Bergkamen ist weiterhin „Fairtrade-Stadt“

Auf dem Foto (v.l.): Hubert Fellmann, Silke Naruhn, Till Peters, Elke Grziwotz, Angelika Molzahn, Martina Eickhoff, Ursula Gildenstern und Sophie Ihne. Foto: Angelika Mohlzahn

„Herzlichen Glückwunsch zur Titelerneuerung Fairtrade-Town Stadt Bergkamen. Nach intensiver Prüfung Ihrer Angaben zur Titelerneuerung bestätigen wir Ihrer Stadt Bergkamen gerne den Titel „Fairtrade-Town“ für weitere zwei Jahre.“, so lautete die Rückmeldung der Prüfkommission von Fairtade Deutschland.

Seit dem 02.06.2015 ist Bergkamen bereits acht Jahre Stadt des Fairen Handels.

Besonders stolz ist die Sprecherin der Steuerungsgruppe Angelika Molzahn auf das dicke Lob der Prüferinnen: „Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für das umfassende Engagement für den fairen Handel in Ihrer Kommune bedanken. Aus Ihren Unterlagen ist zu entnehmen, dass Ihre Stadt sehr engagiert ist. Es ist richtig beeindruckend, was Ihre Steuerungsgruppe alles leistet. Es macht großen Spaß zu sehen, dass sich der Gedanke des fairen Handels verankert hat. Ganz besonders freut uns, dass Ihre Steuerungsgruppe trotz der schwierigen Lage nach wie vor aktiv ist und eine so gute öffentliche Präsenz zeigt.“

Das Engagement in Bergkamen ist vielfältig: eine Faire Kochshow, Infoveranstaltungen, Organisation des Verkaufs von fairgehandelten Bio-Orangen, Quiz und Spiel zum Thema auf dem Kinder-Friedensfest, Ausschank von Fairtrade-Kaffee auf dem Tag des Apfels…

Geplant ist im September eine Kleidertauschbörse mit Musik und Infos zur Herstellung von Fair-Fashion.

Die Fairtrade-Towns Kampagne bietet der Stadt Bergkamen auch konkrete Handlungsoptionen zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nation (Sustainable Development Goals – SDG´s), die 2015 verabschiedet wurden. Unter dem Motto „global denken, lokal handeln“ leistet Bergkamen mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag.

Bergkamen ist eine von über 820 Fairtrade-Towns in Deutschland. Das globale Netzwerk der Fairtrade-Towns umfasst über 2.000 Fairtrade-Towns in insgesamt 36 Ländern, darunter Großbritannien, Schweden, Brasilien und der Libanon.

Wer sich gemeinsam mit der Steuerungsgruppe engagieren möchte, melde sich gerne unter fairtrade.bergkamen@gmail.com




Sturmhaube, Machete – und keine Haftpflichtversicherung für den E-Scooter

von Andreas Milk
Vor dem Jugendrichter saß der 18-jährige Michel H. (Name geändert) jetzt, weil er im vergangenen Oktober mit einem nicht haftpflichtversicherten E-Scooter durch die Bergkamener Lessingstraße gezischt war. Aufgefallen war er seinerzeit einer Polizeistreife aber vor allem durch zwei Details: Erstens trug H. eine Sturmhaube, zweitens eine Machete auf dem Rücken. Da kann man schon mal stutzig werden. Die Sache mit der Machete wurde damals wohl als Ordnungswidrigkeit geahndet; sie spielte bei Gericht jedenfalls keine Rolle mehr. Die fehlende Versicherung dagegen brachte dem jungen Mann eine Anklage.

Freundlich und mitteilsam erklärte er dem Richter im Amtsgericht Kamen, die Vorwürfe gegen ihn seien richtig. Mittlerweile sei er aber „ordentlich“ geworden. Seine Vergangenheit war heikel: unter anderem mit ADHS, Drogensucht, Drogenentzug, kleineren Straftaten, chaotischen Familienverhältnissen und abgebrochener Berufsausbildung nach dem Abschluss an der Kamener Hauptschule.

Gegen all das wirkte die illegale E-Scooter-Tour eher wie Kleinkram. War sie aber nicht, betonte der Vertreter der Staatsanwaltschaft: Ein Unfall sei schnell passiert, und das Fehlen einer Versicherung und die damit verbundene Notwendigkeit, selbst für Sach- oder gar Personenschäden aufzukommen, könne ein Leben kaputt machen. So gesehen: Glück gehabt.

