Purer Klassikgenuss vor traumhafter Römerkulisse mit Licht, Regen, Historie und Stimmgewalt

Regenschirmeinlage vor vollen Rängen und traumhaft beleuchteter Holz-Erde-Mauer.

Mit neuzeitlichen Füßen ist die Rampe der römischen Holz-Erde-Mauer zu erklimmen, ist generell nicht gerade leicht. Die Sopranistin Eva Lind schaffte das Spielend mit beachtlichen Absätzen im Abendkleid. Zuvor hatte sie mit Claudia Hirschfeld und Tenor Johannes Groß im feinen Opern-Gewand die Wiese bewältigt und den Graben überwunden. Das Trio des Klassik-Open-Air ist schon überall in der Welt mit allen erdenklichen Operngrößen aufgetreten. Die Bergkamener Bühne in einiger Höhe ganz aus Holz und Erde inmitten von Wiesen und Bäumen dürfte aber auch für sie einzigartig gewesen sein.

In feinen Opernhäusern und mit Stöckelschuhen hinauf auf die Mauern-Bühne.

Umkleiden im Fachwerk des römischen Torhauses bzw. im Container, erfrischen und einsingen in der römischen Taverne: Kurios ging es schon los bei diesem ganz besonderen Klassik-Erlebnis. Wo vor 2000 Jahren die Signalhörner von der Mauer döhnten, schraubten sich jetzt erstklassige Sopran- und Tenor-Töne in sagenhaften Höhen. Die Römer hatten nicht schlecht gestaunt über das All-Inklusive-Klavier von Claudia Hirschfeld neben dem Aussichtsturm, die im Vor- und Hauptprogramm ein ganzes Orchester aus dem Wunderwerk herausholte. Außerdem spielen sie sämtliche Stücke auswendig aus dem Kopf.

Die Beleuchtung sorgte für eine ganz besondere Stimmung im Römerpark.

Als schließlich auch noch die unzähligen Flutlichter in allen Farben richtig zur Geltung kamen, waren die Bergkamener samt Hauptakteuren endgültig restlos hingerissen. Da störten auch die gelegentlichen kurzen Regenschauer nicht. Eva Lind brachte ihr Frühlingsstimmenlied unbeeindruckt im strammen Regenguss zu Ende und sprang erst mit dem Applaus unter den schützenden Baldachin. Johannes Groß schnappte sich kurze Zeit einen Regenschirm und marschierte mitten ins Publikum, um alle zum Mitsingen zu animieren. Würstchen und Rotwein waren auch schon zufällig ausverkauft. Dann gab es eben Grillspieße, Canapés, Cocktails um Bierchen, um dieses Erlebnis anständig zu verdauen.

Ausflüge in die Handwerkerbehausungen der Vergangenheit

Ein stimmgewaltiges Duo: Johannes Groß und Eva Lind.

Nach der Zirkusprinzessin, musikalischen Ausflügen nach „Wien, nur du allein“ und zu den blühenden Bäumen im Prater, Donner und Blitz in der Polka, Liebesgrußerinnerung mit „Vergissmeinicht“ und tausend kleinen singenden Engeln boten sich in der Pause noch einen besonderen Höhepunkt. Der einzige verbliebene Germane des historischen Römerpark-Teams vertrat seine durch einen Unfall verhinderten Kollegen mit großzügiger Gastfreundschaft und ließ die Besucher in seine noch nicht ganz fertige Handwerkerbehausung schauen. Die Bemalung am nur teilweise verputzten Fachwerk fehlt zwar noch. Bett, Schrank, Hausaltar und Tisch sorgen aber schon für heimelige Stimmung direkt neben der Werkstatt für die Schmiede und Dachdecker.Und hier waren die Besucher auch vor den gefräßigen Mücken sicher, vertrieben von echtem Weihrauch aus dem Oman.

Der „Deutsche Tenor“ in voller Aktion.

