Spendenaktion des Ev. Kirchenkreises Unna: Konkrete Hilfe nach Hochwasser in Region ist angekommen

Als im Juni starke Regenfälle an vielen Orten in Deutschland zu Hochwasser führten, waren auch Orte im Evangelischen Kirchenkreis Unna betroffen. Besonders in Bergkamen und in den Orten an der Ruhr kam es zu Überschwemmungen oder Erdrutschen, viele Wohnungen waren renovierungsbedürftig, viele Gegenstände unbrauchbar.

Der Evangelische Kirchenkreis hatte zu Spenden aufgerufen und weit über 15.000 Euro für die Betroffenen erhalten. Mit diesen Spenden konnte ganz gezielt geholfen werden, berichtet Diakoniepfarrerin Anja Josefowitz. „Auch wenn die Situation hier nie so dramatisch war wie an Erft und Ahr, so standen doch auch hier viele Menschen vor großen Problemen“, weiß Pfarrerin Anja Josefowitz.

Zwei Beispiele zeigen die Bandbreite der durch diese Spenden ermöglichte Hilfen: ein gesundheitlich eingeschränktes Ehepaar musste nach einem Wasserschaden den Keller ausräumen. Doch es fehlte es an Verwandten oder Unterstützern, die mit anpacken konnten. So wurde für sie ein Unternehmen beauftragt, das die notwendigen Entsorgungsarbeiten übernahm. In einem anderen Fall wurde eine junge werdende Mutter unterstützt, die in ihrem Keller die gesamte demnächst benötigte Erstausstattung für ihr Baby gelagert hatte und nun kurz vor der Geburt ohne all dies stand. „Da haben wir schnell und unbürokratisch geholfen und den Schaden ersetzt“, erzählt Anja Josefowitz. Diese Beispiele zeigten, dass die Spenden ganz direkt zu den Betroffenen gingen, denen in einer Not ganz konkret geholfen werden konnte. „Ihre Spende ist angekommen und hat Gutes bewirkt“, so Josefowitz. „Ganz herzlich Dafür bedanke ich mich auch im Namen des Evangelischen Kirchenkreises Unna für jede Unterstützung.“




Großer Andrang: Impfstelle Unna vergibt ab sofort Termine

Die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen ist extrem gestiegen. Auch wenn die Zuständigkeit für Boosterimpfungen primär noch bei den niedergelassenen Arztpraxen liegt, ist der Ansturm auf die Impfstelle in Unna immens. Hieraus resultieren lange Wartezeiten für alle Impfwilligen. Um die Wartezeiten auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, erfolgen Impfungen in der Impfstelle Unna zukünftig nur noch mit Termin.

Seit Öffnung der temporären Impfstelle im Oktober 2021 konnten sich alle Impfwilligen an der Platanenallee 20a ohne Termin impfen lassen. Aufgrund der steigenden Nachfrage, werden die Impfungen in der Impfstelle ab Donnerstag, 18. November nur noch mit Termin angeboten. Buchen lassen sich ausschließlich Einzelimpftermine. Personen, die eine Erst- und eine Zweitimpfung benötigen, müssen entsprechend zwei Termine im Abstand von drei Wochen buchen.

Parallel wird das Impfangebot in der Impfstelle Unna im Dezember pro Woche mit zunächst zwei Öffnungstagen aufrechterhalten. Die Impfstelle hat somit in der Zeit vom 1. bis zum 17. Dezember jeweils donnerstags und freitags in der Zeit von 13 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet.

