Schicht im Schacht: Museumsfest feiert die Bergbaukultur

Gleich mehrere Plaketten und Medaillen hat er eingepackt. „Die passen perfekt“, sagt Gregor Greiner. Er ist einer der letzten aktiven Bergleute in Bergkamen. Zusammen mit David und Marcel Junge ist er auf das Museumsfest gekommen. Das Motto heißt schließlich „Schicht im Schacht“ – und das betrifft alle drei. Der Revierschlosser, Elektriker und der Elektrosteiger werden sich nach eineinhalb Jahrzehnten Bergbau eine andere berufliche Zukunft suchen müssen, wenn die letzten beiden Bergwerke und damit ihre Arbeitgeber Ende des Jahres schließen.

Vollbesetzte Ränge beim Ökumenischen Gottesdienst auf dem Museumsfest.

In Bergkamen ist er Vergangenheit, für einige Bergkamener aber noch Arbeitsalltag: Der Bergbau als Detailansicht aus dem neuen Museums-Schacht.

„Da machen wir uns keine Sorgen“, betonen die drei jungen Männer. „Das Wissen aus dem Bergbau ist überall gefragt. Wir haben eine erstklassige Ausbildung, wir finden schon etwas“, sind sie sich sicher. Im Bergbau zu arbeiten, war für alle drei ganz selbstverständlich. Der Opa, der Vater – die ganze Familie lebte schon immer davon. „Wir kennen es gar nicht anders“, sagen sie. „Und außerdem ist der Bergbau etwas Besonderes: Der Zusammenhalt, die Kameradschaft – Bergbau ist wie Familie, ganz anders als in normalen Firmen.“

Großes Interesse hatten die Besucher an den Bergbau-Erinnerungsstücken an diesem Stand.

Das sieht auch Cornelia Behrendt so. An ihrem kleinen Stand mit Bergbau-Devotionalien haben die drei Bergleute gerade „eingekauft“. Medaillen, Wimpel, Grubenlampen, Humpen, Kristalle, Bücher, ein Steiger-Stock: Hier türmt sich ein ganzes Bergbau-Leben auf. Das Leben ihres Vaters. Er ist im Dezember gestorben und hat Andenken an ein bewegtes Arbeitsleben hinterlassen, das auch in die Schweiz und Italien führte. Kristalle vom Ätna oder vom Gotthardt-Tunnel: Über die Bergbau-Firma Deilmann-Haniel ist die Familie weit herumgekommen und verbindet mehr als das Berufliche mit dem Bergbau. Cornelia Behrendt kommen immer noch die Tränen, wenn sie davon spricht. Sie ist froh, hier auf dem Museumsfest echte Liebhaber für die vielen Andenken ihres Vaters zu finden.

Auch Kohle ist auf dem Museumsplatz noch präsent.

Die Liebhaber umschwärmen nicht nur ihren Stand wie die Fliegen. Sie nehmen den frisch eröffneten Schacht genau unter die Lupe, die dort ausgestellten Arbeitsgeräte, den neu auf dem Hof aufgestellten Hobel, die vielen Ausstellungsstücke im Barbara-Stollen. Sie diskutieren sich heiser mit den Fachleuten vom Geschichtskreis, die all das in vielen Stunden ehrenamtlich aufgebaut haben. „Mit dem sind wir auch unterwegs gewesen“, erzählt ein Besucher seinem Sohn und zeigt auf den Waggon einer Grubenbahn. „Die hatten wir auch noch unter Tage dabei“, sagt ein anderer, der dem Enkel die Stromversorgung für die Grubenlampe um den Bauch schnallt. Am liebsten würde er in voller Montur in den Stollen hinterherkriechen, der extra für die Kinder aufgebaut wurde – mit originalen Größenverhältnissen und Grubentelefon.

Bergbau als Kultur und Einstellung zum Leben

Die Bergbauglocke wird zum Gottesdienst geläutet.

Eines ist an diesem zwei Tagen nicht zu übersehen und zu überhören: Der Bergbau ist zwar schon längst aus Bergkamen verschwunden, prägt die Stadt aber immer noch. „Bergbau ist Kultur“, beschreibt es Pfarrer Reinhardt Chudaska beim ökumenischen Bergmannsgottesdienst. Er selbst hat dem „Braten zwar nie getraut“ als Kind einer Zeit, in der Bergbau nur im Abbau begriffen wer. Als er nach Bergkamen kam, erlebte er inmitten des Kampfes um seinen Erhalt einen lebendigen Bergbau, der mehr als Arbeit war: „Ein Lebensraum, eine Einstellung zum Leben.“ Und irgendwie sie es mit dem Glauben ja nicht viel anders: Es geht darum, nach etwas zu schürfen und zu graben. Der Bergbau gehe jetzt ohne Wenn und Aber, ohne Hätte, Wäre, Wenn zu Ende – damit müsse man umgehen. Das einzige was seiner Biographie fehlt: Arbeitserfahrung unter Tage, passend zum Bergmannshemd. „Dafür würde ich die Zeit gern noch einmal zurückdrehen.“

Musik gab es standesgemäß den Spielmannszügen und Knappen.

„Der Bergbau wird in dieser Stadt nicht vergessen – wir sind stolz auf diese Vergangenheit“, betonte auch Bürgermeister Roland Schäfer. Der Strukturwandel sei gut bewältigt in Bergkamen. Die Tugenden und Werte, die der Bergbau geprägt hat, seien immer noch präsent und müssten den nachfolgenden Generationen vermittelt werden. Die politische Entscheidung für den Ausstieg hält Schäfer immer noch für die falsche. Wie auch Volker Wagner von der IG BCE. Der erinnerte in seinem Rückblick auf Identität und harte Kämpfe, an ganze Familien, die mit dem Strukturwandel einen Umbruch erlebten. Er dankte aber der Politik für das Steinkohlenfinanzierungsgesetz, das einen sozialverträglichen Ausstieg möglich machte. Auch für ihn ist es wichtig, die ganz besondere Kultur, die der Bergbau geprägt hat, erfahrbar und erlebbar zu machen.

