Klinikum Westfalen baut die Gefäßmedizin weiter aus

Präsentieren neue gefäßmedizinische Strukturen im Klinikum Westfalen (v.l.): Stefan Aust (Hauptgeschäftsführer), Dr. Kathrin Niemöller (Chefärztin Angiologie Dortmund und Lünen), Dr. Kyung-Hun Chun (Chefarzt Gefäßchirurgie) und Dr. Marcus Rottmann (Direktor Angiologische Kliniken)

Das Klinikum Westfalen hat sein Angebot für Patienten mit Gefäßerkrankungen in der Region weiter ausgebaut. Das Leistungsangebot der Klinik für Angiologie und Diabetologie am Hellmig-Krankenhaus Kamen unter der Leitung von Direktor Dr. Marcus Rottmann unterstützt nun eine eigene Klinik für Gefäßchirurgie innerhalb des Verbundes. In enger Zusammenarbeit ist das Gefäßzentrum Westfalen entstanden mit hoher Kompetenz und einem umfassenden Leistungsangebot.

Am Hellmig-Krankenhaus Kamen und der Klinik am Park Lünen hat das Klinikum Westfalen schon seit vielen Jahren gefäßmedizinische Fachkliniken etabliert unter der Gesamtleitung von Dr. Marcus Rottmann. Dr. Rottmann steht als Direktor der nunmehr drei angiologischen Fachkliniken im Klinikum Westfalen für einen gemeinsamen Qualitätsanspruch in der Gefäßmedizin an allen drei Standorten. Als Chefarzt leitet er zudem weiterhin die Klinik für Angiologie und Diabetologie am Standort Kamen. In gleicher Funktion leitet Dr. Kathrin Niemöller neben der Angiologischen und Diabetologischen Fachklinik in Lünen nun auch die Angiologie am Knappschaftskrankenhaus Dortmund. Für die Leitung der neuen Gefäßchirurgie wurde mit Chefarzt Dr. Kyung-Hun Chun ein erfahrener Gefäßchirurg gewonnen, der sich in der Region zuvor bereits einen Namen gemacht hat.

Gemeinsamer Anspruch ist es, ein umfassendes Gefäßzentrum auf höchstem medizinischen Qualitätsniveau zu betreiben, das spezialisierte Diagnostik und ein umfassendes therapeutisches Angebot bietet. Gefäßchirurgische Eingriffe werden künftig vor allem am Knappschaftskrankenhaus Dortmund aber auch am Hellmig-Krankenhaus Kamen durchgeführt. Interventionelle Angiologie ist schon seit Jahren am Hellmig-Krankenhaus etabliert. Die radiologischen Kliniken unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Jens Rodenwaldt und das Herzzentrum im Klinikum Westfalen unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Buck, die Neurologische Klinik unter der Leitung von Dr. Ulrich Hofstadt-van Oy sowie die anästhesiologischen Kliniken an allen drei Standorten unter der Leitung von Prof. Dr. Björn Ellger runden das Gefäßzentrum weiter ab. Diagnostiziert und behandelt werden alle arteriellen und venösen Gefäßerkrankungen. Das Behandlungsspektrum reicht von der vorbeugenden oder begleitenden Ernährungsberatung und Vermittlung von speziellen Bewegungsprogrammen über medikamentöse Therapie bis zu interventionellen Eingriffen (Ballons, Stents) und chirurgischen Optionen. Ziel ist es in jedem Einzelfall, den individuellen Gefäßstatus nachhaltig zu verbessern.




Viola-Workshop für Geiger: Intensivkurs mit Lydia Friedrichs

Lydia Friedrich. Foto: Atelier Dicker, Hagen

Ab dem 12. Februar 2020 bietet die Musikakademie Bergkamen erneut einen Intensiv- Kurs für interessierte Streicher unter der Leitung von Lydia Friedrichs an: „Viola für Geiger“.

