Zeitintensive Handaufzucht von Kätzchen und Küken: Kreistierheim vorerst geschlossen
Das Tierheim des Kreises Unna bleibt mindestens bis zum Ende der Woche geschlossen. Darauf weist die Veterinärbehörde des Kreises hin.
Hintergrund ist die Vielzahl von abgegebenen, kranken Fundkatzen und mehrere sehr pflege- und zeitintensive Handaufzuchten von Katzenwelpen und Vögeln. Tiervermittlungen und Besucherinformationen können deshalb augenblicklich nicht durchgeführt werden.
Dr. Anja Dirksen, zuständige Sachgebietsleiterin im Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz, appelliert gleichzeitig an Tierfreunde, nicht jede vermeintlich herrenlose Katze aufzunehmen und als Fundtier abzugeben, sondern gegebenenfalls auch etwas abzuwarten, insbesondere wenn die Katze gut genährt wirkt und gepflegt aussieht.
„Nicht jede auf den ersten Blick möglicherweise verloren aussehende Katze ist tatsächlich heimatlos“, so die Amtsveterinärin, denn auch Katzen mit Familienanschluss genössen schon einmal die Freiheit und streunten herum. „Es kommt immer wieder vor, dass jemand eine Katze retten wollte und mitgenommen hat und die Besitzer dann tagelang nach ihrem vierbeinigen Mitbewohner gesucht haben.“
Dringend neue Familienpaten gesucht
Das Bergkamener Projekt „Familienpaten“ sucht wieder Frauen und Männer, die mitten im Leben stehen, etwas Zeit mitbringen und Spaß am Umgang mit anderen Menschen, insbesondere mit Kindern haben. Konkret geht es um die Unterstützung von Kindern und deren Familien.
Keine Bange: Hier sind keine Sozialpädagogen gefragt und „Haushaltshilfen“ schon gar nicht. Familienpaten kümmern sich um die schönen Dinge, für die die Eltern oft keine Zeit oder auch nicht die Möglichkeit haben. Ein Waldspaziergang, Picknick, Kinobesuch wäre solch ein schönes Erlebnis oder auch eine Fahrt in den Maxipark. Familienpaten können die Kinder mit der Stadtbibliothek vertraut machen oder den Besuch eines Schwimmkurses ermöglichen. Außerdem können sie bei Formalitäten helfen oder einfach als GesprächspartnerIn da sein.
Das sind übrigens ganz reale Beispiele aus der Praxis der Bergkamener Familienpaten. Oft genug brauchen die Kinder und ihre Familie einfach nur jemanden, dem sie vertrauen können und der ihnen zuhört. Der Zeitaufwand sollte für die Familienpaten nicht größer sein als vier Stunden pro Woche. Fahrtkosten und Eintrittsgelder werden erstattet und selbstverständliche ist der ehrenamtliche Einsatz versichert.
Wer sich jetzt angesprochen fühlt und sagt „Hier will ich helfen“, ist zu einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 5. Oktober 2016 um 18.00 Uhr im Pestalozzihaus, in der ehemaligen Pestalozzischule, herzlich eingeladen. An diesem und an etwa sechs folgenden Abenden erfahren die künftigen Familienpaten alles, was für diese sicherlich anspruchsvolle Aufgabe wichtig ist. Dazu gehören zum Beispiel Rechtsfragen oder Erste-Hilfe-Maßnahmen am Kind.
Auch danach werden die Familienpaten nicht allein gelassen. Etwa ein Mal im Monat treffen sie sich, um sich auszutauschen und Probleme zu besprechen. Begleitet wird dieses Projekt von einem Beirat der Aktion „Kinder im Zentrum“. Das Projekt „Familienpate“ steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Roland Schäfer, und wird von zahlreichen Institutionen unterstützt.
Diese Arbeit lebt auch von Spenden
Wer schon jetzt Fragen hat, kann sich an Margarete Hackmann oder Kordula Plancke beim Verein für Familiäre Kinder-Tagesbetreuung Telefon: (02307) 280633 wenden oder an Sonja Werner im Familienbüro der Stadt Bergkamen, Telefon: (02307) 965258,
Mail: hackmann@famkitabe.de , plancke@famkitabe.de , s.werner@bergkamen.de
Kreis-Veterinärbehörde gibt Tipps für Reisen mit Tieren: Niemals das Auto in die Sonne stellen
Die Ferienzeit steht vor der Tür. Viele machen sich auch in vierbeiniger Begleitung auf den Weg in Richtung Erholung. Hier ein paar Tipps, damit die Tiere die Reise im Auto sicher überstehen und für sie auch an der Grenze nicht Endstation ist.
Im In- und Ausland gibt es erfreulich viele tierfreundliche Hotels, Campingplätze und Restaurants, in denen Vierbeiner akzeptiert werden. Es ist jedoch ratsam, sich vorab zu erkundigen, ob Tiere in der Urlaubsunterkunft erwünscht sind. Katzen sollte man nach Möglichkeit lieber zu Hause betreuen lassen, da sie sich in fremder Umgebung unwohl fühlen.
Zum Reisegepäck gehören natürlich Futter- und Trinknapf. Der Trinknapf sollte zusammen mit einer Flasche Wasser griffbereit verstaut sein. Auch Geräte zur Fellpflege und eine Leine dürfen nicht fehlen. Eine kleine Reiseapotheke für den tierischen Freund sollte in Absprache mit dem Tierarzt zusammengestellt werden.