Fahnenübergabe und ein Stück ausgehende Bergbaugeschichte.

Ein Stück Bergbaugeschichte erlebten die Besucher dann mit eigenen Augen und Ohren. Die Sängervereinigung Oberaden-Beckinghausen überreichte beim Gottesdienst feierlich ihre Fahnen an das Museum. Der Verein – verschmolzen aus zwei Sängerbünden, die in den 1880er Jahren mit dem Bergbau entstanden – wird sich Ende des Jahres mangels Masse auflösen. Nach 136 Jahren verschwindet damit ein weiteres Stück Bergbaugeschichte und es ist getreu dem Festmotto im wahrsten Sinne „Schicht im Schacht“.

 




Wolfgang Fräger ganz nah von der unbekannten Seite

Der (arbeitende) Mensch und seine Facetten: Nicht nur unbekannte Skulpturen wollen in der Fräger-Ausstellung in der sohle 1 entdeckt werden.

Faszinieren: Die Skizzen von Wolfgang Fräger, schnell dahingeworfen auf allem, was als Papier greifbar war.

Schnell hingeworfene Pferde auf einem Briefumschlag. Mit flottem Stift wie in einem Zug über das Papier gezogene Striche, die das Gesicht eines Künstler-Freundes skurril deformieren. Aus Köpfen wachsen Maschinen und verwandeln den Menschen in ein Industriemonster – gezeichnet als Entwurf für den nächsten künstlerischen Schritt. Wolfgang Fräger, der berühmte Bergkamener Künstlersohn, zeigt sich in seiner Geburtsstadt von einer ganz anderen Seite. Auch von einer unbekannten.

Genau das will die Ausstellung anlässlich seines 95. Geburtstages erreichen. Mit vielen bislang ungezeigten Werken, darunter viele Skizzen und Zeichnungen, lädt die sohe 1 dazu ein, hinter die Kulissen zu blicken. Es fast so, als würde der Betrachter Wolfgang Fräger 35 Jahre nach seinem Tod auf die Finger schauen und dabei zusehen, wie seine Werke entstehen.

Wolfgang Frägers Tochter Barbara Duka vor einem ihrer Lieblingswerke, die in der Öffentlichkeit weniger bekannt sind.

Auch für seine Tochter war die Vorbereitung eine kleine Entdeckungsreise. „Bei der Durchsicht des Archives haben wir vieles in den Händen gehalten, was völlig anders war, aus der Rolle fiel und fast gar nicht zu ihm passte“, schildert sie. „Man merkte an vielen Objekten, dass er sich ausprobierte an Techniken, die er zwar beherrschte – die ihm aber nicht lagen.“ Einen anderen Blick auf ihren eigenen Vater und sein Werk: Für Barbara Duka hat diese Bergkamener Ausstellung das bereits im Vorfeld bewirkt. Die Besucher können es jetzt mit eigenen Augen sehen anhand einer Auswahl von Druckgrafiken, Skulpturen, Skizzen und Zeichnungen, die in dieser Zusammenstellung einmalig sind und Ungeahntes über einen ungewöhnlichen Bergkamener offenbaren.

Thomas Hengstenberg zeigt seine Favoriten: Porträts eines Künstlerfreundes.

Bekannt wurde Wolfgang Fräger, der ehemalige Bergbaulehrling, vor allem mit Werken, die sich mit dem Bergbau, der Industrialisierung und ihren Folgen wie der beginnenden Umweltzerstörung beschäftigten. Anfangs noch dem ausgehenden Expressionismus zugewandt, entwickelte Fräger eine eigene Sprache, die abstrahierend und zu Schluss auch naturalistisch unverblümt, fast skurril, manchmal sarkastisch und ironisch das zeigte, was er sah. Die „Härte der Arbeit, das Tragische realistisch ohne jedes Pathos, mit Sorgen, Ängsten und Gefahren“ stecken in jedem seiner Striche, so Thomas Hengstenberg als Fachbereichsleiter Kultur des Kreises Unna. Er wollte „das Unsichtbare sichtbar machen“ nach Erfahrungen im Krieg, in der Gefangenschaft, mit dem Nationalsozialismus und dem totalen Zusammenbruch auch aller künstlerischen Werte.

Das Unsichtbare mit schnellem Strich sichtbar machen

Ungewohnte Einsichten in das Werk Wolfgang Fräger bieten auch diese industriellen Skulpturen.

Dafür hat Fräger hart gearbeitet. Aus einer Bergbaufamilie stammend, schlug er den Weg der Kunst ein, erkämpfte sich ein Stipendium und ein Kunststudium. Der Region blieb er zeitlebens verbunden mit seinem Wohnsitz in Bönen. Nahezu alle Techniken eignete er sich an – von der Plastik über das Aquarell bis zu längst vergessenen Techniken des Drucks. Ob mit Tusche und Feder oder mit dem Graphitstift: Für Thomas Hengstenberg sind es vor allem die Zeichnungen in denen besonders viel von Frägers Kunst steckt. Gerade hier „kommen wir dem Künstler auf den Blättern besonders nah“. „Wie sich das eine aus dem anderen entwickelt“, beschreibt es Frägers Tochter. Spürbar wird aber auch Frägers ständige, fast ruhelose Suche nach neuen Ausdrucksformen, seine Betroffenheit mit den Themen seiner Werke und sein Widerwille, sich den Diktaten des Kunstmarktes zu beugen.

Der Arbeitstisch als Installation.

