Reh zweimal überfahren – Vorsicht! Wieder Wildwechsel!

DamwildAchtung, Wildwechsel! Am Dienstag wurde ein Reh auf der Industriestraße (Höhe Poco) gleich von zwei Autos erfasst. Am Dienstag, 02.04.2013 gegen 20:40 Uhr befuhr ein 28jähriger Dortmunder mit einem Pkw die Industriestraße in nördlicher Richtung. In Höhe der Firma Poco kollidierte er mit einem von links kommenden Reh. Hierbei wurde der Pkw erheblich beschädigt. Der Unfallfahrer stand eigenen Angaben zufolge unter Schock und entfernte sich zunächst vom Unfallort. Ein verletztes Tier habe er nicht gesehen. Als er den Unfall ca. 20 Minuten später der Polizei melden wollte, passierte er gegen 21 Uhr erneut die Unfallstelle.

Zwischenzeitlich hatte ein 20-jähriger Pkw-Fahrer aus Kamen die Industriestraße in südlicher Richtung befahren. Dieser sah das Reh auf der Fahrbahn liegen. Daraufhin bremste er den Pkw ab, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Dies gelang ihm jedoch nicht.

Das arme Tier lebte noch, nachdem es von den beiden Autos überfahren worden war. Die Polizei dazu: „Ein Jagdausübungsberechtigter kümmerte sich schließlich um das Reh.“

Die beiden Pkw-Fahrer begaben sich zur Polizei in Kamen.

In der vergangenen Jagdsaison kam jedes fünfte in der Jagdstatistik geführte Reh durch ein Auto um. Jetzt im Frühling steigt das Risiko von Wildunfällen wieder.

Der Deutsche Jagdschutzverband DJV warnt vor einem erhöhten Wildunfall-Risiko im Frühling. Rund 200.000 Rehe werden pro Jagdsaison getötet. Jedes fünfte Tier allerdings stirbt nicht durch eine Kugel, sondern durch ein Auto. Tendenz steigend!

Ein  Problem ist die Zeitumstellung am vergangenen Oster-Wochenende. Mit der Zeitumstellung  falle der Berufsverkehr wieder in die Dämmerung, was für Autofahrer und Tiere besondere Risiken bedeute.

Der DJV empfiehlt, den Fuß in waldreichen Gebieten (wie kurz vor Poco) vom Gas zu nehmen. Wer im Scheinwerferlicht mit Tempo 80 ein Tier sehe, könne noch rechtzeitig bremsen. Bei 100 Stundenkilometern sei das schon nicht mehr möglich. Wer Wild auf der Straße entdeckt, sollte abblenden, bremsen und hupen. Das Bundesminsisterium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bittet die Autofahrer, die Verkehrsschilder „Wildwechsel“ unbedingt ernst zu nehmen. Dieser Wildwechsel erfolgt meist in der Morgen- und Abenddämmerung.

Was ist zu tun, wenn es dennoch kracht? In diesem Fall muss IMMER die Polizei verständigt werden.  Diese informiert den zuständigen Förster/Jäger und gibt Ihnen Hinweise, was zu tun ist. Dazu gehört auch, sich dem verunfallten Wild NICHT zu nähern.




Drei Landschaftswächter für Bergkamen

Klaus Nowack ist einer von drei  Landschaftswächtern  in Bergkamen.
Klaus Nowack ist einer von drei Landschaftswächtern in Bergkamen.

Gleich drei Männer wachen über die Natur und Umwelt in Bergkamen: Erhard Keller (Oberaden, Weddinghofen, Nordberg), Klaus Nowack (Heil, Naturschutzgebiet Beversee und Halde „Großes Holz“) sowie – neu im Team – Hans Werner Pollack in Overberge und Rünthe.

Hans Werner Pollack wurde ebenso wie neun weitere neue Landschaftswächter in anderen Städten des Kreises Unna nun vom Landrat offiziell ernannt.

Insgesamt kümmern sich damit im Kreis Unna 28 Landschaftswächter um unsere Umwelt.