Die lustige Witwe, das Land des Lächelns, „La donna è mobile“ und Beethovens Ode an die Freude aus der 9. Symphonie: Es geht auch anschließend fröhlich durch alle großen Opern und Operetten. Johannes Groß zeigte beim Paradestück „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“, warum er die deutschen Tenöre gegründet und mit Stars auf weltweiten Bühnen gestanden hat. Der Dortmunder bezähmte seine zuvor beschworene Panik und brachte restlos saubere, beeindruckende Stimmgewalt hervor. Spontaner Jubel war der Lohn. Stehende Ovationen gab es auch für Eva Lind mit glockenhellem Sopran – auch sie stand schon mit Größen wie Pavarotti auf der Bühne. Mit „O sole mio“ ging es in die erneut leicht regenerierten Zugaben. Die Bergkamener klatschen und sangen begeistert mit.

Heimelige Stimmung auch in den historischen Handwerkerbehausungen.

Auch die Anekdoten am Rande versüßten den Abend. Von Ruhrgebietlern auf Kreuzfahrtschiffen, die aus Kamen die ersten echten Ruhrgebietsopern machten und von Johannes Groß spontan in den spanischen Bergen in Bergkamen verortet wurden. Gewürzt von Walzertänzen auf der Römermauer. Zwischendrin gab es Selfies mit den Stars und die Besucher erinnerten sich begeistert an die alten Opernplatten aus dem Erbe der Großmutter – „das sind sogar noch Schellack-Exemplare dabei“, erzählte ein frischgebackener neuer Opernfan. Oder man sicherte sich Exemplare der ersten Honigernte aus dem Römerpark, die erst vor kurzem eingelagert wurde.

Ein rundum vielseitiger, überraschender, akustisch wie optisch bezaubernder Abend, der in Erinnerung bleibt.




Online-Umfrage zur Kultur: Mitmachen und gewinnen bis 30. Juni

Endspurt: Noch bis zum 30. Juni ist eine Teilnahme an der Online-Umfrage zum zukünftigen Kulturangebot in Bergkamen möglich. Sieben einfache Fragen beantworten und zwei Tickets für die LOL – Stand-up Show oder die
Rock’n Roll Band Silverettes im Herbst 2023 gewinnen. Bei den Fragen geht es natürlich um Kultur, genauer gesagt, um das, was die Menschen interessiert. Auch Kultur-Neulinge sind herzlich zur Beantwortung der Fragen eingeladen.
Die Online-Umfrage findet im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung (kurz KEP) für Bergkamen statt. Mit dem Projekt sollen die Weichen für die zukünftige städtische Kulturarbeit in Bergkamen gestellt werden.

Auf die Umfrage kommen Sie über die städtische Homepage: www.bergkamen.de
Weitere Termine und Informationen zur KEP in Bergkamen finden Sie unter dem folgenden Link:
https://www.bergkamen.de/kultur-tourismus-sport-veranstaltungen/kultur/kulturentwicklungsplanung/




Zaubershow und gewaltiges Physikexperiment lassen es im Römerpark knallen

Es knallte gewaltig am Freitag im Römerpark

Da staunten auch die Germanen auf der Holz-Erde-Mauer im Römerpark nicht schlecht. Sprechende Schafe, entblößte Zauberkünstler und knallende Physik-Experimente gab es direkt nebenan. Dort, wo sonst die Gladiatoren in der Arena die römischen Soldaten unterhielten, bot das erste Kulturpicknick der Sommersaison am Freitag moderne Unterhaltung der Jetztzeit.

Auch die Grashügel mit den Resten der Lagerumwehrung verwandelten sich in eine große Picknickfläche.

Dafür schleppten die Bergkamener massenhaft Kissen, Picknickdecken und Picknickkörbe heran. Denn es hat sich längst herumgesprochen, dass im Römerpark in jedem Sommer etwas Außergewöhnliches geboten wird. Auch die unterirdischen Reste der einstigen römischen Lagerumwehrung verwandelten sich deshalb in eine dicht bevölkerte Picknickfläche. Für diesen Abend wurden die Grashügel spontan in „Beas Hügel“ umbenannt. Bea das Geburtstagskind hatte sich hier erhoben, um ein Geburtstagsständchen aller Besucher zu genießen. Dirigiert wurde es von jemandem, der schon alle erdenklichen Preise für seine Künste bekommen hat. Julian Button ist mehr als nur ein Zauberer. Er kann Schattenspielen, ist Musicaldarsteller und ist generell nicht auf den Mund gefallen.

Striptease vom Zauberer.

