Kleine Kabarett-Reihe: Gastspiel von „Team & Struppi“ um zwei Wochen verschoben
Um zwei Wochren nach hinten hat dass Bergkamener Kulturreferat den nächsten MittwoschsMix nach hinten verschoben. „Team & Struppi“ alias Moritz Neumeier und Jasper Diedrichsen präsentieren jetzt am Miittwoch, 26. März, um 19.30 Uhr in der Städt. Galerie „sohle 1“ ihr erstes abendfüllendes Programm „Die Machtergreifung“.
„Team & Struppi“ alias Moritz Neumeier und Jasper Diedrichsen
Team und Struppi stehen für preisgekröntes Anarchie-Kabarett aus Norddeutschland. Ihr erstes abendfüllendes Programm „Die Machtergreifung“ ist ein Rundumschlag der politischen Korrektlosigkeit, der alles und jeden trifft, ob nun Minderheiten oder die Regierung, Jesus oder das Publikum. Schamlos werden live auf der Bühne radikale Gesetze verabschiedet, unhaltbare Wahlkampfparolen zerpflückt und die Finanzkrise nach gespielt.
Die beiden Irren an Gitarre und Akkordeon
Als Organisation, die die Macht an sich reißen konnte, zeigen die beiden jungen Kabarettisten den Zuschauern, wie einfach es sein kann, mitzumachen. Weil der Schriftsteller Moritz Neumeier und der Schauspieler Jasper Diedrichsen humoristisch immer bis an die Grenze des Erträglichen gehen, ertönen zwischendurch selbst verfasste Schlager, die sowohl inhaltlich als auch musikalisch wie aus dem Musikantenstadl gegriffen scheinen, wäre da nicht die ätzend grenzdebile Perfomance der beiden Irren an der Gitarre und am Akkordeon.
Auch nachdenkliche, leisere Töne
Aber auch Zeit für nachdenkliche, leisere Töne nimmt sich das Programm, das auch in der Form ein Ausbund an ironischer Bissigkeit ist: so legen Neumeier und Diedrichsen ihre Rollen irgendwann ab, um ganz direkt und ehrlich mit dem Publikum und miteinander über Themen wie Angst, Verblendung, Wohlstand, Armut, Unterdrückung und Hunger zu sprechen. Selbst Momente der vollkommenen Stille sind dann möglich. Immer wieder überraschen sich die Zuschauer selbst, wenn sie an Stellen lachen, an denen sie nie zuvor lachen konnten oder durften.
Tickets zum Preis von 12,- Euro, erm. : 9,- Euro, sind erhältlich im Kulturreferat Bergkamen (Tel.: 02307/965-464), im Bürgerbüro und an der Abendkasse.
Verliebte Kanadagänse machen Radau auf dem Ententeich am Wieckenbusch
Eine kleine Horde Kanadagänse hat sich zurzeit auf dem Ententeich am Wieckenbusch breitgemacht und veranstalten ein lautes Spektakel. Die Diagnose ist eindeutig: Das Federvieh ist verliebt.
Kanadagänse auf dem Ententeich am Wieckenbusch in Oberaden.
Wie alle Gänse sind die Paare zumindest für einige Jahre unzertrennlich. Das haben aber offensichtlich die Junggesellen noch nicht kapiert und wollen mit der Gans ihrer Wahl anbändeln.
Dass macht natürlich den Ganter wütend. Er verschafft seinen Ärger über dieses ungebührliche Verhalten durch laute Rufe Luft. Anschließend jagt er hinter dem Nebenbuhler her. Nicht nur im Wasser, sondern auch an Land und in der Luft.
Ententeich am Wieckenbusch
Dieses Treiben auf ihrem Ententeich ist einigen Nachbarn natürlich nicht verborgen geblieben. Sie denken bereits weiter. „Wo sollen die Kanadagänse ihre Nester bauen?“, fragen sie besorgt. Der Teich ist nämlich an einer Stelle über die Ufer getreten und die baumbestandene Insel liegt zurzeit unter Wasser. Offensichtlich kann es nicht richtig abfließen. Ein Bereich östlich des Gehwegs, an dem sich früher eine Brücke befand, ist bereits überschwemmt.
Die Kanadagänse wird dies nicht weiter stören, denn normalerweise brüten sie an größeren Gewässern in der Nähe von großen Weiden. Sie werden demnach nicht auf Dauer am Ententeich bleiben. Probleme könnte es dort wegen des hohen Wasserstands allerdings für Enten geben. Bedrohlich ist die Lage für sie aber auch nicht, denn es gibt eine Reihe von Ausweichmöglichkeiten.