Für seine Tochter ist die Ausstellung in der sohle 1 auch deshalb eine besondere, weil „mein Vater seiner Geburtsstadt und der Region immer eng verbunden war. Nicht zuletzt durch Menschen wie Dieter Treeck, mit denen er eine enge Freundschaft pflegte. Ohne Fräger wäre der ehemalige Kulturdezernent nie selbst Künstler geworden. „Der erste Kontakt mit der Kunst war ein Ausflug mit der Schule in ein Hammer Museum und das Passionswerk von Wolfang Fräger“, erinnert er sich. Das dieser Mann später einer seiner engsten Freunde würde, konnte er damals nicht ahnen. Treeck soll sogar einer der wenigen gewesen sein, auf dessen Kritik Fräger hörte – in einem Fall sogar ein Werk komplett ungestaltete. Auch die letzte Begegnung wird Treeck so schnell nicht vergessen: „Er rief mich nach einer Australienreise an und wollte sofort ein neues Projekt beginnen“, erinnert er sich. Treeck bat um eine kleine Erholungsfrist, doch Fräger wollte sofort loslegen. Wenige Tage später erreichte ihn die Nachricht von seinem Tod.

Solche mit weit mehr persönliche Erinnerungen wird es zur Finissage am 23. September geben. Bis dahin wartet in der sohle 1 ein weitgehend unbekannter Wolfgang Fräger darauf, entdeckt zu werden. Zusätzlich sind zwei Workshops im Pestalozzihaus im Angebot, die auf die Spuren der Drucktechniken von Wolfgang Fräger führen.




Marina verwandelt sich zu Reggae-Rhythmen in eine riesige Sandburg

Profis und Laien machten sich fantasievoll ans Sandwerk, während die Bands mit karibischen Reggae-Rhythmen aufspielten.

Die großen Sandberge reichten irgendwann nicht mehr aus. Auch in die Dekoration gruben die engagierten kleinen Burgenbauer imposante unterirdische Verteidigungsanalagen und Entwässerungssysteme. Mancher schaufelte einen ganzen Berg von der einen Seite des Platzes auf die andere. Kleine Förmchen und Schaufelchen wurden da nur mit einem mitleidigen Lächeln bedacht bei der Sandburgensause in der Marina.

Detailarbeit mit der Kelle an der Sand-Nixe.

Christian Fischer hat Profiwerkzeug dabei. Kellen in allen Größen und Formen, Hammer und Meißel und eine Gartenhacke schauen aus seiner Tasche hervor. Vorzeichnen muss er nicht. Er hat seine Wassernixe schon fix und fertig im Kopf. Dabei beschäftigt er sich beruflich mit ganz anderen Dingen. Er ist Bausteinmetz und arbeitet eigentlich mit Steinen. Der Zufall brachte ihn zunächst an das Eis und dann an den Sand. Der Besitzer einer Eventfirma sah ihn arbeiten und fragte ihn, ob er ähnliches auch mit Eis und Sand hinbekommt. „Natürlich“, lautete seine Antwort. Das war 2003. Seitdem gestaltet er öffentlich vor staunenden Augen, was ihm in den Sinn kommt.

Für das Grobe wird die Axt herausgeholt.

Nebenan geht Karina Cooper etwas rustikaler dem Block aus Glockengießersand zu Leibe. Sie hat die Axt herausgeholt, um den Klotz in Form zu bringen. Wenn die Sonne herauskommt, trocknet sie den Ton im Sand. Das Gebilde wird knochenhart und lässt sich in Form bringen. Allerdings: „Sand trocknet schneller als andere Materialien, man muss also schon schnell sein“. Normalerweise gestaltet die Bildhauerin seit 13 Jahren Holz. Die Arbeit mit dem Sand ist trotzdem ganz ähnlich. „Man muss hier auch vor allem Material entfernen, um die Gestalt zu erhalten, die man haben möchte“, schildert sie. Deshalb liegt ihr Bildhauerwerkzeug neben ihr ausgebreitet. Die Wasserspritze steht auch schon bereit – für die Feinarbeit. Bis dahin ist es allerdings noch eine Weile hin. Der Drache mit dem Herz in den Pfoten braucht noch gute 3 Stunden, bis er fertig sein wird.

Planschbecken und Förmchen im Akkordeinsatz

Die ganze Familie einträchtig beim Burgenbau.

Was die Profis dort gestalteten, beeindruckte den Nachwuchs zwar sichtlich. Das fachte die Fantasie und den Tatendrang aber auch zusätzlich an. Eng wurde es an den Sandhaufen, die in der Mitte des Marina-Platzes für die Experimentierfreudigen aufgetürmt waren. Förmchen, Eimer, Gießkannen, Wasser aus den Planschbecken waren im Akkordeinsatz. Auch auffällig viele Erwachsene verließen die Strandstühle und knieten hochkonzentriert mit verschmatschten Händen im Sand, um akribisch kleine Burgen zu gestalten. Die Bergkamener Quietscheente durfte als krönender Abschluss natürlich nicht fehlen und fanden reißenden Absatz.

Volles Engagement auch an der Trompete und am Mikrophon auf der Reggae-Bühne.

Als schließlich die Reggae-Bands auf die Bühne kamen, schaute mancher Burgenbauer nur kurz irritiert auf und ließ sich ansonsten kaum von weiteren Konstruktionsarbeiten abhalten. Da tanzten die ersten schon ausgelassen in der Sonne und sangen die Zeilen mit, die Bob Marley vor inzwischen einigen Jahrzehnten zu Papier brachte. Wer Glück hatte, ergatterte noch eine der 300 kostenlosen Blütenkränze. Die tanzten auf Köpfen durch die Menge, flatterten um Hälse im Wind oder wippten im Takt mit den Rhythmen. Reggae pur schickte Riddim Posse in den noch immer strammen Wind in der Marina und trug in weit hörbar in die Umgebung – zusammen mit famoser Stimmung. Mit den Urban Tropical Beats wurde es dann tropisch, auch wenn die Temperaturen sommerlich gemäßigt waren und ausgiebige Tänze endlich wieder schweißfrei erträglich machten.




Sommerzeit ist Lesezeit: Stadtbibliothek in den Ferien geöffnet

Lange Tage laden zum Lesen ein, und auch das hochsommerliche Wetter lässt sich gut mit Lesestunden, Spielen, Musik hören oder auch mit Recherchearbeit verbringen. Wer hier noch Material oder gar Nachschub benötigt, kann sich in der Stadtbibliothek umschauen, denn die bleibt in den Sommerferien geöffnet, dienstags und donnerstags sogar ganztägig.

