Barrierefreie Shuttle-Service zur „Adener Höhe“: Diesmal kostet es 2 Euro pro Person

Die Stadt Bergkamen bietet in Kooperation mit dem DRK und der AWO den  barrierefreien Shuttle-Service zur „Adener Höhe“ an folgenden Terminen im August an. Diesmal müssen die Teilnehmer für die Hin- und Rückfahrt insgesamt 2 Euro bezahlen. Es gibt auch einen Abholservice von  zuhause und zurück, der ebenfalls zwei Euso kostet

Wer nicht gut zu Fuß ist und einen Elektro-Scooter besitzt, kommt natürlich auf die Adener Höhe.

Barrierefreie Fahrten zur „Adener Höhe“ im August
Am Samstag, 20.08.2016, in der Zeit von 14:00-16:00 Uhr, und am Sonntag, 21.08.2016, in der Zeit von 13:00-17:00 Uhr, bietet die Stadt Bergkamen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Arbeiterwohlfahrt wieder den barrierefreien Shuttle-Service zur „Adener Höhe“ an. Somit bekommen insbesondere Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und ältere Menschen die Möglichkeit, vom Haldentop aus einen fantastischen Ausblick auf das Ruhrgebiet, den Kreis Unna, das Münsterland und Sauerland zu genießen.

Die Termine im Überblick
  • Samstag, 20.08.2016 14:00-16:00 Uhr Gehbehinderte (DRK)
  • Sonntag, 21.08.2016 13:00-17:00 Uhr Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer (AWO)
  • Samstag, 24.09.2016 14:00-16:00 Uhr Gehbehinderte (DRK)
  • Sonntag, 25.09.2016 13:00-17:00 Uhr Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer (AWO)
Wo treffen sich Interessierte?
Treffpunkt für die Haldenfahrten ist der Parkplatz an der Erich-Ollenhauer-Straße.  Die AWO und das DRK bringen die Gäste im regelmäßigen Pendelverkehr zu „Adener Höhe“ und zurück. Interessierte können sich in den oben angegebenen Zeiträumen jederzeit auf dem Parkplatz an der Erich-Ollenhauer-Straße einfinden.
Für die Fahrten ist ein kleiner Obulus in Höhe von 2,00 Euro pro Person (Pendelverkehr vom Parkplatz Erich-Ollenhauer-Straße bis zur „Adener Höhe“ und zurück) zu entrichten. Die Fahrer des DRK und der AWO nehmen die Fahrtgelder direkt an den Fahrzeugen beim Einstieg in Empfang. Auf Wunsch holt die AWO die Rollstuhlfahrenden im Bergkamener Stadtgebiet gegen eine zusätzliche Gebühr von 2,00 Euro pro Person (für Hin- und Rückfahrt insgesamt) von zuhause ab.
Die Stadt Bergkamen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Aufenthalt auf der „Adener Höhe“ in eigener Verantwortung der Besucher liegt. Bei unbeständigem Wetter erfolgt eine kurzfristige Meldung über die örtliche Presse, ob die jeweilige Haldenfahrt durchgeführt wird.
Rollstuhlfahrer und größere Gruppen: Voranmeldung erforderlich
Der Shuttle-Service ist für alle geeignet, richtet sich aber insbesondere an Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und ältere Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind. Für Einzelpersonen (Gehbehinderte, Senioren) ist eine Voranmeldung nicht notwendig. Rollstuhlfahrer und Gruppen werden gebeten, sich bei Interesse an den Fahrten im August bis spätestens Donnerstag, 18.08.2016, bei der Stadt Bergkamen, Bürgermeisterbüro – Tourismus, unter Tel. 02307-965-229 bzw. tourismus@bergkamen.de anzumelden.



Kreiskönigsschießen auf dem Hof Linkamp – Adler steht in der Hauptstelle der Sparkasse

Der Schützenverein Bergkamen richtet am Samstag, 20. August, auf dem Hof Linkamp an der Nordfeldstraße  das diesjährige Kreiskönigschießen aus.

Präsentierten den Adler, auf den am 20. August um die Kreiskönigswürde geschossen wird: Michael Kreuse, Marketingleiter der Sparkasse Bergkamen-Bönen, Kreisjugendleiter Michael Reifert, Praktikantin Hilal Sökcek, Kreiskönig Marcus Prill, Oberst Rolf Schlowinski, das Königspaar des Schützenvereins Bergkamen Franz und Anette Schulz, die 1. Vorsitzende des Bergkamener Schützenvereins Christina Schlowinski und Kreisvorsitzender Kurt Erdmann.
Präsentierten den Adler, auf den am 20. August um die Kreiskönigswürde geschossen wird: Michael Kreuse, Marketingleiter der Sparkasse Bergkamen-Bönen, Kreisjugendleiter Michael Reifert, Praktikantin Hilal Sökcek, Kreiskönig Marcus Prill, Oberst Rolf Schlowinski, das Königspaar des Schützenvereins Bergkamen Franz und Anette Schulz, die 1. Vorsitzende des Bergkamener Schützenvereins Christina Schlowinski und Kreisvorsitzender Kurt Erdmann.