„Durch ihre Einsatzbereitschaft ist jeder unserer Landschaftswachtbezirke wieder in festen Händen“, freute sich der Landrat. Gefunden wurden die „Neuen“ durch eine gezielte Suche des Fachbereiches Natur und Umwelt. „Von den zahlreichen Bewerbern haben wir geeignete Kandidaten ausgewählt und sie dem Landschaftsbeirat vorgeschlagen, der sie auch bestätigt hat“, so Fachbereichsleiter Ludwig Holzbeck.

Aufgabe der Landschaftswächter ist die Unterstützung der unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Unna bei der Wahrnehmung Ihrer Aufgaben. Die ehrenamtlich Tätigen behalten ihren Dienstbezirk „im Auge“ und unterrichten die Behörde zum Beispiel, wenn unerlaubt abgeholzt wird, illegal Müll abgeladen wurde oder Bauten überraschend, weil ungenehmigt in der Landschaft stehen. Auch die unzulässige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und die Verletzung von Schutzvorschriften für Natur und Landschaft entgehen nicht den geschulten Augen der Landschaftswächter.

„Fingerspitzengefühl“ sei da gefragt, sagte Klaus Nowack einmal in einem Interview. Denn er kümmert sich nicht nur darum, dass es den 146 (!) Vogelarten an „seinem“ Beversee gut geht. Er muss auch Menschen ansprechen, deren Hunde unangeleint durchs Naturschutzgebiet jagen, oder die dort unerlaubt Pilze sammeln. Immer nur mit einem Ziel: die Schönheit und Vielfalt der NAtur – unserer NAtur – zu erhalten.

Das Naturschutzgebiet am Beversee.
Das Naturschutzgebiet am Beversee.

Insgesamt stehen übrigens knapp 6 Prozent der Kreisfläche unter Naturschutz, weite Teile des Außenbereiches stehen unter Landschaftsschutz und zahlreiche besonders wertvolle Landschaftsstrukturen sind als Geschützte Landschaftsbestandteile ausgewiesen.

Als neue Landschaftswächter ernannt wurden
im Bezirk Bergkamen II Hans Werner Pollack für Overberge und Rünthe,
im Bezirk Bönen I Torsten Nüsken für Nordbögge, Altenbögge, und Westerbönen,
im Bezirk Bönen II Björn Handlanger für Flierich, Bramey und Lenningsen,
im Bezirk Fröndenberg II Karl Neidert für Frömern, Ardey ,
im Bezirk Holzwickede I Ulrich Reinhold für das Gemeindegebiet südlich der Autobahn A1,
im Bezirk Kamen II Norbert Henze für Rottum, Derne, Heeren
im Bezirk Selm I Peter Pudig für Ternsche, Ondrup, Westerfeld und Beifang,
im Bezirk Unna I Christa Buß für Afferde, Massen, Teile von Königsborn
im Bezirk Werne I Peter Braun für Ehringhausen und Holthausen
im Bezirk Werne III Martin Kriesten für Kohuesholz, Langern, Varnhövel und Lenklar.




Vorsicht beim Osterfeuer

Bergkamen/Kreis Unna. (PK) Vielerorts werden als wohl bekanntester Osterbrauch wieder Holzhaufen errichtet und angezündet. Leider kommt es bei Osterfeuern häufig zu Unfällen. Deshalb gibt Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann einige Tipps.
„Vergessen Sie nicht, Ihr Osterfeuer bei der dafür örtlich zuständigen Behörde anzumelden und sich im Vorfeld über besondere Auflagen zum Abbrennen zu erkundigen. So vermeiden Sie einen ärgerlichen Fehleinsatz der Feuerwehr, der unter Umständen gebührenpflichtig ist“, rät der Kreisbrandmeister. Außerdem empfiehlt er:

Verwenden Sie nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz – der Umwelt zuliebe. Kunststoffe wie Plastiktüten und Autoreifen, aber auch andere Abfälle haben im Osterfeuer nichts verloren.
Denken Sie daran, das Brennmaterial kurz vor dem Anzünden noch einmal umzuschichten, damit Ihr Osterfeuer nicht zur Flammenfalle für Tiere wird.

Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann. Foto: Kreis Unna
Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann. Foto: Kreis Unna

Halten Sie wegen Rauch und Hitze ausreichend Sicherheitsabstand zu Gebäuden und Bäumen (mindestens 50 Meter) und zu Straßen (mindestens 100 Meter) ein. Beachten Sie die Hauptwindrichtung.
Seien Sie vorsichtig beim Anzünden. Brennbare Flüssigkeiten als Brandbeschleuniger bergen ein hohes Risiko!
Offenes Feuer muss grundsätzlich beaufsichtigt werden. Sorgen Sie dafür, dass das Feuer sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Passen Sie auf kleine Kinder auf. Sie unterliegen schnell der Faszination des Feuers und unterschätzen die ihnen unbekannte Gefahr.
Brennen Sie nicht zu viel Material auf einmal ab, vermeiden Sie gefährlichen Funkenflug.
Strohballen können sich allein durch die Wärmestrahlung entzünden und sind deshalb eine gefährliche Sitzgelegenheit.
Vermeiden Sie Rauchbelästigung durch zu feuchtes Material – Ihre Nachbarn werden es Ihnen danken.
Halten Sie eine Zufahrt für die Feuerwehr und den Rettungsdienst frei.
Kleinere Verbrennungen sollten sofort mit Wasser gekühlt werden. Bitte benutzen Sie keine so genannten Hausmittel wie Mehl; sie behindern die Behandlung, stören die Heilung und führen zu schlimmen Narben. Bei größeren Verbrennungen alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst.

„Sollte Ihnen Ihr Feuer außer Kontrolle geraten, so zögern Sie nicht, sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 zu alarmieren“, so Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann. Die mehr als eine Million Männer und Frauen in den deutschen Feuerwehren sind natürlich auch über Ostern rund um die Uhr einsatzbereit, um in Not und Gefahr zu helfen.




Bauarbeiten am Gästehaus stocken wegen der Kälte

Das Gästehaus an der Ökologiestation Heil. Liinks im Anschnitt der neue Unterstand, im Vordergrund des Bildes ist ein Stück Boden mit Flatterband abgetrennt.
Das Gästehaus an der Ökologiestation Heil. Liinks im Anschnitt der neue Unterstand, im Vordergrund des Bildes ist ein Stück Boden mit Flatterband abgetrennt.

Das Wetter. Der Winter. Die Kälte. Auch dem Gästehaus auf der Ökostation in Bergkamen-Heil haben sie einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Der Boden war zu stark gefroren. Wir sind mit den Bodenarbeiten nicht weitergekommen“, sagt Michael Bub vom Umweltzentrum. Denn das Gästehaus soll eine Art Remise erhalten, eine große überdachte Terrasse, auf der auch Experimente durchgeführt werden, vor allem die, die Schmutz verursachen.

Im Umweltzentrum hofft man nun, dass die Arbeiten im Laufe des Frühlings (so er denn kommt) abgeschlossen werden können.

„Das Gästehaus dient vor allem der Umweltpädagogik“, erklärt Bub. „Da werden auch schon mal Wasseruntersuchungen durchgeführt.“

Vor allem Schulklassen sind es, die meist für zwei oder drei Tage die 39 Betten in dem neuen Gästehaus für umweltpädagogische Projekte buchen. Das war auch immer genau die Intention des Kreises Unna, der das Gästehaus errichtet hat. Doch auch Gesangsgruppen oder Vereine können sich in dem Gästehaus einbuchen, wenn – etwa wegen der Ferienzeit – die Betten nicht so bei Schulen nachgefragt sind.

Kontakt: (02389) 9 80 90.




„Sennebogen“ sorgt für mehr Sicherheit im Stadtwald

Eine Spezialmaschine, der „Sennebogen“, sorgt im Wald an der Barbara-Siedlung in Oberaden und im Landwehrpark in Rünthe für Sicherheit für Spaziergänger und spielende Kinder.