Das Urteil für Michel H.: Er muss 30 Stunden Freizeitarbeit ableisten. Der E-Scooter wird eingezogen. Noch im Gerichtssaal erklärte H., den Richterspruch anzunehmen. Die Entscheidung ist damit rechtskräftig.

 




Aktionskreis gründet Arbeitskreis „Grubenwasser – rettet die Lippe als sauberen und naturnahen Fluss!“

Der Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen e.V. hat einen Arbeitskreis „Grubenwasser – rettet die Lippe als sauberen und naturnahen Fluss!“ ins Leben gerufen. Für Mittwoch, den 10. Mai 2023, ist zu einer erste Gesprächsrunde in das Umweltzentrum Westfalen (Ökostation) eingeladen worden.
Dazu der Sprecher des Aktionskreises Karlheinz Röcher: „Der angesprochene Kreis von interessierten Menschen teilt die Auffassung des Aktionskreises, dass eine ungefilterte Einleitung des mit Salzen und PCB belasteten Grubenwassers aus der neu gebauten Pumpstation der RAG auf dem Gelände der ehemaligen Zeche „Haus Aden“ in die Lippe ab 2025 oder später verhindert werden muss.
Gleichwohl die geltende Europäische Wasserrahmenrichtlinie dieses ausschließt, ist nicht ausgemacht, dass das in der 2024 anstehenden wasserrechtlichen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durch das zuständige NRW-Wirtschaftsministerium und in der Ausführung die bergrechtliche Aufsichtsbehörde (Bez.Reg. Arnsberg, Abt. 6) bestätigt wird. Die Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ihre natürliche Gewässer zu erhalten und den Zustand belasteter Gewässer zu verbessern, so dass jetzt eigentlich schon eine entsprechende Auflage/Anweisung des Wirtschaftsministeriums bei der Bezirksregierung vorliegen müsste.
In dem angelaufenen (regionalen) Grubenwasser-Monitoring-Prozess für die Wasserprovinz „Haus Aden/östliches Ruhrgebiet“, an dem auch der Landesverband der Bergbaubetroffenen/Aktionskreis teilnimmt, ist davon bislang nichts bekannt geworden. Die Konsequenz einer solchen Auflage wäre, schon jetzt das Filtern des Grubenwassers als notwendige Voraussetzung für die wasserrechtliche Erlaubnis der Einleitung des Grubenwassers durch das Bergbauunternehmen RAG festzulegen. Ein weitere Auflage könnte sein, die Einleitung von Grubenwasser in die Lippe überhaupt zu untersagen.
Letzteres könnte abgeleitet werden aus der seit Jahrzehnten durchgeführten Renaturierung der Lippe mit Milliarden Förderbeträgen aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln. Mit dem Stopp der Grubenwassereinleitung in die Lippe nach Ende des Steinkohlen-Bergbaus in 2018, dem dann einsetzenden Anstieg des Grubenwassers und dem in 2021 erloschenen wasserrechtlichen Erlaubnis der Einleitung hat sich der Zustand der Lippe unterhalb der ehemaligen/neuen Eileitungsstelle – vor allem für die Fische – klar verbessert. Das wäre auf jeden Fall das erwartbare Ergebnis, wenn entsprechende Untersuchungen seit 2019 gemacht und beim UVP-Verfahren vorliegen würden. Wenn die RAG ab 2025 oder später in Lünen-Beckinghausen erneut ungefiltertes Grubenwasser einleiten dürfte, würde sich der Zustand der Lippe unterhalb der Einleitungsstelle von Lünen bis Wesel wieder deutlich verschlechtern und letztlich die Europäische Wasserrahmenrichtlinie konterkarieren.
Der Arbeitskreis wird es sich zur Aufgabe machen, die Öffentlichkeit über diesen Sachverhalt zu informieren und weitere MitstreiterInnen/BürgerInnen/Anrainer-Kommunen für die strikte Anwendung der EU-Richtlinie zu gewinnen und durchzusetzen.“



Wasserfreunde wählen neuen Vorstand

Der neue Vorstand der Wasserfreunde.

Die  Wasserfreunde TuRa Bergkamen haben in ihrer Jahreshauptversammlung bereits am 14.03.2023 im Treffpunkt in Bergkamen einen neuen Vorstand gewählt.

