Musik- und Postkartenaktion: Chor singt für mehr Toleranz in VKU-Bussen

Das Projekt „JederBus, Inklusion erfahren“ thematisiert Probleme, die eine Benutzung des Busses erschweren und wirbt für mehr Toleranz. In der Vorweihnachtszeit regt das von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) und dem Kreis betriebene Projekt mit Aktionen zum Nachdenken an.

Der „Jederbus“ wirbt für mehr Toleranz unter den Fahrgästen der VKU.
Der „Jederbus“ wirbt für mehr Toleranz unter den Fahrgästen der VKU. Foto: VKU

Entstanden ist eine Musik- und Postkartenaktion in Kooperation mit dem Chor der Hellweg Werkstätten und mit der Band „girls&boys“ der kreiseigenen Karl-Brauckmann-Schule aus Holzwickede, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“.

Unterhaltungsprogramm auf mehreren VKU-Linien

Der Chor wird am Donnerstag, 17.Dezember auf der Linie R 81 zwischen Unna und Werne und die Schulband am Freitag, 18. Dezember auf verschiedenen VKU-Linien zwischen Holzwickede und Kamen unterwegs sein. Während der Fahrten musiziert der Chor bzw. die Band, um die Fahrgäste der VKU zu unterhalten und auf sich aufmerksam zu machen.

Postkarten geben Tipps zum richtigen Umgang

Da falsches Verhalten oft auch aus Unwissenheit resultiert, verteilen Mitarbeiter der VKU, der Hellweg Werkstätten bzw. am Freitag Schüler der Karl-Brauckmann-Schule parallel Postkarten mit Tipps für den Umgang mit beeinträchtigten Menschen.

Die Aktionen lösen natürlich nicht die Probleme, aber sie sind zwei von vielen Schritten. Besonders zwei Dinge sind den Verantwortlichen des VKU-Projekts „JederBus“ wichtig: Alle Lösungen werden gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet. Und kleine Schritte sind wichtiger, als nichts zu tun oder auf eine allumfassende, große Lösung zu warten.




Wohnungsbrand wegen Zigarette: Geldstrafe

Er sagt, er habe ziemlich viel getrunken in jener Nacht – unter anderem Wodka. Geraucht hat er auch in seiner Wohnung an der Bergkamener Pestalozzistraße. Die letzte Zigarette warf Thomas G. (Name geändert) in einen Müllbeutel. Dann schlief er ein. Wach wurde er wenig später vom Hustenreiz. Wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilte ihn das Amtsgericht Kamen heute zu einer Geldstrafe.

Viel wisse er nicht mehr über die Ereignisse am sehr frühen Morgen des 29. April 2015, sagte der Angeklagte dem Richter. Fest steht: G. hatte Glück. Und die übrigen Bewohner des zweieinhalbgeschossigen Reihenhauses auch. Den Brand hätte jemand von außen erst bemerkt, wenn es für G. wohl zu spät gewesen wäre, sagte ein Sachverständiger. Als Thomas G. damals vom Qualm wach wurde, rannte er zur Wohnungstür – und brach den Schlüssel ab. Weil seine Wohnung im Erdgeschoss lag, konnte er ohne Gefahr aus dem Fenster springen. Im Freien angekommen, schlug er Alarm. Die Brandbilanz: ein paar Zehntausend Euro Schaden – aber kein Mensch verletzt.

90 Tagessätze zu 15 Euro: Zu dieser Strafe verurteilte der Richter den Hartz-IV-Empfänger. Der habe zwar Andere – und sich selbst – in Gefahr gebracht, aber eben nicht mit Vorsatz. Außerdem zeigte G. Bereitschaft, sich zu ändern: Im Sommer absolvierte er eine Therapie wegen seines Alkoholproblems. Und obendrein zeigte er sich empfänglich für einen Tipp des Brandsachverständigen. Der hatte empfohlen: „Die nächste Wohnung mit Rauchmelder, wenn’s geht.“

Von Andreas Milk




Endlich: Kostenfreies Wlan auf dem „Platz der Partnerstädte“

Guten Nachrichten für alle Internet-Fans! In Zusammenarbeit mit der Telekommunikationsgesellschaft „HeLi NET“ bietet die Stadt ab sofort auf dem „Platz der Partnerstädte“ zwischen Rathaus und Kaufland einen kostenlosen Internetzugang an.

