Messe für Arbeit und Ausbildung war ein Erfolg

Die mittlerweile 5. Ausbildungsmesse fand am Dienstag, 8. April, im Ratstrakt des Bergkamener Rathauses statt. Und zahlreiche Jugendliche – und auch vereinzelt deren Eltern – nutzten die Gelegenheit,  um mit Mitarbeitern von insgesamt 20 Firmen aus der Region ins Gespräch zu kommen.

Gut besucht war die Ausbildungsmesse im Ratstrakt. Foto: Baues
Gut besucht war die Ausbildungsmesse im Ratstrakt. Foto: Baues

Früher war alles einfacher. Vor allem in Bergkamen. Man ging nach der Schule auf die Zeche – oder zu Schering. „Heute müssen sich die Jugendlichen unter Hunderten von Berufsbildern entscheiden. Und das ist eine wichtige Entscheidung. Sie gilt schließlich für ein ganzes Leben“, sagte Kenan Kücüc, Vorsitzender des Multikulturellen Forums. Das Multikulturelle Forum richtete  die Messe „Marktplatz Arbeit und Ausbildung“ zusammen mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus; die Stadtverwaltung Bergkamen stellte die Räume zur Verfügung.

Beispiel: Bayer. In dem Pharmabetrieb, den die Eltern- und Großeltern-Generation der künftigen Azubis noch als „Schering“ kennt, wird in acht verschiedenen Berufsbildern ausgebildet. Vom Kaufmann (Kauffrau) für Büromanagement bis zum Mechatroniker. Die reinen Chemie-Berufe – Chemielaborant oder Chemikant – sind in der Minderzahl,  aber sehr begehrt. „Dafür bekommen wir die meisten Bewerbungen“, sagt der stellvertretende Ausbildungsleiter Jörg Biermann. Bis zu 700 Bewerungen treffen jährlich allein am Bayer-Standort in Bergkamen ein. Und das Besondere: Jeder Bewerber wird eingeladen. Über die rund 60 Azubis, die am Ende einen Vertrag erhalten, entscheidet am Ende ein Einstellungstest – und nicht etwa die Noten oder gar die Nationalität.

Für 2014 allerdings ist das Auswahlverfahren für einen Ausbildungsplatz bei Bayer schon beendet. Ab  Juni können sich interessierte Jugendliche für das Ausbildungsjahr 2015 bewerben.

Die Zahl de Konkurrenten ist groß. Beispiel: Stadt Bergkamen. Alleine für die eine Stelle als Fachangestellte(r) für Medien- und informationsdienste in der Stadtbücherei hatten sich 60 Jugendliche beworben.

„Deshalb ist es gut, dass die Jugendlichen hier auf dieser Messe die Gelegenheit erhalten, mit potenziellen Arbeitgebern sofort direkt ins Gespräch zu kommen“, sagt Kenan Kücük. In der Tat: An allen Ständen – ob Evangelisches Krankenhaus Unna, KIK oder Amazon – herrschte geschäftiges Treiben und vor allem: auch großes Interesse. „Diese Messe läuft sehr gut“, lobte Jörg Biermann. Und auch das Interesse der Arbeitgeber ist groß. „Wir hätten noch viel mehr Stände aufbauen können“, sagte Kücük. „Aber leider reichte der Platz nicht aus.“




Inklusion: Förderpreis für die Bergkamener Pfalzschule

Zum zweiten Mal wurde 2014 vom Schulamt für den Kreis Unna in Kooperation mit dem Regionalen Lenkungskreis im Kreis Unna der Förderpreis für inklusive Schulentwicklung ausgelobt. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr in zwei Kategorien verliehen.

Die Preisträger stehen jetzt fest: In der Kategorie A (Prämierung inklusiver Ansätze im Schulleben) wurden die Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg/Ruhr, die städtische Gemeinschaftsgrundschule Wittekindschule (Lünen) und die Pfalzschule Bergkamen ausgewählt. In der Kategorie B (Förderung schulinterne Vorhaben zur Gestaltung einer inklusiven Schulpraxis) fiel die Entscheidung zugunsten der Josef-Reding-Schule (Holzwickede), der städtischen Hauptschule Kamen und des Ruhrtalgymnasiums Schwerte.