Der alte erste Vorsitzende ist mit großem Bedauern verabschiedet worden, wobei Karsten Kaminski versicherte,  weiterhin für Fragen rund um die Vorstandsarbeit für den neuen ersten Vorsitzenden zur Verfügung zu stehen. Unser besonderer Dank gilt Karsten Kaminski für sechs engagierte Jahre  als 1. Vorsitzender.

Die Versammlung wurde vom zweiten Vorsitzenden des Hauptvereins TuRa Bergkamen, Hartmut Kubina, geleitet. Alle Posten wurden einstimmig gewählt.

Als neuer Abteilungsleiter der Wasserfreunde ist Sven Krause gewählt worden,

der sein neues Amt und den damit verbundenen Aufgaben mit Spannung entgegensieht.

Manuela Knoke wurde erneut als Geschäftsführerin das Vertrauen ausgesprochen. Sylke Jütte, die ihr Amt als Kassiererin seit Jahren zur vollsten Zufriedenheit des Vereins ausführt, wurde ebenfalls bei der Wahl bestätigt. Stellvertretende Kassiererin wurde Claudia Ebel.

Als Kassenprüfer wurden Katharina Simon, Benjamin Treinies und Patrice Weppler gewählt.

Auch die übrigen Posten des erweiterten Vorstandes waren rasch  gewählt worden.

Christian Flüß ist als sportlicher Leiter für alle fachspezifischen Angelegen-heiten des Schwimmsports bei den Wasserfreunden verantwortlich. Unterstützt wird er bei seiner Aufgabe von Marco Steube (1. Stellvertrender sportlicher Leiter) und Maximilian Weiß (2. Stellvertretender sportlicher Leiter).

Weitere wichtige Positionen erfüllen:

Claudia Ebel (Kampfrichterobfrau und Schriftführerin), Julia Treese (stellvertretende Kampfrichterobfrau), Manuela Knoke (Koordinatorin Nachwuchsbereich), Nicole Kaminski (stellvertretende Koordinatorin Nachwuchsbereich), Susanne Panberg (Pressewartin 1. Wettkampfmannschaft) und Nicole Großpietsch (Pressewartin 2. Wettkampfmannschaft). Uwe Haase (Beauftragter des Aufbauteams/Technischer Service), Benjamin Treinies (stellvertretender Beauftragter des Aufbauteams/Technischer Service), Marek Wollny (Internetbeauftragter), Ingo Schröder, Maximilian Weiß und Patrice Weppler (stellvertretende Internetbeauftragte), Katharina Simon (Küchenteam und Jugendwartin), Karin Gruner (stellvertretend Küchenteam), Niclas Knoke (stellvertretender Jugendwart), sowie Marina und Ralf Däsler (Koordinatoren für den Englandaustausch).

An dieser Stelle einmal lobenswert zu erwähnen ist, dass, wie in allen anderen Vereinen auch, diese Aufgaben und Positionen allesamt ehrenamtliche Tätigkeiten sind. Ohne dieses Engagement jedes Einzelnen wäre Vereinssport oft nur schwer umsetzbar.




Runder Tisch gegen häusliche Gewalt: Fachtag ,,Opferarbeit“

Die Teilnehmenden vor dem Veranstaltungsort. Foto: Kreis Unna

Austausch untereinander, Vernetzung und die Arbeit der Kooperationspartner besser verstehen – das war das Ziel eines Fachtages des Runden Tisches gegen Häusliche Gewalt im Kreis Unna. Diesmal stand im Mittelpunkt der Veranstaltung das Thema „Opferarbeit“. Das Treffen fand am 18. April auf Haus Opherdicke statt.

„Diesmal haben wir den Schwerpunkt Opferschutz in den Blick genommen und die Bedeutung des Themas aus Sicht unterschiedlicher Institutionen diskutiert“, so Nadia Sert, Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle und eine von drei Koordinatorinnen des Runden Tisches, die die Moderation des Tages übernahm. Auch Leonie Engelhardt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Unna sowie Katja Sahmel, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Unna freuten sich über das große Interesse am Thema.

Rund 40 Akteurinnen und Akteure waren vor Ort, darunter auch Polizeihauptkommissarin und Opferschutzbeauftrage Ute Hellmann, die in den polizeilichen Opferschutz einführte. Oberamtsanwältin Sabine Eickhölter von der Staatsanwaltschaft Dortmund und Kathrin Dannehl, Richterin am Amtsgericht Unna referierten über die juristische Sicht.