„Dieser Kurs wendet sich an Geigenspieler, die den Wunsch haben, die Bratsche kennen zu lernen“, sagt die Dozentin Lydia Friedrichs. „Es werden die spieltechnischen Unterschiede zwischen beiden Instrumenten herausgearbeitet und in lockerer Atmosphäre gemeinsam kurze Ensemblestücke gespielt.“

Für den Intensivkurs „Viola für Geiger“ sind Vorkenntnisse auf der Geige erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist bewusst klein gehalten und das Kursmaterial flexibel. Die Kosten für den Workshop betragen 50 €, die Teilnehmerzahl ist auf maximal 6 begrenzt. Der Kurs geht vom 12. Februar bis zum 4. März 2020 in 4 Lektionen jeweils Mittwochabend von 20.00 bis 21.00 Uhr. Veranstaltungsort ist das Pestalozzihaus in Bergkamen-Mitte.

Anmeldungen nimmt die Musikschule Bergkamen bis zum 3. Februar 2020 telefonisch unter Nummer 02306/307730 oder per e-mail unter info@musikschule-bergkamen.de entgegen.

Für diesen Kurs ist ein eigenes Instrument erforderlich. Geeignete Instrumente können aber auch von externen Anbietern für die Kursdauer zum Preis von 20 bis 40 € ausgeliehen werden. Die Musikschule hilft gerne mit Adressen weiter.




Familiensache „Schwarzfahrt“: Vater und Sohn vor Gericht

von Andreas Milk
Vater (47) und Sohn (24) gemeinsam auf der Anklagebank: Die beiden Bergkamener mussten sich verantworten wegen Fahrens ohne Führerschein (der Sohn) und wegen des Zulassens des Fahrens ohne Führerschein (der Vater). Geldstrafen gab es am Ende für beide.
Auf der Ebertstraße war der Sohn am 3. September in einem Opel Astra, der seinem Vater gehörte, mit zu hohem Tempo erwischt worden. Er besaß keine Fahrerlaubnis und gab das auch sofort zu.

Bei ihm den Überblick zu behalten, ist nicht ganz leicht: Im November – also zwei Monate nach der Fahrt über die Ebertstraße – wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt für eine weitere „Schwarzfahrt“, die er schon im März vorigen Jahres begangen hatte, ebenfalls mit Vaters Auto. Der Richter im neuen Prozess war sich nun sicher: Von dieser ersten Fahrt im März und ihren Folgen muss der Vater etwas mitbekommen haben – und hätte deshalb seinem Sohn im September den Astra gar nicht mehr überlassen dürfen.
Fest steht, dass die Männer eher locker mit Post von Polizei und Justiz umgegangen sind. Der Vater etwa ignorierte mehrere Briefe – und reagierte erst, als er mit einer handfesten Haftandrohung konfrontiert war.

Eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro muss nun der Sohn zahlen – 40 Tagessätze à 50 Euro der Vater. Die Zahl der Tagessätze hängt von der individuellen Schuld ab – die Höhe der Tagessätze vom Einkommen. Und: Den Opel Astra sehen Vater und Sohn nicht wieder. Der Wagen wurde eingezogen. Er wird vielleicht versteigert, vielleicht aber auch verschrottet.




Jahresdienstbesprechung: Bergkamener Jugendfeuerwehr hat sich für 2020 einiges vorgenommen

Die Bergkamener Jugendfeuerwehr ist weiterhin eine stark Truppe. 31 Jugendliche, darunter sieben Mädchen, beteiligen sich regelmäßig an den Treffen. Dabei kamen sie im vergangenen Jahr auf 39 feuerwehrtechnische Dienste und kameradschaftliche Veranstaltung mit 7289 Stunden und zusammengezählt 1020 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie die Leiterin der Jugendfeuerwehr Jennifer Ganz am Dienstag bei der Jahresdienstbesprechung des Feuerwehrnachwuchses im Gerätehaus Mitte erklärte.

In die aktive Feuerwehr wurden Vivian Ann Meyer (Einheit Rünthe) und Philipp Kuhn (Einheit Mitte) verabschiedet. Was sie dort erwartet, erfuhren die Jugendlichen von Dirk Kemke, der sie erstmals in seiner Funktion als Stadtbrandmeister besuchte. Die vielen Informationen verpackte er geschickt in die Form eines Quiz. Eine Ernennungsurkunde hatte er auch dabei. Er ernannte René Buhrau, einen der Betreuer aus den Einheiten, zum Sicherheitsbeauftragten.