Terminbuchung
Die Terminbuchung für Impfungen in der Impfstelle erfolgt ausschließlich online über: www.kreis-unna.de/gegencorona. Buchungen sind ab sofort möglich. Bei den mobilen Impfangebote sind Impfungen weiterhin ohne Termin möglich. Öffnungszeiten der temporären Impfstelle und die nächsten Termine für mobile Impfungen im Kreisgebiet gibt es unter www.kreis-unna.de/impfen. PK | PKU




Silvesterkonzert mit der »festival:philharmonie westfalen« und dem Geigen-Virtuosen Jozsef Lendvay

József Lendvay. Foto: Panteleev

Am Freitag, 31. Dezember, tritt die  »festival:philharmonie westfalen« um 17:00 Uhr zum vierten Mal zum Silvesterkonzert im studio theater an. Wie alle Philharmoniekonzerte heißt es hier G2 – das Publikum soll geimpft oder genesen sein.

Die Nähe zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker endet nicht beim Namen: Auch programmatisch ist das Festivalorchester der »musik:landschaft westfalen«  sehr nahe am Original, das jährlich live in 92 Länder übertragen wird  und das mit Walzern, Polkas und Märschen der berühmten Strauss-Dynastie reüssiert. Im Jahr 2021 schließlich wird ein Dirigent den Takt angeben, der direkt aus der österreichischen Hauptstadt stammt und dem westfälischen Orchester aus erster Hand zeigen kann, wie die Werke der Strauss-Familie in seiner Heimatstadt  interpretiert werden: Michael Zlabinger wird zum ersten Mal die »festival:philharmonie westfalen« in Bergkamen leiten und vor dort die Neujahrstournee 2022 starten.

Es ist ganz selbstverständlich, dass das Programm sehr deutlich die Handschrift des ausgewiesenen Strauss-Kenners Zlabinger trägt. „Michael Zlabinger ist ein Glücksfall für unsere Neujahrstournee“ zeigt sich Festival-Intendant Dirk Klapsing begeistert über den österreichischen Zuwachs im Orchester. Auf dem Programm stehen unter anderem die „Waldmeister-Ouvertüre“ und die „Fledermaus-Quadrille“, komponiert von Johann Strauss Sohn ebenso wie „Rosen aus dem Süden“. Von Josef Strauss stammen die „Polka Mazur“ und der Walzer „Dorfschwalben aus Österreich“. Der berühmte „Can Can“  aus „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques Offenbach sorgt für das rheinische Flair in Bergkamen und als Solist des Abends konnte erneut der ungarischen Stargeiger und vielfach ausgezeichnete Geigen-Virtuose Jozsef Lendvay verpflichtet werden. Der Echo-Preis-Gewinner, der kürzlich sein Debüt in der Carnegie-Hall in New York feierte, bringt ungarisches Temperament in klassische Melodien, die unter seinen virtuosen Fingern mit rasanten Rhythmen zu neuem Leben erweckt werden und sich zur Essenz der ungarischen Lebensfreude verdichten.

Die M:LW Festival Philharmonie ist das Orchester der »musik:landschaft westfalen« und der angeschlossenen Akademie, die erstmals im Sommer 2012 Studierende aus der ganzen Welt in Borken zu gemeinsamen Proben und Auftritten unter der Leitung des weltbekannten Komponisten Krzystzof Pendercki versammelte. Das Orchester steht in der Tradition dieser Akademie und kommt mehrfach jährlich zu Konzertphasen zusammen. Bereits seit 2018 geht das Orchester im Januar auf eine große Tournee durch kleinere und mittlere Städte in Westfalen. Dabei werden ganz bewusst die Städte besucht, in denen Orchesterkonzerte aus unterschiedlichen Gründen eher selten geworden sind und in denen das kulturelle Leben dort um ein außergewöhnliches Ereignis bereichert wird. „Wir freuen uns sehr, erneut in Bergkamen gastieren zu dürfen und sind sehr glücklich über die bereits seit 2017 andauernde enge und außergewöhnliche Partnerschaft mit der Stadt und dem Kulturamt Bergkamen“, so Klapsing im Gespräch.