Im Auto sollte der Hund möglichst immer ganz hinten sitzen, getrennt durch ein stabiles Trenngitter oder im Fußbereich des Beifahrersitzes. Katzen kann man im angeschnallten Korb auf dem Rücksitz unterbringen. Dr. Anja Dirksen, Leiterin des Sachgebietes Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Kreis Unna, gibt noch weitere Hinweise:
Lassen Sie Ihren Wagen niemals in der prallen Sonne stehen, da Tiere hohe Temperaturen nicht aushalten können. Ein teilweise geöffnetes Fenster bietet im Hochsommer keine ausreichende Luftzirkulation.
Denken Sie daran, dass auch Tiere einen Sonnenstich oder Sonnenbrand bekommen können. Suchen Sie deshalb schattige Plätze auf.
Planen Sie „blasengerechte” Etappenstopps ein, auch bei Fahrten mit der Bahn. Geben Sie dem Hund vor der Fahrt nur leichte Kost. Während der Fahrt sollte gar nicht gefüttert, Trinkwasser dagegen häufig angeboten werden.
Die „Macht der Gewohnheit“ hilft auch Tieren beim Reisen. Sie sollten deshalb vor Fahrtbeginn an den ihnen zugedachten und möglichst immer gleichbleibenden Platz gewöhnt werden. Außerdem sollten sie Gelegenheit bekommen, sich mit ihrer Transportbox oder dem Brustgeschirr vertraut zu machen.
„Sicherheit und Bequemlichkeit sind aber nicht alles“, betont Dr. Anja Dirksen. Bei einer Auslandsreise müssen die Tiere zur eindeutigen Identifikation mit Mikro-Chip oder einer lesbaren Tätowierung gekennzeichnet sein. Neben einer gültigen Tollwutschutzimpfung, die vom Haustierarzt im neuen EU-Impfpass eingetragenen sein muss, benötigen Hunde, Katzen und Frettchen bei Reisen innerhalb der Europäischen Union kein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis mehr. Bei Reisen in Drittländer kann dies jedoch im Einzelfall erforderlich sein.
Dr. Anja Dirksen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für die Wiedereinreise von Hunden, Katzen und Frettchen aus sogenannten „nicht-gelisteten Drittländern“ (z.B. Türkei, Tunesien, Marokko) nach Deutschland vor der Abreise eine Tollwut-Titerbestimmung notwendig ist. Ansprechpartner hierfür ist der jeweilige Haustierarzt.
Ausdrücklich warnt Dr. Anja Dirksen vor der Mitnahme von „Straßen-Tieren“ aus den o.g. Urlaubsländern nach Deutschland. Seit dem 1. Oktober 2004 dürfen solche Tiere nur unter besonderen Gesundheitsanforderungen eingeführt werden.
Die genauen Einreisebestimmungen für Tiere und weitere Reisetipps finden sich auch unter www.kreis-unna.de (Kreis & Region – Rund ums Tier – Veterinärwesen – Tierseuchenbekämpfung – Tiere im Reiseverkehr).
Außerdem bietet die Kreisveterinärbehörde flexible Sprechstunden an. Hierzu wird um eine persönliche Terminvereinbarung unter Tel. 0 23 03 / 27 15 39 gebeten.
Bergkamener Gesprächskreis pflegender Angehöriger: Frei Plätze im Seminar „Zeit für mich“
Der Bergkamener Gesprächskreis pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz-Erkrankung bietet an 16. und 17. Juli in der Landvolkshochschule Warendorf ein Seminar für pflegende Angehörige an. In der Veranstaltung unter dem Titel „Zeit für mich“ sind noch Plätze frei.
Das Seminar beginnt am Samstag um 11 Uhr und endet am 17. Juli gegen 14 Uhr. Es richtet sich an Frauen, Männer oder Paare, die einen Angehörigen pflegen, gleichgültig wie lange und mit welcher Erkrankung.
Der Schwerpunkt des Wochenend-Seminars ist die Stärkung, Entlastung und die Würdigung der eigenen Leistung. Dabei gilt es, die eigene Gesundheit und Lebenszeit im Blick zu behalten und bei all der Belastung „Sorge für sich selbst zu tragen – Selbstfürsorge“.
Das Programm reicht von Atem- und Entspannungsübungen bis zu kreativen Medien wie beispielsweise das Malen. Die Teilnehmer können unter den Angeboten frei wählen und sich zwischendurch auch eine Auszeit nehmen.
Geleitet wird das Seminar von Margarete Krabbe, seit 15 Jahren Leiterin eines Gesprächskreises für pflegende Angehörige im St. Christophorus Krankenhaus Werne.
Das Seminar kostet 119 Euro im Einzelzimmer. Weitere Informationen gibt es bei der Seminarleiterin unter Tel. 0 23 89 / 40 30 681. Dort sind auch Anmeldungen möglich. Über das Krankenhaus Werne besteht die Möglichkeit einer Mitfahrgelegenheit. Übrigens: Für dieses Angebot kann Verhinderungspflege beantragt werden.
Informationen zu dem Gesprächskreis in Bergkamen gibt es im Seniorenbüro der Stadt Bergkamen (Inge Freitag oder Meike Scherney), Tel. 0 23 07 / 965-410, E-Mail: i.Freitag@bergkamen.de, und bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) im Gesundheitshaus des Kreises in Unna, Massener Straße 35. Ansprechpartnerin ist Margret Voß, Tel. 0 23 03 / 27-28 29, E-Mail: margret.voss@kreis-unna.de. Alle Informationen werden vertraulich behandelt.
