Jetzt wird es ernst auf der Baustelle Töddinghauser Straße

Die VKU leitet vorsorglich seit Mittwoch ihren Schnellbus S 30 um. Richtig ernst wird es aber erst jetzt auf der Baustelle Töddinghauser Straße. Das schwere Baugerät ist am Freitag angerückt. Als erstes hat der Bagger ein Stück des Bürgersteigs aufgerissen.

BaustelleNoch können sich auch Nicht-Anlieger unter Nichtbeachtung der Straßensperre hindurchmogeln. Doch bereits in Kürze wird jeder, der irgendwie sein Auto liebt, doch lieber die ausgeschilderte Umleitungsstrecke nehmen. Denn die Fahrbahn wird von der Einmündung der Schulstraße im Norden bis zur Schöllerstraße im Süden in den nächsten drei Monaten erneuert. Dadurch sollen Frostschäden grundlegend beseitigt werden. Die Straße weist aber auch insbesondere im Bereich der Mittelinseln erhebliche Schäden auf. Dort hat sie die Belastungen durch schwere Fahrzeuge wie Busse und Lkw nicht standgehalten.

Weitere Infos gibt es hier.




14. September ist der DRK-Welttag Erste Hilfe: Es wird Ersthelfer-Fitness getestet

Seit dem allerersten Handeln von DRK-Begründer Henry Dunant vor 150 Jahren steht die Erste Hilfe im Mittelpunkt der Rotkreuzarbeit. Zum weltweiten Erste-Hilfe-Tag am 14. September möchte auch das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Unna noch einmal für dieses Thema sensibilisieren. Unter dem Thema „Erste Hilfe und Verkehrssicherheit“ leisten die Beteiligten vor allem Prävention und Aufklärungsarbeit.

„Mehr als 50 Prozent der Todesfälle im Straßenverkehr ereignen sich in den ersten Minuten nach einem Unfall, deshalb ist das Leisten von Erster Hilfe hier absolut lebensnotwendig.“, erklärt Sascha Stelter, Erste-Hilfe-Beauftragter des DRK-Kreisverbands Unna. „Bislang ist leider verhältnismäßig wenig DRK Bild_01passiert, um das Selbstvertrauen und das Ersthelferwissen in der Öffentlichkeit auszubauen. Das möchten wir  als DRK ändern.“

In Kooperation mit der Polizei NRW werden die DRK-Ortsvereine Holzwickede und Unna gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Unna daher am Samstag, 14. September,  Aktionen im gesamten Kreis anbieten, um die Hemmschwelle vor der Ersten Hilfe in der Bevölkerung zu senken: Wie setze ich einen Notruf richtig ab? Wie helfe  ich dabei, ein Feuer richtig zu löschen? Wie genau sichere ich eine Unfallstelle korrekt ab?

All diesen Fragen gehen das Rote Kreuz und die Polizei NRW am Welttag Erste Hilfe genau nach und werden mit Infoständen unter anderem in der Bahnhofsstraße in Unna oder auf dem Marktplatz in Holzwickede vertreten sein. Das Rote Kreuz lädt alle Interessierten herzlich ein, sich am Wochenende die Zeit zu nehmen, sich an den Infoständen zu informieren und das eigene Ersthelfer-Wissen entsprechend aufzufrischen: „Unsere Angebote sind an diesem Tag absolut kostenfrei.“, versichert Stelter und ergänzt:  „Jeder kann Leben retten. Man muss nur wissen, wie.“




Koreanisches Fernseteam besucht das Jeki-Orchester der Ketteler-Schule

Das Orchester „Kunterbunt“ der Ketteler-Schule Rünthe ist auf dem Weg zu internationalem Ruhm. Zumindest in Südkorea werden die Fernsehzuschauer im Dezember Wissen was die Orchesterkinder von ihren Dozenten Bettina Pronobis und Ralf Beyersdorf gelernt haben.

