Tag des Apfels feiert strahlendes Jubiläum

Die Apfelpresse leistete Akkordarbeit für die Apfelsaftproduktion.

Es konnte fast dem Lichtermarkt Konkurrenz machen – zumindest mit der Dichte der Menschen pro Quadratmeter. Das inzwischen 25. Apfelfest auf der Ökologiestation zog am Samstag wahre Menschenmassen an. Nicht nur, weil der Oktober noch einmal alles gab mit praller Sonne und blauem Himmel. Sicherlich zog auch das silberne Jubiläum magisch an. Und: Der Apfel hat es den Besuchern schlicht angetan, inklusive neu entdeckter Naturverbundenheit jenseits von aktuellen Klimadebatten.

Bienenkörbe für den guten Zweck – und als Dekoration.

Das merken nicht nur jene, die traditionelle Bienenkörbe an ihrem Stand anbieten. Hergestellt von Müttern in Bangladesch als Grundlage für ein neues selbstbestimmtes Leben, sind die Körbe ein Stück Nostalgie und Zeichen für die Verbundenheit mit den bedrohten Wildbienen. Als Insektenhotels bieten sie auch anderen bedrohten nützlichen Helfern Schutz. „Man merkt schon, dass die Leute naturverbundener und naturbewusster sind“, meint die Fachfrau am Stand.
Vielleicht drängen sich auch deshalb besonders viele Menschen um Konfitüren, die mit selbstgepflückten Löwenzahnblüten und Holunderbeeren aus dem eigenen Garten hergestellt werden. Tannenbaumschmuck aus Holz von Bäumen, die besonders schonend mit Schafen gepflegt werden. Gulasch vom Heckrind und frisches Fleisch vom schottischen Hochlandrind, das im benachbarten Werne auf der grünen Wiese weidet. Chilisuppe aus essbaren Brotschüsseln. Auch das sind Ergebnisse der intensiveren Auseinandersetzung mit unserer Lebensweise.

Auch die Pomologen waren als Apfelexperten gefragt.

Und die Frage, was eigentlich genau am Apfelbaum im Garten hängt. Denn das wissen viele Apfelbaumbesitzer nicht. Deshalb bringen sie auch im 25. Jahr ihre Äpfel an den Tisch der Pomologen, die als Apfelexperten dem Obst auf den Grund gehen. „Auch heute waren wieder Exemplare dabei, die wir nicht sofort bestimmen konnten und die vielleicht zu den seltenen alten Apfelsorten gehören“, berichten sie. Da werden sogar komplette digitale Fotoalben vom Apfelbaum und seinen Früchten mitgebracht, um Antworten zu finden. Der allgegenwärtig diskutierte Klimawandel zeigt übrigens auch hier seine Spuren. Etwa wenn die Fachleute Gärten besuchen, in denen sich kuriose Folgen der letzten trockenen Sommer an den Bäumen zeigen. „Einige Bäume sind auch schlicht gestorben am Wassermangel, weil die Wasserquellen versiegt sind.“

Äpfel konnte auch jeder in natürlicher Form mit nach Hause nehmen.

Die Apfelernte war in diesem Jahr normal bis bescheiden, wissen die Apfelexperten. Im kommenden Jahr sollte es deshalb wieder mehr Äpfel geben. Im Jubiläumsjahr hat es jedenfalls gereicht für eine gute Ausbeute an „2019er Jus des Pommes Grand cru classé“ an der Saftpresse, für Apfelkuchen beim traditionellen Wettbewerb und für prall gefüllte Apfeltüten für den Verkauf. An den 60 Ständen lockten auch andere Attraktionen wie Kürbisse in allen Variationen, selbstgezüchtete Lilien aus dem eigenen Garten in der privaten Blumenbörse, selbstgedrehte Seile oder eine Schmusestunde mit kuschligen Kaninchen im Zelt des Kaninchenzuchtvereins. Dazu gab es Livemusik von der Steeldrum Marching Band und viel gute Laune.

Viel mehr Besucher dürfen es allerdings nicht mehr werden, denn die Infrastruktur geriet am Samstag einigermaßen an ihre Grenzen. Die Parkplätze wurden mehr als eng – egal ob für vier oder zwei Räder.

