Am heutigen Dienstag, 21. Juli, fuhr um 12.10 Uhr ein 75-jähriger Bergkamener auf der Lessingstraße aus Richtung Präsidentenstraße kommend. Aus unklarer Ursache fuhr er gegen einen am rechten Fahrbahnrand parkenden Pkw und einen Anhänger. Der Unfallfahrer machte vor Ort einen verwirrten Eindruck und konnte keine Angaben zum Unfallhergang machen. Vermutlich verlor er aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mann wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Es entstand ein Sachschaden von etwa 5 500 Euro.
Mit Rebensaft und Römern den Sommer am Wasser genießen
Besser ging es nun wahrlich nicht. Nicht nur der Wein und der Schinken kamen direkt vom Mittelmeer. Auch das Wetter präsentierte sich zum Weinfest als mediterraner Direkt-Import. Ebenso wie die kämpfenden Gladiatoren, die kulinarischen Düfte und das passende Schwappen der Kanal-Wellen zur flotten Musik. Fehlt nur noch ein echter Bergkamener Weinberg mit Reben-Hängen.
Prost: Mit Freunden und Bekannten ist ein guter Tropfen wahrlich ein „Weingenuss am Wasser“.
Macht gute Laune: Mit einem kühlen Tropfen anstoßen.
Selbst bei prallem Sonnenschein suchten sich die Bergkamener ein lauschiges Plätzchen unter den frisch von der Stadt angekauften Sonnensegeln und gönnten sich ein kühles Gläschen. Richtig brummte es jedoch erst an den Abenden, wenn die Temperaturen erträglicher wurden und es immer noch warm genug war, um mit einem guten Tropfen den Sternenhimmel zu begrüßen. Dann waren auch beim 4. Weinfest die von den Stadtbediensteten geschmückten Plätze Mangelware.
Ganz schön zur Sache es bei den Gladiatoren in der „Arena“.
Goldmuskatteller, Dornfelder, Portugieser und Cabernet Blanc kannten die Römer zwar noch nicht. Einem guten Tropfen waren sie allerdings auch nicht abgeneigt. Mehr noch: Sie kultivierten den Weingenuss erst auch in unseren Gefilden – wenn auch mit aus heutiger Sicht haarsträubenden Ingredenzien wie Harzen oder inzwischen längst ausgestorbenen Kräutern. Echte Römer waren übrigens auch die Gladiatoren nicht, mit denen sich die Bürger des riesigen Weltreiches die Langeweile vertrieben. Sie stammten aus allen möglichen Provinzen und waren Objekte einer regelrechten Kampfindustrie. Das lernten die Besucher des Weinfestes ganz nebenbei.
Von Römern, Kampfkünsten und kniffligen Fragen
Einer muss verlieren – und das Publikum entschied auch beim Weinfest, wie es dem Verlierer ergehen sollte.
Denn es war eine kleine Kampfarena aus Sand aufgebaut, in der die Gladiatoren von „Amor mortis“ zeigten, wie dereinst um die Gunst der Zuschauer gebuhlt wurde. Mit welchen Waffen zugeschlagen wurde, womit sich die Kämpfer schützten und dass am Ende mitnichten der Kaiser den Daumen hob oder senkte, sondern einzig das Publikum über Ehre oder Verderben des Verlierers entschied. Spektakulär war es allemal, den Reenactment-Darstellern bei ihren schweißtreibenden Kämpfen zuzuschauen, die auf die Römertage im September an der Holz-Erde-Mauer im Römerpark aufmerksam machen sollten.
Flotte Rhythmen gab es unter anderem von den „Sultans of Swing“.
