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In Rünthe die Orte und „Unorte“ im anderen geschulterten Straßenlicht sehen

Romantisch: Mit Sonnenuntergang vor Kanalbrücke, Hafen und Kraftwerk.

Der Hund hält leicht konsterniert inne und wundert sich, wo mitten im Wald in Rünthe plötzlich eine Straßenlaterne herkommt. Daran hängt auch noch ein knatternder und stinkender Motor-Generator. Er entscheidet sich dann aber doch für den Baum und läuft weiter. Ein anderer Hund geht mitten im Stadtteil keinen Schritt mehr weiter, als der Jan Philip Scheibe mit seiner Laterne sieht. „Was ist das eigentlich?“, fragen seine Besitzer irritiert und schauen der kleinen Prozession hinterher, die Laterne und Mensch hinterherläuft.

Spektakulärer Auftakt mit kraftvollem Sonnenuntergang in der Marina.

Was das war, konnte der Künstler nicht in wenigen Sätzen beschreiben. Dafür brauchte es schon längere Erklärungen. Aus einer einmaligen Aktion ist inzwischen ein fast schon weltweiter Shouldered Streetlights Act geworden, dessen „Kreise weiter werden“. „Die emotionalen Reaktionen der Menschen, denen ich mit der Laterne begegnet bin, haben mich bestärkt und animiert, daraus etwas Langfristiges zu machen“, erzählt er. Seit inzwischen zwölf Jahren geht er mit Laterne und Generator auf Wanderschaft. Bis an den Polarkreis im Norden und Lanzarote im Süden.

Mit fast 30 Kunstinteressierten auf dem Weg.

Zuhause in Lemgo hieß es in seiner Kindheit wie bei so vielen: „Wo die Straßenlaterne steht, ist Schluss“. Sie grenzte die kindliche Freiheit und gleichzeitig die sicheren Heimatgefilde ein. Später hieß es: „Wenn das Licht der Straßenlaternen angeht, seid ihr zuhause.“ Tatsächlich ist es auch jetzt, näher und weiter entfernt von seiner Heimat so, „dass ich mich verorte, wenn ich die Laterne hinstelle“. Sie ist ein Stück „temporäre Heimat“, die mit ihm auf Wanderschaft geht.

Abmarsch über die Straße hinweg.

Auch bei seiner zweiten Bergkamener Tour am Freitag in Rünthe. Dabei hatte er wie immer seinen Anzug an. Der Anzug, der für ihn das Büro symbolisiert, „aus dem ich einfach nur fortgehen wollte“. Er geht immer noch, jetzt mit einer Mission. Jan Philip Scheibe erhellt mit Laterne und Generator Orte und „Unorte“, die für ihn die Stadt ausmachen, die er besucht. In Rünthe ist es der „schon fast abgeschlossene Strukturwandel“, Natur, Wasser, Tourismus, Leben. Deshalb geht es los in der Marina, in der schon längst Lichtkunst zum Anziehungspunkt geworden ist.

Stopp am Kiosk.

Den ersten Halt legt er neben der Fabrik im Hafen ein, den zweiten direkt neben einem von vielen Motorbooten, die abseits lagern. Schnurstracks geht es über die Straße hinauf auf die alte Zechenbahn. Die Laterne steht mal an eine Birke gelehnt, mal auf einer Anhöhe, mal in einer Abzweigung. Dann lehnt sie sich an eine „Schwester“ vor dem Schacht III – wo früher die Steinkohle gefördert wurde. Dann sitzt Jan Philip Scheibe auf einer alten Lore und lehnt den Kopf an den Alupfosten seiner Begleiterin. In der Bushaltestelle hält er nur kurz an. Nebenan vor einem der letzten Kioske bekommt er einen Stuhl und lässt sich nieder. Dann steht die Laterne zwischen zwei geparkten Marktständen. Kurz darauf verschwindet er mit dem Tross hinter sich in Feld und Wiese, schlägt sich mit einem kurzen Anstieg im Dunkeln durchs Gebüsch auf den Kanaldeich und stellt sich vor die Kanalbrücke, hinter der die roten Lichter des Kraftwerks leuchten. Ein Frachtschiff zieht leise vorbei. Kurz noch ein paar kleine Verschnaufpausen unter der Brücke und auf dem nächsten Radweg, schon sind alle nach zwei Stunden wieder im Hafen.

