Blitzmarathon im September: Diesmal bestimmen Kinder und Jugendliche über die Mess-Stellen

Kreis Unna. Am 18. und 19. September heißt es wieder: LANGSAM FAHREN! Zum 2. Mal findet der bundesweite Blitzmarathon statt. Das Besondere: Im Kreis Unna dürfen diesmal Kinder und Jugendliche bestimmen, wo geblitzt werden soll. blitzmarathon

Die Statistik der Polizei im Kreis Unna ist nicht erfreulich. Die Zahl der Unfälle, in die Kinder oder Jugendliche verwickelt waren, ist wieder gestiegen. Im ersten Halbjahr verunglückten 70 Kinder und 40 Jugendliche – das sind insgesamt 50 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Die Kinder und Jugendlichen sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, weil sie meist zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs sind“, sagt Polizeioberrätin Michaela Helm, Direktionsleiterin Verkehr.

Die Polizei will deshalb diese schwachen und vor allem jungen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Blitzmarathon einbinden. Kinder und Jugendliche sollen der Polizei mitteilen, wo sie im Straßenverkehr  Angst haben. Wo wird ihrer Meinung nach zu schnell gefahren? Vor der Schule? Vor dem Haus der Freundin? Vor dem Vereinsheim?

Kinder und Jugendliche können sich beteiligen

Egal um welche Straße oder welche Stadt im Kreis Unna es sich handelt: Die Kinder und Jugendlichen können der Polizei ihre so genannten Angstpunkte mitteilen. Diese Stellen werden in die Liste der Straßen mit einbezogen, in denen Polizei und Kreis Unna vom 18. bis 19. September – jeweils von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr morgens – die Geschwindigkeit kontrollieren werden.

Und wie meldet man einen Angstpunkt?

Vom 1. bis 7. September werden in zahlreichen Medien Vordrucke der Polizei veröffentlicht, in der  alle Kinder (oder ersatzweise deren Eltern) sowie Jugendlichen die Straßen eintragen können, in denen sie einen Blitzer-Einsatz für notwendig halten.

Auch auf den Seiten sesekegefluester.de und bergkamen-infoblog.de sowie den dazugehörigen Facebook-Seiten werden diese Formulare veröffentlicht. Hier können sie ausgefüllt und per Mail verschickt werden.

Wichtig: Die jungen Verkehrsteilnehmer müssen ihren vollständigen Namen, ihr Alter und ihren Wohnort angeben. Am 1. September berichten wird noch ausführlich.  Bis dahin können sich schon alle Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern, Sportvereinen, Lehrern, Schulen oder Kindergärtnerinnen Gedanken machen, welche gefährlichen Straßenbereiche gemeldet werden sollen. Immerhin: Beim letzten Blitzmarathon im April, als die Erwachsenen gefragt waren, trafen über 1000 Vorschläge bei der Kreispolizeibehörde Unna ein.

Und alle, die keine Kinder haben, können sich den 18. und 19. September schon mal in den Terminkalender eintragen mit dem Hinweis: LANGSAM FAHREN!




Schluss mit der Saison im Wellenbad

Aufgrund der derzeitigen miesen Wetterbedingungen und der schlechten Prognosen schließen die GSW am Dienstag, 19. August, das Wellenbad und beenden vorerst die Freibadsaison 2014 in Bergkamen. Dafür wird am Mittwoch bereits wieder das Hallenbad für die Gäste geöffnet sein.

Die Öffnungszeiten des Hallenbades lauten:

Montag           06.30 – 08.00 Uhr und 14.00 – 16.00 Uhr

(16.00 – 17.00 Uhr Frauenschwimmen)

Dienstag         06.30 – 08.00 Uhr und 14.00 – 21.00 Uhr

Mittwoch         06.30 – 08.00 Uhr und 14.00 – 16.30 Uhr

Donnerstag     06.30 – 08.00 Uhr und 14.00 – 21.00 Uhr

Freitag            06.30 – 08.00 Uhr und 14.00 – 21.00 Uhr

Samstag, Sonntag, feiertags             08.00 – 13.00 Uhr

Die Saisonbilanz der GSW fällt durchwachsen aus. Besuchten im letzten Jahr rund 37.000 Besucher das Wellenbad, so waren es in diesem Jahr lediglich gut 20.000 Besucher. Dies lag auch an den immer wiederkehrenden Starkregenfällen und damit schlechtem Freibadwetter.