Girls’ Day bei Bayer HealthCare: 100 Schülerinnen sammeln praktische Erfahrungen in Labors und Werkstätten

Wie wird im Labor analytisch gearbeitet? Wie funktioniert ein Rührwerk? Wie lässt sich mit wenigen Handgriffen ein Stiftehalter herstellen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es am 27. März anlässlich des diesjährigen Girls’ Day bei Bayer HealthCare in Bergkamen. 100 Schülerinnen im Alter von 12 bis 16 Jahren haben sich zu der Veranstaltung angemeldet. Damit sind alle angebotenen Plätze restlos belegt – genauso wie in den vergangenen Jahren.

00 Schülerinnen erhalten unter Anleitung von Bayer-Auszubildenden Einblick in die Berufe der chemisch-pharmazeutischen Industrie – genau wie bei den Girls‘ Days der vergangenen Jahre.
00 Schülerinnen erhalten unter Anleitung von Bayer-Auszubildenden Einblick in die Berufe der chemisch-pharmazeutischen Industrie – genau wie bei den Girls‘ Days der vergangenen Jahre.

„Die Mädchen haben die Möglichkeit, in modernen Labors und Werkstätten die Vielfalt von Naturwissenschaft und Technik hautnah zu erleben – einzeln, aber auch bei Gruppenarbeiten“, skizziert Ausbildungsleiter Karl Heinz Grafenschäfer das geplante Programm. Beim Filtrieren und Titrieren im chemischen Teil der Ausbildung sowie beim Feilen und Verdrahten in der Metall- und Elektrowerkstatt stehen ihnen Ausbilder und Auszubildende von Bayer HealthCare mit Rat und Tat zur Seite.

„Jungen Menschen einen praktischen Zugang zu den vielfältigen Berufen der chemischen Industrie zu ermöglichen, ist Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir freuen uns sehr, dass die Schülerinnen im Umfeld unseres Standorts dieses Angebot so gut annehmen“, kommentierte Werkleiter Dr. Stefan Klatt die erneut außergewöhnlich große Anzahl an Anmeldungen. Die positive Resonanz motiviere das Unternehmen, Jugendliche auch in Zukunft intensiv bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen.

Als Anreiz zum geschickten und schnellen Bewältigen der praktischen Übungen zeichnet Bayer HealthCare die besten Teilnehmerinnen mit attraktiven Sachpreisen aus.




Proben für Theater-Dinner machen Appetit auf Donnerhall und mehr

Da geht es hoch her in der Auferstehungskirche. Don Mattich und Bürgermeister Schöfer geraten sich nach allen Regeln der Kunst in die Haare. Zu alldem macht es sich eine Landstreicherin neben dem Altar gemütlich, Engel fliegen ein und der Wohnturm soll kurz vor dem Abriss noch die ungeliebte Kindertagesstätte der Konkurrenz beherbergen. Beim nächsten Theater-Dinner dürfen sich die Teilnehmer im wahrsten Sinne auf „Donnerhall und Glockenläuten“ gefasst machen.

Weg mit der Landstreicherin: Der Pfarrer packt kräftig mit an.
Weg mit der Landstreicherin: Der Pfarrer packt kräftig mit an.

„Warte mal“, ruft Wilfried Müller laut aus einer Kirchenbank heraus und stürmt zum Altar. „Da kannst Du mehr draus machen!“, sagt der Regisseur, packt der Landstreicherin energisch an den Kragen und schüttelt sie. „Don Mattich“ macht es ihm nach. Schon bekommt die Szene mit Weinflasche und Decke direkt vor dem Altar noch mehr Leben. Es ist nicht nur die erste Probe für das nächste Theater-Dinner am eigentlichen Ort des Geschehens in der Auferstehungskirche in Weddinghofen. Es ist auch das erste Mal überhaupt, dass die Akteure der Ehemaligen des Städtischen Gymnasiums einen Altar als Bühne haben.