„Man muss sich schon darauf einlassen“, sind sich die meisten Teilnehmer einig. „Aber wenn man es macht, dann sieht man die Orte, an denen er seine Laterne aufstellt, tatsächlich einmal in einem anderen Licht“. Einfach mal selbst ausprobieren. Es muss ja keine Straßenlaterne sein…




Spektakuläres Lichtkunstfest am Herbert-Wehner-Platz

Die 5. Nacht der Lichtkunst in der Hellweg Region am 30. Oktober wird in diesem Jahr eine ganz besondere sein. In Bergkamen wird um 18 Uhr das spektakuläre Lichtkunstwerk „VIRTUAL FAIRGROUND“ der Künstlerin Femke Schaap im Rahmen eines kleinen Festprogramms am Herbert-Wehner-Platz eingeweiht. Die Besucherinnen erleben ein bewegliches quirliges Lichtkunstwerk, das zum Erkunden einlädt. Femke Schaap, die mit ihrer Kunst des Videomapping  (einer besonderen Art der Projektionskunst) internationale Anerkennung erhält, wird selbst anwesend sein und ihre Idee erläutern. Bürgermeister Bernd Schäfer hält ein Grußwort. Passend
zum Thema Jahrmarkt (Fairground) wird das Drehorgelorchester Dortmund aufspielen und zum Verweilen einladen.
Kurzführungen zu den umliegenden Lichtkunstwerken am Nordberg werden angeboten.

Um 18.30 startet vom Herbert-Wehner-Platz der Lichtkunst-Bus eine Sonderrundfahrt nach Unna: In der Unnaer Innenstadt erwartet die Mitreisenden der Licht-Parcours mit Lichtkunstwerken von zehn niederländischen Künstlerinnen und Künstlern, der anlässlich des 20jährigen Bestehens des Internationales Lichtkunstzentrums präsentiert wird. Anschließend besuchen die Gäste die aktuelle Ausstellung „Faszination Licht“ im Lichtkunstmuseum. Für diese Lichtkunstreise sind die Tickets ab sofort erhältlich.

Veranstalter: HELLWEG – ein LICHTWEG e.V. // www.hellweg-ein-lichtweg.de
Kulturreferat Stadt Bergkamen /www.bergkamen.de/kultr
Gefördert von: Ministerium für Kultur und Wissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen und
LWL-Kulturstiftung


Zur Künstlerin Femke Schaap:
Femke Schaap ist Pionierin im Gebrauch des von einem breiten Publikum geschätzten innovativen Mediums „Videomapping“. Nach ihrem Kunststudium am renommierten Sandberg Institut in Amsterdam wurde Schaap mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der 1. Preis des angesehenen Prix de Rom Bildhauerpreises. Femke Schaap war für den Preis Nouvelle Images nominiert und erhielt den Fortis Preis für Visuelle Künste. Ihre Kunst und Installationen werden weltweit auf Kunstmessen, in Galerien und Museen ausgestellt, wie Stedelijk Museum in Amsterdam, Kyoto Kunstzentrum in Japan, Museum für moderne Kunst in Arnheim, Zentrum für zeitgenössische Kunst Kiew und Europäisches Kunstzentrum in Xiamen, China und Urban Glass New York. Seit 2000 ist Femke Schaap als Dozentin an der bekannten Kunstschule ArteZ/Aki Enschede und der Gerrit Rietveld Akademie tätig und außerdem an der Polytechnischen Universität, Hong Kong. Schaap lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande. Weitere Informationen zum Gesamtprogramm: s. anliegendes Programmheft.