 




22. Tag des Apfels lockt mit vielen Überraschungen

Da waren auch vier Fachleute schlicht ratlos. Mehrere Fachbücher waren gewälzt, der grüne Apfel x Mal durchgeschnitten, angeschnitten, in den Hand gewogen, hin- und her gereicht worden. „Wir schreiben dann mal zwei mögliche Sorten auf“, meinte einer der Pomologen, nicht ohne noch weitere Fragen hinterherzuschicken. Wo er denn genau stehe, der Baum zum Apfel, wann die Äpfel erntereif seien. Was sie genau dort auf der Zunge geschmeckt und in den Händen gehalten hatten, blieb jedoch beim Tag des Apfels im Dunkeln – auch wenn die Runde der Fachmänner hier inzwischen 22 Jahre Erfahrung gesammelt hat.

Ab in die Presse: Zum Tag des Apfels wird traditionell der Apfelsapft gepresst.
Ab in die Presse: Zum Tag des Apfels wird traditionell der Apfelsapft gepresst.

Heftige Beratungen am Tisch der Pomologen bei der Apfelsortenbestimmung.
Heftige Beratungen am Tisch der Pomologen bei der Apfelsortenbestimmung.

Nicht nur unbekannte Apfelsorten gibt es nach zwei Jahrzehnten und zwei Jahren immer noch. Auch ganz neue Sinneseindrücke warteten auf die Besucher, die zu strahlendem Herbstwetter wie in jedem Jahr in Strömen zur Ökologiestation pilgerten. Paradiesäpfel und Mandeln, Bärlauch und Gulasch: Hier gab es nichts, was auf manchmal überraschende Weise nicht mit Äpfeln harmonisierte. Darunter auch Aronia – eine Apfelbeere aus Nordamerika, der Wunderkräfte für die Gesundheit nachgesagt werden. Svenja und Stefanie Rammlau hatten die Beeren eigentlich nur zum Probieren in Keksform verwandelt und einen wohlduftenden Punsch aus dem Saft zubereitet. An ihrem Stand in der Scheune konnten sie sich vor Abnehmern kaum retten. Die eigenen Liköre – erstmals auch ohne Alkohol – kommen so gut an, dass auf Haus Velmede inzwischen eine eigene Küche und ein eigenes Geschäft entstehen. „Wir haben die ersten Anfragen sogar aus Tirol“, kann es Svenja Rammlau kaum fassen.

Schlangen vor dem Automaten mit Milch und Nackensteaks

Wer mitten der Nacht Heißhunger auf Hühnereintopf hat: Am Automaten an der Ökologiestation gibt es das und noch viel mehr jetzt rund um die Uhr.
Wer mitten der Nacht Heißhunger auf Hühnereintopf hat: Am Automaten an der Ökologiestation gibt es das und noch viel mehr jetzt rund um die Uhr.

Schlangen bildeten sich auch vor einem simplen Automaten, bevor der überhaupt offiziell in Betrieb gegangen war. Hier kann man nicht die üblichen eher gesundheitsschädlichen Kolorienbomben gegen Geld aus dem Ausgabeschacht holen. Bratwürste, Kürbissuppe, Apfelchips, Chutneys, Hühnereintopf, Gebäck, Eier, Milch und bei besonders großem Heißhunger auch Nackensteaks, Käse und Rindergoulasch gibt der Automat als „FrischDachs“ Tag und Nacht 24 Stunden lang an sieben Tagen in der Woche aus. Alle Produkte sind selbstgemacht oder von Frische-Lieferanten wie Neuland. Die Idee dazu hatte ein Frauentrio. Jutta Sucker, Kira Wöller und Nada Homssi-Dandikhi bringen mit diesem Automaten nicht nur eigene Produkte, sondern auch Erfahrungen in der Branche auf ganz andere Weise an die Leute. Eine von ihnen ist beispielsweise Designerin für diese Automaten, die sonst in ganz anderen Zusammenhängen zum Einsatz kommen. Jetzt wird vom PC aus überwacht, ob das Wechselgeld aufgefüllt werden oder der Honig nachbestellt werden muss.

Kaninchen waren ebenfalls beim Tag des Apfels zu Gast und ließen sich geduldig streicheln.
Kaninchen waren ebenfalls beim Tag des Apfels zu Gast und ließen sich geduldig streicheln.

Während die Kinder Kürbisse in lustige Halloween-Grimassen verwandelten, aus Tannenzapfen mit der Hand Vogelimbisse machten, Kaninchen streichelten, Libellen unter Glas bestaunten, die benachbarten Schweine mit den Überresten aus der Apfelsaftpresse  fütterten, Seile zogen oder Perlenarmbänder knüpften, waren auch die Erwachsenen mehr als beschäftigt. 60 Stände mit Apfelbränden, Apfelsäften, regionalen Produkten aus der Landwirtschaft, Fundstücke in der privaten Pflanzenbörse oder an den Speise- und Infoständen galt es zu entdecken. Die Jury der Naturförderungsgesellschaft hatte wieder die Qual der Wahl beim Apfelkuchenwettbewerb. Dazu gab es auch noch richtig gute Musik von der Steeldrum Marching Band aus Dortmund und ungewohnte Glückshormone, die eine endlich mal wieder warme Sonne vom Himmel schickte. Dafür wanderte mancher auch gern einen strammen Marsch, denn Parkplätze waren zum Tag des Apfels einmal mehr Mangelware, schließlich will hier zum Abschluss der Saison jeder hin.