Wie im vergangenen Jahr hat sich auch in 2020 die Jugendfeuerwehr einiges vorgenommen. Neben den normalen Diensten eröffnen sie wieder ihr 1. Mai-Café, beteiligen sich an der Leistungsspange, nehmen am Orientierungslauf in Lünen teil und organisieren einen Berufsfeuerwehrtag.

Die Bedeutung der Jugendfeuerwehr wird auch dadurch unterstrichen, dass an dieser Jahresdienstbesprechung Bürgermeister Roland Schäfer, die fürs Feuerwehrwesen zuständige Beigeordnete Christine Busch mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vertreter der drei großen Stadtratsfraktionen teilnahmen.




Oberadener Feuerwehr hat ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug

Seit einigen Tagen erfreut die Einheit Oberaden der Bergkamener Feuerwehr ihre Facebook-Freunde mit einem Bilderrätsel. Dieses „Geheimnis“ soll nun am kommenden Freitag aufgelöst werden.

Um 17 Uhr nämlich wird Bürgermeister Roland Schäfer gemeinsam mit der für den Feuerschutz zuständigen Beigeordneten Christine Busch und unter der Beteiligung der Kameradinnen und Kameraden der Einheit Oberaden am Feuerwehrgerätehaus in Oberaden, Jahnstraße 13, ein neues Fahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bergkamen offiziell übergeben.

Dabei handelt es sich um ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20), welches im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung in Zusammenarbeit zwischen Einheit und Verwaltung beschafft wurde. Das Fahrzeug wurde bereits Mitte Dezember 2019 nach Bergkamen überführt und mittlerweile schon bei diversen Einsätzen eingesetzt.

 




Kindergarten-Besuch im Garten-Center röttger: Es gibt noch freie Termine

Kindergarten-Besuche im Garten-Center röttger: Es gibt noch freie Termine!

Das Garten-Center röttger begrüßt regelmäßig Kindergarten-Gruppen und hat noch wenige Termine frei. – Anmeldungen/Anfragen noch möglich –an kontakt@gartencenter-roettger.de.

Neben einer kleinen Führung durch röttgers „Blumen-Welt“ werden die Kinder eine Aussaat-Aktion machen und von dem röttger-Team mit einer kleinen Stärkung versorgt –es entstehen keine Kosten für die Kindergarten-Gruppe.




Hauptgewinnerin des Lions-Weihnachtskalenders freut sich über Reisegutschein

Foto:
Mit Edeltraud Beyer (2.v.l.) freuen sich (v.l.): „Löwe“ Ernst Schregel,
Susanna Lang-Puchinger, Inhaberin des „Reiselädchen“, das regelmäßig den Lions-Weihnachtskalender unterstützt und Lionspräsident Martin Brandt.

Edeltraud Beyer freut sich über einen Reisegutschein im Wert von 1000,–€, den Hauptgewinn des Weihnachtskalenders, den der Lionsclub BergKamen im gerade vergangenen Jahr zum vierzehnten Mal auflegte. Die Methleranerin kauft jedes Jahr vier Kalender für ihre Familie und sich. Vor einigen Jahren hatte sie schon einmal einen wertvollen Warengutschein gewonnen, über den Hauptgewinn freut sie sich jetzt natürlich besonders. Erfahren hat sie von ihrem Gewinn durch ihren Sohn, der die Gewinnzahlen für die ganze Familie kontrollierte.

Rund 260 Preise gab es dieses Mal bei den BergKamener Lions zu gewinnen, darunter zahlreiche Gutscheine heimischer Unternehmen und wertvolle Sachpreise. Da diese Preise und die Herstellungskosten des Kalenders von Spendern und Sponsoren finanziert wurden, kommt der gesamte Erlös der Aktion, über 16.000,–€, Projekten für Kinder und Jugendliche in Bergkamen und Kamen zugute.




