Fast-Unfälle mit Medikamenten im Blut: Arzt unter Anklage
von Andreas Milk
Am Abend des 23. August 2024 hätte es auf der Bergkamener Erich-Ollenhauer-Straße wohl beinahe gekracht. Das lag an einem Arzt aus Kamen, der unter Einfluss starker Medikamente Auto fuhr. Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs saß er jetzt vor dem Strafrichter.
Über seinen Verteidiger räumte der Mediziner die gefährliche Fahrt ohne Umschweife ein. Was damals im Bereich der Ollenhauer-Straße vor sich ging, beschrieb ein Mann, der in einem anderen Wagen saß und auf dem Weg von Kamen-Methler nach Bergkamen war: Der Angeklagte sei in Schlangenlinien gefahren, habe einen Bürgersteig „mitgenommen“, sei fast mit entgegenkommenden Fahrzeugen zusammengestoßen und kurz davor gewesen, im Graben zu landen. Kurz: schieres Glück, dass niemand zu Schaden kam. Die alarmierte Polizei machte der Fahrt ein Ende.
Hintergrund ist eine psychische Erkrankung des Arztes. Ein Kollege hat ihm Medikamente verschrieben, die für sich gesehen keine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit bewirken sollen. Bloß: An jenem Sommerabend vor zwei Jahren hatte der Arzt zusätzlich ein starkes Schmerzmittel eingenommen. Dies sei „das erste und einzige Mal gewesen“, dass er den gesamten Cocktail geschluckt habe, ließ er seinen Anwalt versichern. Der Jurist ergänzte: Sein Mandant wolle sich „in aller Form entschuldigen“.
Vorstrafen hat er nicht. In der Verkehrssünderkartei taucht er mit Falschparken und Versäumen eines TÜV-Termins (je ein Mal) auf. Seit 2024 ist nichts mehr vorgefallen.
Der Richter verurteilte ihn wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung: Eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 200 Euro wird fällig. Dazu kommt ein Fahrverbot von einem Monat, das sogar für Pedelecs und E-Scooter gilt: „Alles, was einen Motor hat.“