32. Grand-Prix hat das Seifenkisten-Virus im Gepäck
„Eigentlich bin ich nur Vater“, sagt Andreas Ricker. Die übrig gebliebene Palette hat dann aber doch das Jucken in den Fingern wieder aufgeweckt. Der Bausatz war schnell bestellt. Reifen dran, Lenkrad und Bremse angeschraubt– fertig war sie, die erste eigene Seifenkiste seit Jahrzehnten. Mit den Brettern auf vier Reifen hat er sich beim 32. Seifenkisten-Grand-Prix in Oberaden am Sonntag tapfer geschlagen. Auch wenn er mit den Qualifikationen für die Westfalen- und Europameisterschaft nichts zu tun hatte.
Volle Konzentration bei allen 80 Startern auf der Startrampe.
Andreas Riker auf seiner sehr eigenwilligen Seifenkiste beim ersten Rennen.
Das spielte aber auch keine Rolle, denn am Sonntag stand für Andreas Ricker der Spaß im Vordergrund. Schon als Kind saß er sechs Jahre lang regelmäßig in der Seifenkiste. „Ich war eigentlich ganz von dem Sport weg“, erzählt er. Dann kam seine Mutter, infizierte die eigene Tochter und ihn gleich mit. Die Tochter holte vor zwei Jahren den EM-Titel. Andreas Ricker baut und schraubt eigentlich immer an Seifenkisten herum. Jetzt stand dort diese Holzpalette, die alte Rennlust war längst wieder da – warum dann also nicht selbst mal wieder an den Start gehen?
Marie-Charlotte Voß in voller Fahrt.
Für Marie-Charlotte Voß ist das Alltag. Die 20-Jährige sitzt schon seit dem 11. Lebensjahr in der Seifenkiste und hat neben dem Europameistertitel, dem Vize-Deutsche-Meisterin-Titel und mehrmaligne NRW-Titeln Unmengen Preise gesammelt. Weit mehr als zehn Rennen stehen in jeder Saison auf dem Programm, dann ist da noch eine Reitbeteiligung. Michael Sulitze hatte damals den Vater infiziert, der Vater die Tochter – so entstand eine echte Bergkamener Seifenkistenkarriere. Dabei ist das gar nicht so leicht, denn trainieren kann man Seifenkistenfahren eigentlich gar nicht mangels Trainingsstrecken. „Ich bin einmal einen Feldweg hinuntergebraust und dann ging es schon zum ersten Rennen“, erinnert sich Marie-Charlotte Voß.
Mit Material, Mut und Fahrerkönnen ins Ziel
Alles geben heißt die Devise.
Am Ende zählt im Seifenkistenrennen ohnehin nichts anderes als die Erfahrung. „Die Kiste mit Material und Technik macht 80 Prozent aus, der Rest ist das Fahrerkönnen“, weiß Michael Sulitze als Personifikation des Bergkamener Seifenkistensports. Alle Seifenkisten sind Eigenbauten. Inzwischen hat auch hier der Computer das Sagen, etwa wenn es um die Auswahl der richtigen Reifen geht. Auf den 300 Metern Rennstrecke machen bei knapp 30 Sekunden auf dem Weg ins Ziel gerade einmal zwei Sekunden den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus.
Begeisterte Zuschauer.
Dabei mussten die Seifenkistensportler einmal mehr nach den Wassermengen vom Vortag zittern, ob das Wetter mitspielt. „Auf Wetter-Apps und andere Dinge gebe ich nichts“, sagt Michael Sulitze. „Da kann man nur morgens hoffen.“ Das Hoffen hat geholfen: Zumindest bis zum Nachmittag strahlte überwiegend die Sonne und die Rennstrecke blieb trocken. Einzig am Streckenrand versank mancher Schuh auf dem Weg zum Bierwagen bedrohlich im aufgeweichten Rasen. Dennoch sind auch am Sonntag wieder 80 Starter aus ganz NRW bei den Junioren (acht bis zwölf Jahre), Senioren (zehn bis 18 Jahre), bei den XLern (unter 18 Jahre mit größeren Kisten), bei den Ü18-Jährigen und in der „Open“-Klasse (für Jedermann) an. Viele davon übernachteten im eigenen Caravan an der Rennstrecke.
Der lange Marsch zurück zum Start.
Hätte es wieder ein derart nasses Desaster gegeben wie im Vorjahr, „dann hätte ich wohl aufgegeben“, meint Michael Sulitze. Im gleichen Atemzug flitzt er schon wieder mit dem Handy am Ohr die Strecke entlang, um den Rückmarsch zum nächsten der insgesamt vier Läufe zu organisieren. Dass er einmal aufgibt, ist ohnehin unvorstellbar. Auch die dunklen Wolken am Horizont machen ihm alles andere als Angst. Inzwischen rasen die nächsten Duos mit bis zu 55 km/h durch das Ziel mit der Lichtschranke, begleitet vom Jubel der Zuschauer. Mancher begeht vorsichtshalber noch einmal die Strecke und schaut sich die Unebenheiten, kleinen Hindernisse, die Beschaffenheit der Fahrbahn genauer an. Denn auch dort lauern die Zehntelsekunden, die den kleinen Unterschied ausmachen.
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Mit viel Engagement dem Schulgarten Leben einhauchen
„Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht“, meint ein Helfer und staunt gehörig, wie schwer sich der Spaten in die Erde schieben lässt. Am anderen Ende des Ackers schwingt ein Vater energisch den Hammer und rammt einen Pfosten für den Zaun in den Boden. Derweil beratschlagt eine andere Gruppe noch heftig, wie nun genau die Holzpaletten angeordnet werden sollen, damit sie einen perfekten Kompost ergeben. Es wird im wahrsten Sinne schwer geackert für den neuen Schulgarten des Gymnasiums.