Michael Zlabinger konnte als jüngster Dirigent von Zimmermanns Die Soldaten am Teatro Real Madrid 2018 Rezeptionsgeschichte schreiben. Nach der Arbeit an Moses und Aron (Opernhaus Zürich), Lady Macbeth von Mzensk und Die Weiden (Wiener Staatsoper), Salome (Teatro Carlo Felice) und Elektra (Opernhaus Athen) setzte sich damit eine intensive Auseinandersetzung mit der Oper des 20. Jhdts. fort. Weitere Schwerpunkte seines Repertoires bilden die Werke der Wiener Klassik und das Schaffen Richard Wagners. Am Opernhaus Zürich war er mehrere Spielzeiten als Gastdirigent tätig, Konzerte und CD-Aufnahmen führten ihn nach Belgien, Ecuador, Dänemark, Rumänien, Bulgarien, Spanien, Italien, Tschechien, und in die Slowakei, zum DSO Berlin, zum DR Symfoniorkestret Kopenhagen, zur Orquesta sinfónica Nacional del Ecuador und zum Choriner Musiksommer.

Aktuelle Engagements umfassen die Wiener Kammeroper, die Bayerische Staatsoper, die Staatsoper Hamburg, die Wiener Festwochen, die Salzburger Festspiele sowie das Holland Festival

Freitag, 31.12.2021 | 17:00 Uhr

studio theater bergkamen | Albert-Schweitzer-Str. 1 | 59192 Bergkamen

Karten: 29,- € (25,- € ermäßigt)

Weitere Infos unter: 02307/ 965 464 oder a.mandok@bergkamen.de




Weihnachtsvarieté mit Weltklasseartisten und Kindern des Jugendhauses Balu

Die Partnerartisten Alex und Lisa zeigen beim Weihnachtsvarieté im studio theater ihr Können.

Am Samstag, 20. November, um 19:00 Uhr öffnet sich im studio theater bergkamen der Vorhang für das 10. Bergkamener Weihnachtsvarieté.  Einlass in den Foyer- und Mensabereich  des studio theaters ist ab 17:30 Uhr. Wie in den Jahren zuvor gibt es dort eine Ausstellung, die  die Besucher auf das Programm einstimmen soll. Organisiert wird die Veranstaltung vom Kinder- und Jugendhaus Balu in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Bergkamen.

Weltklasseartisten aus der Ukraine und  Deutschland präsentieren dort gemeinsam mit den Kindern aus dem Kinder- und Jugendhaus Balu, unter dem Thema “Tu was du nicht kannst“, ein circa zweistündiges Programm. Es ist unterteilt in zwei Hälften, unterbrochen durch eine zwanzigminütige Pause.

Neben den Akrobatik – und Trampolinkursen aus dem Balu sind die Rope Skipper von TuRa Bergkamen auf der Bühne vertreten. Weltweit mit seinem Repertoire unterwegs ist Zhenja Genial, in Bergkamen ist er mit dem Cyr Wheel zu sehen. Ein Cyr Wheel besteht im Gegensatz zum Rhönrad aus nur einem Reifen. Ebenfalls auf allen Kontinenten bekannt ist der Diabolokünstler Pranay. Er versteht es mit seinem Spielgerät technische Höchstschwierigkeiten temporeich und perfekt darzubieten. Akrobatische Höchsteistungen bieten dann das „Duo Prime“ als auch „Alex und Lisa“ aus der Ukraine.  Auch ihre Referenzen reichen um den gesamten Globus, vertreten sind sie in allen angesehenen Varietés. Letztere gewannen mit ihrer Partnerakrobatik viele Preise auf verschiedenen Zirkusfestivals. Durch das Programm führt der Leading Artist des GOP Varietés, Daniel Reinsberg. Zur Begrüßung erwartet das Publikum ein Sekt- und Orangensaftempfang.

