Wie sauber waren unsere Vorfahren?

WiesauberwarenunserevorfahrenZu dem Vortrag „Wie sauber waren unsere Vorfahren? – Hygiene der Germanen“  lädt das Stadtmuseum Bergkamen in Kooperation mit der Römergruppe „Classis Augusta Drusiana“ am Dienstag, 20. Oktober 2015, um 18 Uhr, alle Interessierten herzlich ein.

Im Rahmen der Neukonzeption des Stadtmuseums bietet die Veranstaltung einen ersten Einblick in die germanische Epoche von Bergkamen. Wie lebten unsere Vorfahren in der Region und wie wurde sich gepflegt. Es wird schnell klar, dass auch schon vor den Römern die Hygiene ein wichtiger gesellschaftlicher Aspekt darstellt.

Die Referentin ist Gisela Michel, Archäologin und Museumspädagogin. Sie arbeitet im Römisch-Germanischen Museum Köln und im Archäologischen Park Xanten. Als Chefin der experimentellen Archäologen von Ars Replica e.V. beschäftigt sie sich mit der Rekonstruktion des germanischen Lebens, speziell vor und während der römischen Epoche.

Der Eintritt zu diesem Vortrag beträgt 3,00 €.

 




Mit der Sommerakademie neue Horizonte entdecken

Sie hat die Glocken der Friedenskirche gestaltet, die Krippe, Kunst am Kuhbach – und sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe „sohle 1“. Inzwischen ist Gisela Schmidt 87 Jahre alt, aber was andere Künstler schaffen, interessiert sie noch immer. Deshalb geht sie langsam von einer „Station“ der Sommerakademie zur nächsten. Spricht hier mit Künstler, plaudert dort, diskutiert mal eine Druckgrafik, dann wieder eine Zeichnung. „Es ist doch spannend, was hier entsteht“, sagt sie und ist damit nicht allein.

Reger Betrieb herrschte zum Abschluss der Sommerakademie zwsichen den Kunstwerken.
Reger Betrieb herrschte zum Abschluss der Sommerakademie zwsichen den Kunstwerken.

Spannende Einblicke gab es in allen Bereichen der Ökologiestation.
Spannende Einblicke gab es in allen Bereichen der Ökologiestation.

Auch zum Abschluss der 19. Akademie war der Andrang auf der Ökostation enorm. Wieder haben 82 Teilnehmer in sechs künstlerischen Disziplinen von der Holzbildhauerei über das Aquarellmalen, Druckgrafik, Holz- und Steinbildhauerei, Zeichnen und freie Malerei neue Horizonte entdeckt, Techniken verfeinert oder neue erlernt, schlichtweg Kunst geschaffen. Wieder sind sie dafür aus dem Rheinland, aus Hessen, Baden-Württemberg und sogar aus den Niederlanden angereist. Eine Woche lang mit Haut und Haar in der Kunst versinken: Für die Ökostation ist das immer wieder eine Herausforderung. Denn: „Wir kommen mit dieser Teilnehmerzahl an unsere Grenzen“, schildert Organisator Michael Bub. Aber: „Es macht immer wieder unglaublichen Spaß.“

Silke Kieslich packt ihr Kunstwerk aus Stein ein - ihr erstes bei der Sommerakademie.
Silke Kieslich packt ihr Kunstwerk aus Stein ein – ihr erstes bei der Sommerakademie.

Den hatte auch Silke Kieslich. Die ehemalige Leiterin des Bergkamener Gymnasiums hatte durch ihren Beruf nie Zeit für die Sommerakademie. Jetzt, mit dem Ruhestand, ist es endlich gelungen. Mitglied in der Künstlergruppe ist sie mit ihrer Fotografie bereits. „Jetzt möchte ich mal die anderen Kunstrichtungen besser kennen lernen.“ Also hat sie sich für die Steinbildhauerei angemeldet. Nicht ohne es zuvor mit Werkzeugen aus dem Baumarkt daheim auszuprobieren. Diese Kunstwoche war intensiv. Aus dem geplanten abstrakten Tropfen wurde am Ende „die Menschwerdung“: Eine echte Herausforderung. Proportionen, die Behandlung des Steins: „Steinbildhauerei ist etwas ganz anderes als Fotografie“, schildert sie. Sie nimmt viel mit – vor allem Spaß und die Lust auf mehr. „Nächstes Jahr mache ich wieder mit“, steht für sie fest.

Premieren und neue künstlerische Erfahrungen

Diskussionen am Arbeitsplatz der Steinbildhauer.
Diskussionen am Arbeitsplatz der Steinbildhauer.

Eine Premiere erlebte auch Harald K. Müller als Dozent. Als Inhaber einer Bronzegießerei ist der Hammer Künstler auch ein Fachmann für die Steinbildhauerei. Auf ihn wartete eine Gruppe, zu der bereits „alte Hasen“ gehörten, die schon seit Jahren an der Sommerakademie teilnehmen. Sie mussten sich auf neue Techniken mit „schweren“ Werkzeugen von der kapitalen Bohrmaschine über den Kompressormeißel bis zur Druckluftpistole einlassen. Die Teilnehmer waren ebenso begeistert wie der Dozent: „Das war eine fantastische, harmonische Gruppe mit toller Gruppendynamik.“

Eindrucksvolle Einblicke boten auch die Maler unter freiem Himmel.
Eindrucksvolle Einblicke boten auch die Maler unter freiem Himmel.