Der Vorstand des Schützenvereins traf sich mit Vertretern des Schützenkreises Unna-Kamen und dem amtierenden Kreiskönig Marcus Prill in der Hauptstelle der Sparkasse Bergkamen-Bönen um diesen besonderen Vogel dort für die Zeit vom 11. bis zum 19. August für die Bevölkerung auszustellen.

Alle zwei Jahre sucht der Schützenkreis Unna-Kamen einen Kreiskönig. Der zur Zeit amtierende Kreiskönig Marcus Prill ist Mitglied im Schützenverein Bergkamen, daher findet das Schießen in diesem Jahr in Bergkamen statt.

Am 20. August treffen sich alle Vereine aus dem Schützenkreis Unna-Kamen um 12.30 Uhr an der Feuerwache Bergkamen-Mitte um den Vogel zu taufen. Gegen 13.30 Uhr startet der Festumzug zur Vogelstange auf dem Hof Linkamp, Nordfeldstraße. Ca. 14.30 Uhr beginnt der Kampf um einen Nachfolger für Marcus Prill. Zeitgleich zum Schießen um den neuen Kreiskönig findet auch ein Kinderkreiskönig-
Schießen statt.




Regionaler Wirtschaftsförderer zu Gast: Zukunft gemeinsam gestalten

Landrat Makiolla und WFG-Geschäftsführer Dannebom (l.) verabredeten mit Rasmus C. Beck (r.) eine auch künftig miteinander verzahnte Wirtschaftsförderung. Foto: B. Kalle – Kreis Unna
Landrat Makiolla und WFG-Geschäftsführer Dannebom (l.) verabredeten mit Rasmus C. Beck (r.) eine auch künftig miteinander verzahnte Wirtschaftsförderung. Foto: B. Kalle – Kreis Unna

Das Ziel ist klar: Die Region soll als Wirtschaftsstandort weiter gestärkt werden und damit konkurrenzfähig bleiben. Welche Möglichkeiten sich dabei durch Zusammenarbeit eröffnen, war Thema eines Spitzengesprächs im Kreishaus Unna.

Dazu trafen sich Rasmus C. Beck, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr (WMR), Landrat Michael Makiolla und Dr. Michael Dannebom, Chef der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG).

Die WMR koordiniert die Wirtschaftsförderung im gesamten Ruhrgebiet. „Gerade, wenn es um das Einwerben von Fördergeldern geht, ist die WMR für uns ein starker und guter Partner“, unterstrich Landrat und WFG-Aufsichtsratsvorsitzender Makiolla.

Auch beim Knüpfen internationaler Wirtschaftskontakte könne die WFG des Kreises jederzeit auf das Know-how der überregional agierenden Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr zurückgreifen, ergänzte WFG-Geschäftsführer Dannebom.

Rasmus C. Beck lobte seinerseits ausdrücklich die erfolgreiche Arbeit der WFG Kreis Unna. Aus gutem Grund, denn die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt aktuell bei knapp 123.000. Das sind gut 23.000 mehr als im Jahr 2005.

„So viele neue Arbeitsplätze in so kurzer Zeit zu schaffen, gelingt nur mit Engagement, Ausdauer und guten Konzepten.“ Darin waren sich Rasmus C. Beck und Landrat Michael Makiolla einig. Die beiden würdigten damit ausdrücklich die Leistung von Dr. Michael Dannebom.

Der WFG-Geschäftsführer ist seit vielen Jahren Antriebsfeder für das Gelingen des Strukturwandels und machte aus der Region nicht nur einen erstklassigen Logistikstandort für international agierende Unternehmen, sondern sichert sie auch als Heimat für produzierendes Gewerbe.




Brunnenfest in Kamen – Bergkamener kommen auch mit der VKU hin und zurück

Am Freitag, 19. August, steigt in Kamen wieder das Brunnenfest. Bergkamener können, wenn sie daran teilnehmen wollen, das Auto getrost in der Garage stehen lassen. Denn die VKU setzt für den Nachtaxibus T81 von Unna nach Bergkamen einen Linienbus ein, der um 0.15 Uhr, 1.15 Uhr und 2.15 Uhr an der Haltestelle „Kamen Markt/Sesekedamm“ abfährt.

Black & White Show Brunnenfest 2016Bei dieser traditionellen Die Wiedersehensparty für Jung und Alt zum Ende der Sommerferien auf dem Marktplatz sorgen  John & Don Combo – Die Black & White Show Brothers für Stimmung. Vom „Schwarz – Weißen Gesangsduell“ über das beeindruckende UNPLUGGED – Set bieten die beiden alles, aber vor allem Hits, Hits und noch einmal Hits in einem abendfüllenden Programm. Begleitet werden sie von der Black & White Show Band unter der musikalischen Leitung von Henrik Oberbossel.