Gymnasium startet das neue Schuljahr mit Projekttagen

Am Städtischen Gymnasium beginnt der Schultag am Mittwoch, 20. August für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis zwölf regulär zur 1. Stunde. Das Unterrichtsende ist für 13.35 Uhr (nach der sechsten Stunde) vorgesehen. Die neuen Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 treffen sich um 9.15 Uhr zu einem Gottesdienst in der Friedenskirche, ehe um 10.30 Uhr dann die offizielle Begrüßung im Pädagogischen Zentrum der Schule stattfinden wird.

Nach den positiven Erfahrungen und Rückmeldungen des vergangenen Jahres nutzt das Städtische Gymnasium die beiden Tage nach Wiederbeginn (21.08. und 22.08.) des Unterrichts erneut für Projekttage, in denen die Klassen sechs bis neun sowie die drei Oberstufenjahrgänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten vielfältige Projekte angehen.

Während die neuen Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 mit ihren Klassenleitungen und stellvertretenden Klassenleitungen Einführungstage an ihrer neuen Schule verbringen werden, geht es für die Jahrgänge sechs und sieben um „Soziales Lernen“, orientiert an den Vorschlägen von „Lion‘s Quest“.

Die Klassen 8 werden zum Thema „Gesundheitserziehung“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendrotkreuz, das mit dem „Body & Grips Mobil“ zu Gast sein wird, an Workshops zu unterschiedlichen Themen wie beispielsweise Erste Hilfe, Ernährung und Bewegung teilnehmen. Ebenfalls zum Programm zählt ein umfangreicher Kochkurs.

Um den Bereich „Umwelt und Soziales“ kümmert sich der Jahrgang 9. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler wird in der Ökostation Bergkamen-Heil unter Anleitung von Experten des Naturschutzbundes (NABU) im Einsatz sein. Andere sammeln erste Erfahrungen in der Arbeit von Sozialdiensten.

In der Oberstufe liegt der Fokus auf der Vorbereitung für das Abitur und das Leben danach: Die Themenschwerpunkte liegen je nach Jahrgang auf Präsentations- und Vortragstechniken, Bewerbungstrainings, Vorbereitung der Facharbeit, Vorstellung von Berufen und Studiengängen, Leben in der eigenen Wohnung und vieles mehr. Hier arbeitet das Gymnasium wieder eng mit seinen Kooperationspartnern zusammen, u.a. mit der Sparkasse Bergkamen-Bönen und der Stadtbibliothek Bergkamen.

Auf einen Blick:

  • Für die Jahrgänge sechs bis zwölf: Wiederbeginn des Unterrichts, Mittwoch, 20. August, 8:10 Uhr. Unterrichtsende: 13.35 Uhr.
  • Für den neuen Jahrgang fünf: Um 9.15 Uhr findet in der St. Elisabeth Kirche Bergkamen, Parkstraße, ein ökumenischer Gottesdienst statt. Die Begrüßung in der Schule beginnt um 10.30 Uhr im Pädagogischen Zentrum (Aula).

 




Fahrraddiebe „in flagranti“ erwischt

Einer machte sich an den Fahrrädern zu schaffen, der andere stand Schmiere. Und trotzdem beobachteten Polizeibeamte am frühen Montag gegen 0.50 Uhr die beiden jungen Männer dabei, wie sie am ZOB in Lünen versuchten, Fahrräder zu stehlen.