Schon zum fünften Mal schwang Anette Heuer den Pinsel bei der freien Malerei. Für sie ist am spannendsten, ihre Mitstreiter zu beobachten. „Es ist toll, wie unterschiedlich alle sind und was sich im Laufe der Woche aus den einzelnen Werken entwickelt.“ Sie selbst zeichnet vor allem und genießt es, in dieser Woche ganz und gar in eine andere Kunstrichtung einzutauchen. „Wir lernen neue Techniken, setzen angefangene Projekte fort und entwickeln neue“, schildert sie. 15 Bilder hat sie geschaffen. Und viel Inspiration für das Jahr bis zur nächsten Sommerakademie mit nach Hause genommen.

 




VHS-Start mit neuem Programm

Das neue Programm der Volkshochschule Bergkamen ist seit Ende Juni veröffentlicht und schon sind 753 Anmeldungen zu Kursen des nächsten Semesters zu verzeichnen. „Dass unsere Angebote so gut ankommen, erfreut uns sehr“, so die VHS-Leiterin Sabine Ostrowski.

Immer schnell ausgebucht sind natürlich die Kurse aus dem Gesundheitsbereich, und auch im Fremdsprachenbereich gibt es viele „Wiederholungstäter“, die sich aus dem laufenden Semester für einen Folgekurs anmelden. Nach den Sommerferien startet die Volkshochschule auch wieder mit neuen Anfängerkursen in den Sprachen Türkisch, Spanisch, Italienisch, Englisch und Französisch. Aber auch in den Fortsetzungskursen sind noch wenige Plätze frei.

Das Spektrum im Fachbereich 5 „EDV und berufliche Bildung“ reicht von EDV-Kursen für besondere Zielgruppen über EDV-Kurse speziell für den beruflichen Einsatz bis hin zu dem Erwerb von Schlüsselkompetenzen und Kursen zur Datensicherheit. Wer bei der Wahl des richtigen Kurses unsicher ist, kann sich bei der VHS beraten lassen. „Die telefonische oder persönliche Beratung wird besonders häufig bei der Auswahl des passenden Sprachkurses oder bei EDV Kursen in Anspruch genommen“, so Sabine Ostrowski. Dazu können Sie Kontakt aufnehmen mit Manuela Sieland-Bortz als zuständige Programmbereichsleitung. Sie ist ab dem 10. August wieder zu erreichen.

Zusätzliche Kochkurse, die nicht mehr ins Programmheft aufgenommen werden konnten, sind auf der Internetseite der Volkhochschule zu finden. So geht es z.B. direkt im November gleich zwei Mal in die „Küche der Berge“. Die Teilnehmer werden die Schmankerln der österreichischen Küche, die besonders gut in der kälteren Jahreszeit schmecken, gemeinsam zubereiten und in entspannter Atmosphäre genießen. Der Kurs mit der Nummer Z0710 findet am 05.11.2015 und mit der Nummer Z0711 jeweils von 18:00 bis 21:45 Uhr statt. In beiden Kursen werden unterschiedliche landestypische Gerichte zubereitet und müssen einzeln gebucht werden. Jeder Kurs kostet 15€ zuzüglich einer Lebensmittelumlage.

Ein weiterer neuer Kurs, der nicht im Programmheft zu finden ist, ist der Kurs Z0713 „Weihnachtsmenü für Feinschmecker“ am 26.11.2015 von 18:00 bis 21:45 Uhr. In diesem Kochkurs wird ein gut vorzubereitendes 4-Gänge-Menü hergestellt, bei dem Sie nicht stundenlang in der Küche stehen müssen und Zeit mit Ihren Gästen verbringen können. Auch dieser Kurs kostet 15€ zzgl. Lebensmittelumlage und ist auf der Homepage der Volkshochschule zu finden.

Für alle VHS-Kurse ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich. Anmeldungen nimmt das VHS-Team persönlich während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 8.30 – 12.00 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 14.00 – 16.00 Uhr im Volkshochschulgebäude „Treffpunkt“, Lessingstr. 2, 59192 Bergkamen, entgegen. Eine Kursanmeldung per Telefon ist unter den Rufnummern 02307/284 952 und 284 954 möglich. Online können Interessierte sich jederzeit über www.bergkamen.de oder direkt über http://vhs.bergkamen.de anmelden.




Auf nach Kentucky!

Die fünfzehnjährige Vivian Heller aus Weddinghofen erhält ein USA-Stipendium des Deutschen Bundestages. Pate der Schülerin des Bergkamener Gymnasiums Bergkamen ist der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe. Hüppe beteiligt sich regelmäßig an dem gemeinsamen Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm von Bundestag und US-Congress.

HellerUSA2
Vivian Heller (re.), ihre Eltern Torsten und Mona sowie Schwester Lina mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe.

„Ich beteilige mich an dem Programm, weil ich jungen Leuten aus meinem Wahlkreis ein Stipendium in den Staaten ermöglichen möchte. Das Stipendium erweitert den Horizont und ist eine Erfahrung, die für das weitere Leben prägt“, erklärt Hüppe seine Motivation.