Sommerliche Weihnachtswanderung am Beversee mit Showeinlagen

Schnee, Sintfluten, Stürme, strahlender Sonnenschein: Bei der traditionellen Winterwanderung des Naturschutzbundes am Beversee hat es schon alles gegeben. Dass man allerdings auf dem Weg dorthin Menschen begegnet, die in Badehose in den Swimmingpool springen, dürfte wohl eine Premiere gewesen sein.

Tolle Aussicht am Beversee mit spannender Industriekulisse.
Tolle Aussicht am Beversee mit spannender Industriekulisse.

Ein Kormoran beim Sonnenbad.
Ein Kormoran beim Sonnenbad.

Ebenso einmalig war der Auftritt eines Kormorans, der ein Sonnenbad in ein regelrechtes Fotoshooting verwandelte. Kreisende Mäusebussarde, schillernde Eisvögel auf der Jagd, vorjagende Rehe, verfrühte Zitronenfalter oder die Badeeinlage eines seltenen Zwergsägers und flanierende Schwäne sorgten zusätzlich dafür, dass diese Weihnachtswanderung den gut 40 Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird.

Karl-Heinz Kühnapfel bei einem der seltenen Blicke ins Fachbuch.
Karl-Heinz Kühnapfel bei einem der seltenen Blicke ins Fachbuch.

Dazu trug einmal mehr vor allem Karl-Heinz Kühnapfel bei. Der Ornithologe hat 27 Jahre lang alles kartiert und beobachtet, was am Beversee Federn und Flügel hat. 650 Brutpaare hat er erfasst, fast 80 Vogelarten. Niemand kennt sich besser an dem Gewässer aus, das infolge der Bergsenkungen entstanden ist. Niemand holt auch nach vielen Jahrzehnten immer wieder neue spannende Geschichten und Informationen aus seinem unerschöpflichen Repertoire hervor.

Rückenschwimmende Urkrebs und Fußballkäfer

Mit Ferngläsern bewaffnet gab es einiges zu entdecken.
Mit Ferngläsern bewaffnet gab es einiges zu entdecken.

So hatte er über auf dem Rücken schwimmende Urkrebse in Bombentrichtern ebenso einiges zu erzählen wie auf über Waldohreulen, die auf dem Boden nisten, oder über fußballfarbene schwarz-gelbe Käfer, die sich an Baumpilzen laben. Auch wenn sich die imposante Wanderschar leise durch den Wald bewegte: Der Eichelhäher schimpfte bitterlich über die unverhofft große Menschenschar im Revier. Ein Rotkehlchen nahm es gelassener und beobachtete das Treiben aus sicherer Entfernung. Auch der Fischreiher ließ sich nicht von seinem Beutezug abhalten.

Viele spannende Informationen hielt Karl-Heinz Kühnapfel immer wieder für seine Zuhörer bereit.
Viele spannende Informationen hielt Karl-Heinz Kühnapfel immer wieder für seine Zuhörer bereit.

 

Zu erfahren gab es wieder einiges. Etwa dass die Baumpilze begehrte Nahrung für Spechte sind. Dass die Sumpfwiese des Naturschutzbundes Heimat für Hunderte von Nachtfaltern mit so kuriosen Namen wie Schnauzenspinner ist. Wer an diesem Weihnachtstag dabei war, wird so schnell nicht vergessen, dass Erlen Zäpfchen tragen, kapitale Hechte im Beversee unterwegs sind und sich Molche in den Bächen pudelwohl fühlen, die geklärt den örtlichen Chemieriesen verlassen und das Waldgebiet durchqueren. Auch das genaue Sehen lernten die Teilnehmer. Denn am Wegesrand verstecken sich entzückende Orchideen wie die Helleborine, auch Stendelwurz genannt.

Tradition ist Tradition. So durften auch Punsch und Glühwein zum Abschluss der Weihnachtswanderung nicht fehlen. Wenngleich mancher das Getränk bei fast sommerlichen 19 Grad lieber ein wenig abkühlen ließ.




