Fußball-WM fordert erstes Opfer: Johannisfeuer in Weddinghofen abgesagt
Nach dem Erfolg des Johannisfeuers auf dem Festplatz an der Berliner Straße im vergangenen Jahr war allen Beteiligten klar: Diese Veranstaltung muss wiederholt werden. Doch daraus wird leider nichts.
Dabei hätte 2014 alles so gut gepasst. Der angepeilte Termin, der 21. Juni, ist genau der Tag der Sonnenwende. Leider findet an diesem Abend auch das Vorrundenspiel bei der Fußballweltmeisterschaft in Rio, Deutschland gegen Ghana, statt. Das finanzielle Risiko sei zu groß, sagt der 1. Vorsitzende des Veranstalters, des Vereins „Wir in Weddinghofen“, Christian Weischede. Dieser Auffassung schlossen sich die Mitglieder in ihrer Jahreshauptversammlung am Dienstagabend im alevitischen Kulturzentrum an.
Dafür soll es nun eine Ersatzveranstaltung geben: ein Sommer- bzw. Herbstfest voraussichtlich am 20. September. Der Überschuss soll an die Jugendfeuerwehr, an die VfK-Jugendabteilung und an den Förderverein der Pfalzschule gehen. 2015 solle s dann wieder ein Johannisfeuer geben.
Weihnachtslieder im Rudelsingen
Festhalten wollen die Weddinghofer hingegen an der Neuauflage des Weihnachtsmarkts am 29. November. Hier hat es bereits einen Kontakt mit dem Organisator des Bergkamener Rudelsingens, Detlef Göke, gegeben. Er möchte auf dem Weihnachtsmarkt ein Singen von Weihnachtsliedern nach der Art des Rudelsingens präsentieren. Die Chancen, dass es klappt, stehen gut.
Ein weiteres Projekt ist die Gewinnung von weiteren Mitgliedern. 41 Weddinghofer zahlen zurzeit ihren Jahresbeitrag von 12 Euro als Einzelperson, 20 Euro als Familie oder Verein. Damit ein Beitritt schmackhaft wird, wirbt der Verein auf einem entsprechenden Flyer mit dem Slogan „Wir schaffen Nähe“.
Abbruchbagger nagt am alten Feuerwehrgerätehaus Rünthe
Wer das alte Rünther Feuerwehrgerätehaus zumindest in Teilen noch einmal sehen möchte, muss sich beeilen: Der Abrissbagger ist angerückt und leistet ganze Arbeit.
Der Abbruchbagger nagt am Feuerwehrgerätehaus Rünthe. (Foto: Feuerwehr Rünthe)
An dieser Stelle soll bekanntlich das neue Gerätehaus gebaut werden. Am 25. März wird die Stadt wissen, was der Neubau genau kosten wird. An diesem Tag sollen die eingegangenen Angebote gesichtet werden. Im Haushaltsplan der Stadt angesetzt sind für Abbruch und Neubau 2,6. Mio Euro.
Die neue Fahrzeughalle ist als Stahlhalle geplant und das zweigeschossige Sozialgebäude als Massivhaus. Baubeginn der Rohbauarbeiten wird im Mai 2014 sein, die geplante Bauzeit wird mit drei Monaten kalkuliert. Danach folgt der Innenausbau.
SPD und Grüne einig: Christine Busch soll neue Beigeordnete der Stadt Bergkamen werden
Christine Busch wird aller Voraussicht nach als erste Frau in den Verwaltungsvorstand der Bergkamener Stadtverwaltung einziehen. Nach der Vorstellungsrunde von zuletzt zwei Kandidatinnen und drei Kandidaten für die Neubesetzung der 3. Beigeordnetenstelle hatten sich Grüne und SPD in getrennten Fraktionssitzungen auf die Leiterin des Bürgerbüros geeinigt.
Christine Busch
Diese Personalentscheidung präsentierten am Dienstag SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Kampmeyer und der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Harald Sparringa in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Bürgermeister Roland Schäfer will nun dem Stadtrat in seiner Sitzung am 3. April vorschlage, die 51-jährige Oberadenerin als Nachfolgerin des Ende vergangenen Jahres verabschiedeten Beigeordneten Bernd Wenske zu wählen. Offizieller Amtsantritt wäre dann der 1. Mai.
