Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für Nazi-Opfer: Freiheit und Demokratie müssen wieder verteidigt werden
In Erinnerung an die Opfer des Nazi-Regimes legte am Freitagnachmittag Bürgermeister Roland Schäfer an der Gedenktafel am heutigen Gemeindehaus der Freikirchlichen Gemeinde an der Lentstraße mit Vertretern der Stadtratsfraktionen einen Kranz nieder.
Bürgermeister Roland Schäfer legte mit den Vertretern der Ratsfraktionen am Freitag an der Gedenkstätte für die Opfer des Nazi-Regimes einen Kranz nieder
1996 hatte der damalige Bundespräsident den 27. Januar zum offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. Vor genau 72 Jahren hatte die Armee der damaligen UdSSR das Vernichtungslager Auschwitz befreit.
In dem Gebäude des Gemeindehauses hatten die lokalen Nazi-Führer von Frühjahr bis Herbst 1933 ihr eigenes Konzentrationslager mitten in der Bergarbeitersiedlung Schönhausen eingerichtet. In dieser Zeit durchliefen es über 900 Männer und Frauen, vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und andere Menschen, die gegen das NS-Regime opponierten. Viele blieben n dort nur wenige Tage und wurden in andere größere Konzentrationslager und Haftanstalten weitergeleitet.
Die heutige Generation trage keine persönliche Verantwortung für das, was damals geschah, für die Etablierung des Terrorregimes, für die Verfolgung und Tötung von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Behinderten, betonte Bürgermeister Roland Schäfer. Die heutige Generation trage aber Verantwortung für die Geschichte und dafür, dass sich das Schreckliche, was damals geschah, nicht wiederhole.
Die Freiheit und die Demokratie müssten durch jeden Einzelnen, aber auch durch einen starken Staat verteidigt werden. Die größten Gefahren sieht Schäfer hier durch den islamistischen Terror und durch die Rechtsextremisten, dich auch nicht vor Gewalt zurückschreckten.
Ein Jahr VKU-10erTicket: Geburtstags-Umtauschaktion für Bus-EinzelTickets bis 20. Februar
Mit Rabatt in die Stadt – Seit einem Jahr bietet die VKU ein günstiges 10erTicket für Fahrten innerhalb einer Stadt und für Fahrten in die Nachbarstadt an.
Bis zum 28. Februar erhalten Fahrgäste, die sich beim Fahrer ein EinzelTicket kaufen, einen Gut-schein. Dieser kann in Vorverkaufs-Agenturen beim Kauf eines 10erTickets eingelöst werden.
Zum 10erTicket-Geburtstag hat die VKU für ihre Kunden in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres eine Tauschaktion gestartet. Wer beim Fahrer ein EinzelTicket kauft, erhält einen Gutschein. Den können die Fahrgäste in einer der Vorverkaufs-Agenturen im Kreis einlösen. Wer dort ein 10erTicket erwirbt, erhält den Preis für das EinzelTicket als Rabatt. Die Tausch-Aktion kommt an. Die Vorverkaufs-Agenturen berichten, dass zahlreiche Kunden ihre Gutscheine eingelöst haben.
Das 10erTicket zeigt, dass Busfahren nicht teuer ist: Eine Fahrt innerhalb der Stadt oder Gemeinde (Preisstufe A) kostet aus dem 10erTicket 1,95 € statt 2,60 € als EinzelTicket im Bus. Ein 10erTicket gibt es außerdem für Fahrten in die Nachbarstadt (Preis-stufe 3). In diesem Fall liegt der Preis bei 2,95 € statt 3,60 €.
Die Vorverkaufs-Agenturen sind auf der VKU-Internetseite unter www.vku-online.de/vorverkauf zu finden oder beim Busfahrer zu erfragen. Auch an vielen Haltestellen finden sich Tarifinformationen mit der Angabe der nächsten Vorverkaufs-Agenturen. Noch bis 28.02.2017 einlösen und günstig mit dem 10erTicket fahren.
Foto: Bis zum 28. Februar erhalten Fahrgäste, die sich beim Fahrer ein EinzelTicket kaufen, einen Gut-schein. Dieser kann in Vorverkaufs-Agenturen beim Kauf eines 10erTickets eingelöst werden.
Pädagogik-Projektkurse der Gesamtschule besuchen Bestattungsunternehmen
Die beiden Pädagogik-Projektkurse der Q2 der Willy-Brandt-Gesamtschule besuchten in eigener Organisation Bestattungsunternehmen in Unna (Bestattungen Groß GmbH) und Bergkamen (Tomaszewski GmbH). Als Inhalt des Projektkurses steht auch der Umgang mit dem Ende des Lebens im Vordergrund.
Die Pädagogik-Projektkurse der Willy-Brandt-Gesamtschule besucht jetzt zwei Bestattungsunternehmen. Foto: J. Koerdt
Die Schülerinnen der Projektkurse entschieden sich eigenständig für die Erkundung einer damit verbundenen Institution/eines Unternehmens und organisierten in Eigenverantwortung den Besuch. Zur Vorbereitung gehörte nicht nur ein Ziel für die Exkursion auszuwählen, sondern den Besuch vorzubereiten, durchzuführen und natürlich eigenständig nachzubereiten. Ihre Pädagogik-Lehrerin (Frau Koerdt) begleitete die Schülergruppe lediglich und half bei der Organisation, bei aufkommenden Fragen oder Problemen. Vor Ort führten die Schülerinnen Gespräche mit Mitarbeitern, schauten sich Trauerhallen, Ausstellungen, Technik- und Gesprächsräume an. Themen wie Tod und Sterben, Beerdigungen und Abschiednahme sollten keine Tabuthemen in der Schule sein.