Tag des Apfels zieht die Massen an

Die Äpfel sehen toll aus, schmecken auch gut. Aber das Ehepaar hat überhaupt keine Ahnung, was sie eigentlich genau essen. Deshalb sitzen sie bei den Pomologen am Tisch und hoffen auf eine Antwort. „Tja“, sagt Sabine Fortak und wiegt einen der mitgebrachten Äpfel in den Händen, „das ist gar nicht so leicht“. Ihr Kollege Martin Czygan wälzt inzwischen die Fachliteratur. Auch er hat vorerst keine Lösung. Einig sind sich alle: „Die Äpfel schmecken wirklich prima!“ Ihre genaue Identität bleibt dagegen weiterhin im Dunkeln.

Warteschlangen mit Apfelbesitzern bildeten sich bei den Pomologen.
Warteschlangen mit Apfelbesitzern bildeten sich bei den Pomologen.

Ungeahnte Einblicke beim Flötenbauen.
Ungeahnte Einblicke beim Flötenbauen.

Ungeahnte Einsichten gewinnen derweil auf dem inzwischen 21. Tag des Apfels der Ökologiestation ein Mädchen und ihre Großeltern. „Schau mal, so funktioniert das“, rufen sie gemeinsam erstaunt aus. Ein Stück Holz verwandelt sich vor ihren Augen mithilfe einer kleinen Säge und eines Bohrers blitzschnell in eine Flöte. Die wird auch gleich vor Ort ausprobiert und lockt Schaulustige an einen von insgesamt fast 60 Ständen. Auch hier wird man garantiert angesprochen, wenn man gerade den Stand der „Brauzwerge“ besucht hat. „Was haben Sie da denn in der Hand?“, fragt eine völlig Unbekannte. Bierlikör hat sie noch nie gesehen. Schon gar nicht in einer derart ausgefallenen Flasche. Es entsteht ein angeregte Diskussion unter Wildfremden.

Der leckere Apfelsaft wird produziert.
Der leckere Apfelsaft wird produziert.

Genau das macht den Tag des Apfels aus. Hier warten regelrechte Entdeckungsreisen auf jeden Besucher – und garantiert neue Erkenntnisse. Allerdings musste auch am Samstag zunächst ein Problem bewältigt werden: Überhaupt erst bis zur Ökologiestation vorzudringen. Der Andrang war einmal mehr so groß, dass sich die Fahrzeuge in alle Winkel zwängten und einige Verkehrsdurchsagen für Ordnung sorgen mussten. Aber für frisch gepresste Apfelsäfte, ungewöhnliche Sorten von Apfelbäumen und mehrere Tüten randvoll mit seltenen Äpfeln nahm mancher gern auch längere Fußmärsche in Kauf.

Geschmackserlebnisse und Lückenfüllen

Irmgard Kirsche gehört mit ihrem Stand schon zum Inventar.
Irmgard Kirsche gehört mit ihrem Stand schon zum Inventar.

Wie etwa für ein Geschmackserlebnis aus einem der Gläser von gut 50 verschiedenen Gelee- und Konfitüre-Sorten, die ausschließlich aus dem Garten von Irmgard Kirschke kommen. Seit 21 Jahren steht sie mit den Früchten ihrer eigenen Hände in der gleichen Verkaufsecke beim Tag des Apfels. Auf 1.500 Quadratmetern und in zwei Gewächshäusern legt sie auch mit 85 Jahren noch immer Nachschichten ein, wenn es Zeit zum Ernten und Einmachen ist. Denn der Garten ist ihre große Leidenschaft. Auch wenn ihrer wichtigsten Helferinnen mit 90 und 89 Jahren inzwischen nicht mehr mit helfen können.

Auch das hat Tradition: Die Jury testet die Kandidaten beim Apfelkuchenwettbewerb.
Auch das hat Tradition: Die Jury testet die Kandidaten beim Apfelkuchenwettbewerb.

Zum ersten Mal dabei ist Rolf Humbach mit den Früchten seiner Arbeit. Wildsalami hat er im Gepäck und muss kaum etwas wieder zurücktransportieren. Der Bergkamener hält ca. 140 Tiere in drei Zucht- und zwei Schaugehegen in Bergkamen, Lünen, Dortmund und Hamm. Was inzwischen sein Beruf ist, entstand vor rund zehn Jahren als Hobby. „Ich half bei einem Freund mit, bekam dafür Tiere geschenkt – daraus ist inzwischen eine Vollzeitbeschäftigung entstanden.“ Als einziger von mehr als 20 Anbietern im Kreis Unna züchtet er jetzt hauptberuflich Dam- und Rotwild, tötet die Tiere selbst stressfrei in gewohnter Umgebung und lässt sie in einer Metzgerei in Kamen-Methler verarbeiten. „Ich wollte immer gern etwas in der Landwirtschaft machen. Jetzt habe ich meine Nische gefunden“, erzählt er.