Der Acker ist gepflügt: Am Samstag wurde der Grundstock für den Schulgarten des Gymnasiums gesetzt – im wahrsten Sinne.
Mit dem Spaten ging es für den Kompost zur Sache.
„Es ist schon toll, wie viele heute gekommen sind und ihren Samstag opfern – dabei ist heute auch noch Abiball“, freut sich Sabrina Koschnik. Zusammen mit Anna Feger und Birgit Schatt übernahm sie am Samstag die Regie beim ersten Aktionstag für den eigenen Schulgarten. Wo ein Landwirt gerade im Auftrag der Stadt eine Parzelle mit Profiausrüstung frisch gepflügt hat, sollen demnächst Blumen blühen und vor allem viel Gemüse unter freiem Himmel wachsen. Die ersten Sonnenblumen warten schon darauf, eingesetzt zu werden. Sie sind in den letzten Wochen in den Klassenräumen herangewachsen und haben manchen Unterrichtsinhalt ein wenig in den Hintergrund rücken lassen, denn Gießen war für eine kleine Weile erst mal wichtiger.
Experimentierfelder für die Individualität
Es gab auch engagierte vierbeinige Helfer.
Der Wunsch kam vor allem von den Schülern selbst. Ein schöner Garten mit eigenem Gemüse, mehr Einfluss auf die Gestaltung des Schulgeländes, mehr gemeinsame Projekte: Der Schulgarten soll ein erster Schritt sein. Auch für die Inklusion, die jedem Kind den Raum gibt, sich in seiner Besonderheit ganz individuell zu entfalten. „Dafür bietet ein Schulgarten die Experimentierfelder, die es braucht“, hofft Anna Feger als Inklusionsbeauftragte. Arbeitsgemeinschaften sollen später den Garten mit Leben füllen, am Vormittag werden sich die Schüler des Gemeinsamen Lernens hier frei entfalten können.
Gemeinsam geht es schnell: Der Kompost entsteht.
Mehr noch: Der Schulgarten soll auch die Möglichkeit bieten, die Generationen zusammen zu bringen. Mit dem benachbarten Seniorenhaus gibt es eine Kooperation. Ackermentoren werden sich dort mit Expertenwissen finden und bei den Schülern einbringen. Zusätzlich haben sie ein Auge auf die Pflanzen und können die Flächen für die Erholung nutzen. Zwischen Bauernblumen, Kompost, Kartoffeln, Möhren und Zucchini reichen sich gleich mehrere Hände und ganz nebenbei wird auch der Speisenzettel der Schulmensa mit frischen Lebensmitteln aus eigenem Anbau bereichert.
Mit fachkräftiger Unterstützung auf dem gemeinsamen Weg
Kraftvoll ging es auch für den Zaun ans Werk.
Mal eben einen Garten anlegen ist aber gar nicht so einfach. Das merkten die mehr als 20 Freiwilligen, als sie sich am Samstag zum ersten Mal trafen und gemeinsam den Grundstock legten. Zum Glück waren die Fachleute vom Verein Ackerdemia dabei und zeigten allen angehenden Gärtnern, wie das mit dem Zaunbau und dem Anlegen eines Komposts funktioniert. Sie bringen auch in den nächsten Wochen die Jungpflanzen mit, die hier eingepflanzt werden. Außerdem verschicken sie regelmäßig Tipps, didaktisches Material und Anweisungen, was die Pflanzen auf dem Acker aktuell benötigen. Demnächst wird es auch noch eine Gartenhütte bzw. einen Pavillon geben, der von der Stadt zur Verfügung gestellt wird.
Auch das musste sein: Mit dem Maßband unterwegs an den Ackergrenzen.
Sogar eine Gartenpost gibt es schon, die über die Aktivitäten im Schulgarten berichtet. Die erste Ausgabe hat mit einem Rücklaufzettel die vielen Freiwilligen der ersten Stunde mobilisiert und außerdem erste Sponsoren wie eine Firma für Elektronikautomation für die Idee begeistert. Der Mensaverein unterstützt die Schüler außerdem finanzkräftig. Eltern haben an diesem Premierentag fleißig gekocht, damit die eifrigen Helfer beim „Ackern“ unter regelmäßigen Regengüssen warm und gut genährt blieben.
Der Kompost stand jedenfalls viel schneller als gedacht und auch der Zaun war bald mehr als bloße Theorie. Jetzt muss sich die Begeisterung nur noch über die Sommerferien hinaus halten und am besten noch mehr Gartenfreunde mobilisieren.
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Freibeuter entern das 4. Kinderzeltlager
Was ein echter Freibeuter ist, den stört auch ein kleiner Bach nicht, der durch das nicht ganz wettertaugliche Zelt rauscht. Die Schatzsuche macht mit Gummistiefeln an den Füßen erst richtig Spaß. Und in Pfützen lässt sich der Piratentanz deutlich besser mit 29 anderen Freibeutern zelebrieren als auf langweilig trockenen Wiesen. Im Regen sind außerdem die Tränen nicht so offensichtlich, die mancher Pirat beim Zeltlager vergoss – weil es aufgrund der Altersgrenze sein letztes war.
