Führung durch die Wasserstadt Aden am 16. September
Die Spannung auf das außergewöhnliche Stadtquartier „Wasserstadt Aden“ steigt spürbar. Das ehemalige Zechengebiet in Oberaden wandelt sich Schritt für Schritt und kommt dem neuen Leitspruch „Wohnen am Wasser“ immer näher. Wer einen Blick hinter die Kulissen dieses zukunftsweisenden Großprojekts werfen möchte, hat bei einer exklusiven Gästeführung die Gelegenheit dazu.
Die Tour entlang des Adensees bietet aktuelle Informationen aus erster Hand und beantwortet viele offene Fragen rund um den Baufortschritt.
Gästeführer Detlef Göke leitet den rund zweistündigen Rundgang und erklärt anschaulich, wie das visionäre Quartier nach und nach Gestalt annimmt.
Termin: Mittwoch, 16. September 2026
Beginn: 00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)
Treffpunkt: Eingangsbereich zur Wasserstadt / Jahnstraße, Bgk.-Oberaden
Leitung: Detlef Göke
Hinweis: Hunde dürfen angeleint mitgebracht werden
Allgemeine Information zur Führung:
Da die Teilnehmerzahl für diese Baustellenführung begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich. Diese werden bis Mittwoch, 16. September 2026, um 14.00 Uhr telefonisch unter 02307/965-397, persönlich in der Touristeninformation im Hafenweg 10 d oder per Mail an „tourismus@bergkamen.de“ entgegengenommen.
Die Teilnahme an der Führung kostet 5,00 Euro pro Person. Kinder bis zu zwölf Jahren nehmen kostenfrei teil.
Lesung zum Tag der Demokratie in der Stadtbibliothek
Der 15. September ist der Internationale Tag der Demokratie. Zu diesem Anlass lädt das Bündnis für Demokratie und Vielfalt gemeinsam mit der Stadtbibliothek Bergkamen zu einer Lesung ein. Der Verein Leseesel aus Unna ist Herausgeber des Buches: Kann Niesen demokratisch sein. Menschen im Kreis Unna erzählen über ihre Erfahrungen und Meinungen zu Demokratie. So entstanden über Geschichten und Gedichte. Diese werden am Dienstag, den 15 .09.26 um 18 Uhr in der Stadtbibliothek in einer moderierten Lesung vorgestellt. Dort kann auch das Buch erworben werden.
Der Eintritt ist frei
The Rheingans Sisters: Preisgekröntes Folk-Duo aus Sheffield zu Gast im Trauzimmer Marina Rünthe
The Rheingans Sisters. Foto: Dalma Berger
Mit The Rheingans Sisters ist am Montag, 21. September 2026, um 20.00 Uhr ein vielfach ausgezeichnetes Folk-Duo aus Großbritannien im Trauzimmer Marina Rünthe zu Gast.
Die Musikerinnen aus Sheffield präsentieren ein Programm, das traditionelle Folk-Musik mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet.
Rowan und Anna Rheingans zählen zu den profiliertesten Künstlerinnen der britischen Folk-Szene. Mit Geige, Banjo, Tamburin und zweistimmigem Gesang verbinden sie musikalische Traditionen aus Großbritannien, Frankreich, Skandinavien und Nordamerika zu einem eigenständigen und modernen Klangbild. Rowan Rheingans wurde mehrfach mit den BBC Radio 2 Folk Awards ausgezeichnet und erhielt den Paul Hamlyn Foundation Award. Anna Rheingans ist als Musikerin, Komponistin und Songwriterin ebenfalls vielfach ausgezeichnet. Gemeinsam stehen die Schwestern für musikalische Virtuosität, sorgfältig ausgearbeitete Arrangements und einen zeitgemäßen Umgang mit der Folk-Tradition. Ihr aktuelles Album „Start Close In“ erschien 2024 und wurde von der britischen Tageszeitung The Guardian zum Folk-Album des Monats gewählt sowie in die Auswahl der besten Folk-Alben des Jahres aufgenommen. Das Konzert bietet die Gelegenheit, ein international renommiertes Duo in besonderer Atmosphäre zu erleben.