Da staut sich was zusammen: Autobahnsperrungen am Wochenende

Straßen.NRW nutzt die verkehrsärmere Zeit am kommenden Ferienwochenende (12.-14.8.) für umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten auf den NRW-Autobahnen. Ziel ist es dabei, das anschließende Rückreisewochenende zum Ende der Sommerferien in NRW möglichst frei von Vollsperrungen zu halten.

rp_pb_stauwarnanlage-300x225.jpgAutobahnen – vor allem klassische Pendlerstrecken wie die A40 – müssen an Wochenenden und speziell in den Sommerferien in der Regel deutlich weniger Verkehr verkraften. Viele Arbeiten an den Fahrbahnen oder Bauwerken können außerdem nur bei möglichst trockenem Wetter erledigt werden. Für Straßenplaner ist Sommerzeit darum auch Hauptbauzeit. Auf der A1 bei Leverkusen und bei Lengerich müssen zudem Reparaturarbeiten erledigt werden, die aufgrund der Verkehrssicherheit keinen Aufschub dulden. Alle Maßnahmen sollen spätestens Montagfrüh – zum Beginn des Berufsverkehrs – abgeschlossen sein.

Ein Überblick über die wichtigsten Baumaßnahmen am Wochenende:

A1: Vollsperrung der Leverkusener Rheinbrücke
Straßen.NRW lässt am Wochenende dringend notwendige Reparaturarbeiten an der Leverkusener Rheinbrücke erledigen. Dazu wird die Brücke für den Kraftfahrzeugverkehr vollständig gesperrt. Die Sperrungen beginnen am Donnerstag (11.8.) um 22 Uhr. Die Zulaufstrecken zur Brücke werden dann nach und nach gesperrt. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Brücke spätestens am Montag (15.8.) um 5 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Verkehrsteilnehmer können während der Sperrung die A46 (Fleher Brücke) und die A4 (Rodenkirchener Brücke) nutzen. Es ist mit erheblichen Einschränkungen im Großraum Köln zu rechnen. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Leverkusener Rheinbrücke weiterhin auch während der Reparaturphase nutzbar.
Mehr: https://www.strassen.nrw.de/presse/meldungen/2016/pi2016-1-691.html

A1: Sperrung zwischen Lengerich und Lotte/Osnabrück in Richtung Bremen
Von Freitag (12.8.) ab 21 Uhr bis Samstagmorgen (13.8.) um 7 Uhr ist die A1 zwischen der Anschlussstelle Lengerich und dem Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück in Richtung Bremen gesperrt. Bedarfsumleitungen ab der Anschlussstelle Lengerich für die Fahrrichtungen Bremen (A1), Amsterdam (A30) und Osnabrück(A30) sind eingerichtet.
Straßen.NRW muss im Bereich der Baustellen der drei neuen Talbrücken bei Lengerich kurzfristig Fahrbahnschäden beseitigen, damit die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleistet ist. Um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinflussen, finden die Arbeiten in den verkehrsärmeren Nachtstunden statt.
Mehr: https://www.strassen.nrw.de/presse/meldungen/2016/pi2016-1-720.html

A40: Sperrung bei Bochum in Richtung Essen
Straßen.NRW saniert von Donnerstag (11.8.) ab 22 Uhr bis Montagmorgen (15.8.) um 5 Uhr die Fahrbahn der A40 in Richtung Essen zwischen dem Autobahnkreuz Bochum und dem Autobahndreieck Bochum-West. Die A40 ist in diesem Zeitraum in diesem Bereich in Fahrtrichtung Essen gesperrt. Straßen.NRW bittet die Verkehrsteilnehmer, die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen. Der Verkehr wird über die A43 bis zur Anschlussstelle Bochum-Querenburg weiter über die Universitätsstraße zur A448 umgeleitet, die Umleitungsstrecke wird durch einen Roten Punkt ausgeschildert. Die derzeit stattfindenden Wartungsarbeiten im A40-Ruhrschnellwegtunnel bei Essen enden bereits Freitagmorgen (12.8.), sodass sich die beiden Maßnahmen lediglich in den verkehrsärmeren Nachtstunden des Donnerstages kurzzeitig überschneiden.
Mehr: https://www.strassen.nrw.de/presse/meldungen/2016/pi2016-1-716.html

A46: Vollsperrung zwischen Holz und Mönchengladbach-Wanlo

Von Freitag (12.8.) um 22 Uhr bis Montag (15.8.) um 5 Uhr ist die A46 zwischen den Autobahnkreuzen (AK) Holz und Mönchengladbach-Wanlo wegen Brückenarbeiten gesperrt. Die A46 ist zwar eine mögliche Ausweichstrecke für die A1-Sperrung bei Leverkusen. Straßen.NRW geht aber davon aus, dass am Wochenende nur wenige Fahrzeuge die großräumige Umfahrung über das AK Wanlo wählen.
Die Umleitungen für die Sperrung auf der A46 führen großräumig über die Autobahnen 61, 52 und 57.
Mehr: https://www.strassen.nrw.de/presse/meldungen/2016/pi2016-1-719.html