Für die Veranstaltung gilt die 3G-Regel. Erforderlich ist ein negativer Testnachweis, der nicht älter als 24 Stunden ist oder ein Impf- bzw. Genesenennachweis. Die Nachweise sind nur gültig in Verbindung mit einem Personalausweis. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gelten als getestet ohne weiteren Nachweis. Schüler ab 16 Jahren brauchen eine Testbescheinigung. Eintrittskarten zum Preis für 10 € für Erwachsene und 2,50 € für Kinder und Jugendliche sind direkt im Kinder- und Jugendhaus Balu, Grüner Weg 4, oder telefonisch unter 02307/60235 erhältlich. Restkarten werden an der Abendkasse angeboten.

 

 




Weltmusik mit der Gruppe Assurd aus Neapel im Trauzimmer der Marina Rünthe: Es gibt noch Restkarten

Duo Assurd

Am kommenden Montag, 15. November, um 20.00 Uhr wird das Duo Assurd in der Reihe Klangkosmos Weltmusik im Traumzimmer Marina Rünthe zu hören sein.

Wer das einzigartige Musikerlebnis der Klangkosmos-Reihe miterleben möchte, für die Veranstaltung gibt es noch wenige Restkarten an der Abendkasse.

Assurd hat sich vor über 25 Jahren in Neapel gegründet, um Süditaliens traditionelle Musik neu zu beleben. Heute zählt die Formation, die als Trio begann, dann viele Jahre als Quartett auftrat und nun als Duo spielen und singen wird, zu den bekanntesten Protagonisten des neuen Neapolitanischen Liedes. Am Montag, 15. November, wird das Duo Assurd in der Reihe Klangkosmos Weltmusik im Traumzimmer Marina Rünthe zu hören sein.

Mit ihren außergewöhnlichen kraftvollen Stimmen, leidenschaftlichem Temperament und einer expressiven Körpersprache bringen die Musikerinnen von Assurd ausdrucksstark Volkslieder und traditionelle Tänze auf die Bühne, die aus Neapel stammen und aus ländlichen Gegenden der Regionen Kampaniens, Apuliens und der Basilikata.
Mit dynamischer Spielfreude und oft ironisch gebrochener Theatralik präsentieren sie nicht nur alte Lieder, sondern auch neue und eigene Kompositionen, die jedoch immer in der Tradition des Volksliedes stehen: dem canto popolare. Sie erzählen Geschichten von Liebe und Leidenschaft, von großen und kleinen Dramen des Alltags.
Es gibt Lieder, die die bäuerliche Arbeitswelt Kampaniens beschreiben, während im Stück “Scuitata” die Wut der Frauen über ihre jahrhundertelange Unterdrückung zum Ausdruck gebracht wird. Zum künstlerischen Gefühlsregister Assurds gehört neben Wut auch Freude, Trauer und Boshaftigkeit.

All das vermittelt Cristina Vetrones mit ihrer singulären Stimme, die fast die Tiefe eines Baritons erreicht und Lorella Monti mit ihrer typisch neapolitanischen Stimme in einer Art, die spürbar unter die Haut geht.

Ihre Instrumente sind Knopfakkordeon, das Cristina Vectrone als eine der besten Akkordeonistinnen Italiens spielt, Kastagnetten und die Tammorra. Für das Spiel auf dieser besonders großen Rahmentrommel, die üblicherweise zur Begleitung von Liedern und Tänzen der kampanischen Tradition eingesetzt wird, wie der Tammurriata, ist Lorella Monti als herausragende Meisterin bekannt. Außerdem spielt Assurd die mittelgroße Rahmentrommel Tamburin mit Schellen, die unverzichtbar für die Tarantella ist, welche die neapolitanische Formation ebenfalls im Repertoire hat. Diesen aus Apulien stammenden Tanz, von dem es heißt, er sei nach der apulischen Stadt Taranto benannt, wahrscheinlicher aber eher nach einer giftigen Spinne aus der Region, die dort Taranta genannt wird, führt Assurd in seiner eher ursprünglichen Art auf, als uralten rituellen Trancetanz.