30 Freibeuter sind bereit für den Piratentanz.
„Es ist so toll hier!!!“, jubeln Jorine (12), Zoe (12), Felicia (9) und Emily (10). Gerade mal einen halben Tag und eine Nacht dauert da das inzwischen 4. Kinderzeltlager der Stadt Bergkamen und die Euphorie kennt bereits keine Grenzen. Dabei hat es die halbe Nacht geregnet, die meisten Klamotten sind klamm und die nächste schwarze Regenwolke schiebt sich schon wieder über das Gelände des Pfadfinderstammes Pentagon. „Wir freuen uns am meisten aufs Schwimmen und auf die Schatzsuche“, setzen die vier Freibeuterinnen noch einen drauf. Sie sind eben mit Haut und Haaren Zeltlagerprofis.
Alle Plätze restlos ausgebucht
Voller Einsatz beim Piratentanz.
Die Telefone standen am Donnerstag nicht still nach unheilvollen Wettervorhersagen. Die Eltern machten sich Sorgen, ob ihre Kinder denn bei den Bedingungen im Freien in Zelten schlafen sollten. „Wir zelten mit Pfadfindern, nicht mit Zuckerstangen“, war die Antwort der Organisatoren. Eine weise Vorhersage, denn die Kinder störten sich nicht im Geringsten an den immer wieder niederprasselnden Regengüssen. Zumal es bei prallem Sonnenschein am Freitag losging.
Mit schaurigen Augenklappen perfekt ausgerüstet.
Zum ersten Mal stand das Zeltlager unter einem Motto. Die Sieben- bis Zwölfjährigen, darunter viele „Wiederholungstäter“, bastelten Kopftücher, Augenklappen und T-Shirts, malten sich schaurige Narben ins Gesicht und studierten einen lässigen Piratentanz ein, der allen anderen Gehörigen Respekt einflößte. Von so viel Abenteuer waren alle derart erschlagen, dass die erste Nacht vollkommen ruhig über die Bühne ging. Nur einzelne Freibeuter mussten in anderen Zelten Unterschlupf finden, weil ihre Zelte nicht wasserdicht waren.
Tränen beim letzten Zeltlager
Mit Händen und Füßen in Bewegung.
„Es ist so schrecklich, dass wir im nächsten Jahr nicht mehr mitmachen dürfen“, sind Jorine und Zoe ernsthaft aufgebracht. Sie haben dann die Altersgrenze überschritten. „Wir dürfen noch ganz oft dabei sein“, frohlocken dagegen Felicia und Emily. Zum Glück, denn das hier macht richtig Spaß. Heute geht es mit Teilen einer Landkarte in den benachbarten Wald auf der Suche nach der eingezeichneten Schatzkiste. Dann steht der Bus für einen Ausflug ins Schwimmbad bereit. Es wird gegrillt, es gibt ein Campkino, eine Nachwanderung und Stockbrot stehen auch noch auf dem prallen Programm. „Das wir großartig“, sind sich alle einig. Sie können es kaum erwarten.
Spaß macht das Zeltlager, auch wenn das Wetter nicht immer optimal ist.
Erst wird aber noch einmal der Piratentanz gemeinsam unter dem großen Baum eingeübt. Dann hat die Campküche mit voller Ausstattung für das erste Mittagessen ihre Premiere. Dass am Sonntag nach dem Frühstück, einem letzten Piratentanz und ein paar Spielen alles schon wieder vorbei ist, daran will niemand heute denken. Jetzt steht erst mal der gemeinsame Spaß im Vordergrund, und der wird – wie es bei Freibeutern so üblich ist – grenzenlos sein. Danach werden fast alle ihren Eltern bis zu den nächsten Osterferien mit einer Wiederholung in den Ohren liegen. Und auch dann werden die 30 Plätze schon nach drei Wochen wieder restlos ausgebucht sein. Denn das Zeltlager ist vor allem eins: richtig cool!
Eine starke Truppe: Die Piraten des 4. Kinderzeltlagers.
Spiel mit Spaß ohne Grenzen – auch unter Unwetterwolken
Was tun, wenn man mit mehr als 1,90 Metern zusammengefaltet in einer Schubkarre hockt und nur zwei Hände das eigene Geschick steuern? Wohin nur, wenn die Pedalen am Go-Kart genau andersherum funktionieren, das Puzzle fast zwei Meter hoch ist und der Regen beim Zielen mit der Mini-Armbrust in die Augen läuft? Ganz einfach: Spaß haben! Wie die neun Mannschaften, die am Samstag beim Spiel ohne Grenzen zum Stadtjubiläum in Overberge antraten.
Rasant um die Kurven als lebende Schubkarrenfracht: Eine von vielen spaßigen Stationen beim „Spiel ohne Grenzen“
Wenn das Nass gerade mal nicht vom Himmel kam, dann vom Schwamm, der von möglichst viel Nass durch die Reihen transportieren musste.
Spaß hatte auch Elfriede Menzel. Ende der 70er-Jahre hatte sie selbst auf dem Rasen gestanden, um beim gleichen Spielespaß unter freiem Himmel einmal ganz andere „Sportarten“ auszuprobieren. „Das war großartig damals“, erinnert sich die 89-Jährige. Feldhandball hat sie früher gespielt, vor allem aber Federball. Den heutigen Sportplatz hat sie zusammen mit ihrem Ehemann noch mit eingeweiht. Weil die Erinnerungen mehr als gut sind, wollte sie heute unbedingt dabei sein. Auch wenn sie sich nicht mehr wirklich an die Armbrust oder auf die Langbretter trauen würde. „Ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee – und alte Overberger treffen, das wäre heute schön“, sagt sie und betrachtet fasziniert, wie Menschen mit Strumpfhosen über dem Kopf versuchen, Wasserflaschen zu treffen.