Das präsentierte er zum Aufwärmen in vollen Zügen. Mit haarsträubenden Vorhersagen der im Publikum gedachten Zahlen, flinken Karten- und verknäulten Seiltricks. Und mit einem Striptease der anderen Art. Unter dem schicken Anzug holte er exakt jene Supermann-Unterhosen samt Hosenträgern hervor, die er zuvor in Miniaturform aus der Schachtel gezaubert hatte. Der eigentliche Star war jedoch Pepe, das sprechende Schaf. Das fuhr mit flotten Sprüchen in einem ferngesteuerten Bollerwagen herum, verteilte Popcorn und Gürteltaschen und hatte für jedes Gespräch einen passenden Kommentar. „Hol mal deinen Vater her, ich muss mal mit ihm reden“, sagte er zu einem verdatterten Jungen. Woher Pepe wusste, was um ihn herum gesprochen wurde, bleibt sein Geheimnis. Die Antworten kamen immer live und direkt.

Da brauchte es starke Nerven für das Experiment mit Wasser und Luftballon.

Bei den meisten im Publikum gab es nur dunkle Erinnerungen an die geheimnisvollen Kräfte von Wasserstoff, Stromkreisläufen, Stickstoff, Laserstrahlen und Zentrifugalkräften. Entsprechend groß war der Schrecken, wenn die Physikanten in der anschließenden Show mit einfachen Gießkannen für einen lauten Knall sorgten und ein ganzes Metallfass deformierten. Mit Laserstrahl und Kamm entstand ein flotter Musik-Rap, der Bierdeckel blieb wie durch ein Wunder am umgedrehten Wasserglas kleben und Kinder hielten sich an den Händen, um als geschlossener Stromkreislauf Musik abzuspielen. Sogar ein Hund wurde mit der Startrampe in den Bergkamener Weltraum abgeschossen. Ob die Staubexplosion dort so gut ankam, wo immer noch mit Jahrestagen des gewaltigen Grubenunglücks mit ähnlicher Ursache gedacht wird, sei dahingestellt.

Autozylinder, flüssiger Stickstoff, Luftballons, verknotete schwebende Männerleiber aus dem Publikum: Hier kamen ganz alltägliche Dinge zum Einsatz, die völlig zweckentfremdet Erstaunliches bewirkten. Ein ebenso lehrsamer wie unterhaltsamer Abend, der Lust auf mehr machte. Übrigens auch mit der Möglichkeit, über das zukünftige Kulturangebot in Bergkamen mitzuentscheiden: Es gab Stifte und Bögen, um seine Meinung zu beurteilen. Am 21. Juli sind um 19 Uhr die Aristokraten beim nächsten Kulturpicknick an der Reihe, dann mit Varieté.




Der Hafen platzt am 2. Festtag aus allen Nähten und flammt mit Burning Heart auf

Randvoller Hafenplatz zu Topact mit Burning Heart.

Sie ist überall dort, wo Burning Heart auch sind. Der Rollstuhl hält sie dabei in keiner Weise auf. Heute ist sie mit einer Extra-Tour der AWO in die Marina Rünthe gekommen. Dort spielt ihre Lieblingsband den Haupt-Act auf dem 2. Tag des Hafenfestes. Iris hat wieder ihren Platz direkt vor der Bühne. Nur dort hat sie mit dem Rollstuhl überhaupt eine Chance in der Menge. Denn der Hafenplatz ist schon weit vor 20 Uhr randvoll.

Gut gelaunte Burning Heart-Stars.

Iris häkelt noch in aller Ruhe, bis die Jungs von Burning Heart auf die Bühne kommen. „Dafür ist immer Zeit“, sagt sie und lacht. Sie kennen die Abläufe in- und auswendig. Wenig später ballt sie den Faust und singt laut mit, kaum dass die ersten Seiten auf den Gitarren angeschlagen sind. Sie kennt jedes Lied, jede Note, jede Textzeile. „Die sind einfach gut“, schreit sie gegen die Menge. Die hat inzwischen geschlossen, die Arme gereckt, schwingt sie wie ein Meer im Takt und in der untergehenden Sonne. Es ist Burning Heart Time.

