Gedenkfeier für die 405 Opfer des Grubenunglücks am 20. Februar 1946

Der 20. Februar 1946 ist der schwärzeste Tag in der Bergkamener Bergbaugeschichte. Kurz nach 12 Uhr erschütterte eine gewaltige Explosion im Bergwerk Grimberg 3/4 die Stadtteile Weddinghofen, Bergkamen-Mitte und Oberaden. Durch dieses schwerste Grubenunglück in der Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus verloren 405 Menschen ihr Leben.

Jürgen Lenz (l.) und Mario Unger legten am Donnerstag im Gedenken an das Grubenunglück vor 68 Jahren einen Kranz nieder.
Jürgen Lenz (l.) und Mario Unger legten am Donnerstag im Gedenken an das Grubenunglück vor 68 Jahren einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Zum Gedenken an die Opfer hatten der Knappenverein Glück-Auf Weddinghofen und die IGBCE-Ortsgruppe Weddinghofen am Donnerstagmorgen zu einer Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem alten Weddinghofer Waldfriedhof eingeladen. Der Vorsitzende des Knappenvereins Jürgen Lenz und der Vorsitzende der IGBCE-Ortgruppe Mario Unger legten nach einer kurzen Ansprache zu den Klängen eines Saxophones einen Kranz nieder. Seit der Einweihung am 20.2.1952 lodern an jedem Jahrestag des Unglücks die Flammen in der Schale auf der Spitze des Ehrenmals.

Nähere Informationen zum Grubenunglück gibt es hier.

Kranzniederlegung 3




SPD: Bergehalde „Großes Holz“ bleibt windradfrei

Trotz der Kritik des Aktionskreises „Wohnen und Leben“ wird die Stellungnahme der Stadt Bergkamen zum Landesentwicklungsplan aller Voraussicht nach am Donnerstag, 20. Februar, vom Stadtrat so beschlossen, wie es die Verwaltung vorformuliert hat. Demnach bleiben Windenergieanlagen auf der Halde „Großes Holz“ ausgeschlossen.

Fotomontage des Aktionskreises "Wohnen und Leben Bergkamen" So stellt sie sich Bürgerwindräder auf den Bergkamen Bergehalden vor.
Fotomontage des Aktionskreises „Wohnen und Leben Bergkamen“: So stellt sie sich der Ationskreis Bürgerwindräder auf den Bergkamen Bergehalden vor.

Darauf hat sich jedenfalls die SPD-Mehrheitsfraktion jetzt festgelegt. „Wir haben im Wahlprogramm 2009 versprochen, dass die Halde den Erholung suchenden Bürgern vorbehalten bleibt. Dabei stören Windenergieanlagen“, erklärte Fraktionsvorsitzender Gerd Kampmeyer.

Dabei betonte er, dass für diesen Ausschluss auch ganz andere Gründe sprechen würden. Auf den Halden werde insgesamt eine Fläche von 60 Hektar aufgeforstet. Die ginge nicht, wenn dort Windräder errichtet und in Betrieb genommen würden. Außerdem habe die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde für den Bergbau darauf hingewiesen, dass es bei Windrädern auf der Halde erhebliche Gründungsprobleme gebe. Es bestünde die Gefahr, dass Sauerstoff in den Haldenkörper gelangen könnte, was dazu führe, dass die Halde brennen könnte.

SPD: Windräder auf der Halde nicht wirtschaftlich

Dieses und andere Probleme machten eigentlich den Bau von Windenergieanlagen auf den Bergkamener Halden teuer und deshalb unwirtschaftlich, betonte Kampmeyer.

Der Bergkamener SPD-Fraktionsvorsitzende forderte in diesem Zusammenhang den Kreis Unna auf, zügig eine Entscheidung über die Genehmigung eines weiteren Windrads in Overberge zu fällen. Dieses Windrad will eine Bergkamener Landwirt zwischen der Hansastraße und der Autobahn A 1 gegenüber der geplanten Sportschießanlage errichten. Sollte der Kreis den Antrag negativ bescheiden, dann werde der Investor klage, prophezeite Kampmeyer.




Rumänische Einbrecherbanden: Polizei klärt 230 Einbrüche auf

Diesen mit Kupferkabeln beladenen Sprinter zog die Polizei kurz nach der Tat aus dem Verkehr. Foto: Polizei Dortmund
Diesen mit Kupferkabeln beladenen Sprinter zog die Polizei kurz nach der Tat aus dem Verkehr. Foto: Polizei Dortmund

Der Polizei ist ein großer Schlag gegen international agierende Metalldiebe gelungen: Staatsanwaltschaft und Polizei haben in Dortmund 100 Rumänen festgenommen, die in straff organisierten Banden Metallfirmen ausgeraubt haben. Der Schlag gelang dank dem schlechten Gewissens einer der Einbrecher – die Polizei konnte so rund 230 Einbrüche in Metallfirmen aufklären, geht aber von einer deutlich höheren Dunkelzahl aus.