Thomas Hartl (r.) und der Leiter des Bergkamener Stadtmarketings Karsten Quabeck erläutern den neuen Hotspot auf dem Platz der Partnerstädte.
Thomas Hartl (r.) und der Leiter des Bergkamener Stadtmarketings Karsten Quabeck erläutern den neuen Hotspot auf dem Platz der Partnerstädte.

Wer sich dort auf einer der Bänke ausruht, eine Bratwurst ist oder Kaffee trinkt, kann nebenbei die Mails checken und anderes mehr. Einfach bei den Internet-Verbindungen auf „HeliSpot“ tippen und auf der Anmeldeseite die Nutzungsbedingungen akzeptieren. Sicherheits-Apps stufen übrigens diese Verbindung als „unsicher“ ein. Online-Bankgeschäfte sollte man also darüber nicht tätigen, gegen Statusmeldungen auf Facebook oder ähnliches ist sicherlich nichts einzuwenden.

„Wir gehen davon aus, dass sich unser neuer Service im Zeitalter von Smartphone und Co. relativ schnell herumsprechen wird“, ist der Amtsleiter Zentrale Dienste Thomas Hartl sicher. An den beiden Laternenmasten, die mit zusätzlichem Wlan ausgerüstet sind, kleben jetzt auch die international bekannten Hinweisschilder, die auf solche öffentlichen Internetzugänge hinweisen.

Vorbei sind übrigens auch die Zeiten, in denen in Bergkamen die „HeliSpots“ die User nach einer halben Stunde wieder rauswerfen und sie zur Neuanmeldung zwingen. Wer eingeloggt ist, bleibt es bis 24 Uhr, auch dann, wenn er vom Rathaus oder Busbahnhof zur Marina Rünthe fährt und dort den Hotspot weiter nutzt.




Lions spenden Winterkleidung für Kleiderkammer der Flüchtlingshelfer

Es gehört zu den erfreulichen Aspekten der momentanen Situation in Kamen und Bergkamen, dass die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger groß ist. Die Flüchtlinge werden freundlich empfangen und mit dem Nötigsten versorgt. Die Kleiderkammern der Ehrenamtlichen sind gut bestückt, so dass den meisten ankommenden Menschen geholfen werden kann.

Kleiderspende Lions Einen deutlichen Mangel hat jetzt der Lionsclub BergKamen ausgeglichen. Den „Löwen“ war zu Ohren gekommen, dass dem Flüchtlingshelferkreis Bergkamen warme Jacken und Schuhe in kleinen Konfektionsgrößen fehlten. Schnell und unbürokratisch kauften die Lions 50 Winterjacken und 50 Paar Winterstiefel. Darüber freuen sich jetzt nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die ehrenamtlichen Helfer Irmi (li) und Hella in der Kleiderkammer, die ab sofort wieder Menschen aller Konfektionsgrößen helfen können. (Privatfoto)




Lippeverband ist im Rennen bei Europas begehrtesten Umwelt- und Wirtschaftspreis – Bürger können mitentscheiden

Der Lippeverband hat es in die TOP 10 in der Kategorie „Wasser & Ab-wasser“ der GreenTec Awards 2016 geschafft – Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftspreis! Der regionale Wasserwirtschaftsverband will den begehrtesten Umweltpreis Europas im kommenden Jahr entgegen-nehmen und benötigt dafür die Unterstützung der Bevölkerung in der Region: Jeder kann den Lippeverband unterstützen, indem er/sie unter www.greentec-awards.com und unter dem Reiter „Online-Voting 2016“ für den Beitrag des Lippeverbandes stimmt! Der Direktlink ist hier. Die Abstimmung läuft bis zum 13. Januar 2016!