Ablauf kennen
Anhand eines konkreten Fallbeispiels erklärten die Referentinnen das Vorgehen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht bei häuslicher Gewalt und sprachen über die Rechte der Beteiligten und mögliche Hürden. Die Teilnehmenden hatten zahlreiche Fragen zur Bedeutung des Strafantrages, zum Begriff „öffentliches Interesse an der Strafverfolgung“ und den Schwierigkeiten für das Strafverfahren, wenn Geschädigte schließlich doch nicht aussagen, sondern von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Reinhard Streibel stellte als Leiter der Außenstelle Unna, den Anwesenden die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ vor. Kern der Arbeit des WEISSEN RINGS ist die ehrenamtliche Opferhilfe vor Ort.

Leidenschaftlich setzten sich bei der anschließenden Podiumsdiskussion Britta Discher von der Kinderschutzambulanz im Lebenszentrum Königsborn und Sandra Piccinno vom Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna für Kinderrechte in Fällen häuslicher Gewalt ein.

Michelle Taubert, Leiterin des Frauenhauses im Kreis Unna und Regina Kroll-Markowski vom Jobcenter Kreis Unna diskutierten über bürokratische Hürden bei der Hilfe für von Gewalt betroffene Frauen.

Sie alle eint das Ziel, gemeinsam mehr zu erreichen. Durch besseres Verständnis für die Arbeit der unterschiedlichen Organisationen und bessere Vernetzung kann in der Folge Opfern häuslicher Gewalt besser geholfen werden. PK | PKU




Ausstellungseröffnung: Naturkraft – die Kraft der Natur und Kräfte gegen die Natur

Der Künstlerbund Schieferturm Kamen e. V. stellt in der Ökologiestation Bergkamen aus.

Die Ökostation bietet einen besonders passenden Raum für Bilder und Objekte, die die Auseinandersetzung mit der Natur und ihrer Kraft zum Thema haben. Als der Ausstellungsort für die Künstlerinnen und Künstler der Kamener Gruppe feststand, war auch schnell das Thema gefunden, zu dem alle individuell in den vergangenen Wochen arbeiteten. Als Ergebnis zeigen einige der Werke überzeitliche Aspekte wie die generelle Schöpfungskraft oder besondere Gefühle, die die Natur im Menschen hervorrufen kann. Andere setzen sich mit der Kraft konkreter Ereignisse wie einem Erdbeben oder einem Tsunami auseinander. Auch die zerstörerische Kraft, die der Natur entgegengebracht werden kann, kommt zum Beispiel in einzelnen Keramikobjekten zum Ausdruck.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 27.04.2023, um 19:00 Uhr laden die Ökostation und der Künstlerbund Schieferturm herzlich ein. Die Werke sind in der Folge zu sehen bis zum 06.06.2023 jeweils zu den Öffnungszeiten der Ökostation Mo – Do, 8:00 – 16:00, und Fr, 8:30 – 14:00, sowie nach Vereinbarung (02389 980999).




Nachtreffen zum Internationalen Frauentag 2023: Spenden für Mädchen- und Frauenarbeit in Bergkamen

Mit einer großzügigen Spende für die Mädchen- und Frauenarbeit in Bergkamen und dem traditionellen Rückblick rundet das Bergkamener Frauentagsteam die Aktivitäten zum diesjährigen Frauentag ab. Dazu lädt die Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper alle an diesem Tag zum Thema „Wichtiger denn je“ beteiligten und engagierten Frauen zum Nachtreffen ein.

Dieses findet am Dienstag, 25. April 2023, ab 18 Uhr im Stadtmuseum statt. Traditionell erfolgt zu dieser Gelegenheit auch die offizielle Scheckübergabe, die Empfängerinnen werden einen kleinen Einblick in die Verwendung der Spende geben. Der Erlös des Internationalen Frauentages kommt lokalen Gruppen oder Vereinen zugute, die sich für die Situation von Frauen und Mädchen stark machen.

Den diesjährigen Erlös in Höhe von insgesamt 1.375 Euro teilen sich das Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk sowie die Awo-Beratungsstelle Schwangerschaft, Familie + Sexualität. Im Anschluss an die Scheckübergabe ist noch ein gemütlicher Teil mit einem kleinen Imbiss vorgesehen. Und natürlich wird an diesem Abend der diesjährige Frauentag reflektiert, um die ersten Weichen für die Planung des Frauentages 2024 zu stellen.