Vivian Heller hat bereits regen Kontakt mit ihrer Gastfamilie. „Kinder haben meine Gasteltern nicht“, erzählt sie. Die Gastmutter sei gleichzeitig ihre Lehrerin an der Highschool. Die Versorgung mit Informationen zur Schule und zum Lehrangebot sei also sichergestellt. „Ich habe schon den gesamten Lehrplan durchgearbeitet. Da werden Fächer angeboten, die es bei uns gar nicht gibt“, sagt Vivian Heller. Auch mit dem Trainingsplan der Volleyballmannschaft hat sich Heller schon beschäftigt. „Ich bin Volleyballerin beim TuS Weddinghofen und möchte auch in den Staaten Volleyball spielen.“

Am 13. August startet Vivian Heller in die USA. Sie wird in Erlanger leben, einer 18.000 Einwohnerstadt im Norden des Bundesstaates Kentucky. Erst einmal aber geht es in die amerikanische Hauptstadt Washington D.C., wo Besichtigungen und Vorträgen zum politischen System der USA auf dem Programm stehen. „Ich freue mich riesig auf den Aufenthalt in den Staaten und kann es kaum erwarten, meine Gastfamilie und meine neue Schule kennenzulernen“, so Vivian Heller.

Nach dem Stipendium wird Vivian Heller nicht nur ihre Familie und Freunde wiedersehen, sondern auch ihren Paten Hubert Hüppe treffen. „Ich bin bereits auf Vivians Bericht gespannt“, so Hubert Hüppe. So lange wird Hubert Hüppe allerdings nicht warten müssen. „Ich werde Ihnen während meines Aufenthaltes so oft wie möglich schreiben“, verspricht Heller.

 




Berufliche Perspektive für junge Menschen

Mit 2,75 Millionen Euro fördern die Europäische Union und das Land NRW in diesem Jahr das Projekt „Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten“. Einen entsprechenden Bescheid übergab Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann am 26. Juni an Vertreter des Bildungsträgers TÜV NORD Bildung.

Das Projekt richtet sich an junge Frauen und Männer, die bisher keinen Ausbildungsplatz finden konnten. Die Jugendlichen werden im ersten Lehrjahr von TÜV NORD Bildung – unter anderem am Standort Bergkamen – ausgebildet und im Anschluss an ein Unternehmen in der Region vermittelt, damit sie dort ihre betriebliche Ausbildung fortsetzen können.

Förderbescheid aus EU- und Landesmitteln für das „Kohleprogramm“

„Mit dem Projekt Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten sollen Betriebe dafür gewonnen werden, jungen Menschen in der Region eine berufliche Perspektive zu geben“, erklärt Magnus Gross, der bei TÜV NORD Bildung für die Koordinierung des Programms zuständig ist. „Zudem ist dies ein ganz konkreter Beitrag, den dringend notwendigen Fachkräftebedarf zu decken und so die Wirtschaftskraft in den betroffenen Regionen zu stärken.“

Aktuell werden die jungen Frauen und Männer in rund 35 gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen ausgebildet. Neben der Vermittlung von Ausbildungsinhalten des ersten Ausbildungsjahres wird auch der Ausbau der persönlichen Kompetenzen der Teilnehmer unterstützt.

Das Projekt findet in den Bildungszentren in Bergkamen, Datteln, Essen, Gelsenkirchen, Kamp-Lintfort, Oberhausen und Recklinghausen statt. „Für die Unternehmen ergeben sich durch das Projekt viele Vorteile“, erläutert Magnus Gross. „So können sie zum einen auf die zeit- und kostenintensive Azubi-Auswahl verzichten. Zum anderen sparen sie sich die Kosten des ersten Ausbildungsjahres.“

Im Rahmen eines mehrwöchigen Betriebspraktikums erhalten die Betriebe darüber hinaus die Möglichkeit, die Auszubildenden kennen zu lernen, um im Anschluss über eine mögliche Übernahme zu entscheiden.

Infos zum Projekt „Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten“

Das Projekt „Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten“ geht auf eine Initiative der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zurück. 2008 wurde es von der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit finanzieller Unterstützung durch die RAG-Stiftung aufgelegt, um die im Zuge der kohlepolitischen Beschlüsse im Jahr 2007 erfolgte kurzfristige Reduzierung der Ausbildungskapazitäten zu kompensieren. Fördergeber sind das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW und der Europäische Sozialfonds der Europäischen Union. Bei den Projektteilnehmern handelt es sich im Wesentlichen um sogenannte Konsenslinge – das sind Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen im vorhergehenden Lehrjahr keine Ausbildung beginnen konnten.




Girl’s Day: 100 Mädchen im Chemielabor

Was bedeutet analytisches Arbeiten im Labor? Wozu benötigt man ein Rührwerk? Wie lässt sich mit wenigen Handgriffen ein Stiftehalter herstellen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es am Donnerstag, 23. April, anlässlich des Girls’ Day bei Bayer HealthCare in Bergkamen. 100 Schülerinnen im Alter von 12 bis 16 Jahren haben sich zu der Veranstaltung angemeldet. Damit sind alle angebotenen Plätze restlos belegt – genau wie in den vergangenen Jahren.