Ein nützlicher Wegweiser für alle, die sich auf den Weg zu den Lichtkunstwerken der Hellweg-Region machen, ist die Website www.hellweg-ein-lichtweg.de.

Programm Bergkamen – Herbert Wehner Platz ab 18 Uhr
Vorstellung und Einweihung des temporären Lichtkunstwerks
„Virtual Fairgrund“ von und mit Femke Schaap, NL
Drehorgelorchester Dortmund
Besuch: kostenlos

Geführte Lichtkunstreise mit dem Bus Bergkamen – Unna – Bergkamen, 18.30 Uhr: Treffpunkt: Herbert-Wehner-Platz
Lichtkunstbustour zu 22 temporären Lichtkunstwerken in Unna




Kammermusik und keltische Klänge zum Abschluss

Die Opherdicker Herbstbühne geht in den musikalischen Endspurt: Mit klassischer Musik auf Violine, Cello und Klavier sowie Irish Folk über Liebe, Sehnsucht und Leidenschaft leiten zwei Trios den Abschluss der Musikreihe auf Haus Opherdicke ein. Am Donnerstag, 21. Oktober erobern die Kammermusiker Albrecht Menzel, Friedrich Thiele und Elisabeth Strauß die Konzertscheune, eine Woche später, am 28. Oktober, gibt es keltische Klänge von Sackville Street.

„Das Tagtägliche erschöpft mich“ gestand Ludwig van Beethoven sich einst ein und flüchtete vermutlich auch deshalb in die große Kunst des Komponierens. Es sind u.a. Werke von ihm mit denen Albrecht Menzel (Violine), Friedrich Thiele (Cello) und Elisabeth Strauß (Klavier) das Publikum der Opherdicker Herbstbühne am 21. Oktober aus dem Tagtäglichen hinaus- und in einen wunderbaren kammermusikalischen Abend hineinführen werden.

Warme Garderobe für einen angenehmen Konzertbesuch in der Scheune
Neben van Beethovens „Gassenhauer“ stehen auch Stücke von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Dimitri Schostakwitsch auf dem Programm. So sehr das Trio den Besucherinnen und Besuchern musikalisch auch einheizen wird, so nachdrücklich sei darauf hingewiesen, dass sich für den angenehmen Konzertbesuch in der denkmalgeschützten Scheune erfahrungsgemäß eine warme Garderobe empfiehlt.

Mit Sackville Street gibt es leidenschaftlichen Irish Folk made im Ruhrgebiet. Was diese Gruppe von anderen unterscheidet, sind die klaren Arrangements, bei denen der zweistimmige Gesang von Nina Heinrich und Christian Donovan auf außergewöhnliche Weise mit dem Harfenspiel von Luzinde Hahne harmoniert. Mit ihren melancholischen Liedern im irischen und schottischen Stil begeistert das Trio ihr Publikum bereits seit 15 Jahren – am 28. Oktober dann von der Opherdicker Herbstbühne aus.

Kartenvorverkauf im Online-Shop
Tickets können über den Online-Shop auf (ticketservice.kreis-unna.de) reserviert werden und kosten je 15 Euro (zuzüglich 1 Euro Ticketgebühr und 1,12 Euro Vorverkaufsgebühr). Die reservierten Karten gibt es als „ticketdirect“ zum Selbstdrucken oder an der Abendkasse hinterlegt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Tickets gegen eine Gebühr von 3,90 Euro pro Auftrag per Post zu erhalten. Besitzer*innen einer RUHR.TOPCARD erhalten 50 Prozent Ermäßigung auf den Eintrittspreis.

Für Fragen stehen Chantal Gosens, Tel. 0 23 03 / 27-17 41 und Heinz Kytzia, Tel. 0 23 03 / 27-25 41 zur Verfügung. PK | PKU




Mit geschulterter Straßenlaterne auf poetischer Wanderschaft

Streetart im Wasserpark mit Laterne.