Gar nicht so leicht: Im Team auf Dachlatten im Gleichschritt marschieren.
Inzwischen liegt das Team der Löschgruppe Overberge vor Lachen im wahrsten Sinne am Boden. Das mit dem Gleichschritt auf riesigen Dachlatten funktioniert nicht so richtig. Wie Dominosteine purzeln die an den Füßen an die Bretter gefesselten Lebensretter übereinander. An den Feuerwehrarmaturen raufen sich derweil die Pferdeexperten vom Reitverein verzweifelt die Haare. Wie sollen bloß die 62 Einzelteile ineinanderpassen und dabei auch noch Sinn ergeben? Die Schützen aus der Ostenfeldmark sind in der anderen Ecke des Sportplatzes längst klitschnass. Der mit Wasser vollgesogene Schwamm fliegt derart schnell der Reihe nach durch alle Hände, dass es nur so spritzt. Dabei sind die tiefschwarzen Regenwolken gerade erst auf dem Weg nach Overberge.
Gemeinsam die Regenwolken weggelacht
Wo gehört hier jetzt was hin an den Feuerwehramaturen? Ganz schön knifflig…
50 Jahre Stadt Bergkamen wollen gefeiert werden. Auch wenn die Overberger damals bei der Stadtgründung nicht gerade vor Euphorie überschäumten und noch eine Weile mit den Kamenern flirteten. Heute sind alle stolz, Bergkamener zu sein. Fußballer, Theaterleute, Handballer, Grundschullehrer und -Eltern, Schützen, Förderer des Friedhofes, Feuerwehrleute und Reiter: Sie alle traten an, um zu zeigen, wie gut die Stimmung in Bergkamen und besonders in Overberge ist – erst recht, wenn alle gemeinsam einfach nur Spaß haben.
Das Ziel immer im Visier beim Schuss mit der Armbrust und Gummipfeil.
Selbst dann, wenn sich die Schleusen am Himmel hemmungslos öffnen. Auch dann lassen sich selbst klitschnasse Hufeisen noch prima ins Ziel werfen. Bälle treffen auch dann immer noch ihr Ziel, wenn das Auge längst in Sturzfluten untergegangen ist. In der Schubkarre sammeln sich zwar kleine Seen am Sitzfleisch, Spaß macht die von zwei Helfern einhändig gesteuerte Slalomtour trotzdem. Und wer nicht selbst an den Start ging, der macht es sich unter Regenschirmen oder Pavillondächern gemütlich. Malen ließ es sich da ganz vorzüglich. Die ganz besonders begeisterten kleinsten Spielefans kickten auch zwischen den Regenbindfäden noch gutgelaunt die Tore in Grund und Boden. Kein Wunder, dass dann auch noch das Fernsehen anrückte, um so viel Begeisterung zu filmen.
Wer am Ende in den acht Disziplinen am besten abschnitt, spielte so gut wie keine Rolle mehr. In Overberge ist traditionell das Gemeinschaftserlebnis am wichtigsten – und der gemeinsame Spaß. Erst recht, wenn zwischen den Regenfluten auch mal die Sonne wenigstens episodenartig mal alles gibt.
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Straßenfest mit lebenden Riesenballons und buntem Akrobatikzauber
Gerade hatte er den Riesenballon noch in der Hand, dann war er schon drin. Mit dem kompletten Körper steckte der Ballonkünstler Tobi van Deisner in dem prall mit Luft gefüllten Riesengummi und sprang nicht weniger dynamisch vor seinem Publikum auf und ab. Nur der Kopf schaute noch oben heraus. Wie er das gemacht hatte? Mindestens 100 Menschen hatten es mit offenen Mündern verfolgt. Am Ende konnte es keiner genau sagen.
Verrückt: Tobi van Deisner verwandelt sich in einen hüpfenden Riesenballon mit Kopf.
Kleine Talente am rotierenden Teller.
Überhaupt war beim 1. Straßenfest der Kleinkunst vieles einfach zu schnell für ganz normale Augen. Da überschlugen sich Diaboli in rasanten Luftsprüngen, wirbelten Teller im Himmel, flogen Bälle und Keulen in rasendem Tempo. Auch Lisa stellte sich auf der „Bunten Wiese“ vor dem Kinder- und Jugendhaus Balu in den Kreis, der sich gebildet hatte, und versuchte sich tapfer am Holzstab mit dazugehörigem Teller. Immer wenn der Lehrer wegschaute, drehte sich der Teller beeindruckend. Immer wenn er zu ihr kam, fiel er zu Boden. „Das funktioniert eigentlich ganz gut“, meinte die 16-Jährige deshalb unverdrossen und genoss den Spaß. „Ich bin einfach mal vorbeigekommen, um alles auszuprobieren“, erzählte sie. Sie ist im Karnevalsverein und dort braucht man schließlich auch eine gute Portion Talent für Akrobatik. Das hier hat sie allerdings alles tatsächlich noch nie ausprobiert.
In irrer Geschwindigkeit zauberte Schnellzeichner Alexis Karikaturen.
Schneller als das Auge folgen konnte, zauberte „Alexis“ wenige Meter entfernt Striche auf das Papier. Zunächst schmale dünne, dann zog er mit kräftigem Bleistift nach und schraffierte anschließend noch Schatten und Konturen in die Gesichter, die dort in Minutenschnelle aus dem Nichts entstanden. Die besonderen Eigenarten von Nase, Kinn, Augen und Ohren bekamen dabei ganz besondere Akzente. Jeder, der sich gerade beim Kinderschminken noch im Spiegel gesehen hatte, konnte nicht anders, als faszinierte „Oooohs“ und „Aaaaaahs“ auszustoßen und dabei herzhaft zu lachen. Denn was Alexis hier mit dem Bleistift zauberte, waren handfeste Karikaturen.
