Exkursion „Was riecht denn da?“ am Beversee: Gemeinsamer Spaziergang für Hund und Halter
Wie „sieht“ eigentlich mein Hund den Wald, wie nimmt er ihn war? Gleicht er einem Jäger oder eher dem Förster? Zeigt sich ihm der Wald wie den Erfolgsautoren mit bibelhaften Vergleichen, oder kommt der Uropa Wolf wieder durch? Diesen spannenden Fragen gehen Hund und Halter am Samstag, 25. September zusammen auf die Spur.
Die etwa zweistündige Veranstaltung beginnt um 15:00 Uhr und findet auf dem Areal des Beversee-Naturschutzgebiets stattfinden. Der Hund kann mitgenommen werden, aber es herrscht Anleinpflicht. Treffpunkt ist der Besucherparkplatz an der B233 (Werner Straße 293) in Bergkamen-Rünthe.
Eine Anmeldung beim Umweltzentrum Westfalen unter 0 23 89 – 98 09 38 ist bis zum 17. September erforderlich. Die Kosten betragen 5,00 Euro je Teilnehmer und Hund. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Erwachsene Teilnehmer müssen geimpft, genesen oder getestet sein und einen Nachweis sowie einen Mund-Nasen-Bedeckungen mitbringen.
Info-Abend mir dem der rentenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag Matthias W. Birkwald
Matthias W. Birkwald
Am Mittwoch, 22. September, spricht ab 18 Uhr (Veranstaltungsbeginn ist um 17:30 Uhr) der rentenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Matthias W. Birkwald in der Gaststätte „Kümpers“ in Kamen. Hierzu sind interessierte Bürger:innen herzlich eingeladen.
Matthias W. Birkwald hat hierzu sehr konkrete Vorstellungen dazu, wie man Altersarmut verhindert. So soll das Rentenniveau wieder auf 53% angehoben werden und zusätzlich im Laufe der nächsten vier Jahre eine Rentensteigerung von 10% erfolgen. Ein weiterer wichtiger Baustein: Alle müssen in die Rentenkasse einzahlen – u.a. auch Abgeordnete des Bundestages, so wird die Rente sicher finanziert.
Der Nachbar Österreich sei dabei das Vorbild. Dazu müssten auch alle Kürzungsfaktoren aus der Rentenanpassungsformel gestrichen werden. Ein weiteres Ziel sei, da wo die Rente nicht reicht zum Leben – etwa wegen Kindererziehung, Minijobs oder geringer Löhne – eine Mindestrente von 1.200,00€ durchzusetzen.
„So soll eine gute Rente für alle möglich und damit Altersarmut in unserem reichen Land nachhaltig verhindert werden“, erklären die LINKEN.
Zudem werden die Direktkandidat:innen Rebekka Kämpfe (Hamm – Unna II) und Andreas Meier (Unna I) ebenfalls sprechen und für Fragen zur Verfügung stehen.
Zwei 16-Jährige aus Bergkamen im Dortmunder Hauptbahnhof sexuell belästigt
Zu einer sexuellen Belästigung soll es am Sonntagmorgen am Dortmunder Hauptbahnhof gekommen sein. Nach Angaben von zwei 16-jährigen Jugendlichen aus Bergkamen soll ein 38-jähriger Mann diese gegen ihren Willen mehrfach unsittlich berührt haben.
Gegen 1 Uhr wurde eine Streife der Bundespolizei auf den Sachverhalt vor einem Geschäft am Dortmunder Hauptbahnhof aufmerksam. Dort war es zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung gekommen. Als die Bergkamenerinnen die Beamten sahen, sprachen sie die Polizisten sofort an.
Die Beamten trennten die Parteien voneinander und befragten Zeugen. Diese bestätigten die Angaben der Frauen aus Bergkamen. Eine spätere Durchsicht der Videoüberwachungsanlage des Hauptbahnhofes ergab zudem, dass der 38-Jährige schon zuvor Reisende belästigt hatte.
Gegen den polizeibekannten Mann wurde ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung eingeleitet. Anschließend wurde er in das Gewahrsam der Polizei in Dortmund verbracht.
NRW-Fluthilfen für Unternehmen starten am 17.9.: IHKs helfen bei der Antragstellung
Mit den Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat sowie der heutigen Veröffentlichung der Förderrichtlinie für den Wiederaufbau ist der Weg für die Fluthilfen für Unternehmen, Private und die öffentliche Infrastruktur frei. Ab dem 17. September können Unternehmen in Nordrhein-Westfalen die Hilfen zur Beseitigung der Schäden infolge des Unwetters beantragen.
