Gemeinsames Fastenbrechen stärkt Zusammenhalt an der Willy-Brandt-Gesamtschule
Am Abend des 18. März fand in der Mensa der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bergkamen erneut das gemeinsame interreligiöse und interkulturelle Fastenbrechen statt. Bereits zum vierten Mal wurde die Veranstaltung an der Schule ausgerichtet. Dabei versammelten sich knapp 150 Gäste, darunter Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 bis Q2 sowie Lehrkräfte verschiedenster Glaubensrichtungen, um gemeinsam zu essen, die kulturelle Vielfalt zu erleben und das Verbindende in den Mittelpunkt zu stellen.
Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam zu essen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Vielfalt der Kulturen bewusst zu erleben. In diesem Jahr hatte das Fastenbrechen sogar eine ganz besondere Bedeutung: Die christliche Fastenzeit und der muslimische Fastenmonat Ramadan begannen zeitgleich. Dieses Zusammentreffen ist äußerst selten und fand zuletzt im Jahr 1928 statt. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Kalendersystemen: Während sich das Christentum am Sonnenkalender orientiert und Ostern jedes Jahr zu einem bestimmten Zeitraum im Frühling stattfindet, richtet sich der islamische Kalender nach dem Mond. Dadurch verschiebt sich der Ramadan jährlich um etwa zehn bis elf Tage und fällt nur selten mit der christlichen Fastenzeit zusammen.
Um 18:45 Uhr war es schließlich soweit: Ein Schüler der 10. Klasse rief den Gebetsruf aus, und das Fastenbrechen konnte beginnen. Dieser besondere Moment war für viele ein Zeichen des Zusammenhalts und der gemeinsamen Besinnung.
Im Anschluss entwickelte sich ein offenes und herzliches Beisammensein. In entspannter Atmosphäre wurde gemeinsam gegessen, viel gelacht und sich angeregt ausgetauscht. Gerade diese ungezwungene Begegnung zeigte, wie wichtig persönliche Gespräche und gemeinsames Erleben für ein gelungenes Miteinander sind. Ein besonderes Highlight des Abends waren die von Schülerinnen und Schülern vorbereiteten Videobeiträge. Diese wurden auf humorvolle Weise gestaltet, vermittelten jedoch gleichzeitig eindrucksvoll, welche Bedeutung der Fastenmonat Ramadan für viele Menschen hat. Ein Schüler dokumentierte zudem seinen gesamten Fastentag und stellte diesen Einblick zur Verfügung. Auf diese Weise wurden das Fasten und das anschließende Fastenbrechen für alle Beteiligten nachvollziehbar und greifbar gemacht.
Das gemeinsame Fastenbrechen leistet einen wichtigen Beitrag zum interreligiösen und interkulturellen Dialog an der Schule. Es schafft Raum für Begegnung, baut Vorurteile ab und fördert gegenseitiges Verständnis. Schülerinnen und Schüler lernen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und respektvoll miteinander umzugehen. Gerade in einer vielfältigen Schulgemeinschaft ist dies eine wichtige Grundlage für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben. Die Veranstaltung hat erneut gezeigt, dass gemeinschaftliche Erlebnisse über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg verbinden können und einen nachhaltigen Beitrag zu Offenheit, Toleranz und Zusammenhalt leisten.