Schüler der RSO lernen die Kunst des Siebdrucks
Schülerinnen und Schüler des Textilkurses der Klassen 9 der Realschule Oberaden (RSO) trafen sich jetzt in Dortmund mit einer Gruppe Studenten und ehemaliger Studenten der FH Dortmund. Das Ziel des Tages: die Technik des Siebdruckens kennen zu lernen.
Schüler der Realschule Oberaden lernen die Kunst des Siebdrucks.
In der Dortmunder Nordstadt hat sich die Studentengruppe unter dem Namen „Whatwha“ eine kleine analoge Siebdruckwerkstatt aufgebaut, weil sie sich in diese Technik „verliebt haben“. Diese Erfahrung konnten 17 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der RSO an diesem Tag auch machen. Nach einer kleinen Einführung in die Technik der Motivwahl, der Siebbelichtung und des Druckvorgangs durften dann nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die beiden Lehrpersonen Frau Cordbrüning und Frau Müller dieses Neuland betreten und mit Hilfe von einem vorbereiteten Sieb selbst Taschen bedrucken. Am Ende gingen alle Teilnehmer mit viel Spaß, neuen Erkenntnissen und einer selbst gedruckten Tasche nach Hause – und vielleicht trifft man ja noch einmal zusammen, um gemeinsam Abschluss-Shirts in Klasse 10 zu fertigen.
Ausgesetzt! Katzen suchen neues Zuhause
Kamen/Bergkamen. Sie heißen Flöhchen, Piggy oder Panther. Sie haben alle ein schlimmes Schicksal hinter sich. Und sie alle suchen ein neues und vor allem liebevolles Zuhause: die Katzen , die derzeit bei den Tierfreunden Kamen auf einem umgebauten Bauernhof im Schnepperfeld untergekommen sind.
Die fröhliche Piggy sucht eine Familie, in der keine andere Katze lebt, denn sie ist Einzelgängerin. Sie ist etwa ein bis eineinhalb Jahre alt und noch nicht kastriert, allerdings gechipt und geimpft. (Foto: Patrick Opierzynski)
„Es ist unglaublich, wa wir hier alles erleben“, sagt Regina Müller, die Vorsitzende des Vereins „Tierfreunde Kamen.“ Die drei Katzenbabys, die im Karton hinterm Busch ausgesetzt wurden, sind nur ein Beispiel. Offenbar sind so manche Katze oder so mancher Kater ihren alten Besitzern zu viel geworden, denn „plötzlich“ sitzen kastrierte und sogar gechipte Tiere vor der Katzenstation im Schnepperfeld, die keiner mehr haben will. Die Tierfreunde suchen für diese Tiere ein neues Zuhause:
Tierfreunde Kamen – Kontakt:
02307 / 438 77 45 und
0176 55 44 32 77
Meist sind es anfangs magere und struppige, manchmal sogar kranke Tiere, die erst aufgepäppelt werden müssen. Das lohnt sich. Bestes Beispiel ist der bildschöne Flöhchen.
Das ist Flöhchen, ein wunderschöner und sehr großer kastrierter Kater. Er ist etwa acht bis neun Jahre alt und gerne draußen unterwegs. Er ist kastriert. (Foto: Patrick Opierzynski)
Flöhchen ist ein Name, der gar nicht zu dem riesigen und zutraulichen Kater passt. Doch trotz seiner Kastration markiert er alle möglichen Stellen. Möglicherweise ist das der Grund, dass er ausgesetzt wurde. „Wer weiß, was der schon erlebt hat“, sagt Regina Müller. Sie hat sich damit abgefunden, dass Flöhchen den Katzenfreunden dauerhaft erhalten bleibt. Er scheint mit diesem Schicksal äußerst zufrieden zu sein, kann durch eine Katzenklappe ein- und ausgehen und hat es sich ausgerechnet in einer Hundehütte gemütlich eingerichtet.
Doch nach Möglichkeit sollen alle Katzen, die von den insgesamt elf Tierfreunden versorgt werden, vermittelt werden. Fünf Tiere sind zudem in Pflegefamilien untergebracht, warten dort auf neue „Dosenöffner“.