Von Bilderbüchern für die ganz Kleinen über Brettspiele oder Hörbücher für alle Altersklassen bis hin zu den allseits beliebten Bestsellern aus den verschiedenen Genres reicht das Angebot der Bibliothek. Neueste Romane stehen bereit, etwa von Rita Falk „Sauerkrautkoma“, Martin Walker „Revanche“, Marlies Ferber „Grün ist die Liebe“, Robert Seethaler „Das Feld“ oder sogar von Ex-US-Präsident Bill Clinton, der in Zusammenarbeit mit James Patterson „The President is missing“ veröffentlicht hat.

Für den noch anstehenden Urlaub werden zahlreiche Reise- und Wanderführer, darunter auch Radwanderführer, angeboten. Menschen, die die Sommerzeit nutzen möchten, um sich beruflich (neu) zu orientieren, steht das Angebot „ Bewerbung und Lebenslauf“ während der Ferien ebenfalls zur Verfügung, und zwar dienstags und donnerstags in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr (außer am 24. und 26.07.2018).

Lesecafé und Jugendbibliothek laden darüber hinaus dazu ein, in der Bibliothek selbst zu verweilen. Neue Jugendromane, aktuelle Zeitschriften und Magazine können in den Aufenthaltsbereichen gelesen werden.

Stadtbibliothek Bergkamen
Alfred-Gleisner-Platz 1 (Am Stadtmarkt)
59192 Bergkamen

Öffnungszeiten:
Di: 10 – 18 Uhr
Mit: 14 – 18 Uhr
Do: 9 – 18 Uhr
Fr: 10 – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr
Sa: 10 – 12.30 Uhr
Mo: geschlossen




Sonderausstellung „Die Trajanssäule – Roms Krieg in Farbe“

Die Trajanssäule, eines der bekanntesten Monumente der Römischen Kaiserzeit, steht im Mittelpunkt einer kleinen spannenden Sonderausstellung, die das Stadtmuseum ab 16. September zeigt. Neben der Monumentalität der Säule, deren 40 Meter Höhe im Stadtmuseum durch einen 10 Meter hohen Druck visualisiert wird, stellt die Ausstellung die ursprüngliche Farbigkeit der Reliefs in den Mittelpunkt.

Die Trajanssäule ist eine Ehrensäule, die 112/113 n. Chr. für den römischen Kaiser Trajan auf dessen Forum in Rom errichtet wurde und noch heute an ihrer ursprünglichen Stelle steht. Weit sichtbar stellt sie den eindrucksvollsten und bekanntesten Rest des Trajansforums dar. Aufgestellt wurde sie im Namen des Römischen Senats, um die mit dem Forumsbau erbrachten Leistungen zu würdigen. Sie hat vielen weiteren Ehren- und Siegessäulen, antiken wie modernen, als Vorbild gedient.

Die Trajanssäule hat einen 200 m langen spiralförmigen Fries dessen Darstellungen hochinteressante Auskünfte über die Kleidung und Waffen im 2. Jahrhundert liefern. Die Wände weisen Spuren von Malerei auf, was darauf schließen lässt, dass die Reliefs ursprünglich farbig waren. In der Ausstellung werden Auszüge von farbigen Reliefs in Originalgröße gezeigt, die von Ritchie Pogorzelski, koloriert wurden, seines Zeichens Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu römischer Geschichte. Sie lassen viele Details erkennen und zählen daher zu den wichtigsten Bildquellen der Antike. Im Schwerpunkt stellt die Trajanssäule als zeitgenössische Bildquelle die Feldzüge des Kaisers Trajan gegen das Volk der Daker (im heutigen Rumänien) in den Vordergrund.

Ein 10 m hoher Druck im Treppenhaus vermittelt den Gesamteindruck der Ehrensäule, den man so nur im Bergkamener Museum gewinnen kann. Die Ausstellung wird ergänzt um Exponate und Rekonstruktionen aus der museumseigenen Sammlung. Auch das hemmungslose Machtbestreben der Römer und der Rohstoffhunger der römischen Militärgesellschaft werden thematisiert.

Die gedruckte 10 m hohe farbige Trajanssäule geleitet die kleinen und großen Besucher vom Erdgeschoss in das 2. Obergeschoss. Dort befindet sich die Mitmachstation zum Thema Bau eines römischen Legionslagers und die einzigartige Sammlung der Originale des Militärlagers Oberaden. Die Sonderausstellung wird in Kooperation mit dem Clemens-Sels-Museum in Neuss gezeigt und ist bis zum 03. März 2019 im Stadtmuseum Bergkamen zu sehen.

Stadtmuseum Bergkamen

Sonderausstellung

„Die Trajanssäule – Roms Krieg in Farbe“

  1. September 2018 – 3. März 2019

Öffnungszeiten:

Di – Fr                 10-12 und 14-17 Uhr

Sa                       14-17 Uhr

So                       11-18 Uhr

Eintritt:

Erwachsene ab 18 Jahren                       3 €

Gruppen (ab 10 Personen)           50% Ermäßigung




Raus aus der Hitze: LWL-Museen bieten Abkühlung

Die Sonne brennt, das große Schwitzen will kein Ende nehmen. Gut, wenn man sich da abkühlen kann. Noch besser, wenn die Hitze-Auszeit auch noch Spaß macht: Die Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bergen zahlreiche Orte, in denen es nicht nur kühl, sondern auch ziemlich interessant ist. Es geht hinter dicke Klostermauern, in unterirdische Stollen und auf erfrischend nasse Spielplätze.

Im Besucherbergwerk der Zeche Nachtigall sollte man auch im Sommer eine Jacke tragen.
Foto: LWL/Appelhans

Im Besucherbergwerk des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) herrschen ganzjährig kühle zwölf Grad. „Da sollte man auch im Sommer eine Jacke mitnehmen“, sagt Michael Peters, Leiter des LWL-Industriemuseums. In das Bergwerk gelangen Besucher nur im Rahmen von Führungen, die mehrmals täglich angeboten werden. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde – Zeit genug also, um der brütenden Hitze zu entkommen.