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Ein koreanisches Fernsehteam beucht das Jeki-Orchester „Kunterbunt“ der Ketteler-Schule Rünthe-

Das Orchester hatte am Freitagmorgen Besuch von einem Team des größten südkoreanischen Fernsehsenders „KBS“. Das produziert zurzeit einen Film über die Initiative „School meets Orchestra“, die seit 2010 das Ziel hat, an möglichst vielen Schulen in Südkorea ein Orchester zu gründen. Jetzt wird eine Zwischenbilanz gezogen. Dabei gibt es auch einen filmischen Vergleich mit dem Kulturhaupstadtprojekt „Jedem Kind ein Instrument“. Gedreht dafür wurde am Donnerstag in Dortmund und am Freitag in Bergkamen in der Kettelerschule.

Besuch gab es für die Musiktalente der Rünther Ketteler-Schule aber nicht nur vom koreanischen Fernsehen, sondern auch vom Violinisten Christian Kim, „einer der begabtesten Virtuosen unserer Zeit“, wie die Fachpresse lobt. Er hörte sich it sichtlichem Vergnügen die Probenarbeit an. Anschließend sprach er vor laufender Kamera mit den Kindern. Dabei half ihm, dass er nicht nur ein exzellenter Musiker ist, sondern Deutsch und Koreanisch gleichermaßen gut versteht und spricht.

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Geigen-Virituose Christian Kim

Der 26-Jährige ist nämlich Sohn eines deutschen Chemikers und einer koreanischen Konzertpianisten. Geboren wurde er 1986 in Boston/USA, aufgewachsen ist er aber in Deutschland. Heute lebt er in New York, gehört dort einem renommierten Streichorchester an und ist Dozent an der New York Music School, die hochbegabte junge Musiker ausbildet.

Das Programm “Jedem Kind ein Instrument” in NRW wurde extra dafür ausgesucht, da die Zielsetzung, Musik so vielen Kindern wie möglich zugänglich zu machen, auch das Credo der koreanischen Initiative ist.




Anuja aus Indien möchte am liebsten in Bergkamen heiraten – ganz in Weiß natürlich

Die Oberadener Familie Schauten mag es international. Im vergangenen hatte sie über sechs Wochen eine jungen Japanerin zu Gast, zurzeit betreut sie die 18-jährige Inderin Anuja Paingankar. Beide sind über die Austauschorganisation „ Youth For Unterstanding“ nach Bergkamen gekommen.

Empfang durch den Bürgermeister (v.l.): Justin (11) und Janine Schauten (14), Anuja Paingankar und Roland Schäfer.
Empfang durch den Bürgermeister (v.l.): Justin (11) und Janine Schauten (14), Anuja Paingankar und Roland Schäfer.

2012 fand das Vorbereitungsseminar auf den einjährigen Aufenthalt für japanische Schülerinnen und Schüler in Bergkamen statt. Der Organisator vor Ort Robin Reh suchte noch dringen Gastfamilien und verteilte am Städtischen Gymnasium mit. „Solch einen Zettel brachte unsere Tochter Janine mit nach Hause“, erinnert sich Mutter Nicole Schauten.

Der Familienrat überlegte nicht lange und signalisierte seine Bereitschaft zu Aufnahme eines Gasts. Ergebnis war: Als die junge Japanerin weiterreiste, flossen die Abschiedstränen. Gleiches wird wohl auch am kommenden Dienstag passieren. Dann fährt Anuja nach ihrem dreiwöchigen Aufenthalt in Bergkamen zu ihrer Jahresgastfamilie nach Norddeutschland.

Die Schautens haben der jungen Inderin einer Menge interessanter Orte in der Region gezeigt. Ein Höhepunkt war sicherlich der kleine Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Roland Schäfer. Von ihm erfuhr sie wichtige Details von der Nordbergstadt, von den alten Römern oder von den Kohlezechen, die es nicht mehr gibt. Dies alles auf Englisch, obwohl Anuja seit drei Jahren Deutsch lernt und es auch ganz gut versteht. Dass ein Besucher ihn dann noch um ein Autogramm bittet, hat der Bürgermeister vermutlich auch noch nicht so oft erlebt.

