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Großes Baby-Kino direkt aus dem Gewerbepark Rünthe

Bilder von Ultraschalluntersuchungen lassen die Herzen der werdenden Eltern, Großeltern und anderen Verwandten stets höher schlagen. Vor 20 Jahren gab es sie nur in Schwarz-Weiß und der Laie hatte Mühe, etwas zu erkennen.

Manfred Tripke (2.v.r.) stellt seinen Besuchern ein hoch modernes Ultraschallgerät vor.
Manfred Tripke (2.v.r.) stellt seinen Besuchern ein hoch modernes Ultraschallgerät vor.

Das ist inzwischen anders. Die Gynäkologen zaubern mit ihren hochmodernen Geräten farbige Bilder auf den Monitor in ihren Praxen. Jeder kann sich auch davon überzeugen, dass sich der junge Erdenbürger im Mutterleib bewegt.

„Das ist großes Baby-Kino in 4 D“, erklärt Manfred Tripke. Sein Glück ist, dass die werdenden Eltern genau das sehen wollen. Und noch besser ist, vom kommenden Nachwuchs ein Din A 4 großes Foto mit nach Hause nehmen zu können. Gern sind sie bereits dafür 40 Euro oder noch mehr zu bezahlen. Da dies nicht zu den Leistungen der Krankenkassen gehört, könnten auch die Frauenärzte die Anschaffung dieses Geräts nicht anders refinanzieren.

60.000 Euro kostet das Gerät. Manfred Tripke und seine elf Mitarbeiter verkaufen sie von ihrem Standort im Gewerbepark Rünthe in die halbe Republik. Natürlich hat er auch Billigeres im Angebot. Ein einfaches Ultraschallgerät für den mobilen Einsatz ist schon für 4000 Euro zu haben. Dazwischen ist preislich alles möglich.

Mehr als ein Höflichkeitsbesuch

Dieses transportable Ultraschallgerät kostet rund 4000 Euro.
Dieses transportable Ultraschallgerät kostet rund 4000 Euro.

Bürgermeister Roland Schäfer und die beiden städtischen Wirtschaftsförderer Manfred Turk und Walter Kärger hören dem Firmenchef interessiert zu. Ihr Besuch rangiert unter der Rubrik „Bestandspflege“. Es ist aber nicht nur ein Höflichkeitsbesuch. Sie nehmen auch wichtige Informationen mit.

Im Augenblick kann sie die Firma „Medizintechnik Tripke“ vor Aufträgen nicht retten. Die Kassenärztliche Vereinigung hat die Qualitätsstandards nach oben geschraubt. Bis zum 1. April müssen die Mediziner zumindest nachweisen, dass sie ein modernes Gerät bestellt haben. Manfred Tripke geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der Praxen zum Austausch verdammt sind.

Den Nachschub bestellt er in großer Stückzahl in China, Korea oder Japan. Er wird in großen Containern per Schiff und anschließend mit einer Spedition geliefert. Lagerkapazitäten hat die Spezialfirma für Ultraschallgeräte am Standort im Gewerbepark Rünthe eigentlich nicht. Dort siedelt sich das Unternehmen 1995 als Erstes an. Zwischendurch wurde ein Nachbargrundstück dazugekauft und das bestehende Gebäude erweitert. Trotzdem ist es eng. Die Lieferungen aus Fernost kann er aber in Hallen befreundeter Firmen unterstellen. „Damit kommen wir gut zurecht“, sagt Tripke. Das ist eine beruhigende Nachricht für seine Besucher aus dem Bergkamener Rathaus.

Service-Vertrag mit Siemens für NRW

Tripke 3
Moderne Technik mach einen Blick auf das werdende Leben möglich.

Eine ebenso gute Nachricht ist für, dass die Firma ihren Geschäftsbereich „Unterhaltung und Reparatur“ ausgeweitet hat. Tripke hat mit Siemens einen Service-Vertrag abgeschlossen, der für Nordrhein-Westfalen gilt. Meldet ein Mediziner bei Siemens einen Schaden, dann macht sich in Rünthe ein Service-Mitarbeiter auf den Weg. Vor Ort überprüft er das Gerät. Sollte ein Ersatzteil notwendig sein, bestellt er das bei der Siemens-Zentrale, die es bis zum nächsten Morgen direkt zur Arztpraxis schickt. Der Mitarbeiter fährt dann noch einmal zur Praxis und baut es ein.

Wichtig ist dieser wachsende Geschäftszweig, weil die Ultraschallgeräte wie jede Elektronik zwar ihren stolzen Preis haben, sie aber vergleichsweise immer billiger werden. Entsprechend schrumpft auch die Gewinnmarge pro Gerät.

Manfred Tripke hat sich offensichtlich erfolgreich auf die geänderten Marktbedingungen eingestellt. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die die Bergkamener Wirtschaftsförderer von diesem Besuch mitnehmen. „Mittelständische Unternehmen wie Tripke sind das Rückgrat der Bergkamener Wirtschaft“, betont Bürgermeister Roland Schäfer.