Seit der Gründung von Assurd 1993 war die Grundidee der Musikerinnen möglichst authentische Lieder und Tänze zu finden, um sie neu arrangiert in zeitgemäßem Gewand ansprechend zu präsentieren. Anfangs standen sie bei ihrer Recherche selbst in engem Kontakt zu alten Sängern. Dann suchten sie Archive auf, um wichtige Texte zu lernen.
Eine wichtige Quelle für die Lieder, die Assurd spielt, sind alte Tonaufnahmen der süditalienischen canti popolari, die ab den 1950er Jahren der amerikanische Musikethnologe Alan Lomax machte, als er mit seinem italienischen Kollegen Diego Carpitella durch Italien reiste und Lieder der Männer und Frauen aufzeichnete.

 Cristina Vetrone – Gesang, Akkordeon, Tammorra und Komposition
Lorello Monti      – Gesang, Tammorra, Kastagnetten und Tanz

Video: www.youtube.com/watch?v=tOpdsE66r4U

 




Kreis Unna: Gewerkschaft NGG warnt vor Behinderung der Betriebsratswahlen

Mehr Demokratie hinterm Werkstor: Beschäftigte, die sich im Kreis Unna über schlechte Arbeitsbedingungen ärgern, sollen sich stärker um ihre Interessen kümmern – und die Betriebsratswahlen im kommenden Jahr nutzen. Dazu ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf. „Betriebsräte helfen nicht nur, Jobs zu sichern. Sie geben auch kreative Impulse aus der Belegschaft an die Chefetage weiter und tragen dazu bei, Firmen fit für die Zukunft zu machen“, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund. Doch ein Großteil der Menschen, die im Kreis Unna in der Lebensmittelbranche (2.700 Beschäftigte) und im Gastgewerbe (4.600 Beschäftigte) arbeiten, könne nicht auf eine Arbeitnehmervertretung bauen. Das liege auch daran, dass gerade in Kleinbetrieben viele Chefs die Gründung eines Betriebsrats blockierten, berichtet der Gewerkschafter.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die betriebliche Mitbestimmung sei. Dort, wo es Betriebsräte gebe, sei nicht nur häufiger das Kurzarbeitergeld aufgestockt worden. Auch beim Infektionsschutz am Arbeitsplatz komme es entscheidend auf die Mitsprache der Arbeitnehmervertreter an, so Gebehart. Die NGG appelliert daher an die Beschäftigten aus ihren Branchen, sich im eigenen Betrieb schon jetzt über die Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren – oder sich selbst zur Wahl aufstellen zu lassen. „Einen Betriebsrat zu wählen, ist ein demokratisches Grundrecht, das jeder nutzen und nicht verschenken sollte. Schon in Betrieben ab fünf Mitarbeitern ist die Wahl möglich“, betont Gebehart. Die regulären Betriebsratswahlen beginnen im März 2022. Getreu dem Motto „Haste keinen, wähl Dir einen!“ können Belegschaften, die keinen Betriebsrat haben, jederzeit die Wahl einleiten. Die NGG bietet Unterstützung bei den Vorbereitungen.

Dabei gelten neue Regeln: Das in diesem Jahr eingeführte Betriebsrätemodernisierungsgesetz stärkt die Position der Beschäftigten. „Wer eine Betriebsratswahl vorbereitet, ist nun schwerer kündbar. Außerdem erhalten Betriebsräte bei Themen wie dem mobilen Arbeiten, der betrieblichen Weiterbildung und Künstlicher Intelligenz mehr Mitsprache“, erklärt Gebehart. Von der automatisierten Warenbestellung in der Backwarenfabrik bis hin zur Software-Schulung von Hotelangestellten – bei vielen Umstellungen am Arbeitsplatz könnten die Interessenvertreter jetzt mehr mitreden, so die NGG.