Laut Stellenausschreibung übernimmt Christine Busch die Bereiche Soziales, Jugend, Schule, Sport, das Bürgerbüro und das Ordnungsamt. Die Kultur wird wohl weiter Holger Lachmann betreuen. Er soll nach den Überlegungen von Bürgermeister Roland Schäfer Mitte des Jahres nach dem Ausscheiden von Horst Mecklenbrauck durch den Rat zum Kämmerer gewählt werden. 1. Beigeordneter und damit Vertreter von Schäfer als Verwaltungschef würde dann Dr. Hans-Joachim Peters.
Dr. Hans-Joachim Peters wird künftig 1. Beigeordneter sein
Vor zwei Jahren war noch geplant gewesen, die Zahl der Beigeordneten von drei auf zwei zu reduzieren. Daran hält auch jetzt die CDU fest. Konsequenterweise waren ihre Ratsmitglieder trotz der Einladung von Bürgermeister Roland Schäfer der Vorstellungsrunde der fünf Kandidatinnen und Kandidaten fern geblieben. Schäfer betonte gestern, dass das ursprüngliche Ziel, durch die Streichung von Stellen in der Verwaltungsspitze jährlich 245.000 Euro weiterhin bestehen. Erreicht werden soll dies durch die Streichung einer Dezernentenstelle nach dem Ausscheiden von Manfred Turk und voraussichtlich durch die Streichung von zwei Amtsleiterstellen.
Christine Busch ein „Eigengewächs“ des Rathauses
Christine Busch ist übrigens nicht nur die erste Frau im neuen Verwaltungsvorstand, sondern nach über 20 Jahren auch das erste „Eigengewächs“ der Bergkamener Stadtverwaltung. Sie hat ihr Handwerk von der Pike auf im Bergkamener Rathaus gelernt. Begleitet wurde dies durch ein Studium an der Fachhochschule für Verwaltung. Zuletzt wurde sie 2007 zur Stadtoberverwaltungsrätin befördert.
Gegenüber Bürgermeister Roland Schäfer hat sie bereits erklärt, dass sie mit der Wahl zur Beigeordneten sämtliche Ämter in der SPD niederlegen wird. Unter anderem ist Christine Busch Geschäftsführerin des SPD-Stadtverbands. Weiterhin gern gesehen ist ihr soziales, ehrenamtliches Engagement. Unter anderem bekleidet Christine Busch in der Martin-Luther-Kirchengemeinde das Amt einer Presbyterin und Kirchmeisterin.
Verdi-Warnstreik trifft in Bergkamen vor allem den Linienverkehr der VKU
Der Warnstreik im öffentlichen Dienst hat in Bergkamen vor allem den Linienverkehr der VKU getroffen. So verlassen wie am Dienstagmorgen hat man den Busbahnhof allenfalls nachts erlebt.
Warnstreik zeigt Wirkung: So menschenleer präsentiert sich der Bergkamener Busbahnhof sonst nur nachts.
Nur vereinzelt fahren Linienbusse die überdachten Haltestellen an. Von einem normalen Fahrplan kann keine Rede sein. Deshalb zeigen auch die Leuchttafeln, die sonst die nächsten ankommenden Busse ankündigen nichts an.
Dass im öffentlichen Dienst gestreikt wurde, war am Rathaus vor allem durch dieses Plakat zu erkennen.
Weit weniger getroffen hat der Warnstreik laut Auskunft von Bürgermeister Roland Schäfer den Betrieb im Bergkamener Rathaus. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich an diesem Warnstreik beteiligt. Unter ihnen befanden sich auch vier Erzieherinnen aus den städtischen Kindergärten. Die Betreuung der Kinder sei aber gewährleistet gewesen, betonte Schäfer. Von negativen Auswirkungen auf den EBB sei ihm ebenfalls nichts bekannt.
Auch beim publikumsträchtigen Bürgerbüro sei der Warnstreik kaum bemerkbar gewesen, erklärte die Leiterin des Bürgerbüros Christine Busch. Auch die Besucherzahl sei gleichbleibend hoch geblieben. Daran hätte auch der Warnstreik bei der VKU nichts geändert. „Die meisten Besucher kommen in der Regel nicht mit dem Bus“, so Christine Busch.
