Frauen im Frühmittelalter – Die Dame von Bergkamen: Neue Dauerausstellung im Stadtmuseum

Welche Rolle spielten die Frauen im Frühmittelalter? War das Mittelalter tatsächlich so dunkel wie immer behauptet wird? Die Dame von Bergkamen – ein Frauengrab aus dem 8. Jahrhundert – kann all diese Fragen im neuen Ausstellungsraum im Stadtmuseum Bergkamen beantworten.
Das Stadtmuseum Bergkamen präsentiert die aktuelle Geschichtsforschung und zeigt, dass Frauen im Mittelalter mehr Macht besaßen, als bisher angenommen wurde. Seit ein paar Jahren kommen immer weitere Beispiele von Frauen hinzu, dazu zählen die Kriegerin von Birka sowie die Frauen um den Herrscher Otto des Großen, die nach seinem Tod jahrelang die Geschäfte eines ganzen Kaiserreiches lenkten.
Das Highlight des neuen Raums ist die Rekonstruktion der „Dame von Bergkamen“. 2011 wurde ihr reich ausgestattetes Grab zusammen mit einem Männer- und einem Kindergrab im Industriegebiet an der A2 gefunden. Die Funde – Perlen, Messer, Gürtelgarnitur und Keramik – können in das frühe 8. Jahrhundert datiert werden und zeigen, dass sie eine hochgeachtete Persönlichkeit war. Diese Frauengräber zeugen von einer anderen Art von Macht als Männer mit Waffen: Frauen führten Höfe, verwalteten Land und waren als Herrscherinnen in ihrer Gemeinschaft anerkannt. Die Kleidung der „Dame von Bergkamen“ wurde von der „Hobby-Forscherin“ Sally Schönekess in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Bergkamen und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe rekonstruiert.
Der Ausstellungsraum ist Teil der Dauerausstellung und bereits geöffnet. Während der Öffnungszeiten Mi-Fr 13-18 Uhr und Sa-So 11-18 Uhr kann die Ausstellung im Stadtmuseum besichtigt werden. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3€, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.