Umleitung der VKU Busse wegen eines Schützenumzuges in Oberaden
Wegen eines Schützenumzuges muss die Linie 220 der VKU am Samstag, den 12.09.2026, zwischen 17.30 Uhr und 18.15 Uhr eine Umleitung fahren. In diesem Zeitraum entfallen die Haltestellen „Sugambrerstraße“ und die Ersatzhaltestelle auf der Bruktererstraße. Alternativ können Fahrgäste die Haltestelle „Bruktererstraße“ nutzen.
Von der Umleitung ist nur eine Fahrt der Linie 220 im genannten Zeitraum betroffen.
Richtfest der neuen Sparkassenfiliale an der Jahnstraße – Jetzt wird’s richtig spannend!
Neubau der Geschäftsstelle Oberaden. Foto: Sparkasse Bergkamen-Bönen
Der Neubau des Wohn- und Geschäftshauses inkl. Sparkassenfiliale an der Jahnstraße in Oberaden nimmt rasant Gestalt an und weckt bereits jetzt großes Interesse. Nachdem sich in den vergangenen Tagen der Vorstand, Tobias Laaß und Jörg Jandzinsky, ein Bild vom neuen Gebäude machen konnten, soll es nun auch der Bevölkerung präsentiert werden.
Als nächster Meilenstein steht das Richtfest am 23. September 2026 ab 15 Uhr an. Kundinnen und Kunden, Interessierte sowie die Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, gemeinsam den Fortschritt zu feiern und einen Blick hinter die Kulissen des zukünftigen Filialgebäudes zu werfen. Das Richtfest soll nicht nur den Baufortschritt würdigen, sondern auch die enge Verbindung zwischen Sparkasse und dem Ortsteil Oberaden symbolisieren.
Das Team der derzeitigen Geschäftsstelle wird ebenfalls vor Ort sein, um sich persönlich mit den Besucherinnen und Besuchern auszutauschen. Die Eröffnung der neuen Sparkassenfiliale ist für Spätsommer 2027 vorgesehen.
In den kommenden Monaten wird das Team weiter an der Fertigstellung der Wohnungen, der finalen Parkplatzlösung und den abschließenden Baumaßnahmen arbeiten. Die zahlreichen Interessenten für die Wohnungen sollen im 4. Quartal 2026 kontaktiert werden.
Neue Schulung für werdende Pflegeeltern: Es sind noch Plätze frei!
Ab Januar 2027 führt das Jugendamt Bergkamen, in enger Zusammenarbeit mit den Jugendämtern Kamen, Werne und Selm, wieder eine neue Schulung für werdende Pflege – und Adoptiveltern durch.
Die Schulung richtet sich an engagierte Menschen, die bereit sind, Kindern in schwierigen Lebenssituationen ein sicheres und liebevolles Zuhause zu bieten. Das kann befristet und für familiäre Krisenzeiten sein oder aber mit gesicherter Zukunftsperspektive in einer unbefristeten Dauerpflege.
Als neue Pflege – und Adoptiveltern bieten Sie den Kindern Geborgenheit, Sicherheit und die Möglichkeit, sich positiv zu entwickeln. Dabei gilt der Grundsatz, dass jedes Kind das Recht auf eine gute Kindheit und eine Chance auf eine bessere Zukunft hat. Ob Alleinerziehende, Paare oder Familien – jeder, der die nötige Zeit und Liebe mitbringt, kann ein wertvoller Pflege – und Adoptivelternteil werden. Das Jugendamt bietet umfassende Schulungen und Unterstützung, um Sie auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vorzubereiten.
Kommt diese Aufgabe für Sie in Frage oder falls Sie weitere Informationen wünschen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes der Stadt Bergkamen zur Verfügung.
Melden Sie sich bitte per Mail unter pkd@bergkamen.de oder telefonisch 02307 965 247.