Für einige Tage hat Anuja mit Janine den Unterricht in einer 9. Klasse besucht. Dort und auch in ihrer Gastfamilie ist ihr aufgefallen, dass sich deutsche Kinder und Jugendliche Erwachsenen gegenüber wesentlich freier und ungezwungener benehmen als in Indien. „Wir haben viel mehr Respekt vor unseren Eltern und Großeltern“, erklärt sie und verrät nicht, was ihr persönlich besser gefällt.

Klar ist für den Gast aus Indien: Sie möchte unbedingt mit ihrem künftigen Mann noch ein Mal Bergkamen besuchen, um hier nach der Feier in ihrer Heimat ihre Hochzeit zu feiern. Das nicht etwa, weil was doppelt genäht ist, bekanntlich besser hält. Anuja ist vielmehr von den weißen Hochzeitskleidern begeistert. „Wir haben ihr Fotos von unserer Hochzeit gezeigt. Das Hochzeitskleid, das ich damals trug, hat ihr sehr gut gefallen“, erklärt Nicole Schauten lachend.




Neuer Lyrikband: Heinrich Peuckmann will sich erinnern und nichts vergessen

Das neue Buch von Heinrich Peuckmann ist frisch gedruckt. Nach einer Reihe von Kriminalromanen präsentiert der ehemalige Lehrer am Bergkamener Gymnasium nun einen Lyrikband. Der Titel: „Erinnern. Vergessen“.

PeuckmannDass die Premierenlesung am kommenden Donnerstag, 19. September, in der Willi-Sitte-Galerie Merseburg stattfindet, hat einen guten Grund: Kurz vor seinem Tod gab der Künstler, der wegen seiner Stellung in der ehemaligen DDR bis heute umstritten ist, seinem Freund Heinrich Peuckmann die Erlaubnis, dieses Buch mit seinen Grafiken zu illustrieren.

Peuckmann wie Sitte erzählten mit ihren künstlerischen Mitteln kleine Geschichten, zieht der Leipziger Lychatz Verlag die gemeinsame Klammer. Eine erste Zusammenarbeit hatte es vor etwas mehr als 20 Jahren gegen. Auf Initiative des damaligen Bergkamener Kulturdezernenten Dieter Treeck entstand der Band „Träumen“, für den neben Peuckmann auch der Schriftsteller Horst Hensel Beiträge lieferte.

Grafik von Willi Sitte
Grafik von Willi Sitte

Mit seinen Gedichten beschreiben in dem Buch Peuckmanns Verse Menschen und Orte, denen er sich gern erinnert oder die er nicht dem Vergessen übergeben möchte. Das Gedicht „Kurt-Piehl-Straße Bergkamen“ erzählt nicht nur in verdichteter Form über den Widerstand des ehemaligen „Edelweißpiratens“, sondern auch über das Leiden Paul Poltes. Der Arbeiterschriftsteller wurde 1933 von der Gestapo festgenommen und in die berüchtigte Dortmunder Steinwache inhaftiert.

„Erinnern. Vergessen“ von Heinrich Peuckmann (ISBN 978-3-942929-27-1) kann für 22,95 Euro online beim Lychatz Verlag oder über den Buchhandel bezogen werden.

 

Heinrich Peuckmann

Kurt-Piehl-Straße Bergkamen

Ein schwarzer Weg nur

drei Häuser rechts

keins links

dann schon das Ende

und doch ein Ziel

 

Das Lager, das KZ

Der dunkle Fleck der Stadt

für ein Jahr, gleich am

Ende des Weges lag es

mit über tausend Gequälten

 

zu denen du nicht zähltest

Du warst in Dortmund

in der Steinwache

berüchtigtes Gefängnis der

Gestapo, in dem auch Paul saß

 

Mein Freund Paul

dessen Gedicht darüber

genau in jener Zelle hängt

wo er erlitt

was er beschrieb

 

Ach, Paul und du

dir haben sie das Gesicht

zerschlagen, Narben

bis zum Lebensende

aber kein Gedicht

 

Dafür Geschichten und Romane

über euch Edelweißpiraten

die erst mal nichts wollten

als jung sein. Jazz, rumlatschen

statt marschieren

 

was aber sie, die anderen

schon gegen euch aufbrachte

Gefängnis, Folter, für dich

vielleicht aus Zufall, nicht den Tod

so dass du später schreiben konntest

 

und wir uns kennen lernten.