Das Gerüst für den Abbruch des Wohnturms wird jetzt aufgebaut
Spätestens seit Dienstagmorgen dürften auch die letzten Skeptikern unter den Bergkamenern überzeugt worden sein, dass es jetzt dem City-Wohnturm an den Kragen geht. Eine Kölner Gerüstbaufirma hat die ersten Materialien aus Holz und Stahl für das Gerüst zum Andienungshof gebracht.
Auf dem Andienungshof an der Sparkasse wird das Gerüst für den Wohnturm in Einzelteilen geliefert.
Bein Entladen und auch beim Weitertransport der nicht ganz leichten Teile in Richtung Parkdeck hilft die Besatzung eines Spezialkrans der Firma Schmücker aus Rünthe. Deutlich zu sehen sind auch die großen Löcher, wenig oberhalb des Betonfußes des Wohnturms. Sie werden Befestigungsstreben aufnehmen, die später dem Gerüst Halt nach unten geben sollen. Denn das Gerüst wird nicht auf dem Boden aufgesetzt, sondern an die Außenwände angedübelt.
Deutlich sind die Löcher zu erkennen, in die die Stahlträäger für das Gerüst hineingesteckt werden.
Durch diese Art der Befestigung bleibt der Spielraum auf dem Andienungshof für die Lkw erhalten, die nach dem eigentlichen Start des Abbruchs den Betonschutt abtransportieren sollen. Der Schutt wandert durch die Aufzugsschächte von oben nach unten.
Voraussichtlich wird der Aufbau des Gerüsts rund vier Wochen in Anspruch nehmen. Laut Zeitplan von CharterHaus soll dann bereits im Juni vom Wohnturm nichts mehr zu sehen sein. Ebenfalls im Juni will CharterHaus mit dem ersten Bauabschnitt für die neue BergGalerie beginnen.
CO-Melder rief Feuerwehr auf den Plan: Die Batterie war fast leer
Ein Melder für Kohlenmonoxid rief am Dienstagmorgen die Freiwillige Feuerwehr auf den Plan. Im Heizungskeller eines Reiheneigenheims an der Wilhelm-Busch-Straße in Weddinghofen war solch ein Gerät angeschlagen.
Einsatz der Feuerwehr an der Wilhelm-Busch-Straße
Unter schwerem Atemschutz ging ein Trupp der Freiwilligen Feuerwehr in den Keller. Dabei stellte sich heraus, dass die Batterie fast leer war und das Gerät deshalb angeschlagen hatte.
„Ich bin froh, dass Hauseigentümer überhaupt CO- und Gasmelder an ihren Heizkesseln anbringen“, betonte Stadtbrandmeister Dietmar Luft nach der Begutachtung des Melders, sichtlich froh, dass nichts Ernsthaftes passiert ist. Denn das Tückische an Kohlenmonoxid ist, dass es geruch- und farblos ist, doch bereits nach wenigen Atemzügen können Menschen sterben. Deshalb wurden mit der Feuerwehr auch der Notarzt und ein Rettungswagen zu diesem Einsatz gerufen.
Girls’ Day bei Bayer HealthCare: 100 Schülerinnen sammeln praktische Erfahrungen in Labors und Werkstätten
Wie wird im Labor analytisch gearbeitet? Wie funktioniert ein Rührwerk? Wie lässt sich mit wenigen Handgriffen ein Stiftehalter herstellen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es am 27. März anlässlich des diesjährigen Girls’ Day bei Bayer HealthCare in Bergkamen. 100 Schülerinnen im Alter von 12 bis 16 Jahren haben sich zu der Veranstaltung angemeldet. Damit sind alle angebotenen Plätze restlos belegt – genauso wie in den vergangenen Jahren.
00 Schülerinnen erhalten unter Anleitung von Bayer-Auszubildenden Einblick in die Berufe der chemisch-pharmazeutischen Industrie – genau wie bei den Girls‘ Days der vergangenen Jahre.
„Die Mädchen haben die Möglichkeit, in modernen Labors und Werkstätten die Vielfalt von Naturwissenschaft und Technik hautnah zu erleben – einzeln, aber auch bei Gruppenarbeiten“, skizziert Ausbildungsleiter Karl Heinz Grafenschäfer das geplante Programm. Beim Filtrieren und Titrieren im chemischen Teil der Ausbildung sowie beim Feilen und Verdrahten in der Metall- und Elektrowerkstatt stehen ihnen Ausbilder und Auszubildende von Bayer HealthCare mit Rat und Tat zur Seite.