Einsam wandert er dahin. 22 Kilo wiegen die Straßenlaterne und der 800 Watt-Generator. Die eine liegt auf seiner Schulter, den anderen trägt er in der Hand. Traurig sieht er aus, wenn er die Laterne auf dem Parkdeck aufrichtet, den Kopf an den Stahl lehnt und im Wasserpark die Hochhäuser betrachtet, auf einem Schutthaufen auf der Baustelle in der City steht und in die Ferne blickt. Verwundert schauen ihm die Kinder nach, wenn er Zebrastreifen überquert. Köpfe stecken tuschelnd zusammen, wenn er auf einer Verkehrsinsel vor dem Busbahnhof eine kurze Rast einlegt.

Eindrucksvoll vor den Säulen des Stadtmarktes.

„Was macht der denn da?“, fragen manche laut, bleiben stehen und blicken ihm staunend hinterher. Solche Reaktionen kennt Jan Philipp Scheibe bereits. Als Performance-Künstler ist er mit seiner geschulterten Straßenlaterne schon seit Jahren in der ganzen Welt unterwegs. Skandinavien, Hamburg, Berlin – unendlich viele Städte hat das ungewöhnliche Trio aus Mensch, Laterne und Generator schon gesehen. Immer schick im Anzug. Immer marschierend, innehaltend, nachdenklich, einsam, ein bisschen melancholisch.

Balancierend auf dem Weg vom Parkdeck.

Andere nennen es vielleicht poetisch, wenn er mit seiner Last, die er nicht nur im wahrsten Sinne trägt, hier und dort Halt macht. Diese Stationen sind wohlkalkuliert. Einen halben Tag lang brauchte Jan Philipp Scheibe, um sich Bergkamen genau anzuschauen und dort die Haltepunkte zu „designen“, die er auf seiner Route inszenieren wollte. Das sind markante Orte wie die City-Baustelle als visuelle Landmarke für die nächste Phase des Strukturwandels. Das ist natürlich das Rathaus mit seinem 70er-Jahre Charme und den sichtbaren Versuchen, der Stadt nach der Kommunalreform ein individuelles Gesicht zu geben.

Fast schon historisch auf der City-Baustelle.

Der Friedhof als Ort mit langer Geschichte. Der Busbahnhof als Zeichen dafür, das Bergkamen sich weiter wandelt. Der Stadtmarkt mit seinen Säulen, „die mich ein wenig an das Bundeskanzleramt in Berlin erinnert haben“. Es sind „Unorte“ dabei, mit der sich Stadt und Einwohner schwer tun. Es sind Treffpunkte und Orte voller Leben dabei. Jan Philipp Scheibe inszeniert, was er spürt: „Stadt, die nicht strukturschwach ist, sondern im Vergehen und Werden steckt – es ist Entwicklung möglich, ein angenehmer Zustand“, erzählt er nach dem ersten Spaziergang durch das, was er „Altstadt“ nennt.

Ein Hauch von Beatles auf dem Zebrastreifen.

Das alles im Anzug, der für ihn ebenfalls Symbolkraft hat. Jahrelang übte er im Anzug einen Bürojob aus, „bei dem ich mich fragte, was ich hier eigentlich mache – ich wünschte mir einfach nur, loszulaufen“. Das tut er jetzt, seit 20 Jahren. Bewusst mit einem Generator, denn in dem steckt für ihn ein weiteres Stück politischer Debatte. „Der Strom muss irgendwo herkommen. Dafür sind harte Arbeit und Landschaftsveränderungen wie etwa im Braunkohletagebau nötig.“ Der Generator ist laut, er sondern Emissionen ab. Auch darüber sollen die Menschen nachdenken, die ihn sehen.

Poetisch war es allemal, ihn dabei zu beobachten. Manchmal auch befremdlich, immer aber nachdenklich und absolut beeindruckend. Er schafft Szenen, die als Bilder im Kopf bleiben. Auch mit einer zweiten Route, die heute um 18 Uhr durch Rünthe führt.