Die anderen Katzen leben auf dem Bauernhof in „Einzelzimmern“ und hoffen dort auf eine neue Familie. „Unsere Katzen leben hier auch nicht wie im Paradies. Aber wir tun unser Bestes“, sagt Regina Müller. So können die Tiere durch eine Fensteröffnung in ein Freigehege gelangen; haben es deshalb oft besser als in einem Tierheim, wo mehrere Tiere in einem Käfig leben müssen. „Denn nicht alle Katzen verstehen sich untereinander. Da fliegen schon mal die Fetzen. Das ist Stress für die Tiere“, sagt Regina Müller.
Dieses Katzen-Mädchen hat noch keinen Namen: Diese hübsche Maine-Coon-Mischung ist etwa 4 bis 5 Jahre alt. Sie ist kastriert, geimpft und gechipt und lebte zuletzt im Gelsenkirchener Tierheim. Wie sie nach Kamen kam, ist völlig unklar. Sie lässt sich gerne streicheln und bürsten und döst ansonsten auf ihrem Kratzbaum. Die Möglichkeit zum Freigang nimmt sie derzeit gar nicht wahr. (Foto: Patrick Opierzynski)
Die Tierfreunde kümmern sich nicht nur um ihre „Pensionsgäste“, sondern auch um frei lebende Katzen. Die werden mit Hilfe von Futter auf das Grimberg-Gelände an der Berufsschule gelockt, eingefangen, unter Narkose kastriert und wieder freigelassen. Es geht darum, die jetzt gerade beginnende Vermehrung der Tiere möglichst niedrig zu halten.
Das alles kostet Geld: Kastrationen, Impfungen, Tierarzt-Kosten für kranke Tiere, Futter… Doch finanzielle Hilfe gibt es für die Katzenfreunde nicht – im Gegensatz etwa zum Tierheim Unna. „Wir finanzieren uns vor allem durch die Vermittlungsgebühren“, sagt Regina Müller. Und selbst die sind manchem Interessen zu hoch. Im teuersten Fall sind dies 160 Euro für ein Tier, das kastriert ist (90 bis 140 Euro Kosten), geimpft (70 Euro) und gechipt (30 Euro) ist.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die meisten Interessierten wollen ein Katzenbaby haben, kein älteres Tier, und sie wollen auf keinen Fall ein schwarzes Tier. „Unsere schwarzen Katzen können wir kaum vermitteln“, sagt Regina Müller traurig.
Kater Panther ist ein fröhlicher Zeitgenosse und spielt gerne mit Papierbällchen Fußball. Er ist kastriert und gechipt (Impfung folgt noch) und braucht seinen Freigang, um sich auszutoben. Sonst lässt er seine Energie am Kratzbaum ab. Panther ist etwa ein bis eineinhalb Jahre jung. (Foto: Patrick Opierzynski)
Kontakt zu den Tierfreunden
Regina Müller ist unter 02307 / 438 77 45 (Anrufbeantworter) und 0176 55 44 32 77 erreichbar.
Hilfe durch Futterspenden
Wer helfen will, kann Futter spenden! Boxen, in die das Futter geworfen werden kann, stehen im Kaufland Bergkamen Mitte (Nähe Geldautomat), im Rewe Bergkamen (ehemals Fruchbörse), im Rewe bei Adler in Holzwickede, und im Tiergarten Kamen (Lünener Straße).
Von Claudia Behlau
Völlig scheu sind diese beiden (!) etwa ein Jahr alte schwarzen Katzen, die noch keine Namen haben. Die ehemaligen Freigänger, die bislang offenbar noch keinen Menschenkontakt hatten, wurden mit einer Pilzinfektion eingeliefert. Mittlerweile sind sie kerngesund, kastriert, entwurmt etc. Doch die vorsichtigen Tieren verstecken sich noch lieber in der Ecke. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geduld und Liebe mitbringen… Ideal wäre ein neues Zuhause auf einem Bauernhof. (Foto: Patrick Opierzynski)
Eltern haben entschieden – Trends beim Wechsel zu den weiterführenden Schulen unverändert
Die Eltern der Bergkamener Viertklässler haben in der vergangenen Woche entschieden, welche weiterführenden Schulen ihre Kinder nach den Sommerferien besuchen werden. Eine grundlegende Trendänderung gegenüber dem Vorjahr gibt es nicht.