Irgendwie erinnert er an einen Dinosaurier, dieses monströs wirkende Arbeitsgerät mit dem für Laien nichtssagenden Namen „Sennebogen“. Gierig, so scheint es, reckt es seinen langen Hals in Richtung der dicken Äste der Weiden im Wald zwischen Preinschule und Barbara-Siedlung. Dann schnappt es mit seinem Schaufelgreifer zu. Doch es ist kein Schmatzen zu hören – nur das bekannte Geräusch einer Motorsäge, die sich nur dann zu erkennen gibt, wenn man genau hinsieht.

„Diese Weiden sind sehr alt und faulen schon“, diagnostiziert Forstbetriebsleiter Jörg Dommermuth. Sein Schreibtisch steht im Revierforstamt Schwerte des Landesbetriebs „Forst und Wald NRW“. Der Wald gehört der Stadt Bergkamen. Das Revierforstamt hat von ihr die Pflegemaßnahmen und auch die Bewirtschaftung übernommen. Dazu gehört auch aufzupassen, dass die Bäume niemanden schaden.

Die Weiden stehen kurz davor. So schlecht ist ihr Zustand. Herunterfallende Äste oder gar umstürzende Bäume könnten Spaziergänger oder spielende Kinder im Übergangsbereich zwischen Wald und Barbara-Siedlung gefährden. Deshalb müssen sie weg.

Der Sennebogen bei der Arbeit.
Der Sennebogen bei der Arbeit.

„Wir haben hier noch ein zweites Problem“, erklärt Dommermuth. Am Weg von der Bruktererstraße in Richtung Westen stehen Laternen. „Wenn die nicht wären, würden wir auf ganz andere Art die Bäume fällen.“ Das erledigt nun der „Sennebogen“ schnell und gründlich. Wer ihm bei der Arbeit zusieht, könnte fast meinen, er ginge mit aller gebotenen Vorsicht zu Werke. Und nicht nur dies. Er, beziehungsweise der Mitarbeiter des Lohnunternehmers Holthenrich aus Neuenkirchen, arbeitet auch sehr ordentlich. Die zurechtgeschnittenen Äste und Stämme werden fast säuberlich gestapelt. Er hat schließlich einen guten Ruf zu verteidigen. Eingesetzt wird er zum Beispiel auch bei kniffeligen Baumfällarbeiten an Autobahnen und Bundesstraßen.

Holzsschnitzel werden verfeuert

Zupacken, durchsägen, Holz stapeln: Der Sennebogen kann fast alles.
Zupacken, durchsägen, Holz stapeln: Der Sennebogen kann fast alles.

In ein paar Wochen wird das Holz vor Ort kleingehexelt und abtransportiert. Die Holzschnitzel werden verkauft und danach in einer privaten Heizungsanlage oder in einem Biomassekraftwerk verbrannt. „Thermische Verwertung“ heißt hierfür der Spezialbegriff. Wo die Weiden aus dem Wald an der Barbara-Siedlung letztlich enden, wird sich erst bei der Zerkleinerung herausstellen. „Wir können jetzt noch nicht sagen, welche Qualität die Holzschnitzel haben werden.“

Der „Sennebogen“ arbeitet so schnell, dass es gegen Mittag weitergeht zum Landwehrpark in Rünthe. Auch das ist städtischer Wald, um den sich Jörg Dommermuth kümmern muss.

„Sennebogen“ ist übrigens der Namen der Firma, die diese Spezialarbeitsgeräte herstellt. Gegründet wurde sie 1951 von Erich Sennebogen. Der Stammsitz befindet sich in Straubing.




Störche klappern in den Heiler Lippenauen

Nach dem Uhu, der sich im vergangenen Jahr in einer Nisthilfe für Wanderfalken am Heiler Kraft niedergelassen und auch erfolgreich gebrütet hatte, könnte jetzt eine weitere gefiederte Spezies die Bergkamener Vogelwelt bereichern: der Storch.