Dabei nutze die Mitbestimmung auch den Unternehmen: Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung sind Firmen mit Betriebsrat durchschnittlich 18 Prozent produktiver als Unternehmen, bei denen es diese Mitbestimmung am Arbeitsplatz nicht gibt. Der Grund: Arbeitnehmervertretungen erkennen Probleme im Arbeitsalltag schneller und sorgen für einen besseren Austausch zwischen Belegschaft und Management. Dennoch ging die Zahl der Betriebsräte in den letzten Jahren zurück. Konnte im Jahr 2000 noch jeder zweite Beschäftigte in Westdeutschland auf einen Betriebsrat zählen, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 40 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

„Die Zahlen zeigen, dass in puncto Mitbestimmung mehr getan werden muss. Die Politik hat zwar einige Hürden für die Betriebsratswahl abgebaut. Aber es kommt auch auf die Beschäftigten an, ihr gutes Recht wahrzunehmen“, betont Gebehart.




Ausbildungsprogramm NRW: Betriebe und Auszubildende profitieren

Viktoria Berntzen (v.l.n.r.), Olaf Maise und Kirsten Wegener-Zander (beide Werkstatt im Kreis Unna GmbH), Niklas Thomeh und Sabine Nagel (Andreas Hoffmann Nutzfahrzeugreparatur GmbH) sind vom Ausbildungsprogramm NRW überzeugt. Foto: WfG

Die Corona-Krise hat den Ausbildungsmarkt stark verändert. Das Dilemma: Die Betriebe bieten einerseits weniger Ausbildungsstellen an, die oft unbesetzt bleiben, weil sich nicht die passenden Bewerber*innen finden. Andererseits gibt es viele Jugendliche, die noch nach dem passenden Ausbildungsplatz suchen. Hier setzt das Ausbildungsprogramm NRW an.

Sehr gute Erfahrungen mit dem Programm hat die Andreas Hoffmann Nutzfahrzeugreparatur GmbH gesammelt. Vor zwei Jahren begann Niklas Thomeh seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeuge in dem Lüner Betrieb. Verwaltungsmitarbeiterin Sabine Nagel ist seither vom
Ausbildungsprogramm NRW überzeugt. „Für uns war besonders interessant, dass die Auszubildenden im Rahmen des Programms begleitet werden. Wir haben zwar keine Probleme, die passenden Bewerber zu finden, haben aber in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche die Ausbildung vorzeitig abbrechen“, erklärt Nagel.

Niklas Thomehs Wunsch Kfz-Mechatroniker zu werden, stand schon früh fest. Doch er fand zunächst nur Praktikumsstellen, bei denen er lediglich fegen, Blätter rechen oder andere Hilfsarbeiten erledigen durfte. Einen Einblick in seinen Traumjob konnte er so nicht gewinnen. Erst das Praktikum bei Hoffmann Nutzfahrzeuge brachte den Durchbruch: „Hier durfte ich richtig an den Fahrzeugen arbeiten und konnte schon im Praktikum feststellen, ob der Beruf etwas für mich ist“, berichtet Niklas
Thomeh. Der Betrieb bot ihm einen Ausbildungsplatz an, suchte allerdings nach zusätzlicher Unterstützung und fand sie bei der Werkstatt im Kreis Unna mbH.

Olaf Maise, der Betrieb und Auszubildenden im Auftrag der Werkstatt im Kreis Unna begleitet, ergänzt: „Der Anfang war holprig, da sich Unternehmen und Auszubildender aufeinander einstellen mussten. Inzwischen hat Niklas Thomeh erfolgreich seine Zwischenprüfung bestanden“. Hilfreich waren da die regelmäßigen Betriebsbesuche, bei denen Probleme nicht nur angesprochen, sondern auch gelöst wurden bzw. werden.

Für den Betrieb gibt es neben der Begleitung und Unterstützung durch die Werkstatt im Kreis Unna für die Dauer von zwei Jahren einen monatlichen Zuschuss. Finanziert wird dies durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) NRW, bezuschusst durch Fördergelder aus dem Europäischen Sozialfonds ESF. Voraussetzung: Der Ausbildungsplatz muss zusätzlich zu den sonst im Betrieb bereits vorhandenen Ausbildungsplätzen angeboten werden.

„Vor allem für Betriebe, die auch jetzt noch Auszubildende suchen oder sich scheuen, eine Bewerberin oder einen Bewerber einzustellen, weil sie bisher schlechte Erfahrungen gesammelt haben oder es sich finanziell auf den ersten Blick nicht lohnt, einen weiteren Ausbildungsplatz zu schaffen, bietet sich das Programm an“, erklärt Viktoria Berntzen, Fachberaterin der bei der WFG Kreis Unna angesiedelten Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet. Sie berät Betriebe zu dem Programm und arbeitet eng mit der Werkstatt im Kreis Unna zusammen.

Von dem Programm können auch Ausbildungsplatzinteressierte und Ausbildungsbetriebe aus angrenzenden Regionen wie dem Märkischen Kreis, Soest oder auch Coesfeld profitieren. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Britta Baumgart, Tel. 02303-9599040, von der Werkstatt im Kreis Unna.




Bescherung für Tiere im Winterwald (für Kinder von 7 – 11 Jahre)

Weihnachten steht vor der Tür! Geheimnisvolle Stimmung und das gespannte Warten auf Geschenke machen diese Zeit so besonders. Am Sonntag, 12. Dezember, bietet das Umweltzentrum eine Aktion für Kinder ab 7 Jahre an, die Tiere im Winterwald zu beschenken. Sie stellen in der Zeit von 13.00 – 16.00 Uhr essbare Kleinigkeiten für die Tiere her, machen sich mit Keksen und Weihnachtsduft dann auf den Weg in den Wald und feiern mit den Waldbewohnern Bescherung.

Mitzubringen sind: wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk

Durchgeführt wird diese Aktion von der Wildnispädagogin Sandra Bille und der Naturerlebnispädagogin Heike Barth.

Die Kosten für diese Veranstaltung betragen 30 Euro. Maximal können 18 Kinder an der Bescherung im Winterwald teilnehmen.

Anmeldungen ab sofort bei Dorothee Weber-Köhling (02389-980913) oder umweltzentrum_westfalen@t-online.de




Familientreffen auf der Anklagebank: Freispruch nach Knatsch mit Versicherungsmann

von Andreas Milk
Vater, Mutter und Sohn gemeinsam auf der Anklagebank, dazu die Schwiegertochter/Ehefrau als Zeugin im Gerichtssaal, und am Ende gab es was zu feiern: einen Freispruch. So war es im Fall der Bergkamener Jochen, Herta und Tom K. (Namen geändert) vor dem Amtsgericht in Kamen. Es ging um versuchten Betrug und uneidliche Falschaussage in einem Zivilprozess.

Der Auslöser des Ganzen liegt schon eine Weile zurück – vier Jahre und einen Monat, um genau zu sein. Im Oktober 2017 hatte die Familie – damals noch im Münsterland ansässig – Besuch von einem Versicherungsvertreter. Ihm drückte Vater Jochen K. die Kündigung einer Betriebshaftpflichtversicherung in die Hand – sagt jedenfalls Jochen K., und seine Frau und sein Sohn bestätigten es im Zivilprozess. Der Versicherungsmann aber bestritt es: Er habe keine Kündigung ausgehändigt bekommen. Notfalls könne er sein Fahrtenbuch vorlegen. Daraus gehe hervor, dass er am fraglichen Tag gar nicht bei den K.s aufgetaucht sei.