Wer lieber unter freiem Himmel Abkühlung finden möchte, sollte sich den Wasserspielplatz am LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) notieren. Kinder können dort mit Wasser und Schiffen experimentieren und dabei das Geheimnis der schwebenden Schiffe lüften. Auf dem hölzernen Floß, das durchs Wasser gezogen wird, sind natürlich auch Erwachsene willkommen.

Viel ruhiger als auf dem Wasserspielplatz geht es in Lichtenau (Kreis Paderborn) zu: Hinter dicken Mauern ist es im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur Kloster Dalheim nicht nur angenehm kühl, sondern auch still. Davon profitiert nicht nur der Körper, sondern auch der Geist. Das weitläufige Gelände mit seinen 7,5 Hektar sowie der neue Spielplatz, der viele schattige Plätzchen bietet, eignen sich besonders für ein Picknick.

Angenehm kühl ist es im Kreuzgang des Klosters Dalheim. Foto: LWL/Alexandra Buterus

Tief hinab in die Erde und weit zurück in die Geschichte geht es im LWL-Museum für Archäologie in Herne: In einer unterirdischen Ausstellungshalle eröffnet sich dem Besucher eine riesige Grabungslandschaft. Über 10.000 Funde enthüllen die Menschheitsgeschichte in der Region Westfalen – von der Eiszeit bis in die Gegenwart. Richtig eisig ist es glücklicherweise nicht im Museum. „Aber da die Exponate eine konstante Temperatur brauchen, ist hier alles klimatisiert“, sagt Dr. Josef Mühlenbrock. Angenehme 20 Grad sind es auch in der Halle für Sonderausstellungen. Hier korrigiert zur Zeit die Sonderausstellung „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen und deckt spektakuläre Betrugsfälle der Archäologie auf. Dabei erfahren die Besucher nicht nur, warum ein Irrtum oder eine Fälschung anfangs durchaus überzeugen konnte. Interaktive Angebote vermitteln auch, welchen Erkenntnisgewinn die Forschung inzwischen erzielt hat. Mit Sicherheit kein Irrtum ist die Tatsache, dass es sich hier auch bei großer Hitze draußen gut aushalten lässt.

Einer alten Legende nach soll im historischen Quellkeller unter dem LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn eine Gruppe von Wasserdrachen leben. Eine geheimnisvolle Aura umgibt den Keller, in dem die Paderquellen entspringen, allemal. Schließlich ist er fast 1.000 Jahre alt. Einen schnellen Frischekick erhalten Besucher heute, wenn sie ihre Hände in das etwa elf Grad kalte Quellwasser halten. Zum Trinken eignet es sich nach heutigen Maßstäben allerdings nicht. Im 9. Jahrhundert war man da weniger zimperlich: Karl der Große, berühmtester Bewohner der Kaiserpfalz, hat sich bestimmt den ein oder anderen Schluck genehmigt. „Damals hatte man wohl einen stärkeren Magen“, sagt Dr. Martin Kroker vom Museum in der Kaiserpfalz. Er empfiehlt auch einen Besuch der Ausstellungsräume: „Dank der dicken Mauern ist es hier ganzjährig angenehm kühl.“

Ursprung zahlreicher Sagen und Erzählungen: Die Paderquellen im kühlen Quellkeller des Kaiserpfalz-Museums.
Foto: LWL/Burgemeister

Angenehme Temperaturen statt brütender Hitze gibt es auch im LWL-Museum für Naturkunde in Münster, das die neue Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ und im Planetarium des LWL-Museum. Im Sternensaal haben die Besucher stets einen blauen, wolkenlosen Himmel, eine sternenklare Nacht bei angenehmer Klimatisierung und jeder Menge zu Erleben. Und das Beste – einen Sonnenbrand muss hier niemand befürchten und das Deodorant bekommt auch mal eine Pause. „Sehen sie mit Ihren Kindern auf drehbaren Planetariumssesseln in die unendlichen Weiten des faszinierenden Universums“, rät Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs. „Im Planetarium fliegen die Zuschauern unter anderem bei ‚Faszination Weltall‘ zur Sonne, um das kühle Weltall geht es bei ‚In der Tiefe des Kosmos‘, und der Außerirdische Gulp versucht die Erde in einen Sack zu packen, um sich keinen ‚Erd-Sonnenbrand‘ zu holen. Auch im Museum selbst ist es deutlich angenehmer als bei der Hitze draußen. Zudem ist im kühlen Sonderausstellungsraum bei rund 22 bis 24 Grad Raumtemperatur derzeit die Sonderausstellung über das Gehirn zu sehen, die unter anderem auch eine Lichtdusche zeigt.

Vom dunklen Keller geht es wieder in die Sonne: Auf 90 Hektar ist im LWL-Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe) eine historische Kulturlandschaft entstanden. Wem es beim Erkunden des Areals zu heiß wird, der findet in den über 100 Gebäuden Unterschlupf. „In großen Fachwerkhäusern bleibt es generell relativ kühl“, sagt Ruth Lakenbrink vom LWL-Freilichtmuseum. So kann es die Besucher zum Beispiel im Osnabrücker Hof selbst bei hohen Temperaturen schon mal frösteln. Im kleinen Bächlein auf der Fläche „Spielen am Dorfrand“ kann man zwar nicht schwimmen, als nasser Kinderspielplatz ist es aber allemal empfehlenswert. Wer nun dennoch Durst auf ein kaltes Getränk hat, findet unter den Sonnenschirmen im Biergarten des Restaurants „Im Weißen Ross“ ein schattiges Plätzchen.

