Eigenen Sohn bedroht: Vater muss zahlen
von Andreas Milk
Unerfreuliches Familientreffen vor dem Strafrichter in Kamen: Auf der Anklagebank das Ehepaar Elena (40) und Constantin T. (50, Namen geändert) – auf dem Zeugenstuhl ein Sohn von Constantin T. sowie dessen Lebensgefährtin. Vor dem Tedi-Markt an der Bergkamener Parkstraße und auch telefonisch sollen die Eheleute das junge Paar beleidigt und bedroht haben. In der Anklageschrift der Dortmunder Staatsanwaltschaft ist von Tötung und Verstümmelung die Rede.
Der Hintergrund: Vor allem Constantin T. war wohl nicht einverstanden mit der Lebensführung seines Sohnes, der aus einer früheren Beziehung stammt. Die Jungen hatten schlicht andere Vorstellungen als die Alten. Die Vorfälle, um die es im Prozess ging, liegen rund vier Jahre zurück. Umso erstaunlicher, dass alle Beteiligten unter derselben aktuellen Anschrift in der Akte stehen. Zumindest im Gerichtssaal herrschte nach wie vor „dicke Luft“ – wie es zuhause zugeht, bleibt die Frage.
Vater Constantin T. wurde zu einer Geldstrafe verurteilt: 60 Tagessätze à 40 Euro muss der Fabrikarbeiter zahlen – das entspricht ungefähr zwei Netto-Monatseinkommen. Elena T. wurde freigesprochen: Weder ihr Quasi-Stiefsohn noch seine Freundin hatten eine Erinnerung, auch von ihr angegangen worden zu sein.