Kinder- und Jugendbüro hat sechs neue Scouts

Das städtische Kinder- und Jugendbüro (kijub) freut sich über sechs neue kijub Scouts. In der zweiten Osterferienwoche stand die vierte Ausbildungsrunde der jungen Scouts auf dem Ferienplan. Die sechs Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren verbrachten gemeinsam vier aufregende Tage mit dem kijub-Team im und am Jugendzentrum Yellowstone.

Die Welt – und speziell Bergkamen – mit Kinderaugen zu sehen, ist das Ziel des Projektes „kijub Scouts“. Mit viel Spaß und Spiel sollen die Kinder ihre Umwelt entdecken und beobachten. Gleichzeitig sollen sie ihre Wünsche artikulieren, um dem Ziel ihr Umfeld kindgerechter zu gestalten, näher zu kommen. Neben vielen gemeinsamen neuen Spielen erfuhren die Kinder viele Dinge rund um das Thema Kinderrechte – und weil das Thema so wichtig ist und die Kinder ihre Rechte sichtbar machen wollten, wurde kurzerhand ein Tipi gebaut und mit buntgestalteten Rechten für Kinder verziert.

Ein anderes Augenmerk neben den Kinderrechten setzt das kijub-Team in der viertägigen Ausbildung auf die Wahrnehmung und Erkundung der Umgebung der Kinder. Für die „Magischen Kinderorte“ wurden deshalb fantasievolle, kleine kijub-Monster modelliert und an Orten in Bergkamen-Oberaden, die für Kinder spannend sind, versteckt. Mit einem GPS-Gerät und den passenden Daten können andere Kinder die Monster und die damit
verbundenen „Magischen Kinderorte“, finden.

Eine Suche nach steinalten Tieren führte die Gruppe zudem auf eine spannende Jagd durch den Wald am Römerberg. Die unterschiedlichen Aufgaben wurden allesamt bewältigt und am Ende stand dann noch der große Spielplatztest auf dem Plan. Als Experten für Spielen testeten die Kinder die Spielgeräte und die Möglichkeiten des Spielplatzes „Am Römerberg“. Die einhellige Meinung der kijub Scouts war, dass dieser Spielplatz viele Möglichkeiten bietet und die Geräte auf jeden Fall auch etwas für ältere Kinder sind.

Zum Abschluss der vier Ausbildungstage erhielten alle sechs Kinder den kijub Scout-Ausweis und den Kinderrechtepass der UNICEF. Das kijub-Team hofft, dass die inzwischen 35 ausgebildeten Bergkamener kijub-Scouts ihre und andere Kinderwünsche an das Kinder- und Jugendbüro herantragen und sich aktiv einmischen.




Kopfläuse im Kreis Unna wieder auf dem Vormarsch

Kopfläuse sind im Kreis Unna wieder auf dem Vormarsch. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach sind die Verschreibungen von Arzneimitteln gegen Läusebefall im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen. So wurden 2022 insgesamt 436 Packungen AntiLäusemittel von niedergelassenen Ärzten im Kreis Unna verordnet, im Vorjahr waren es 394. Vor der Pandemie gab es allerdings wesentlich mehr Übertragungen von Kopfläusen. In 2019 wurden 927 Packungen verordnet. Durch die Abstandsregeln während der CoronaPandemie konnte sich die Kopflaus nicht weiter vermehren. So kam es zu einem deutlichen Einbruch bei den Übertragungen. Mit dem Wegfall der Maßnahmen sind die Läuse allerdings wieder auf dem Vormarsch“, sagt AOKServiceregionsleiter Jörg Kock.

Kopfläuse sind im Prinzip harmlos: Sie übertragen keine gefährlichen Krankheiten, nerven aber gewaltig. Die kleinen Tierchen leben vor allem in Kinderhaaren und vermehren sich rasend schnell. Die Biss und Einstichstellen werden durch den unangenehmen Juckreiz häufig wund gekratzt. Vor allem Kindergarten und Grundschulkinder sind betroffen.


