Bergbauerschütterungen in Rünthe unzumutbar? – Ein Gutachter soll es nun klären

Eigentlich hatte Richterin Marie Rocznik die Beteiligten in Sachen Schadensersatz für einen Rünther Hauseigentümer nach Bergbauerschütterungen an diesem Montag (7. Juli) zum nächsten Verhandlungstermin eingeladen. Doch das Amtsgericht Kamen hat diesen Termin abgesagt. Stattdessen hat es hat den Sachverständigen Prof. Dr.-Ing. Dieter Heiland aus Bochum beauftragt, ein Gutachten zu erstellen.

Einfach nur idyllisch: die Taubenstraße in Rünthe
Taubenstraße in Rünthe wohnt der Kläger. Dort befand sich auch eine Messstelle für Erschütterungen.

Bergbaubedingte Erschütterungen müssen Menschen nach bisheriger Rechtsprechung als gegeben hinnehmen, die in einer Bergbauregion wohnen. Chancen auf einen Schadensersatz bestehen nur dann, wenn die Erschütterungen in unzumutbarer Weise über das gewohnte Maß hinausgehen. Das hatte die Richterin in dem ersten Verhandlungstermin am 5. Mai den Verfahrensbeteiligten klar gemacht.

Ob die in Rünthe erlittenen Erschütterungen, die nach Aussage der Rechtsanwältin des Klägers zu Angstattacken und Schlafstörungen geführt haben, tatsächlich unzumutbar waren,  soll nun der Gutachter klären. Dieter Heiland ist Lehrbeauftragter an der Universität Bochum und Geschäftsführer des Ingenieursbüros Heiland & Mistler.

Weitere Infos zum ersten Verhandlungstag in diesem Zivilstreit gibt es hier.




Abenteuer Kindercamp macht viel mehr Spaß als Fußball und Handys

„Der hat dauernd die Taschenlampe angemacht – ich konnte gar nicht richtig schlafen“, meint Lara und reibt sich müde die Augen. Kurz darauf tobt sie mit ihrem roten T-Shirt ausgelassen über die Wiese an der Erich-Ollenhauer-Straße und fängt einen Fliehenden aus der „gelben Gruppe“ nach dem anderen. Offenbar hat sie in der ersten Nacht im Kinderzeltlager doch noch genug Schlaf bekommen, um zur Höchstform aufzulaufen. Wie die übrigen 27 Kinder.

Eine geballte Portion Lebensfreude: Das Kindercamp 2014 hat begeistert.
Eine geballte Portion Lebensfreude: Das Kindercamp 2014 hat begeistert.

Eine Mütze Schlaf brauchten allerdings die sechs Betreuer vom Pfadfinderstamm Pendragon am Wochenende. „Viele Kinder waren zum ersten Mal dabei und entsprechend aufgeregt“, meint Christian. Entsprechend häufig war sein Einsatz gefragt und entsprechend kurz war die Nacht für ihn. Kein Wunder, schließlich warteten aufregende Abenteuer auf alle Sechs- bis Zwölfjährigen und die Spannung war groß. Schon der Aufbau am Freitag hielt Überraschungen bereit. Die Zelte waren in Rekordzeit aufgebaut – manche sogar deutlich vor dem offiziellen Beginn. „Die meisten Väter wollten das WM-Viertelfinale sehen“, erzählt Organisator Christian Scharwey von den städtischen Streetworkern lachend. Andere bauten regelrechte Luxus-Behausungen mit integrierten Lampen und Platz für ein ganzes eigenes Zeltlager auf.

Wenn Fußball und Handys plötzlich keine Rolle mehr spielen

Eine coole Socke: Melanie zeigt das, was sie im Camp-Workshop gebastelt hat.
Eine coole Socke: Melanie zeigt das, was sie im Camp-Workshop gebastelt hat.

Für die Kinder dagegen spielte der Fußball ausnahmsweise überhaupt keine Rolle. Niemand forderte einen Fernseher ein, auch die zuvor abgelieferten Handys vermisste keiner. Der herüberschwappende Jubel genügte völlig, um über den Sieg der deutschen Mannschaft vollauf informiert zu sein. Viel spannender waren die neuen Gesichter, die es bei Namensspielen kennen zu lernen galt. Auch die Workshops hielten viele Abenteuer bereit. Eigene T-Shirts wollten gestaltet werden, Duftseifen wurden hergestellt und jeder konnte sich seine eigene Handpuppe basteln. „Das ist eine Hippie-Socke“, erläutert Jana ernst und lässt die bunten Locken aus Wolle fliegen. „Meine Socke ist eine Facebook-Socke“, erklärt Jonas fachmännisch sein blau behaartes Exemplar.