„Jungen Menschen einen praktischen Zugang zu den vielfältigen Berufen der chemischen Industrie zu ermöglichen, ist Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir freuen uns sehr, dass die Schülerinnen im Umfeld unseres Standorts dieses Angebot so gut annehmen“, kommentierte Werkleiter Dr. Stefan Klatt die erneut außergewöhnlich große Anzahl an Anmeldungen. Die positive Resonanz motiviere das Unternehmen, Jugendliche auch in Zukunft intensiv bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen.
Als Anreiz zum geschickten und schnellen Bewältigen der praktischen Übungen zeichnet Bayer HealthCare die besten Teilnehmerinnen mit attraktiven Sachpreisen aus.
Busfahrt für Familien zu den Lichtkunstwerken mit kindgerechter Führung
Auf Grund der hohen Nachfrage wird es am 29. März eine weitere Lichtreise für Familien zu Lichtkunstinstallationen in die Hellwegregion geben. Startpunkt ist das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna.
Junge Besucher im Lichtkunstmuseum Unna.
Ein besonderes Highlight für die ganze Familie sind die Lichtreisen in die Hellweg-Region, die zum Anbruch der Dunkelheit von Unna aus per Bus starten. Im Rahmen des Projektes HELLWEG-ein-LICHTWEG sind in den vergangenen Jahren außergewöhnliche Lichtinstallationen und -objekte entstanden, die in der Region ein dichtes Netz von strahlenden Lichtpunkten spannen, gestaltet von renommierten Lichtkünstlern.
Die Lichtreise für Familien bietet dieMöglichkeit, von 17.30 Uhr bis ca. 21.00 Uhr mit kindgerechter, fachkundiger Reiseleitung die Lichtinstallationen der Hellweg-Region zu entdecken. Ausgangspunkt ist das Zentrum für Internationale Lichtkunst, dem weltweit einzigen Museum, das sich ausschließlich dem Thema Lichtkunst widmet. Sie sehen neben den Kunstwerken so berühmter Künstler wie James Turrell, Mario Merz oder Mischa Kuball u.a. zudem die aktuelle Wechselausstellung „Words don`t comeeasily“, die sich mit Lichtinstallationen aus Wörtern und Buchstaben beschäftigt.
Lichtkunst unter Gullydeckeln von Rochus Aust
Lichtkunst unter Gullydeckeln. Dieses Kunstwerk von Rochus Aust in der Bergkamener Fußgängerzone
Anschließend bietet die Bustour Lichtblicke und Überraschungen, wie in Bönen, wo es den 68 m hohen Förderturm der stillgelegten Zeche Königsborn zu entdecken gibt, den der Lichtkünstler Mischa Kuball nachts in einen Leuchtturm verwandelt.
In Bergkamen passieren Sie zunächst einige mit Lichtkunst markierte Kreisverkehre. Später können die Kinder dann herausfinden, was es mit diesen „Leuchtstäben“ auf sich hat. In der Fußgängerzone sehen Sie Lichtkunst unter Gullydeckeln. Dieses Kunstwerk von Rochus Aust erzählt, plätschert, leuchtet und gibt damit ein Rätsel auf, das es für die Familie zu lösen gilt.
Kleine Erfrischungen an Bord sowie ein Mal-Set für die Kinder sind im Fahrpreis enthalten.
Treffpunkt: Samstag, den 29. März 17.30 Uhr im Zentrum für Information und Bildung (zib), Lindenplatz 1, 59425 Unna, am i-Punkt
Tickets: 8,50 Euro pro Erwachsener, 2,50 pro Kind (bis 12 Jahre) (inkl. kleiner Snacks ) Erhältlich im i-Punkt der Kreisstad Unna, Lindenplatz 1, Tel.: 02303/ 103777, Mail: zib-i-punkt@stadt-unna.de
Europäischer Jazz mit dem Sven Bergmann Quartett
Das Sven Bergmann Quartett gastiert am Montag, 24. März, um 20 Uhr in der Städt. Galerie „sohle 1“.
Sven Bergmann Quartett
Die durch das Kultursekretariat NRW Gütersloh geförderte Formation um den Jazzpianisten und Komponisten Sven Bergmann präsentiert an diesem Abend ihr aktuelles Album “Seasons“. Ergänzt wird das Programm durch neue Kompositionen des Nachfolgealbums, dass im Januar 2014 in den renommierten Bauer Studios in Ludwigsburg aufgenommen wurde.