A524: Sperrung zwischen Duisburg-Süd und Duisburg-Rahm
Die A524 ist in Fahrtrichtung Essen zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg-Süd und der Anschlussstelle Duisburg-Rahm von Freitag (12.8.), 20 Uhr, bis Sonntag (14.8.), 22 Uhr gesperrt. Im Schutz der Sperrung wird eine dringende Fahrbahnreparatur erledigt. Eine Rote-Punkt-Beschilderung leitet den Fahrzeugverkehr – von Krefeld (B288) und Düsseldorf (B8n) kommend – über die A59 zur Anschlussstelle Duisburg-Großenbaum um. Von dort führt die Umleitung über innerstädtische Straßen zurück zur A524-Anschlussstelle Duisburg-Rahm. Die Gegenrichtung der A524 in Fahrtrichtung Krefeld ist von der Sperrung nicht betroffen.
Mehr: https://www.strassen.nrw.de/presse/meldungen/2016/pi2016-1-714.html

Aktuelle Verkehrsinformationen
Einen aktuellen Überblick über die Verkehrslage und Sperrungen erhalten Autofahrer auf www.verkehr.nrw.




Serie „Sicher Radfahren“ – Teil 7: Die Fahrradstraße

Radfahren ist in, Radfahren hält fit. Und nicht erst seit es E-Bike, Pedelec & Co. gibt, steigt die Zahl derer, die sportlich auf dem Drahtesel unterwegs sind. Wo sich Wege kreuzen, liegen aber mitunter Risiken. Die Straßenverkehrsbehörden und die Unfallkommission im Kreis geben zusammen mit der Kreispolizeibehörde Unna in der Serie „Sicher Radfahren“ Tipps, damit keiner im wahrsten Wortsinn unter die Räder kommt.

Dieses Zeichen weist auf eine Fahrradstraße hin. Foto: B. Kalle – Kreis Unna
Dieses Zeichen weist auf eine Fahrradstraße hin. Foto: B. Kalle – Kreis Unna

Und das nicht ohne Grund: Wenn ein Unfall mit einem Radfahrer passiert, wird der Radfahrer in mehr als 85 Prozent der Fälle auch verletzt. Immerhin die Hälfte der verunglückten Radfahrer wird bei diesen Unfällen regelmäßig als Verursacher oder Mitverursacher identifiziert. Damit es so weit erst gar nicht kommt, frischen Kreis und Polizei manchmal verloren gegangenes Wissen rund ums Fahren mit dem Drahtesel auf.

Heute: Die Fahrradstraße

Freie Fahrt für Radfahrer – davon träumen viele, während sie in die Pedale treten. Manchmal vergeblich. Denn in den allermeisten Fällen rollt es im Verkehrsalltag nicht ganz so rund. Zumal die motorisierten Verkehrsteilnehmer die stärkeren sind. Doch nicht so in der Fahrradstraße, denn hier gelten andere Regeln.

In der Regel dominieren Autofahrer, Busse und dicke Brummis die Straße. In der Fahrradstraße haben mal Radler die Nase vorn, und Autofahrer müssen sich – soweit sie mit einem Zusatzzeichen in diesen Straßen überhaupt zugelassen sind – dem Radverkehr unterordnen.

Zugegeben – sehr zahlreich sind Fahrradstraßen in den Städten und Gemeinden im Kreis Unna noch nicht ausgeschildert. Seit 1997 können sie angeboten werden, und innerhalb dieser fast 20 Jahre werden sie zunehmend als wichtiger Baustein der Radverkehrsförderung anerkannt.

„Mit der Einrichtung von Fahrradstraßen wird nicht nur allen das Leben erleichtert, die gern auf dem Drahtesel unterwegs sind. Es zeigt auch, dass das Fahrrad als ernst zu nehmendes Verkehrsmittel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird“, sagt Michael Arnold aus der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna. Fahrradstraßen steigerten die Attraktivität, sich mit eigener Muskelkraft auf zwei Rädern in Bewegung zu setzen, betont Arnold.

Hier ist für Radfahrer erlaubt, was auf normalen Straßen verboten ist: „Man kann nebeneinander fahren und sich dabei unterhalten“, erläutert der Verkehrs-Experte beim Kreis.

Über manche Fahrradstraßen dürfen auch Autos fahren. Allerdings gilt hier für alle Verkehrsteilnehmer  – auch für Radfahrer – Tempo 30. Wichtig zu wissen: Das Rechtsfahrgebot gilt auch in der Fahrradstraße. „Damit dürfen Radfahrer nicht provozierend mittig fahren, um hierdurch den Fahrzeugverkehr oder andere Radfahrer auszubremsen“, unterstreicht Michael Arnold. Auch der Vorgang „Radfahrer überholt rechts einen anderen Radfahrer“ ist nicht regelkonform.




Notunterkünfte werden freigezogen: Landrat dankt Helfern und Kommunen

Die Tage der Flüchtlingsunterkunft am Wellenbad in Weddinghofen sind gezählt. Schon jetzt werden die beiden Flüchtlingsunterkünfte des Kreises Unna in Werne und Bönen vorzeitig geschlossen.