Auch Waschen kann Spaß machen - in einer tollen Gemeinschaft.
Auch Waschen kann Spaß machen – in einer tollen Gemeinschaft.

Kreativität forderte auch der zweite Zeltlager-Tag nach dem Waschen und gemeinsamen Frühstück. Jede Gruppe bekam Lebensbänder und eine eigene Fahne, die es im angrenzenden Wald zu verstecken und gegen die jeweils andere Gruppe zu verteidigen galt. Da tat eine Abkühlung deutlich Not, denn die Sonne hatte hinter dicken Wolken immer noch reichlich Kraft. Also ging es gemeinsam ins Schwimmbad, bevor der Grill und das Lagerfeuer angeheizt wurden und über die Leinwand das exklusive Camp-Kino flimmerte.

 

„Am besten finde ich alles!“: Ein voller Erfolg

Spätestens jetzt waren die meisten so müde, dass trotz des nächtlichen Regens deutlich mehr Schlaf aus der zweiten Camp-Nacht herauszuholen war. Justin (12) ist jedenfalls hellauf begeistert. „Das ist toll hier“, meint er, der mit Freunden zum ersten Mal am Kinderzeltlager teilnimmt. „Am meisten Spaß haben bis jetzt die Spiele gemacht – und aufs Schwimmen freue ich mich auch!“, sagt er. Dayna (8) ist ebenfalls zum ersten Mal dabei und findet „alles am besten“. Auch sie freut sich auf das Schwimmen und viel mehr noch auf den Kino-Abend.

Vorbereitung für das große Verfolgungsspiel im Wald.
Vorbereitung für das große Verfolgungsspiel im Wald.

Zum zweiten Mal findet das Kinderzeltlager in Kooperation zwischen dem Bergkamener Jugendamt und dem Pfadfinderstamm Pentragron statt. Das Angebot selbst gibt es schon so lange, dass sich niemand genau dran erinnern kann, wann es eigentlich angefangen hat. Eines jedenfalls steht fest: Seine Faszination und seinen Zauber hat das Zeltlager auch nach vielen Jahrzehnten nicht verloren. Manche Eltern forderten sogar ein Zeltlager nur für die Eltern, „weil das Programm so toll ist“. Und: Hier finden sich Freunde fürs Leben.




Schulentlassfeier bei der VHS Bergkamen

Während ihrer Schulzeit sind sie gescheitert. Doch jetzt haben 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Lehrgängen der Bergkamener Volkshochschule es geschafft, sich einen Schulabschluss zu erarbeiten. Vier von ihnen haben sogar die Möglichkeit, in der gymnasialen Oberstufe das Abitur zu erreichen.

Die VHS Bergkamen bietet seit mehr als 25 Jahren Lehrgänge zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen an. Dabei handelt es sich um staatlich anerkannte Schulabschlüsse für den Hautschulabschluss nach Klasse 9 und 10 und den Mittleren Schulabschluss (vormals Fachoberschulreife). Seit einigen Jahren werden auch im Zweiten Bildungsweg wie an den Regelschulen sogenannte „Zentral organisierte standardisierte Abschlussprüfungen (ZOSP)“ durchgeführt.

Die erfolgreichen Teilnehmer an den Schulabschlusslehrgängen der Bergkamener VHS.
Die erfolgreichen Teilnehmer an den Schulabschlusslehrgängen der Bergkamener VHS.

„In diesem Jahr haben 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich an den Lehrgängen teilgenommen“, freut sich Sabine Ostrowski, Leiterin der Volkshochschule. Den Hauptschulabschluss haben 8 Teilnehmende bestanden, von denen sechs direkt nach den Sommerferien in den Lehrgang für den Erwerb des Mittleren Schulabschlusses, also den nächsthöheren Schulabschluss, wechseln. Den Mittleren Schulabschluss haben jetzt 16 Teilnehmende bestanden, davon vier mit Qualifikationsvermerk. Dieser Qualifikationsvermerk ist die Eintrittskarte in die gymnasiale Oberstufe, um entweder ein Fachabitur oder ein Vollabitur zu erwerben.

Anmeldung bei der VHS lohnt sich immer

Seit Januar 2014 läuft bereits die Anmeldephase für die Lehrgänge bei der VHS im Schuljahr 2014/2015, die am 25. August starten. Es handelt sich um Abendlehrgänge, die jeweils montags bis freitags in der Zeit von 17:15 bis 21:15 Uhr durchgeführt werden. Der Unterricht erfolgt durch Lehrerinnen und Lehrer, die vormittags an Schulen der Sekundarstufe I (5.-10. Klasse) oder der Sekundarstufe II (5.-12. Klasse) tätig sind und mit viel Engagement und hoher Motivation den Zweiten Bildungsweg stützen.