Vergeblich wartete Anfang April 20122 ein Storch in der Nähe der Ökologiestation auf ein Weibchen. Foto: Klaus Nowak
Vergeblich wartete Anfang April 20122 ein Storch in der Nähe der Ökologiestation auf ein Weibchen. Foto: Klaus Nowak

Gleich mehrere Exemplare haben Mitglieder der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Kreis Unna in den vergangenen Tagen in den Lippeauen gesichtet. Fraglich ist allerdings, ob sie in Heil nur eine Rast eingelegt haben und weiterfliegen, oder ob sie es dort nett finden und bleiben.

Zumindest für den Start hat die Biologische Station des Kreises Unna vorgesorgt. Deren Mitarbeiter haben in den Lippeauen drei Nisthilfen gebaut. Sie befinden sich am Beobachtungsteich an der Ökologiestation, auf dem Schlauchturm des Spritzenhauses im alten Dorf Heil und in einem Naturschutzgebiet.

Bereits Anfang April 2012 gab es am Beobachtungsteich „Storchalarm“. Ein Männchen hatte sich dort niedergelassen. Er war eigentlich spät dran und wartete letztlich vergeblich auf eine Partnerin. Jetzt sieht die Lage günstiger aus. Die Störche sind pünktlich von ihrer Reise aus den Winterquartieren in Afrika eingeflogen. Und es sind mehrere, sodass sich darunter durchaus ein Paar befinden könnte.

Entscheidend für eine dauerhafte Ansiedlung ist die Antwort auf die Frage: Gibt die Lippeaue so viel Nahrung her, dass auch die Jungen davon leben können?  Das wird sich, falls die Störche sich entscheiden zu bleiben, in der Praxis zeigen. Als ein Bauer in Heil vor ein paar Tagen sein Feld umpflügte und dadurch Mäuse und andere Kleintiere aufgescheucht wurden, ließen es sich die Störche jedenfalls gut schmecken.

Weitere Fotos und Infos zu den Störchen in Heil gibt es hier bei der Ornitholgischen Arbeitsgemeinschaft Kreis Unna.




Radfahrer geben Bergkamen die Note „befriedigend“

Radeln auf der Seseketrasse
Radeln auf der Seseketrasse

Die Bergkamener Radler sind mit ihrer Stadt zufrieden, sehen aber auch einige Schwachstellen. Das ist ein Ergebnis des fünften ADFC-Fahrradklimatests, an dem sich Bergkamen erstmals beteiligt hat. 120 Radlerinnen und Radler hatten sich im vergangenen Jahr die Mühe gemacht, einen umfangreichen Fragebogen zur Fahrradtauglichkeit ihrer Heimatstadt zu beantworten.

Nach der Auswertung steht fest, dass Bergkamen auf der Zufriedenheitsskala bundesweit auf den 29. Platz unter 252 Kommunen gekommen ist, weit vor Lünen, Unna oder Schwerte. Nur Selm wurde besser bewertet. Kamen nahm am Fahrradklimatest nicht teil.

Beim ADFC-Fahrradklimatest bewerten die aktiven Radler die Radfahrbedingungen in ihren Kommunen. Bundesweit beantworteten 79.000 Viel- und Gelegenheitsfahrer, davon 14.000 aus NRW und 120 aus Bergkamen, die 28 Interviewfragen. Insgesamt konnten 332 Städte bewertet werden, davon 84 aus NRW und 6 Städte des Kreises Unna.

Bergkamen musste sich in der stärksten Kategorie, bei den Städten unter 100.000 Einwohner behaupten. Hier setzten die aktiven Radfahrer Bocholt bundesweit an die Spitze. Sie bewerteten das Fahrradklima in ihrer Stadt mit 2,16, was auch gleichzeitig die beste Note des gesamten Tests ist. Insgesamt wurden 252 kleinere Städte gewertet. Bergkamen erzielte mit der Note 3,24 einen achtbaren 29. Rang. Beim NRW-Ranking sogar den 16. Platz und im Kreis Unna das zweitbeste Ergebnis.