Zur Tatzeit waren die Beamten in Zivil unterwegs. Am Fahrradabstellplatz am ZOB fielen ihnen die beiden Männer auf. Sie beobachteten, wie einer von ihnen versuchte, mit einem Bolzenschneider ein Fahrradschloss zu durchtrennen. Der zweite schaute sich derweil ständig auffällig um.

Die Polizisten nahmen die Tatverdächtigen daraufhin vorläufig fest und brachten sie für weitere polizeiliche Maßnahmen zur Kriminalwache. Es handelt sich bei den Männern um zwei Dortmunder im Alter von 19 und 23 Jahren.

Insgesamt entdeckten die Beamten im Anschluss an sechs Fahrrädern Schlösser mit Schnittbeschädigungen. Zudem trug einer der festgenommenen Tatverdächtigen einen Stoffbeutel bei sich, in dem sich zwei Bolzenschneider befanden.

Für den 19-jährigen Dortmunder nahm der Morgen auch weiterhin einen unglücklichen Verlauf: Er konnte sich den Beamten gegenüber nicht ausweisen und gab an, sein Ausweis befinde sich im Handschuhfach seines Autos. Als die Polizisten dies durchsuchten, trafen sie jedoch nicht nur auf den Personalausweis des Mannes, sondern auch auf einen Schlagstock sowie einen Schlagring. Und so erwartet den 19-Jährigen nun zusätzlich eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.




Unterrichtsbeginn: Kreis verschärft Tempo-Kontrollen an Schulwegen

Zum Start ins neue Schuljahr wird der Kreis Unna an Schulwegen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vornehmen. Dabei wird nicht nur der berühmte graue Caddy eingesetzt.

Auf den ersten Blick ist die neue Geschwindigkeitsmessanlage des Kreises nicht zu erkennen.
Auf den ersten Blick ist die neue Geschwindigkeitsmessanlage des Kreises nicht zu erkennen.

Am Mittwoch beginnt das Schuljahr 2014/15. Die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis wirbt deshalb bei Autofahrern um erhöhte Aufmerksamkeit und wird die mobilen Geschwindigkeitsmessungen auf die Bereiche rund um Schulen konzentrieren.

Gerade für i-Männchen, aber auch für Schüler, die auf eine weiterführende Schule wechseln, ist der neue Schulweg ungewohnt. Im Gegensatz zu Erwachsenen können Kinder die Geschwindigkeit von Autos schlecht einschätzen.

Die Straßenverkehrsbehörde wird daher in den nächsten Wochen verstärkt die Geschwindigkeit entlang der Schulwege kontrollieren. Wie wichtig das Bemühen um die Beachtung der Temporegelungen ist, zeigte sich zu Beginn des letzten Schuljahres 2013/14 deutlich. Seinerzeit wurden in den Wochen nach Schulbeginn insgesamt 28.795 Fahrzeuge gemessen. 2.163 davon waren mit einer derart überhöhten Geschwindigkeit unterwegs, dass ein Verwarn- oder Bußgeldverfahren eingeleitet werden musste (7,51 Prozent).

Das Ergebnis war allerdings besser als die Resultate der Vergleichszeiträume in den Schuljahren 2012/13 und 2011/12. Damals fuhren 7,6 bzw. 8,8 Prozent der gemessenen Fahrzeuge zu schnell. „Wir hoffen, dass sich der positive Trend weiter fortsetzt und ein Weniger an Gas für ein Mehr an Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer sorgt“, sagt Michael Arnold, im Fachbereich Straßenverkehr für die Messungen zuständig.

