Gelungene Premiere der Volksbühne 20: Ein Kühlschrank, der mehr weiß, als den Gaunern lieb ist
Gelungene Premiere bei der Volksbühne 20 Oberaden – „Fünf Gauner und ein ungewöhnlicher Kühlschrank“ sorgt für Lacher und viel Applaus.
Einen Kühlschrank stellt man sich gewöhnlich eher schweigsam vor. Bei der Volksbühne 20 Oberaden sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Dort beobachtet er, merkt sich so einiges und entwickelt durchaus seinen eigenen Kopf. Dass dies für fünf Gauner nicht ohne Folgen bleibt, erlebten die Zuschauer bei der Premiere von „Fünf Gauner und ein ungewöhnlicher Kühlschrank“ von Jochen Matthies am vergangenen Sonntag.
Die Komödie lebt von ihren unterschiedlichen Charakteren, verrückten Einfällen und Situationen, die zunehmend aus dem Ruder laufen. Denn wo Gauner ihre eigenen Pläne verfolgen, eine höchst aufmerksame Frau immer wieder unerwartet auftaucht und zu allem Überfluss auch noch ein ungewöhnlich intelligenter Kühlschrank mitmischt, ist das Chaos nicht weit.
Eine gehörige Portion Temperament bringt Julia Abraham als Korbinia-Davina auf die Bühne. Abraham, die gleichzeitig die Regie des Stückes übernommen hat, spielt eine exzentrische, laute und temperamentvolle Frau, deren Ideen mitunter ebenso verrückt wie provozierend sind. Damit bringt Korbinia-Davina nicht nur ihre Mitstreiter ins Schwitzen, sondern sorgt auch beim Publikum für so manchen Lacher.
Eine ganz andere Gefahr lauert in Gestalt von Frau Busch. Ulrike Mücke verkörpert sie als aufdringliche und kontrollierende Person, die die besondere Gabe besitzt, grundsätzlich dann aufzutauchen, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Dabei bleibt lange rätselhaft, was Frau Busch tatsächlich weiß und welche Absichten sie verfolgt.
Und schließlich wäre da noch der ungewöhnlichste Darsteller des Abends: Renè Schulder als Kühlschrank. Er bekommt alles mit, vergisst nichts und scheint manchmal besser über die Vorgänge informiert zu sein als die Menschen um ihn herum. Vor allem aber hat er seinen eigenen Kopf. Ein Kühlschrank also, der in Zeiten Künstlicher Intelligenz durchaus auf der Höhe der Zeit ist – und der KI auf seine ganz eigene Weise alle Ehre macht.
Aus dieser Mischung entwickelt sich ein turbulentes Bühnengeschehen mit zahlreichen Missverständnissen und überraschenden Wendungen. Das Premierenpublikum ließ sich gerne darauf ein. Immer wieder hallten Lachen und spontaner Applaus durch den Saal. Am Ende gab es kräftigen Beifall für das gesamte Ensemble und die gelungene Inszenierung.
Wer nun neugierig geworden ist, hat noch zweimal Gelegenheit, die fünf Gauner und ihren ungewöhnlichen Mitspieler zu erleben. Die nächsten Vorstellungen finden am Samstag, 10. Oktober, und Sonntag, 11. Oktober 2026, statt. Beginn ist jeweils um 17 Uhr, Einlass ab 15 Uhr.