Kläranlage des Lippeverbands in Scharnhorst
Kläranlage des Lippeverbands in Scharnhorst

Beim GreenTec-Award ist der Lippeverband mit seinem Projekt „Den Spurenstoffen auf der Spur“ (DSADS) vertreten: Im Rahmen von DSADS hat der Lippeverband über zwei Jahre eine sehr umfassende Kampagne in der Stadt Dülmen aufgelegt, an der sich Ärzte, Apotheker, viele Bürger und Schulen aktiv beteiligten. Ziel dabei war die Vermeidung von Medikamentenresten im Ab-wasser möglichst bereits an der Quelle, im Gesundheitswesen oder beim Verbraucher. Und die Sensibilisierungskampagne hat Spuren hinterlassen!

Die Informationen und Aktionen sowie die Berichterstattung darüber sind beim Verbraucher angekommen. Das Wissen und der Informationsstand sind deutlich angestiegen, das Entsorgungsverhalten hat sich positiv entwi-ckelt. Die DSADS-Anliegen wurden von der Bevölkerung und Akteuren der medizinischen Versorgung in Dülmen aktiv angenommen. Das sieht der Lippeverband als einen großen Erfolg für das Projekt an: Aufklärung und Sensibilisierung sind das bessere Mittel, um Spurenstoffe im Abwasser zu vermeiden – indem sie erst gar nicht ins Wasser gelangen!

Mitentscheiden!
Durch ihre Stimme können die Bürgerinnen und Bürger den Auswahlprozess entscheidend mitgestalten: Das Projekt mit den meisten Votes qualifiziert sich automatisch als einer der drei Nominierten in der jeweiligen Kategorie. Aus diesen wählt die Jury dann den Gewinner. Unter allen Teilnehmern werden zudem als Hauptpreis zwei Einladungen zur glamourösen Preisverleihung der GreenTec Awards am 29. Mai 2016 in München inklusive Anrei-se erster Klasse der Deutschen Bahn, Übernachtung im 4-Sterne-Hotel NH München Ost Con-ference Center und VIP-Shuttle verlost!

Die GreenTec-Awards
Die GreenTec-Awards ehren jedes Jahr innovative Produkte und Projekte, die den Weg in eine umweltbewusste Zukunft weisen. Etablierte Medienpartner wie ProSieben und WirtschaftsWo-che unterstützen die GreenTec Awards dabei, grünen Ideen eine Plattform zu bieten und ihnen so größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. So können die Pioniere mit ihren Projekten aktiv zu einem scho-nenderen Umgang mit unserer Umwelt beitragen. Der Lippeverband ruft alle auf: „Helfen Sie uns jetzt, die Welt ein Stückchen grüner zu gestalten und voten Sie online für unser Projekt! Jede Stimme zählt!“




Drei neue Bänke auf dem Weg zur Adener Höhe

Der Aufstieg auf die Adener Höhe der Bergkamener Bergehalden ist vom Parkplatz an der Erich-Ollenhauer-Straße eine sportliche Herausforderung. Mancher Wanderer hat sich auf dem Weg zum Gipfel eine zusätzliche Ruhebank gewünscht.

BankDieser Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen. Christiane Günther, die Leiterin des für das Haldengebiet zuständigen Pflegestützpunktes von RVR Ruhr-Grün, präsentierte jetzt drei neue Bänke aus Holz, die von ihren Mitarbeitern Tobias Hahrmann und Veit Venhoff aufgestellt wurden. Die Füße bestehen aus widerstandsfähiger Eiche und die Sitzfläche aus Kiefer. Sie laden jetzt zur Rast ein.