Schweißtreibend waren nicht nur Sonne und Kampfkunst, sondern auch die Fragen des Quiz zum Weinfest. Was ist ein „Fiasco“ beim Weinkauf, was bedeutet „Verrieseln“, was ist ein „Weinstein“ und wie viele Einwohner hat eigentlich Bergkamen? Die Antworten auf die 15 Fragen waren gar nicht so leicht. Da tat musikalische Unterstützung von „Mava Acoustic“, den „Sultans of Swing“ oder Nigel Prickett oder der Besuch von germanisch-römischen Angehörigen der CLASSIS AUGUSTA DRUSIANA und der VEX VET LEG XIX wahrlich not. Dass der Sonntag deutlich kühler, teilweise verregnet und sehr bedeckt daher kam, war der einzige Wermutstropfen – und der tatsächlich erste Tag beim Bergkamener Sommer, der nicht aus voller Seele strahlte.
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Wo Drusus die Ferien in ein römisches Abenteuer verwandelt
Mit Schwert am Schild vorbei kommen und dann auch noch eine Stelle am Körper finden, die nicht mit Kettenhemd, Brustpanzer oder Lederschutz bedeckt ist. Mit dem Pfeil den Gegner treffen, die Rüstung allein anlegen und damit auch noch marschieren, aus dem römischen Ofen essbares Brot herausholen und den Getreidebrei so zubereiten, dass er auch schmeckt: Das Leben in einem römischen Lager ist gar nicht so leicht. Und vor allem: Es kann eintönig werden.
Gar nicht so leicht: Als „Schildkröte“ wie die echten Römer in Formation gehen.
Eine Kunst für sich: Aus Matrizen römische Münzen zaubern, die übrigens später im Museum zu „Bezahlgeld“ werden sollen.
Denn die feindlichen germanischen Stämme geben schon klein bei, kaum dass das Lager in Oberaden richtig eingerichtet ist. Ständig immer nur exerzieren, die Kampfausrüstung pflegen und Gräben ausheben: Den römischen Legionären wird es regelrecht langweilig. Einzig der immer noch fehlende Sold sorgt für schlecht gelaunte Abwechslung. Da kommt die Ankündigung von Kaiser Augustus aus dem fernen Rom gerade recht: Im Lager soll eine eigene Münzwerkstatt eingerichtet werden. Damit die Germanen das Bezahlsystem kennen lernen und der Handel in Gang kommt. Drusus, der Feldherr, soll bald kommen und kontrollieren, ob das Münzenprägen auch gut klappt. Soweit die Theorie.
Fleißiges und sorgfältiges Feilen ist gefragt, um das Kaiserporträt auf der Münze zum Glänzen zu bringen.
Julia Prima hat das Zinn schon fast im Schlaf unter Kontrolle. Geschmeidig fließt die flüssige Legierung unter ihren Händen in die Matrize. Rundherum gelungen ist die Münze, die kurz darauf mit der Zange herausgeholt wird, von der die Gusskanäle abgeknipst werden und aus der die Feile jetzt echten Glanz rund um das Kaiserporträt hervorholt. Keine Frage: Münzengießen macht richtig Spaß und ist eine kleine Kunstform.
Beim römishcen Kampf kommt nie Langeweile auf
Das macht Spaß: Mit dem Pfeil den Gegner ins Visier nehmen.
Quintus Secundus und seine Kollegen erobern lieber die Holz-Erde-Mauer und nehmen den Spiegel der Kleopatra ins Visier. Den gilt es nämlich mit Pfeil und Bogen zu erobern. Andere finden den Umgang mit Holzschwert und Schild auch nach einem ganzen römischen Lager Tag immer noch richtig spannend und üben die Kampftechniken. Was sich die Macher um Lagerleiterin Christin Simons ausgedacht haben, funktioniert nicht richtig: Alle Lagerstationen vom römischen Backofen bis zur römischen Küche sind und bleiben während des gesamten Drusus-Lagers rundherum spannend. Mancher der 19 Teilnehmer mag sich gar nicht von seiner Lieblingsstation trennen, um auch mal andere Aspekte aus dem Alltag des Lagerlebens kennen zu lernen.
Will gelernt sein: Die richtige römische Kampftechnik wird geübt.