Da Kopfläuse weder springen noch fliegen können, sind sie sie in ihren Bewegungen stark eingeschränkt. Zur Übertragung müssen sie von einem Kopf auf den anderen steigen. Dazu ist ein KopfanKopfKontakt oder genauer ein HaaranHaarKontakt notwendig. Die Coronaregeln haben der Kopflaus daher das Leben schwergemacht: Viele Kinder spielten nicht mehr miteinander, saßen im Kindergarten nicht mehr eng beieinander und hatten insgesamt wenig Kontakt. Und in den Grundschulklassen musste ein großer Abstand eingehalten
werden. Durch die Normalisierung unseres Alltags hat die Kopflaus jetzt aber wieder die Chance, sich auszubreiten.

Läuse sollten auf jeden Fall so schnell wie möglich behandelt werden, damit sie sich nicht in Windeseile weiter ausbreiten“, so Kock. Dabei ist es mit einer einmaligen Behandlung nicht getan: Die Läusemittel müssen nach neun oder zehn Tagen erneut aufgetragen werden; das nasse Auskämmen von Läusen und Nissen steht zwei Wochen lang alle drei bis vier Tage auf dem Programm. In der Apotheke gibt es verschiedene Produkte, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Außerdem ist es wichtig, die Schule oder KiTa sofort zu informieren, wenn ein Kind betroffen ist. 




Online-Seminar für Frauen zum beruflichen Wiedereinstieg

Am Dienstag, dem 25. April von 15 bis 16 Uhr, zeigt Martina Leyer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, in einem OnlineSeminar, welche Möglichkeiten es für den beruflichen Wiedereinstieg gibt und wie sich die aktuelle Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt darstellt.

„Viele Frauen mussten während der Pandemie feststellen, dass ihre Minijobs keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld bieten und damit schmerzhaft erfahren, wie wichtig eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist“, so Leyer. „Die Möglichkeiten möchte ich aufzeigen.“

Sie weist auch auf einen weiteren Vorteil hin: „Die Teilnahme an der OnlineVeranstaltung ist für die Frauen eine gute Übung für den Umgang mit neuer Kommunikationstechnik. In ihrem OnlineSeminar erfahren die Frauen, wie sie nach Stellenangeboten suchen, welche Ausbildungsformen es gibt, welche Weiterbildungs und Umschulungswege möglich sind und wie die Agentur für Arbeit den Neustart unterstützen kann.
Interessierte melden sich bei Martina Leyer an unter Hamm.BCA@arbeitsagentur.de oder 02381 / 9102167. Sie bekommen dann den Link zur Veranstaltung.




Seseke: Vom Schmutzwasserlauf zum blaugrünen Paradies der Artenvielfalt

Die Seseke – ein Fluss mit einer langen Geschichte und vielen Veränderungen. Schon den römischen Geschichtsschreibern ein Begriff prägt die Seseke auch weiterhin das Leben vieler Menschen im Lippe-Gebiet. Nachdem die Seseke viele Jahre lang als offener Schmutzwasserlauf dienen musste, kann sich der 32 Kilometer lange Nebenfluss der Lippe seit den in 2014 abgeschlossenen Renaturierungsmaßnahmen von den Strapazen der Industrialisierung erholen. Die Renaturierung erfreut dabei nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch viele Tier- und Pflanzenarten, die langsam an das Gewässer zurückkehren.

An den Ufern der Seseke lässt sich eindeutig erkennen: Die Natur erobert sich den Fluss zurück. Flora und Fauna kehren vielfältig an das ehemals zur Entsorgung des Schmutzwassers genutzte Gewässer zurück. Bereits 2007 konnten in Teilen der Seseke, die zwar abwasserfrei, allerdings mit Betonsohlschalen befestigt waren, häufig vorkommende Arten, die gut unter organischer Belastung und Strukturarmut zurechtkommen – wie Egel, Würmer und Schnecken – nachgewiesen werden.

Neue Artenvielfalt an der Seseke
Beim regelmäßigen Monitoring der Gewässerqualität wird der renaturierte Bereich der Seseke von Heeren-Werve bis zum Kuhbach genauestens unter die Lupe genommen. Seitdem konnten in diesem Abschnitt schon 104 verschiedene Arten ausfindig gemacht werden. Dazu zählt der überwiegende Teil nach wie vor zu den häufig vorkommenden und wenig anspruchsvollen Arten. Inzwischen reihen sich aber auch etliche Arten in das Gesamtbild ein, die höhere Ansprüche an die Wasserqualität sowie die Habitatbedingungen stellen. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Arten von Köcherfliegen so wie Eintagsfliegen: ein Beweis für die zunehmende biologische Vielfalt der Seseke.