 




GSW: Windpark auf hoher See vollständig in Betrieb

Alle 40 Windenergieanlagen des ersten rein kommunalen Offshore-Windparks in der Nordsee mit einer Leistung von 200 Megawatt (MW) sind am Netz und produzieren Strom. „Wir sind stolz, mit der vollständigen Inbetriebnahme des Trianel Windpark Borkum dieses gemeinsame kommunale Pionierprojekt vollendet zu haben und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten”, freut sich GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl. Die Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen sind mit 2,5 Prozent am Trianel Windpark Borkum beteiligt. Der Erzeugungsanteil der GSW entspricht somit fünf Megawatt und reicht bei einer optimalen Windausbeute für die Stromversorgung von rund 5000 Haushalten.

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45 Kilometer vor der Küste der Insel Borkum befindet sich der Windpark, an dem die GSW beteiligt sind. Foto: Jan Oelker

Der Bau des Windparks rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum startete im September 2011 mit der Errichtung der Tripod-Fundamente. Sorge bereitete lange die Netzanbindung. Der Übertragungsnetzbetreiber hatte die Netzanbindung immer wieder verschoben und so den geplanten Bauablauf durcheinander gebracht. „Rund ein Jahr nach der baulichen Fertigstellung des Offshore-Windparks sind nun alle Anlagen mit einer Leistung von je 5 MW im Probetrieb“, sagt GSW-Geschäftsführer Robert Stams. Während des Probebetriebs werden technische Details überprüft und alle Betriebsphasen der Anlagen des Typs AREVA Wind M5000 getestet. Im August werden die Anlagen in den Regelbetrieb überführt.

Windpark wird in Emden überwacht und gesteuert

Die technische Betriebsführung des Trianel Windparks Borkum erfolgt von Land aus. Der Windpark und das Umspannwerk werden aus dem Betriebsbüro in Emden überwacht und gesteuert. Der Trianel Windpark Borkum wird pro Jahr auf Basis der erwarteten 4.000 Volllaststunden über 800 Gigawattstunden Strom (800 Mio. kWh) produzieren. Die gesamte Strommenge reicht rechnerisch aus, um über 200.000 Haushalte zu versorgen.

Neben den GSW sind weitere 32 Stadtwerke und Regionalversorger aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz sowie die Stadtwerke-Kooperation Trianel am Offshore-Windpark beteiligt. Gemeinsam haben sie rund eine Milliarde Euro in das Pionierprojekt investiert.




GWA-Tipps für einen Garten ohne Pestizide

In Schuppen, Kellern oder Garagen finden sich oft Chemikalienreste aus der Hobbywerkstatt, Klebstoffe, Holzschutzmittel, Lacke und viele andere, die nicht über die Restmülltonne entsorgt werden dürfen. Die GWA-Abfallberatung weist darauf hin, dass es sich dabei um Sonderabfall handelt, der kostenlos an der Justus-von-Liebig-Straße 7 abgegeben werden kann.

„Während der Gartensaison werden besonders viele giftige Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel abgegeben“, berichtet Andre Turk, GWA-Mitarbeiter des Wertstoffhofes. „Die giftigen Mixturen bei der Schadstoffsammlung abzugeben und nicht irgendwo zu entsorgen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz“, ergänzt seine Kollegin, Abfallberaterin Doris Homann. „Noch besser wäre es allerdings, beim Einkauf etwas kritischer zu sein.“

Chemische Unkrautvernichtungsmittel wie „Roundup“ und andere glyphosathaltige Produkte, die alle Pflanzen ausnahmslos abtöten, sollten im Garten tabu sein. Sie sind äußerst bedenklich für die Natur, die Tierwelt und auch für unsere Gesundheit: Reste davon gelangen in den Boden, ins Grundwasser, schädigen Bienen und andere Insekten und finden sich auch in den Früchten der Pflanzen wieder.

Umweltfreundliche Alternativen gibt es reichlich: Pflanzenschutzmittel auf Basis natürlich hergestellter Wirkstoffe, selbst hergestellte Pflanzenjauchen, das Ansiedeln von Nützlingen, mechanische Maßnahmen wie das Jäten oder das Abbrennen der Pflanzen mit einem Gasbrenner, der Einsatz von Mulch und Kompost und vieles mehr. Weitere Fragen dazu beantwortet die GWA-Abfallberatung unter der Telefonnummer 0800 400 1 400 montags bis donnerstags von 8.30 bis 15 Uhr. Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.gwa-online.de




Brunnenwasser regelmäßig testen lassen

31 Wasserproben von privat genutzte Brunnen in Kamen, Bergkamen und Bönen wurden im Mai am Labormobil vom VSR-Gewässerschutz zur Überprüfung abgegeben.