Ein Flyboard hebt ab.Zuvor stand noch das Wasser im Mittelpunkt. Weniger als in den Jahren zuvor, aber immerhin. „Dort ist etwas auf dem Wasser, da müssen wir hin“, hörte man die unablässig auf- und abströmenden Besucher rufen. Hier hob ein Flyobard ab, dort stach ein Water-Bike in See. Dazwischen blitzten winzige Powerboote mit atemberaubendem Tempo auf den Wellen des Kanals herum. Das THW kam nicht mehr hinterher, die vielen Interessenten in ihren Booten auf einer kleinen Hafenrundfahrt mitzunehmen. Und dann waren die Fischer an der Reihe.

Das Fischerstechen ist beliebt und garantiert klitschnass.

8 Mannschaften hatten sich gefunden, um mit dick gepolsterten Spießen beim Fischerstechen gegeneinander anzutreten. Manche hielten sich nur mit Mühe auf dem extrem schmalen und weit über die Bootskante hinausragenden Steg. Einer fällt sogar kurz vor dem eigentlichen Duell einfach so ins Wasser. Der Gegner tat es ihm danach aus Solidarität nach. Schließlich zählte hier vor allem der Spaß, wenn es darum ging, den anderen mit dem Spieß ins Wasser zu stoßen. Klitschnass waren eigentlich alle. Und das Publikum bejubelte jedes einzelne Team, das hier unter der Moderation von Lothar Baltrusch antrat.

Mobile Bands waren auf dem gesamten Hafengelände unterwegs.

Der Rest spielte sich auf dem Festland ab. Vor allem richtig viel gute Musik auf den drei Bühnen oder mit mobilen Bands in der Menge. Viel Spiel und Spaß für Kinder etwa mit dem Hafenlauf zum Auftakt des 2. Festtages, mit der Schatzsuche, im Piratenland oder im Spieleparadies mit Steckenpferden, Bungee-Jumping und unendlich vielen anderen Abenteuern. Zahllose Eis- und Speisebuden sorgten für das leibliche Wohl. Die Feuerwehr hatte ebenso einen Entdeckungsparcours aufgebaut wie das THW oder die DLRG und Bundeswehr. Auf der Hauptbühne gab es Tanz für alle – und vor allem Informationen von einzelnen Vereinen und Verbänden oder von der Stadt Bergkamen selbst.

Voll war es den ganzen Tag über. Überfüllung drohte jedoch am Abend mit Burning Heart, die einfach nur restlos glücklich waren, „endlich wieder nach vier Jahren Pause vor unserem Stammpublikum zu spielen – Ihr seid einfach großartig!“ Am Sonntag geht es weiter – wieder mit randvollem Programm vom Shanty-Festival über Wasserski bis zum Spaß für die ganze Familie und prallem Musikangebot.




Freche Püppchen erobern das Herz der Bergkamener mit famosen Bauchgesängen

Zwei echte Kontraste aus ein und demselben Bauch: Kanalratte Kalle und Puppenmutter Murzarella.

Sie hatten allesamt ein irgendwie geartetes Alkoholproblem, einen Hang zum Singen und interessante Frisuren. Es füllten gleich mehrere Hauptdarsteller am Freitag die Bühne des Studiotheaters. Eines hatte sie alle gemeinsam: Sie waren aus Gummi, rotzfrech und hatten die gleiche Stimme. Selbst wenn sie den falschen blau-weißen Fan-Schal trugen, wuchsen sie dem Publikum zusammen mit Puppenmutter Murzarella restlos ans Herz.

Kakadu Dudu und Frau Adelheid als Königin der Nacht: Zwei weitere Geschöpfe, die beeindruckende Bauchgesänge beherrschten.

Keine Frage: Sabine Murza hat eine echte „Röhre“. Wenn sie singt, wird es erst mucksmäuschenstill und Münder bleiben offenstehen. Dann dauert es nach minutenlang gehaltenen höchsten Tönen nicht lange, und die Zuhörer brechen lauthals in Begeisterung aus. Eigentlich bräuchte sie auch die Begleitung nicht, die sie widerspiegelt an ihre Seite bzw. auf ihrem rechten Arm holt. Der unverblümte Kakadu „Dudu“, die ältliche Managerin Frau Adelheid und die strunkelige Kanalratte Kalle: Sie alle haben ganz spezielle Charaktere, Themen und Eigenheiten. Vor allem sprechen sie alle aus dem Bauch von Sabine Murza, und das auf höchst beeindruckende Weise.