Einzelticket der VKU für Fahrten in einer Stadt kosten künftig 2,60 Euro

Busfahren innerhalb einer Stadt wird ab 1. Januar für viele teurer, jedenfalls dann, wenn man mit einem Einzelticket unterwegs ist. Bisher mussten für Fahrten 1,95 Euro oder 3 Euro gezahlt werden. Diese beide Preisstufen gibt es mit dem neuen Jahr nicht mehr. Die VKU zieht sie zusammen zur Preisstufe A, die dann 2,60 Euro kosten wird. Die Preise der übrigen Preisstufen bleiben unverändert.

Werben für das neue 10er Ticket: (V.l.) VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns sowie der VKU-Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla. Foto: VKU
Werben für das neue 10er Ticket: (V.l.) VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns sowie der VKU-Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla. Foto: VKU

Wer erst nach 9 Uhr startet und mit dem VKU-Bus wieder zurück will, sollte beim Busbahnhof in jedem Fall ein Tagesticket kaufen. Das kostet nur 3,90 Euro im Stadtverkehr. Dann kann man sogar ohne weiteren Kosten bis zu vier Kinder bis zu 14 Jahren oder auch ein Fahrrad mitnehmen.#

Mit dem neuen Jahr bietet die VKU ganz neu für die Preisstufen A und 3 (Fahrten in eine Nachbarstadt) auch 10er-Tickets für 19,50 an, , also 1,95 Euro pro Fahrt. Das ist exakt der Preis der heutigen Preisstufe 1 und sogar 1 Euro preiswerter pro Fahrt für die heutige PS 2. Ein 10erTicket der Preisstufe 3 ist für 29,50 Euro, also 2,95 Euro pro Fahrt, zu haben. Das ist preiswerter als eine Fahrt mit der heutigen Preisstufe 2.

Das 10erTicket gibt es nur im Barverkauf, allerdings nicht im Bus, jedoch in allen Vorverkaufsstellen. Zusätzlich zu den bestehenden Verkaufsstellen gibt es eine ganze Reihe neuer, die nur das 10erTicket anbieten. Vorverkaufsstellen in Bergkamen sind das Bürgerbüro im Rathaus, Schreibwaren Best-Harder in Oberaden, Schreibwaren Brocke in Rünthe, Reisebüro Rinne-Mork auf dem Nordberg, Reisebüro Brinkmann an der Jahnstraße in Oberaden. Die erste „Light-Vorverkaufsstelle“ in Bergkamen ist Katis Café an der Hochstraße. Dort erhält man allerdings nur das 10er Ticket. Geplant ist, dass auch die Lotto-Annahmestellen zu „Light-Vorverkaufsstellen“ werden. Hierfür sind allerdings noch nicht die Verträger unterschrieben worden.

Wer jedoch ab 1. Januar 2016 im Bus ein EinzelTicket erworben hat, kann den Preis dafür erstattet bekommen – sofern er unter Vorlage dieses Tickets zusammen mit einem vom Busfahrer ausgegeben Gutschein bis Ende März ein 10erTicket in einer Vorverkaufsstelle erwirbt.

Ab sofort gibt es das 10erTicket auch als Last-Minute-Geschenk zu Weihnachten in allen Vorverkaufsstellen. Wer seine Lieben ökologogisch verwöhnen will, erhält ein 10erTicket im passenden Geschenkumschlag für  Fahrten innerhalb einer Stadt für 19,50 EUR oder für Fahrten in die Nachbarstadt für 29,50 EUR.

Weitere Auskunft zum Thema Bus und Bahn gibt es bei der kreisweiten ServiceZentrale fahrtwind unter Telefon 0 800 3 I 50 40 30 (elektronische Fahrplanauskunft, kostenlos) oder 0 180 6 / 50 40 30 (personenbediente Fahrplanauskunft, pro Verbindung: Festnetz 20 ct/ mobil max.  60 ct) oder im Internet www.vku-online.de.