Im Sommer 2013 kam ein junger rumänischer Arbeiter aus der Dortmunder Nordstadt zur Polizei und packte aus. Er sei in seiner rumänischen Heimat angeworben worden, um in Deutschland zu arbeiten. Als er in der Nordstadt ankam, erfuhr er, dass er für Familienclans Einbrüche begehen soll. Das Gehalt: 150 bis 200 Euro pro Tat.

Von dem Geld musste er dem Kopf seiner 15-köpfigen Bande Miete und Essensgeld bezahlen. Rund 20 Euro im Monat soll er für eine Matratze bezahlt haben. Für das Auffüllen des Kühlschranks hielten die Chefs wieder die Hände auf. Mit 15 Mann schliefen sie in einer Wohnung: Der Brigaden-Führer im eigenen Zimmer, der Fahrer ebenso. Die Arbeiter teilten sich ein Zimmer mit mehreren Matratzen. Die Arbeiter werden regelmäßig ausgetauscht.

So arbeiteten die Brigaden

Eine Firmenhalle nach dem Einbruch. Foto: Polizei Dortmund
Eine Firmenhalle nach dem Einbruch. Foto: Polizei Dortmund

Der Zeuge berichtete in seiner Vernehmung genau, wie die sogenannten „Brigaden“ arbeiten. 15 Männer bildeten einen Trupp: Der Brigade-Führer hatte die Aufsicht über einen Fahrer und mehrere Arbeiter: Die sogenannten „Pfeile“ baldowerten die Ziele im Internet aus, die „Toten“ waren für die Schwerstarbeit vor Ort zuständig

Wenn der Tattag, einzelne Gruppen griffen bis zu drei Mal in der Woche zu, gekommen war, reisten die Täter mit mehreren Fahrzeugen zu den Tatorten. Anfahrt, Tat, Abtransport und Verkauf geschahen unabhängig voneinander. Tatfahrzeuge waren ältere Sprinter-Modelle mit ausländischen Kennzeichen für das Metall. Die Einbrecher reisten mit Großraumwagen wie Ford Galaxy an.

Durch die Außenhaut der Hallen geschnitten

Die Pfeile schnitten sich durch die Außenhaut der Fabrikhallen. Foto: Polizei Dortmund
Die Pfeile schnitten sich durch die Außenhaut der Fabrikhallen. Foto: Polizei Dortmund

Vor Ort beobachteten die Täter die Firmen weiter. Wenn es so weit war, schnitten sie sich durch die Außenhaut der Firmen. Jetzt begann die Arbeit der sogenannten „Toten“. Ihre Aufgabe war es, per Hand die tonnenschwere Beute in die Sprinter zu schaffen.

Teilweise war die Ausbeute so gut, dass die Brigaden weitere Fahrzeuge nachgeordert haben. „Die Täter waren dann 400 Kilometer unterwegs“, berichtet Kriminalhauptkommissar Rainer Buchholz, der die Ermittlungskommission „Schloss“ leitet.

Hehler in Bochum geschnappt

So sah es bei dem Hehler in Bochum aus. Foto Polizei Dortmund.
So sah es bei dem Hehler in Bochum aus. Foto Polizei Dortmund.

Das Diebesgut ging zu Händlern in den Niederlanden und in Bochum. Dort häuften sich seit der Eröffnung des beschuldigten Metallhändlers Lastwagen, die in ganz Deutschland gestohlen wurden und dort nur abgestellt waren. Wenn die Kapazität der Sprinter nicht mehr ausgereicht hat, stahlen die Täter weitere Fahrzeuge, berichtet Kriminalhauptkommissar Buchholz.

Die Sprinter waren alle älteren Baujahrs, die Beute teilweise so schwer, dass die Fahrzeuge auf der Felge über die Autobahn fuhren.

Für Einbrüche in ganz Deutschland verantwortlich

So bewegte sich eine Brigade durch Deutschland. Foto: Polizei Dortmund
So bewegte sich eine Brigade durch Deutschland. Foto: Polizei Dortmund

Auf der Pressekonferenz am Dienstag zeigten Staatsanwaltschaft und Polizei das Bewegungsprofil einer Brigade: Meist waren die Täter im Ruhrgebiet unterwegs, entlang der Autobahnen zieht sich ihre Spur aber durch ganz Deutschland. Durch DNA-Spuren wiesen die Ermittler auch Taten in den Niederlanden, Österreich und Italien nach.