„Ruscher hat Vorfahrt“: Kabarettauftakt mit Barbara Ruscher im studio theater bergkamen

Barbara Ruscher. Foto: Christoph Hardt

Scharfzüngig, intelligent, aber charmant hinterfragt Deutschlands Kabarett-Lady Barbara Ruscher den Selbstoptimierungswahn unserer Gesellschaft und ist dabei immer eine Spur voraus. Ruscher regt sich am kommenden Freitag, 24. Januar, um 20 Uhr auf der Bühne des studio theaters auf:

Über finanziell ausufernde Kindergeburtstags-Event-Rankings, über Raser, die ihren Wettbewerb ohne Rücksicht auf Verluste auf öffentlichen Straßen austragen, über Gangster-Rapper und deren hemmungslosen Vorurteile, über die Infantilisierung unserer Gesellschaft durch Ausmalbücher für Erwachsene. Ruscher fragt sich, warum ihre Tochter unbedingt aufs Gymnasium will und bekommt die Antwort: „Weil da so viel Unterricht ausfällt.“ Das sieht Ruscher ein und stimmt zu, auch weil die Schulen heute meist in herrlich antikem ursprünglichem Zustand sind. In ALLEN Räumen. Sollte man Söder nicht darüber aufklären, dass man anstelle von Kreuzen in die Klassenräume lieber Duftbäume in die Schulklos hängen sollte?

Vor keinem Thema schreckt sie zurück und geht mit viel Charme und satirisch intelligentem Biss gesellschaftsaktuellen Fragen nach. Ökologische Themen sind ihr Steckenpferd (Privatisierung von Wasser, Vermüllung der Meere), aber auch Themen wie Dating-Portale und der Wahnsinn im Alltäglichen. Warum klingt die Kaffeemaschine in der Bäckerei wie die Duschszene aus Psycho? Sind
wir nicht schon längst Opfer der Digitalisierung, oder warum denken wir beim Ton einer Klangschale, dass wir eine WhatsApp bekommen haben?

Barbara Ruscher, auch bekannt durch ihre Radiokolumnen bei HR1, sowie als Moderatorin der NDR Satireshow „Extra3 Spezial“ sowie aus zahlreichen Kabarett- und Comedy Sendungen bleibt mit ihrem Mix aus aktuellem Kabarett, entlarvender Comedy und brüllend komischen Songs am Klavier auch in ihrem neuen Programm auf der Erfolgsspur.

Weitere Informationen auch unter www.barbara-ruscher.de, www.facebook.com/ruscher.barbara,
www.instagram.com/barbararuscher & www.youtube.com/c/BarbaraRuscherKabarett

Barbara Ruscher
24.01.2020
20.00 Uhr
Kabarett/ Cabaret im studio theater bergkamen
Kartenvorbestellungen und weitere Infos unter: 02307/ 965 464 oder a.mandok@bergkamen.de




Detektiv erwischt im Kaufland zwei Tabak-Diebe innerhalb von 55 Minuten: 22-Jährige sitzt jetzt in Untersuchungshaft

Die Polizei hat am Montag im Kaufland an der Töddinghauser Straße in Bergkamen innerhalb von 55 Minuten zwei Ladendiebe festgenommen.

Gegen 16 Uhr beobachtete ein Ladendetektiv, wie sich ein 34-Jähriger vier Tabakbeutel in die Hosentasche steckte und den Kassenbereich passierte, ohne zu bezahlen. Weil der 34-Jährige keine Personalpapiere mit sich führte und keinen festen Wohnsitz hat, wurde er vorläufig festgenommen und dem Polizeigewahrsam Unna zugeführt, aus dem er nach Identitätsklärung und Einleitung eines Strafverfahrens wieder entlassen wurde.