 

 

 




Städtisches Gymnasium will sich für den fairen Handel engagieren

„Der faire Handel wird im Erdkunde-Unterricht sowieso als Thema behandelt.“, berichtete Alexander Kreth, Lehrer am städtischen Gymnasium Bergkamen. Angelika Molzahn von der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town informierte ihn und seine Kollegin Anja Ganster bei einem Treffen über Unterrichtsmaterialien zu Themen wie Fußballherstellung ohne Kinderarbeit, Kakao- und Bananenproduktion unter fairen Arbeitsbedingungen.

Angelika Molzahn und Alexander Kreth
Angelika Molzahn und Alexander Kreth

Was kann man über den Unterricht hinaus noch erreichen? Ideen wurden reichlich gesammelt:

Fair hergestellte Fußbälle in der Schule verwenden, Fairtrade-Kaffee im Lehrerzimmer, Projekttage zum Thema, Theaterstück „Global Playerz“ in der Schule aufführen, fair gehandelte Produkte in der Mensa… Doch zunächst müssen auch die Kollegen überzeugt werden.

Als Anschauungsobjekt zum Ausprobieren überreichte Angelika Molzahn an den Erdkunde und Sport-Lehrer Kreth einen fair gehandelten Fußball, der ohne Kinderarbeit hergestellt wurde und eine Liste mit Bezugsquellen für diese Bälle. Der Fachmann konnte mit einem Blick feststellen: Dieser Ball ist qualitativ hochwertig.




Museum hält auch mit Renovierung dem Weihnachtsmarkt-Ansturm stand

Ela kann mit ihren drei Jahren nicht nur perfekt ihren Namen buchstabieren. Sie weiß auch genau, dass die Sterne und bunten Kissen, die sie in die Hand nimmt, wichtig sind. Flüchtlingsfrauen haben sie selbst genäht. Sie mussten aus ihrer Heimat fliehen, weil dort Krieg und Tod ihr Leben bedrohten. In Bergkamen besuchen sie im Multikulturellen Forum Nähkurse und machen in anderen Projekten mit. Ihre Sterne und kleinen Kissen für den Weihnachtsbaum helfen: Mit den Spenden dafür wird die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt.

Wahre Weihnachtsmeere, in den die Menschen fast nicht mehr zu sehen sind, im Oberadener Stadtmuseum.
Wahre Weihnachtsmeere, in den die Menschen fast nicht mehr zu sehen sind, im Oberadener Stadtmuseum.

Die kleine Ela zeigt stolz den Weihnachtsbaumschmuck, den Flüchtlingsfrauen selbst genäht haben.
Die kleine Ela zeigt stolz den Weihnachtsbaumschmuck, den Flüchtlingsfrauen selbst genäht haben.

Es war nur ein kleiner Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Stadtmuseum, aber ein wichtiger. Ob Tierschutz, Kindergarten, Stockbrot, Karussell, Matjesbrötchen oder Auftritt des Gesangsvereins auf der Bühne: Schon der Weg über den Museumsplatz war randvoll mit weihnachtlicher Einstimmung. Im Museum dann das, was längst eine feste Tradition geworden ist: Dichtes Gedränge, Geschiebe und Staunen an den Ständen. Dabei sind die Reihen in diesem Jahr deutlich geschrumpft, übernehmen in den Räumen für die Sonderausstellungen aktuell doch die hauseigenen Renovierungskünste die Regie.

 

Kräftig renoviert wird in den einstigen Räumen für die Sonderausstellungen.
Kräftig renoviert wird in den einstigen Räumen für die Sonderausstellungen.

„Hier werden wir künftig die übrigen Epochen der Bergkamener Geschichte besser zur Geltung bringen“, erzählt Museumsleiter Mark Schrader. Wo momentan noch die Schleifmaschine, Spachtel und Leitern die frisch geebneten Böden bevölkern, werden bald Exponate vom frühen Mittelalter bis zur Industrialisierung die vom Bergbau um stattliche sechs cm geneigten Räume zieren. Neue Vitrinen, mit museumstechnischer Hilfe aus Paderborn organisiert, warten schon auf ihren Einsatz. „Das ist schon ein ganzes Stück Arbeit, das wir hier im Team bewältigen“, ist Mark Schrader stolz auf den erreichten Fortschritt.