Unter fachkundiger Anleitung von Bayer-Auszubildenden erhalten die Schülerinnen einen Überblick über typische Tätigkeiten im Technikum.
Unter fachkundiger Anleitung von Bayer-Auszubildenden erhalten die Schülerinnen einen Überblick über typische Tätigkeiten im Technikum. Foto: Bayer

„Die Mädchen haben die Möglichkeit, in modernen Labors und Werkstätten die Vielfalt von Naturwissenschaft und Technik hautnah zu erleben, einzeln, aber auch bei Gruppenarbeiten“, skizziert Ausbildungsleiter Karl Heinz Grafenschäfer das geplante Programm. Beim Filtrieren und Titrieren im chemischen Teil der Ausbildung sowie beim Feilen und Verdrahten in der Metall- und Elektrowerkstatt stehen ihnen Ausbilder und Auszubildende von Bayer HealthCare mit Rat und Tat zur Seite.

Mädchen-Zukunftstag am 23. April

„Jungen Menschen einen praktischen Zugang zu den vielfältigen Berufen der chemischen Industrie zu ermöglichen, ist Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Ich freue mich daher sehr, dass die Schülerinnen dieses Angebot so gut annehmen“, kommentiert Standortleiter Dr. Stefan Klatt die erneut außergewöhnlich zahlreichen Anmeldungen. Die positive Resonanz motiviere das Unternehmen, Jugendliche auch in Zukunft intensiv bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen. Als Anreiz zum geschickten und schnellen Bewältigen der praktischen Übungen zeichnet Bayer HealthCare die besten Teilnehmerinnen mit attraktiven Sachpreisen aus.




Vom Lederbeutel bis zur Waffe: Im Stadtmuseum lockt das römische Alltagsleben

Ein Schluck vinum oder mulsum in der Taverne und heiteres Beisammensein mit Spiel, Spaß und Vergnügen ging bei den Römern immer. Mit fester Nahrung ging es schon grenzwertiger insbesondere für die Zähne zu. Beim Kämpfen verstanden die Eroberer dann gar keinen Spaß mehr. Selbst mehr als 2.000 Jahre nach ihrer Herstellung sehen Pfeilspitzen mit gefährlichen Widerhaken und Vorrichtungen zum Durchtrennen der Pferdesehnen in den Museumsvitrinen schauderlich aus.

Salute! Mit den Römern einen Schluck vinum probieren - auch das war am Sonntag beim Familientag zur neuen Sonderausstellung beliebt.
Salute! Mit den Römern einen Schluck vinum probieren – auch das war am Sonntag beim Familientag zur neuen Sonderausstellung beliebt.

Ganz schön unheimlich: Das Sortiment an Pfeilspitzen hatte es am Sonntag in sich.
Ganz schön unheimlich: Das Sortiment an Pfeilspitzen hatte es am Sonntag in sich.

Der Alltag in und an einem römischen Legionslager wie in Oberaden war also nicht ausschließlich pures Abenteuer. Das zeigt die neue Sonderausstellung im Stadtmuseum. Arbeitsreich war vor allem das ganz normale Leben – vom Mahlen des Mehls über das Häkeln der Socken bis zur Herstellung von Lederbeuteln und zum Bemalen des Schildes. Menschenleben zählten nicht viel, wie die beängstigend vielseitige Auswahl der Waffen vom pilum als mörderischen Wurfspieß über Fußangeln und handfesten gladius als Kurzschwert bis zum Pfeil, der bequem das Kettenhemd durchbohrt, zeigt. Das alles ist in der Sonderausstellung „Von Asciburgium bis Oberaden. Leben in römischen Lagern“ zu sehen.

Mit Leihgaben und eigenen Funden bestückt

Wolfgang Hoffmann legt Hand an das Pergament - daraus lassen sich erstklassige Lampen herstellen.
Wolfgang Hoffmann legt Hand an das Pergament – daraus lassen sich erstklassige Lampen herstellen.

Dabei gibt das Legionslager, das um 16 v. Chr. im heutigen Moers entstand und nach der verlorenen Varusschlacht als Grenzsicherung gegen angriffslustige Germanen ausgebaut wurde, fast nur das Thema vor. Das Team des Stadtmuseums hat in den vergangenen Wochen beinahe eine ganz eigene Ausstellung auf die Beine gestellt, indem sie großartige Exponate aus Haltern, Xanten und sogar aus dem niederländischen Nijmegen organisierte. Die spannenden Vitrineninhalte werden ergänzt von Oberadener Funden, die nicht jeden Tag in der Dauerausstellung zu sehen sind – wie die gut erhaltene Glöckchen, mit denen das Pferdegeschirr bestückt war.

Marschgepäck und der wohl jüngste Römer als grenzenloser Bewunderer.
Marschgepäck und der wohl jüngste Römer als grenzenloser Bewunderer.

Eine ganz eigene Note verleiht die Vexillatio Veteranorum Legionis XIX, die Hilfstruppe der neuzeitlichen Römer-Veteranen, der Sonderausstellung. Besonders engagierte Mitglieder wie Wolfgang Hoffmann haben ebenso eigenhändig wie originalgetreu hergestellte Repliken zur Verfügung gestellt – sogar der detailgetreue Nachbau der römischen Hausheiligtümer findet sich darunter. Andere stellen ihr Marschgepäck zum Ausprobieren bereit.

 

Das pralle römische Leben ausprobieren – originalgetreu

Hübsche Einblicke bieten auch die Modelle römischer Alltagswelt.
Hübsche Einblicke bieten auch die Modelle römischer Alltagswelt.