Echt oder doch vom Band? Murzarella im Dialog mit Dudu.

„Das kommt doch vom Band“, vermutete jemand flüsternd in den ersten Reihen, als der Vogel aus der Kiste auch in ungeahnten Stimmlagen zu singen begann. Nachdem die Brille aus der Tasche gekramt war und das Geschehen näher inspiziert wurde, war klar: „Die macht das ja wirklich alles selbst!“ Unglaublich!“ Man musste tatsächlich sehr genau hinschauen, um winzige Bewegungen der Stimmbänder unter dem Kinn zu erkennen. Dudu krächzte beachtlich und reifte sich mehr als despektierlich über Celluliteschenkel und Wechseljahre. Frau Adelheid flötete auf der Suche nach ihrem Hüfthalter schrill in die Menge und entdeckte den armen Heinz, den sie „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ gleich in ihre Garderobe einlud. Und Kanalratte Kalle prollte im Ruhrpott-Dialekt auf dem Hardrock-„Highway to hell“.

Schockverliebtes Publikum holt sich Endlos-Zugaben

Mit Mozart und Opernstar Frau Adelheid ging es in die beeindruckendsten Höhen des Abends.

Eine Mischung, die gewagt war und zunächst ein wenig Gewöhnung brauchte. Doch spätestens als sich die beschwipste Frau Adelheid in die Königin der Nacht verwandelte und den Zauber von Piräus mit dem verschwundenen Dimitrios besang, waren die Bergkamener schockverliebt. Von Wanne-Eickel ging es mit Aquadermitis und veganem Grill nahtlos in einem heftigen Queen-Medley. Und das Gesangs-Duell mit Dudu war ein mitreißender Streifzug durch höchsten Jazz-Genuss im schockierenden direkten Vogel-Schlager-Kontrast. Keine Frage, dass die einzige Darstellerin aus Fleisch und Blut hier haushoch gewann.

Ganz schön frech: Schalke-Star Kalle hatte es faustdick hinter den angenagten Rattenohren.

Ungereimtheiten tauchen angelehnt an den Titel des Programms höchstens im nicht gesungenen Dialog mit den Puppen auf. Die Plauderei reichte von Tante Olgas Entziehungskur, Autotuning, Chlosterin-Problemen und Baumarkt-Songs bis zum Gesangsdurchbruch und zur Solo-Karriere als Reinkarnation von Frank Sinatra. Die Bauchgesänge waren dagegen ein echtes Erlebnis. Ein origineller Abend mit vielen Überraschungen und grenzenlosem Staunen. Das Leid der blonden Hauptakteurin im letzten Helene-Fischer-Vergleich wurde dann auch nicht erst nach einer „Atemlos“-Einlage mit Dauerapplaus, Jubel, Standing Ovations und mehreren Zugabeaufforderungen entschädigt. Die Bergkamener lagen ihr und ihren Bauch-Geschöpfen am Ende wehrlos zu Füßen.




Holland-Markt lockt mit über 40 Ständen auf den Nordberg

„Fangfrischer Fisch, Fritjes und Frikandeln“ – das ist das erneute Motto auf dem diesjährigen Holland-Markt, welcher am Sonntag, 21. Mai, im Zeitraum von 11.00 – 18.00 Uhr auf dem gesamten Bergkamener Nordberg stattfinden wird. Die Veranstaltungsreihe Holland-Markt, die alles zu bieten versucht, was es auf den Märkten in Enschede, Arnheim oder Venlo auch gibt, zieht schon seit 27 Jahren durch Deutschland. In Bergkamen macht sie in diesem Jahr zum fünften Mal Station.
An den gut 40 Ständen soll es ein besonderes Angebot geben, verspricht der „Chef“ des Holland-Marktes, Henk ter Hennepe. Die Marktbeschicker mit ihrem typisch niederländischen Charme wollen den besonderen Mix bieten, den es auf deutschen Wochenmärkten oft so nicht gibt: holländische Wurstspezialitäten, fangfrischen Fisch und natürlich Fritjes und Frikandeln. Außerdem gibt es Süßes wie Poffertjes und Honigwaffeln.
Taschen und Textilien, Leder- und Kurzwaren ergänzen das Angebot. Eine holländische Blaskapelle, die ganztägig durch die Standreihen zieht, wird auf dem Markt für gute Laune sorgen.
Henk ter Hennepe und das Bergkamener Stadtmarketing freuen sich darauf, mit diesem Markt ein bisschen Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen.