Bergkamener Gästeführerring lädt am kommenden Sonntag ein zur Radtour „Unter Kumpels – von Pütt zu Pütt“
Foto:: Frank Heldt
Der Bergkamener Gästeführerring lädt am kommenden Sonntag zu einer besonderen Zeitreise auf zwei Rädern ein. Unter dem Motto „Unter Kumpels – von Pütt zu Pütt“ führt die rund 2,5-stündige Fahrradtour quer durch die bewegte Bergbauhistorie der Stadt. Interessierte BürgerInnen sind eingeladen, die eigene Heimat mit dem Fahrrad aus einer ganz neuen Perspektive zu entdecken.
Die Wurzeln des Bergkamener Kohleabbaus reichen zurück bis in das Jahr 1890, als das Abteufen der Zeche Monopol (Grimberg 1/2 / Neu-Monopol) den Beginn einer neuen Ära einläutete. Genau hier startet auch die historische Entdeckungsreise. Von dort aus führt die Route über die geschichtsträchtigen Standorte Grimberg 3/4 und Haus Aden. Das Ziel der Tour ist der ehemalige Kohlehafen der Zeche Werne – die heutige Marina Rünthe –, wo die Fahrt gegen ca. 17.30 Uhr ausklingen wird.
Im Fokus der Tour steht jedoch nicht nur der Blick zurück auf die Anfänge. Die Gästeführerin schlägt bewusst die Brücke zur Gegenwart und Zukunft: Wie hat der Bergbau das Stadtbild geprägt und welche Chancen ergeben sich aus diesem industriellen Erbe für Bergkamen?
Zum Abschluss der Tour haben alle Teilnehmenden die Gelegenheit, den Tag gemeinsam auf dem Hafenplatz im Rahmen des dort stattfindenden „Bierfestes“ ausklingen zu lassen.
Ausrüstung: Eigenes, verkehrssicheres Fahrrad und dem Wetter angepasste Kleidung
Leitung: Elke Böinghoff-Richter
Allgemeine Information zur Führung:
Eine Anmeldung ist telefonisch unter 02307/965-397, persönlich in der Touristeninformation im Hafenweg 10 d oder per Mail an „tourismus@bergkamen.de“ bis Freitag, 11.09.2026, 11.00 Uhr, möglich. Die Teilnahme an der Führung kostet 5,00 Euro pro Person. Kinder bis zu zwölf Jahren fahren kostenfrei mit.
Funk, Blues und Soul mit Chris Grey & The BlueSpand beim Sparkassen Grand Jam im Oktober
Chris Grey & The BlueSpand. Foto: Onepunch-jespervan
Funk, Blues und Soul stehen am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 20.00 Uhr auf dem Programm, wenn Chris Grey & The BlueSpand im Thorheim auf die Bühne kommen.
Das Trio aus Dänemark steht seit seiner Gründung im Jahr 2011 für einen unverwechselbaren Sound, der klassische Blues-Wurzeln mit modernen Groove-Elementen verbindet. Frontmann Chris Grey und seine Mitmusiker begeistern dabei nicht nur mit musikalischer Spielfreude und Improvisation, sondern auch mit ungewöhnlichen Neuinterpretationen bekannter Stilrichtungen.
Schon kurz nach ihrer Gründung erspielten sich die Musiker durch intensive Tourneen und virale Live-Videos eine stetig wachsende internationale Fangemeinde. Ihre Konzerte sind dabei weit mehr als klassische Blues-Shows: Funkige Basslines, treibende Rhythmen, bluesige Gitarren und eine ordentliche Portion Humor sorgen für eine mitreißende Atmosphäre.
Nach zahlreichen Auftritten in ganz Europa in den Jahren 2023 und 2024 kehren Chris Grey & The BlueSpand 2026 mit neuer Musik, frischen Videos und noch mehr Energie auf die Bühnen zurück.