Von der Straßenmalerei bis zur Jonglage
Straßenmaler in Aktion.
Wie genau Michael Gick Karten verschwinden und wieder auftauchen ließ und mit anderen ganz profanen Dingen Erstaunliches anstellte, wird ebenfalls auf ewig sein Geheimnis bleiben. Seinen „Opfern“ blieb nur ungläubiges Staunen. Den Glauben zurück in die eigene Sehkraft konnten die Besucher am Sonntag eigentlich nur im Zelt von Marion Ruthardt gewinnen. Dort war Talent in der Straßenmalerei gefragt und in etwas übersichtlicherem Tempo verwandelte sich der lange Leib des auf den Parkplatz gemalten Drachen in ein kunterbuntes Zeichenwunder.
Alte Jonglage-Künste werden wiederbelebt.
Ein Vater kämpfte derweil tapfer darum, die eigenen Jonglierkünste wiederzubeleben. „Ich muss nur wieder reinkommen“, versicherter er seiner ihn skeptisch beobachtenden Familie. Da purzelten die Keulen noch ein wenig unkontrolliert in alle Richtungen. Nach fünf Minuten hatte er den Bogen wieder heraus und es gab Applaus von den sich spontan versammelnden Zuschauern. Jetzt bekommen die längst in die Garage verbannten eigenen Jonglagestücke bestimmt eine neue Chance. Eine Mutter notierte sich währenddessen eifrig die Trainingszeiten für die Jonglage-Gruppen im Balu. Sie konnte gar nicht genug davon bekommen, den Teller in der Luft kreiseln zu lassen und bildete zusammen mit Tochter und Sohn eine eigene Attraktion auf der bunten Wiese.
Ein Genie am, im und mit dem Ballon
Ein echter Showstar mit Ballons im Mund.
Der unangefochtene Star war jedoch Tobi van Deisner. Das Straßenfest hatte noch nicht ganz begonnen, da tobten bereits die Zuschauer und lockten mit ihrem Gejohle, den Pfiffen und dem nicht abreißenden Applaus noch mehr Neugierige zum Balu. Ein ganzes Motorrad in Originalgröße aus Ballons zusammenknoten? Für den Welt- und Europameister kein Problem. Die Schlange mit den Kulleraugen war nur eine Aufwärmübung, bevor er mit „Freiwilligen“ aus dem Publikum auf den heißen Hobel stieg, einen Vater in ein Reh verwandelte und zu einer turbulenten Fahrt mit Beinahe-Kollisionen in Slowmotion aufbrach.
Hellauf begeisterte Zuschauer.
Warum ist das Balu eigentlich nicht schon früher auf die tolle Idee gekommen, Akrobatik und Kleinkunst unter den offenen Sommerhimmel zu holen? „Wir hatten früher immer unser Weihnachtsvarieté“, erklärt Aurel Islinger. „Dort haben wir gezeigt, was bei uns angeboten wird und was die Kinder und Jugendlichen hier lernen können.“ Der Jahreshöhepunkt ist irgendwann eingeschlafen. „Wir wollten jetzt wieder einmal etwas machen und einen direkten Bezug zum Balu herstellen – deshalb das Straßenfest und deshalb das bunte Angebot zum Mitmachen unter freiem Himmel.“
Eine Idee, die besser nicht hätte sein können. Die Besucher waren hellauf begeistert – nicht nur von den Balu-Gruppen, die sich hier präsentierten. Vor allem das Ausprobieren und Mitmachen machte grenzenlosen Spaß.
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Mit 95 Jahren noch ganz schön leistungsfähig
Vor 95 Jahren dürften die Autos, die es zu bergen galt, etwas anders ausgesehen haben als heute. Auch eine Wasserentnahme mit Schläuchen war vor knapp einem Jahrhundert höchstwahrscheinlich weniger aufwändig als heute. Von der Arbeitskleidung und den Einsatzwagen ganz zu schweigen. Dennoch haben die Feuerwehrleute in Bergkamen-Mitte bereits 1921 Feuer gelöscht und Leben gerettet. Ein Grund zum Feiern!
Voller Einsatz bei der technischen Hilfeleistung.
Das Wasser läuft: Prüfung bestanden.
Beim Tag der offenen Tür hatte am Samstag jeder die Möglichkeit sich von den zeitgemäßen Herausforderungen des Ehrenamtes zu überzeugen. Zum Jubiläum richtete die Löschgruppe den Leistungsnachweis für die Feuerwehren im Kreis Unna aus. 36 Gruppen waren dafür angereist – darunter auch alle Bergkamener Löschgruppen mit Ausnahme der Lebensretter aus Mitte. Die Aufgaben hatten es in sich. In einer Ecke des Geländes war ein Fahrzeug umgekippt und musste gesichert werden. Am anderen Ende der Fläche galt es, Wasser aus einem Container mit Pumpen und Saugflächen zu entnehmen und 3 Feuerstellen zu löschen. Die Prüfer wollten außerdem sehen, wie die korrekten Knoten geknüpft wurden und 3 richtige Antworten im theoretischen Teil aus einem Fragenkatalog vorgelegt bekommen. Zeit und Fehler gingen am Ende in die Bewertung ein.