Veranstaltung der Extraklasse in der Christuskirche Rünthe

Rock and Roll und jüdischer Glaube, passt das zusammen? Hound Dog z.B von Elvis Presley ist eine jüdische Komposition, genauso wie Time Is On My Side von den Rolling Stones. Die Beispiele aus der Rock- und Popgeschichte sind Legion. Einen kleinen Ausschnitt aus dem riesigen Angebot bietet das Stars of David Festival in der Christuskirche Rünthe am Wochenende 22. bis 24. Oktober.

Pfarrer Reinhard Chudaska (li.) und Michael Krause von der Sparkasse. Foto: Privat

Wegen des 80. Geburtstags von Bob Dylan und des 5. Todestags von Leonard Cohen hat sich Pastor Reinhard Chudaska auf die Spuren des jüdischen Beitrags zur Popkultur gesetzt und ist überreich fündig geworden. Er teilt seine Entdeckungen gerne mit möglichst vielen Menschen und will gleichzeitig in Bergkamen einen Beitrag zum Jubiläumsjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland bieten.

Der Freitag, 22. Oktober, ist Leonard Cohen gewidmet. Ab 19 Uhr wird der Journalist Uwe Birnstein Einblicke in Leben und Songs von Leonard Cohen geben. Sein Acoustic Project wird dazu Cohenklassiker spielen. Am Samstag ab 19 Uhr gibt es das große Stars of David Konzert. Geboten werden u.a. Coversongs von Simon and Garfunkel, Bruno Mars, Amy Winehouse, Kiss, Pink, um einige zu nennen. Und natürlich wird Bob Dylan nicht fehlen. Die Stars of David Band um Julia Kropp besteht aus Profimusikern, die Musik vom Feinsten abliefern werden. Aber auch jüdische Musik wird zu hören sein durch den Chor Simcha der jüdischen Gemeinde haKOchaw in Unna. Bei manchen Liedern ist die Grenze zwischen Pop und Folk fließend, wie z.B. bei dem Song Donna, Donna, der von der Gruppe Aschira aus Kaiserslautern mit dem jiddischen Originaltext dargeboten wird.

Am Sonntag steht der Gottesdienst um 10.30 Uhr unter dem Thema „Frieden Dir, Jerusalem“ und wird mit gestaltet von der Gruppe Aschira und der Band Out of Blue. Ein solches ambitioniertes Projekt ist ohne großzügige Sponsoren nicht möglich. Pastor Chudaska
freut sich über die Unterstützung der Sparkasse Bergkamen-Bönen, die ihm durch Michael Krause überreicht wurde und die es der Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde ermöglicht, eine Veranstaltung der Extraklasse anzubieten.




MittwochsMix im studiotheater fällt am 27. Oktober aus

Die geplante Veranstaltung mit Tobias Morgenstern und Jansen Folkers am 27. Oktober in der Reihe mittwochsMIX im studio theater bergkamen findet leider nicht statt. Die Künstler mussten aufgrund von Terminschwierigkeiten absagen.




Kunstwerkstatt sohle 1 stellt in Ökostation aus

Im vergangenen Jahr wurde sie wegen der Corona-Pandemie im letzten Augenblick kurzfristig abgesagt: die Kunstlese der kunstwerkstatt sohle 1 in der Ökologiestation. In diesem Jahr kommt sie, einmalig in veränderter Form, wieder.

Da auch die Jahresausstellung „Wegmarke“ in diesem Jahr bislang nur digital stattfinden konnte, hat sich die Künstlergruppe entschieden, in 2021 den Termin der Kunstlese in der Ökologiestation zu nutzen, um die neu geschaffenen Werke auch real zu zeigen. Ausnahmsweise!