Weihnachtsheere mit Suchtfaktor

Auch in der Apotheke duftete es weihnachtlich.
Auch in der Apotheke duftete es weihnachtlich.

Die übrigen Museumsräume waren dagegen wie inzwischen seit Jahrzehnten fest in weihnachtlichen Händen. Von der selbstgenähten Tasche über afrikanische Krippen, eigenhändig gefilzte Pantoffeln bis zum Schmuck reichte das Repertoire. Darunter Stände, die seit Menschengedenken nicht fehlen dürfen. Wie die winzigen weihnachtlichen Kuriositäten, die Karin Dietrich aus allem zaubert, was sie im Bastelbedarf findet. Winzige Schneemänner stehen in einem regelrechten Weihnachtsheer mit Miniatur-Schornsteinfegern stramm in einer Reihe. „Ich kann einfach nicht anders“, sagt Karin Dietrich. „Das ist eine Sucht und die ist Wellness für mich!“

Heike Naß mit ihren Gemälden.
Heike Naß mit ihren Gemälden.

Heike Naß fängt mit ihrer Sucht gerade erst an. Dabei malt die Oberadenerin schon seit ihrer Kindheit. Landschaften in allen Varianten haben es ihr angetan. Vor sechs Jahren machte sie mehr aus ihrem Talent, nahm Unterricht bei einer Kamener Künstlerin. „Dann habe ich einfach losgelegt mit allen Motiven, die mir gefallen.“ Das Ergebnis ist eindrucksvoll und füllt problemlos ihren ersten Stand auf dem Oberadener Weihnachtsmarkt.

 

Auch das gehört zum Weihnachtsmarkt: Weihnachtliches Basteln.
Auch das gehört zum Weihnachtsmarkt: Weihnachtliches Basteln.

Der hatte auch mit nur 40 anstelle der 50 Stände im Museum immer noch Überraschungen zu bieten. Ringe etwa, die von falschen Pralinen so täuschend echt verziert werden, dass man am liebsten hineinbeißen möchte. Japanische Taschen galt es zu entdecken, die mit trickreichen Schlaufen absolut diebstahlsicher sind. Einmal mehr schaffte es fast niemand unter den unendlich vielen Besuchern, hier ohne einen deutlich geschröpften Geldbeutel und mit viel Gepäck davonzukommen.

 

 




Jana Vonhoff und Kevin-Noah Kaminski holen Jahrgangspokale

Am vergangenen Wochenende absolvierten drei Schwimmerinnen und fünf Schwimmer der Wasserfreunde TuRa Bergkamen in Plettenberg sehr erfolgreich ihren letzten Wettkampf vor den Südwestfälischen  Kurzbahnmeisterschaften am kommenden Wochenende in Kamen.

Das erfolgreich Team der TuRa Wasserfreunde: Kevin-Noah Kaminski, Saskia Nicolai, Felix Wieczorek, Ann-Kathrin Teeke, Jana Vonhoff, Yannick Walln und Maximilian Weiß.
Das erfolgreich Team der TuRa Wasserfreunde: Kevin-Noah Kaminski, Saskia Nicolai, Felix Wieczorek, Ann-Kathrin Teeke, Jana Vonhoff, Yannick Walln und Maximilian Weiß.