139 Kinder wurden für die neuen 5. Klassen der Willy-Brandt-Gesamtschule angemeldet.
Die meisten Anmeldungen gibt es mit 139 bei der Willy-Brandt-Gesamtschule. Das sind 18 mehr als 2014. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass sich unter den neuen Fünftklässler 15 Kinder im Bereich „Gemeinsames Lernen“ (GL) befinden. Rein rechnerisch werden an der Gesamtschule fünf Klassen gebildet. Die hohe Zahl von GL-Schülern wird es aber der Schulleitung ermöglichen, sechs kleinere Klassen zu bilden.
GL-Schüler gibt es in den neuen 5. Klassen am Städt. Gymnasium diesmal nicht. Die 115 Anmeldungen entsprechen in etwa denen des vergangenen Jahres. Wie der Leiter des Bergkamener Schulverwaltungsamts Andreas Kray erklärt, wird das Gymnasium wohl vier neue Klassen bilden.
Zusammengenommen stellen die neuen Bergkamener Realschüler mit insgesamt 149 Anmeldungen die stärkste Gruppe. Davon werden 70 die Freiherr-vom-Stein-Realschule und 79 die Realschule Oberaden besuchen. Hier werden wie im Vorjahr jeweils drei neue 5. Klassen gebildet.
470 Kinder wechseln von Grundschule zu den weiterführenden Schulen. Bei 50 fehlen Kray noch die Angaben zu den aufnehmenden Schulen. Darunter auch von den Gymnasien in Werne und Kamen. Das ist auch kein Wunder: Am Rosenmontag ruht bei den meisten weiterführenden Schulen der Betrieb.
VKU-Busse weichen den Rosenmontagszügen in Dortmund und Werne aus
Wegen des Karnevalsumzugs in Dortmund können am Rosenmontag zwischen 13 und 19 Uhr die Haltestellen Franz-Zimmer-Siedlung, Reinoldikirche und Dortmund ZOB vom VKU-SchnellBus S30 nicht bedient werden.
Die Dortmunder Innenstadt ist für den Verkehr komplett gesperrt. Stattdessen fährt die SchnellBus-Linie S30 zur U-Bahn-Haltestelle Grevel. Von hier gehts mit der U42 direkt in die Westfalenmetropole bzw. zurück.
Auch in Werne wird am Rosenmontag gefeiert. Wegen des Karnevalsumzugs können ab 12.30 Uhr bis Betriebsende die Haltestellen Werne Stadthaus, Neutor und Markt nicht bedient werden. Als Ersatz halten die Busse in dieser Zeit auf der Bahnhofstraße in Höhe der Konrad-Adenauer-Realschule.
Wenn Rosenmontag die Korken knallen und Konfetti fliegt, können die VKU-Busse im Grundsatz nach dem normalen Werktags-Fahrplan genutzt werden. Allerdings gibt es einige Einschränkungen mit den Fahrten, die nur an Schultagen fahren. Unser Tipp: informiert Euch über Eure Fahrt unter www.vku-online.de/auskunft
15.000 Römern, 2.000 Jahren und einem Lager in Oberaden auf der Spur
Mitten in der Siedlung stand das Osttor. Ein paar Meter weiter erleichterten sich die 15.000 bis 17.000 römischen Soldaten in der Latrine – dem Massenklosett. Viel ist mit dem bloßen Auge nicht mehr vom einst größten Römerlager nördlich der Alpen in den Oberadener Straßenzügen zu erkennen. Deshalb nutzten am Sonntag auch viele das Frühlingswetter, um sich von Katharina Fuchs und einer Führung durch den Römerpark Nachhilfe geben zu lassen.
Augustus wies nicht nur seinen Legionen, sondern auch den Teilnehmern der Führung am Sonntag den Weg.
Die Kunsthistorikerin und Museumspädagogin gab den 17 Neugierigen im Angesicht von Kaiser August in der Römerabteilung des Museums zunächst wertvolles Basiswissen mit auf dem Weg. Dass das Lager mit 56 Hektar rund 100 Fußballfelder umfasste, erstaunte einige. Auch schien der Alltag hier abseits der luxuriösen Principia (Stabsgebäude), des Prätoriums (Sitz des Oberbefehlshabers des Lagers) und der übrigen Villen, die von den Archäologen entdeckt wurden, wenig bequem gewesen zu sein. Der gemeine Legionär musste seine Ausrüstung selbst bezahlen und die winzigen 14 m² der Holzbaracken mit sieben Kameraden teilen. Auch die in der Oberadener Erde entdeckten Datteln und der aus fernsten Ländern importierte Pfeffer dürfte eher bei der Lager-Elite für Gaumenfreuden gesorgt haben.