Sparkassen GRAND JAM – Chris Grey & The BlueSpand
07.10.2026 | 20.00 UHR | Thorheim Bergkamen, Landwehrstraße 160
Ticket ab 18,00 € unter tickets.bergkamen.de oder 02307/ 965-464
DIE KONZERTSAISON 2026/2027:
04.11.2026 | 20.00 Uhr
T’s Soultrain
02.12.2026 | 20.00 Uhr
Jones & The Crew
06.01.2027 | 20.00 UHR Sascha Kommer
03.02.2027 | 20.00 UHR Jubiläumskonzert: 25 Jahre Blues in Bergkamen
Gregor Hilden & GRAND JAM Houseband
3.03.2027 | 20.00 UHR Robbin Kapsalis (USA) & GRAND JAM Houseband
Schleuser-Aktion ging schief: Bewährung für Bergkamener
von Andreas Milk
Im Herbst 2023 war ein Mann aus Bergkamen an der Einschleusung Geflüchteter von Österreich nach Deutschland beteiligt. Die Aktion damals scheiterte. Jetzt saß der Mann als Angeklagter vor dem Schöffengericht in Unna.
Sein Job war es gewesen, den Fahrer für einen Transporter anzuheuern. Im Laderaum des Fahrzeugs hockten dann 47 Menschen, ungesichert zusammengepfercht. Von Ungarn aus sollte der Weg via Österreich über die deutsche Grenze führen. Der Bergkamener selbst saß nicht in dem Transporter – sondern in einem Begleitauto. Neben sich hatte er den Drahtzieher der Schleuseraktion.
Bundespolizisten winkten den Transporter an die Seite. Das nachfolgende Begleitauto durfte passieren. Ermittelt wurde der Bergkamener später, weil er den Transporter angemietet hatte. Der erwähnte Drahtzieher – ein Mann namens „Walentin“ – entwischte den Behörden.
Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nannte im Prozess den angeklagten Bergkamener einen „kleinen Teil der Struktur“. In den zurückliegenden drei Jahren ist nichts Negatives mehr über ihn in die Akten gelangt. Mit einem Geständnis ersparte er dem Gericht eine aufwendige Zeugenbefragung – die womöglich sowieso nichts Erhellendes mehr geliefert hätte. Die „Gegenleistung“ des Gerichts: Die Haftstrafe für den Bergkamener – 18 Monate für das Einschleusen von Ausländern – wurde zur Bewährung ausgesetzt. Er muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Eine Woche voll Musik in den Herbstferien mit der Musikschule Bergkamen
Zum ersten Mal bietet die Musikschule der Stadt Bergkamen ein Ferien-Programm in der ersten Woche der Herbstferien an. Unter dem Motto: „Mach Ferien. Mach Musik. Mach mit!“ gibt es vom 19.-24. Oktober spannende Workshops für Jung und Alt.
Speziell an junge Menschen wendet sich der Jugendchor unter der fachkundigen Leitung von Nina Dahlmann und das Streicher-Projekt „solo und tutti“. Hier können junge Streicher sich untereinander begleiten oder als Solist erleben.
Zum Musik-Selbermachen lockt ein dreitägiger Songwriter-Workshop mit Mitgliedern der Band Bruchbude und der „Einstieg in die Musikproduktion“ mit Hendrik Lensing, der vermittelt, wie man digital Beats bauen und Klangwelten gestalten kann.
In seinem Workshop „Bandbox“ lädt Dozent Bennie Oppermann zu einem Streifzug durch das typische Instrumentarium einer Rockband. Gitarre, Bass und Schlagzeug: wie werden sie gespielt und welche Aufgaben haben sie?
Das Zupforchester von Sören Bublitz bietet unterschiedlichen Zupfinstrumenten (Gitarre, Mandoline, Ukulele etc.) einen Rahmen zum gemeinsamen Musizieren.
Die Teilnehmenden erfahren, wie aus einzelnen Stimmen ein besonderer Orchesterklang entsteht und erleben das eigene Instrument in einem neuen Kontext.