Im Aqua Magis erschwammen sie sich die acht TuRaner beim 3. Internationalen & 46. Jahrgangsabschiedsschwimmen des SV Plettenberg gemeinsam 27 Medaillen, 13 persönliche Bestzeiten und eine Saisonbestzeit. Je einen Jahrgangspokal für die beste Einzelleistung erkämpften sich Jana Vonhoff (Jg.2004) über 200m Freistil mit ihrer neuen Bestzeit von 2:43,56 Min. und Kevin-Noah Kaminski (Jg.2003) über 100m Freistil in 1:07,90 Min.. Beide erhielten zudem für vier Starts vier Goldmedaillen. Maximilian Weiß (Jg.2002) freute sich über drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Gleich zwei Medaillensätze durfte Ann-Kathrin Teeke (Jg.2000) mit nach Hause nehmen. Saskia Nicolei (Jg.2003) erhielt drei Silbermedaillen. Yannick Wallny (Jg.2000) bekam je eine Silber- und eine Bronzemedaille und Felix Wieczorek (Jg.2002)dreimal Bronze.

Das erfolgreiche Team komplettierte Tan Hieu Mach (Jg.1991), er erschwamm sich eine persönliche




Doppelhaushalt verabschiedet: Flüchtlinge sind eine Chance

Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der Stadtrat am Donnerstagabend den Doppelhaushalt für die nächsten zwei Jahre verabschiedet. (Die Eckdaten des Doppelhaushalts gibt es hier.) Ein zentrales Thema, das sich durch alle Reden der Fraktionsvorsitzenden zog, waren die Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten, die in Bergkamen Schutz und Zuflucht gefunden haben. (Die Haushaltsreden gibt es als Download am Ende dieses Artikels)

SRathausie seien eine große Chance für die Stadt, lautete der gemeinsame Nenner. Bergkamen werde bunter – und das sei auch gut so, so CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel. Sein und der Dank aller anderen Redner galt den vielen Bergkamener, die sich im Flüchtlingskreis, beim DRK oder in der Stadtverwaltung in der Betreuung der rund 600 Neubürger engagieren. Wichtigstes Ziel sei es, sie erfolgreich in die Bürgerschaft zu integrieren. SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer: „Unsere Gesellschaft wird sich durch die Flüchtlinge verändern, auch hier in Bergkamen. In diesem Zusammenhang begrüße ich ausdrücklich die Art und Weise wie wir hier in Bergkamen mit der Situation umgegangen sind.“

Durch die Einrichtung der Zentralen Unterbringungseinrichtung sollte die direkte Zuweisung weiterer Flüchtlinge für ein bis zwei Jahre gestoppt sein. Doch so ganz ist Bergkamen nicht „aus dem Schneider“. Seit dem 1. November ist das Jugendamt auch für allein reisende Minderjährige verantwortlich, die in der Zeltstadt am Häupenweg ankommen. Zurzeit sind es rund 20 Jugendliche, 2016 können es 25 sein. Hier hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Schaffung einer Stelle beantragt. Zwischenzeitlich wurde bereits eine Person befristet auf zwei Jahre zum 1. Februar 2016 im Jugendamt eingestellt, die sich um die Minderjährigen kümmern wird.

Zentralbad bleibt Zankapfel

Eine heftige Debatte löste der Antrag der SPD-Fraktion aus, die Verwaltung zu beauftragen, das Problem „Neuordnung der Bäderlandschaft“ zu untersuchen. Im Kern geht es um die Fragen: Soll ein neues Kombibad gebaut werden? Wo – in Weddinghofen oder Mitte? Und was wird mit der Fläche, die nicht mehr benötigt wird?

Kritik gab es von der „Opposition“ vor allem deshalb, weil die laut Gutachter wirtschaftlichste Lösung, der Bau eines Zentralbads für Kamen und Bergkamen, nicht weiterverfolgt werde. Die SPD habe einfach beschlossen, dass es nicht gebaut werde, so Grünen-Fraktionschef Jochen Wehmann. Mit diesem Bad würden jährlich rund 400.000 Euro an Betriebskosten gespart, betonte Angelika Lohmann-Begander.