„Das ist schon ungewöhnlich“, meinen die Schauspieler – fühlen sich aber sofort pudelwohl unter der Kanzel. „Man muss sich ein wenig an die andere Akustik gewöhnen, das geht aber sehr schnell“, ist sich das siebenköpfige Team einig. Seit 2003 stehen sie als Ehemalige der gymnasialen Theater-AG auch nach ihrer Schulkarriere auf der Bühne. Zunächst wurde unter dem Dach der Jugendkunstschule geprobt. Heute treffen sie sich jedes Wochenende im Jugendheim Spontan in Rünthe, um vorwiegend unterhaltsame Stücke auf die Bühne zu bringen. Dass ihnen ein Werk direkt auf den Leib geschrieben wird, ist ebenfalls eine Premiere.

Zwei Engel und ein Geistlicher: Bei den Proben muss noch der Text mit auf die Altar-Bühne.
Zwei Engel und ein Geistlicher: Bei den Proben muss noch der Text mit auf die Altar-Bühne.

Die Idee dazu hatte einmal mehr Detlef Göke. Seine Krimi- und Theater-Dinner-Reihe hat voll eingeschlagen und viele Fans gefunden. Er platzt fast vor Ideen für neue ungewöhnliche Orte. Diesmal sollte es eine Kirche sein – mit einem Stück angelehnt an Don Camillo und Peppone. „Du bist verrückt“, war die erste spontane Reaktion von Autor Heinrich Peuckmann, der schon für die letzten Theater-Ereignisse die literarische Vorlage geliefert hatte. Eine Verrücktheit, die ansteckend war. Peuckmann setzte sich hin, schrieb eine Bergkamener Adaption des verrückten Kleinkrieges zwischen Gottesmann und Stadtoberhaupt. Diesmal schlug er die Ehemaligen des Gymnasiums als Akteure vor. Denn: „Er kennt uns schon lange“, betont Wilfried Müller.

Vorspeise in der Kirchenbank

Auch Pfarrer Maties war sofort von der Idee begeistert. Natürlich musste noch die Gemeinde zustimmen, dass sich das Gotteshaus für einen Abend in eine Theaterbühne verwandelt. Termine mussten abgestimmt werden. Am 11. April ist es nun soweit. Die Kirchenbänke beherbergen dann ab 19.30 Uhr nicht nur Theaterbesucher. Hier wird auch die Vorspeise zum Dinner dort serviert, wo sonst die Gesangbücher bereit liegen. Das Büffet wartet im Nebenraum, wo sich üblicherweise Pfarrer und sonstige Mitwirkende auf den Gottesdienst vorbereiten.

Kräftig gewettert wird von der Kanzel beim Theaterdinner.
Kräftig gewettert wird von der Kanzel beim Theaterdinner.

Viel Lokalkolorit steckt jedenfalls in dem Stück – nicht nur in den Namen der Hauptdarsteller, sondern auch dann, wenn „Don Mattich“ auf die Kanzel steigt und mächtig drauflos predigt. Jesus spricht selbstverständlich aus dem „off“ – ganz wir im italienischen Original. Es hagelt deftige Sprüche wie „selig ist, der da geistig arm ist“. Da hat sich eben viel aufgestaut, seit der Bürgermeister die Marienfigur versehentlich vom Sockel gestoßen hat.

Die neuen Ideen reifen übrigens schon bei Detlef Göke. „Romeo und Julia“ will er als nächstes auf die Bühne bringen, am liebsten im Gartencenter und noch lieber mit allen Laienspielgruppen. Erste Gespräche gab es schon. Auch für Kabarettfans hat er bereits etwas im Angebot: Am 10. Mai hat Daniel Jülich, Kabarettist aus Bergkamen, im Restaurant Olympia Klavierkabarett in der Manier von Bodo Wartke zu bieten.




Spielmannszug ist mit hervorragender Musik und viel Kameradschaft angesagt

Wer glaubt, dass klassische Musikkunst die Jugend nicht mehr begeistert, liegt falsch. Das beweist der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen. 31 Spielleute, darunter 18 Jugendliche, kein einziger Austritt im vergangenen Jahr, dafür zwei Neuaufnahmen: 2013 war ein echtes Erfolgsjahr.

Der Spielmannszug mit Wehrleitung, Bürgermeister und Beförderten auf einen Blick.
Der Spielmannszug mit Wehrleitung, Bürgermeister und Beförderten auf einen Blick.