Seitdem die Betonsohlschalen entfernt sind, kann der Fluss nun auch endlich wieder seine Gewässersohle und -ufer gestalten, sodass – überall wo das Profil genug Platz bietet – ein typisch geschwungener Verlauf entsteht. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Die Verbesserung der biologischen Diversität und das Vorkommen einiger anspruchsvoller Arten stellt einen echten Gewinn für die Seseke-Region dar. Auf diesen Lorbeeren darf sich aber nicht ausgeruht werden: Nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erreicht die Seseke noch keinen guten ökologischen Zustand. Der Lippeverband plant daher, die vier

Kläranlagen, die für die Reinigung der Seseke zuständig sind, in den kommenden Jahren zu ertüchtigen und mit einer vierten Reinigungsstufe aufzurüsten. Dadurch wird die Seseke noch sauberer und die Artenvielfalt kann langsam aber stetig zunehmen.

Von der Industriekloake zum blaugrünen Idyll
Dass überhaupt wieder Tiere an den einst ökologisch toten Fluss zurückkehren, war vor einigen Jahren noch unvorstellbar: Ursprünglich ein natürlicher und reißender Fluss diente die Seseke während des Bergbaus als oberirdisch fließender Abwasserkanal.  An unterirdische Abwasserkanäle war aufgrund der regelmäßigen bergbaubedingten Bodensenkungen nicht zu denken. Dadurch wurde die natürliche Seseke zweckentfremdet. Ausgestattet mit Betonsohlschalen, um einen möglichst schnellen Abfluss des Schmutzwassers zu ermöglichen, stellte sie für Tiere und Pflanzen keinen geeigneten Lebensraum mehr dar.

Der Rückzug des Bergbaus aus dem Einzugsgebiet der Seseke bot eine neue Chance: Schon 1986 als „Seseke-Programm“ vorgestellt entwickelte der Lippeverband mit maßgeblicher Unterstützung des damaligen NRW-Umweltministers Klaus Matthiesen einen Plan, um die Seseke und ihre Nebenläufe wieder in eine abwasserfreie und naturnahe Flusslandschaft zu verwandeln. Vor der Umgestaltung des Seseke-Systems mussten zunächst an sämtlichen zu offenen Schmutzwasserläufen umfunktionierten Bächen unterirdische Kanäle verlegt werden – der langwierigste und aufwändigste Teil des Seseke-Programms.

Die Seseke als Vorbild für die Emscher
Zwischen dem Ende der 1980er-Jahre und 2014 hat der Lippeverband mit dem Bau von vier modernen Kläranlagen und rund 73 Kilometern an geschlossenen Abwasserkanälen eine neue abwassertechnische Infrastruktur im Einzugsgebiet der Seseke geschaffen. Nach der Befreiung von der Abwasserfracht konnte endlich mit der ökologischen Verbesserung der Seseke und ihrer Nebenläufe begonnen werden. Dazu wurden die Betonschalen aus dem Flussbett entfernt, die Böschungen abgeflacht sowie Flachwasserzonen und Regenrückhalteflächen eingerichtet. Zudem erhielt das Gewässer seinen natürlichen geschwungenen Flusslauf zurück. Durch Initialpflanzungen sowie das Einsetzen von Jungfischen wurden darüber hinaus Flora und Fauna angeregt, sich ihre Lebensräume zurückzuerobern.

Mittlerweile sind an den Ufern die typischen Auen mit ihren Eschen, Erlen und Weiden entstanden, während sich in den trockenen Zonen Gehölze und Hochstaudenflure bilden. All das ist bereits ein deutliches Indiz für die ökologische Qualität der Seseke. Ihr Umbau gilt damit auch als Vorbild für den größeren Umbau des Emscher-Systems.

Hochwasserschutz und Artenvielfalt gehen Hand in Hand
Angesichts des Klimawandels wird auch die Sorge vor Hochwasser immer drängender. Der Lippeverband baute dafür ein Hochwasserrückhaltebecken in Bönen, das mit einer Fläche von 29 Hektar rund 340.000 Kubikmeter Wasser fassen kann. Dabei schützt das Becken nicht nur die Bevölkerung vor Überschwemmungen, sondern ist schon längst zum Hotspot der Artenvielfalt mutiert. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten haben sich hier angesiedelt und die Fläche am Schwarzen Weg in Bönen zu einer Oase der Artenvielfalt verwandelt.