Dabei gibt es jedoch nicht nur die bereits digital präsentierten Objekte zum Thema „Rhythmus“ zu sehen, da dort nur eine Auswahl präsent war. In den Räumlichkeiten der Ökologiestation kann am 30. und 31. Oktober die gesamte Bandbreite des Geschaffenen betrachtet werden. Eröffnet wird die Ausstellung am 30. Oktober um 14 Uhr durch Bürgermeister Bernd Schäfer.

Neben der Ausstellung wird die Aktion „Kunst von der Sohle für wenig Kohle“, die für das vergangene Jahr geplant war, nachgeholt. Für 5,- € kann ein Kästchen, ein „Brikett“, erworben werden, das ein kleines Kunstwerk enthält, ein Andenken. Den zur Ausstellung gehörigen Katalog kann man ebenfalls für 5,- € dort erwerben.

Gerade weil die Ausstellung in anderen Jahren zumindest einen ganzen Monat lang lief, hoffen die Künstler, dass es viele Kunstinteressierte nun an diesem kurzen Wochenende konzentriert in die Ökologiestation zieht.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. GGG ist selbstverständlich und wird am Eingang kontrolliert.




19 Kuchen für mehr als 90 Senior*innen

Eine heitere und ausgelassene Stimmung gab es am letzten Sonntagnachmittag beim dritten durch die Stadt Bergkamen organisierten Kaffeeklatsch im Martin-Luther-Haus.

Musikalisch gestaltete die Band Klabauter & Co das Rahmenprogramm und lud zum ausgelassenen Mitschunkeln ein. Foto. Stadt Bergkamen

Über 90 Senior*innen nahmen am geselligen Miteinander teil. Die Gäste konnten sich an den 19 Kuchen erfreuen, die von den freiwilligen Kuchenpat*innen gebacken wurden. Musikalisch gestaltete die Band Klabauter & Co das Rahmenprogramm und lud zum ausgelassenen Mitschunkeln ein. Andrea Kollmann und Thomas Lackmann, die Verantwortlichen, beschrieben die Stimmung als „super“ und bedankten sich herzlich für die rege Teilnahme und die großartige Mithilfe aller Beteiligten. Der nächste Kaffeeklatsch findet am 7. November im Martin-Luther-Haus von 14.30 bis etwa 17 Uhr statt. Die erforderliche Anmeldung zur Teilnahme ist wie gewohnt: telefonisch unter der 02307/965-240 von montags bis freitags oder per E-Mail unter a.kollmann@bergkamen.de möglich. Die 3G-Zertifikate wie der Impfnachweis werden am Eingang überprüft.

 




Kostenloses Ferienprojekt der Jugendkunstschule

Von der Zeitung zur Skulptur: Der freischaffende Künstler und Bildhauer Vasilij Plotnikov gestaltet mit Jugendlichen räumliche Objekte aus Zeitungspapier. Was genau passiert? In dem Projekt paper+ wird Vasilij Plotnikov räumliche begehbare Strukturen und Skulpturen aus Zeitungspapier mit Jugendlichen entwickeln. Das Konzept für das Projekt paper+ wurde von bink, der Initiative Baukulturvermittlung für junge Menschen in Österreich entwickelt. Dieses kostenlose Ferienprojekt ist für Jugendliche ab 15 Jahren konzipiert und findet von Montag, 18., bis Freitag, 22. Oktober, täglich von 10 bis 15 Uhr in Räumlichkeiten des Stadtfensters, Rathausplatz 4 in Bergkamen statt.
Interessierte junge Menschen können sich bei der Jugendkunstschule Bergkamen anmelden. Informationen gibt es unter 02307/288848, 02307/965462, auf der Homepage der Seite der Stadt Bergkamen unter Kultur, bei Instagram oder Facebook sowie über die
Mailadresse jugendkunstschule@bergkamen.de.