Für alle waren die zwei Tage im Drusus-Lager eigentlich viel zu kurz. Mancher wäre wohl am liebsten ganz in diese andere Welt abgetaucht, die so ganz anders als die Gegenwart ist. Als dann aber am Sonntag Drusus tatsächlich das Lager besuchte, exerziert und präsentiert wurde, Schaukämpfe auf dem Programm standen, kulinarische Köstlichkeiten kredenzt und am Ende die römischen Diplome verliehen wurden, waren am Ende doch alle Nachwuchsrömer ganz schön aus der Puste. Denn langweilig war dieses Drusus-Lager ganz und gar nicht.
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Beim Wenden Kradfahrer übersehen
Ein 20-jähriger Autofahrer aus Lünen war am Freitag, 17. Juli, um 15.35 Uhr auf der Lünener Straße in Bergkamen in Richtung Lünen unterwegs. Kurz vor Erreichen des Bahnüberganges in Bergkamen-Oberaden wollte er auf der Straße zu wenden. Dabei übersah er einen 36-jährigen Kradfahrer, der die Lünener Straße in Fahrtrichtung Kamen befuhr. Es kam zu einer Kollision der beiden Fahrzeuge, bei der der Kradfahrer glücklicherweise nur leicht verletzt wurde. Das nicht mehr fahrbereite Krad musste von einem Abschleppunternehmen geborgen werden. Insgesamt entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 9.000 Euro.
GWA-Tipps für einen Garten ohne Pestizide
In Schuppen, Kellern oder Garagen finden sich oft Chemikalienreste aus der Hobbywerkstatt, Klebstoffe, Holzschutzmittel, Lacke und viele andere, die nicht über die Restmülltonne entsorgt werden dürfen. Die GWA-Abfallberatung weist darauf hin, dass es sich dabei um Sonderabfall handelt, der kostenlos an der Justus-von-Liebig-Straße 7 abgegeben werden kann.
„Während der Gartensaison werden besonders viele giftige Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel abgegeben“, berichtet Andre Turk, GWA-Mitarbeiter des Wertstoffhofes. „Die giftigen Mixturen bei der Schadstoffsammlung abzugeben und nicht irgendwo zu entsorgen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz“, ergänzt seine Kollegin, Abfallberaterin Doris Homann. „Noch besser wäre es allerdings, beim Einkauf etwas kritischer zu sein.“
Chemische Unkrautvernichtungsmittel wie „Roundup“ und andere glyphosathaltige Produkte, die alle Pflanzen ausnahmslos abtöten, sollten im Garten tabu sein. Sie sind äußerst bedenklich für die Natur, die Tierwelt und auch für unsere Gesundheit: Reste davon gelangen in den Boden, ins Grundwasser, schädigen Bienen und andere Insekten und finden sich auch in den Früchten der Pflanzen wieder.
Umweltfreundliche Alternativen gibt es reichlich: Pflanzenschutzmittel auf Basis natürlich hergestellter Wirkstoffe, selbst hergestellte Pflanzenjauchen, das Ansiedeln von Nützlingen, mechanische Maßnahmen wie das Jäten oder das Abbrennen der Pflanzen mit einem Gasbrenner, der Einsatz von Mulch und Kompost und vieles mehr. Weitere Fragen dazu beantwortet die GWA-Abfallberatung unter der Telefonnummer 0800 400 1 400 montags bis donnerstags von 8.30 bis 15 Uhr. Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.gwa-online.de
Familienfreizeit dank großer Spendenbereitschaft
Drei Tage ausruhen, entspannen und die Freizeit mit Spiel und Spaß genießen – das stand bei der Familienfreizeit des Familientreffs Bergkamen ganz oben auf der Liste.
Bei sommerlichen Temperaturen besuchten die Familien den Hof Eckei in Fröndenberg. Foto: privat
Zu Beginn der Sommerferien fuhren rund 22 Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern und unter Leitung von Doris Gumprich und Ina Wiegandt in die Begegnungsstätte des Ev. Kirchenkreises Unna, in die Oase Stentrop nach Fröndenberg. Bei den sommerlichen Temperaturen verbrachten die Teilnehmer viel Zeit draußen, planschten mit den Kleinkindern im Pool und genossen das Außengelände an der Oase. Auch ein Besuch auf dem Bauernhof Eckei stand auf dem Programm.