Harald Gülzow (rechte Person am Tisch) in Gespräch mit Brunnenbesitzer. Das Bild ist zur freien Verwendung im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung
Harald Gülzow (re.) in Gespräch mit Brunnenbesitzer. Foto: VSR-Gewässerschutz

„Wir haben dabei festgestellt, dass über drei Viertel der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind. Doch das Ergebnis zeigt auch, dass es wichtig ist, Gesundheitsrisiken auszuschließen. Alle drei Jahre sollte man sein selbst gefördertes Brunnenwasser überprüfen lassen. Das Grundwasser bleibt nicht starr an einer Stelle, sondern fließt langsam weiter. So kommen auch Belastungen aus weiteren Entfernungen im eigenen Brunnenwasser an“, sagt Dipl.-Oecotrophologin Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz. Eltern und Großeltern können durch die Verwendung von oberflächennahem Grundwasser nicht nur Geld sparen, sondern tragen auch dazu bei, dass mit mit den kostbaren Trinkwasservorräten sparsam umgegangen wird.

Der häufigste Ausschlussgrund waren derart hohe bakteriologische Belastungen mit coliformen Keimen und e.Coli, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen kann. Hiervon waren 13 Prozent der Brunnen betroffen. In 10 Prozent der Brunnen fanden die Gewässerschützer mögliche Einflüsse von Altlasten, sodass auch dieses Wasser nicht eingesetzt werden sollte.

Wasser für Planschbecken geeignet

Eisenhaltiges Brunnenwasser stellt keine Gesundheitsgefahr dar, kann aber den Badespaß vermiesen, da das Eisen nach ein paar Tagen zu einer Verfärbung des Wassers führt. Der VSR-Gewässerschutz rät daher, wenn das Wasser nicht wie in kleinen Planschbecken häufig gewechselt wird, zu einer günstigen Sandfilteranlage für Pools. Durch ein Zugeben eines Flockungsmittels lässt sich so das Eisen aus dem frisch gefüllten Pool zügig herausfiltern.

Der VSR-Gewässerschutz empfiehlt allen, die Wasser aus dem Gartenbrunnen nutzen, auch dafür zu sorgen, dass genügend Wasser versickert wird. Der VSR-Gewässerschutz rät bei kleinen Kindern dazu, eher kleine Planschbecken zu kaufen. Statt Desinfektionsmittel zu verwenden, sollte das Wasser je nach Temperatur und Nutzung jeden oder nach maximal drei Tagen gewechselt werden. Das genutzte Nass kann dann zum Gießen verwendet werden.

Wer es nicht mühselig mit der Gießkanne aus dem Planschbecken schöpfen will, kann sich hierfür auch eine einfache Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt zulegen. Wenn nur ein kleiner Garten zu bewässern ist, kann man das zum Baden genutzte Wasser auch in einer Regentonne zwischenlagern. „Wenn allerdings im Planschbecken Biozide wie Desinfektionsmittel oder Mittel zur Algenbekämpfung eingesetzt wurden, kann man das Wasser nicht mehr zum Bewässern seiner Pflanzen nutzen. Es muss dann in die Kanalisation geleitet werden. Wenn mit Bioziden behandeltes Wasser versickert wird, belastet es dort das Grundwasser“, so Susanne Bareiß-Gülzow.

Durch die Regenwasserversickerung kann jeder dazu beitragen, dass sich die Grundwasservorräte  trotz Brunnennutzung nicht verringern. Der VSR-Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu versickern und nicht über die Kanalisation zu entsorgen. Am besten eignet sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten eingliedert und dafür sorgt, dass das Regenwasser optimal durch die Bodenschichten gereinigt wird.

Weitere Informationen zu Grundwasserbelastungen und der Nutzung von Brunnenwasser ohne Gesundheitsgefahren  findet man auf der Homepage der Gewässerschützer unter http://www.vsr-gewaesserschutz.de/12.html. Freitagvormittags berät Harald Gülzow, Experte im VSR-Gewässerschutz zu Fragen von Belastungen des Grundwassers, zwischen 9Uhr und 12 Uhr unter 02831 976523 interessierte Bürger am Telefon.