Einbrüche trieb Firma in die Insolvenz

Die Täter seien derzeit für rund 230 Taten verantwortlich, der Schaden geht in den zweistelligen Millionenbereich. Am schlimmsten traf es einen Unternehmer aus dem Hochsauerlandkreis. Der Automobilzulieferer konnte durch zahlreiche Einbrüche der gleichen Täter nicht mehr liefern und ging insolvent.

Die Einbrüche geschahen alle in den vergangenen sechs Monaten. Durch DNA-Spuren haben die Polizisten in Dortmund den Tatzeitraum erweitert. „Die Spuren weisen auch auf Taten im April 2012 hin“, sagt Kriminalhauptkommissar Buchholz. Die Ermittlungen laufen weiter.

Haftbefehl gegen 40 Einbrecher

Diesen mit Kupferkabeln beladenen Sprinter zog die Polizei kurz nach der Tat aus dem Verkehr. Foto: Polizei Dortmund
Diesen mit Kupferkabeln beladenen Sprinter zog die Polizei kurz nach der Tat aus dem Verkehr. Foto: Polizei Dortmund

Insgesamt griff die Polizei 100 Einbrecher auf, die Staatsanwaltschaft erließ gegen 40 von ihnen einen Haftbefehl. In vier Aktionen nahm die Polizei die Täter fest, die erste Festnahme geschah am 4. November. Aber auch davon ließen sich die Einbrecher nicht abhalten: „Sie redeten nur darüber, wie blöde die Täter waren, sich erwischen zu lassen“, berichtet Buchholz. Bei den aktuellen Vernehmungen seien viele Täter geständig, berichtet die Dr. Barbara Vogelsang, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hat 20 Anklagen erhoben: 4 am Landgericht Dortmund, 10 am Amtsgericht Dortmund und 6 in Unna. Vorgeworfen wird den Täter „schwerer Bandendiebstahl“, der eine Haft zwischen einem und zehn Jahre vorsieht.




Neubau des Geräteshauses der Feuerwehr in Rünthe startet im Mai – vorher wir abgebrochen

Das Gerätehaus Rünthe der Freiwilligen Feuerwehr wird im Mai abgebrochen. Dann soll auch der Neubau sofort gestartet werden.

So sieht künftig das Feuerwehrgerätehaus Rünthe aus.
So soll künftig das Feuerwehrgerätehaus Rünthe aussehen.

Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr hat, wie der Städtkämmerer und zuständige Dezernent für die Hochbauabteilung der Stadt, Horst Mecklenbrauck, mitteilt in seiner Sitzung am Dienstag der Vergabe an ein für diese Arbeiten fachkundiges Unternehmen, der Fa. WSH Hellweg-Lippe, Soest, zugestimmt. Die Auftragssumme beläuft sich auf rd. 105.000,00 € und bewegt sich im Rahmen des für die Abbrucharbeiten kalkulierten Kostenvoranschlages.

Der genaue Tag des Beginns der Abbrucharbeiten wird noch festgelegt. Er wird aber im März 2014 sein. Weiterhin hat die Hochbauabteilung jetzt auch die Rohbauarbeiten für den Neubau des Gebäudes ausgeschrieben. Wegen des Auftragsvolumens müssen diese Arbeiten öffentlich, aber nicht europaweit ausgeschrieben werden.

Die Fahrzeughalle ist als Stahlhalle geplant. Das zweigeschossige Sozialgebäude ist als Massivhaus mit Vormauerschale aus Vollklinker geplant. Eröffnungstermin der Angebote ist der 25. März. Baubeginn der Rohbauarbeiten wird im Mai 2014 sein, die geplante Bauzeit wird mit 3 Monaten kalkuliert.

„Danach werden alle weiteren notwendigen Gewerke Zug um Zug ausgeschrieben, vergeben und ausgeführt“, erklärt Horst Mecklenbrauck.

 

 




Spange in Rünthe Ost ist vom Tisch – der geplante Kreisel an der Industriestraße auch

Die Spange in Rünthe Ost, die eine bessere Verbindung von der Industriestraße zum Einkaufszentrum um Kaufland und Berlet schaffen sollte, ist jetzt endgültig vom Tisch. Der Bauausschuss gab am Dienstag „Grünes Licht“ für Gespräche mit Anliegern, Grundstückseigentümern und möglichen Investoren über zwei neue Varianten zur Erschließung weiterer Gewerbeflächen.