Den Besucher erwarten frische abwechslungsreiche Kompositionen, die sich im Hauptstrom des europäischen Jazz bewegen. Sie zeichnen sich durch lyrische Melodien und rhythmische Vielfalt aus. So gehören z.B. die Integration von Elementen der Popmusik oder Folklore selbstverständlich zum Repertoire der Band dazu. Die hochkarätige Besetzung mit Matthias Bergmann (u.a. Peter Herbolzheimer) am Flügelhorn und der Trompete, Stefan Werni (u.a. Sheila Jordan, Lee Konitz) am Kontrabass und Bill Elgart (u.a. Kenny Wheeler, Paul Bley, Gary Peacock) am Schlagzeug und Sven Bergmann am Klavier, begeistert durch Spielfreude und vielschichtige Klangfarben. Ein unvergessliches Hörerlebnis für den Besucher!
Die Tickets sind erhältlich im Kulturreferat Bergkamen (Tel.: 02307/965-464), im Bürgerbüro oder an der Abendkasse: 10,- Euro, erm. 8,- Euro
Lions Club BergKamen unterstützt Ferienaktion der Friedenskirche mit 4500 Euro
Der Lions Club BergKamen unterstützt die Ferienaktion 2014 der Friedenskirchenkirchengeneinde mit einer Spende von 4500 Euro.
Foto: Pfarrerin Ursula Goldmann freut sich über den Scheck von Lions-Präsident Reinhard Krause
„Jeden Tag ein Abenteuer“ heißt die Veranstaltungsreihe, mit der die Friedenskirchengemeinde in den Sommerferien zehn Tage lang Bergkamener Kinder begeistern wird. Jeden Tag wird es ein spannendes Angebot geben, das bis zu 100 Kindern, die nicht verreist sind, unvergleichliche Ferienerlebnisse bescheren wird. Natürlich ist dieses Engagement mit Kosten für Busse, Eintrittspreise und Verpflegung der jungen Teilnehmer verbunden. In den vergangenen Jahren besuchten die Kinder Museen, gingen mit Segelflugzeugen in die Luft oder stellten in einem Kletterpark ihr Geschick unter Beweis.
Damit auch in diesem Jahr Mädchen und Jungen mitmachen , deren Eltern sich die Kosten nicht leisten können, bat Pfarrerin Ursula Goldmann den Lionsclub BergKamen um Hilfe.
Dessen Präsident Reinhard Krause freute sich jetzt, einen Scheck von 4500,–€ übergeben zu können: „Wenn es darum geht, benachteiligten Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an sinnvollen Veranstaltungen zu ermöglichen, helfen wir gern. Und wir sind davon überzeugt, dass die Friedenskirchengemeinde hervorragende Arbeit leistet, die wir gern unterstützen.“
Bergkamener Frauentag hat im 30. Jahr mehr als Trockenpflaumen zu bieten
Die Frauenbewegung ist auch nach 30 Jahren in Bergkamen vielseitig. Im Auge der Kabarettistin umfasst sie ebenso „Trockenpflaumen al dente“ wie Frauen, die Krisengebiete friedlich von hinten aufrollen, während immer mehr Männer die Kinder wickeln müssen. Aus der Sicht der Macherinnen hinterlässt „Bewegung Spuren“ – auch wenn noch viel zu tun bleibt.
Mona Lichtenhof begleitete den Frauentag musikalisch.
30 Jahre ist der Internationale Frauentag in Bergkamen jung. Blutjung im Vergleich zur Frauenbewegung, die mit dem Allgemeinen Deutschen Frauenverein 1865 frauenpolitische Aktivitäten in die Öffentlichkeit rückte. Die Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper erinnerte daran, dass es Kaiser, Kriege, Revolutionen, Diktaturen und unendlich viele rechtliche Reformen bis zum heutigen Status Quo zu überwinden galt. Aber: „Es gibt vieles, was wir einfordern müssen, um Gleichstellung in unserer Gesellschaft zu erreichen!“ Gleiche Möglichkeiten im Beruf, gleiches Geld für gleiche Arbeit, gemeinsame Betreuung von Kindern oder gemeinsame Pflege, Schutz für Frauen vor Gewalt: Auch nach 149 bzw. 30 Jahren müssen noch viele Felder beackert werden.