Vollgas mit dem Bobbycar.
So boten sich den Besuchern spektakuläre Szenen. Aber auch jenseits der Übungsflächen war einiges los. Die Kinder schossen auf Riesenrutschen hinab, flitzten auf Bobbycars herum, schaufelten im Sand und baggerten mit ihren Eltern ganze Berge im echten Bagger von einem Fleck auf den anderen. Am mobilen Defibrillator und an der Übungspuppe konnte jeder seine eigenen Rettungstalente testen oder in einem Feuerwehrwagen Platz nehmen. Begleitet wurde all das von den Klängen des Spielmannszuges.
Abends öffnete war zunächst kollektives Pokalfinale auf angesagt, während bereits die Cocktailbar geöffnet hatte. Dann hatte der DJ das Sagen und es gab die wohlverdiente Belohnung für die Anstrengungen des Tages mit einer zünftigen Jubiläums-Party.
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Auf der A8 Bergkamen ganz neu mit dem Rad entdecken
Er hat nicht nur eine acht. Er sieht auch aus wie eine. Der neue Radweg „A8“ schlängelt sich in derselben Form wie die namensgebende Zahl durch Bergkamen und setzt sich dabei ein ehrgeiziges Ziel: Bergkamen in allen Facetten zu zeigen. Von der Industrie über die Relikte der Bergbau-Ära, den Spuren des Strukturwandels bis zu den ersten geschichtlichen Spuren ist auf 41 Kilometern alles vom Rad aus zu sehen, was Bergkamen ausmacht.
Stolz präsentieren sich die „Macher“ des A8 mit dem neuen Informationsmaterial und einem echten Bergkamener Fahrrad.
Dabei ist die „A8“ eigentlich schon selbst historisch. Wann genau sie entstanden ist, lässt sich gar nicht mehr ausmachen. „Die Radroute ist mindestens 30 Jahre alt“, weiß der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Bergkamen, Hans Irmisch. Als sie zu Ausflügen mit dem Rad einlud, gab es in Bergkamen noch Zechen, gewaltige Kohlehalden, der Kanal war noch mehr Industrieroute denn Ausflugsziel und wer in Bergkamen radelte, musste schon sich schon mal auf dicht befahrenen Bundesstraßen behaupten. Als Teil des Radwegenetzes des Kreises Unna ist der „A8“ jetzt aktualisiert worden und wartet pünktlich zur 10. Blumenbörse mit Faltplänen und Broschüren auf.
Bei der Versteigerungen von Fundsachen konnten sich schon am Samstag radfreudige Bergkamener eindecken.
Wer nicht die ganzen 41 Kilometer bewältigen will, kann auch auf den 23 und 18 Kilometer langen Teilstrecken das genießen, was Bergkamen zu bieten hat. Der Kreis Unna hat die Schilder so gesetzt, das nichts zu verfehlen ist. Vom Naturparadies in Heil über die maritime Atmosphäre in der Marina bis zur römischen Holz-Erde-Mauer in Oberaden oder Relikten aus der Sachsenzeit an der Bumannsburg: Mit dem Faltplan in der Hosentasche gibt es nützliche Infos zur Hand. Virtuell kann sich jeder auf dem interaktiven Stadtplan der Stadt noch mehr Wissen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten aneignen.
Mit Geschichten und E-Tankstellen in die Zukunft
Gefördert worden ist die Aufwertung des Radweges mit einer Fördersumme von 6.500 Euro insbesondere aus der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden in NRW (AGFS), davon 1.500 Euro als Eigenanteil der Stadt. Die Infomaterialien gibt es ab sofort umsonst an allen öffentlichen Stellen in Bergkamen vom Rathaus über das Stadtmuseum und den Treffpunkt bis zur Marina und Bibliothek. Denn selbst in Bergkamen weiß nicht immer jeder, welche Ausflugsziele direkt vor der eigenen Tür liegen. Die Werbemaßnahmen sind aber erst der Anfang.
„Wir wollen auch die Bürger einbinden und ihre persönlichen Geschichten erfahren“, schildert Simone Krämer vom Bürgermeisterbüro. Was die Bergkamener auf dem Rad Denkwürdiges erlebt haben, das soll als nächster Schritt festgehalten werden. Ebenfalls geplant sind „Service-Points“, wo beispielsweise Werkzeugkoffer im Stadtgebiet verteilt im Falle einer Panne helfen. Auch der Ausbau der Ladestationen für E-Bikes gehört dazu. Schon jetzt ist die 20-seitige Begleitbroschüre voll mit nützlichen Informationen über weitere Radrouten, Anschlussrouten in die Nachbarstädte, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten. Interessenten gibt es jedenfalls nicht nur in Bergkamen mehr als genug, sind sich alle Beteiligten sicher: „Bei allen Veranstaltungen lässt sich feststellen, dass immer mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind, nicht nur aus und in Bergkamen“, so Hans Irmisch.
Der Auktionator bei der Versteigerung in Aktion, dahinter eine Reihe von Fahrrädern, die im Stadtgebiet gefunden wurden.
Wer bereits am Samstag wachsam war und bei der Versteigerung von Fundsachen ein wachsames Auge hatte, konnte sich bereits für den neuen Radweg rüsten. Immerhin 19 Fahrräder warteten auf den Zuschlag, darunter auch ein E-Bike. Zusätzlich waren Smartphones im Angebot, die den direkten Draht zum interaktiven Stadtplan ermöglichen. Und auch Schmuck lag auf dem Tisch des Bürgerbüros für die Versteigerung bereit.