Eine überhöhte Geschwindigkeit ist immer noch eine der Hauptunfallursachen. Bei Unfällen mit Fußgänger- oder Radfahrerbeteiligung sei das Tempo des beteiligten Fahrzeuges sogar entscheidend, erläutert Arnold: „Prallt ein Fahrzeug mit 50 km/h mit einem Fußgänger zusammen, entspricht der Unfall einem Sturz aus 10 Metern Höhe, und die Überlebenschancen für den Fußgänger liegen bei gerade einmal 30 Prozent. Ist das Auto dagegen mit Tempo 30 unterwegs, entspricht eine Kollision einem Sturz aus 3,5 Metern. Die Überlebenschancen steigen auf 90 Prozent.“




Zeche Grimberg, Chemische Werke und „Großes Holz“ – früher und heute

Eine Erkundung des Nordens des Stadtteils Bergkamen-Mitte mit dem Fahrrad steht am kommenden Samstag, 23. August, auf dem Programm des Gästeführerrings Bergkamen. Gestartet wird zu der etwa dreistündigen Rundfahrt, zu der alle interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich willkommen sind,  mit eigenen Fahrrädern um 14 Uhr vor dem Rathaus-Haupteingang gegenüber dem Ratstrakt am Rathausplatz (Busbahnhof).

Gästeführer Gerd Koepe hat diese Tour erst vor wenigen Monaten neu konzipiert und steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gern wieder als sachkundiger Führer durch den weitläufigen Norden des Stadtteils Bergkamen-Mitte zur Verfügung.

Im Rahmen der Rundfahrt wird nicht nur der Entwicklung der früheren Zeche Grimberg und der früheren Chemischen Werke (später Schering AG, heute Bayer AG) bis zum heutigen Tage nachgespürt, auch der Beversee, der Sportboothafen im Stadtteil Rünthe, der alte Bergkamener Bahnhof sowie einige weitere interessante Anlaufpunkte werden angesteuert und von Gerd Koepe anschaulich mit Daten, Fakten und „Dönekes“ vorgestellt. Die Fahrt endet dann später im Bereich „Am Friedrichsberg“ in Bergkamen-Mitte.

Für die Teilnahme an der etwa dreistündigen Fahrrad-Rundfahrt ist pro Person ein Kostenbeitrag von drei Euro zu entrichten. Für Kinder bis zu zwölf Jahren ist die Teilnahme kostenfrei.

 

 




Fahrradträger samt Räder gestohlen

Von einem Pkw wurde am Sonntagabend auf dem Parkplatz am Ostenhellweg in Rünthe der Fahrradträger plus der darauf befestigten zwei Räder gestohlen. Die Polizei sucht jetzt nach Zeuge.

Ein Mann aus Werne hatte am 17. August gegen 18.15 Uhr  seinen brauen Chevrolet auf dem Parkplatz am Kanal am Ostenhellweg gegenüber der Aral-Tankstelle abgestellt. Auf der Anhängerkupplung befand sich ein Fahrradträger mit zwei hochwertigen Fahrrädern. Als er um 19.40 Uhr zum seinem Fahrzeug zurück kam, war der komplette Träger entwendet worden. Wer hat Verdächtiges bemerkt? Hinweise bitte an die Polizei in Bergkamen unter der Rufnummer 02307 921 7320 oder 921 0.




Gymnasium braucht einen neuen Vize-Chef

Das Bergkamener Gymnasium braucht einen neuen stellvertretenden Schulleiter bzw. eine stellvertretende Schulleiterin: Dr. Friedrich Mayer hat sich nämlich erfolgreich für Schulleiterstelle des Ernst-Barlach-Gymnasiums in Castrop-Rauxel beworben. Dort hat jetzt der 55-Jährige zu Beginn des neuen Schuljahres seinen Dienst angetreten.

Dr. Friedirch Mayer
Dr. Friedirch Mayer

Diesen personellen Aderlass hatte die Schulleiterin des Bergkamener Gymnasiums Bärbel Heidenreich in ihrem Sommerbrief an die Eltern noch nicht aufnehmen können. Die Wahl Mayers durch die Schulkonferenz des Ernst-Barlach-Gymnasiums erfolgte erst kurz vor den Sommerferien. Spruchreif nach Durchlaufen aller Formalien wurde sie erst in der Urlaubszeit.