Feldzeichen, Lagermodell und noch viel mehr: Die Römerabteilung zeigt anschaulich, wie das Römerlager aussah.
Allein das acht bis zwölf Kilo schwere Kettenhemd aus 30.000 Ösen wird auf den bis zu 20 km langen täglichen Märschen wenig Freude bereitet haben. Ob das Pferdehaar, das den immer auch gut drei Kilo schweren Helm zierte, tatsächlich das Schwert der Angreifer abgleiten ließ, konnte nicht ausprobiert werden. Dafür machten Modelle des Lagers, seines Grabens und der Lagerzelte vieles anschaulich. Der Anblick des imposanten Feldzeichens samt Nachbildung seines fellgeschmückten Trägers ließ erahnen, warum die Römer dessen Diebstahl den Sugambrern sehr übel nahmen und aufgrund eines energischen Feldzuges überhaupt erst in der Region präsent wurden.
Nach zwei Jahren war alles vorbei
Die Sugambrer, die Ureinwohner der Region, waren schnell mittels militärischer Überzeugungskraft in ihre Schranken gewiesen und kurzerhand umgesiedelt worden. Schon nach zwei Jahren wurde das 11 v. Chr. durch Drusus errichtete Lager wieder aufgegeben. „Es wurde von den Römern selbst zerstört“, klärte Katharina Fuchs die Zuhörer auf. Verbrannte Erde, vergiftete Brunnen hinterließen die Eroberer, als sie ihren Rückzug antraten. Die Spuren des Lagers sind jedoch bis heute zu sehen.
Imposant ist der Nachbau der Holz-Erde-Mauer mit ihrem Turm.
2,7 Kilometer lang war die Holz-Erde-Mauer, die das Lager umgab. Vom Osttor kündet jedoch nur eines der Schilder des Römerpfades, dem die Gruppe dann bei strahlendem Sonnenschein folgte. Vorbei an der wenig bequemen, dafür mit beeindruckendem Wassersystem ausgestatteten Latrine ging es zur Rekonstruktion der Holz-Erde-Mauer. Mit dem Blick auf die noch im Gelände sichtbaren Spuren der „echten“ Mauerreste konnten die Besucher nachvollziehen, dass für Eindringlinge ein Überwinden kaum möglich war. Vier bis fünf Meter breit und drei bis vier Meter tief war der Spitzgraben, der dem mächtigen Mauerwerk vorgelagert war. Alle 25 Meter wachten zwei Soldaten auf den Wachtürmen über alles, was sich vor dem Lager abspielte – unter Androhung schlimmster Strafen, wenn sie ihren Posten verließen. Ein spannender Ausflug in die mehr als 2.000 Jahre alte Vergangenheit, bei dem die Besucher sich vieles durch eigene Anschauung selbst erschließen konnten.
Römerpark4
Römerpark3
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Am Eingang zur Halde: Aus Schlammwüste wird ein schicker Parkplatz
Brandstifter haben vor drei Wochen die Baustelle auf der Adener Höhe lahmgelegt. Wichtige Unterlagen und auch technisches Gerät gingen in dem Bauwagen in Flammen auf. Recht weit fortgeschritten sind hingegen die Arbeiten am Parkplatz am Haldenfuß an der Erich-Ollenhauer-Straße.
Hier entsteht der neue Haldenparkplatz.
Dieser Parkplatz, der auch Haupteingang zur Bergehalde Großes Holz und damit auch die „Visitenkarten“ für dieses Erholungs- und Freizeitgelände ist, befand sich über Jahre in einem jämmerlichen Zustand. Daran änderte auch der zwischenzeitliche Versuch wenig, mit Schotter ein wenig aufzuhübschen.
Der Untergrund hat einfach den vielen Autos nicht standgehalten, mit denen die Besucher aus der Region anreisen. Es hatten sich tiefe Schlaglöcher gebildet. Nach Regenwetter war es wirklich kein Vergnügen, über diese Matsche zu laufen.
Wer jetzt den Eingangsbereich in Augenschein nimmt, wird zufrieden feststellen: Diese Zeiten sind bald vorbei. Eine Tiefbaufirma gestaltet ihn völlig neu. Dort, wo über Jahrzehnte lediglich Schotter lag und zu den unangenehmen, oben beschriebenen Begleiterscheinungen führte, wird zurzeit ein Pflaster aus dicken Steinen verlegt.