Oftmals ist das Angebot der VHS die letzte Chance für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den Schulabschluss nachträglich zu erwerben. Pro Schuljahr kann die VHS Bergkamen 50 Teilnehmende aufnehmen, das heißt, pro angebotenem Lehrgang 25 Personen. Die Nachfrage ist in jedem Jahr sehr groß. Zum jetzigen Zeitpunkt haben sich für den Erwerb des Hauptschulabschlusses bereits 22 Personen angemeldet. Somit gibt es zurzeit in diesem Lehrgang noch drei verfügbare Plätze. Der Lehrgang für den Mittleren Schulabschluss ist bereits ausgebucht und die VHS führt eine Warteliste. In jedem Schuljahr tritt die Situation auf, dass angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich kurzfristig aus unterschiedlichsten Gründen wieder abmelden, so dass dann ein Nachrücken von der Warteliste in der Reihenfolge der eingegangenen Anmeldungen möglich ist.

„Eine Anmeldung lohnt sich also auch, wenn die Lehrgänge bereits ausgebucht sind“, sagt Sabine Ostrowski. Für die Anmeldung ist ein persönlicher Gesprächstermin mit der Schulleiterin zu vereinbaren. Dazu sind die letzten Zeugnisse, ein kurzer Lebenslauf und 20 € Anmeldegebühr mitzubringen. Die Anmeldegebühr wird nach Beendigung der Probezeit wieder erstattet.

 

Die Lehrgänge selbst sind kostenfrei. Die Schulleiterin, Frau Ostrowski, ist unter der Telefonnummer 02307/284951 montags bis freitags von 08.30 – 12.00 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 14.00 – 16:00 Uhr zu erreichen.

 

„Die VHS Bergkamen freut sich über jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer, die oder der sich auf den Weg macht, um einen Schulabschluss nachzuholen oder zu verbessern. Durch den Erwerb eines Schulabschlusses steigen die Chancen auf einen qualifizierten Ausbildungsplatz und einen gelungenen Einstieg in die Erwerbswelt“, sagt Sabine Ostrowski.




Lions Club BergKamen unterstützt Gesamtschüler bei der Berufswahl

Über 180 junge Bergkamener haben in den vergangenen Tagen ihre Abiturzeugnisse erhalten. Bei der großen Mehrheit ist klar, wie es weitergeht. Sie werden studieren oder in eine Ausbildung starten. Damit die Entscheidungsprozesse nicht zu schwer werden, haben sie jede Menge Unterstützung von ihren Schulen erhalten. Sowohl das Gymnasium als auch die Willy-Brandt-Gesamtschule haben das „Qualitätssiegel Schule – Beruf“ erworben.

Schon seit Jahren erhält hier die Gesamtschule Unterstützung vom Lions Club BergKamen. Praktiker aus dem Berufsleben stehen den Schülern des 11. Jahrgangs Rede und Antwort. So auch am Mittwoch.

Michael Blumrich vom Lions Club BergKamen informiert über die Berufe in einen Steuerberatungsbüro.
Michael Blumrich vom Lions Club BergKamen informiert über die Berufe in einen Steuerberatungsbüro.

Einer, der aus dem Nähkästchen plauderte, war der Kamener Steuerberater Michael Blumrich. Seine Kanzlei bildet Steuerfachgehilfen aus. Er erklärte den Jugendlichen aber auch, welchen Weg man einschlagen muss, um den wesentlich besser dotierten Beruf des Steuerberaters zu ergreifen.

Auf die Durchschnittsnote kommt es nicht so an

Was sicherlich auf die Schülerinnen und Schüler beruhigend wirkte: Mathegenies müssen sie nicht sein. „Dafür haben wir im Büro unsere Computer“, erklärte Michael Blumrich. Und Abiturienten müssen auch nicht unbedingt mit einer hervorragenden Durchschnittsnote glänzen. „Das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge ist wesentlich wichtiger.“

Mindestens genauso wichtig ist es, dass die jungen Leute sich richtig präsentieren. Die schriftliche Bewerbung, ob nun klassisch auf Papier oder online, dürfe eins nicht haben: Rechtschreibfehler. „Diese Bewerbungen werden sofort aussortiert.“ Und kommt es dann zum Vorstellungsgespräch, müssen die Bewerber beim künftigen Arbeitgeber einen richtig guten Eindruck hinterlassen.