Die Direktorin des Kultur- und Stadthistorischen Museums in Duisburg, Dr. Susanne Sommer, hatte also mehr als Recht, als sie bei ihrem Fachvortrag zur Ausstellungseröffnung darauf verwies, dass dieses Museum ein „lebendiger Ort“ ist. Stand zur Eröffnung vor allem die Theorie um die Entstehung des Lagers Asciburgium, die Eroberungen der Römer auf germanischem Gebiet und die archäologischen Zeugnisse für das Alltagsleben im Mittelpunkt, war am Sonntag das pralle Erleben gefragt.

Mit der originalgetreuen Schere Schmuck schaffen: Eine von vielen "Alltagsstationen" beim Familiensonntag.
Mit der originalgetreuen Schere Schmuck schaffen: Eine von vielen „Alltagsstationen“ beim Familiensonntag.

Selbst originalgetreue Schere am Leder und Pergament ansetzen, eigenhändig den Pinsel führen, mit eigenen Fingern die filigranen Perlen für den Schmuck aufziehen: Auch das gehörte dazu. Zusätzlich gab es kostenlose Führungen durch die Ausstellung, die das theoretische wie archäologische Wissen bereit hielt – und auch ein Schluck aus dem tönernen Weinbecher in der Taverne.

Übrigens hat der Verein der Freunde und Förderer des Stadtmuseums zahlreiche Alltagsgegenstände vom Kochlöffel über Nähnadel, Fibel und medizinisches Besteck anlässlich der Sonderausstellung angekauft. Sie unterstützen das vielseitige museumspädagogische Programm und kommen auch nach der Ausstellung zum Einsatz.

„Von Asciburgium bis Oberaden“ ist noch bis zum 27. September im Stadtmuseum zu sehen.




Spielerisch in die weiterführende Schule schnuppern

Roboter, Mathequiz, Versuche mit bunten Tinkturen oder Experimente mit Strom: Das alles geriet am Samstag beim Tag der offenen Tür in der Freiherr-vom-Stein Realschule fast ein wenig in den Hintergrund. Denn pünktlich mit den sich öffnenden Türen setzte imposanter Schneefall ein und die weiße Pracht im Schulhof verlockte zu Schneeballschlachten und spontanen Schneemann-Kunstbauten.

Wenn das nicht Spaß macht: Den Kranz beim Yoga bilden und richtig entspannen.
Wenn das nicht Spaß macht: Den Kranz beim Yoga bilden und richtig entspannen.

Sich einmal musikalisch ausprobieren: Auch das machte der Tag der offenen Tür möglich.
Sich einmal musikalisch ausprobieren: Auch das machte der Tag der offenen Tür möglich.

Rektorin Petra Middelmann war trotzdem rundum zufrieden. „Der Tag ist sehr gut besucht und das Interesse ist groß“, schaut sie dem lebhaften Treiben zu. Die Anmeldelisten für die Termine vom 23. bis 27. Februar füllten sich zusehends. Mathe, Englisch, Deutsch, Französisch: Besonders der Unterricht interessierte Eltern wie künftige Schüler. Wer die Informationsstände auf allen Ebenen aufmerksam verfolgte, erkannte schnell: Hier stehen Sport und Gesundheit hoch im Kurs. Aber auch die Sozialkompetenz wird mit vielfältigen Angeboten vom Schulsanitäter über den Pausensporthelfer, eigenverantwortlich geleiteten Kiosk und das soziale Lernen bis zum Methodenlernen unter dem Motto „Schüler helfen Schülern“ hoch im Kurs. Wer will, kann sich schon früh in den Naturwissenschaften üben: Es gibt sogar eine Kooperation mit den Viertklässlern in Chemie und Physik unter dem Stichwort „Kleine Forscher“.

Abenteuer Technik und Naturwissenschaften

Mit der Säge ging es im Technikraum ans Werk. Zusätzliche Motivation gab ein Laufzettel, der als Belohnung für absolvierte "Stationen" eine Überraschung versprach.
Mit der Säge ging es im Technikraum ans Werk. Zusätzliche Motivation gab ein Laufzettel, der als Belohnung für absolvierte „Stationen“ eine Überraschung versprach.

Viel zu entdecken gab es also am Samstag. Da spuckten selbstgebaute Roboter farbige Bausteine auf Kommando aus oder gingen mittels Sensoren Hindernissen im Informatikraum aus dem Weg. Im Chemieraum wurden Substanzen in ihre Bestandteile aufgelöst und im Physikraum suchte der Strom seinen Weg durch die besten Flüssigkeiten. Im Technikraum entstanden Formel 1-Wagen aus Holz unter der Holzlaubsäge. Im Bioraum ging es dem menschlichen Skelett ebenso auf den Grund wie der Tierwelt. Am Globus des Erdkunderaums entdeckte mancher das Heimatland der Eltern, puzzelte Nordrhein-Westfalen zu einer Karte zusammen und rätselte im Quiz, wo eigentlich die Nilmündung liegt.

Gar nicht so leicht: Mit dem Zirkel einen Clown malen.
Gar nicht so leicht: Mit dem Zirkel einen Clown malen.