Die letzten Flüchtlinge verließen die Notunterkunft in Bönen, während sich dort die Verantwortlichen zu einem Abschlusstreffen versammelten. Foto: C. Rauert – Kreis Unna
Die letzten Flüchtlinge verließen die Notunterkunft in Bönen, während sich dort die Verantwortlichen zu einem Abschlusstreffen versammelten. Foto: C. Rauert – Kreis Unna

Sie helfen, wenn Hilfe gebraucht wird und packen an, wo und wann es notwendig ist. Das bewiesen Rotkreuzler und andere, zumeist freiwillige Helfer in den letzten Monaten in den beiden Notunterkünften für Flüchtlinge in Bönen und in Werne. Nun packen die Helfer zusammen.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Schließung der vom Kreis bereitgestellten Einrichtungen vor den ursprünglich gesetzten Terminen veranlasst. Der Rückbau der ehemaligen Ermeling-Grundschule und der wenige Meter entfernt liegenden Turnhalle in Bönen-Lenningsen ist in vollem Gange. Das gleiche gilt für die Kardinal-von-Galen-Turnhalle in Werne-Stockum sowie die daneben hochgezogenen Leichtbauhallen.

Anerkennung für den DRK-Kreisverband

Ein positives Fazit zogen die Verantwortlichen beim Kreis, in der Gemeinde Bönen und beim DRK-Kreisverband bei einem letzten Treffen in der Notunterkunft Bönen. Foto C. Rauert – Kreis Unna
Ein positives Fazit zogen die Verantwortlichen beim Kreis, in der Gemeinde Bönen und beim DRK-Kreisverband bei einem letzten Treffen in der Notunterkunft Bönen. Foto C. Rauert – Kreis Unna

Landrat Michael Makiolla nutzte die Abbauarbeiten, um sich in beiden Einrichtungen bei den unzähligen Helfern für ihre große und anhaltende Hilfsbereitschaft zu bedanken. Seine ganz besondere Anerkennung galt dabei dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Unna, das beide Einrichtungen mit viel Know-how und Umsicht „aus dem Stand heraus“ erst betriebsbereit gemacht und dann für den Kreis betrieben hatte.

„Nach der Aufforderung der Bezirksregierung mussten wir innerhalb weniger Tage Platz für bis zu 400 Flüchtlinge schaffen“, erinnerte Landrat Makiolla an die Ausgangssituation im letzten Herbst. „Ohne Sie hätten wir diese auch wegen des engen Zeitfensters enorme Herausforderung nicht gemeistert“, fand Landrat Makiolla deutliche Worte des Dankes an die Adresse des DRK-Kreisverbandes.

Dessen Geschäftsführer Michael Lihl nahm den Dank stellvertretend für die in Bönen und in Werne eingesetzten Helfer entgegen. „Das DRK hat sich wieder als leistungsstarke Hilfsorganisation erwiesen. Vor allem haben wir gerne geholfen, als Not am Mann war“, unterstrich Lihl.

Dass die Aufforderung der Bezirksregierung so schnell umgesetzt werden konnte, ist auch der unkomplizierten Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und der Gemeinde Bönen bzw. der Stadt Werne zu danken. „Die beiden Verwaltungsspitzen haben uns spontan ihre Hilfe angeboten und von Anfang an Hand in Hand mit allen anderen Beteiligten zusammengearbeitet“, betonte Landrat Michael Makiolla.

Ein weiterer, ausdrücklicher Dank galt der Kardinal-von-Galen-Schule in Werne-Stockum sowie den Vereinen in Bönen und Stockum, die „von einem Tag auf den anderen“ auf die Nutzung „ihrer“ Sportstätten verzichten mussten. Nach dem Rückbau der Anlagen werden eventuelle Schäden beseitigt, ehe die Vereine bzw. die Stockumer Schule die Einrichtungen wieder für den Sport nutzen können.

Zur Erinnerung

Am 30. September 2015 forderte die Bezirksregierung Arnsberg den Kreis mit einem Amtshilfeersuchen auf, kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten für insgesamt 400 Flüchtlinge bereitzustellen.

Die Gemeinde Bönen stellte auf Bitten des Kreises kurzfristig die ehemalige Ermeling-Grundschule in Bönen-Lenningsen mitsamt der (noch genutzten) Turnhalle zur Verfügung. Die ersten Flüchtlinge kamen Anfang Oktober. Insgesamt wurden 621 Asylbewerber aus 23 Nationen untergebracht und versorgt.

Die Stadt Werne bot ebenfalls schnell die Turnhalle der Kardinal-von-Galen-Schule in Werne-Stockum an. Die ersten Flüchtlinge wurden hier am 26. November aufgenommen. Beherbergt wurden insgesamt 319 Personen aus neun Nationen.

Die letzten in Bönen und Werne untergebrachten Flüchtlinge wechseln nach Angaben der Bezirksregierung in Unterkünfte in Meschede und Möhnesee.

Eingerichtet und betrieben wurden die beiden jeweils für bis zu 200 Flüchtlinge ausgelegten Notunterkünfte vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Unna.




Sparkassen Grand Jam geht mit der Tommy Schneller Band in die nächste Runde

Der Sparkassen Grand Jam im „Almrausch“ (ehemals Haus Schmülling geht am Mittwoch, 7. September, um 20 Uhr in die nächste Runde. Zum Auftakt steigt Tommy Schneller mit seiner Band „Backbeat“ auf die Bühne.