Allein die Zahlen sind beeindruckend. 1.491 Stunden randvoll mit Musik, 16 Spieltage und ein voller Terminkalender: Der Bergkamener Spielmannszug ist gefragt. Besonders dort, wo es keine musikalische Unterstützung mehr gibt. Ob beim Karneval in Werne oder bei großen Feiern befreundeter Feuerwehren: Die Bergkamener Feuerwehr-Musiker sind mit ihrer Kunst begehrt. Auch bei politischen oder ganz offiziellen Anlässen wie dem Empfang einer Delegation aus der polnischen Partnerstadt inklusive Konzert.

Das reizt auch den Nachwuchs. Deshalb ist Lea Hentschel mit ihren gerade einmal acht Jahren der familiären Tradition gefolgt und ist jetzt nicht nur eines der jüngsten, sondern auch eines der neuesten Mitglieder. Auch Juliane Edich ist vom musikalischen Zusammenhalt fasziniert. Eine Freundin hat sie mit dem Virus des Spielmannszuges infiziert. Jetzt ist auch sie als Neumitglied dabei. Beide Neuzugänge hatten zuvor nicht allzu viel mit Musik zu tun.

Der Spielmannszug hält neben erstklassiger Musik, die allen Vorurteilen zum Trotz auch ganz moderne Musik im Programm hat, auch schlagkräftige Argumente bereit. Sinn für Gemeinschaft und Zusammenhalt gehören mit dazu. Etwa beim großen Zeltlager, das 2013 eine Woche lang nach Uphöfen führte. Oder die gute musikalische Ausbildung. So gehört Notenkunde zu den „Sonderübungen“, von denen es immerhin 19 im vergangenen Jahr gab. Aber auch hervorragende musikalische Fortbildung wird den Musikern geboten. So besuchten Alina Ostermann und Jonas Katzenberg Lehrgänge auf Landesebene in Rietberg-Neuenkirchen. Hier stand die D1/-2-4-Prüfung auf dem Programm. Drei Teilnehmer besuchen aktuell den D2/1-Lehrgang in Beckum: Alina Ostermann, Jonas Katzenberg und Ricarda Kelch.

Auch Beförderungen gab es 2013: Maria und Melina Kelch wurden zu Oberfeuerwehrfrauen ernannt. Voll ist bereits der Terminkalender für dieses Jahr. 10 Auftritte sind schon gebucht. „Chef“ Hein Werner Lowak hatte bei der Jahresdienstbesprechung also allen Grund, stolz auf seine Mannschaft und zufrieden mit dem zurückliegenden Jahr zu sein. Ebenso wie Bürgermeister Roland Schäfer, der allen Beteiligten einmal mehr Dank für ihr großes ehrenamtliches Engagement aussprach.




Schüler der RSO lernen die Kunst des Siebdrucks

Schülerinnen und Schüler des Textilkurses der Klassen 9 der Realschule Oberaden (RSO) trafen sich jetzt in Dortmund mit einer Gruppe Studenten und ehemaliger Studenten der FH Dortmund. Das Ziel des Tages: die Technik des Siebdruckens kennen zu lernen.

Schüler der Realschule Oberaden lernen die Kunst des Siebdrucks.
Schüler der Realschule Oberaden lernen die Kunst des Siebdrucks.

In der Dortmunder Nordstadt hat sich die Studentengruppe unter dem Namen „Whatwha“ eine kleine analoge Siebdruckwerkstatt aufgebaut, weil sie sich in diese Technik „verliebt haben“. Diese Erfahrung konnten 17 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der RSO an diesem Tag auch machen. Nach einer kleinen Einführung in die Technik der Motivwahl, der Siebbelichtung und des Druckvorgangs durften dann nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die beiden Lehrpersonen Frau Cordbrüning und Frau Müller dieses Neuland betreten und mit Hilfe von einem vorbereiteten Sieb selbst Taschen bedrucken. Am Ende gingen alle Teilnehmer mit viel Spaß, neuen Erkenntnissen und einer selbst gedruckten Tasche nach Hause  – und vielleicht trifft man ja noch einmal zusammen, um gemeinsam Abschluss-Shirts in Klasse 10 zu fertigen.