Auch die Eltern brüteten über kniffligen Mathefragen, warfen Bälle in der Pausenhalle in die Vollen, übten sich mit Farben in der Kunst des „blauen Reiters“ oder versuchten sich auf der Gymnastikmatte in verschiedensten Yogaübungen. Selbst die älteren Schüler, die längst auf weiterführenden Schulen lernen oder im Beruf stehen, staunten: Ihre Schule wandelt sich stetig weiter, hat einige neue Angebote auf dem vielseitigen Stundenplan. „Es ist schön zu sehen, dass unsere ehemaligen Schüler immer noch eng mit uns verbunden sind“, freut sich Petra Middelmann. Kein Wunder: Zwei Drittel aller Schüler besuchen eine weiterführende Schule, ein Drittel beginnt nach dem Abschluss eine Berufsausbildung. Die Freiherr-vom-Stein-Realschule gibt ihren Schülern also einiges mit auf den Weg.




Auf dem Gymnasium Leidenschaften entdecken

Er hat orangene Beine und kann mit seinen Haaren derart „bombardieren“, dass es brennt. Keine Frage: Charlie die Orangenbeinvogelspinne ist kein Haustier für Jedermann. Für Laura (15) ist das Tier jedoch echte Faszination. Wie das Chamäleon zuhause, wie die Ratten, die sie aufgezogen hat, oder die Schlangen. Wie die vielen anderen exotischen Tiere neben dem Hund und den Fischen. Kein Wunder, dass ihr der Biounterricht am meisten Spaß macht. Und beim Tag der offenen Tür des Gymnasiums war sie mit Charlie am Samstag eine kleine Sensation.

Charlie, die Vogelspinne, war der Star im Streichzelzoo beim Tag der offenen Tür des Städtischen Gymnasiums.
Charlie, die Vogelspinne, war der Star im Streichzelzoo beim Tag der offenen Tür des Städtischen Gymnasiums.

Handzahmer: Diese kleinen Gesellen hatten Spaß an den neugierigen Besuchern.
Handzahmer: Diese kleinen Gesellen hatten Spaß an den neugierigen Besuchern.

Das Wort „Streichelzoo“ am Eingang traf allerdings auf das ungewöhnliche Paar weniger Zoo. Charlie konnte nur aus der Distanz bestaunt werden. „Ihn herauszuholen wäre einfach Stress“, sagt Laura. Für besonders Neugierige öffnet sie aber die Scheibe des kleinen Terrariums. Während die meisten Kinder restlos begeistert sind, gehen vor allem deren Mütter lieber auf Distanz. „Oh Gott“, entfährt es mancher, „das ist ja eine riesige Vogelspinne!“ Diverse Hunde in Handtaschengröße sind da anschmiegsamer. Meerschweinchen knattern vergnügt unter streichelnden Händen, Zwergkaninchen strecken sich wohlig aus. Ein Wellensittich flötet begeistert und sogar eine Hauskatze im Leopardenlook schnurrt seelenruhig die Menschenscharen an. Die kleinen Mäuse verstecken sich da lieber im langen Haar ihrer Besitzerinnen.

Tag der offenen Tür als vielseitiges Abenteuer

Mitmachen war nicht nur beim Tanzen in der Sporthalle gefragt.
Mitmachen war nicht nur beim Tanzen in der Sporthalle gefragt.

Der Tag der offenen Tür war aber nicht nur ein echtes kleines Abenteuer. „Vielen Eltern ist es wichtig, vor den Anmeldungen ihrer Kinder die Atmosphäre der Schule zu ergründen, die Ausstattung mit eigenen Augen zu sehen“, sagt Schulleiterin Bärbel Heidenreich. 1.051 Schüler hat das Gymnasium. Die Größe ist für viele die erste große Umstellung. Deshalb gibt es eigene Projekttage zum Schuljahresbeginn allein zum Kennenlernen. Und ein Kennenlernnachmittag ist geplant. G8, kürzere Schulzeit, mehr Lernstress: Das Thema ist gerade viel diskutiert, auch in der Politik. Für die Eltern zählen beim Tag der offenen Tür aber andere Aspekte. Die Räume, der Unterricht: Mitmachen steht besonders hoch im Kurs.

Auch im Physikraum leuchteten die Versuchsaufbauten verführerisch.
Auch im Physikraum leuchteten die Versuchsaufbauten verführerisch.

In den Chemieräumen kann sich jeder nach Herzenslust ausprobieren. Mit Säuren und Basen, Indikatoren, Destillation oder der Bildung von Messing auf einem simplen Centstück. Im Technikraum surren kleine Solarfahrzeuge unter Lampen herum. Im Physikraum zeigen Brennstoffzellen, wie Wasser und Sauerstoff getrennt werden und wie Energie gespeichert werden kann. In der Biologie geht es den Tulpen an die Blätter. Stempel, Staubfaden und Staubbeutel: Hier wird richtig seziert, was bei den meisten Menschen einfach nur schön aussehen soll.

Probeunterricht mit Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch und Latein. Kinderbetreuung. Mitsingen und Mittanzen. Fair Trade, Informationen vom Förderverein oder Vorführungen des B-Orchesters: Wer hier überall dabei sein wollte, musste am Samstag früh aufstehen. Das Programm beim Tag der offenen Tür war randvoll und vielseitig. Auch viele Ehemalige schauten vorbei. „Wir vermissen die Schule!“, riefen frisch gebackene Auszubildende und Studenten ihren ehemaligen Lehrern zu.

Musik als Leidenschaft im Unterricht und darüber hinaus

Ben und das Fagott haben sich gesucht und gefunden.
Ben und das Fagott haben sich gesucht und gefunden.