Eine der beiden Varianten zur Erschließung der Hofstelle.
Eine der beiden Varianten zur Erschließung der Hofstelle.

Ein wesentlicher Grund dafür umzuplanen, ist die Nachricht vom Kreis Unna, dass er nicht in der Lage ist, in absehbarer Zeit die Kreuzung Industriestraße/Rünther Straße/Sandbochumer Weg in einen Kreisverkehr umzubauen.

Deshalb legte Amtsleiterin Christiane Reumke dem Ausschuss zwei neue Erschließungsvarianten vor. Nahziel beider Varianten ist es, die Hofstelle am Ostenhellweg von hinten zu erschließen. Eine Zufahrt vom Ostenhellweg lehnt Straßen.NRW kategorisch ab.

Hierfür hat die Verwaltung zwei Varianten entwickelt. Eine ermöglicht eine Zufahrt zur Hofstelle vom Sandbochumer Weg und die andere von einem noch zu bauenden Kreisverkehr bei Berlet an der Straße „Am Römerberg“. Für die Hofstelle hatte vor einiger Zeit ein Möbelhändler Interesse angemeldet.

Neue Erschließung wird billiger als die Spange

Beide Varianten haben den Vorteil gegenüber der Spange, dass den Eigentümern große Grundstücke erhalten bleiben, die sich besser verkaufen lassen. Außerdem sind sie um rund 300.000 bis 400.000 Euro billiger als die Spange. Für sie wurden vor einige Jahren Baukosten von 1,5 Millionen Euro ermittelt. Geplant ist außerdem die Verlegung der Bushaltestelle zum Ostenhellweg. Die Zustimmung hierfür liegt von Straßen.NRW bereits vor.

Beide Varianten sehen außerdem den Ausbau des vorhandenen Trampelwegs vom Sandbochumer Weg in Richtung Berlet in einen richtigen Geh- und Radweg vor. Ausschussvorsitzender Tomas Heinzel betonte, dass dadurch das Radwegenetz in Rünthe erheblich verbessert werde. Zudem sei jetzt sicher, dass das kleine Wäldchen in diesem Bereich erhalten bleibe.

Die zweite Variante mit der Erschließung vom Sandbochumer Weg.
Die zweite Variante mit der Erschließung vom Sandbochumer Weg.




Tor zur Wasserstadt und Halde: Nächste Hürde für die Beseitigung des Bahnübergangs Jahnstraße wird jetzt genommen

Die Bezirksregierung Arnsberg hat Anfang Februar 2014 auf Antrag des Landesbetriebs Straßen NRW das Anhörungsverfahren für die Aufhebung des Bahnübergangs an der Jahnstraße (L 821) im Bergkamener Ortsteil Heil von der Einmündung der Gemeindestraße „An der Dorndelle“ bis zum Datteln-Hamm-Kanal auf einer Strecke von 0,5 Kilometer eingeleitet.

Hamm-Osterfelder-Bahnlinie in Heil.
Das Ende des schienengleichen Bahnübergangs Jahnstraße in Heil rückt näher.

Die Planungen sehen neben einem Brückenbau vor, die Hauptzufahrten zu der Halde „Großes Holz“ und der geplanten Wasserstadt Aden über einen Kreisverkehr anzubinden. Der neu geplante Kreisverkehr ist für die Entwicklung der geplanten „Wasserstadt Haus Aden“ von großer Bedeutung. Die gemeindeeigene „Waldstraße“ wird gegenüber der Hans-Böckler-Straße neu an die L821 angebunden. Bei Bedarf soll zur Aufrechterhaltung des derzeit noch laufenden Schüttbetriebes auf der Halde Großes Holz für die RAG eine provisorische Rampe gebaut werden.

Durch die derzeitige plangleiche Kreuzung der L821 mit der überwiegend im Güterzugverkehr befahrenen DB- Strecke 2250 Oberhausen – Osterfeld – Hamm (Westfalen) am Bahnübergang in Bergkamen Heil besteht eine Gefährdung des Verkehrs sowohl auf der Bahnstrecke als auch auf der Jahnstraße (L821).

Planunterlagen liegen öffentlich aus

Darüber hinaus kommt es aufgrund der am Bahnübergang häufig entstehenden Rückstaus auf der L821 zu einer Umweltbelastung.