Eine entsprechende Aktualisierung durch den Wechsel an der Spitze hat es bisher auf der Homepage des Ernst-Barlach-Gymnasiums  noch nicht gegeben. Immerhin ist dort bereits der Speiseplan der Mensa für den Start ins neue Schuljahr enthalten.




Sonniger Abschluss für eine denkwürdige Sommerakademie

Dass es so schlimm war, daran kann sich Michael Bub nicht erinnern. In Unmengen rieselte das Nass aus dem Himmel. Zusätzlich war es so kalt wie noch nie. Zu kalt jedenfalls für Hände, die Filigranes mit Pinsel oder Zeichenstift vollbringen wollen. Die 18. Sommerakademie hat es dennoch wieder geschafft. Die mehr als 80 Teilnehmer nehmen nach einer Woche Kunstgenuss pur so viel Begeisterung mit zurück in den Alltag, dass sie mindestens ein Jahr vorhält.

Volles Haus zur Abschlusspräsentation in der Ökologiestation
Volles Haus zur Abschlusspräsentation in der Ökologiestation

Letztes Handanlegen beim Aufbau der eigenen Werke.
Letztes Handanlegen beim Aufbau der eigenen Werke.

Für Siegfried Vogel war die Sommerakademie jedenfalls ein Segen. Er durfte unverhofft doch noch mitmachen, als ein Teilnehmer krank wurde. Allein an einem Tag hat er drei Aquarelle geschaffen. „Ich hole hier gerade alles in vollen Zügen nach, was ich versäumt habe“, sagt der Rentner im „Mehr-oder-Weniger-Ruhestand“. Schon als Kind hat er gern gezeichnet und gemalt. Mit 18 Jahren hat er sogar einen Porträt-Kurs bei einem Professor absolviert. Gern hätte er Kunst studiert. „Wir hatten aber kein Geld“, sagt er. Immer mal wieder hat er gemalt, dann 20 Jahre wieder nichts gemacht. Jetzt, mit der Rente, holt er auf. Gleich drei Kunst-Kurse hat er absolviert. 100 Werke sind bereits entstanden. Hier auf der Sommerakademie holt er sich zusätzliche Inspiration von den Dozenten, von den Teilnehmern. „Das ist einfach großartig!“

Vom Experiment zum künstlerischen Dauerbrenner

Neugierige Besucher bewundern die Ergebnisse der Sommerakademie.
Neugierige Besucher bewundern die Ergebnisse der Sommerakademie.

Das finden auch andere, die zum Teil schon von Anfang an dabei sind. Sogar aus Baden-Württemberg kommen die ganz treuen Teilnehmer für die sechs Kunstbereiche von der Stein- und Holzbildhauerei über das freie Malen, Aquarellmalerei und Druckgrafik bis zum Zeichnen.“ In diesem Jahr waren die Plätze schon früh ausgebucht“, sagt Michael Bub. Dass die Akademie einmal ein derartiger Dauerbrenner würde, „hätte vor 18 Jahren niemand gedacht – damals war es ein Experiment“, beschreibt er. Dennoch wird er diese Veranstaltung so schnell nicht vergessen. „Es hat so viel geregnet, dass viele gar nicht ins Freie konnten“, schildert er. Die Maler haben sich immer wieder Wind und Regen entgegen gestemmt. Einzig die Bildhauer hielten dem Wetter stand, auch weil ihr Arbeitsmaterial deutlich wetterresistenter ist. Für die 20 Kinder in der Betreuung war das Erlebnis als „Space Indians“ phasenweise tatsächlich ein echtes Abenteuer.

Der Abschluss der Sommerakademie ist traditionell ein kleines Fest - Musik inklusive.
Der Abschluss der Sommerakademie ist traditionell ein kleines Fest – Musik inklusive.