Eltern haben entschieden – Trends beim Wechsel zu den weiterführenden Schulen unverändert

Die Eltern der Bergkamener Viertklässler haben in der vergangenen Woche entschieden, welche weiterführenden Schulen ihre Kinder nach den Sommerferien besuchen werden. Eine grundlegende Trendänderung gegenüber dem Vorjahr gibt es nicht.

Willy-Brandt-Gesamtschule
139 Kinder wurden für die neuen 5. Klassen der Willy-Brandt-Gesamtschule angemeldet.

Die meisten Anmeldungen gibt es mit 139 bei der Willy-Brandt-Gesamtschule. Das sind 18 mehr als 2014. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass sich unter den neuen Fünftklässler 15 Kinder im Bereich „Gemeinsames Lernen“ (GL) befinden. Rein rechnerisch werden an der Gesamtschule fünf Klassen gebildet. Die hohe Zahl von GL-Schülern wird es aber der Schulleitung ermöglichen, sechs kleinere Klassen zu bilden.

GL-Schüler gibt es in den neuen 5. Klassen am Städt. Gymnasium diesmal nicht. Die 115 Anmeldungen entsprechen in etwa denen des vergangenen Jahres. Wie der Leiter des Bergkamener Schulverwaltungsamts Andreas Kray erklärt, wird das Gymnasium wohl vier neue Klassen bilden.

Zusammengenommen stellen die neuen Bergkamener Realschüler mit insgesamt 149 Anmeldungen die stärkste Gruppe. Davon werden 70 die Freiherr-vom-Stein-Realschule und 79 die Realschule Oberaden besuchen. Hier werden wie im Vorjahr jeweils drei neue 5. Klassen gebildet.

470 Kinder wechseln von Grundschule zu den weiterführenden Schulen. Bei 50 fehlen Kray noch die Angaben zu den aufnehmenden Schulen. Darunter auch von den Gymnasien in Werne und Kamen. Das ist auch kein Wunder: Am Rosenmontag ruht bei den meisten weiterführenden Schulen der Betrieb.




15.000 Römern, 2.000 Jahren und einem Lager in Oberaden auf der Spur

Mitten in der Siedlung stand das Osttor. Ein paar Meter weiter erleichterten sich die 15.000 bis 17.000 römischen Soldaten in der Latrine – dem Massenklosett. Viel ist mit dem bloßen Auge nicht mehr vom einst größten Römerlager nördlich der Alpen in den Oberadener Straßenzügen zu erkennen. Deshalb nutzten am Sonntag auch viele das Frühlingswetter, um sich von Katharina Fuchs und einer Führung durch den Römerpark Nachhilfe geben zu lassen.

Augustus wies nicht nur seinen Legionen, sondern auch den Teilnehmern der Führung am Sonntag den Weg.
Augustus wies nicht nur seinen Legionen, sondern auch den Teilnehmern der Führung am Sonntag den Weg.

Die Kunsthistorikerin und Museumspädagogin gab den 17 Neugierigen im Angesicht von Kaiser August in der Römerabteilung des Museums zunächst wertvolles Basiswissen mit auf dem Weg. Dass das Lager mit 56 Hektar rund 100 Fußballfelder umfasste, erstaunte einige. Auch schien der Alltag hier abseits der luxuriösen Principia (Stabsgebäude), des Prätoriums (Sitz des Oberbefehlshabers des Lagers) und der übrigen Villen, die von den Archäologen entdeckt wurden, wenig bequem gewesen zu sein. Der gemeine Legionär musste seine Ausrüstung selbst bezahlen und die winzigen 14 m² der Holzbaracken mit sieben Kameraden teilen. Auch die in der Oberadener Erde entdeckten Datteln und der aus fernsten Ländern importierte Pfeffer dürfte eher bei der Lager-Elite für Gaumenfreuden gesorgt haben.

Feldzeichen, Lagermodell und noch viel mehr: Die Römerabteilung zeigt anschaulich, wie das Römerlager aussah.
Feldzeichen, Lagermodell und noch viel mehr: Die Römerabteilung zeigt anschaulich, wie das Römerlager aussah.