Die Straße ist für dich

sie passt, sie zeigt auf einen

Leidensort, der deinem gleicht

und zeigt auf dich

 

(In Erinnerung an meine Autorenfreunde Kurt Piehl und Paul Polte)




„Werde Entdecker“ im wunderschönen Naturfreibad Heil

Die beliebte Aktion „Werde Entdecker“ wird am kommenden Samstag, 14. September,  von15 bis 17 Uhr im wunderschönen Naturfreibad Heil. Auch wenn der eine oder andere angesichts des herbstlichen Wetters nicht ins Wasser steigen mag, lohnt sich der Besuch bestimmt.

Naturfreibad Heil
Naturfreibad Heil

Das Naturfreibad Heil in Bergkamen gilt immer noch als Geheimtipp. In ländlicher Idylle, fernab vom Trubel, bietet der Seitenarm der Lippe eine hervorragende Wasserqualität. Ein Paradies für Kinder und Erwachsene, ein Badevergnügen der besonders naturnahen Art.

Im Rahmen der Aktion „Werde Entdecker“ sind alle Interessierten am kommenden Samstag herzlich eingeladen, sich ein eigenes Bild zu machen. Die Veranstaltung im Naturfreibad in Bergkamen-Heil, Dorfstraße (am Westenhellweg), findet von 15:00 bis ca. 17:00 Uhr statt. Als besonderes Bonbon gibt es für jeden Besucher am Veranstaltungstag freien Eintritt. Zudem bekommt jeder eine Bratwurst und einen Kaffee. Auch, wenn das Wetter mittlerweile ein wenig herbstlicher geworden ist, wird es hoffentlich ein schöner, sonniger Tag werden. Zur Not werden die Mitglieder des Schwimmvereins mit den Besuchern kurzerhand unter einem Vordach grillen. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, dass Haustiere im Naturfreibad nicht erlaubt sind.

Der 1. Vorsitzende Herr Knäpper ist begeistert von der Aktion und freut sich gemeinsam mit dem gesamten Team des Schwimmvereins schon sehr auf den kommenden Samstag. Als der Schwimmverein Heil 1910 gegründet wurde, existierte das Naturfreibad bereits. Es entstand durch die Nutzung eines der insgesamt drei toten Seitenarme während der Begradigung der Lippe. Heute engagieren sich die 135 Mitglieder des Schwimmvereins mit viel Herzblut für den Erhalt des Freibades. In der „Lokalzeit Dortmund“ sendete der WDR Ende August diesen Jahres sogar einen spannenden kleinen Beitrag, der mit stimmungsvollen Bildern Lust aufs Naturfreibad macht.

Die Aktion „Werde Entdecker! Erlebe ein spannendes Jahr in Bergkamen!“ macht auf die abwechslungsreichen Freizeitmöglichkeiten rund um Bergkamen aufmerksam. Bereits acht Bergkamener Betriebe und Vereine luden zu einem Nachmittag der offenen Tür ein. Viele interessierte Bürger folgten bereits dieser unverbindlichen Einladung und dies nicht nur, weil am Ende des Jahres ein Rundflug über Bergkamen winkt. Vielmehr sind die Besucher der Einrichtungen davon begeistert, mehr über das umfangreiche Sport- und Freizeitangebot ihrer Stadt zu erfahren und nutzen daher die Gelegenheit, sich umzuschauen. Die gute Resonanz seit Beginn der Aktion spricht für sich. Die eigens für die Aktion entwickelten Flyer, auf denen sich alle Teilnehmer die jeweils besuchten Aktionstage abstempeln lassen können, liegen während der Veranstaltung aus. Weitere Informationen zur Aktion „Werde Entdecker“ sowie den zahlreichen weiteren Freizeitmöglichkeiten in Bergkamen gibt es auf den Internetseiten der Stadt Bergkamen,  www.bergkamen.de, und beim Stadtmarketing unter Tel. 02307-965-229.