„Bergkamen hat das erste Mal am Fahrradklimatest teilgenommen und gleich ein respektables Ergebnis erzielt“, freut sich der ADFC Landesvorsitzende Thomas Semmelmann. Wir werden uns die einzelnen Ergebnisse genau anschauen und an den schwächeren Bereichen arbeiten, um beim nächsten Test unter die TOP 10 zu kommen“, so Bürgermeister Roland Schäfer.

Die Schwachstellen

Mit den baulichen Maßnahmen (Note 2,72) und dem Fahrrad- und Verkehrsklima (Note 2,87) sind die Bergkamener mehr zufrieden als mit dem Stellenwert des Fahrrades, der Sicherheit und dem Komfort. Etwas negativer wurden die  Ampelschaltungen gesehen, die nicht gut auf Radfahrer abgestimmt sind. Auch haben sie das Gefühl, dass die Radwege im Winter eher selten vom Schnee geräumt werden. Ebenso sind in ihren Augen die Führungen in Baustellenbereichen nicht gut gelöst. Hingegen sind das Stadtzentrum und andere Ziele gut erreichbar, ohne großartig Umwege fahren zu müssen. Zufrieden ist man auch mit der Beschilderung und offensichtlich macht es auch Spaß, in Bergkamen mit dem Fahrrad zu fahren.

Insgesamt sehen die Alltags- und Gelegenheitsfahrer in fast jeder Stadt noch Handlungsbedarf.




Standortsuche für Dinopark wird mühselig

Dino im deutschen Wald
Dino im deutschen Wald

Am Rosendienstag verbrennen die Bergkamener Karnevalsvereine traditionsgemäß ihren Bacchus. Im Ratstrakt beginnt kurz vorher eine ganz andere Beerdigung in drei Akten: Politik und Verwaltung verabschieden sich vom vermeintlichen touristischen Zukunftsprojekt „Dinopark/Evolutionspark im Romberger Wald“.

Den Auftakt macht am Rosendienstag der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr. Am Tag nach Aschermittwoch beschäftigen sich dann der Haupt- und Finanzausschuss mit diesem Thema. Bürokratisch besiegelt wird das Aus für den Dinopark dadurch, dass in dem Entwurf für den Flächennutzungsplan die vorgesehene Fläche wieder als Fläche für die Land- und Forstwirtschaft ausgewiesen und der entsprechende Bebauungsplan zurückgezogen wird.

Bereits in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 5. Februar ist die Verwaltung beauftragt worden, nach Alternativstandorten zu suchen. Hier würde auch der Geschäftsführer der Dinopark NRW GmbH, Peter Montero Küpper, mitmachen, wie er inzwischen öffentlich erklärte. Ist die Suche in Bergkamen erfolglos, will er im restlichen Land NRW nach einem geeigneten Standort suchen.

Fraglich ist, ob sich in Bergkamen etwas Passendes finden lässt. Ein geeigneter Standort wäre zum Beispiel der Wald östlich des Kraftwerks Heil. Der hätte noch den Charme, dass er sich in unmittelbarer Nähe zur Marina Rünthe befindet. Doch hier hat der Eigentümer, der Kraftwerksbetreiber, bereits abgewunken. So etwas als direkten Nachbarn wolle er nicht.

Fraglich ist, ob es überhaupt möglich sein wird, einen Dinopark in einem Wald zu realisieren. Anfang Januar hatte das Umweltministerium der Stadt Bergkamen in einem Schreiben erklärte, dass eine in diesem Fall unumgängliche Umzäunung aus waldrechtlichen Gründen nicht hinnehmbar sei. Deshalb wird sich die Suche auf Nicht-Wald konzentrieren müssen. Infrage käme hier eigentlich nur Weide- oder Ackerland. Das steht aber größtenteils unter Landschaftsschutz. Hinzukommt, dass die Bergkamener Bauern kaum bereit sein werden, landwirtschaftliche Flächen zu opfern.