„Damit ist der erste, wichtigste Schritt getan“, kommentiert Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW. „Auch wenn die Unternehmen zunächst die Anträge bearbeiten müssen, gewinnen Sie nun Sicherheit über die Finanzierung Ihres Wiederaufbaus. Dass das Verfahren acht Wochen nach der Katastrophe nun schnell anläuft, ist psychologisch nicht zu unterschätzen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer wollen ins Handeln kommen und die Schockstarre überwinden“, so Stoffels. „Nun wird es darauf ankommen, dass die Anträge schnell er- und bearbeitet werden. Die Industrie- und Handelskammern wie auch die anderen Kammern werden ihre Mitgliedsunternehmen aktiv bei der Antragsstellung unterstützen.“
Mitgliedsunternehmen erhalten bei ihrer Industrie- und Handelskammer Hilfe bei der Antragsstellung, Beratung sowie alle wichtigen Informationen. Im Antragsverfahren unterstützen die IHKs durch eine Vorprüfung und sichern so eine schnelle Bearbeitung bei der NRW.Bank als zuständige Bewilligungsstelle.
Die Landesregierung NRW stellt unter www.land.nrw/wiederaufbauhilfeInformationen zu den Aufbauhilfen und zum Verfahren bereit.
Coronavirus: 69-jährige Frau aus Lünen gestorben
Heute sind der Gesundheitsbehörde 49 neue Fälle (10 in Bergkamen) und ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Corona gemeldet worden. Verstorben ist eine 69-jährige Frau aus Lünen am 11. September.
Insgesamt sind damit im Kreis Unna 20.594 Fälle gemeldet worden, 3112 in Bergkamen. 19.403 Personen gelten als wieder genesen, 2956 in Bergkamen. Die Zahl der aktuell infizierten Personen liegt bei 697, in Bergkamen 108. Aktuell befinden sich 11 Patienten in stationärer Behandlung. 948 enge Kontaktpersonen im Kreis Unna sind in Quarantäne.
Inzidenz
Der 7-Tages-Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner wird vom Robert Koch-Institut veröffentlicht. Er liegt aktuell bei 52,8 (Stand: 13. September 2021).
Whirlpool bei Wohnungsdurchsuchung sichergestellt: Polizei sucht rechtmäßigen Eigentümer
Wem gehört dieser Whirlpool? Foto: Kreispolizeibehörde Unna
Foto: Kreispolizeibehörde Unna
Im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung bei dem Beschuldigten eines laufenden Ermittlungsverfahrens aus Bergkamen hat die Polizei einen Whirlpool sichergestellt, bei dem es sich nach jetzigen Erkenntnissen um Diebesgut handelt.
Die Polizei sucht die rechtmäßigen Eigentümer des Sprudelbads. Hinweise nimmt die Wache Kamen unter der Rufnummer 02307-921 3220 entgegen.
Neue Jahrgangsstufe 5 lernt spielerisch die Willy-Brandt-Gesamtschule kennen
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Nach dem anstrengenden Jahr unter Corona-Bedingungen freuten sich die neuen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 auf die Willy-Brandt-Gesamtschule: Endlich wieder regelmäßig zur Schule zu gehen, ihre Freunde zu treffen und gemeinsam in der Klasse zu lernen, ist für die Kinder zu etwas Besonderem geworden!
Um den Start in der neuen Schule zu erleichtern, organisierten die Schulsozialarbeiterinnen der Abteilung 5-7 zunächst eine Spiele-Rallye, bei der die Kinder spielerisch die Schule erkunden konnten sowie als Klasse den Zusammenhalt erprobten. Daraufhin folgten für den gesamten Jahrgang Kennenlernprojekttage.
Die Klassen hatten das Ziel, einander sowie die Schulsozialarbeit besser kennenzulernen. Dabei wurden methodisch Übungen zur Stärkung der Klassengemeinschaft, Gesprächsrunden, Entspannungseinheiten sowie gestalterische Aspekte eingebaut. Den Schulsozialarbeiterinnen bot sich die Gelegenheit ihre Arbeit an der Schule vorzustellen und den Schülerinnen und Schülern zu verdeutlichen, dass sie in vertrauensvoller Atmosphäre für alle Angelegenheiten Hilfe holen können.