Ben (12) hat noch etwas Zeit, bis er die die Schule vermissen kann. Bis dahin kann er hier voll und ganz das ausleben, was ihm Spaß macht: Musik. Angefangen hat er mit Klavier im Orchester. Schon immer hat er jedoch ein Auge auf ein Instrument geworfen, das eher ein Schattendasein führt. Das Fagott ist groß, schwer und bringt tiefe Töne hervor. „Schöne Töne“, sagt Ben. Er wollte es unbedingt lernen. Die vielen unübersichtlichen Klappen, Löcher und Streben hat er jetzt unter Kontrolle. Allerdings: „Die Mechanik ist schon schwierig“, gesteht er. Trotzdem ist er hellauf begeistert: „Das Fagott ist ein tolles und vielseitiges Instrument.“ Deshalb bleiben auch viele Besucher stehen und hören zu, als er tief Luft holt und dem Holz tiefe Töne entlockt.

Die Anmeldungen für das Gymnasium finden übrigens vom 23. bis zum 27. Februar statt.




Oberadener Realschule öffnet die Türen und hat viel zu bieten

„Ich liebe Chemie einfach“, sagt Pakeeza und betrachtet mit glänzenden Augen die Versuchsanordnungen im Chemieraum der Oberadener Realschule. Am liebsten hätte die Zehnjährige jetzt schon das Fach auf dem Unterrichtsplan. Bis es soweit ist, muss sie sich jedoch noch gut zwei Schuljahre mit eigenen Versuchen über Wasser halten – mit Cola und Milch, zum Beispiel. Oder mit Stippvisiten wie beim Tag der offenen Tür am Samstag.

Feurige Darbietungen gab es im Chemieraum.
Feurige Darbietungen gab es im Chemieraum.

Spontan musikalische Töne anschlagen, sogar mit Gips: Musik an der Oberadener Realschule begeistert die Besucher.
Spontan musikalische Töne anschlagen, sogar mit Gips: Musik an der Oberadener Realschule begeistert die Besucher.

Der hatte einiges zu bieten. Nicht nur für künftige neue Schüler. Auch viele Ehemalige waren gekommen, um über ganz neue Angebote zu staunen. Mancher von ihnen griff spontan in die Klaviertasten und hätte sich vielleicht gern die neue Profilklasse Musik gewünscht, die es ab dem nächsten Schuljahr geben wird. Neu ist auch die Differenzierung Sport und Gesundheit für die 10. Klassen. DFB-Partnerschule, Schwerpunkte im musisch-künstlerischen Bereich: Die Realschule in Oberaden hat viele Pfunde, mit denen sie wuchern kann.

Die Realschule als sicheres Pfund für Eltern

Für viele Eltern ist die Realschule jedenfalls „ein sicheres Pfund – man weiß, was man hat“, hört Schuleiter Godehard Stein in vielen Gesprächen heraus. Verkürztes Abitur, gleicher Stoff in weniger Zeit, Lernstress, weniger Freizeit: Viele Schüler und Eltern sind von anderen Schulmodellen noch immer verunsichert. „Hier haben wir mehr Zeit für den Einzelnen, arbeiten viel mit Differenzierungen, die auf die individuellen Neigungen eingehen“, zählt der Schulleiter weitere Pluspunkte auf. Für viele ist aber auch die überschaubare Größe wichtig: Die knapp 480 Schüler kennen sich untereinander und machen eine starke Gemeinschaft möglich.

Ran an die menschlichen Organe hieß es im Bioraum.
Ran an die menschlichen Organe hieß es im Bioraum.

Aber auch zu sehen gab es in viel in den Klassenräumen. In den Chemieräumen schuf Magnesium überraschend helles Licht, explodierten Luftballons oder zeigten Flammen und Seifenblasen erstaunliche Eigenschaften. Im Bioraum ging es den Zellen der Zwiebel, den Organen des Menschen oder dem Skelett der Katze auf die Spur. Selbstkonstruierte Roboter machten genau das, was die Schüler ihnen am PC vorgaben: Sie fuhren bunte Gummibärchen auf schwarzen Linien spazieren – einem Sensor, der hell und dunkel in Richtungen übersetzte sei Dank.

Theorie gehört beim Mofa-Kurs dazu - mit Motorenmodellen.
Theorie gehört beim Mofa-Kurs dazu – mit Motorenmodellen.

Selbst den Mofaführerschein können sich die Realschüler selbst erarbeiten – mit Theorie und Praxis. Kreativität beim Bau eines Wasserfahrzeugs für das Hafenfest, Malen mit Acryl, englisches Theater, Berufswahlorientierung: Die Oberadener Realschule ist vielseitig. Sogar der Kuchen kam aus eigener Herstellung der Hauswirtschaftler. Ein kunterbunter Tag also, der vielen die Entscheidung für die Wahl der weiterführenden Schule leichter machte. „Wir hatten sehr viele Gäste heute“, freut sich Schulleiter Godehard Stein. Wie wichtig für viele die Schulzeit hier war, zeigte auch die große Zahl ehemaliger Schüler, die sich den Probeunterricht anschauten oder in den Klassenräumen mit ihren alten Lehrern plauderten.