Möglich wurde die Familienfreizeit nur durch eine großzügige Spende des Lions Club BergKamen sowie Zuschüsse aus Kollektenmitteln vom Ev. Familienbildungswerk Westfalen und Lippe e.V. und Mitteln des Jugendamtes der Stadt Bergkamen. So hatten die Teilnehmer nur eine geringe Eigenleistung zu tragen.
Hintergrund: Der Familientreff Bergkamen ist eine Einrichtung des Jugendamtes der Stadt Bergkamen. Kooperationspartner sind die Ev. Familienbildung des Kirchenkreises Unna sowie das Ev. Familienzentrum am Bodelschwinghhaus. Der Familientreff steht allen Familienmitgliedern offen, die Fragen rund um das Zusammenleben mit Kindern haben. Weitere Informationen gibt es unter 02307/280333.
Motorradfahrer prallt gegen Laterne
Am Dienstag, 14. Juli, fuhr um 21.10 Uhr ein 45-jähriger Motorradfahrer aus Werne auf dem Hellweg in Richtung Schachtstraße. Als er nach der Kanalbrücke vor einer Linkskurve bremste, verlor er die Kontrolle über sein Krad, stürzte und prallte gegen eine Laterne. Er verletzte sich dabei so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Es entstand ein Sachschaden von etwa 5 000 Euro.
Auf nach Kentucky!
Die fünfzehnjährige Vivian Heller aus Weddinghofen erhält ein USA-Stipendium des Deutschen Bundestages. Pate der Schülerin des Bergkamener Gymnasiums Bergkamen ist der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe. Hüppe beteiligt sich regelmäßig an dem gemeinsamen Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm von Bundestag und US-Congress.
Vivian Heller (re.), ihre Eltern Torsten und Mona sowie Schwester Lina mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe.
„Ich beteilige mich an dem Programm, weil ich jungen Leuten aus meinem Wahlkreis ein Stipendium in den Staaten ermöglichen möchte. Das Stipendium erweitert den Horizont und ist eine Erfahrung, die für das weitere Leben prägt“, erklärt Hüppe seine Motivation.
Vivian Heller hat bereits regen Kontakt mit ihrer Gastfamilie. „Kinder haben meine Gasteltern nicht“, erzählt sie. Die Gastmutter sei gleichzeitig ihre Lehrerin an der Highschool. Die Versorgung mit Informationen zur Schule und zum Lehrangebot sei also sichergestellt. „Ich habe schon den gesamten Lehrplan durchgearbeitet. Da werden Fächer angeboten, die es bei uns gar nicht gibt“, sagt Vivian Heller. Auch mit dem Trainingsplan der Volleyballmannschaft hat sich Heller schon beschäftigt. „Ich bin Volleyballerin beim TuS Weddinghofen und möchte auch in den Staaten Volleyball spielen.“
Am 13. August startet Vivian Heller in die USA. Sie wird in Erlanger leben, einer 18.000 Einwohnerstadt im Norden des Bundesstaates Kentucky. Erst einmal aber geht es in die amerikanische Hauptstadt Washington D.C., wo Besichtigungen und Vorträgen zum politischen System der USA auf dem Programm stehen. „Ich freue mich riesig auf den Aufenthalt in den Staaten und kann es kaum erwarten, meine Gastfamilie und meine neue Schule kennenzulernen“, so Vivian Heller.
Nach dem Stipendium wird Vivian Heller nicht nur ihre Familie und Freunde wiedersehen, sondern auch ihren Paten Hubert Hüppe treffen. „Ich bin bereits auf Vivians Bericht gespannt“, so Hubert Hüppe. So lange wird Hubert Hüppe allerdings nicht warten müssen. „Ich werde Ihnen während meines Aufenthaltes so oft wie möglich schreiben“, verspricht Heller.
Bootsausflug endet am Haken
Weil ein Sportboot zu sinken drohte, rückten die Löschgruppen Rünthe, Mitte, Oberaden und Heil am Samstag, 11. Juli, gegen 14 Uhr zum Datteln-Hamm-Kanal aus.