Seit heute gelten in NRW neue Leitindikatoren zur Bewertung der Pandemie
Als Folge der Änderungen im Infektionsschutzgesetz des Bundes (IfSG) hat das Gesundheitsministerium für heute die Coronaschutzverordnung aktualisiert.
Zur Bewertung des Infektionsgeschehens wird ab sofort auf eine umfassende Berücksichtigung der nun im Bundesgesetz vorgesehenen drei Leitindikatoren abgestellt: der 7-Tage-Inzidenz, der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Fälle der Coronapatienten im Krankenhaus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) und der Auslastung der Intensivbetten. Daher wurde in der Coronaschutzverordnung der bisher als Grenzwert bestimmter Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz gestrichen. Die inzwischen bekannte 3G-Regelung, die aufgrund dieses Grenzwertes seit Anfang August landesweit für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen gilt, bleibt aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens auch unter Berücksichtigung der neuen Leitindikatoren bis auf weiteres unverändert bestehen.
Mit der Aktualisierung der Coronaschutzverordnung wird deren Geltung zugleich bis zum 8. Oktober 2021 verlängert. Damit kann rechtzeitig vor den Herbstferien das Infektionsgeschehen neu bewertet werden.
Aufgrund der aktuellen Stabilisierung der Werte aller relevanten Indikatoren in Nordrhein-Westfalen verzichtet das Gesundheitsministerium derzeit bewusst auf die Festlegung von pauschalen Grenzwerten für die einzelnen neuen Indikatoren.
Stattdessen soll zunächst das Zusammenwirken der verschiedenen Indikatoren etwa unter Berücksichtigung des Impfstatus, der Altersverteilung für Hospitalisierungswahrscheinlichkeiten oder die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Krankenhauseinweisung und später erforderlicher Intensivbehandlung weiter genau beobachtet werden.
Minister Karl-Josef Laumann erklärt dazu: „Schon bisher basierten die Entscheidungen über die Schutzmaßnahmen, die wir in der Coronaschutzverordnung festgelegt haben, auf einer umfassenden Betrachtung verschiedener Indikatoren. Das steht genauso auch schon lange ausdrücklich in der Coronaschutzverordnung. Ich bin daher froh, dass jetzt auch im Bundesgesetz die reine Fixierung auf die 7-Tage-Inzidenz weggefallen ist. So sehr ich nun ein Freund einfacher und leicht verständlicher Regelungen bin: In der aktuellen Situation mit einer völlig unterschiedlichen Entwicklung bei Geimpften und nicht Geimpften oder auch in den verschiedenen Altersgruppen ist die Betrachtung vielfältiger Faktoren der richtige Weg. Wir wissen schlicht noch zu wenig darüber, wie sich das Impfgeschehen auf die Dynamik einer möglichen Herbstwelle auswirkt, als dass wir uns auf starre Werte festlegen können. Auf pauschale Grenzwerte haben wir daher zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet.“
Laumann: „In Nordrhein-Westfalen stabilisieren sich derzeit die relevanten Indikatoren, allerdings auf einem nicht unkritischen Niveau. Eines muss uns klar sein: Nach allen Prognosen von Expertinnen und Experten, aber auch nach meiner persönlichen Überzeugung, stehen nicht geimpften Menschen im Herbst besondere Gefährdungen bevor. Wenn wir dann die von vielen vorhergesagte ‚Pandemie der Ungeimpften‘ bekommen, können für diese Personen neue Schutzmaßnahmen erforderlich werden. Die gute Botschaft ist aber: Jede und jeder hat es selbst in der Hand, sich durch eine Impfung zu schützen. Auf Basis aller bisherigen Daten, die uns vorliegen, sind neue Einschränkungen für geimpfte und genesene Personen absehbar nicht erforderlich und rechtlich auch nicht vertretbar.“
Zum Hintergrund:
Die (neuen) drei Leitindikatoren sind:
1. Leitindikator: 7-Tage-Hospitalisierung
Die Zahl misst, wie viele infizierte Personen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Sie ist damit ein Indikator für die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und kann einen frühen Hinweis auf eine drohende Überlastung des Gesundheits- und Krankenhaussystems geben.