Lions Club hilft, den richtigen Weg zu finden

Wesentlich steiniger und länger ist der Weg, wenn man Steuerberater werden will. Vorgeschaltet ist ein Studium, in der Regel Betriebswirtschaftslehre oder Jura mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht. Danach kommen noch zwei Jahre Praxis bis zur Prüfung. „Die ist hammerhart. Die Durchfallquote liegt bei 50 Prozent“, berichtete Michael Blumrich. Hier sei aber der Verdienst viel besser und es sei ein krisenfester Beruf.

Ähnlich sind auch die anderen Gesprächsrunden verlaufen mit Praktikern von Bayer, der Verpackungsfirma MBK, der Sparkasse oder der Bergkamener Stadtverwaltung. Wichtig sie, dass die Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur die richtige Ausbildung oder den richtigen Studiengang wählen, betonte Schulleiterin Ilka Detampel. Ein Abbruch, weil es doch nicht das Richtige ist, sei immer schlecht. Für die Betroffenen, weil sie eine Lücke haben in ihrer Biografie und auch für die Volkswirtschaft.




42 Studie­rende der Bergkamener Fachschule für Technik erhielten ihr Abschlusszeugnis

Am Berufskolleg Fachschule für Technik in Bergkamen erhielten jetzt 42 Studie­rende ihr Abschlusszeugnis aus der Hand des Stellv. Schulleiters Jürgen Artmann.

Die erfolgreichen Teilnehmer der Fachschule für Technik am Berufskolleg des TÜV Nord in Weddinghofen
Die erfolgreichen Teilnehmer der Fachschule für Technik am Berufskolleg des TÜV Nord in Weddinghofen

In der Fachrichtung Maschinenbautechnik haben 27 Absolventen den Staatlich geprüften Techniker erworben, davon neun auch die Fachhochschulreife. Bei den Elektrotechni­kern können sich 15 Absolventen über ihren Abschluss freuen, davon vier mit FH-Reife. Sie können jetzt unmittelbar in die betriebliche Praxis einsteigen oder das Studium an einer Fachhochschule aufnehmen.

In jedem Fall haben sich die Teilnehmer mit der Aufstiegsqualifikation zum Staatlich geprüften Techniker sehr gute berufliche Perspektiven erarbeitet.

Das Foto zeigt die stolzen Absolventen mit ihren Lehrkräften. Die Prüfungsbesten konnten sich außerdem über ein Buchgeschenk als Anerkennung freuen.

Am 20. August starten am Berufskolleg in Bergkamen die nächsten zweijährigen Techniker-Bil­dungsgänge in den Fachrichtungen Maschinenbau- und Elektrotechnik. Es sind noch einige wenige Plätze frei. Infos unter 02307-966-117 oder http:\\www.bko-bkf.de.




Stadt erfreut: Bergkamen hat Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien

Der Verwaltungsvorstand unter Leitung des Bürgermeisters Roland Schäfer hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der aktuellen Bilanz beim Einsatz von erneuerbaren Energien in Bergkamen beschäftigt. Der Erste Beigeordnete Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters berichtete erfreut, dass inzwischen die in der Stadt erzeugte Energiemenge aller erneuerbaren Energiearten um ca. 7,5 % höher liege als der Gesamtenergieverbrauch in ganz Bergkamen.

Mehr als ein Windrad ist laut Gutachten auf dem Galgenberg nicht möglich.
Die Windenergie wird künftig in Bergkamen eine größere Rolle spielen. Zweit weitere zu dem auf dem Galgenberg sind in Planung.

„Betrachtet man den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch liegt die Stadt Bergkamen auf Kreisebene mit großem Abstand an erster Stelle“, betont Peters. Ein Großteil der erneuerbaren Energie werde sicherlich durch das 2005 in Betrieb genommene Biomasse-Kraftwerk der RWE in das öffentliche Stromnetz eingespeist, aber auch die Solarstromerzeugung oder die Stromerzeugung durch Grubengas spiele in Bergkamen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der gesamte kommunale Gebäudebestand sowie die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet werde zudem mit Strom aus Wasserkraft versorgt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Einspeisungen aus erneuerbaren Energien in das Verteilnetz  der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) in Bergkamen für das Jahr 2013:

 