Wenn die Chemie wie ein Virus um sich greift

Hier blubbert eine rosafarbene Flüssigkeit wütend in einem riesigen Gefäß. Dort dampft es aus einer blauen Tinktur in ein Labyrinth aus gläsernen Leitungen. Mit Schutzbrillen, Kitteln und Schutzanzügen bewegte sich der Nachwuchs beim „Tag der Chemie“ auf dem Bergkamener Bayer-Gelände schlafwandlerisch in diesem Dickicht. Mancher Erwachsener beobachtet mit großen Augen fasziniert, wie 240 Schüler der Jahrgangsstufen 6, 9 und 12 mit Haut und Haar in Apparaturen und Rezepturen versanken.

Mischen und Vermengen: Hochkonzentriert gingen die Schülerinnen und Schüler ans Werk.
Mischen und Vermengen: Hochkonzentriert gingen die Schülerinnen und Schüler ans Werk.

In voller Schutzmontur ging es an die gewaltigen Apparaturen.
In voller Schutzmontur ging es an die gewaltigen Apparaturen.

Was eine Neutralistation ist und warum man Schwefelsäurelösung dabei in Natronlauge rühren muss, war für die Schüler der Klasse 9 überhaupt keine Frage. Ganz selbstverständlich gingen sie ans Werk, um pH-Werte zu messen. Richtig spannend wurde für sie erst die Herausforderung, eine Heizsteuerung und eine Rührerautomatik aus Bausteinen am Computer zu basteln. Messsignale, abenteuerliche Formeln, Titration, Dichtebestimmung, Ionennachweise: Die Schüler steckten in ihren Gruppen angeregter die Köpfe zusammen als vor manchem Computerspiel.

Reagenzgläser waren nur die Mittel auf dem Weg zum Ergebnis.
Reagenzgläser waren nur die Mittel auf dem Weg zum Ergebnis.

 

Wo die erwachsenen Besucher sich verzweifelt an verschüttete Chemie-Grundkenntnisse zu erinnern versuchten, blühte der begeisterte Chemie-Nachwuchs erst richtig auf. Aus welchen Anionen und Kationen bestehen die Salze, die auf den Versuchstischen bereit stehen? Wie verschlaucht man eine Pneumatik-Steuerung und lernt ganz nebenbei eine hochkomplizierte Programmier-Software verstehen? Nicht nur bei den Eltern keimte zu Recht grenzenlose Bewunderung für die eigenen Kinder auf, wo der Normalsterbliche nur noch Bahnhof verstand.

Wo Experimente spannender sind als jedes Computerspiel

Übersicht war an den vielen Leitungen und Rohren gefragt.
Übersicht war an den vielen Leitungen und Rohren gefragt.

Das Konzept jedenfalls funktioniert auch nach über 20 Jahren noch immer reibungslos. Wie ein Virus hatte die Chemiefaszination auch an diesem „Tag der Chemie“ die Schülerinnen und Schüler gepackt. Springen in Bungee-Seilen, Bogenschießen zwischen den Gebäuden: Das alles war für viele weniger interessant als die Filtration einer Suspension, wie sie vom 6. Jahrgang gefragt war. Allein die kolossalen Gerätschaften und das unüberschaubaren Gewirr aus Rohren und Schraubrädern waren eine echte Herausforderung.

 

Auch die jüngsten Jahrgangsstufen waren fasziniert vertieft in ihre Aufgaben.
Auch die jüngsten Jahrgangsstufen waren fasziniert vertieft in ihre Aufgaben.

Von der Analyse der Lebensmittel über die Erforschung der Umwelt bis zur Errechnung der Fläche einer Ader: Es war ganz lebensnah, was die Aufgaben beim Schülerwettbewerb von den Teilnehmern verlangten. Dafür lockten insgesamt 22.500 Euro Preisgelder für 15 Klassen aus drei Jahrgangsstufen. Geld, das umso mehr gut gebraucht werden kann, als dass die Schulen immer heftiger für eine gute Ausstattung kämpfen müssen. Für Bayer ist der Tag der Chemie dagegen mehr als eine kleine Leistungsschau für den Nachwuchs. Hier greift der Virus um sich, um begeisterte, faszinierte und engagierte Nachwuchskräfte schon früh für das zu wecken, was in Medikamentenschachteln und anderen Produkten des Pharma-Riesen steckt.

Ausprobieren auch abseits vom Schülerwettbewerb

Chemietag19
Tüfteln war gefragt.

Wer noch nicht mitmachen durfte, konnte sich von den Auszubildenden durch die Räume und Apparaturen führen lassen und über die vielseitige Ausbildung bei Bayer informieren. In anderen Räumen warteten Stationen zum Ausprobieren auf die Besucher. Hier wollten Leitungen so verknüpft werden, dass beim Umlegen des Schalters ein Licht anging oder mit der Pedale eine faszinierende Aktion in Gang gesetzt wurde.

 

Ab in den Himmel mit dem Bungee-Seil.
Ab in den Himmel mit dem Bungee-Seil.

Im neuen Gesundheitszentrum lockten dagegen ganz andere Aktivitäten. Blutzuckermessung, Cholesterinspiegel, Körperfett: Die eigene Gesundheit stand hier auf dem Prüfstand. Zusätzlich zeigten Kurse im Fitness-Boxen, Zumba oder Rückenfit, dass hier seit kurzem ganz neue Schwerpunkte zur früheren Gesundheitsversorgung gesetzt werden. Hier kommt der Masseur, hier kann Yoga ausprobiert werden, dem Übergewicht und Stress der Kampf angesagt werden. Gesundheitsvorsorge ist hier das neue Stichwort.