Für den Hospitalisierungsindikator werden in Nordrhein-Westfalen zwei Werte ausgewiesen: Erstens der anhand der Vorgaben des RKIs berechnete Wert. Dieser beruht auf den Meldungen der Gesundheitsämter, die den bereits von ihnen gemeldeten Infektionsfällen nachträglich die namentlichen Einweisungsmeldungen aus den Krankenhäusern zuordnen. Dieser Wert ist vor allem bedeutsam, weil er bundesweit einheitlich errechnet wird und damit eine bundeseinheitliche Bewertung des Infektionsgeschehens ermöglicht. Allerdings erfordert der Wert eine Einzelfallbearbeitung jedes Infektionsfalles durch die Gesundheitsämter, die gerade in der aktuellen Belastungssituation manchmal erst nach einigen Arbeitstagen abgeschlossen ist.
Um zusätzlich einen aktuelleren Hinweis auf die Hospitalisierungen zu ermöglichen, wird zweitens zusätzlich der Hospitalisierungsindikator ausgewiesen, der sich unmittelbar aus den täglichen (nicht namentlichen) Gesamtmeldungen der Krankenhäuser über die Aufnahme von Covid-19-Patienten im Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW) ergibt. Dieser Wert ermöglicht eine sehr aktuelle Einschätzung, weicht aber naturgemäß von dem RKI-basierten Wert ab und wird am gleichen Meldetag jedenfalls in Perioden eines ansteigenden Infektionsgeschehens in der Regel höher liegen.
2. Leitindikator: COVID-Anteil an der Intensivkapazität
Dieser Indikator bildet die Belastung der Intensivstationen ab und steht damit unmittelbar für das Risiko einer Überlastung dieser medizinischen Versorgungsstrukturen. Der Anteil, mit dem Covid-19-Patientinnen und -Patienten die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten auslasten, wird durch die Zahl der neu aufgenommenen Patienten bestimmt, sie ist aber auch abhängig von der Dauer der notwendigen Hospitalisierung (Liegezeit) und der (personellen) Aufwände bei der Behandlung.
Anhand des Grades der Auslastung der Intensivstationen können Schutzmaßnahmen vor allem so ausgerichtet werden, dass andere erforderliche medizinische Behandlungen (schwere Operationen etc.) nicht aufgrund einer Überlastung der Bettenkapazitäten verschoben werden müssen.
Die Berechnung erfolgt auf Basis der Daten aus dem Register der Fachgesellschaft der Intensivmediziner (DIVI) als Prozentanteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen an den betreibbaren Erwachsenen-Intensivbetten. Auch hier ist durch den Rückgriff auf das DIVI-Register eine Vergleichbarkeit mit den Bundeswerten gegeben.
3. Leitindikator: 7-Tage-Inzidenz
Auch die bereits bekannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bleibt ein wichtiger Indikator. Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet. Insbesondere die altersbezogenen Inzidenzen sind nach wie vor ein guter Maßstab dafür, in welchem Ausmaß vulnerable Bevölkerungsgruppen betroffen sind. Anhand der Inzidenz kann die Wirksamkeit von Corona-Schutzmaßnahmen relativ zeitnah abgelesen werden. Zudem bleibt die 7-Tage-Inzidenz ein guter Indikator dafür, in welchem Maß eine Kontaktpersonennachverfolgung noch möglich ist. Die 7-Tage-Inzidenz ist darüber hinaus ein wichtiger Frühindikator für das Geschehen in den Krankenhäusern
Gewerkschaft NGG: 12.200 Menschen im Kreis Unna trotz Vollzeitjob von Altersarmut bedroht
Obwohl sie jahrzehntelang gearbeitet haben, sind immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen. Die nächste Bundesregierung müsse dagegen vorgehen und die gesetzliche Rente ausbauen, fordert die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG | Alireza Khalili
Ein Leben lang arbeiten – und trotzdem reicht die Rente nicht: Im Kreis Unna sind rund 12.200 Vollzeitbeschäftigte selbst nach 45 Arbeitsjahren im Rentenalter von Armut bedroht. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung. Demnach verdienen 14,3 Prozent aller Beschäftigten, die im Kreis Unna in Vollzeit arbeiten, weniger als 2.050 Euro brutto im Monat. Rein rechnerisch müssten sie sogar mehr als 45 Jahre lang arbeiten, um auf eine Rente oberhalb der Grundsicherungsschwelle von aktuell 835 Euro zu kommen.