63-Jährige am Geldautomat an der Zentrumstraße ausgeraubt

Auch im Kreis Unna häufen sich Fälle, in denen Bürger an Geldautomaten ausgeraubt werden. Am Dienstag, 10. September, wurden der Polizei wieder zwei neue Fälle gemeldet. Einer davon ereignete sich am Geldautomaten an der Zentrumstraße in Bergkamen.

Polizei symbolGegen 16:15 Uhr tätigte eine 63-jährige Bergkamenerin Bankgeschäfte an einem Geldautomaten an der Zentrumstraße, als sich zwei unbekannte männliche Personen näherten und sie ablenkten. Unmittelbar danach stellte die Bergkamenerin fest, dass 200 Euro von ihrem Konto abgehoben worden waren.

Die Frau lieferte eine Beschreibung der Täter:

1. Person – südländisches Aussehen – ca. 15 Jahre alt – ca. 160 cm groß – schlanke Figur – schwarze Kapuzenjacke – schwarze Hose – schwarze Baseballkappe

2. Person – südländisches Aussehen – ca. 30 Jahre alt – ca. 170 cm – 175 cm groß – Oberlippenbart – schlanke Figur – dunkler Pullover mit hellen Streifen

Einige Stunden vorher wollte gegen 13 Uhr wollte eine 33-jährige Frau aus Werne Bargeld an einem Geldautomaten am Marktplatz in Bönen abheben, als sie von einem jungen Mann bei der Eingabe des Geldbetrages durch Verdecken mit einer Zeitung gehindert wurde. Eine zweite männliche Person stellte sich so, dass sie Passanten die Sicht auf den Vorgang verdeckte. Als die Bönenerin laut um Hilfe rief, entfernten sich die beiden südosteuropäisch aussehenden Personen. Möglicherweise handelte es sich um die gleichen Täter.

Die Polizei warnt: Die Täter gehen immer nach dem gleichen Muster vor. Nach Eingabe der PIN lenken sie die Opfer ab oder bedrängen sie sogar körperlich. Die Täter nutzen so die unklare Situation und bringen einen möglichst hohen Geldbetrag zur Auszahlung. Das Geld wird schnell eingesteckt und die Diebe und Räuber flüchten mit der Beute.

Die Kreispolizeibehörde Unna rät deshalb, bei der Benutzung von Geldautomaten folgende Verhaltensregeln zu beachten:

• Achten Sie auf Personen in Ihrem Umfeld und decken Sie bei der Eingabe der PIN immer die Tastatur ab!

• Lassen Sie sich bei Ihrer Transaktion nicht ablenken!

• Brechen Sie sofort den Vorgang ab wenn Ihnen jemand zu nahe kommt oder Sie bedrängt werden.

• Entnehmen Sie sofort Ihre Karte!

• Sollten Sie bedrängt werden, bitten Sie Mitarbeiter oder andere Kunden laut um Hilfe!

• Prüfen Sie im Zweifel sofort Ihren Kontostand!

• Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen und Straftaten unverzüglich die Polizei unter 110.




Bundestagskandidaten in zwei Punkten einig: für den Ausstieg aus Atomenergie und gegen Rechtsextremismus

Prächtige Besucherzahlen wird die Bergkamener VHS/DGB-Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ am Ende ihres Veranstaltungsprogramms für die zweite Jahreshälfte 2013 präsentieren können. Das steht jetzt schon fest.