Das Aus für die große Bäder-Lösung zeichnete sich übrigens schon vor ziemlich genau einem Jahr ab. Bürgermeister Roland Schäfer hatte sie persönlich favorisiert. Sein Amtskollege in Kamen Hermann Hupe stellte nur wenig später fest, dass mit ihm die Schließung von Wasserflächen in Kamen nicht zu machen sei. Das erklärte er auch während einer Jubiläumsveranstaltung der GSW – lange bevor sich die SPD-Fraktionen beider Städte in getrennten Klausurtagungen für die Einzellösung ausgesprochen hatten.

Swap-Zinsgeschäfte größtes finanzielles Risiko

Ein wesentlicher Grund für die Ablehnung des Doppelhaushalts 2016/17 durch CDU und FDP ist die Anhebung der Grenze für Kassenkredite um rund 60 Prozent auf nun 134 Millionen Euro. Gedacht ist dieser größere Kreditrahmen hauptsächlich als Puffer, falls Bergkamen doch für die Swap-Zinsgeschäfte mit der ehemaligen WestLB zur Kasse gebeten wird. Denkbar wäre hier ein zu zahlender Millionen-Betrag im zweistelligen Bereich.

Zunächst hatte das Landgericht Dortmund diese Geschäfte zu Gunsten der Stadt als „sittenwidrig“ eingestuft und für nichtig erklärt. Doch möglicherweise sieht das Oberlandesgericht Hamm in zweiter Instanz die Sache anders. Vielleicht hat sie im Kleingedruckten etwas in den Verträgen gefunden, dass seiner Auffassung nach als Warnung vor den Risiken gereicht hätte.

Diese Zins-Geschäfte ließen sich zunächst gut an. Es wurde auf Basis des Schweizer Franken umgeschuldet. Das Zinsniveau der Alpenrepublik lag erheblich tiefer als in Deutschland. Viele Städte und Gemeinden folgten diesen Lockungen und standen plötzlich vor dem gleichen Dilemma: Die Schweiz hatte ihre Währung vom Euro abgekoppelt mit dem Ergebnis, dass der Wert des Franken gegenüber dem Euro erheblich stieg. Der Schuldenberg ist zwar auf Frankenbasis gleichgeblieben. Auf Eurobasis ist er aber, und damit auch die zu zahlenden Zinsen, immens gewachsen. 2011 zog Bergkamen die Reißleine und stieg aus diesen Swap-Zinsgeschäften aus.

CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel hatte im Vorfeld der Ratssitzung angekündigt, nun eine Diskussion darüber führen zu wollen, wer in der Verwaltungsspitze die Verantwortung für das drohende finanzielle Desaster tragen müsse. Bürgermeister Roland Schäfer sieht hier, anders als Heinzel, die Politik in der Mitverantwortung. Die Verträge und deren Verlauf seien regelmäßig im Haupt- und Finanzausschuss in nicht öffentlichen Sitzungen erläutert worden.

Und auch künftig entscheide der Stadtrat über die Annahme des noch ausstehenden Urteils, oder gehe man in Revision. Und auch die Inanspruchnahme der Kassenkredite sei letztlich eine politische Entscheidung. Für BergAUF-Fraktionsvorsitzenden Werner Engelhardt scheint das Ergebnis bereits festzustehen: Es glaubt ja wohl niemand mehr daran, die Stadt könnte ohne erhebliche Verluste aus diesen riskanten Zinswetten davonkommen. Wir jedenfalls glauben weder daran noch an einen ausgeglichenen Haushalt und werden diesem Schuldenhaushalt nicht unsere Stimme geben.“

Haushaltsrede Bernd Schäfer (SPD): HH-Rede SPD-Fraktion 2016-2017

Haushaltsrede Thomas Heinzel (CDU): HaushaltsredeThomas Heinzel 10_12_2015

Haushaltsrede Jochen Wehmann (Bündnis 90/Die Grünen: HH_GRUENE

Haushaltsrede Werner Engelhardt (BergAUF): 15-12-10 Haushaltsrede BergAUF zum Doppelhaushalt und HSK 2016-2017 – Entwurf (1)

Haushaltsrede Angelika Lohmann-Begander (FDP): Haushaltsrede 2015-1