Aus Hanf und Weide: Mit dem eigenen Boot auf die Lippe

Mit dem Messer geht es an die Weidenrute. Die klassische Schere zerlegt die Hanfseile in Teile von passender Länge. Die Endstücke für das Gerippe sind aus passenden Ästen gesägt. Was hier zu einem Boot zusammengesetzt wird, stammt fast ausschließlich aus der Natur. Der erste Workshop für Erlebnisbootsbau auf der Ökologiestation ging ganz neue Wege.

Teamwork ist beim gemeinsamen Bootsbau gefragt.
Teamwork ist beim gemeinsamen Bootsbau gefragt.

Fleißig muss geschnitzt werden, damit die Weidenruten in die vorgebohrten Löcher passen.
Fleißig muss geschnitzt werden, damit die Weidenruten in die vorgebohrten Löcher passen.

Wege, die schon seit Jahrtausenden beschritten werden. Andreas Tilg weiß, wie’s geht. Kanadier werden noch immer gern aus Birkenrinden geformt – erst zum Schluss wird das „Innenleben“ gebaut. Umiaks heißen die arktischen Frauenboote, die eher Transportmittel waren und mit Wallrosshaut verkleidet wurden. Sie können gerudert, gepaddelt und sogar mit einem Segel fortbewegt werden. Schon lange widmet sich der Werklehrer an einer Waldorfschule in Hamm der Kunst, aus den Materialien, die von der Natur zur Verfügung gestellt werden, schwimmfähige Boote zu bauen. Sogar in Venedig ging er mit seinen Schülern bei einer Regatta an den Start. Am Wochenende bot er seine Kunst zum ersten Mal interessierten Bootsbauern auf der Ökologiestation an. Einzig einige Holzlatten hatte er bereits mit der Säge vorbereitet.

Männerwochenende und Teamwork am Boot

Gar nicht so leicht: Weidenruten in Spanden verwandeln.
Gar nicht so leicht: Weidenruten in Spanden verwandeln.

Drei Freunde ließen sich das nicht zwei Mal sagen. Sie machten aus dem Workshop ein Männerwochenende. Nur einer von ihnen ist seit 25 Jahren eine echte Wasserratte mit Freude am Paddeln und Sportbootführerschein. Die übrigen Freunde ließen sich von der Begeisterung anstecken. Das andere Team sind Vater, Sohn und dessen zwei Freunde. Gemeinsam hat man schon viel unternommen. Diesmal soll es das eigene Boot sein. „Der Workshop war einfach interessant“, sind sich alle vier einig. Wenn das Boot fertig ist, soll es auf der Lippe oder auf der Ruhr ausprobiert werden. Der Bau war nicht so schwer wie gedacht, aber auch bei weitem nicht so leicht. „Man braucht schon eine Anleitung – vieles muss nach Gefühl gemacht werden.“

Kraft war auch gefragt, wenn die Naturmaterialien nicht so wollten wie sie sollten.
Kraft war auch gefragt, wenn die Naturmaterialien nicht so wollten wie sie sollten.

Die Boote nehmen beide Teams mit nach Hause. Lange allerdings werden sie nicht halten, auch wenn LKW-Plane die wasserfeste Hülle bilden wird. „Die Boote aus Naturmaterialien sind meist nur für eine Saison zu verwenden“, erläutert Andreas Tilg. Der Vorteil: „Alles kann anschließend naturnah entsorgt oder recycelt werden.“ Gespannt waren alle, ob ihre Boote beim Praxistest auf der Lippe auch tatsächlich alle acht Teilnehmer über Wasser halten. Dafür gab es eigens eine Sondergenehmigung. „Bisher hat das immer geklappt“, verspricht Andreas Tilg.

 




Wohin mit ausgedienten PCs, Fernsehern oder Kaffeemaschinen?

Immer wieder locken Händler mit günstigen Angeboten für Elektrogeräte. Viele Computer, Kaffeemaschine, Fernseher oder Elektroherde wurden oder werden neu angeschafft. Doch wohin mit den ausgedienten Altgeräten, fragen viele Bürgerinnen und Bürger die GWA-Abfallberatung.

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Elektro- und Kleingeräte können Bürger kostenfrei an Wertstoffhöfen abgeben. Foto: GWA

Seit Inkrafttreten des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) im Jahr 2006 können alle haushaltsüblichen Elektrogroß- und Kleingeräte kostenfrei an den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Obwohl inzwischen einige Jahre vergangen sind, gibt es im Hinblick auf diese bürgerfreundliche Veränderung offensichtlich immer noch Verunsicherungen. „Dies äußert sich in zahlreichen Nachfragen an unserem gebührenfreien Infotelefon“, berichtet Regine Hees, Abfallberaterin bei der Kreisentsorgungsgesellschaft GWA.