Allein das acht bis zwölf Kilo schwere Kettenhemd aus 30.000 Ösen wird auf den bis zu 20 km langen täglichen Märschen wenig Freude bereitet haben. Ob das Pferdehaar, das den immer auch gut drei Kilo schweren Helm zierte, tatsächlich das Schwert der Angreifer abgleiten ließ, konnte nicht ausprobiert werden. Dafür machten Modelle des Lagers, seines Grabens und der Lagerzelte vieles anschaulich. Der Anblick des imposanten Feldzeichens samt Nachbildung seines fellgeschmückten Trägers ließ erahnen, warum die Römer dessen Diebstahl den Sugambrern sehr übel nahmen und aufgrund eines energischen Feldzuges überhaupt erst in der Region präsent wurden.

Nach zwei Jahren war alles vorbei

Die Sugambrer, die Ureinwohner der Region, waren schnell mittels militärischer Überzeugungskraft in ihre Schranken gewiesen und kurzerhand umgesiedelt worden. Schon nach zwei Jahren wurde das 11 v. Chr. durch Drusus errichtete Lager wieder aufgegeben. „Es wurde von den Römern selbst zerstört“, klärte Katharina Fuchs die Zuhörer auf. Verbrannte Erde, vergiftete Brunnen hinterließen die Eroberer, als sie ihren Rückzug antraten. Die Spuren des Lagers sind jedoch bis heute zu sehen.

Imposant ist der Nachbau der Holz-Erde-Mauer mit ihrem Turm.
Imposant ist der Nachbau der Holz-Erde-Mauer mit ihrem Turm.

2,7 Kilometer lang war die Holz-Erde-Mauer, die das Lager umgab. Vom Osttor kündet jedoch nur eines der Schilder des Römerpfades, dem die Gruppe dann bei strahlendem Sonnenschein folgte. Vorbei an der wenig bequemen, dafür mit beeindruckendem Wassersystem ausgestatteten Latrine ging es zur Rekonstruktion der Holz-Erde-Mauer. Mit dem Blick auf die noch im Gelände sichtbaren Spuren der „echten“ Mauerreste konnten die Besucher nachvollziehen, dass für Eindringlinge ein Überwinden kaum möglich war. Vier bis fünf Meter breit und drei bis vier Meter tief war der Spitzgraben, der dem mächtigen Mauerwerk vorgelagert war. Alle 25 Meter wachten zwei Soldaten auf den Wachtürmen über alles, was sich vor dem Lager abspielte – unter Androhung schlimmster Strafen, wenn sie ihren Posten verließen. Ein spannender Ausflug in die mehr als 2.000 Jahre alte Vergangenheit, bei dem die Besucher sich vieles durch eigene Anschauung selbst erschließen konnten.




Oberadener Realschülerinnen entwickeln sich zu Afrika-Expertinnen

Ein tolles Projekt fand jetzt an der Realschule Oberaden ein Ende. Während der zehnwöchigen Projektphase trafen sich fünf Schülerinnen  einmal wöchentlich mit Janina Cordbrüning (25), einer Studentin der TU Dortmund, um über Fragen rund um Afrika nachzudenken: Wo ist Afrika? Wie groß ist der Kontinent? Wie viele Sprachen werden dort gesprochen und wie weit liegen Afrika und Europa eigentlich auseinander?

Dass Afrika der zweitgrößte Kontinent nach Asien ist, dort über 2500 Sprachen gesprochen werden und die kürzeste Distanz zu Europa bei nur 14km liegt, war den Schülerinnen zunächst nicht bewusst. Kriege, Krisen und halb verhungerte Kinder oder Safaris im Sonnenuntergang – mehr scheint es dort oft nicht zu geben! Aber bei über 50 Ländern und einer Milliarde Menschen kann das doch nicht alles sein.

Abschlussveranstaltung zum Afrika-Projekt an der Realschule Oberaden.
Abschlussveranstaltung zum Afrika-Projekt an der Realschule Oberaden.

Die Realschülerinnen entwickelten sich zu Afrika-Expertinnen und produzierten kleine Videofilme, die zeigten, wie vielseitig Afrika ist. Die Filme wurden bei der Abschlussveranstaltung präsentiert.