Die Planunterlagen liegen in der Zeit vom 18. Februar bis zum 17. März 2014 bei der Stadt Bergkamen zur allgemeinen Einsicht aus. Einwendungen können bis spätestens zum 31. März 2014 bei der Bezirksregierung Arnsberg und den betroffenen Kommunen erhoben werden. Die Stellungnahmen und Einwendungen werden zu einem späteren Zeitpunkt unter der Moderation der Bezirksregierung Arnsberg mit dem Landesbetrieb Straßen erörtert. Im Anschluss an diesen Erörterungstermin wird die Bezirksregierung Arnsberg nach Abwägung aller öffentlichen und privaten Belange und unter Berücksichtigung sämtlicher Stellungnahmen und Einwendungen über den Antrag des Landesbetriebs Straßen NRW entscheiden.




Jessica Berri erzählt in der Stadtbibliothek Märchen von starken Frauen

Wer glaubt, Märchen wären nur etwas für Kinder, irrt gewaltig. Warum Märchen auch Erwachsenen einiges zu sagen haben, erfahren die Besucher der nächsten Veranstaltung des Fördervereins der Bergkamener Stadtbibliothek am kommenden Donnerstag, 20. Februar, ab 19 Uhr mit der Sängerin, Musikerin und Erzählerin Jessica Burri.

„Märchen von starken Frauen“ heißt ihr Programm. Dabei stellt sie Märchenhaftes aus Litauen, China und aus dem indianischen Kulturkreis vor. Ein Märchen, „Dragonfly“, hat Jessica Burri selbst geschrieben.

Jessica Burri erzählt Märchen von starken Frauen
Jessica Burri erzählt Märchen von starken Frauen

Jessica Berri ist in den USA geboren und studierte nach dem Besuch der Eastman School of Music an der Musikhochschule Köln. Seit vielen Jahren tritt sie als Sopranistin in Deutschland und anderen Ländern Europas mit einem äußerst vielseitigen Opern- und Konzertrepertoire sowie mit eigenen Kompositionen auf und kreiert auch zusammen mit anderen Künstlern besondere Arrangements für die verschiedensten Anlässe. So trat sie unter anderem auch vor König Carl Gustav und Königin Silvia von Schweden auf.

Die Veranstaltung findet im Lesecafé des Stadtmuseums statt. Der Eintritt ist frei.




Wenn Poesie nicht nur Rauchwerk mit purer Erotik glühen lässt

Ringelnatz, Brecht, Hesse, Heine: Sie hatten es alle faustdick hinter den Ohren. Von handfester Erotik über zotigen Sex-Witz bis zur Beinahe-Pornographie findet sich manches hinter literarischen Namen und erst recht in namhafter Poesie. Ludger Burmann ist auf die Suche gegangen und gleich mehrfach fündig geworden. Im Gästehaus der Marina Nord knisterte es am Sonntagabend jedenfalls gewaltig.

Stimmungsvoll präsentierte sich Ludger Burmann nicht nur optisch im Gästehaus der Marina Nord.
Stimmungsvoll präsentierte sich Ludger Burmann nicht nur optisch im Gästehaus der Marina Nord.

Die erotisch-poetischen Abende gehören zu den erklärten Favoriten von Schauspieler, Kabarettist und Vortrags-Seminarist Ludger Burmann. Kein Wunder, hat er einige der Hauptdarsteller doch selbst kennen gelernt. Wenn Erich Fried mit feuchtem Finger ein Herz auf die Kuppe der Geliebten malt, sie von innen streicheln, sie einatmen und trinken will, dann sieht man den großen Dichter mit den Augen Burmanns kurz vor dessenTod. Wenn Burmanns Lieblingsautorin Giaconda Belli mit den Erfahrungen von Folter und Haft in Nicaragua stolz eingesteht, dass sie Hang zum Ausufern nicht verhindern kann und anders als Cindy Crawford mit Säulen-Beinen fest auf dem Boden steht, dann sticht die innere Schönheit ganz klar jedes glänzende Dekolleté aus.

Da glüht es im Jungfrauen-Schoß

Dem frauenvernarrten August dem Starken hätten die süffigen Zeilen, die sein Hofdichter Johann Christian Günther im 18. Jahrhundert zu Papier brachte, garantiert gefallen. Da glüht das Rauchwerk im Schoß der zukünftigen Nonne, der Jungfern Honig nährt die Galle und der Rosenkranz hinter Klostermauern ist der Freiheit Ende. Für den Dichter bedeutete das einen heftigen Karriereknick. Ludger Burmann dagegen bleibt dem Kloster mit Seminaren für Priester und Nonnen eng verbunden, erzählte belustigt vom täglichen 7-Liter-Weindeputat und einer „heißen Nacht mit den Pinguinen“, die ihm einst für einen weltlichen Preiserlass angeboten wurde.