Die meiste Zeit musste auch Uschi Mummenhoff mit ihren Aquarellfarben im Trockenen verbringen. Für Farben und Papier ist Regen Gift. Zum ersten Mal ist auch sie bei der Sommerakademie dabei. Auch für sie hat die Rente einen Knoten platzen lassen. „Ich habe schon immer gern gemalt und gezeichnet“, sagt sie. Was bisher immer nebenher lief, soll jetzt ein ausgewachsenes Hobby werden. Schon lange besucht sie einen Malkurs, um ihre Leidenschaft voran zu treiben. An Aquarellen hat sie sich noch nie versucht. „Diese Woche war toll – aber auch ganz schön anstrengend“, sagt sie. Viel Neues hat sie hier gesehen, gehört und entdeckt. Eines steht für sie fest: „Das werde ich weiter machen – ich habe schon den nächsten Kurs beim Dozenten gebucht.“

Sorgsam werden die eigenen Werke für die Besucher zurecht gelegt.
Sorgsam werden die eigenen Werke für die Besucher zurecht gelegt.

Herzen aus Holz, weibliche Körper aus Stein, Landschaften aus Aquarellfarben, Insekten als Druckgrafik, verschlungene Giraffenhälse aus dem Zeichenstift oder abstrakte Welten aus Ölfarben: Jeder ist hier auf der Ökologiestation auf seine ganz persönliche Spurensuche gegangen. Das konnten sich zum Abschluss am Sonntag auch alle Interessierten anschauen. Dazu gab es Speis und Trank und die passende Musik der Gruppe „Blue Thumb“.

 

 




Seifenkisten-Grandprix fasziniert auch im 30. Jahr

Aufbäumende Pferde, asiatische Schriftzeichen, glänzende Bären, knallbunte Airbrush-Wunderwesen. Knapp 30 Sekunden dauert es, dann ist es schon vorbei. Kleine Kunstwerke sausen fast im Akkord mit der Schnauze der Seifenkiste durch die Lichtschranke der Ziellinie. Rennsport pur, ganz ohne Motor und Abgasdunst: Für gut 200 Piloten zählte am Wochenende beim Seifenkisten-Prix in Oberaden nur das. Ganz nebenbei sammelten sie Punkte für die Deutsche Meisterschaft und für die Europameisterschaft.

Auf gehts: Die Seifenkisten nehmen in Oberaden fahrt auf - schon zum 30. Mal.
Auf gehts: Die Seifenkisten nehmen in Oberaden fahrt auf – schon zum 30. Mal.

 

Von der Rampe geht es steil hinab auf die Rennstrecke.
Von der Rampe geht es steil hinab auf die Rennstrecke.

Der rechte Fuß und der Arm sind ein kleines bisschen nach innen verdreht. Wiebke Brandelik humpelt unmerklich, wenn sie aus dem Cockpit ihrer Seifenkiste klettert und das gute Stück einparkt. Wenn sie auf der Rennstrecke liegt, sieht niemand das kleine Handicap der 15-Jährigen. Sie sind die Folge einer Hirnblutung, die sie als Kind erlitten hat. Das hält sie nicht davon ab, sich mit stolzem Tempo auf vier winzigen Reifen eine Rampe und einen ganzen Abhang hinunter zu stürzen. Baden-Württemberg-Meisterin war sie 2011. 41. von über 80 Teilnehmern bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr. „Seifenkisten machen einfach Spaß – und dabei spielen Behinderungen gar keine Rolle“, sagt sie. Sie ist dankbar, dass ihr Vater vor über acht Jahren den Sport für sie entdeckt hat. Jetzt bestreiten sie gemeinsam sieben bis acht Rennen im Jahr.

 

Zieleinlauf: Nach der Lichtschranke warten die Strohballen
Zieleinlauf: Nach der Lichtschranke warten die Strohballen

In Bergkamen ist Wiebke zum ersten Mal. „Die Rennstrecke ist OK“, sagt sie. Nur die Rampe hat ihr einigen Respekt eingeflößt. Sie muss sich seitlich am Geländer hochziehen, um hinauf zu kommen. „Ich geh da mal rauf, dann bin ich schnell wieder runter“, lautet ihr pragmatisches Motto für dieses kleine Hindernis. Ganz andere Hürden beseitigen die 15 Fachleute der technischen Abnahme. Sie kommen wie die Seifenkistenpiloten aus ganz Deutschland und haben eine ganz besondere ehrenamtliche Mission. Sie müssen die viele, viele Seiten dicken Bauvorschriften für Seifenkisten überprüfen.