Übers Wochenende ist die Baustellen durch einen Stahlmattenzaun abgesichert. Das verhindert zwar, dass dort keine Autos abgestellt werden. Für Jogger, Walker, Wanderer und Spaziergänger stellt der Zaun kein Hindernis dar. Das zeigte sich am Sonntag. Der schöne Wetter trieb viele Bergkamener nach draußen und damit auch auf die Halde.
Mehr zu den Bauarbeiten auf der Halde erfahren sie hier.
Oberadener Realschülerinnen entwickeln sich zu Afrika-Expertinnen
Ein tolles Projekt fand jetzt an der Realschule Oberaden ein Ende. Während der zehnwöchigen Projektphase trafen sich fünf Schülerinnen einmal wöchentlich mit Janina Cordbrüning (25), einer Studentin der TU Dortmund, um über Fragen rund um Afrika nachzudenken: Wo ist Afrika? Wie groß ist der Kontinent? Wie viele Sprachen werden dort gesprochen und wie weit liegen Afrika und Europa eigentlich auseinander?
Dass Afrika der zweitgrößte Kontinent nach Asien ist, dort über 2500 Sprachen gesprochen werden und die kürzeste Distanz zu Europa bei nur 14km liegt, war den Schülerinnen zunächst nicht bewusst. Kriege, Krisen und halb verhungerte Kinder oder Safaris im Sonnenuntergang – mehr scheint es dort oft nicht zu geben! Aber bei über 50 Ländern und einer Milliarde Menschen kann das doch nicht alles sein.
Abschlussveranstaltung zum Afrika-Projekt an der Realschule Oberaden.
Die Realschülerinnen entwickelten sich zu Afrika-Expertinnen und produzierten kleine Videofilme, die zeigten, wie vielseitig Afrika ist. Die Filme wurden bei der Abschlussveranstaltung präsentiert.
Um Afrika auch von einer afrikanischen Perspektive aus zu betrachten, war eine besondere Referentin in der Realschule zu Gast. Miora Ratsimba, Germanistik-Studentin an der Université d’Antananarivo in Madagaskar von der afrikanischen Ostküste stellte den Schülern ein Land vor, dass bei uns hauptsächlich durch die gleichnamigen Animationsfilme bekannt ist.
“ Vielen Dank an Frau Ratsimba für den faszinierenden Einblick in ein facettenreiches Land und großes Lob an die Schülerinnen Laura Freisendorf, Laura Kokot, Leona Happe, Franziska und Joanna Latte für ihre sehenswerten Videofilme“, so die Schulleitung zu diesem spannenden Unterrichtsprojekt..
Theaterfestival ist auch zum Jubiläum ganz und gar einmalig
Die halbe Stunde auf der Bühne war viel zu kurz. Hugo (5) könnte noch viel länger seine Doppelrolle als Indianer und Pirat mit Leben füllen. Eigentlich sollten ja die Vorschulkinder der Kita „Sprösslinge“ die Geschichte vom verwunschenen Buch aufführen. Hugo war von dem Tanztheater jedoch so begeistert, dass er unbedingt mit auf die Bühne des Theaterfestivals wollte.
Eine spannende Geschichte hatten die Kita „Mikado“ zu erzählen: Eine Zeitreise durch die Musik.
Seit zwei Jahrzehnten bietet der Stadtjugendring jetzt allen Kindern und Jugendlichen einmal im Jahr eine große Bühne und ein riesengroßes Publikum. Mehr noch: Seit 20 Jahren können auch kleine Gruppen oder Kindertagesstätten hier zeigen, was in ihnen steckt – im höchst professionellen Umfeld. „Das ist wichtig und das liegt uns am Herzen“, betont der Vorsitzende Marcel Pattke. Dafür haben sich gut 20 Ehrenamtliche zusammen mit vielen weiteren Helfern zum „Jubiläum“ gleich zwei Tage lang mit vollem Einsatz engagiert. Ein Jahr lang wurde geplant. Nach diesem Festival starten schon wieder die Planungen für das nächste.
Nach Afrika entführten die „Tausendfüßler“ die Besuche – wilde Tiere inklusive.
Hugo weiß von all dem wenig. In einem Aspekt ist er sich aber sicher: „Aufgeregt bin ich gar nicht!“Und die Geschichte der Kita „Sprösslinge“ ist richtig spannend. Da kommen lauter Märchenfiguren einmal im Jahr aus ihrem Buch heraus und veranstalten eine ebenso aufregende wie kunterbunte Nacht. Die Kostüme haben die Kinder von der Piratenflagge bis zum kleinsten Utensil selbst gemacht. Inzwischen gibt auch der eigene Theater-Fundus einiges her – schließlich ist die Kita schon seit mindestens acht Jahren beim Theaterfestival dabei. „Wir waren diesmal aufgeregter als die Kinder“, schildert die stv. Leiterin Ulrike Bechatzek.