Rund 55 Minuten später, gegen 16.55 Uhr, rückte die Polizei erneut zu dem Supermarkt an der Töddinghauser Straße aus, nachdem der Ladendetektiv eine 22-Jährige dabei erwischte, wie sie 19 Packungen Tabak in ihre Handtasche gesteckt und den Kassenbereich verlassen hatte, ohne zu bezahlen. Die junge Frau hat keinen festen Wohnsitz und ist wegen ähnlicher Delikte mehrfach vorbestraft. Sie wurde daher von der Polizei vorläufig festgenommen und ins Gewahrsam Unna gebracht. Nun kommt ein weiteres Ermittlungsverfahren auf sie zu. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde sie am Dienstag einem Haftrichter am Amtsgericht Kamen vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Die 22-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft.




Schröpfkopfmassage: Praxisseminar in der Ökologiestation

Die Schröpfkopfmassage ist eine Methode zur tiefen Bindegewebsmassage. Die Muskulatur wird stark durchblutet, Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich werden gelöst. Schadstoffe werden über die Haut ausgeleitet, die Selbstheilungskräfte und der Stoffwechsel des Organismus werden angeregt.

Sabine Geisler, Krankenschwester in der integrativen Medizin und Naturheilkunde, stellt am Dienstag, 4. Februar, in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil die Schröpfkopfmassage vor. Nach einer Einführung wird die Partnermethode aneinander geübt, es sollten also immer zwei vertraute Personen gemeinsam teilnehmen. Ein kleines Kissen und zwei Handtücher sind mitzubringen.

Die Anmeldung für die etwa zweistündige Veranstaltung, die um 19.30 Uhr beginnt und 15,00 € je Teilnehmer kostet, ist bis zum 28. Januar unter 0 23 89 – 98 09 11 oder 0 23 89 – 98 09 0 (auch Anrufbeantworter) beim Umweltzentrum Westfalen möglich. Informationen zur Dozentin findet man unter www.naturkunde-geisler.de. Die Teilnehmerzahl ist auf sieben Paare begrenzt.




Mit Schreckschusswaffe auf den Rathausvorplatz

von Andreas Milk
Es war ein gehöriger Schreck für eine Mutter, die am frühen Abend des 11. September mit ihren Kindern über den Bergkamener Rathausvorplatz in Richtung Kaufland ging: „Lauf, der hat eine Pistole“, rief plötzlich ihre 16-jährige Tochter. Und tatsächlich stand da ein Mann mit einer Waffe in der Hand. Etwas später tauchte er an der Ebertstraße vor einem Kiosk auf und schob sich die Pistole in den Mund. Heute nun saß er, sichtlich zerknirscht, vor dem Kamener Amtsrichter: wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Es handelte sich um eine Schreckschusswaffe. Erkan E. (Name geändert) sagte, er habe sie irgendwann gekauft, um zu Silvester damit rumzuballern. Dass ihm der Auftritt am 11. September mehr als nur ein bisschen peinlich war, ließ sich nicht übersehen. Auf seinem Stuhl machte der schmächtige Mann sich klein. Schon vor Beginn der Verhandlung hatte er sich auf dem Gerichtsflur bei der Mutter vom Rathausplatz entschuldigt. Sie nahm seine Entschuldigung an. Es sei so einiges zusammengekommen an dem Abend, erzählte E.: Ehestress, ein kurz vorher erlittener Unfall – er war bei Hausarbeiten aus dem Fenster gestürzt -, Alkohol. Ein Test ergab seinerzeit rund zwei Promille. Er habe niemandem drohen wollen – eher sei es ihm wohl um Aufmerksamkeit gegangen.

E. hat Vorstrafen, unter anderem wegen Drogendelikten und Trunkenheit im Verkehr. Seine Bewährungshelferin schilderte ihn als antriebslosen, deprimierten Menschen mit wenig Selbstwertgefühl. Die Ursachen für seine Probleme gehe er einfach nicht an.
Das Urteil: eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 10 Euro. E. lebt von Hartz IV. Als Alternative zur Zahlung der Strafe komme auch das Ableisten gemeinnütziger Arbeit in Betracht, erklärte ihm der Richter. Was E. am 11. September getan habe, sei weniger für Andere und mehr für sich selbst zum Schaden gewesen. „Sie müssen zum Arzt gehen und sich helfen lassen.“