„Altersarmut ist kein Schreckensszenario in der Zukunft, sondern für viele Menschen längst Realität. Die Rente derer, die zum Beispiel jahrzehntelang in einer Bäckerei oder Gaststätten gearbeitet haben, reicht schon heute oft nicht aus. Rentenkürzungen oder Forderungen über ein späteres Eintrittsalter sind der falsche Weg. Stattdessen muss die Politik die gesetzliche Rente stärken“, so Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund, mit Blick auf die aktuelle Debatte rund um die Alterssicherung. Das Rentenniveau, also die durchschnittliche Rente nach 45 Beitragsjahren bei mittlerem Verdienst, dürfe nicht weiter absinken.
Seit dem Jahr 2000 sei das Rentenniveau bereits von rund 53 Prozent auf aktuell 48 Prozent abgesenkt worden. „Konkret bedeutet das, dass Geringverdiener mit einem Einkommen von weniger als 2.050 Euro brutto im Monat statt 42 nun fast 46 Jahre lang arbeiten müssen, um überhaupt noch die Grundsicherungsschwelle im Alter zu erreichen. Aber vier Jahre länger an der Bäckereitheke, in der Lebensmittelfabrik oder im Schlachthof am Band zu stehen, ist vielen Beschäftigten gesundheitlich gar nicht möglich. Jede Anhebung des Renteneintrittsalters ist somit faktisch eine Rentenkürzung“, unterstreicht Gebehart. Die nächste Bundesregierung müsse das derzeitige Rentenniveau stabilisieren und perspektivisch anheben, um einen weiteren Anstieg der Altersarmut zu verhindern. Die von Wirtschaftsverbänden geforderte „Rente mit 70“ sei der falsche Weg – und ein „Schlag ins Gesicht der Menschen, die körperlich arbeiten und schon bis 67 nicht durchhalten können“. Auch deshalb sei es wichtig, dass die Beschäftigten ihre Stimme bei der Bundestagswahl am 26. September abgäben – und sich informierten, was die Rentenkonzepte der einzelnen Parteien für sie bedeuteten, so die NGG.
Zugleich seien die Unternehmen in der Pflicht, prekäre Beschäftigung zurückzufahren und Tarifverträge zu stärken. Gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe gebe es einen enormen Nachholbedarf, um die Einkommen wirklich armutsfest zu machen – auch weil viele Firmen aus der Tarifbindung flüchteten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit verdienen in Nordrhein-Westfalen aktuell rund 41.300 von insgesamt 75.400 Vollzeitbeschäftigten im Gastgewerbe weniger als 60 Prozent des bundesweit mittleren Monatseinkommens von 3.427 Euro. „Hier darf es niemanden überraschen, dass während der Corona-Krise so viele Köche und Hotelangestellte ihre Branche verlassen haben“, sagt Gebehart.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nimmt die Zahl der Menschen, die in der Altersgruppe ab 65 armutsgefährdet sind, weiterhin zu. Aktuell sind dies 18 Prozent. Im Jahr 2009 waren es noch 14 Prozent. Entscheidend sei nun, die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Altersvorsorge für die Zukunft zu stärken. Dafür müssten angesichts des demografischen Wandels auch weitere Mittel aus dem Bundeshaushalt fließen und die Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen, weiterentwickelt werden.
Dabei dürften die Generationen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Sicherung der gesetzlichen Altersvorsorge komme gerade auch den Jüngeren zugute. Denn sie müssten einen weiteren Abfall des Rentenniveaus mit einem immer längeren Arbeitsleben bezahlen. „Am Ende geht es um den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Nach einem langen Berufsleben muss sich jeder darauf verlassen, den Ruhestand in Würde genießen zu können“, so Gebehart weiter.
Die NGG verweist darauf, dass die neu eingeführte Grundrente für Betroffene zwar zu höheren Bezügen führen könne. Allerdings seien die Hürden mit erforderlichen 33 Beitragsjahren zu hoch und der Zuschlag falle oft gering aus. „Die mögliche Einkommensanrechnung, etwa des Lebenspartners, lässt die Beträge weiter schrumpfen. Damit bekommen viele Menschen keinen oder nur einen geringen Zuschlag. Die Grundrente muss daher ebenfalls weiterentwickelt werden“, unterstreicht Gebehart.
MittwochsMix diesmal im studio theater: Wort- und Klavierakrobatik mit Matthias Reuter
Matthias Reuter. Foto: Harald Hoffmann
Einen vielfachen Kleinkunstpreisträger präsentiert das Kulturreferat am Mittwoch, 22. September, um 19.30 Uhr im studio theater bergkamen. Auf die Frage „Was möchtest Du mal werden, wenn du groß bist“ antwortete Matthias Reuter als Kind meist mit der Gegenfrage „Wie groß muss das denn genau sein?“ Man muss es ja nicht übertreiben. Darum ist er heute auch Kleinkünstler, denn er weiß: Humor ist oft eine Frage der Perspektive. Und von unten nach oben lacht es sich viel herzlicher als umgekehrt.