Aufgeregt war auch Max Matthies vor vielen Jahren, als er mit der Schillerschule selbst auf der Bühne des Theaterfestivals stand. In diesem Jahr ist er zum ersten Mal an ganz anderer Stelle mit von der Partie. Für das Jugendrotkreuz hat er beim Aufbau mitgeholfen, Kabel verklebt. Jetzt steht er hinter dem imposanten Kuchenbüffet, das die übrigen Mitglieder mit selbst gebacken Spenden bestückt haben. Für seinen Kameraden Jan Wienhoff ist dieses Jubiläumsfestival eine echte Premiere: „Ich war überhaupt noch nie dabei – weder als Besucher noch als Akteur“, gibt er zu. „Das ist schon eine tolle Sache.“
Tosender Applaus und Urkunden für alle
So schnell vergessen wird auch Tommy dieses Theaterfestival nicht. Seit eineinhalb Jahren gehört er zu den acht Jugendlichen, die über den Kulturrucksack im Jugendzentrum Kamen Moderation und Improtheater lernen. Zwei Mal in der Woche wird geübt. So erfolgreich, dass die Gruppe inzwischen fest gebucht ist für die Moderation auf der Bergkamener Bühne. Aufgeregt ist Tommy trotzdem, wenn er mit Teamleiter Michael Wrobel vor den Vorhang ins Scheinwerferlicht tritt, um die nächste Gruppe anzukündigen. Da entfleucht ihm schon mal ein „frohes neues Jahr“. Dafür gibt es tosenden Applaus.
14 Gruppen, mehr als 250 Akteure: Das Theaterfestival zum „Jubiläum“ sprengt alle Rekorde. Freie Sitze im Publikum waren rar. Der Andrang war so groß, dass der Stadtjugendring zwei Tage für das Ereignis reserviert hat. Pfadfinder, DLRG, Jugendrotkreuz und die Jugendgruppe der „Volksbühne 20“: Groß war auch die ehrenamtliche Unterstützung für das ungewöhnliche Theaterfest, das längst aus der Bergkamener Kulturwelt nicht mehr wegzudenken ist.
Nicht mehr wegzudenken sind die Auftritte vor diesem Publikum auch für die Initiative Down Syndrom – obwohl die Tanztheater-Gruppe eigene Veranstaltungen organisiert. Für diesen Tag haben die Kinder und Jugendlichen mit und ohne Down Syndrom sogar innerhalb eines Monats ein ganz neues Stück eingeübt. Es wurden Sonnen gebastelt, Eis am Stil aus bunter Pappe geschaffen, ein riesiges Plakat gemalt und Lieder ausgesucht, damit das Motto der Show wahr wird: „Lass die Sonne in dein Herz“. Trotz regelmäßiger Proben zwei Mal im Monat und so viel Theatererfahrung „sind wir ganz schon aufgeregt“, ruft die Gruppe vor ihrem Auftritt wie aus einem Mund. Die Nervosität war ganz unnötig: Am Ende gab es auch für sie tosenden Applaus und wie für alle Teilnehmer eine schöne Urkunde als Andenken.
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Mit Rolf Escher Sehnsuchtsorte und neue Wirklichkeiten entdecken
Er ist Geheimnissen auf der Spur. Wenn der Spiegel im venezianischen Spiegelsaal blind bleibt, die Gebäude um den Berliner Dom verschwimmen oder die Vögel im Vogelsaal des Bamberger Naturkundemuseums nur Schemen sind, dann hat Rolf Escher Entdeckungen gemacht, die erst auf den dritten oder vierten Blick auffallen. In der Galerie „sohle 1“ zeigt er seinen Blick auf seine ganz persönlichen Sehnsuchtsorte – und auf „Erinnerungsräume – Von Berlin bis Venedig“.
Rolf Escher vor einem seiner „Sehnsuchtsorte“: Venedig mit dem Markusdom.