Good old times: Houseparty für Leute ab 30

Nach wilden Feiern in der Jugend werden auch die Freunde der elektronischen Tanzmusik eingeholt vom Alltag. Beruf und Familie sind angesagt, für Partys bleibt wenig oder gar keine Zeit. So ging es auch Tim Albrecht. Nach der Geburt der Zwillinge 2011 schraubte der Kamener seine Auftritte als DiscJockey zurück und war nur noch auf ausgewählten Events unterwegs. Doch jetzt hat die Ruhe
ein Ende und die Lockerungen der hoffentlich weiter abklingende Pandemie lassen wieder Partymöglichkeiten zu.

Veranstalter und DJ Tim Albrecht. Fotos: privat

„Bei unseren Zusammentreffen kamen immer wieder die tollen Jahre mit den fetten Partys zur Sprache“, erzählt Tim Albrecht. „Nach erfolgreichen Jahren des kollektiven Abfeierns, entweder als Deejay, Veranstalter oder einfach nur als Gast ist es bei vielen von uns doch etwas ruhiger geworden. Das Thema hat uns keine Ruhe gelassen und uns inspiriert, mal wieder etwas für die Partygesellschaft von damals zu tun. Wir starten im ‚richtigen Alter‘ noch einmal gemeinschaftlich durch“, sagt der 45Jährige. Zumal die aktuellen Coronavorschriften das wieder möglich machten.

„Good Old Times“ heißt es nun endlich am Sonntag, 31. Oktober, nach dem leider durch Corona bedingten Ausfall des Startschusses aus März 2020. Ab 21 Uhr wird in Bergkamen die erste Houseparty für Leute ab 30 gefeiert. In einer einmaligen Location mit dem Namen „The Room“ an der Industriestraße in Rünthe treffen sich dann die Freunde der elektronischen Musik, um bei Disco bis Funkyhouse abzuzappeln und eine ausgelassene Partynacht mit rotem Teppich und Sektempfang zu erleben.

TopDJ an diesem Abend ist Gordon Hollenga von den „The Disco Boys“. Zum DeejayTeam der Nacht zählen auch Nils König, A.B.T. aka. der Albrecht und Christian Hinz. Ein DJPlatz wurde verlost nach Einsendung von MixTapes. „So ein Event dieser Machart gab es noch nicht im Kreis Unna“, verspricht Albrecht. „Wir haben bewusst das Mindestalter dieser Veranstaltung auf ‚ab 30 Jahren‘ beschränkt.“

Tickets gibt es im Vorverkauf nur online und nur noch bis zum 18. Oktober. Für Kurzentschlossene wird es ein kleines Kontingent an Karten an der Abendkasse geben. Die bereits gekauften Tickets aus 2020 behalten ihre Gültigkeit (alle Ticketkäufer wurden bereits von
uns angeschrieben und haben die Teilnahme bestätigt). Es gelten die aktuellen 3G-Regeln (Schnelltest laut neuer Coronaschutzverordnung, nicht älter als 6 Stunden, geimpft oder aber genesen), um den Gästen so einen sicheren Einlass zu gewähren. Genügend Hygienespender stehen ebenfalls bereit. Die Besucher*innen werden gebeten, die benötigten Unterlagen vorzulegen.

Der LINK zu den VVK Karten: https://www.eventbrite.de/e/goodoldtimesdiehousepartyfurleuteab30tickets184519521857




Holz-Erde-Mauer strahlt bei der glänzenden Klassik-Premiere mit den 3 Tenören

Die Holz-Erde-Mauer erstrahl im vollen Scheinwerferglanz.

Am Ende nützte es auch nichts, die leuchtenden Sterne mit Puccinis „Tosca“ aus voller Seele zu besingen und mit Bizets Blumenarie aus „Carmen“ den Sommer zu beschwören. Kurz vor dem offiziellen Ende kam er doch noch, der Regen beim Klassik Open Air – und zwar so richtig. Die Premiere an der Holz-Erde-Mauer, die mit den drei Tenören bis dahin im wahrsten Sinne glänzend war, musste abgebrochen werden.

Schade: Kurz vor Schluss kam der Regen und der improvisierte Regenschutz half nicht mehr viel.