Viel Schatten bietet auch das LWL-Freilichtmuseum Hagen: Entlang des Museumswaldes führen zahlreiche Spazierwege unter hohen Bäumen vorbei an mehreren Teichen und Bächen. „Hier weht auch an heißen Tagen ein angenehm frisches Lüftchen“, sagt Uta Wenning-Kuschel vom LWL-Freilichtmuseum. Auch in den Werkstätten hinter Fachwerk- und Bruchsteinmauern ist es im Sommer stets kühler als draußen. Hilft das alles nichts, taucht man einfach seine Füße in das kühle Nass des Wasserspielplatzes. Wenning-Kuschel hat außerdem noch einen Tipp: „Wer schon morgens um neun Uhr kommt, kann die erfrischende morgendliche Waldluft genießen und drei bis vier Stunden auf dem Gelände verbringen, ohne in die heiße Nachmittagszeit zu kommen.“ Für einen anschließenden Mittagssnack bieten sich im Anschluss die über einem kleinen Bach gelegenen Museumsterrassen, der Biergarten mit Schatten spendenden Sonnenschirmen oder die stets kühle historische Braustube an.

 




Bummannsburg wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Außer den Relikten ihrer beeindruckenden römischen Geschichte – wie etwa der Holz-Erde-Mauer im Ortsteil Oberaden – lassen sich in Bergkamen weitere geschichtsträchtige Spuren finden: Aus dem Hochmittelalter (900 – 1200) stammt die noch gut erkennbare Doppelwall-Ringanlage in Bergkamen-Rünthe, die sog. „Bummannsburg“. Seit 1990 ist sie als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Aktuell befindet sich die Burg zwar noch im Dornröschenschlaf, aber das soll sich ändern. Die Stadt Bergkamen ist als untere Denkmalbehörde für die Bummannsburg zuständig und mithilfe des Stadtmuseum strebt sie nach den Sommerferien die Entwicklung eines Erhaltungskonzepts für die Bummannsburg an. In erster Linie geht es dabei um den Schutz des einzigartigen Bodendenkmals. Das Stadtmuseum Bergkamen und Wissenschaftler/innen der Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL- Archäologie für Westfalen) werden zunächst eine Beschilderung entwickeln, die das Bodendenkmal sichtbar werden lässt.

„Der Erhalt von Bodendenkmälern kann eine echte Herausforderung sein“, so Museumsleiter Mark Schrader. „Funde kann man gut in die Vitrine legen oder im Fundmagazin einlagern. Aber mit einem ortsfesten Bodendenkmal geht dies nicht. Doch die Arbeit lohnt sich, denn sie macht die Vergangenheit unmittelbar erfahrbar.“

Anders als das Römerlager in Oberaden liegen die meisten Bodendenkmäler und auch die Bummannsburg abseits der aktuellen Bergkamener Besiedlungen, meist in Wäldern oder in der Nähe von Äckern. Witterung und Umwelteinflüsse setzen ihnen kontinuierlich zu. Durch Stürme umstürzende Bäume schädigen die Wälle und zerstören die noch vorhandenen Strukturen. Aber auch anderen Bedrohungen ist die Anlage ausgesetzt, vielfach aus Unwissenheit. Die mittelalterliche Wallburg wird seit Jahren von Mountainbikern als Geschicklichkeitsparcours genutzt und damit auch beschädigt. Die sandigen Wallkronen haben die Belastung durch Spaziergänger ebenfalls nicht schadlos überstanden.

Da hilft nur eines: „Aufmerksamkeit, Aufklärung und Pflege, das ist eine Kombination, die sich bei der Bummannsburg bewähren kann“, so Marc Alexander Ulrich, Kulturdezernent der Stadt Bergkamen. Schautafeln sollen in Zukunft über Geschichte und Bedeutung der Bummannsburg informieren und aufklären. Das soll ein erster Schritt zur Erhaltung der Anlage sein. Die Stadt hofft darauf, mit der Aufklärungsaktion die Rücksichtnahme bei den Besucherinnen und Besuchern der Anlage zu fördern. „Dann“, so Ulrich „wird die Bummannsburg bleiben, was sie ist, nämlich eines der bedeutendsten Bodendenkmäler in Westfalen“.




Archäologen graben an der A 1 bei Unna

Die Erweiterung eines Gewebegebiets bei Unna führte zur Entdeckung einer eisenzeitlichen Siedlung. Seit mehreren Monaten haben Archäologen unter der Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Funde dokumentiert und geborgen. Nach Abschluss der Grabung liegen nun erste Ergebnisse vor.

Über 100 Meter lang und acht Meter breit sind die Grabungsschnitte, die Archäologen einer Fachfirma in Unna angelegt haben. In 27 solcher Flächen entdeckten sie seit November letzten Jahres Pfostenlöcher und Gruben aus der Eisenzeit. In einer Tiefe von 50 bis 70 Zentimeter unter der Ackeroberfläche zeigten sich diese Siedlungsspuren als graue Verfärbungen im hellen Unterboden. Bei einer dieser Strukturen handelt es sich um den Rest eines sogenannten Grubenhauses. Darunter verstehen die Wissenschaftler Wohn- oder Werkstattgebäude, die in den Boden eingegraben wurden.

Darüber hinaus fanden die Forscher zwei Grubenkomplexe, die aus jeweils fünf bis sechs ineinander verschachtelten Gruben bestehen. Wahrscheinlich haben die Menschen damals an diesen Stellen Lehm abgebaut. Lehm war ein wichtiger Rohstoff, sowohl zur Herstellung von Gefäßen aus Keramik als auch zum Verputzen der Häuser.

In manchen Gruben entdeckten die Wissenschaftler Keramikscherben. Anhand dieser Scherben lassen sich die Siedlungsreste in die Vorrömische Eisenzeit datieren, also die Epoche von 800 vor Christus bis Christi Geburt. Daneben fanden sich in wenigen Gruben aber auch Abschläge von Feuerstein. Solche Abschläge entstehen bei der Herstellung von Steinwerkzeugen.