Online-Umfrage: Wie soll Kultur in Bergkamen aussehen?

Sieben einfache Fragen beantworten und zwei Tickets für die LOL – Stand-up Show oder die Rock’n Roll Band Silverettes im Herbst 2023 gewinnen. Eine Teilnahme ist im Zeitraum vom 15. Mai bis 30. Juni möglich.
Bei den Fragen geht es natürlich um Kultur, genauer gesagt, um das, was die Menschen interessiert. Auch Kultur-Neulinge sind herzlich zur Beantwortung der Fragen eingeladen.
Die Online-Umfrage findet im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung (kurz KEP) für Bergkamen statt. Mit dem Projekt sollen die Weichen für die zukünftige städtische Kulturarbeit in Bergkamen gestellt werden.
Hier der Link zur Teilnahme sowie alle weiteren Informationen: https://beteiligung.nrw.de/portal/bergkamen/beteiligung/themen/1003177
Weitere Termine und Informationen zur KEP in Bergkamen: https://www.bergkamen.de/kultur-tourismus-sport-veranstaltungen/kultur/kulturentwicklungsplanung/




TikTok-Star Ricardo Marinello und Mikhail Berlin gastieren im studio theater

„Ein Tenor singt um die Welt!“ lautet das Motto des sechsten Salonmusikkonzertes für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Musikfreunde. Der durch Fernsehen und Social Media bekannte Tenor Ricardo Marinello präsentiert mit seinem Begleiter Mikhail Berlin eine Gesangsreise mit Liedern, italienischen Canzonen und Filmmusik. Zu diesem besonderen Konzertereignis laden das Bergkamener Netzwerk Demenz und die
Musikakademie Bergkamen am 16. Mai 2023 um 16 Uhr in das studio theater bergkamen ein. Ausdrücklich sind auch Musikliebhaber, die nicht von Demenz betroffen sind, herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos.

Mikhail Berlin. Foto: Veranstalter

Vom „Supertalent“ zum TikTok-Star
Der studierte Opernsänger Ricardo Marinello ist ein lyrischer Tenor. 2007 gewann er die erste Staffel von „Das Supertalent“ bei RTL. Seitdem gastiert er auf großen Bühnen wie dem Gasteig in München oder der Elbphilharmonie in Hamburg. Aktuell macht er als „Sudden Singer“ in den Social Media Kanälen Furore. Seine Videos von spontanen Gesangseinlagen in Restaurants und Bars haben alleine auf TikTok über 30 Millionen Klicks. Marinello erhält Anfragen für Auftritte und Kooperationen aus der ganzen Welt, selbst Popstar Eros Ramazotti hat mit ihm Kontakt aufgenommen. Er wolle auf jeden Fall mit diesen besonderen Auftritten weiter machen, um die Menschen zu berühren und ihnen die klassische Musik näher zu bringen, sagt der sympathische Tenor. „Meine Passion ist die Musik, und wenn Menschen nicht in die Oper kommen, dann soll die Oper zu ihnen kommen“.
Sein Programm „Ein Tenor singt um die Welt“ beginnt entsprechend mit Marinellos liebsten Opernarien und endet mit der Filmmusik aus „Gladiator“.

Konzertkarten reservieren

Das Salonmusikkonzert ist für alle Besucher kostenlos. Eine Anreise von betreuten Teilnehmern ist in entspannter Atmosphäre ab 15.00 Uhr möglich. Einlass in den Konzertsaal ist ab 15.30 Uhr. Das Konzert beginnt um 16.00 Uhr und wird rund eine Stunde dauern. Am studio theater stehen Parkplätze zur Verfügung, und es gibt dort eine
behindertengerechte Toilette. Für alle Besucher ist eine telefonische Anmeldung im Vorfeld unbedingt erforderlich, da im studio theater nur begrenzt Rollatorenplätze zur Verfügung stehen. Anmeldungen und organisatorische Anfragen nimmt Thomas Lackmann von der Stabstelle „soziale Inklusion und Seniorenarbeit“ der Stadt Bergkamen gerne entgegen. Die Karten für das Konzert können telefonisch unter 02307/965-433 reserviert werden