Vor allem der 70.000 Euro wertvolle Flügel konnte nicht noch mehr Feuchtigkeit vertragen. Mühevoll waren seine gut 400 Kilo Stunden zuvor von 8 Armen die Holzrampe hinaufgewuchtet worden. Techniker waren die Mauer von allen Seiten hinaufgeklettert, um Kabel und Scheinwerfer für eine atemberaubende Beleuchtung durch die Firma „Smart Lite“ zu sichern. Eine traumhafte Kulisse, die selbst für die Stars des Abends eine Premiere war. Auf dem Nachbau der antiken Umwehrung eines Römerlagers sind Stefan Lex, Thomas Heyer und Michael Kurz noch nie aufgetreten.

Eine einzigartige Kulisse bot der Nachbau der Lagerumwehrung – arrangiert von „mindestens genauso guten Künstlern wie wir“, so die Tenöre.

Das Ambiente war so außergewöhnlich, dass die ersten Zuschauer schon eine Stunde vor Beginn vor dem Eingang standen. Die Plätze mussten auf 300 aufgestockt werden, weil der Andrang so groß war. Die Frühbesucher genossen das Vorprogramm mit Johannes Wolff von der Musikschule am Flügel, Bratwürstchen vom Grill und Einblicken in das germanische Leben vor dem Lagertor. Auch dabei spielten, begleitet vom Besuch diverser Slaven, Musikinstrumente eine Rolle. Und wer genau hinschaute, konnte Schmuckherstellung und antike Tätowiertechniken beobachten.

Stilvoller Beginn: Aufmarsch der Stars über die Rampe.

Dann schritten sie die Rampe hinauf, die drei Freunde und Tenöre aus dem Ruhrgebiet. Am Flügel die Gattin des „Boygroup“-Conférenciers, Sigrid Althoff. Sogar einen eigenen „Umblätterer“ hatte sie dabei, um auf dem schmalen Steg in recht luftiger Höhe die Notenblätter im Griff zu behalten. Der eine oder andere Vierbeiner im Publikum bellte zwar noch bei den ungewohnten Tönen der Blumenarie oder Verdis „La donna e mobile“. Nach der „Bütterchenpause“ und den zwei Märchenaugen waren dann aber alle ganz gelassen.

Voller Engagement: Die drei Tenöre mit drei Tönen als drei Freunde in Aktion.

Auch als Flugzeuge über dem „Wolfgalied“ von Léhar kreisten, Treckerlärm ein wenig Robert Stolz Liebeserklärung untermalte und ein leicht alkoholisierter Waldbesucher im Hintergrund Verdis berühmtes Trinklied etwas zu wörtlich nahm. Die Mauer funkelte abwechselnd in bunten Farben, ebenso wie die Bäume im Hintergrund. Eine fantastische Kulisse zu umjubelten Stimmen. Die waren auch nach der Pause bestens aufgelegt. Ein paar Schlagereinlagen wie „Ein Freund, ein guter Freund“,„Die Mädis vom Chantant“ oder vom schweren Studium der Weiber heizten die gute Stimmung noch weiter an. Mit „drei Nüsse für Aschenbrödel“ schmolzen auch die letzten Herzen im Publikum dahin. Bei den drei Canzonen in Erinnerung an die echten Tenöre und die echten Römer klatschen alle im Takt mit.

Antike Töne von Germanen und Slaven im Vorprogramm.

Dann allerdings kam er, der Regen. Erst ganz leicht – dann prächtig klatschend und pladdernd. Da halfen auch die roten Tücher nicht mehr, die jeder Tenor von den Stühlen im Wartebereich riss und sich um Köpfe und Schultern schlang. Es setzte eine Massenflucht ein – nicht ohne Dauerapplaus und bedauernde Bravo-Rufe. Und nicht ohne die Versicherung, dass es ein unvergesslicher und schöner Abend war, auch wenn die geplanten drei Zugaben am Ende vom Regen verschluckt wurden.