Mancher hätte nach so viel erotischer Poesie doch ganz gern gewusst, wie ein reiner Erotik-Abend mit Bert Brecht aussehen würde.
Mancher hätte nach so viel erotischer Poesie doch ganz gern gewusst, wie ein reiner Erotik-Abend mit Bert Brecht aussehen würde.

Wenn die erfahrene Ehefrau ihren Körper als „klugen Erforscher aller Regionen deiner Geografie“ anpreist, lässt sich der heftige Wunsch mancher vergangener Zuhörer nach einer Kopie des Vorgetragenen erahnen. In Rünthe gab es vor allem begeisterten Applaus etwa für den schönsten Satz des Abends aus der „Fruchtigen Liebe“, der nach einer sinnlichen Erkundungsreise in alle Körperregionen feststellt: „Dein Körper ist das verlorene Paradies, aus dem kein Gott mich je vertreiben kann.“ Oder es hagelte verzückte Seufzer, wenn Burmann Pablo Neruda eine sehnsüchtige Stimme verlieh: „Du bist gemacht für meine Arme, für meine Küsse.“

Heinrich Heine möchte die wundgeküssten Lippen wieder heil geküsst bekommen, Hermann Hesse will als 50-Jähriger lieber mit Entzücken junge Mädchen küssen, statt Goethe zu lesen. Da wird der Konjuktiv im Hotelzimmer verflucht, mit heißen Küssen im Takt zu den passenden Bluestönen verführt. Ritter Sockenburg wird aus Verzweiflung angesichts der nassen Mädchenhosen homosexuell und bei Krimi-Autorin Helene Tursten entpuppt sich das höchst erotische Liebespaar als überraschend greise Liebende am Strand. Sogar singen kann Burmann die Zeilen, die Robert Gernhardt auf „vollgesaute Laken und Kissen“ dichtete.

Die bereitliegenden Anmeldungen für das Kloster wollte jedenfalls niemand. Dafür weitere Zugaben und noch mehr von Detlef Göke aus der Reihe „Theater-Dinner“. Dabei verließ jeder mit einem flotten Ton von Musikbegleiterin Monika Mäster und den Zeilen Wilhelm Buschs auf den Lippen das Gästehaus: „Dahingegen so ein Laster,  ja, das ist mir ein Plaisir.“




Löschgruppe Overberge zieht Jahresbilanz

Bei einem Einsatz waren so viele Handys rundherum in Betrieb, dass es nicht mehr ging. „Wir mussten die Menschen auffordern, die Geräte auszuschalten oder das Gelände zu verlassen – unser Funk war derart erheblich gestört“, schildert Dieter Dettmar. Mit dem Handy Unfälle oder Brände filmen und fotografieren: „Das wird immer schlimmer“, betont auch Löschgruppenführer Bernd Grothaus bei der Jahresdienstbesprechung der Freiwilligen Feuerwehr in Overberge.

Die Löschgruppe Overberge samt Wehrführung und Politik.
Die Löschgruppe Overberge samt Wehrführung und Politik.

Das vergangene Jahr brachte einige Veränderungen für die Lebensretter in Overberge. Löschgruppenführer Bernd Peske ist mit 63 Jahren in die Ehrenabteilung gewechselt und hat die Leitung an Bernd Grothaus übergeben. Es gab deutlich mehr Einsätze als noch im Vorjahr: 68 Mal mussten die 31 aktiven Wehrleute ausrücken, 2012 waren es noch 42 Einsätze. 23 Mal ging es um Brände, 13 Mal um technische Hilfeleistungen wie Unfälle, austretende Chemikalien oder Türöffnungen, in 22 Fällen waren Brandmeldeanlagen, Brandvermutungen oder Fehlalarme im Spiel. Insgesamt schlugen 648 Einsatzstunden zu Buche. Hinzu kamen 3.290 Stunden für Dienste und Übungen sowie Ausbildungen.

In Atem gehalten haben auch die Overberger Wehrleute der Brand der Boote in der Rünther Marina sowie die Brandstiftung und der anschließende Selbstmord eines Familienvaters in der Bergkamener City. Mit 26 größeren Einsatzlagen hatten sie zu tun, darunter gleich mehrere Brände in der City, bei denen Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten. Auch für das Hochwasser in Niedersachsen waren die Lebensretter aus Overberge gerüstet, mussten am Ende aber doch nicht ausrücken, weil die Bergkamener Kameraden länger vor Ort blieben. Im Stadtteil selbst waren es die kleineren Dinge, für die sie ihre Freizeit investierten – darunter Alarmierungen aufgrund eines umgefallenen Dixie-Klos. Als Dank gab es Raketen-Beschuss während der Silvesternacht auf die Einsatzfahrzeuge – „eine Sache, die langsam niemand mehr verstehen kann“, empört sich Bernd Grothaus.