Tommy Schneller mit seiner Band "Backbeat". Foto: Maik Reishaus
Tommy Schneller mit seiner Band „Backbeat“. Foto: Maik Reishaus

Der „Preis der deutschen Schallplattenkritik“, zwei „German Blues Awards“ und regelmäßig ein Publikum, das es nicht auf den Stühlen hält: Tommy Schnellers Markenzeichen sind hochkarätiger Blues, Funk, Soul und bestes Live-Entertainment. Mit seiner siebenköpfigen Band ist der Saxophonist und Sänger in ganz Europa unterwegs, verströmt jede Menge Spaß und gute Laune. Und wenn Songs eines deutschen Musikers es in die TOP 20 der Living Blues US-Charts schaffen, nennt man das einen internationalen Ritterschlag. Tommy ist authentisch bis auf die Knochen und mit einer erstklassigen Band ausgestattet. Mit dem erdigen Ton seines Tenorsaxophons, seiner Stimme und der Energie seiner Band, begeistert der Musiker Kritiker wie Fans gleichermaßen. Das „Jazzpodium“ beschreibt ihn als Sänger, der den Blues und Soul mit Herz und Seele singt und das „Penthouse“ nennt ihn einfach „Deutschlands Premier Blue Eyed Groover“ – und genau das ist er auch! Nun ist er mit seinem neuen Album „Backbeat“ in Bergkamen zu hören. Der Tonträger überzeugt einmal mehr durch mitreißende Songs, coole Grooves, knackige Bläsersätze und feinste Gitarrenarbeit.

Tommy Schneller tourte in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Projekten durch ganz Europa und arbeitete schon mit Größen wie Larry Garner, Ron Williams und Henrik Freischlader zusammen. Doch am liebsten ist der Musiker mit seiner eigenen Band unterwegs. Die Band besteht seit vielen Jahren und ist national sowie international bekannt auf den angesagtesten Bühnen. „Backbeat“ ist das sechste Album des Musikers und das erste für Timezone Records. Er hat es so betitelt, weil der „Backbeat“ zum einen ein starker Song ist und der Backbeat für ihn die Seele der Musik ist – der Puls eines jeden Songs. Das Album enthält durchweg eigene Kompositionen und zum ersten Mal auch einige Titel in deutscher Sprache.
Tickets erhalten Sie im Kulturreferat der Stadt Bergkamen (Tel.: 02307/965-464), im Bürgerbüro und an der Abendkasse. Eine weitere Kartenvorverkaufsstelle ist die Sparkasse Bergkamen-Bönen, In der City 133, Bergkamen-Mitte und die Gaststätte Almrausch / Haus Schmülling, Landwehrstr. 160, 59192 Bergkamen-Overberge.
Ticket-Preise Grand Jam Konzerte:
Vorverkauf (VVK): 14,- € (ermäßigt 11,- €).
Der Vorverkauf endet am Montag, 05.09.2016 um 12.00 Uhr!
Abendkasse (AK): 16,- € (ermäßigt 13,- €)



Wieder Frauchen und Herrchen gesucht: Kreistierheim ab Samstag geöffnet

Das Tierheim des Kreises Unna ist ab Samstag, 13. August wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet. Darauf weist die Kreis-Veterinärbehörde hin. Die Einrichtung wird vom Kreis betrieben und von allen kreisangehörigen Städten (außer Schwerte) finanziert.

Das Kreistierheim ist ab Samstag wieder geöffnet. Foto: Kreis Unna
Das Kreistierheim ist ab Samstag wieder geöffnet. Foto: Kreis Unna

In den zurückliegenden Wochen war das Tierheim unter anderem wegen personeller Engpässe mit eingeschränkten Öffnungszeiten „gefahren“.

Wer für sich eine Zukunft als Frauchen oder Herrchen sieht, kann dem Tierheim nun wieder zu den üblichen Zeiten einen Besuch abstatten. Die Türen für Interessierte öffnen sich montags von 10 bis 12 Uhr, dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 13.30 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.

Telefonisch ist das Tierheim des Kreises an der Hammer Straße 117 in Unna unter Tel. 0 23 03 / 6 95 05 zu erreichen.




„Sicher Radfahren“: Besser ohne Alkohol

Radfahren ist in, Radfahren hält fit. Und nicht erst seit es E-Bike, Pedelec & Co. gibt, steigt die Zahl derer, die sportlich auf dem Drahtesel unterwegs sind. Wo sich Wege kreuzen, gibt es aber auch Risiken.

Wer betrunken mit dem Rad fährt, riskiert nicht nur einen Sturz, sondern auch seinen Führerschein. Foto: B. Kalle – Kreis Unna
Wer betrunken mit dem Rad fährt, riskiert nicht nur einen Sturz, sondern auch seinen Führerschein. Foto: B. Kalle – Kreis Unna

Die Radfahrprüfung ist nämlich bei den meisten Fahrradfahrern so lange her, dass viele Regeln rund um den Drahtesel schlicht in Vergessenheit geraten sind. Und das hat Folgen: Im Jahr 2015 registrierte die Kreispolizeibehörde insgesamt 302 Unfälle mit Radfahrern, davon wurden 285 verletzt – das sind 85 Prozent. Mehr noch: Die Hälfte der verunglückten Radfahrer hat den Unfall verschuldet oder trägt eine Mitschuld.