Irgendwann musste es für und mit Jochen Malmsheimer im Krankenhaus enden. Mancher hätte vielleicht Erstickungsanfälle in Folge atemloser Endlossätze als Ursache vermutet. Oder einen profanen Herzinfarkt bei einer verbal auf die Spitze getriebenen Wutattacke. Auch ein gerissenes Stimmband wäre bei den typischen explosionsartigen Wortakrobatiken in Frage gekommen. Ebenso ein Muskelkrampf bei übertrieben mimisch artikulierten Worterfindungen. Es war aber nur ein Fahrradunfall, der ihn zum Auftakt der Kabarettsaison im studio theater ins Krankenbett katapultierte.
Auch das ist irgendwie typisch. Denn wer mit Malmsheimer zu tun hat, der taucht zunächst ins Profane ab, wo er eine Kuriositäten-Lawine nach der anderen lostritt. Dabei hatte alles ganz harmlos an einem Montag 1976 begonnen, als der sich plötzlich in einen Wochenanfang verwandelte und alles änderte. Was waren das noch für Zeiten, als Mao und Ulrike Meinhof, Biermann, Apple, Honecker und Helmut Schmidt alles besser wussten. „Mich hat ja keiner gefragt“, stellt Malmsheimer fest, und muss sich die Seele im Tagebuch sauber schreiben, weil sich von jetzt an „das Leben nicht mehr leben lassen will“. Jetzt ist es die KI, die alles besser wissen will.
Noch ganz ruhig, irgendwann rotangelaufen und echauffiert: Malmsheimer am Lesetisch. Das Zubehör baute er am Ende selbst ab und nahm es im Jutebeutel mit.
Was er da genau findet, wenn er in die Untiefen des Alltäglichen mit figaronen Fähigkeiten im Lockdown, Vulkanismus als Lösung des Hungerproblems oder abnormalen Elementarscheußlichkeiten wie dem jugendlichen Balzverhalten in der U-Bahn abdriftet, lässt sich nicht immer genau wiedergeben. Während bei ihm die „Säfte und Aufmerksamkeit“ im Lebensherbst eigene Wege gehen, bleibt mancher unterwegs in seinen Wortgeflechten stecken. Denn auch die Fleischbeschau beim Hausarzt beginnt mit verführerischem Alltags-Idiom, schraubt sich verbal bis zum Frühstücksaddendum hoch und explodiert schließlich in einem „dantischen Inferno“ nicht nur im Fitnessstudio, sondern auch in einem höllischen Brei aus verschmolzenen Sätzen, die mehr als ein nie gehörtes Wort umfassen.
Das ist manchmal vielleicht auch gesünder, denn hinter den diagnostizierten Testikulanzen drängen sich cerebral gedämpfte Wahrheiten, die sich auch auf dem elektrischen Fahrrad nicht mehr wegstrampeln lassen. Was einem unterwegs verpackt in Funktionskleidung und festgesaugt an der Sitzgurke begegnet, lässt sich gelegentlich nicht mehr schönreden. Auch da war früher ohne Stützräder mit Rhabarber-Kompott auf den haarigen Zähnen und Mido-Motorgeräusch aus dem Bechersplitter alles irgendwie noch besser.
Bewegte höchstens mal die Gesichtsmuskulatur oder Arme: Jochen Malmsheimer in unveränderter Sitzposition auch nach zwei Stunden.
Mit Extremitätenvakanz folgen die Zuhörer dem Kavalleristen jedenfalls bereitwillig zum professionell disärztlichen Auftritt und der Begegnung mit dem eigenen Gesamtwerk. Aufs Rad geflochten gibt es dort Inspiration statt kultureller Aneignung in einer Wolke aus „Stottern und Sabbern“, umzingelt von modernen Ikonoklasten. Aber auch hier hilft alles nichts: „Die Kunst kann uns nicht retten, schon gar nicht vor den Faschisten.“ Man kann nur staunen, was die Worte und Kunst mit uns machen, auch an diesem Abend.
Auch hier behielt Jochen Malmsheimer leider Recht. Seine gewaltig erhobene Stimme drang nicht bis dorthin vor, wo sie gehört werden sollte. Den irischen Reisesegen anstelle der herbeigeklatschten Zugabe hatten alle bitter nötig, denn es sollte eine denkwürdige Landtagswahl folgen, die alle Sorgen bestätigte.