Der neue Beigeordnete Holger Lachmann und Ortsvorsteher Uwe Reichelt dankten der Löschgruppe für ihre gute Arbeit. „Der Tagesdienst konnte durch die gleichzeitige Alarmierungen der Löschgruppen Rünthe und Overberge sichergestellt werden“, so Lachmann, „damit schaffen wir es weiterhin, eine so große Stadt mit einer rein ehrenamtlichen Feuerwehr zu betreuen.“  In der vergangenen Woche kam die Genehmigung für den Haushalt durch den Kreis – damit können auch die für die Feuerwehr wichtigen Investitionen wie der Neubau des Rünther Gerätehauses oder die Ausrüstung mit Digitalfunk realisiert werden. Auch das „Best Ager-Projekt“ für die Neuaufnahme älterer Wehrleute, das vor fünf Jahren begonnen wurde, hat Erfolge gezeigt. Dank gab es abschließend auch für die Arbeitgeber, die den Wehrleuten ihren ehrenamtlichen Dienst ermöglichen.

Eine besondere Ehrung durch den Feuerwehrverband des Landes NRW gab es übrigens für Wilhelm Burgemeister für 50 Jahre Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr. In diesem Jahr stehen das Osterfeuer und ein Tag der offenen Tür am 28. Juni ins Haus.

Weitere Daten und Fakten gibt es hier: Löschgruppe Overberge Daten und Fakten




Bürgermeister erläutert das Zusammenspiel zwischen Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik

Bürgermeister Roland Schäfer erläutert in einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ von VHS und DGB am 25. Februar das Zusammenspiel zwischen Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik.

Roland Schäfer
Bürgermeister Roland Schäfer

Was ist eigentlich ein Stadtrat und welche Einflussmöglichkeiten hat er? Wie arbeiten Stadtrat und Kommunalverwaltung miteinander? Welche Möglichkeiten der Kontrolle bestehen? Diese und viele andere Fragen stellen sich politisch Interessierte häufiger.

Abhilfe schafft Bürgermeister Roland Schäfer am 25. Februar von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr im Rahmen der Informationsveranstaltung „Bedeutung und Aufgaben des Stadtrates und der Kommunalverwaltung“ im VHS-Gebäude „Treffpunkt“, Lessingstr. 2, Bergkamen. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ erläutert er umfassend die Funktion des Stadtrats als Organ der Gemeinde und als politische Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. „Es geht darum, das Zusammenspiel zwischen Stadtrat und Stadtverwaltung, den Status, die Aufgaben und die Zusammensetzung zu erklären“, sagt Bürgermeister Roland Schäfer. „Diese Veranstaltung bietet genügend Raum für Fragen, die die Teilnehmenden beschäftigen. Diese Chance sollten Sie als Bürgerin oder Bürger nutzen.“

„Manche Wählerinnen und Wähler wissen gar nicht so genau, mit welchen Befugnissen die Ratsmitglieder ausgestattet sind, die sie regelmäßig bei der Kommunalwahl wählen“, sagt Heinz Mathwig, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben. „Dabei entscheiden die Ratsmitglieder über die Verwaltung, soweit Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft betroffen sind. Ich persönlich freue mich auf eine interessante Diskussion an diesem Abend mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und insbesondere darüber, dass Herr Bürgermeister Roland Schäfer sich bereit erklärt hat, diesen Informationsabend zu leiten und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Ich hoffe auf eine rege Teilnahme.“

Anmeldungen nimmt das VHS-Team persönlich während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 08.30 – 12.00 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 14.00 – 16:00 Uhr im Volkshochschulgebäude „Treffpunkt“, Lessingstr. 2, 59192 Bergkamen, entgegen. Eine Anmeldung per Telefon ist unter der Rufnummer 02307 / 284952 oder 284954 möglich. Online können Interessierte sich jederzeit über vhs.bergkamen.de oder www.bergkamen.de anmelden.

 




Ötzi sorgt im Stadtmuseum für Rekord und neue Steinzeit-Fans

Der linke Arm ist quer über die eingedrückte Brust ausgestreckt. Der Mund sieht aus, als würde Ötzi im Schlaf mit tief eingesunkenen Augen schnarchen. „Iiih, der ist ja eklig!“, ruft Jana empört. „Schau mal, die Zähne!“, ruft ein anderes Mädchen und zeigt durch das Guckloch. Den Blick können sie trotzdem nicht von der Mumie wenden. Die ganze Gruppe drückt sich fast die Nasen an der Kühlkammer platt.