Um Afrika auch von einer afrikanischen Perspektive aus zu betrachten, war eine besondere Referentin in der Realschule zu Gast. Miora Ratsimba, Germanistik-Studentin an der Université d’Antananarivo in Madagaskar von der afrikanischen Ostküste stellte den Schülern ein Land vor, dass bei uns hauptsächlich durch die gleichnamigen Animationsfilme bekannt ist.

“ Vielen Dank an Frau Ratsimba für den faszinierenden Einblick in ein facettenreiches Land und großes Lob an die Schülerinnen Laura Freisendorf, Laura Kokot, Leona Happe, Franziska und Joanna Latte für ihre sehenswerten Videofilme“, so die Schulleitung zu diesem spannenden Unterrichtsprojekt..

 




Mit Rolf Escher Sehnsuchtsorte und neue Wirklichkeiten entdecken

Er  ist Geheimnissen auf der Spur. Wenn der Spiegel im venezianischen Spiegelsaal blind bleibt, die Gebäude um den Berliner Dom verschwimmen oder die Vögel im Vogelsaal des Bamberger Naturkundemuseums nur Schemen sind, dann hat Rolf Escher Entdeckungen gemacht, die erst auf den dritten oder vierten Blick auffallen. In der Galerie „sohle 1“ zeigt er seinen Blick auf seine ganz persönlichen Sehnsuchtsorte – und auf „Erinnerungsräume – Von Berlin bis Venedig“.

Rolf Escher vor einem seiner "Sehnsuchtsorte": Venedig mit dem Markusdom.
Rolf Escher vor einem seiner „Sehnsuchtsorte“: Venedig mit dem Markusdom.

„Ich war schon über 20 Mal in Venedig“, erzählt der 78-jährige gebürtige Hagener, „aber ich entdecke die Orte immer noch mit anderen Augen.“ Räume interessieren den Mann, der nach der Begrüßung von Bürgermeister Roland Schäfer „einer der renommiertesten Zeichner und Künstler unserer Gegenwart ist“. Weniger die Räume selbst als „das Raumerlebnis“ üben die Faszination aus – ob in einer alten Buchhandlung in Porto oder im Arbeitszimmer von Annette von Droste-Hülshoff in Merseburg. „Ich arbeitet in den Räumen selbst, setze mich dem Ort, seiner Stimmung, den wechselnden Lichtern und den Augenblicken aus“, erzählt er. „Dabei gerät der Raum in Bewegung. Diesen Prozess versuche ich zu beschreiben.“ Dafür ist Bergkamen vielleicht der perfekte Ort. Hier hat Rolf Escher 1976 schon seine Zeichnungen präsentiert – Stillleben in den Schaufenstern Bergkamener Geschäftsleute. „Damals habe ich Bergkamen als Ort der Kunst kennengelernt“, betont er. 2007 dann eine erneute Ausstellung mit Ergebnissen seiner vielen Reisen. Sieben Jahre später hat er 70 Werke mitgebracht. „Es ist mir eine Ehre, dass ich eine der letzten Ausstellungen unter der Leitung von Barbara Strobel gestalten darf“, sagt er, der „dem Haus sehr verbunden ist“.

Zur Vernissage gab es auch ein Gläschen - mit Eschers Kunst im Hintergrund.
Zur Vernissage gab es auch ein Gläschen – mit Eschers Kunst im Hintergrund.

Was er jetzt in seinen Zeichnungen präsentiert, wenn er zunächst die Linien mit der Zeichenfeder setzt und mit dem Aquarellpinsel „das Atmosphärische, die Tiefe der Räume“ ausdrückt, zeigt etwas Neues. Der Kunstkritiker, Freund und jahrzehntelange Wegbegleiter Dirk Schwarze formuliert es so: „Er ist sehr viel farbiger geworden“, „sein Blick ist konzentrierter, einheitlicher“, wenn er auch neue Sehnsuchtsorte wie die Kunst- und Wunderkammern oder Naturalienkabinette für sich entdeckt. Er lenkt den Betrachter ab von dem, worauf sich der Blick konzentrieren will – und verführt ihn gleichzeitig dazu, das zu sehen, was nicht zu sehen ist. Das Spiel mit dem „anderen Realitätsbezug“ und den unterschiedlichen „Auffassungen der Wirklichkeit“ in ein und derselben Themenreihe machen den Reiz bei Rolf Escher aus. Seine Werke hängen nicht nur im Büro des Bürgermeisters, sondern sind auch in der Artothek der Galerie „sohle 1“ zu finden, wo sie für kleines Geld auszuleihen sind. Wer sich die Bilder mit Preisen bis 4.500 Euro nicht leisten kann, dem bietet der Katalog vorerst Abhilfe. Oder ein weiterer Besuch in der Ausstellung, die noch bis zum 8. Juni zu sehen ist. Außerdem gibt es am Sonntag, 23. März, von 15 bis 17 Uhr die Gelegenheit zu einem Künstlergespräch mit Rolf Escher.

