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CDU setzt bei Bürgermeisterwahl auf den „Werne-Effekt“

Betont kämpferisch und optimistisch gab sich die Bürgermeisterkandidatin der Bergkamener CDU, Martina Plath, beim Stadtverbandsparteitag der Christdemokraten im Treffpunkt. Parteichef Marco Morten Pufke erklärte dann noch einmal, worin seine Zuversicht sich begründet, den Chefsessel im Rathaus tatsächlich erobern zu können.

ZTeigt sich kämpferisch: die Bürgermeisterkandidatin der Bergkamener CDU, Martina Plath.
ZTeigt sich kämpferisch: die Bürgermeisterkandidatin der Bergkamener CDU, Martina Plath.

Er setzt nämlich auf den Umstand, dass erstmals vier Bürgermeisterkandidaten an den Start gehen und deshalb eine Stichwahl wahrscheinlicher werde. Und dann hofft Pufke auf den „Werne-Effekt“: Bei der Kommunalwahl 2004 musste der Amtsinhaber der CDU völlig überraschend ebenfalls in die Stichwahl. Viele seiner Anhänger hätten es für ausgeschlossen gehalten, dass der SPD-Mann siegen könnte, und seien deshalb den Wahlurnen fern geblieben. Ergebnis sei die erste Wahl eines Sozialdemokraten auf den Bürgermeistersessel in der Nachbarstadt.

Auf solche Gedankenspiele will sich Martina Plath offensichtlich nicht verlassen. Sie griff in ihrer Rede beim Stadtverbandsparteitag die SPD massiv an. Ihr warf sie unter anderem eine verfehlte Wirtschaftsförderpolitik vor. Negatives Resultat seien fehlende Arbeitsplätze und die daraus resultierenden fehlenden Steuereinnahmen.

Tourismus ist für die CDU keine Option

Martina PlathSo dürfe in der Marina Nord kein gebaut werden. Stattdessen müsse auf dem Gelände nichtstörendes Gewerbe angesiedelt werden. Dass die CDU nichts von den Tourismusplänen halte, werde auch dadurch deutlich, dass dieses Thema keinen Weg ins Wahlprogramm gehalten habe. In die gleiche Kerbe schlug der CDU-Landratskandidat Wilhelm Jasperneite. Er warf der Kreisverwaltung vor, dass sie den vermeintlichen Schutz von Natur und Umwelt höher werte als die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze. Die Lippeauen seien über weite Strecken ein Flora-Fauna-Habitat der EU. Entwicklungsmöglichkeiten geben es dort gar  nicht.

Einstellen muss sich die Bergkamener SPD darauf, dass ihnen eine Flugblattaktion aus dem Kommunalwahlkampf 2009 jetzt wieder auf der Füße fällt. Kurz vor der Wahl sei es verteilt worden und wir hatten deshalb keine Möglichkeit mehr gehabt, darauf zu reagieren, erklärte Marco Morten Pufke. In diesem Flugblatt hatte die SPD geklagt, dass die CDU in ihrem damaligen Wahlprogramm in fünf Punkten unrealistische, aber populäre Forderungen aufstellen würde. Bei mindestens zwei Punkten kommt die SPD in Erklärungsnotstand: Der Abbruch des Wohnturms steht kurz bevor und die Sanierung der Landwehrstraße steht kurz vor der Fertigstellung.

Einstimmig hat die CDU am Donnerstag ihr Zukunftsprogramm beschlossen. Eine gedruckte Version gibt es aus Kostengründen nicht. Nachzulesen ist sie in Kürze auf der Homepage der Bergkamener CDU. Wer aufs Papier nicht verzichten möchte, kann sich aber beim Stadtverbandsvorsitzenden Marco Morten Pufke wenden. Er druckte sie dann aus und schickt das Programm zu.