Wie die Feuerwehr mitteilt, war das Boot auf Höhe des ehemaligen Zechengeländes Haus Aden aus ungeklärter Ursache mit Wasser voll gelaufen. Die Besatzung, erzählt Feuerwehrmann Martin Schmidt von der Löschgruppe Oberaden, habe es noch geschafft, das Boot im Adener Hafenbecken an die südlich liegenden Spundbohlen zu steuern und am Bug mit einer Leine zu sichern, damit es nicht auf den Grund des Kanals sinken konnte. Danach rettete die Besatzung sich und ihren Hund und alarmierte die Feuerwehr.
Die Feuerwehr schleppte das Boot später in die Marina. Fotos: Ulrich Bonke
Als die Feuerwehrleute eintrafen, ragte nur noch die Spitze des Bootes aus dem Wasser. Die Einsatzkräfte bargen einige Gegenstände aus dem Boot und von der Wasseroberfläche und forderten von der Feuerwehr Lünen ein Fahrzeug mit Kran an, um das Sportboot aus dem Wasser zu ziehen. Als der Bug des Bootes am Kran hing, befestigte die Feuerwehr Rünthe das Heck mit einem Seil und spannte es, um das Boot in die Waagerechte zu bringen und zurück aufs Wasser zu setzten. Danach schleppte die Feuerwehr Rünthe das Boot auf dem Wasser bis zur Marina.
Der Einsatz der Feuerwehr dauerte rund zwei Stunden. Verletzt wurde bei diesem Unglück glücklicherweise niemand.
Futuristische Theater-Premiere begeistert im Wasserpark
Feuerwehrsirenen, Rettungshubschrauber, psychodelische Handytöne und zu guter Letzt sogar Leichtflugzeuge über der „Skyline“ der City: Man hätte meinen können, all das gehörte zur geplanten open air-Kulisse des n.n. theaters. Es war aber die Hintergrundmusik eines ganz normalen Sommerabends, der sich perfekt in die futuristische Handlung von „Metropolis“ einfügte.
Landen in Metropolis: das Ensemble des n.n. theaters beim Auftakt ihrer futuristischen Zeitreise.
Großartig: Mit kleinen Mitteln und imposanter Spielfreude abtauchen in andere Welten.
Dass es sich dabei auch noch um eine absolute Premiere handelte, darauf können die Bergkamener stolz sein. Denn sie gehören längst zum Stamm- und Lieblingspublikum der neuen Volkbühne Köln beim Bergkamener Kultur-Sommer. „Die Bergkamener kennen uns schon gut und sehr lang – das ideale Publikum, um einmal aus dem vertrauten Stil auszubrechen und sich etwas zu trauen“, schildert Irene Schwarz vom n.n. theater. Ideal, um sich an der Erstaufführung eines schwierigen Stoffes unter freiem Himmel zu versuchen.
Futuristische Gestalten vor Bergkamener City-Kulisse.
Denn leicht ist es wahrlich nicht, den mehr als 90 Jahre alten Inhalt des Stummfilmes von Fritz Lang mit einfachsten Mitteln auf einer winzigen Bühne vor einer Hochhauskulisse in Szene zu setzen. Da schuften ausgebeutete Arbeiter aus der Unterwelt an monströsen Maschinen in der Zwischenwelt für die im Luxus schwelgende Elite der Oberwelt. Bis die Grenzen von der Liebe durchbrochen werden, sich ein Aufstand anbahnt und sich zeigt: Alle Technik hilft nichts: Die Menschlichkeit siegt am Ende über jede Manipulation.
Aus Pfannen und Gartenschläuchen ein Ereignis machen
Pfannen als Kommunikationsweg in die andere Welt.