Würfeln im Zieleinlauf und akribische Kontrolle

 

Kontrolle in der Technische Abnahme.
Kontrolle in der Technische Abnahme.

Wenn die Kisten auf die Schienen gerollt und zunächst über einen kleinen Spiegel geschoben werden, hat auch Michael Hummels ein kritisches Auge auf Lenkeinschläge oder Vorderachsgewichte, die für die fünf Seifenkistenklassen gelten. „Hier darf sich niemand einen Vorteil verschaffen, deshalb kontrollieren wir alle Seifenkisten und schließen sie bis zum Start in der Turnhalle der Burgschule ein“, erläutert er. Auch gewogen werden manche Rennkisten, wenn die virtuellen Würfel auf einer Handy-App es im Zieleinlauf so wollen. Denn auch auf diese Weise hat mancher schon für ein paar Zehntelsekunden mehr geschummelt. Sogar Sehtests stehen auf dem Testprogramm – damit auch jeder über die Abgrenzungen seiner Kiste hinaus den Streckenverlauf erkennen kann.

 

Aus Österreich angereist, um Punkte für die Europameisterschaft zu sammeln.
Aus Österreich ist Domiik Wahl angereist, um Punkte für die Europameisterschaft zu sammeln.

Die Oberadener Strecke stürzt sich auch Dominik Wahl zum ersten Mal in seinem Leben hinab. Der 18-jährige Österreicher fährt seit acht Jahren Seifenkisten und hat neben dem Vize-Staatsmeistertitel auch einen 5. EM-Platz und 49 Top-3-Plätze auf der Flanke seiner Seifenkiste verewigt. Mehr als neun Stunden ist er aus Amstetten bei Wien zusammen mit fünf Sportskameraden und nochmal so vielen Helfern hierher gereist. „Seifenkistenrennen sind einfach toll!“, sagt er. „Motoren sind viel zu langweilig“, beschreibt er seine ganz persönliche Begeisterung für den motorlosen Rennsport.

30 Jahre Seifenkistenbegeisterung in Oberaden

Rasante Flitzer: Vier Wertungsläufe und vier Endläufe mussten bewältigt werden.
Rasante Flitzer: Vier Wertungsläufe und vier Endläufe mussten bewältigt werden.

Der Seifenkisten-Grandprix ist die letzte Veranstaltung der Seifenkisten-Saison. Ein halbes Jahr haben Michael Sulitze als Rennleiter der Seifenkistengruppe „Immer auf Achse Bergkamen“ und bis zu 70 ehrenamtliche Helfer an dem inzwischen 30. Großereignis in Oberaden geplant. Eine Wiese wurde vom Landwirt angemietet, um Platz für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile zu schaffen. In zwei Schulen sind das Einlagern der Rennkisten und Abendveranstaltungen wie die Ehrung der NRW-Meister organisiert. Verpflegung, Getränke, ein Pommes-Wagen, eine Tombola: Viel will bewältigt und gestemmt werden. Ganz nebenbei sind alle eine große Familie, fahren zum Teil schon in der 5. Generation. „Und trotzdem müssen wir immer wieder um Sponsoren und Zuschauer kämpfen, weil unser Sport einfach zu wenig spektakulär ist“, hadert Sulitze, der seit 21 Jahren für Seifenkisten engagiert, immer wieder.

Dennoch: Seifenkisten haben auch weiterhin ihren ganz eigenen Zauber. Dafür kommen Fahrer aus Österreich, Belgien, aus den Niederlanden, Dänemark, Polen und natürlich auch aus ganz Deutschland nach Oberaden. Hoffentlich noch die nächsten 30 Jahre.