Blick in die Kühlkammer: Ötzis Mumie.
Blick in die Kühlkammer: Ötzis Mumie.

Keine Frage: „Ötzi, der Mann aus dem Eis“ fasziniert. Mit einer Mischung aus Schauder und Neugier lockte die Gletscher-Mumie aus der Steinzeit nicht nur unzählige Kinder am Freitag ins Bergkamener Stadtmuseum in Oberaden. „Diese Ausstellung geht in die Historie des Stadtmuseums ein“, beobachtete auch Bürgermeister Roland Schäfer die riesige Schar von Eröffnungsgästen. Ein Interesse an Geschichte, das kaum verwunderlich sei: Die Bergkamener seien echte Geschichts-Fans, auch weil die eigene Stadtgeschichte noch eine junge sei. Dabei leben schon lange Menschen auf dem Stadtgebiet. Sogar Funde aus der Steinzeit gibt es, auch wenn sie leider verloren sind. Das Römerlager, der archäologische Park, zuletzt ein Kriegergrab aus der Spätantike, das vielleicht auch bald im Museum gezeigt werden kann: „Geschichte wird hier lebendig gehalten“, betonte Schäfer.

Henning Fenner zeigt anhand des Steinzeitgepäcks, das er auf seiner Wanderung dabei hatte, wie Ötzi lebte.
Henning Fenner zeigt anhand des Steinzeitgepäcks, das er auf seiner Wanderung dabei hatte, wie Ötzi lebte.

Richtig lebendig wurde die Jungsteinzeit, als Henning Fenner an das Mikrophon trat und von dem spektakulären Projekt berichtete, das er für die ARD zusammen mit 13 Kindern und Erwachsenen realisierte. Sie zogen sich Fellschuhe an, nahmen Steinwerkzeuge und Pfeilköcher in die Hände, bauten eine neolithische Pfahlsiedlung nach und lebten fast genauso wie Ötzi. Vier Wochen lang überquerte der Mann mit dem beeindruckenden Bart sogar die Alpen und lief 350 km lang den Weg nach, den Ötzi von Bregenz mit Bozen womöglich zurückgelegt hat.

Mit Blasen über die Alpen

Henning Fenner bekam am eigenen Leib zu spüren, wie hart das Leben als Steinzeitmensch war. Mit Moos und Fell wurden die Schuhe ausgestopft, um die vielen Blasen zu lindern. Feuer machen, Kochen: Auch die besten Workshops halfen oft nicht weiter, wenn Temperaturstürze über sie hereinbrachen, der Hunger übermächtig wurde und Jagen anders als bei Ötzi streng verboten war oder die Baumgrenzen dem Körper des 21. Jahrhunderts so zusetzten, dass nur noch moderne Hütten das Überleben sicherten. Da schaute manches der 30 Kinder der Jahnschule doch nachdenklich, als alle gemeinsam mit kräftigem „Uh“ und „Ah“ den Steinzeit-Song anstimmten.

Ausstellungseröffnung der anderen Art: Ötzi schaut zu, wie Barbara Strobel (l.), Bürgermeister Roland Schäfer und Henning Fenner (r.) Hand an das Fell legen.
Ausstellungseröffnung der anderen Art: Ötzi schaut zu, wie Barbara Strobel (l.), Bürgermeister Roland Schäfer und Henning Fenner (r.) Hand an das Fell legen.

Denn leicht war es war es für Ötzi bestimmt nicht, mit Pfeil, Bogen und Grasumhang (?) über die Berge zu stapfen. Wölfe und Kamerunschafe stromerten damals durch die Landschaft, mächtige Rothirsche und Bezoarziegen. Wie er mit welchen Waffen jagte, was er auf den Äckern anbaute, wie er Tiere zähmte und wie der steinzeitliche Vorläufer des modernen Kompass aussah: Ötzi zeigt im Stadtmuseum spannende Welten auf. Sogar über einen echten Krimi gibt sein tätowierter Körper Aufschluss: Der 1,60 m kleine und ca. 50 Kilo leichte Mann wurde mit 46 Jahren ermordet – eine Pfeilspitze steckt in seiner linken Schulter. Ötzi ist noch bis zum 12. Oktober im Stadtmuseum zu sehen. Und auch Henning Fenner kommt wieder: Er leitet einen Workshop zur Steinzeit 29. Juni im Rahmen das umfangreichen museumspädagogischen Programms.