Elektrogeräte haben in der Restmülltonne nichts zu suchen

Die Hersteller von Elektrogeräten und Verbraucher werden durch das ElektroG jedoch auch in die Pflicht genommen: Die Hersteller sind verantwortlich für die kostenfreie Rücknahme und Verwertung der von den Kommunen gesammelten Altgeräte. Der Verbraucher wird in die Pflicht genommen, selbst kleinere Elektrogeräte nicht mehr über die Restmülltonne zu entsorgen. Auch ein Bügeleisen oder Föhn ist also zum Wertstoffhof zu bringen.

Laut Angaben des Bundesministeriums für Umwelt fallen in Deutschland jährlich ca. 2 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikmüll an. Neben wertvollen Rohstoffen wie Kupfer und Aluminium enthalten die Altgeräte auch umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe wie Cadmium, Blei, Quecksilber oder Flammschutzmittel. Ziel des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes ist es zum einen, diese Rohstoffe verstärkt zurück zu gewinnen und zu recyceln und zum anderen, die Schadstoffe kontrolliert zu erfassen und zu entsorgen. „Unterm Strich ist diese Regelung ein Gewinn für Verbraucher und Umwelt“, so Hees.

Weitere Informationen gibt es bei der GWA-Abfallberatung unter der Telefonnummer  0 800 400 1 400 (gebührenfrei) montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr. Oder unter www.gwa-online.de




Führung über die Halde und durch den „Korridorpark“

Mit einer Wanderung über die Bergehalde „Großes Holz“ und durch den so genannten „Korridorpark“ setzt der Bergkamener Gästeführerring am Samstag, 11. April,  sein laufendes Veranstaltungsprogramm fort. Um 10 Uhr startet die Tour an diesem Tag unter der Leitung von Gästeführerin Elke Böinghoff-Richter auf dem fest ausgebauten erweiterten Wanderparkplatz unterhalb der  „Adener Höhe“ an der Erich-Ollenhauer-Straße in Bergkamen-Weddinghofen (Parkmöglichkeiten auch an der Straße Binsenheide).

Mit der Gästeführerin Elke Böinghoff-Richter steht den Wanderern eine ausgewiesene Kennerin des Haldengebietes zur Verfügung, denn sie hat sich im Laufe vieler Jahre intensiv mit der Bergkamener Halde beschäftigt, die Entwicklung dieser neuen Landschaft verfolgt und sie mit großem persönlichem Interesse begleitet.

Sie kann deshalb den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an dieser Exkursion also nicht nur über die Entstehung der Halde und der dortigen Flora und Fauna berichten, sondern auch über den so genannten Korridorpark und die weiteren Zukunftspläne für den Ausbau der nördlichen und nordöstlichen Haldenbereiche im Zuge der Schaffung des so genannten „Kanal-Bandes“.

Und weil man von der Halde auch bei klarem Wetter einen sehenswerten Panoramarundblick über das Stadtgebiet genießen kann, wird Elke Böinghoff-Richter natürlich auch dazu einige Hinweise und Erläuterungen geben. Zugleich bietet sich allen Besuchern erstmalig die Gelegenheit, die jetzt abgeschlossenen Umgestaltungsarbeiten auf der Haldenspitze vor Ort genauer in Augenschein zu nehmen.

Für die Teilnahme an der etwa zweieinhalbstündigen Rundwanderung ist pro Person ein Kostenbeitrag von drei Euro zu entrichten. Für Kinder bis zu zwölf Jahren ist die Teilnahme an der Wanderung kostenfrei. Wer mitwandern möchte, sollte in jedem Fall festes Schuhwerk anziehen und auf wetterangepasste Bekleidung achten.




Finger weg vom Jungwild

Spaziergänger sollten die Finger von Rehkitzen und anderem jungen Wild lassen. „Der Menschengeruch schreckt die Elterntiere ab, so dass diese ihre Jungen verstoßen“, betont Kreis-Jagdberater Dietrich Junge.

Der Fachmann bezieht sich auf die von Anfang April bis Mitte Juli dauernde Brut- und Setzzeit. Junge appelliert gleichzeitig an die Landwirte, die zuständigen Jäger rechtzeitig über die Mähtermine ihrer Wiesen zu informieren.

Da das Gras den Jungtieren Schutz und Deckung bietet, sind sie beim ersten Mähen leicht zu übersehen. Schnell geraten sie in die landwirtschaftlichen Mähwerke und werden verstümmelt oder getötet. Um Rehkitze, Hasen, Fasane und Kiebitze vor den Mähmaschinen zu retten, müssen die Tiere von den Jägern aus den Wiesen verscheucht werden.