Warum trotzdem alle dauernd nach oben wollen, hat er nie verstanden. So bleibt er am Boden und besieht sich von dort aus die Vorturner, Vorbilder und Vordenker des Landes. Er hat Verständnis dafür, dass laut Umfragen ausgerechnet Günther Jauch das größte Vorbild der Deutschen ist, denn der gibt im Gegensatz zur Kanzlerin zumindest öffentlich zu, dass er mehr Fragen hat als Antworten. Das ist bei vielen nicht so. In der Antike sagte Sokrates noch selbstkritisch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
Diese Zeiten sind vorbei. Heute präsentiert einem jeder die einzige und alleinige Wahrheit. Und da ist Vorsicht geboten. Denn Leute, die immer die Wahrheit kennen, haben sie sich meist selbst ausgedacht. Dieses Kabarettprogramm ist jedenfalls von vorne bis hinten erfunden. Matthias Reuter kennt die Wahrheit auch nicht. Aber seine erfundenen Geschichten kommen oftmals nah dran. Dafür ist er bislang schon zehn Mal mit lustig klingenden Kabarettpreisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Publikumspreis des Hessischen Kabarettpreises 2018, aber auch z.B. mit der Jurypreis-Kappe des Wettbewerbs Tegtmeiers Erben im Jahr 2011. Studiert hat er auch: Germanistik, neuere Geschichte und Philosophie (also Kleinkunst-Fachabitur). Und seit 2010 kann er davon leben. Bis 2070 muss er davon leben (sagt sein Rentenbescheid). „Wenn ich groß bin, werd ich Kleinkünstler“ ist sein fünftes Programm.
www.matthiasreuter.de
Matthias Reuter 22.09.2021 / 19.30 Uhr studio theater bergkamen VVK 12 € / ermäßigt 9 € Kartenbestellung und weitere Infos unter: Kulturreferat Bergkamen a.mandok@bergkamen .de oder 02307/ 965 464
Schlechter Tag für Diebes-Paar aus Bergkamen im Seepark Lünen: Beide der Polizei bekannt
Schlecht lief es am Sonntag für einen 22-jährigen Tatverdächtigen und seine gleichaltrige mutmaßliche Komplizin im Seepark in Lünen:
Nach ersten Erkenntnissen verabredete das Paar aus Bergkamen gegen 16.40 Uhr einen Diebstahl – Zeugen beobachteten jedoch die Tat, so dass die rechtmäßige Besitzerin (19, aus Hagen) einer Geldbörse mit einem Bekannten (23, aus Lünen) die augenscheinlich an der Tat beteiligte Frau zu Fuß verfolgen und die Polizei telefonisch über den aktuellen Standort informieren konnte.
Die Flucht der Frau führte, getrennt vom Tatverdächtigen, in Richtung Preußenstraße, wo Polizisten die 22-Jährige anhielten. Ein Polizeibeamter kannte die Frau aus früheren Einsätzen u.a. an einer Privatanschrift in Bergkamen. Während der Personalien-Überprüfung schellte das Mobiltelefon der Frau – am anderen Ende der Leitung: der mutmaßliche Taschendieb, der im Seepark die Geldbörse aus einer Tasche gezogen hatte. Inhalt: 5 Euro und Ausweise.
Die Identität der Frau stand fest. Sie konnte wieder gehen.
Nun fehlte noch der Tatverdächtige. Also fuhren die Polizisten zu der bekannten Anschrift in Bergkamen. Der 22-Jährige flüchtete über einen Balkon vor der Polizei. Womit er offenbar nicht rechnete: Die Polizei ahnte, dass er zeitnah seine Lebensgefährtin wiedersehen möchte – und fahndete auch mit Zivilkräften nach dem Paar, das sich schließlich gegen 18.25 Uhr vor einer Kirche an der Kamener Straße in Lünen traf.
Auch der 22-Jährige war der Polizei bereits bekannt. Er wurde im Juli 2021 aus einer Justizvollzugsanstalt entlassen. Die Polizei ermittelt nun erneut gegen ihn und seine Lebensgefährtin. Die Polizei stellte die Mobiltelefone der beiden Tatverdächtigen sicher.