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Generationenwechsel in den Siedlungen: Jugendamt will keine Spielplatzflächen mehr aus der Hand geben

Der Spielplatz im Stadtpark in Bergkamen-Mitte steht zwar nicht auf der Spielplatz-Liste von Christian Scharwey für 2021, trotzdem ist dort Baugerät angerücht, unter anderem um den Spielsand auszuwechseln.

Die Spielplatzflächen werden ab sofort in der Hand des Jugendamts bleiben, auch wenn sie scheinbar nur wenig oder gar nicht genutzt werden. Mit ausschlaggebend für diesen Entschluss ist eine Beobachtung der zuständigen Beigeordneten Christine Busch „vor ihrer Haustür“. Dort befindet sich ein Spielplatz, der eigentlich wegen mangelnden Interesses der Kinder künftig anders genutzt werden sollten. So erging es einigen Spielplätzen im Stadtgebiet. Unter anderem wurden auf ihnen Wohnhäuser gebaut.

Anders vor der Haustür der Beigeordneten. Plötzlich waren wieder die Kinder da, und Christine Busch ging der Sache auf den Grund. Eine Ursache sei, dass in einigen Bergkamener Siedlungen sich ein Generationenwechsel vollziehe, erklärte sie in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Ältere Bewohnerinnen und Bewohner ziehen weg. Dafür kommen dann junge Familien mit ihrem Nachwuchs. Auch sei es nicht so, dass die Neubaugebiete Familien aus anderen Städten anziehen würden. Der Umzug finde vielmehr von Bergkamener Familien aus Mietwohnungen in Einfamilienhäusern statt. Der Spielplatz vor der Haustür von Christine Busch wird jetzt auf Vordermann gebracht.

Anders sehe es wahrscheinlich bei den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern der „Wasserstadt Aden“ aus. Sie dürfte auch für Auswärtige anziehend sein. Abzuwarten bleibe auch, welche Dynamik der durch Corona forcierte Trend zum „Homeoffice“ bei den Umzugsbewegungen entwickelt. Die großen Städte könnten dadurch an Attraktivität verlieren.

Christian Scharwey vom Jugendamt legte dem Jugendhilfeausschuss einen umfangreichen Arbeitsplan für die Sanierung von Spielplätzen vor:

In den Jahren 2019 und 2020 mussten auf den Spielplätzen im Stadtteil Overberge mehrere Geräte aus Alters- und Sicherheitsgründen abgebaut werden. Dies hat zur Folge, dass keiner der sechs Ergänzungsspielplätze im Stadtteil voll ausgestattet ist. Daher liegt hier ein Schwerpunkt der Maßnahmen im laufenden Jahr. Die geplanten Beschaffungen sind der Übersicht zu entnehmen. Der Spielplatz „Lanfermannteich“ wird aktuell neu überplant. Hier musste das zentrale Kombinationsspielgerät in den letzten Jahren immer weiter zurück- und mittlerweile abgebaut werden.

Auf dem Schwerpunktspielplatz „Flöz Dickebank“ in Rünthe mussten ebenfalls mehrere Geräte abgebaut werden. Die dort vorhandene Stehwippe, die in einem guten Zustand ist, wurde aufgrund von anhaltendem Vandalismus abgebaut und an einen anderen Spielplatz versetzt. Der Platz soll durch eine große Drehscheibe und ein U3-Spielgerät wieder ertüchtigt werden.

Der Ergänzungsspielplatz „Oberadener Heide“ sollte ursprünglich in eine Rasenfläche/bespielbare Grünfläche umgewandelt werden. Da hier aber weiterhin eine hohe Nutzungsfrequenz zu verzeichnen ist, wird dieser Platz aktuell neu überplant. Der neue Spielplatz „In den Hofwiesen“ befindet sich im Aufbau.

Die Skatefläche am Wellenbadparkplatz soll reaktiviert werden. Die Instandsetzung der vorhandenen Skateelemente und die Lieferung neuer Elemente ist bereits beauftragt worden, die Ausschreibung für die notwendigen Asphaltierungsarbeiten ist in Vorbereitung.
Weiter sind auf verschiedenen Spielplätzen im Stadtgebiet Ersatzbeschaffungen geplant, die Details sind der Übersicht zu entnehmen.
Weitere kleinere und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sollen im Rahmen der Aufstellung und Beratung des neuen Spielflächenbedarfsplans noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Der neue Spielflächenbedarfsplan soll – nach Beratungen im Unterausschuss Jugendhilfeplanung – vor der Sommerpause eingebracht werden.

Das passiert 2021 auf den Bergkamener Spielplätzen: