Umleitung von VKU-Linien

Aufgrund einer Veranstaltung können die Linien C11, S20, 128 und 193 der VKU Busse nicht so fahren wie gewohnt. Am 6. Oktober entfallen die Haltestellen „Stadion“, „Nordberg/Eberstraße“ und „Am Stadtmarkt“. Eine Ersatzhaltestelle befindet sich auf der Landwehrstraße Höhe PennyMarkt.




Wegfall der Gasumlage und Senkung der Umsatzsteuer entlasten die Kunden der GSW

Die Senkung der Umsatzsteuer sowie der Wegfall der Gasumlage zum 1. Oktober sorgen für eine Entlastung bei den Kundinnen und Kunden der GSW. Foto: GSW

Entlastung auf dem Energiemarkt: Das von der Bundesregierung kurzfristig beschlossene Entlastungspaket hat auch konkrete Auswirkungen für die Kundinnen und Kunden der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen. Der Wegfall der Gasumlage über die geplante Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde wird ebenso spürbar sein wie die Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent.

„Wie wir bereits angekündigt haben, werden wir den Wegfall der Gasumlage eins zu eins an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben. Ebenso wird selbstverständlich die Senkung der Mehrwertsteuer bei den Kunden ankommen“, erklärt Jochen Baudrexl, Geschäftsführer der GSW. „Wir freuen uns, dass es damit eine spürbare Entlastung für unsere Kunden gibt.“

Dass die Bundesregierung die Gasumlage kurzfristig vor dem geplanten Inkrafttreten zum 1. Oktober gekippt hat, stellt die GSW vor gewisse Herausforderungen. So müssen die Preise ab dem 1. Oktober neu kalkuliert werden. Der Wegfall der Gasumlage und die Senkung der Umsatzsteuer federn die im Vorfeld angekündigte und vorgesehene Preiserhöhung ein Stück weit ab. Dennoch wird es eine – wenn auch deutlich geringer ausfallende – Preisanpassung zum 1. Oktober geben.

In den Tarifen der GSW wird sich unter anderem die ebenfalls zum 1. Oktober beschlossene und weiterhin bestehende sogenannte Gasspeicherumlage widerspiegeln. Mit dieser vom Gesetzesgeber vorgegebenen Umlage soll gewährleistet werden, dass die vorgegebenen Füllstände der Gasspeicher erfüllt werden können. Die weiterhin enormen Preise auf dem Gas-Beschaffungsmarkt müssen zudem weiterhin berücksichtigt werden.

Die Preise gestalten sich ab dem 1. Oktober damit wie folgt: In den Erdgas-Tarifen erhöhen die GSW die Preise um 0,501 Cent pro Kilowattstunde (Netto)/ 0,536 Cent (Brutto). Gleichzeitig gibt es eine Entlastung aufgrund der Umsatzsteuer-Senkung von 19 auf 7 Prozent. Ein typischer Kunde im Sonderabkommen GSW Erdgas Fix mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden wird durch die Preisanpassung damit in seinen monatlichen Abschlägen um 52,93 Euro (Brutto) entlastet, die mit der Gasumlage und dem Umsatzsteuersetz zusätzlich zu zahlen wären.

Anders als zunächst angekündigt werden die GSW nun mit den Abschlagszahlungen ab Oktober umgehen. Durch den Wegfall der Gasumlage werden die Abschläge ab diesem Monat nicht geändert. Auf individuellen Wunsch des Kunden können die Abschläge jedoch angepasst werden.

Generell können Kundinnen und Kunden ihre Verbräuche im Gas und Strom zum Stichtag 30. September den GSW melden. Die Zählerstände können Kunden bis zum 10. Oktober mitteilen – beispielsweise ganz einfach über die Online-Erfassung unter www.gsw-kamen.de.

 




Bergkamener Autofahrer übersieht Motorradfahrer

Bei einem Verkehrsunfall am Montag (3.10.2022) um 14.07 Uhr an der Universitätsstraße in Dortmund-Eichlinghofen wurde ein Motorradfahrer verletzt. Lebensgefahr konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.

Ersten Erkenntnissen zufolge fuhr ein 74-jähriger Mann aus Bergkamen mit seinem Citroen von einem Parkplatz, um die Universitätsstraße zu überqueren. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß mit einem 31-jährigen Motorradfahrer aus Witten.

Zeugenangaben zufolge überholte der Motorradfahrer bereits zuvor andere Pkw auf der Universitätsstraße mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. Der 74-Jährige blieb bei dem Unfall unverletzt. Der 31-jährige Wittener wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 4.000 Euro.




A2 streckenweise nur zweispurig: Baumarbeiten von Dortmund bis Bergkamen

Die Autobahn Westfalen entfernt entlang der A2 mehrere Gefahrenbäume, die die Sicherheit des Verkehrs gefährden. Deswegen stehen dem Verkehr dort am Mittwoch (5.10.) und Donnerstag (6.10.) in der Zeit von 9 bis 15 Uhr zwischen Dortmund-Nordost und Kamen/Bergkamen streckenweise in Fahrtrichtung Hannover nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Die Arbeiten „wandern“ dabei entlang der Autobahn.




S20: Haltestellenwegfall Herringen Markt

Aufgrund von Bauarbeiten auf der Fangstraße, kann die Linie S20 der VKU Busse nicht so fahren wie gewohnt. Ab dem 04.10.2022 entfällt die Haltestelle „Herringen Markt“. Als Ersatz dient die Haltestelle „Quellenstraße“. Die Linie S20 fährt in beide Richtungen über die Quellenstraße. Diese Regelung gilt voraussichtlich bis 14.10.2022.




Deutlich mehr Geld für 2.700 Reinigungskräfte im Kreis Unna

Lohn-Plus für Reinigungskräfte: Die 2.700 Menschen, die im Kreis Unna in der Gebäudereinigung arbeiten, bekommen deutlich mehr Geld. Der Einstiegsverdienst in der Branche klettert zum Oktober auf 13 Euro pro Stunde – 12,6 Prozent mehr als bislang. Beschäftigte in der Glas- und Fassadenreinigung kommen jetzt auf einen Stundenlohn von 16,20 Euro (plus 9,4 Prozent). Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit.

„Wer Schulen und Büros putzt oder für Hygiene im Krankenhaus und Altenheim sorgt, macht einen unverzichtbaren Job. Dafür gibt es nun eine wichtige Anerkennung. Mit dem kräftigen Einkommensplus haben die Beschäftigten auch in Zeiten hoher Inflation de facto mehr Geld in der Tasche – und verdienen deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, der im Oktober auf zwölf Euro pro Stunde gestiegen ist“, sagt Friedhelm Kreft.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd appelliert an alle Reinigungskräfte in der Region, ihre nächste Lohnabrechnung zu prüfen. Denn die Löhne sind – bei ungelernten Kräften ebenso wie bei Fachleuten in der Glas- und Fassadenreinigung – für die Betriebe verpflichtend. „Jede Reinigungsfirma muss sich an die neuen Standards halten. Niemand darf weniger als 13 Euro pro Stunde verdienen. Wer trotzdem zu wenig bekommt, sollte sich an die IG BAU wenden“, rät Kreft.

Nach dem Tarifvertrag, den Gewerkschaft und Arbeitgeber ausgehandelt haben, steigen die Einkommen im Januar 2024 erneut. Der unterste Stundenlohn liegt dann bei 13,50 Euro. In der Glas- und Fassadenreinigung werden künftig 16,70 Euro pro Stunde gezahlt. Außerdem profitiert der Nachwuchs: Die Azubi-Löhne erhöhen sich bis 2024 auf 900 Euro im ersten, 1.035 Euro im zweiten und 1.200 Euro im dritten Ausbildungsjahr.




Evergreens schmettern mit der Band Klabauter & Co.

Eine Idee wurde Wirklichkeit: Wer erinnert sich nicht gerne an die Lieder aus der Kindheit und Jugend? Lieder, die auch noch nach Jahrzehnten im Gedächtnis schlummern und wie auf Knopfdruck abrufbar sind? Und wie gerne würde man diese Lieder wieder hören und singen, sei es in kleiner, fröhlicher Runde oder gar gemeinsam mit vielen anderen, die einfach Spaß daran haben?

Singen ist die beste Medizin: Mit der Band Klabauter und Co. können Interessierte bestens bekannte Evergreens schmettern. Foto: privat

Seit ein paar Monaten nun gibt es diese Möglichkeit, denn die Band KLABAUTER & Co. lädt zu Sing-Nachmittagen ein, bei denen die traditionellen Songs aus der „Mundorgel“ geschmettert werden können, angereichert mit Seemannsliedern (Shantys) sowie bestens bekannten Evergreens. Unter dem Motto „Singen für Körper, Geist und Seele“ trifft man sich einmal im Monat, um „Hohe Tannen“, „Wir lieben die Stürme“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ aber auch „Ein Schiff wird kommen“, „Männer mit Bärten“ und viele andere Ohrwürmer gemeinsam zu singen.

Die Idee zu diesen musikalischen Zusammenkünften entstand bei Gesprächen zwischen der Selbsthilfegruppe „Pflegende Angehörige“ und der Band KLABAUTER & CO., da immer wieder Nachfragen nach dieser Art des Musizierens und Singens kamen. Singen von bekannten Liedern fördert den Zusammenhalt zwischen den Menschen, stärkt die Atemwege und tut der Seele gut, da es das Angstzentrum im Gehirn blockiert. Also ist Singen die beste Medizin in diesen im Moment merkwürdigen Zeiten! Bei jeder Zusammenkunft werden Texthefte verteilt, so dass wirklich jede/r mitmachen kann – und wer einfach nur zuhören oder mitsummen möchte, ist ebenso eingeladen und gern gesehen!

Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei. Unter der Rufnummer 0174 6254837 wird um Anmeldung gebeten. Am Montag, 10. Oktober 2022, 16.00 Uhr, findet der nächste Mitsing-Nachmittag statt, und zwar im Alevitischen
Begegnungszentrum in Bergkamen-Weddinghofen, Buchfinkenstraße 8. Weitere Veranstaltungen sind am 15. November und am 5. Dezember 2022 vorgesehen.




Fit werden mit der VHS Bergkamen

Die VHS Bergkamen beginnt am 21. Oktober 2022 mit zwei neuen Angeboten der Gesundheitsbildung. Trainerin Kathrin Deimann lädt Interessierte in der Zeit von 16.15 bis 17.45 Uhr zum „Fitnesstraining für mollige und untrainierte Frauen“ ein. Vielen molligen und untrainierten Frauen fehlt der Mut, Sport zu treiben. Eine regelmäßige sportliche Betätigung ist wichtig, denn durch ein entsprechend gut dosiertes Training werden Sie leistungsfähiger und fühlen sich fit. Moderne Musik, dazu ein effektives gymnastisches Training, ein angemessenes Herz- und
Kreislauftraining, Kraft- und Ausdauerübungen, Bauchmuskeltraining und Entspannung – und schon macht das Bewegen in einer tollen Gruppe Spaß.

Im Anschluss, in der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr, bietet Kathrin Deimann „HIIT – Hochintensives Intervalltraining“ an. Dabei wechseln sich kurze, anstrengende Trainingseinheiten und Erholungsphasen in schneller Folge ab. So soll in vergleichsweise kurzer Trainingszeit ein deutlicher gesundheitlicher und die Fitness steigernder Effekt erzielt
werden. Hier erfahren die Aktiven, wie lange sie dran bleiben müssen, um von HIIT zu profitieren, welche Ausrüstung sie brauchen und bei welchen Beschwerden dieses Training hilft. Anmeldungen sind jederzeit und ganz bequem über die Homepage der VHS Bergkamen unter www.vhs.bergkamen.de möglich. Gerne nimmt das Team der VHS Anmeldungen auch telefonisch unter 02307-284952 oder 284954, per E-Mail an vhs@bergkamen.de
sowie persönlich entgegen.




Stolpersteine erinnern an das Schicksal von drei behinderten Kindern in Bergkamen: Spender gesucht

Patientenakten von „Heilanstalten“ für Bergkamener Kinder. Foto: Manuel Izdebski

Am 25. Januar nächsten Jahres werden weitere Stolpersteine in Bergkamen verlegt, die an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnern. Bei der neuerlichen Veranstaltung wird die NS-Euthanasie in den Fokus gerückt, darunter das Schicksal von drei behinderten Kindern aus Bergkamen. Drei alte Patientenakten aus den damaligen Heilanstalten in Aplerbeck und Marsberg belegen ihre Tötung.

In Rünthe wird ein Stolperstein vor dem Haus in der Schlägelstraße 36 für die sechs Monate alte Christa Vertcheval verlegt, die in der sogenannten Kinderfachabteilung der Heilanstalt Aplerbeck ermordet wurde. Das kleine Mädchen war mehrfach körperbehindert und wurde von der NS-Ideologie als „lebensunwert“ betrachtet. Nur wenige Meter weiter soll künftig vor dem Haus in der Taubenstraße 4 (damals noch Barbarastraße) ein Stolperstein an Willi Domick erinnern. Der körperbehinderte Junge war 13 Jahre alt, als er in der Heilanstalt Marsberg im Sauerland umgebracht wurde. In Bergkamen-Mitte wird in der Stresemannstraße 2 (damals Franz-Seldte-Straße) ein Gedenkstein für die 14-jährige Hilda Malcherek verlegt, die u.a. an Epilepsie litt.  Sie wurde ebenfalls in der Kinderfachabteilung der Heilanstalt Marsberg getötet. „Das sind Bergkamens vergessene Kinder“, erklärt Manuel Izdebski vom Arbeitskreis Stolpersteine und macht darauf aufmerksam, dass die Kinder-Euthanasie nach der NS-Diktatur für Jahrzehnte ein großes Tabu blieb. „Die systematische Forschung zum Schicksal dieser Kinder fing in Westfalen erst gegen Ende der 1980er Jahre an“, erläutert er.

In Weddinghofen wird ein Stolperstein dem 57 Jahre alten Wilhelm Mork gewidmet, der im August 1941 in der Heilanstalt Hadamar ermordet wurde. Manuel Izdebski: „Hadamar war in Wirklichkeit eine Tötungsanstalt, wo tausende Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung zumeist vergast wurden.“ Dort fand auch Ella Schmidt, die in Oberaden wohnte, den Tod. „Ihr Mädchenname war Heuer. Wir wissen, dass sie erst 40 Jahre alt war, als die Nazis sie im August 1941 töteten“, so Izdebski. In Oberaden wird ein Stolperstein an sie erinnern. Beide Opfer kamen im Rahmen der berüchtigten „Aktion T4“ ums Leben, die zentral organisiert die massenhafte Tötung behinderter Menschen bezweckte. Im Ortsteil Heil wird ein Gedenkstein für Heinrich Dionysius verlegt, der als Mitglied der KPD politisch verfolgt wurde. Von März 1933 bis April 1935 war er in den Konzentrationslagern Schönhausen und Börgermoor inhaftiert und überlebte mit Glück.

Nachfahren oder sonstige Familienangehörige der NS-Opfer können sich gerne an Manuel Izdebski vom Arbeitskreis Stolpersteine wenden. „Bei den Kindern haben wir durch die alten Patientenakten eine gute Quellenlage, aber für die anderen Personen sind die Informationen dürftig. Vielleicht können uns Angehörige noch mehr berichten“, erklärt Izdebski, der unter der Rufnummer 0176-85422825 erreichbar ist. Der Arbeitskreis bittet außerdem um Spenden für die Finanzierung der Stolpersteine. Weil das Projekt in Kooperation mit dem Bergkamener Stadtmuseum durchgeführt wird, hat sich der Förderverein des Museums bereiterklärt, die Spendenaktion abzuwickeln. Ein Stolperstein kostet 120 Euro.

Förderverein Stadtmuseum Bergkamen

IBAN DE 29 4105 1845 0017 0136 40

Sparkasse Bergkamen-Bönen

Verwendungszweck: Stolpersteine




Praxis-Workshop für Erwachsene: Shinrin Yoku – Waldbaden (3B)

In Japan ist das „Shinrin Yoku“, das „Baden in der Waldathmosphäre“ bereits seit den 80er Jahren eine wissenschaftlich begleitete und anerkannte Stressbewältigungsmethode. Ein Waldbad hat einen wunderbaren Effekt auf Körper, Geist und Seele. Es senkt den Stresshormonspiegel, stärkt das Immunsystem und sorgt für ein inneres Gleichgewicht.

Bei der Kursreihe tauchen die Teilnehmer – mit Hilfe kleiner achtsamer Übungen – mit allen Sinnen in die heilende Atmosphäre des Waldes ein, erkunden auf sanfte und bewusste Art den Wald, bewegen sich auf leisen Sohlen und spüren die entspannende Wirkung der Natur.

Der Treffpunkt wird rechtzeitig vor der Veranstaltung bekannt gegeben. Der letzte Kurs wird am Freitag, 21. Oktober 2022 in der Zeit von 17.00 – 19.00 Uhr angeboten.

Durchgeführt wird der Praxis-Workshop von der Wildnispädagogin Sandra Bille

Die Kosten je Praxis-Workshop betragen 15 Euro je Teilnehmer

Teilnehmen können maximal 15 Personen.

Anmeldung noch bis 10. Oktober bei Dorothee Weber-Köhling (02389-980913) oder umweltzentrum_westfalen@t-online.de.




Finissage der Jubiläums-Wegmarke 25 lädt zum Träumen ein

Dieter Treeck in Aktion – unter anderem mit literarischen Träumen, die nicht altern.

Ein berühmter Literat in einem Kaffeehaus zu sein ist nicht leicht. Nicht nur der miserable Kaffee muss mit mitgebrachtem Nescafé gestreckt werden. Auch mit Wirtschaftsprüfern sieht man sich am Vierertisch mit Licht zum Arbeiten konfrontiert. Zumindest dann, wenn Umsatz und Trinkgeld nicht stimmen. Dann helfen auch alle Bronzetafeln nicht mehr. Dann hat der Schutzpatron der Kaffeehausliteraten nur noch ein schallendes Lachen übrig, wenn der Literat ruinös wird.

Bildende Kunstträume, die zum Teil zum ersten Mal zu sehen waren.

Der Abschluss der „Wegmarke 25“ zum Jubiläum der Kunstwerkstatt sohle 1 war am Sonntag vor allem literarisch – und launig. Es war der große Auftritt von Dieter Treeck, der sich mit seinem umfangreichen Schaffen kaum entscheiden konnte, was er den Gästen in den neuen Räumen des Stadtmuseums kredenzen sollte. „Meine Träume altern nicht“ hieß eines der Bücher, die er unter dem Arm hatte. Dazu ein großer Stapel ausgedruckter Kurzgeschichten. Wer nicht ganz so pünktlich war, der hörte schon von weitem, was hier vor sich ging. Regelmäßige Lachsalven drangen durch die Türen nach draußen.

Nach der Ausstellung ist vor der nächsten Ausstellung: Die Werke werden von den Künstlern nach Hause gebracht.

Denn der Autor und Ideengeber der Kunstwerkstatt nahm sich und sein Genre mit großer Lust selbst auf die Schippe. Etwa wenn sein Stammcaféhaus wegen Konkurs dicht machte und er als herrenloser Literat einige Mühe hatte, mit den neurotisch doppelnamigen Kollegen unter einem neuen Caféhausdach unterzukommen. Zumal sich selbst die Bedienung als Literatin entpuppte. Fröhlich ging es fast eine gute Dreiviertelstunde lang augenzwinkernd durch den ganz normalen Wahnsinn, der allzu oft bittere Wahrheiten in sich trug. Dafür gab es Applaus, eine Zugabe und eine kleine Signierstunde für die glühenden Anhänger.

Eine besondere Wegmarke geht zu Ende

Ein Balken mit jahrhundertlanger Geschichte hat sich in ein Kunstwerk verwandelt. Ein persönlicher Traum, der zurück ins Atelier geht.

Das passte blendend zur 25. Wegmarke, die gleich mehrere Inhalte transportierte. Zum einen das Spiel mit der 25 und der Jubiläumszahl. Dann die Ereignisse, die ein Vierteljahrhundert begleiteten. Und es wurden Dinge gezeigt, „die den Künstlern besonders am Herzen liegen“, so Peter Wiesemann bei der Einführung zur Finnisage. Etwa die Holzbildhauerei, die aus einem 400 Jahre alten Holzbalken von einem Bauernhof entstand. Er verwandelte sich in einem Menschen, der die Spuren von 400 Jahren, Wind und Wetter und Generationen in sich trug. Oder die Fledermaus in Nahaufnahme, die von einer glühenden Naturschützerin in Szene gesetzt wird. Eben „Träume“, die nicht altern.

Vorbereitungen für den Abbau der Werke. Die Künstler packten alle selbst mit an.

Ebenfalls bemerkenswert war das mehr als rege angenommene Angebot der Führungen durch die Ausstellung. „Wir wollen mit unserer Kunst die Öffentlichkeit erreichen und das geht nur auf diese Weise“, so Wiesemann. Ihn freute es, dass insbesondere die Führung für Schülerinnen und Schüler auf ein großes Echo stieß. Mit den Gymnasiasten entstand ein reger Austausch mit bohrenden Fragen, analytischen Auseinandersetzungen und großer Kunstbegeisterung. „Genau darum geht es, das Interesse an der Kunst auch bei der jüngeren Generation zu wecken und sie ermuntern, das fortzusetzen, was hier entstanden ist.“

Auf dem Weg nach Hause ist auch dieses Kunstwerk, dass gleich mehrere Facetten der Wegmarke-Themen vereint.

Was in vielen Wochen, Monaten und teilweise sogar Jahren geschaffen wurde, verschwand in in wenigen Minuten nach Abschluss der Finissage aus den Ausstellungsräumen. Darunter auch Werke, die hier zum ersten Mal überhaupt zu sehen waren. Collagen, Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen: Die Künstler griffen beherzt an die Wand oder auf das Podest, nahmen ihre Kunst unter den Arm und brachten sie wieder dorthin, wo sie entstanden war. Bis zur nächsten Wegmarke und neuen alterslosen Träumen.