Podium 1Etwa 300 Interessierte lockte der Vortrag von Dr. Eugen Drewermann am Montag ins studio theater. Einen Tag später kamen über 100 bei der Podiumsdiskussion mit sechs Kandidaten für die Bundestagswahl am 22. September. Eine wichtige Erkenntnis von Dienstag ist sicherlich, dass sich die Parteien trotz der auf den ersten Blick positiven Besucherresonanz etwas einfallen lassen müssen, damit sie mit ihren Programminhalten und Botschaften die Wählerinnen und Wähler erreichen. Denn die Bürgerinnen und Bürger, die sich hätten informieren wollen, ließen sich im Treffpunkt locker an einer Hand abzählen. Die übergroße Mehrheit war im Besitz eines Parteibuchs, die nicht mehr überzeugt zu werden brauchte.

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Oliver Kaczmarek (l.) und Hubert Hüppe

Es war trotzdem eine gute, informative Veranstaltung mit Oliver Kaczmarek (SPD), Hubert Hüppe (CDU), Malte Spitz (Bündnis 90/Die Grünen), Heike Schaumann (FDP), Ulla Jelpke (Die Linke) und Marcel Clostermann (Piraten). Ein Schwerpunktthema war natürlich die Arbeits- und Sozialpolitik. Es konnte ja nicht anders sein: „Arbeit und Leben“ hatte diese Podiumsdiskussion schließlich zusammen mit dem IGBCE-Regionalforum Kamen/Bergkamen organisiert. Eine parteienübergreifende Übereinstimmung gab es in zwei Punkten, dem Ausstieg aus der Atomenergie und der kategorischen Ablehnung des Rechtsextremismus.

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Heike Schaumann und Malte Spitz

Mitverantwortlich für das hohe Niveau dieser Podiumsdiskussion war sicherlich der Moderator Frank Fligge von der Funke-Mediengruppe. Er zeigte sich exzellent vorbereitet, kannte jede Menge Details aus dem politischen Leben der Kandidaten und setzte seine Frage gezielt an den empfindlichen Punkten an.

Keine Wunder, dass der Vorsitzende von „Arbeit und Leben“, Heinz Mathwig, mit Frank Fligge über einen möglichen Einsatz bei der nächsten Podiumsdiskussion im Vorfeld der Kommunalwahl im Mai 2014. Wenn er gebraucht werde, komme er gerne, erklärte der Journalist aus Dortmund.

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Marcel Clostermann und Ulla Jelpke

Die anstehende Kommunalwahl mag vielleicht ein Grund sein, dass die Bergkamener Parten dem Anschein nach nicht mit aller Kraft Mobilisierungsarbeit für den 22. September leisten. Bei den Sozialdemokraten boten die Ereignisse um die Kandidatenaufstellung in der vergangenen Woche Diskussionsstoff. Und einige CDU-Vertreter besprachen organisatorische Fragen vor Ort für ihren Parteitag im Bergkamener Treffpunkt am 11. Oktober, bei dem sie unter anderem ihre Kreistagskandidaten wählen wollen.




Stadt soll im nächsten Jahr 1,4 Mio Euro mehr an den Kreis Unna zahlen

Die Ankündigung des Kreises Unna, dass im nächsten Jahr die Kommunen mit höheren Zahlungen in die Kreiskasse rechnen müssen, hat natürlich im Bergkamener Rathaus keinen Jubel ausgelöst. Die Kreisumlage soll dann nach Ankündigung von Kreiskämmerer Dr. Thomas Wilk um über 1,4 Millionen Euro auf insgesamt 31.163.313 Euro steigen.