 




Abschied vom Kultursommer mit karibischen Rhythmen

Statt Tanzen war Klatschen gefragt. Anstelle eines lauen Sommerlüftchens wehte der Wind aus der Klimaanlage. Und die Sonne kam über die Steckdose aus den Scheinwerfern. Vom Open Air Musik-Picknick blieb zum Abschluss des Kultursommers nur die Musik mit „Salon 4B“. Auch die abgespeckte Version machte so viel Spaß, dass viele nur wehmütig und nach vielen Zugaben der Galerie „sohle 1“ den Rücken kehrten.

"Auf Temperatur" brachte der "Salon 4B" sich und das Publikum auch bei frostiger Witterung.
„Auf Temperatur“ brachte der „Salon 4B“ sich und das Publikum auch bei frostiger Witterung.

Andächtig lauschte das Publikum den mitreißenden Rhythmen.
Andächtig lauschte das Publikum den mitreißenden Rhythmen.

Auch wenn „der Kultursommer in diesem Jahr wenig mit Sommer, aber dafür umso mehr mit Kultur zu tun hatte“ war Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel zufrieden mit dem Verlauf. Die Bergkamener hatten sich von der oft bedrohlichen Witterung nicht abhalten lassen und hielten stets die Regenausrüstung bereit, um dem Wetter die Stirn zu bieten. Alle Alters- und Interessengruppen mischten sich von Reggae über Theater, Klassik und Kino bis zur Weltmusik. Eine Vision hat die Kulturreferentin bereits für die kommenden Neuauflagen: Romeo und Julia auf der Holz-Erde-Mauer. Und ein Programm, das vielleicht noch mehr Menschen anspricht, die nicht regelmäßig Theater- und Konzertsäle besuchen.

Familiäres Ambiente statt Tanz vor der Holzerdemauer

Leidenschaft war nicht nur am Mikrophon zu spüren.
Leidenschaft war nicht nur am Mikrophon zu spüren.

Im Römerpark wäre das Publikum zum Abschluss des Kultursommers vielleicht größer gewesen. Mit Picknickkörben und Decken hätten Antike und karibisches Musikflair eine spannende Symbiose gebildet. Angesichts herbstlicher Wetterprognosen mit deftigem Regen und klammen Temperaturen hatte man sich aber bereits am Vorabend für die trockenen vier Wände der „sohle 1“ entschieden. Hier war die Atmosphäre dann auch deutlich familiärer, als die Besucher peu à peu eintrudelten – und die Musiker geduldig auf die versprengte Gästeschar warteten.

Karibische Stimmung schwappte aus den Steeldrums direkt auf das Publikum über.
Karibische Stimmung schwappte aus den Steeldrums direkt auf das Publikum über.

Mit karibischen Rhythmen und Klezmermelodien fiel es denn auch nicht schwer, im Gefolge der sechs Musiker „die richtige Temperatur“ zu erreichen. Kunterbunt war die musikalische Mischung, die den in Musikinstrumente umgewandelten Ölfässern aus Trinidad Tobago über traditionsreiche Mythen und Geschichten vom Balkan bis zu den großen Emotionen in Frankreich folgte. In den wippenden Füßen des Publikums entfaltete sich der argentinische Tango ebenso leicht und locker wie die dramatischen Töne die spanischen Rumba oder der beschwingte Calypso aus der Karibik.

Straßenschlachten wie in ihrer karibischen Heimat provozierten die Steeldrums zwar nicht in der „sohle 1“. Die Vorstellung von bis zu 100 Exemplaren vor römischer Kulisse hatte mancher im Publikum dennoch vor Augen. Auch die neuesten Hits und eigene Kompositionen rundeten den mehr als beschwingten Abend ab, so dass eine Zugabe nicht genügte, um Abschied vom Kultursommer 2014 zu nehmen – und auf ein Wiedersehen mit dem „Salon 4B“ unter freiem Himmel zu hoffen.