Das sieht auch Steffi Ziller nicht anders. Sie gehört zu den Bergkamener Frauen der ersten Stunde. „Ich stieß überall nur auf Männer – in der Gewerkschaft, in der Partei“, erinnert sie sich. Daraus entstand ihr außergewöhnliches Bewusstsein für frauenpolitische Belange. Beim Frauengesprächskreis der VHS wurde heftig darüber diskutiert. „Hier merkte ich zum ersten Mal, dass ich nicht verrückt bin, sondern auch andere ähnliche Probleme haben.“ Die Frauenwerkstatt wurde gegründet, Steffi Ziller zu ihrer Vorsitzenden und sie kam als sachkundige Bürgerin in den ersten Gleichstellungsausschuss in Bergkamen.
Frauenforum, die erste Frauenberatungsstelle in Bergkamen: Sie hat dafür gekämpft, mehr für die Frauen zu erreichen. Heute „meinen viele Frauen, dass Erreichte sei ganz normal“, glaubt sie. „Das stimmt aber nicht – heuern und feuern: dafür müssen wir immer wieder kämpfen“, ist sie überzeugt. Dass Frauen immer noch für einen gerechten Ausgleich für das Engagement für Familie und Kindererziehung kämpfen müssen: Das und vieles mehr „regt mich wahnsinnig auf“, sagt die fast 79-Jährige. Sie wünscht sich im 30. Jahr des Internationalen Frauentages, „dass mehr junge Frauen selbstbewusster werden uns sich auch gewerkschaftlich und politisch engagieren – das ist wichtig!“
Frauen müssen sich selbst helfen
Informationen gab es im Foyer des Treffpunktes. Denn es gibt noch viel zu tun für die Gleichberechtigung der Frauen.
Dass noch viel getan werden muss, weiß auch Bürgermeister Roland Schäfer. Gleichstand zwischen den Geschlechtern gebe es immerhin in der städtischen Verwaltung, nicht jedoch in den dortigen Führungspositionen. Er dankte den Frauen, die vor 30 Jahren im ersten Gleichstellungsausschuss wichtige Arbeit geleistet hätten. Und er erinnerte sich an seine erste Personalentscheidung in Bergkamen: Die Einstellung von Sabine Ostrowski als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte.
Alle Grußredner griffen die Überzeugung auf, dass noch viel zu tun bleibt. Rüdiger Weiß verwies für die SPD und den Landtag darauf, dass Bergkamen anderen Städten weit voraus sei und er immerhin selbst eine Chefin in der Ministerpräsidentin habe. Hannelore Kraft stehe dafür, dass die Politik viel durch starke Frauen gewonnen habe. Elke Middenford (CDU) ist selbst seit 20 Jahren beim Internationalen Frauentag dabei und erinnerte daran, dass es vor 30 Jahren nicht leicht war, Frauenthemen überhaupt öffentlich zu machen. „Wir als Frauen müssen uns selbst helfen!“, appellierte sie. Diskussionen wie der Familienlastenausgleich dürften dabei nicht zu einer Spaltung führen: „Alle bringen die gleichen Leistungen!“
Beim Frauentags-Quiz tat sich manche überraschend richtige Antwort auf.
Frauen leisteten weltweit viel. Das zeigte das Frauentags-Quiz „Frau gewinnt“. Da stieg die erste Frau 1984 in den Weltraum, der 1. Frauentag in der Preinschule statt und Liechtenstein führte erst im selben Jahr das Frauenwahlrecht ein, während die Gleichstellung von Pfarrerinnen mit ihren Amtskollegen gerade einmal 10 Jahre jung war. Da hatte Simone Fleck alias Susi alias Walli weit geringere Probleme. Vom „Puhl Danzink“ an der Rollatoren-Stange im Altersheim über frisch geschnittenes Raucher-Gras aus dem Garten für den „grünen Gaumen“ bis zum Terrorismus im Körper durch die freien Radikalen reichte ihr verrückter Ritt durch eine ganz persönliche frauenpolitische Sichtweise.
Dafür gab es tosenden Applaus. Und viele begeisterte Zuschauerinnen, die mit ihrem Eintritt das Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk sowie das Frauenforum im Kreis Unna e. V. unterstützen.