Im Zivilrechtsstreit um den Bestand der Haftpflichtversicherung – Höhe der zu zahlenden Police: 454 Euro – hatte ein Richter Anfang 2020 dem Versicherungsmann geglaubt. Schlussfolgerung: Familie K. muss Unsinn erzählt haben – ein Fall fürs Strafgericht. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Der Strafrichter fand nun aber die Aussagen der drei K.s authentisch. Auch die Schwiegertochter/Ehefrau erinnerte sich an den Tag, an dem der Mann von der Versicherung da war. Verwundert war der Richter, dass das Fahrtenbuch des Versicherungsvertreters in dem Zivilprozess wohl keinerlei Rolle gespielt hatte. Im Protokoll von 2020 taucht jedenfalls kein Hinweis darauf auf. Vater K. warf dem Vertreter hinterlistiges Verhalten vor. Der Versicherungsmann wiederum beteuerte, „im Leben nicht“ würde er für einen Hunderter Provision einen Betrug begehen und lügen.

Sofern die Staatsanwaltschaft den Freispruch für die drei K.s akzeptiert, hat die Familie ihre Ruhe. Und der Versicherungsmann ebenfalls: Mittlerweile ist er Rentner.




Realschule Oberaden: Bürgermeister Bernd Schäfer im Interview mit den RSO-Lesetrainern

Bürgermeister Bernd Schäfer mit den RSO-Lesetrainern. Foto: RSO

In angeregter Runde unterhielten sich die Lesetrainerinnen und Lesetrainer der RSO in dieser Woche mit Bürgermeister Bernd Schäfer. Es ging um Bergkamen. Es ging darum, wie es ist, Bürgermeister zu sein. Und es ging ums Lesen, vor allem.

Entspannt und humorvoll stellte sich Bernd Schäfer den Interviewfragen der Zehntklässlerinnen und Zehntklässler. Jeden Tag muss er zügig lesen, schnell überblicken, E-Mails und Informationen bearbeiten oder weiterleiten. Das erfordert die Arbeit. Für das gemütliche Schmökern in Romanen bleibe ihm nicht immer so viel Zeit, aber wenn, dann genieße er es, verriet der Bürgermeister. Er ermutigte die Jugendlichen, regelmäßig zu lesen, auch an längeren Texten dranzubleiben. „Die Qualifikation, Texte jeder Art zu verstehen, benötigt ihr euer Leben lang!“

Die Lesetrainerinnen und Lesetrainer der RSO haben sich in diesem Schuljahr auf den Weg gemacht, mehr über die Bedeutung des Lesens zu recherchieren und dabei mit besonderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ihre Erkenntnisse und den Impuls, wie sehr sich Lesen lohnt, geben sie nun an die Kinder aus der Erprobungsstufe weiter.




Silvia Gosewinkel aus Bönen wird für die SPD im Landtagswahlkreis 117 kandidieren

Silvia Gosewinkel und SPD-Unterbezirksvorsitzende Oliver Kaczmarek. Foto: SPD-UB

Für den Landtagswahlkreis 117 mit den Städten und Gemeinden Bergkamen, Bönen, Hamm-Herringen und Kamen stellt die SPD mit einer klaren Mehrheit Silvia Gosewinkel aus Bönen als Direktkandidatin auf. Die Landtagswahl findet statt am 15. Mai 2022.

„In mehreren Sitzungen in den Gliederungen der SPD in den beteiligten Gliederungen der Partei konnte sie sich erfolgreich präsentieren“, teilt der SPD-Unterbezirk mit. Silvia Gosewinkel erhielt 22 Stimmen der Delegierten in der Kamener Stadthalle. 13 Stimmen entfielen auf ihren Gegenkandidaten André Rocholl aus Bergkamen. Der Unterbezirk bezeichnet das Ergebnis für den Bergkamener SPD-Stadtverbandsvorsitzenden als „respektabel“. Allerding votierten nicht alle der Bergkamener Delegiertinnen und Delegierten für ihn.

Ursprünglich waren drei Kandidaten angetreten, doch Oliver Schmidt-Formann aus Hamm hatte kurz vor der Delegiertenkonferenz seine Kandidatur zurückgezogen.