Holzbläserensembles mit heiterem Programm

Am Dienstag, 16. Mai, präsentieren sich die Holzbläserensembles der Musikschule Bergkamen um 19.00 Uhr mit einem abwechslungsreichen Programm in der Galerie „sohle 1“, Jahnstraße 31 in Bergkamen- Oberaden.
Mit Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott musizieren Schülerinnen und Schüler der Musikschule und Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Musikakademie in großen und kleinen Besetzungen vom Saxophon-Duo bis zum Klarinetten-Nonett. „Unsere Holzbläser haben ein heiteres musikalisches Programm mit Duos, Trios,
Quartetten und großen Kammermusikensembles zusammengestellt“, berichtet Anne Horstmann, die den Fachbereich Blasinstrumente an der Musikschule leitet und das Konzert moderieren wird.
„Die Spielfreude der Ensembles zeigt sich in barocken Tänzen, heiteren Variationen, schwungvoller Filmmusik und charmanten Bearbeitungen. Darunter sind Raritäten wie vier Tänze aus dem „Concentus musico-instrumentalis“ für Oboentrio von Johann Josef Fux oder die stimmungsvolle Bearbeitung eines Schlagers der 20er Jahre: „Am
Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehn“ für Klarinettenensemble. Ob barocke Trio-Sonate oder „Tea for Two“: das Publikum erwartet ein unterhaltsames Programm!“
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.




Schmuckwerkstatt für Jugendliche in der Jugendkunstschule

Am kommenden Wochenende bietet die Jugendkunstschule die zweite Schmuckwerkstatt für Jugendliche an. Der kostenlose Workshop richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren. Die in Bochum lebende junge Goldschmiedin Paula Böddeker ist mit Herz und Seele schmuck- und designbegeistert. Sie lädt junge Menschen ein, mit ihr gemeinsam Schmuckkreationen aus Metall und Edelsteinen oder Perlen zu gestalten. Zusätzliche Materialien können eingebracht werden. Eigene Ideen sind herzlich willkommen.
Die Workshopzeiten sind Samstag, den 13. Mai und Sonntag, den 14. Mai täglich von 11:00 bis 16:00 Uhr. Weitere Workshoptermine sind am 19. und 20. August sowie am 28. und 29. Oktober. Durch das Landesförderprogramm Kulturrucksack NRW ist die Teilnahme an den Workshops kostenlos.
Kursort für die Angebote ist die Jugendkunstschule im Pestalozzihaus, Pestalozzistraße 6 in Bergkamen-Mitte. Für weitere Informationen und für eine erforderliche Anmeldung steht die Jugendkunstschule unter den Telefonnummern 02307/965462 oder 02307/288848 und per E-Mail unter jugendkunstschule@bergkamen.de zur Verfügung




Druckwerkstatt der Jugendkunstschule lädt Erwachsene zum Radieren ein

Die Jugendkunstschule der Stadt Bergkamen veranstaltet am kommenden Wochenende von Freitag, 12. Mai, bis Sonntag, 14. Mai, den nächsten Kreativworkshop für Erwachsene. Die Künstlerin Tania Mairitsch-Korte ist Dozentin des Radierworkshops, der in der Druckwerkstatt im Pestalozzihaus in Bergkamen-Mitte stattfindet. Das übergeordnete Thema dieses Workshops lautet Licht und Schatten. Auf experimentelle Weise können die unterschiedlichen Techniken des Tiefdrucks auf eine oder mehrere Kupferplatten gebracht werden. So könnte zum Beispiel eine dunkel geätzte Aquatintafläche mit den zarten Linien der Kaltnadel auf der Platte kombiniert werden.
Das Thema kann abstrakt, aber auch gegenständlich erarbeitet werden.Die Workshopzeiten sind Freitag von 18:00 bis 21:00 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 11:00 bis 17:00 Uhr.

Interessenten können sich noch für den Wochenendworkshop anmelden und erhalten weitere Informationen bei der Jugendkunstschule Bergkamen telefonisch unter 02307/965462 oder 02307/288848. Anfragen erreichen die Jugendkunstschule auch per E-Mail an jugendkunstschule@bergkamen.de. Das Teilnehmerentgelt beträgt 40 Euro zuzüglich Materialkosten von etwa 10 Euro.