Blieben eigentlich nur noch die Bergehalden. Dort gehört ein Dinopark nach Auffassung des NABU auch hin, weil dort nichts mehr ökologische kaputtzumachen sei. Der NABU hatte zusammen mit dem BUND im Oktober vergangenen Jahres Landesumweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) eingeschaltet, nachdem ihre Kritik an den Dinopark-Plänen im Romberger Wald weitestgehend ungehört verhallte.

Allerdings gibt es auch hier wieder ein Problem: Nach dem Landesforstgesetz ist auch der größte Teil der Bergehalden ein Wald.

Wenn am Rosendienst die Bergkamener Karnevalisten ihren Bacchus verbrennen, dann haben sie die Gewissheit, dass ihr Schutzpatron pünktlich zum Start der nächsten fünften Jahreszeit am 11. 11. wieder auferstehen wird. Ob es für einen künftigen Dinopark in Bergkamen zumindest einen Hoffnungsschimmer gibt, ist mehr als ungewiss.




Die Kreuzkröte, ein Stolperstein für die Wasserstadt?

Die Waldschnepfe, die Fledermausart „Braunes Langohr“ und andere seltene Tiere und Pflanzen haben das Projekt „Dinopark“ zu Fall gebracht. Das Landesumweltministerium hat den Romberger Wald praktisch für unantastbar erklärt. Beim wesentlich wichtigeren Bergkamener Zukunftsprojekt, der „Wasserstadt Aden“, haben bisher zumindest in der öffentlichen Diskussion Naturschutzfragen überhaupt keine Rolle gespielt. Könnte sich das rächen?

Keine Bange! Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), vorneweg ihr Kreisvorsitzender Bernd Margenburg, hat zwar auf der Brache der ehemaligen Zeche Haus Aden manches Schützenswertes wie die seltene Kreuzkröte und den Flussregenpfeifer ausgemacht, doch scheitern lassen möchte der Öko-Verband die Wasserstadt nicht.

„Wir sind doch keine Verhinderer“, betont Margenburg. Er möchte nur, dass bei aller Euphorie über die Chancen Bergkamens durch die Realisierung des Projekts frühzeitig die Belange von Natur und Umwelt berücksichtigt werden. Das mag er zurzeit nicht erkennen und sieht deshalb die Gefahr, dass Versäumtes nachgeholt werden muss. Der Zeitplan für den Bau der Wasserstadt könne deshalb erheblich ins Trudeln geraten.

Er fordert deshalb die Planer der Wasserstadt zum Dialog auf. Kreuzkröte, Flussregenpfeifer & Co. könnten umgesiedelt werden. Der NABU hat sich sogar ungefragt auf die Suche nach einer Ersatzheimat gemacht – und ist fündig geworden.

Hierbei handelt es sich auch um ehemaliges Bergbaugelände in Bergkamen. Dass sich die Haus Aden-Brache im Verlauf von über zehn Jahren zu einem Rückzugsgebiet für seltene Tiere entwickelt hat, ist kein Wunder. Der Flussregenpfeifer braucht zum Beispiel für sein Brutgeschäft Schotterflächen. Eine andere Bedingung ist, dass Menschen ihn nicht dabei stören.

„Betreten verboten“ heißt es noch auf Haus Aden. Hinzu kommt, dass die Brache eher wie eine Mondlandschaft wirkt und sie deshalb für Spaziergänger und Erholungssuchende wenig einladend wirkt. Das soll sich auch nach Meinung des NABU mit der Wasserstadt ändern.

Der Naturschutzbund bietet seine Hilfe an, weil die Stadt Bergkamen seit Jahren auf ein Umweltamt verzichtet. Es wurde damals mit dem Planungsamt zusammengelegt. Bernd Margenburg glaubt, dass deshalb die Belange von Natur und Umwelt bei den städtischen Planungen nicht entschieden genug berücksichtigt und vertreten würden, weil es eigene Umweltexperten, die sich auch im komplizierten Umweltrecht auskennen, in der Verwaltung nicht gebe. Das habe die Diskussion über den Dinopark und letztlich dessen Scheitern sehr deutlich gemacht.