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Gorilla vor dem Ratstrakt ausgewildert

Die Bergkamener Tierwelt ist um ein sehenswertes Exemplar reicher. Noch dazu um ein äußerst exotisches. Die Augen aus Kugellagern, die Schnauze aus Blech, der muskulöse Körper aus Maschinenteilen – alles zusammengehalten von Schrauben, Nägeln und Gewindestangen: Dieser Gorilla passt deutlich besser ins Ruhrgebiet als in den Regenwald, denn er besteht komplett aus Metall. Kürzlich ist das vom Künstler Ray Chataira aus Zimbabwe geschaffene Unikat im Beisein von Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Der noch namenlose Menschenaffe steht vor dem Ratstrakt und zieht dort viele erstaunte Blicke auf sich. Immer wieder zücken verwunderte Passanten ihr Handy, um ein Foto des ungewöhnlichen Kunstwerks zu machen – ganz im Sinne des Kulturdezernenten. „Bergkamen ist überregional bekannt für Kunst im öffentlichen Raum. Mit diesem Projekt möchten wir die Akzeptanz für ein neuartige Form davon testen“, erklärt Ulrich. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, sind weitere exotische Metallgeschöpfe an anderen Standorten im Stadtgebiet denkbar.

An geeigneten Ausstellungsstücken mangelt es nicht. So verfügt der gerade aufgestellte Gorilla über einen kleinen Bruder, der sich in Bergkamen ebenfalls wohlfühlen dürfte. Zudem hat Ray Chataira bereits Giraffen und Elefanten aus Altmetall gestaltet – jeweils sieben bzw. knapp fünf Meter groß! Beeindruckend sind aber nicht nur die Dimensionen, sondern auch die handwerkliche Qualität und die herausragende Schweißkunst der Skulpturen, durch die das starre, schwere Material plastisch und lebensecht wirkt.

Steinbildhauerei aus Zimbabwe begeistert und inspiriert bereits seit vielen Jahren Kunstfreunde und Künstlerinnen in aller Welt. Als Shona Art – benannt nach dem größten Volksstamm des südafrikanischen Landes – ist sie die derzeit bekannteste und angesehenste Form zeitgenössischer afrikanischer Kunst. Skulpturen aus recyceltem Metall sind dabei eine besondere Facette in Zimbabwes Kunstszene, die jetzt auch das kulturelle Leben in Bergkamen bereichert.