„Ich war schon über 20 Mal in Venedig“, erzählt der 78-jährige gebürtige Hagener, „aber ich entdecke die Orte immer noch mit anderen Augen.“ Räume interessieren den Mann, der nach der Begrüßung von Bürgermeister Roland Schäfer „einer der renommiertesten Zeichner und Künstler unserer Gegenwart ist“. Weniger die Räume selbst als „das Raumerlebnis“ üben die Faszination aus – ob in einer alten Buchhandlung in Porto oder im Arbeitszimmer von Annette von Droste-Hülshoff in Merseburg. „Ich arbeitet in den Räumen selbst, setze mich dem Ort, seiner Stimmung, den wechselnden Lichtern und den Augenblicken aus“, erzählt er. „Dabei gerät der Raum in Bewegung. Diesen Prozess versuche ich zu beschreiben.“ Dafür ist Bergkamen vielleicht der perfekte Ort. Hier hat Rolf Escher 1976 schon seine Zeichnungen präsentiert – Stillleben in den Schaufenstern Bergkamener Geschäftsleute. „Damals habe ich Bergkamen als Ort der Kunst kennengelernt“, betont er. 2007 dann eine erneute Ausstellung mit Ergebnissen seiner vielen Reisen. Sieben Jahre später hat er 70 Werke mitgebracht. „Es ist mir eine Ehre, dass ich eine der letzten Ausstellungen unter der Leitung von Barbara Strobel gestalten darf“, sagt er, der „dem Haus sehr verbunden ist“.
Zur Vernissage gab es auch ein Gläschen – mit Eschers Kunst im Hintergrund.
Was er jetzt in seinen Zeichnungen präsentiert, wenn er zunächst die Linien mit der Zeichenfeder setzt und mit dem Aquarellpinsel „das Atmosphärische, die Tiefe der Räume“ ausdrückt, zeigt etwas Neues. Der Kunstkritiker, Freund und jahrzehntelange Wegbegleiter Dirk Schwarze formuliert es so: „Er ist sehr viel farbiger geworden“, „sein Blick ist konzentrierter, einheitlicher“, wenn er auch neue Sehnsuchtsorte wie die Kunst- und Wunderkammern oder Naturalienkabinette für sich entdeckt. Er lenkt den Betrachter ab von dem, worauf sich der Blick konzentrieren will – und verführt ihn gleichzeitig dazu, das zu sehen, was nicht zu sehen ist. Das Spiel mit dem „anderen Realitätsbezug“ und den unterschiedlichen „Auffassungen der Wirklichkeit“ in ein und derselben Themenreihe machen den Reiz bei Rolf Escher aus. Seine Werke hängen nicht nur im Büro des Bürgermeisters, sondern sind auch in der Artothek der Galerie „sohle 1“ zu finden, wo sie für kleines Geld auszuleihen sind. Wer sich die Bilder mit Preisen bis 4.500 Euro nicht leisten kann, dem bietet der Katalog vorerst Abhilfe. Oder ein weiterer Besuch in der Ausstellung, die noch bis zum 8. Juni zu sehen ist. Außerdem gibt es am Sonntag, 23. März, von 15 bis 17 Uhr die Gelegenheit zu einem Künstlergespräch mit Rolf Escher.
Rolf Eschers Kunst ist auch hinter Vitrinen zu sehen: Seine Zeichenbücher.
Die Ausstellung ist übrigens auf anderem Gebiet eine echte Premiere. Zum ersten Mal ist Bayer HealthCare Bergkamen als Kooperationspartner zusammen mit der Städt. Wessenberg-Galerie Konstanz bei einer Ausstellung im Stadtmuseum präsent. Weil „unsere eigenen Räume bedingt durch die vielen Sicherheitsbestimmungen nicht wirklich optimal sind für die Öffentlichkeit“, formulierte es Standortleiter Dr. Stefan Klatt. Bayer stellt damit die eigenen Ausstellungen, die bislang zwei bis drei Mal im Jahr vor allem regionale Künstler unterstützten, ein – bleibt aber seiner „Schwäche für die Kunst“ treu, indem die Kooperationen mit der Galerie „sohle 1“ auch über die nächsten Ausstellungen fortgesetzt werden. „Das bringt Vorteile für alle Beteiligten.“
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Nicht einfach nur betrachten sollen die Besucher - sie sollen auch rätseln.
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Sven Bergmann und Uli Bär sorgten für den musikalischen Rahmen.
Escher7
Blumen gab es von Barbara Strobel für Rolf Escher.
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Die künstlerische Einführung von Dirk Schwarze forderte auch Körpereinsatz beim Betrachten der beschriebenen Bilder.
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Dirk Schwarze erläuterte als Kunstkritiker und Weggefährte das Schaffen von Rolf Escher.