2011

Anzahl

installierte Leistung

Erzeugung

 Biomasse

1

20,00 MW

127.650 MWh

 Deponiegas

1

0,80 MW

717 MWh

 Grubengas

2

4,70 MW

27.757 MWh

 Solar

562

7,60 MW

5.797 MWh

 Windenergie

1

0,80 MW

1.166 MWh

 Gesamt

567

33,90 MW

163.087 MWh

Tab.1:  Einspeisungen aus erneuerbaren Energien ins Verteilernetz  der GSW (Quelle GSW, Stand 31.12.2013)

Nach Auskunft der GSW betrug die Gesamtabgabemenge an Letztverbraucher (Industrie/Privat) in Bergkamen im letzten Jahr 151.742 MWh. Bei einer Gesamterzeugung von erneuerbaren Energien nach  EEG von 163.087 MWh liegt die Deckung des Gesamtverbrauches bei 107,48%, d. h. es wurden 11.345 MWh mehr erzeugt als verbraucht wurden.




Bayer unterstützt Stadt Bergkamen beim Anlegen von Bienenweiden

Bunte Blumenwiesen statt monotoner Rasenflächen – diesen Anblick könnte es in Bergkamen demnächst häufiger geben. Möglich macht das eine von Bayer entwickelte Saatgutmischung. 35 kg davon – ausreichend für eine Fläche von 5.000 qm – übergab Dr. Stefan Klatt, Leiter des Bergkamener Bayer-Standorts, an Bürgermeister Roland Schäfer. “

Ein Foto mit blühenden Wildblumen übergab Standortleiter Dr. Stefan Klatt (Mitte) als dekoratives Symbol der Bayer-Saatgutspende an Bürgermeister Roland Schäfer (r.) und Hans Irmisch, Stadt Bergkamen. Foto: Bayer
Ein Foto mit blühenden Wildblumen übergab Standortleiter Dr. Stefan Klatt (Mitte) als dekoratives Symbol der Bayer-Saatgutspende an Bürgermeister Roland Schäfer (r.) und Hans Irmisch, Stadt Bergkamen. Foto: Bayer

Blühende Blumen erfreuen nicht nur das menschliche Auge, sondern sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Nützlinge“, sagte Klatt bei der Übergabe.

„Die Artenvielfalt mit Hilfe konkreter lokaler Maßnahmen zu fördern – diesen Gedanken unterstützt auch die Stadt Bergkamen“, dankte Bürgermeister Schäfer für die bunte Spende, die sich aus dem Saatgut von mehr als 35 Wildblumenarten zusammensetzt. Von Frühling bis in den Spätherbst bieten sie ein abwechslungsreiches Farbenspiel und liefern zudem Nahrung für viele Tierarten. Die Mitarbeiter des Bergkamener Bayer-Standorts können diese Wirkung bestätigen. Sie erfreuen sich bereits seit dem vergangenen Jahr an drei dort angelegten Blühstreifen, für die dieselbe Saatgutmischung verwendet wurde.




GWA rechnet mit großem Andrang beim Start der Buchtauschbörse

Die Buchtauschbörse auf dem Bergkamener Wertstoffhof wird wieder ein voller Erfolg. Das zeichnet sich schon nach der Abgabephase ab, in der sich viele Leseratten von Lektüre getrennt haben.

Bei der Buchtauschbörse auf dem Wertstoffhof herrscht stets ein großer Andrang.
Bei der Buchtauschbörse auf dem Wertstoffhof wird wieder mit einem großen Andrang gerechnet

Von Kinderbüchern und Romanen über Krimis und Bildbänden bis hin zu Abenteuerromanen reicht das vielfältige Angebot. Für jedes Buch haben die Teilnehmer einen Gutschein, der in der zweiten Phase der Tauschbörse vom kommenden Dienstag, 1. Juli, bis zum 05. Juli gegen Lesestoff nach Wahl eingelöst werden kann. Besonders erfreulich: die Gutscheine sind natürlich auf Freunde und Bekannte übertragbar. In der Tauschphase können keine Bücher mehr abgegeben werden.

Wichtige Hinweise der Abfallberatung:

  • Besucher der Buchtauschbörse möchten bitte auf dem Parkplatz vor dem Wertstoffhof parken, damit Sie den Ablauf bei Anlieferungen von Wertstoffen auf dem Wertstoffhof nicht stören.
  • In den ersten Minuten der Tauschphase am kommenden Dienstag wird der Einlass auf die Personenzahl von 35 Personen beschränkt. Verlässt ein Leser das Zelt, kann anschließend die  nächste Person in der Warteschlange ins Zelt. Das wird solange durchgeführt bis der erste zu erwartende Ansturm vorüber ist.