Damit es so weit erst gar nicht kommt, frischen die Straßenverkehrsbehörden und die Unfallkommission im Kreis zusammen mit der Kreispolizeibehörde Unna in der Serie „Sicher Radfahren“ verloren gegangenes Wissen auf.

Heute: Alkohol

Feuchtfröhlich feiern – und dann mit dem Rad nach Hause. Das ist keine gute Idee, denn: Wer im wahrsten Sinne des Wortes sturzbetrunken ist, muss nicht nur mit schweren Verletzungen rechnen, sondern sogar mit einem Strafverfahren.

„Mit Alkohol im Blut sollte man nicht nur das Auto stehen lassen, sondern auch aufs Fahrradfahren verzichten“, rät Erster Polizeihauptkommissar Thomas Stoltefuß. Der Chef des Verkehrsdienstes der Kreispolizeibehörde unterstreicht: „Neben der körperlichen Unversehrtheit setzen Betrunkene auf dem Drahtesel mindestens ihren Führerschein aufs Spiel.“ Und der ist schneller weg als der Kater am nächsten Morgen.

Bereits ab 0,3 Promille kann sich ein Radfahrer nämlich wegen relativer Fahrunsicherheit strafbar machen, wenn er beispielsweise alkoholbedingte Fahrauffälligkeiten zeigt. „Nicht nur durch das Fahren von Schlangenlinien kann man auffallen, sondern auch durch das Fahren ohne Licht in der Dunkelheit“, erläutert Stoltefuß. Hier drohen Punkte in Flensburg und hohe Geldstrafen.

Noch größer ist das Risiko, sich heftig auf die Nase zu legen: Die Kreispolizeibehörde verzeichnet im vergangenen Jahr zwar nur zehn Verkehrsunfälle mit alkoholisierten Radfahrern. Hierbei gab es neun Verletzte. „Die tatsächlichen Zahlen werden wohl um ein Vielfaches höher liegen“, unterstreicht Stoltefuß. Gerade Alleinunfälle mit dem Fahrrad werden selten gemeldet.

Ob Radfahrer mit 1,6 Promille im Blut oder mehr überhaupt noch unfallfrei aufsteigen können, sei dahingestellt. Fakt ist: Wer das tut, begeht eine Straftat – und zwar unabhängig davon, ob er auffällig wird, einen Unfall verursacht oder nicht.

Und das kann empfindliche Folgen haben: Der Strafanzeige folgen zwei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe. Außerdem wird die Straßenverkehrsbehörde im Regelfall eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. Wer kein Gutachten vorlegt oder von den Gutachtern negativ bewertet wird, muss den Entzug der Fahrerlaubnis befürchten.




Mit Axt und Beil 2000 Jahre alte Baukunst wieder lebendig werden lassen

Die Blase in der linken Handfläche ist bereits recht stattlich. „Das ist doch nichts“, winkt Museumsleiter Mark Schrader ab und greift wieder zum Beil. Wenig später fliegen erneut die Holzspäne und bedecken den Boden an der Holz-Erde-Mauer mit einer stattlichen hellbraunen Schicht. Der kapitale Baumstamm verwandelt sich dabei ganz allmählich in einen Pfosten.

Würdige Nachfolger der römischen Bautrupps: Das Team der freiwilligen Experimentler um Museumsleiter Mark Schrader und Besucher.
Würdige Nachfolger der römischen Bautrupps: Das Team der freiwilligen Experimentler um Museumsleiter Mark Schrader und Besucher.

Sägen bis die Arme lahm werden: Auch die Praktikantin packt als Archäologiestudentin mit an.
Sägen bis die Arme lahm werden: Auch die Praktikantin packt als Archäologiestudentin mit an.

Jeder Hand sieht man an diesem Wochenende an, was sie geschafft hat. Kein Wunder, denn zur Ruhe kommt keine von ihnen. Die eine Hand schiebt unablässig die Säge immer tiefer hinein in das Holz. Die nächste Hand schwingt die Axt, um lästige und knochenharte Astlöcher zu bezwingen. So ähnlich, wie die Römer vor gut 2.000 Jahren hier am Römerlager zu Werke gegangen sein müssen. Mit dem Unterschied, dass sie nicht „nur“ ein Gefache für die Erweiterung der Mauer bauen wollten. Sie mussten mal eben in Windeseile 2,7 Kilometer Mauer mit Türmen, Toren, Spitzgräben und noch diverse Lagerbauten aus dem Boden stampfen. Zudem hatten sie ein Potenzial an Arbeitskräften, das möglicherweise aus drei Legionen bestand. Hier packten also zwischen 9.000 bis 18.000 Männer mit an. Bei diesem neuzeitlichen Ausflug in die experimentelle Archäologie ist es ein Dutzend freiwilliger Helfer.