Rolf Eschers Kunst ist auch hinter Vitrinen zu sehen: Seine Zeichenbücher.
Rolf Eschers Kunst ist auch hinter Vitrinen zu sehen: Seine Zeichenbücher.

Die Ausstellung ist übrigens auf anderem Gebiet eine echte Premiere. Zum ersten Mal ist Bayer HealthCare Bergkamen als Kooperationspartner zusammen mit der Städt. Wessenberg-Galerie Konstanz bei einer Ausstellung im Stadtmuseum präsent. Weil „unsere eigenen Räume bedingt durch die vielen Sicherheitsbestimmungen nicht wirklich optimal sind für die Öffentlichkeit“, formulierte es Standortleiter Dr. Stefan Klatt. Bayer stellt damit die eigenen Ausstellungen, die bislang zwei bis drei Mal im Jahr vor allem regionale Künstler unterstützten, ein – bleibt aber seiner „Schwäche für die Kunst“ treu, indem die Kooperationen mit der Galerie „sohle 1“ auch über die nächsten Ausstellungen fortgesetzt werden. „Das bringt Vorteile für alle Beteiligten.“




Lehrer müssen auch lernen: Datenschutz, Netzwerken und die Tafel ohne Kreide

Einen pädagogischen Studientag zum Thema „Umgang mit neuen Medien“ führte das Städtische Gymnasium Bergkamen jetzt durch. Diesmal drückten allerdings die Lehrerinnen und Lehrer der Penne die Schulbank.

Lehrer müssen auch mal  pauken.
Lehrer müssen auch mal pauken.

Zunächst referierte der Datenschutzbeauftragte des Kreises Unna, Bernd Wenske, über Aktuelles rund um das sensible Thema Datenschutz in Schulen. Während des Vortrags nahm Wenske immer wieder Bezug auf die Situation am Städtischen Gymnasium, gab wichtige Impulse für den zukünftigen Umgang mit dem Thema Datenschutz, unterstrich aber auch, dass die Schule insbesondere bei der Verarbeitung von Schülerdaten bereits gut aufgestellt sei.

Die Kreidetafel hat bald ausgedient

Im Anschluss an das Referat verteilten sich die Lehrerinnen und Lehrer auf die Arbeitsgruppen „Netzwerk“, „Hardware“ und „E-learning“. Während sich die „Netzwerker“ intensiv mit der Funktionsweise des schulinternen Netzwerkes auseinandersetzten und „Erste-Hilfe“-Tipps bei Schwierigkeiten erhielten, setzte sich die „Hardware“-Gruppe intensiv mit dem Einsatz der modernen elektronischen Tafeln auseinander.

Lehrer brauchen Zeit fürs „E-learnung“

Im Bereich „E-learning“ stand die Arbeit mit elektronischen Lernplattformen zur Unterstützung des Unterrichts im Vordergrund. „Eine Schule mit neuen Medien auszustatten reicht allein nicht, damit die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien effektiv und didaktisch sinnvoll in einen zeitgemäßen und schülerorientierten Unterricht eingebunden werden. Die Kolleginnen und Kollegen benötigen auch Raum und Zeit, um sich mit den neuen Medien vertraut zu machen und ihre eigene Medienkompetenz auszubauen“, erklärt Schulleiterin Bärbel Heidenreich. „Dazu hat dieser Studientag einen guten Beitrag geleistet“, fällt ihr Fazit positiv aus.