Der Bergkamener Wertstoffhof ist dienstags und freitags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags von 10 bis 15 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Die GWA – Abfallberatung können Sie unter  ( 0 800 400 1 400  – montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15.00 Uhr erreichen.




Gelungenes Sommerfest auf dem Zentrumsplatz

Regen Zuspruch hatte das Sommerfest der Sonnen-Apotheke und der AuK Alten- und Krankenpflege auf dem Zentrumsplatz. Bei sommerlichem Wetter wurden gut 1.100 Würstchen gegrillt, 140 Liter Teig zu leckeren Waffeln gebacken und circa 350 Messungen durch­geführt.

Die Chefs der beiden engagierten Bergkamener Firmen, Simon Born (l.) von AuK Alten- und Krankenpflege und Frank Klesz von der Sonnen-Apotheke.Foto: Chris Padilla/AuK
Die Chefs der beiden engagierten Bergkamener Firmen, Simon Born (l.) von AuK Alten- und Krankenpflege und Frank Klesz von der Sonnen-Apotheke. Foto: Chris Padilla/AuK

Die Pflegekräfte von AuK kümmerten sich wie immer um das Wohl „ihrer“ AuK- Klienten und feierten gemeinsam außerhalb des üblichen Pflegealltags, während das Team der Sonnen-Apotheke für die angebotenen Gesundheitschecks sorgte.

Natürlich profitierten nicht nur die Kunden, die Gutscheine erhalten hatten, sondern auch andere interessierte Besucher von den Sommerfest-Aktionen mit günstigen Angeboten und so waren nicht nur die Aktions-, Essen- und Getränkestände, sondern auch die auf dem Zentrumsplatz aufgebauten Pavillons mit Sitzgelegenheiten gut gefüllt.

Die Chefs der beiden Bergkamener Firmen, Simon Born von AuK und Frank Klesz von der Sonnen-Apotheke, standen wie bereits im letzten Jahr gemeinsam für ihre Kunden und alle anderen Besucher am Grill, während die Mitarbeiter der beiden Firmen über die Leistungen informierten. Für musikalische Unterhaltung der älteren Besucher war ebenso gesorgt wie für die ganz jungen Gäste. Der Zauberer Kamentino versorgte kleine – und manchmal auch große – Kinder mit lustigen Ballontieren.

Die nächste gemeinsame Aktion der beiden Bergkamener Geschäftsleute am Zentrumsplatz steht übrigens auch schon bald an: Am 28. August findet bereits zum 3. Mal der Bergkamener Firmenlauf statt. Auch hierfür wurde natürlich geworben, soll doch nach Wunsch von Simon Born und Frank Klesz in diesem Jahr erstmals die 1.000-er Marke bei den Anmeldungen geknackt werden. Weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten hierzu gibt es auf der Firmenlauf-Homepage: http://www.firmenlauf-bergkamen.de.




Auferstehungskirche ist seit 60 Jahren mehr als nur ein „Experiment“

Dass die Auferstehungskirche viel mit Angela Merkel und Dieter Bohlen gemeinsam hat, hätten sich ihre Erbauer wahrscheinlich nie träumen lassen. Es waren die Weddinghofer selbst, die vor sechs Jahrzehnten den Bau der ungewöhnlichen Kirche im wahrsten Sinne in die Hand nahmen. Vor 60 Jahren wurden auch die beiden Prominenten geboren – in unmittelbarer Nachbarschaft mit „höchst unterschiedlicher Entwicklung“. Entwickelt hat sich ebenso die Auferstehungskirche, so Pfarrer Frank Hielscher in der Jubiläumsandacht.

Volles Gotteshaus zum 60-Jährigen der Auferstehungskirche in Weddinghofen.
Volles Gotteshaus zum 60-Jährigen der Auferstehungskirche in Weddinghofen.

Entstanden als Tochter der Kirchengemeinde Methler, hat sich die Kirche mit der „parabelförmigen Gestaltung des Innenraums“ stets von anderen Gotteshäusern abgehoben. Sie emanzipierte sich, wurde eine eigenständige Kirchengemeinde, die schließlich im Verbund der Friedenskirche aufging. „Wenn Kirche lebendig ist, entwickelt sie sich und bleibt nicht wie sie war“, stellte Frank Hielscher fest. Das sei gut so. „Die Auferstehungskirche wird hoffentlich auch dort nicht stehen bleiben, wo sie heute ist“, wünschte er sich.

Innengestaltung nur für Markhallen zweckmäßig?

Stadtarchivar Martin Litzinger trug viele spannende historische Fakten zusammen.
Stadtarchivar Martin Litzinger trug viele spannende historische Fakten zusammen.