Da fliegen die Späne beim mühseligen Nachbebeilen der Stämme.
Da fliegen die Späne beim mühseligen Nachbebeilen der Stämme.

Wie lange braucht man 2.000 Jahre später ohne das Know-how, die Übung und die ausgefeilte Logistik der Römer, um Baumstämme in Balken zu verwandeln? Schafft man das in modernen Zeiten überhaupt in Eigenleistung? Wie vermisst man überhaupt das, was man dort baut, ohne Zollstock? Mit dem römischen Fuß, dem Finger, der Elle? „Wir stellen uns bei dieser Aktion auch einige wissenschaftliche Fragen“, schildert Mark Schrader, der auch Archäologe ist. Ganz allein geht es dann doch nicht. Jörg Steinhauer ist dazukommen. Er hat Werkzeuge mitgebracht, die jenen der Römer am nächsten kommen. Außerdem hat er als Tischler und Bildhauer viel Erfahrung und Experimente mit alten Handwerkstechniken und Werkzeugen im Gepäck. Er zeigte der engagierten Oberadener Truppe zunächst, wie die Schlagtechnik mit dem Beil funktioniert und klärte sie über ihr Grundmaterial, das Holz auf.

Einen kleinen Film über die Arbeiten gibt es hier

Längst vergessenen Techniken auf der Spur

Hobeln, Vorbebeilen, Nachbebeilen, mit der Axt die grobe Vorarbeit leisten: Da kommt man ganz schon ins Schwitzen.
Hobeln, Vorbebeilen, Nachbebeilen, mit der Axt die grobe Vorarbeit leisten: Da kommt man ganz schon ins Schwitzen.

Wie genau die Römer vor mehr als zwei Jahrtausenden mit dem Werkzeug umgingen und welche Techniken sie anwendeten, ist nicht überliefert. Vieles muss Spekulation bleiben und lässt sich nur vage mit Hilfe der Archäologie erahnen. Deshalb bleibt vieles von dem, was der Bautrupp jetzt an der Holz-Erde-Mauer in Oberaden wagt, pures Experiment. Das ist allerdings so spannend, dass es Besucher von weit her anlockt. Da ist beispielsweise Dr. Guiseppe Garo. Er ist eigentlich Arzt in Rimini in Italien, im zweiten Leben jedoch Römer der Legio XIX, deren antike Urahnen mit Drusus in Germanien und auch in Oberaden unterwegs waren. Er hat schon einige Male die engagierten Römerfreunde in Oberaden und den Nachbau der Holz-Erde-Mauer besucht. Dieses experimentelle Wochenende wollte er sich nicht entgehen lassen. Mit der Kamera verfolgte er jeden Arbeitsschritt vom Spalten der Stämme bis zum Nachbebeilen. „Das ist fantastisch“, kommentiert er fasziniert, bevor er noch das Museum besucht und auch dem Römerlager in Haltern am See einen Besuch abstattet.

Da braucht es schon moderne Handschuhe, um bei so viel Handarbeit die Blasen in den Griff zu bekommen.
Da braucht es schon moderne Handschuhe, um bei so viel Handarbeit die Blasen in den Griff zu bekommen.

Aus Deventer in den Niederlanden kommt ein anderer Römerfreund, der sogar gerade erst in den Förderverein in Oberaden eingetreten ist. Er greift unverzagt zum Beil und schlägt kräftig zu. Nach 20 Minuten läuft bei ihm der Schweiß in Strömen. „Das ist ganz schön anstrengend“, kommentiert er. Römer haben es ihm generell schon immer angetan. Darüber hat er auch die Oberadener kennen gelernt, wurde zu Vorträgen und Vorführungen eingeladen, bekam beim letzten Vorbereitungslager in Oberaden sogar eine Tunika geschenkt. „Seitdem gehöre ich zur Familie“, erzählt er schmunzelnd  und schlägt wieder kräftig auf die Oberfläche des Holzstamms ein.

Vorher und nachher: Bis sich ein Baumstamm in einen verwertbaren Pfosten verwandelt, ist es per Handarbeit ein weiter Weg.
Vorher und nachher: Bis sich ein Baumstamm in einen verwertbaren Pfosten verwandelt, ist es per Handarbeit ein weiter Weg.

Ohne derartige Freundschaften und ein intensives Familiengefühl geht es auch nicht, wo es so viel Engagement braucht. Die ganze Woche über ist Mark Schrader mit Helfern bereits im Einsatz, um etwa die von Haus Velmede gespendeten Eichen und eine gestiftete Kastanie auf das Gelände zu transportieren und mit der Kettensäge überhaupt transportfähig zu machen. Denn spätestens hier setzt die Realität allen Experimenten auch verkehrstechnische Grenzen. Wie am Ende das neue Gefache mit Führungsschiene und vorbereiteten Pfostenlöchern aufgerichtet werden soll, das wird auch noch zu lösen sein. Ohne Kran wird es nicht gehen, denn eine Tonne bringt der neue Teil der Holz-Erde-Mauer sicherlich auf die virtuelle Waage. Auch das wird noch mehr als spannend werden, wie so einiges an diesem Wochenende.