RathausWas das für die städtische Finanzplanung und für das Haushaltssicherungskonzept zu bedeuten hat, mag Bergkamens 1. Beigeordneter und Kämmerer Horst Mecklenbrauck zurzeit nicht zu sagen. Sicher ist aber für ihn: „Die vom Kreiskämmerer dargestellte Entwicklung steht im deutlichen Widerspruch zu den bisherigen Planungen der Städte- und Gemeinden, die in ihren Haushaltssicherungskonzepten und Haushaltssanierungsplänen eine gleiche oder sogar verminderte Zahllast für die Kreisumlage angenommen und bei ihren mittelfristigen Finanzplanungen berücksichtigt hatten. Auch die Kommunalaufsicht hat bei der Prüfung und Genehmigung der jeweiligen Haushaltssicherungskonzepte diese Annahmen immer akzeptiert!!!“

Mehr Klarheit wird es voraussichtlich in einigen Tagen beim nächsten Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Kämmerer im Kreis Unna geben. Dessen Ergebnisse sollen in die Stellungsnahme der Stadt Bergkamen zum Eckdatenpapier des Kreises Unna einfließen, kündigt Kämmerer Mecklenbrauck an. Diese Stellungnahme ist ein Tagesordnungspunkt der nächsten Ratssitzung am 26. September.

Gar nicht zu dieser Hiobsbotschaft passen mag, dass in dem Eckdatenpapier von einer minimalen Senkung der Kreisumlage um 0,2 Prozentpunkte auf 47,3 Prozent ausgegangen wird. „Trotz der Hebesatzsenkung würde sich infolge der gesetzlich vorgeschriebenen Berechnungsmethodik die Zahllast für die Stadt Bergkamen gegenüber 2013 um 1.439.813,– € auf insgesamt 31.163.313,– € erhöhen“, so Mecklenbrauck. Insgesamt betrage die Mehrbelastung für alle zehn Kommunen 10,4 Mio. Euro.

Kreiskämmer Wilke hat am Dienstag eine Haushaltssperre erlassen, weil dem Kreis bereits in diesem 2,4 Mio. Euro in der Kasse fehlen. Weitere Infos dazu gibt es hier.




Finissage der Ausstellung „Wegmarke Torso“ in der Galerie „sohle 1“

„Wegmarke Torso“ heißt die Jahresausstellung der Künstlergruppe „Kunstwerkstatt sohle 1“, die am kommenden Sonntag, 15. September, zu Ende geht. Zu einer Finissage von 15 bis 17 Uhr in der städtischen Galerie „sohle 1“ mit Lesungen, Kurzfilm, Performance, gemeinsamem Rundgang und gemütlichem Plausch laden die Künstlerinnen und Künstler ihr Publikum herzlich ein.

Künstlergruppe "Kunstwerkstatt sohle 1 Bergkamen"
Künstlergruppe „Kunstwerkstatt sohle 1 Bergkamen“

Bei Kunst, Kaffee und Kuchen soll es noch einmal die Gelegenheit geben, sich mit den Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler im gemeinsamen Gespräch auseinander zu setzen. Darüber hinaus gibt es unterhaltsame Programmbeiträge von den Kunstwerkstatt-Mitgliedern Dieter Treeck unter dem Titel „Gereimtes und Ungereimtes“ und Roos Cherek, sowie ein Kurzfilm von Marij Neumann und eine Tagtool-Performance von Emilia Fernandez und Barbara Strobel.

Bei einem abschließenden gemeinsamen Rundgang gibt es die letztmalige Gelegenheit, die Künstlerinnen und Künstler vor ihren Bildern zu erleben und kurze Statements aus ihrer subjektiven Sicht über die Arbeiten zu erfahren. Danach werden die Arbeiten abgebaut und finden ihren Weg zurück an ihre jeweiligen Bestimmungsorte.

Der Eintritt ist frei.




Eugen Drewermann spricht den USA das moralische Recht ab, das Assad-Regime in Syrien zu bestrafen

In seiner bekannt ruhigen, aber einprägsamen Sprache stellt Eugen Drewermann sein neues Buch „Liebe, Leid und Tod. Daseinsdeutung in antiken Mythen“ im Bergkamener studio theater vor. Doch wenn er über den Krieg spricht, sei es der Kampf um Troja oder ganz aktuell der drohende Militäreinsatz in Syrien, ist der Theologe und Psychotherapeut wie verwandelt.