Was das fünfköpfige Ensemble aus dem ehemals teuersten Filmstoff aller Zeiten gemacht hat, war ein echtes Ereignis. Vor der Kulisse des Wasserparks genügten ausgediente Wok-Pfannen, Gartenschläuche, Federbälle als Nasenschmuck, aus Haarklammern gebastelte Schmetterlinge oder Siebe, die sich in Raketen verwandeln, um immer wieder neue Welten herbeizuzaubern. Güldener hautenger Stoff: Fertig ist die futuristische Hexenküche, in der Futura geboren wird: Der grauenerregende Klon, der Lachen und Weinen stiehlt und den Aufstand unterdrücken soll.
Liebesrausch auf der Bühne, der ansteckend wirkt.
Einmal mehr faszinierten die großartigen Schauspieler mit immer wieder überraschender Kreativität, mit ansteckendem Einfallsreichtum und begeisternder Schauspielkunst. Wenn sich Freder, der Sohn des Metropolis-Herrschers, und Maria, die freiheitsliebende Arbeiterin, in den Armen liegen, standen den spontan aus den Wohnhäusern herbeigeeilten Kindern die Münder offen. „Was passiert hier gleich?“, fragten Kinder und Jugendliche, die eben noch Skateboard fuhren oder im Wasserpark planschten, zu Beginn der Aufführung neugierig die Künstler. Alle saßen bis zum Schluss gebannt auf den Treppen und Stühlen, jauchzten entsetzt auf, als die Hexe die Manipulationsmaschinen anwarf, und jubelten begeistert mit, wenn die Liebe mit Schmetterlingen und Mini-Raumschiffen einen kleinen Sieg nach dem anderen erringen konnte.
Wenn Kultur auch kostenlos restlos begeistert
Faszinierte kleine Zuschauer.
Genau das will das kostenlose Kulturangebot erreichen: Auch jene faszinieren, die sich sonst nicht an das Theater und unbekannte Inhalte herantrauen. „Als wir hier das erste Mal auftraten, wimmelte es überall vor Security“, erinnert sich Irene Schwarz. Jetzt gibt es noch einige wenige, die ein Auge auf die Sicherheit haben – und die können ganz und gar entspannt bleiben. Denn: Kultur begeistert – und zwar restlos.
Mitreißend: Die mobile Band aus Hamm heizte mit bekannten Rhythmen ein.
Die meisten der gut 300 Zuschauer gingen mit den flotten Rhythmen der mobilen Band „Kabellos“ auf den Lippen nach Hause. Die hatten im Vorfeld für die richtige Stimmung gesorgt und aus den Stuhlreihen einen mehrstimmigen Chor gemacht. Ansteckend waren auch inzwischen längst historische Zitate wie „macht kaputt was euch kaputt macht“ oder „wir sind das Volk“ oder „alle Menschen werden Brüder – weil wir es wert sind“ und „die Liebenden sind heilig“, die sich zumindest für eine Weile aus der Theaterfiktion mit zurück in die Realität nehmen ließen.
Der Kultursommer geht weiter – vom 17. bis 19. Juli mit dem „Weingenuss am Wasser“ in der Marina Rünthe.
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Polizei zu Massenschlägerei am Häupenweg gerufen
Über Notruf gingen Samstagmorgen, 11. Juli, kurz nach halb vier Hinweise auf eine größere Schlägerei an einem Vereinsheim am Häupenweg ein. Demnach sollten bis zu zwanzig Personen an einer Auseinandersetzung beteiligt sein, mehrere Personen, so hieß es, wären bereits verletzt. Mehrere Streifenwagen aus Unna, Kamen, Werne und zivile Polizeikräfte sowie der Rettungsdienst wurden entsandt.
Als Polizei und Rettungsdienst eintrafen, hatte sich die Lage bereits wieder entspannt. Vor Ort wurden drei leichtverletzte Personen angetroffen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurde im Vereinsheim ein Geburtstag gefeiert. Ein derzeit noch nicht identifizierter Mann erschien uneingeladen, randalierte, warf Stühle und Tische um und warf mit Bierflaschen. Eine Bierflasche traf einen Gast am Kopf, eine weitere zerstörte eine Glasscheibe. Der Randalierer flüchtete vor Eintreffen der Polizei.