit einem großen Besucherzuspruch. Zumindest während der Zeit der IGA werden sie wahrscheinlich per Bahn anreisen können. Geplant ist, an der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie einen temporären Bahnhof einzurichten. Und wenn so viele Menschen kommen, wird es wahrscheinlich auch eine Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten geben. Peters kündigte im Ausschuss an, sich darum zu kümmern.