Kohle aus Bergkamen überreichen Peter Schedalke (l.) vom IGBCE/REVAG-Geschichtsarbeitskreis und der Vorsitzende von Arbeit und Leben, Heint Mathwig (r.), Eugen Drewermann vor Beginn seines Vortrags.
Kohle aus Bergkamen überreichen Peter Schedalke (l.) vom IGBCE/REVAG-Geschichtsarbeitskreis und der Vorsitzende von Arbeit und Leben, Heint Mathwig (r.), Eugen Drewermann vor Beginn seines Vortrags.

Die seelische Ergriffenheit ist im deutlich anzumerken, als er erklärt, die USA hätten nicht das moralische Recht, den Giftgaseinsatz der Assad-Truppen zu bestrafen, weil dieser Staat selbst im Vietnamkrieg Chemiewaffen eingesetzt habe, die noch heute den Menschen dort Not und Elend, etwa durch Missbildungen Neugeborener, brächten.

Das Elend, das der Krieg der Zivilbevölkerung bringt, hat Drewermann als Kind während der Bombenangriffe der Alliierten auf die Chemischen Werke Bergkamen am 11. September 1944 und im Frühjahr 1945 selbst miterlebt. Diese schrecklichen Ereignisse habe das weitere Leben des prominentesten Bergkamener entscheidend geprägt. Das erkläre seinen Pazifismus, der ihn neben seinen inzwischen über 50 Büchern mit einer Millionen-Auflage international bekannt gemacht habe, betont Bürgermeister Roland Schäfer   bei der Verleihung der Silbermedaille der Stadt Bergkamen. „Es ist die höchste Auszeichnung, die wir zu vergeben habe.“

Eugen Drewermann signiert seine Bücher.
Eugen Drewermann signiert seine Bücher.

Es ist aber auch ein Dank dafür, dass Eugen Drewermann, der seit vielen Jahren in Paderborn lebt, immer wieder nach Bergkamen zurückkommt. Dann besucht er das Elternhaus in der Hegelstraße und freut sich darüber, dass jetzt dort, Menschen friedlich miteinander leben, deren Wurzeln in der Türkei, im Iran oder anderswo liegen. „Bergkamen ist für mich so ein Abbild des Ruhrgebiets“, erklärt er vor der Veranstaltung, als er im Foyer seine Bücher signiert.

Er hat das Glück, dass er nach der Pestalozzischule ein altsprachliches Gymnasium in Hamm besucht. Zuhause lernt er, mit seinen Geschwistern in den Notjahren der Nachkriegszeit zu teilen: Das zurückzugeben, was er erhalten hat. Seine neu gewonnenen Griechisch- und Lateinkenntnisse gibt er auch weiter. Als 12-Jähriger übersetzt er Texte von Livius und trägt sie den Pfadfindern der St. Elisabethgemeinde vor. Diese Weitergabe von Wissen betreibt der 73-Jährige bis heute. Das erklärt auch seinen Wissensdurst und die große Zahl seiner bisher erschienen Bücher.

Krieg ist ein wichtiges Thema seines neuen Buchs über die antiken Mythen. Noch wichtiger ist die Liebe. Sie und nicht der Hass soll das Zusammenleben  der Menschen prägen. Damit meint der ehemalige Priester auch die körperliche Liebe – ohne irgendwelche Schuldgefühle.

Zu seinem inzwischen 20. Vortrag bei Arbeit und Leben sind auch viele Freunde und Weggefährten aus seiner Bergkamener Zeit gekommen. So auch Pfarrer i.R. Ulf Doppelfeld (2. Reihe 2. v.l.), der bisher kaum eine Veranstaltung verpasst hat.
Zu seinem inzwischen 20. Vortrag bei Arbeit und Leben sind auch viele Freunde und Weggefährten aus seiner Bergkamener Zeit gekommen. So auch Pfarrer i.R. Ulf Doppelfeld (2. Reihe 2. v.l.), der bisher kaum eine Veranstaltung verpasst hat.