Nicht nur die drei Diamantkonfirmanden unter den Ehrengästen haben selbst miterlebt, dass dieses Gotteshaus stets lebendig war. Viele Hände hoben sich in den vollbesetzten Bankreihen als Antwort auf die Frage, wer den Bau vor sechs Jahrzehnten noch selbst miterlebt hatte. Stadtarchivar Martin Litzinger zog in seinem Festvortrag die schriftlichen Quellen als Zeitzeugen zu Rate. Er entdeckte dabei viel Spannendes. Darunter auch das relative Entsetzen der kirchlichen Baubehörde über die ungewöhnliche Gestalt der Kirche. Die sei eher „für Markthallen zweckmäßig“, zitierte er die abfälligen Notizen in den Akten. Man genehmigte den Kirchbau „nur“ als Experiment. Heute besticht die Kirche gerade mit ihrem Innenraum. Und vor allem mit einer ganz ungewöhnlichen Leidenschaft ihrer Besucher.

Flötenmusik begleitete die Andacht zum Jubiläum.
Flötenmusik begleitete die Andacht zum Jubiläum.

Denn die Weddinghofener waren hartnäckig. Jahrhundertlang mussten sie zusammen mit den Oberadenern und Niederadenern lange Wege bewältigen, um über Pfade und hölzerne Brücken, zu Fuß oder zu Pferd und mit Wagen ein Gotteshaus zu erreichen. Die Gemeinde gehörte bis 1958 zur Kirchengemeinde Methler. Deshalb wurde auch ein Grünsandstein des ehrwürdigen Baus zum Grundstein für den Weddinghofener Kirchbau, als der nach mehreren Anläufen 1951 endlich genehmigt wurde. Da waren aus 174 evangelischen Gläubigen im 18. Jahrhundert längst 1.500 geworden. Das Bevölkerungswachstum hatte immerhin dafür gesorgt, dass es seit 1947 eigene Gottesdienste in Weddinghofen gab – zunächst in der Gaststätte Klute, dann in einer alten Wehrmachtsbaracke an der Schulstraße.

Für die Orgel, Fenster und den Taufstein fehlte das Geld

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Pfarrer Frank Hielscher führte durch die Andacht.

1951 gründete sich ein Kirchbauverein, 1952 wurde das Grundstück an der Goekenheide erworben. Der erste Spatenstich erfolgte im Juli 1953. Die Weddinghofener packten selbst mit an und bauten die Kirche für 120.000 Mark auf. Orgel, Fenster und Taufstein fehlten – dafür reichte das Geld nicht. Dafür gab es die ehemalige Gutsglocke des Gutes Velmede als Geschenk. Sie läutet heute noch im Gestühl, das nachträglich noch einmal verstärkt werden musste.

Der Posaunenchor spielte ebenfalls auf.
Der Posaunenchor spielte ebenfalls auf.

Zur Einweihung blies noch der Methleraner Posaunenchor. Zum 60-Jährigen begleiteten die eigenen Bläser das Festprogramm. Die Frauenhilfe spendierte das beeindruckende Büffet. Auch die Flötenmusik kam aus den eigenen Reihen. Fotos aus 60 Jahren trug der Männerdienst zusammen. Auch diesmal war das Kirchenjubiläum wieder eine große Gemeinschaftsleistung – wie es der Tradition entspricht. Daran erinnerten sich auch die sechs Zeitzeugen in mitreißenden Erzählungen, die eine ganz eigene Geschichte sind – wie Sie hier nachlesen können.




Zeitzeugen erinnern sich an eine hartnäckige Auferstehungskirche

An die ganz eigene Entwicklung dieser ungewöhnlichen Auferstehungskirche erinnerten sich die sechs Zeitzeugen während der Jubiläumsfeier für jedes bewältigte Jahrzehnt. Friedrich-Wilhelm von Bodelschwingh war Schüler, als die Kirche eingeweiht wurde. Er war auch bei einer Glockenturmbesteigung dabei, die angeblich einen Blick bis zum Kölner Dom versprach. Den Ausblick gab es vom schmalen Brett mit den Haltegriffen lediglich auf das Pfarrhaus. Wenig später auch unter den Rock einer Mitschülerin, die auf das Gewölbe getreten war – nicht wissend, dass es nur aus pappeähnlichem Material bestand. Sie brach spektakulär durch die Decke. Die Gottesdienstbesucher sangen anschließend erheitert das Lied vom Ochsen, dem man nicht das Maul verbinden soll, mit – ein Lied, das damals sehr beliebt war.