Archäologe G. Peter Montes beim Graben eines Profils durch eine Siedlungsgrube.
Foto: Fa. Archbau

„Tatsächlich hatten wir eine jungsteinzeitliche Siedlung erwartet“, erläutert Prof. Michael Baales von der LWL-Archäologie für Westfalen. Die LWL-Archäologen hatten daher schon vor einigen Jahren nach an der Oberfläche liegenden Funden gesucht. Bei dieser Suche stießen sie vor allem auf Steinwerkzeuge, die auf eine jungsteinzeitliche Siedlung im Boden schließen ließen. Erste Suchgrabungen hatten diese Vermutung dann bestätigt. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen sind von der jungsteinzeitlichen Besiedlung aber kaum noch Spuren erhalten“, so Baales.

Die Archäologen gehen davon aus, dass der Fundplatz ursprünglich deutlich anders aussah. „Die Siedlung lag einst auf einem leichten Geländesporn, der aber durch Erosion und durch die landwirtschaftliche Nutzung der jüngsten Zeit eingeebnet wurde“, so Grabungsleiter Peter Motsch. „Demnach ist davon auszugehen, dass nur die tief in den Boden eingegrabenen Strukturen überliefert wurden.“ Die Reste der Gruben sind heute immerhin noch bis zu einem Meter tief.

Das Gelände in Unna weist siedlungsgünstige Eigenschaften auf. Die fruchtbaren Böden aus Lösslehm bieten ideale Bedingungen für Ackerbau. Daher lag der Verdacht nahe, hier vorgeschichtliche Siedlungen zu vermuten. Vor einer Bebauung waren somit weitere archäologische Untersuchungen notwendig.

 




Kulturelle Highlights im August und September

Das Bergkamener Kulturpublikum erwarten etliche Highlights im August und September: Zum Gedenken an den Bergkamener Künstler Wolfgang Fräger, der europaweit großes Ansehen genoss, wird am 12. August um 11.30 Uhr die Ausstellung „Bekanntes und Unbekanntes“ in der Galerie sohle 1 eröffnet.

Fans der Sparkassen Grand Jam können sich am 5. September im Almrausch/ehemals Haus Schmülling auf die beliebte Formation „Greg´s Bluesnight Band“ freuen, die vor ca. 15 Jahren das erste Mal auf der Bühne in Bergkamen stand.

Das Kulturreferat freut sich, den Kabarettisten Mathias Tretter am 13. September mit seinem Programm „Pop“ im studio theater präsentieren zu können. Im Bereich der politischen Satire gehört er definitiv zur Elite.

Zum 20-jährigen Jubiläum der Stadtbibliothek Bergkamen am 14. September wird ab 15 Uhr ein buntes Programm für Groß und Klein mit vielen Überraschungen geboten.

Im September erwartet die Fans der Kriminalliteratur ein besonderes „Vergnügen“: Die international bekannte Erfolgsautorin Tanja Kinkel liest am 18. September im studio theater bergkamen aus ihrem neuen historischen Roman im Rahmen des Krimifestivals „Mord am Hellweg“ und entführt die Leserinnen und Leser zurück ins neunzehnte Jahrhundert.

Weitere Highlights der Monate August und September hier im Überblick:

So. 12.08. – So. 23.09. Wolfgang Fräger

Ausstellung „Bekanntes und Unbekanntes“

Städtische Galerie „sohle 1“

 

Sa. 18.08./So. 19.08. Museumsfest „Schicht im Schacht“

Familientag: SA.19.08. / 11-19 UHR

Bergmannstag: SO 19.08. 10-18 UHR

Stadtmuseum Bergkamen

 

 Mi. 5.09. / 20 UHR

Sparkassen GRAND JAM

Greg´s Bluesnight Band

Almrausch / ehemals Haus Schmülling

 

Do. 13.09. / 20 UHR

Kabarett / Cabaret

Mathias Tretter „Pop“

studio theater bergkamen

 

So. 09.09. / 11-18 UHR

Tag des Denkmals

Vorstellung des Legionslagers Oberaden

Römerpark Bergkamen

 Fr. 14.09. ab 15 UHR

20-jähriges Jubiläum der Stadtbibliothek

Am Standort „ Alfred-Gleisner-Platz“

Uhrzeit und Programm siehe Presse

Stadtbibliothek Bergkamen

 

So. 16.09. / 11-18 UHR

4. radKULT(O)UR im Kreis Unna

Das Stadtmuseum bietet allen kulturinteressierten an diesem Tag freien Eintritt

Stadtmuseum Bergkamen

 Eröffnung Sonderausstellung „Die Trajansäule“ – Roms Krieg in Farbe

Stadtmuseum Bergkamen

 

 Di. 18.09. / 19:30 UHR

Mord am Hellweg

Tanja Kinkel „Grimms Morde“

studio theater bergkamen

 

Di. 18.09.-Sa. 22.09.

Stadtbesetzung III

Kunstprojekt am Kurt-Schumacher-Platz mit Samuel Treindl , Münster, und David Rauer, Osnabrück

Alle Interessierten sind eingeladen!

 

Fr. 21.09. / 16 UHR

Musikakademie Bergkamen

clarinet.factory

„Wir tanzen um die Welt“

studio theater bergkamen

 

Mi. 26.09. / 19:30 Uhr

mittwochsMIX

Anka Zink

„Zink extrem positiv“

Städtische Galerie „sohle 1“

 

Sa. 29.09. / ab 19 UHR

nachtfrequenz18-Nacht der
Jugendkultur / Konzert

„Get Loud For Youth Culture Pt.9“

Jugendzentrum Yellowstone

 

So. 30.09. / 18 UHR

Mord am Hellweg

Bayerisch-österreichische Nacht

Lesung mit Herbert Dutzler, Su Turhan und Mario Giordano

Almrausch / ehemals Haus Schmülling

 

Informationen und Kartenvorbestellungen unter: Kulturreferat Bergkamen 02307/ 965 464

 