Heiter und ernst: Die Zeitzeugen steuerten ganz eigene Erinnerungen an 60 Jahre Auferstehung bei.
Heiter und ernst: Die Zeitzeugen steuerten ganz eigene Erinnerungen an 60 Jahre Auferstehung bei.

Auch der ehemalige Pfarrer Heinrich Meier erinnerte sich. Er war Mitglied im Methleraner Posaunenchor, als die Kirche gebaut wurde. Später war er selbst Pfarrer in dem Gotteshaus – motiviert durch einen Arbeitskollegen auf der Zeche Haus Aden. An die engagierte Theatergrupe erinnerte er sich, den Bau der fehlenden Kirchenorgel durch einen Weddinghofener Orgelbauer für 35.000 Mark, an den Bau des Martin-Luther-Hauses, das Fest zum 10-Jährigen und die Altentagesstätte für eine der ersten Gemeinden überhaupt.

Wir lieben unsere Kirche so wie sie ist

Auch diamante Konfirmanden waren bei der Festandacht dabei - mit ihren ganz persönlichen Erinnerungen.
Auch diamante Konfirmanden waren bei der Festandacht dabei – mit ihren ganz persönlichen Erinnerungen.

Dass die Weddinghofener ihre Kirche lieben, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis. Ursula Wollenweber von der Frauenhilfe erinnerte sich an eine ganze Festwoche zum 20-Jährigen. 1974 gab es auch das erste Johannisfeuer auf Gut Velmede. 1976 und 1977 kamen die neuen Fenster – ebenfalls als ganz besondere Varianten. „Wir lieben unsere Kirche so, wie sie ist“, bekräftigte Wollenweber. Auch den Weihnachtsmarkt, der 1982 seine Premiere erlebte und bis heute ein Weddinghofener Phänomen ist. Und den Nachfolger von Pfarrer Meier, der mit seinem wehenden Talar auf dem Moped „Don Camillo“ getauft wurde.

Der ehemalige Pfarrer Herbert Siefers kann es bis heute nicht fassen, dass dieses Ereignis bis zu 13.000 Mark zusammenbrachte und ein regelrechtes Großereignis wurde. Engagement erlebte er ohnehin in ungewöhnlicher Form. Den Blumenschmuck arrangierten zwei Frauen mit Blumen aus den eigenen Gärten ehrenamtlich. Freiwillig waren auch Verteiler und Falter des Gemeindebriefes am Werk. Eigene Kochbücher wurden zu Kassenschlagern, die heute noch begehrt sind und bei Ebay 50-Euro-Gebote erzielten.

Traditionen, Veränderungen und beeindruckende Festkultur

Bilder aus 60 Jahren sammelte der Männerdienst und verwandelte ihn mit einer Diashow in eine Zeitreise.
Bilder aus 60 Jahren sammelte der Männerdienst und verwandelte ihn mit einer Diashow in eine Zeitreise.

Die Dekade bis zur Jahrtausendwende war geprägt von bewahrten Traditionen, engagierter Arbeit mit Kindern, aber auch von der Fusion mit der Friedenskirchengemeinde und der Aufgabe anderer Gotteshäuser. Weniger Gemeindemitglieder, höhere Kosten: Die Weddinghofener blieben sich treu und feierten ihre Kirche, zum 50-Jährigen sogar einen ganzen Monat lang. Reinhard Müller ergänzte die Erinnerungen für die vergangenen zehn Jahre vor allem mit baulichen Veränderungen von der Neugestaltung der Kirche im Jahr 2004, der Sanierung des Kirchplatzes und der Renovierung des Gemeindesaals im Martin-Luther-Haus bis zur Pfarrhaussanierung.

Weitere Festredner waren fasziniert von so viel Leidenschaft. „Die Auferstehungskirche ist nicht die schlechteste Perle in der Krone des Kirchenkreises“, stellte Klaus-Dieter Suk für den Kirchenkreis fest. Der stellvertretende Bürgermeister Kay Schulte erinnerte sich an den Konfirmationsunterricht und Fußballeinlagen. Gerd Müller von der CDU hat den Posaunenchor gegründet und erinnerte an den „Hauer“ Pfarrer Meier, der sich auf der „Pöhlwiese“ diesen Spitznamen als unerbittlicher Fußballspieler einhandelte.

Erinnerungen werden sicherlich auch am Sonntag rege ausgetauscht. Dann wird das Gemeindefest zum Jubiläum gefeiert. Und es werden Täuflinge einige der 60 stolzen Jahre der Auferstehungskirche mit Leben füllen.