Ferienaktion der Kunstwerkstatt „sohle 1“

Kurz vor der Finissage am kommenden Sonntag bietet die Kunstwerkstatt „sohle 1“ den Daheimgebliebenen noch einen „langen Donnerstag“ an. Wer also am Sonntag keine Zeit hat, sich von der diesjährigen Ausstellung „Wegmarke Brücken“, verbunden mit den besten Exponaten des Wettbewerbs „Knoten“ zu verabschieden, bekommt am Donnerstag, 19. Juli, um 17 Uhr (Galerie-Eintritt 3 €, weitere Kosten fallen nicht an) eine ganz besondere Chance: So wie Schulklassen oder Kurse zu ihren Unterrichtszeiten die Möglichkeit bekommen, sich durch die aktuelle Ausstellung führen zu lassen, bekommen diese Möglichkeit nun auch all diejenigen, die zu den normalen Öffnungszeiten der Galerie noch arbeiten müssen und das Wochenende stets anderweitig verplant haben. Mehrere Künstler der „sohle 1“ werden anwesend sein und Auskunft geben zu den eigenen Werken, können aber durchaus auch die eine oder andere Frage zu den nicht von ihnen selbst geschaffenen Werken beantworten.
Zur Finissage am Sonntag, 22. Juli, um  11 Uhr erwarten den Besucher eine humoristisch-musikalische Schlussbetrachtung der Kunstwerke durch die Kabarettgruppe „die Sperrsitze“ und natürlich in alter Tradition nicht nur geistige Nahrung, sondern auch Speis und Trank. Für die Liebhaber des Deftigen ebenso wie für den „süßen Zahn“ wird etwas zu finden sein.

 




Drei Tenöre und das BOB: Bergkamener bejubeln das Klassik Open-Air

Tolles Ambiente beim Klassik Open-Air vor dem Rathaus auf dem Platz der Partnerstädte.

Und hopp: Die drei Freunde und Tenöre begeisterten auch mit akrobatischen Einlagen.

Kinder, die ihre Köpfe durch die Geländer stecken und mit offenen Mündern auf die Bühne starren. Jugendliche, die vom Parkhausdeck aus applaudieren oder mit Kopfhörern im Ohr plötzlich neben der Bühne stehen. Zufällige Passanten, die sich aus heiterem Himmel mit Hunderten von Gesichtern konfrontiert sehen und zur Salzsäule erstarren, während direkt neben ihnen ein Tenor alles aus seinen Stimmbändern herausholt. Klassik unter freiem Himmel ist in Bergkamen immer ein besonderes Erlebnis mit unvorhergesehenen Einlagen. Auch am neuen Platz.

Zur Musik mit Wein gurgeln: Auch das ist Open-Air-Flair.

Denn auch auf dem Platz der Partnerstädte waren es vor allem die Zwischenfälle, die den besonderen Charme des Musikabends ausmachte. Da marschierte einer der Tenöre schon mal selbst aufs Parkdeck, um die Lärmeinlage von Jugendlichen zu beenden. Er brachte sie kurzerhand mit. Da wurden hinter der Bühne fleißig Online-Beiträge gepostet, während auf und vor der Bühne die Stimmung immer besser wurde. Auch wenn schon mal ein Teil der Saite vom Geigenbogen riss oder das Mikrofon erst ein wenig zu spät eingeschaltet war: Da flogen die Tenorbeine beim Cancan hoch, da wurde endlich der Wein auf die Bühne gereicht, damit nicht nur angestoßen, sondern auch passend zur Musik gegurgelt werden konnte. Da wurden Tenöre an den Beinen in die Luft gehoben, es wurde geschunkelt und gestampft. Vor allem aber schraubten sich die Stimmen angefeuert vom Publikum in ungeahnte Höhen.

Mit dem BOB in Stimmung kommen

Das Blasorchester Bergkamen machte den Anfang dieses besonderen Klassik-Abends.

Angefacht hatte bereits das Blasorchester Bergkamen die hochsommerliche Stimmung auf dem Platz der Partnerstädte. Mit Mary Poppins, der Eisprinzessin oder Carmen ging es munter durch die Klassikwelt. Fantasia, Rossini, die diebische Elster: Der Auftakt war bereits ein eigener Musikhöhepunkt, der die Bergkamener von den Besucherstühlen holte. Tenor Stefan Lex beobachtet das begeistert und voller Respekt: „Ein tolles Orchester“, kommentiert er am Rand der Stufen, die an diesem Abend zur Bühne wird. „Der neue Platz gefällt mir auch fast noch besser als der alte in der City. Das Ambiente ist toll und die Akustik hervorragend!“

Je später der Abend desto besser die Stimmung.

Vor allem aber faszinierte ihn und seine zwei Tenor-Freunde Michael Kurz und Thomas Heyer das Publikum. „Ihr seid das beste Publikum der Woche – ach was, des Monats!“, jubelten sie in die Mikrophone, nachdem geschlossen mitgeklatscht, gestampft und gesungen wurde. „Bergkamen ist die Kulturhauptstadt 2018“, setzten die Sänger noch einen drauf und stießen mit ihren Weingläsern an. Sie wussten, was sie sagten: Schon einmal standen sie beim „Sommer in Bergkamen“ auf der Klassikbühne unter freiem Himmel. Schon einmal tobten die Besucher. So auch an diesem Abend.

Mehr als nur eine Zwischeneinlage: Die Damen vom Ensemble Pomp-A-Dur sorgten für Augen- und Ohrenschmaus.

Es war allerdings auch nicht schwer, angesichts des Programms in Stimmung zu kommen. Mozart, Verdi, Bizet, Lehar, Brahms, Strauss: Das waren nur einige der großen Namen, deren Kompositionen den Bergkamenern in die Glieder fuhren. „Wien bleibt Wien“, die „Zigeunergeigen“, „Dein ist mein ganzes Herz“, „La donna e mobile“: Das meiste kannten auch die eher Unbeleckten unter den Zuhörern. Gehen lassen wollten die das Trio mit dem Ensemble Pomp-A-Dur dann auch nach mehr als zwei Stunden nicht. Immer wieder waren Zugaben gefordert. Da war die Sonne längst untergegangen, als noch einmal „O sole mio“ durch die lauwarme Sommerluft schwappte. Vielleicht ja bis zum nächsten Mal…