Bei den Exkursionen zu einem Bestattungsunternehmen handelte es sich um die letzte Erkundung zu verschiedenen Lebensstadien. Vorab besuchten die Kurse: die JVA Schwerte, den Kindergarten der Bücherstiftung in Bergkamen, die Psychiatrie in Dortmund-Aplerbeck, eine Flüchtlingsunterkunft in der Dortmunder Innenstadt und die Streetworker im Jugendzentrum in Bergkamen. Es folgt die Durchführung eines Körpersprache-Workshops.
Im nächsten Schuljahr werden die Kurse regelmäßig in Kooperation mit dem LWL und der Büscherstiftung vor Ort in der Psychiatrie und in dem Kindergarten stattfinden, so dass die Institution des Ehrenamtes gestärkt wird.
Polizeikontrolle auf der Werner Straße: Sechs Fahrer unter Drogeneinfluss
Am Donnerstag hat die Polizei gemeinsam mit dem Zoll zwischen 12.00 und 17.00 Uhr an der Werner Straße eine Verkehrskontrolle zur Verfolgung von Drogen- und Alkoholdelikten durchgeführt.
Verkehrskontrolle am Donnertag auf der Werner Straße.
In diesen fünf Stunden wurden 289 Fahrzeuge und deren Fahrerinnen und Fahrer überprüft. Bei den 56 Drogen- und 8 Alkoholvortests wurden sechs Personen des Fahrens unter Drogeneinfluss verdächtig. Ihnen wurde eine Blutprobe entnommen. Bei einem Fahrer konnte Alkoholgeruch festgestellt werden. Alle müssen jetzt mit einer Anzeige rechnen. Weiter wurden noch vier Personen angehalten, die keine Fahrerlaubnis hatten. Acht Mal wurde die Weiterfahrt untersagt.
Kontrolliert wurde auch die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge. So musste beispielsweise der Fahrer des Anhängers im Bild die Stäbe in das Zugfahrzeug umladen, weil hier die Ladungssicherheit nicht gegeben war.
Polizeikontrolle auf der Werner Straße: Viele Handwerker halten den Druck nur unter Drogen stand
Schon vor dem Start der Kontrollaktion am Donnerstag auf der Werner Straße beim THW war Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Olaf Becker überzeugt, dass den Beamten wieder eine Reihe von Verkehrsteilnehmern ins Netz gehen wird, die unter Drogeneinfluss standen. Das sagte ihm seine langjährige Erfahrung und die sollte ihn nicht täuschen. Kaum war das erste Dutzend per „Kelle“ herausgewinkt, stand wenig später für zwei PS-Ritter fest, dass sie ihre Fahrt nicht fortsetzen durften.
Drogen- und Alkoholkontrolle auf der Werner Straße. Die Insassen dieses Fahrzeugs durften anschließend unbehelligt weiterfahren.
Einer hatte sich Aufputschmittel „eingeworfen“. Das zeigte ein Schnelltest. „Leider haben diese Schnelltests vor Gericht keinen Bestand“, erklärte PHK Becker. Deshalb ging es für den Erwischten weiter zur Amtsärztin, die im THW-Gebäude auf ihn wartete, und zur Blutabnahme.
Der Drogenschnelltest hat den Augenschein bestätigt: Der Fahrer hatte Aufputschmittel genommen.
Die Kontrollaktion am Donnerstag war gleichzeitig eine Praxisübung für 16 Polizistinnen und Polizisten aus NRW, die seit Montag an einem Weiterbildungsseminar in Bork teilnehmen. Ihre Aufgabe war es, die Autofahrerinnen und Autofahrer zu kontrollieren, die ihnen von der Werner Straße zugeleitet wurden.
Wie verhält sich der Verkehrsteilnehmer? Ist er nervös? Dann ein Blick in die Augen. Wer bei dem Sonnenschein am Donnerstag weit geöffnete Pupillen hat, ist ebenso verdächtig wie diejenigen, die nicht auf einem Bein stehen oder eine Zeitspanne von 30 Sekunden nicht richtig einschätzen können. Was danach folgt bei negativem Ausgang, also Schnelltest und Blutabnahme, geschieht auf freiwilliger Basis. Das lassen sich die Beamten auch unterschreiben. Wer sich weigert, muss so lange warten, bis ein Richter die Blutprobe anordnet.
Der Zoll hatte sich auch an der Kontrollaktion beteiligt.
Zweiradfahrer wurden natürlich auch kontrolliert.
Auf die Straße müssen die jungen Seminarteilnehmer nicht. Dort stehen erfahrene Beamte des Verkehrsdienstes der Kreispolizei Unna, die im Laufe der Zeit ein sicheres Gefühl für ihre „Pappenheimer“ entwickelt haben. Zudem hatte Becker ihnen in der Vorbesprechung aufgegeben, jedes Handwerkerfahrzeug herauszuwinken. „Handwerker stehen enorm unter Druck. Dem glauben viele, nur noch mit Drogen standhalten zu können“, sagte Becker.
Für diese Handwerker, aber auch für jeden, der bei der intensiveren Kontrolle, zum Beispiel durch Farbkleckse auf der Hose aufgefallen war, interessierten sich noch mal gesondert Beamte des Zolls aus der Abteilung Schwarzarbeit, die sich dieser Kontrollaktion angeschlossen hatten.
Polizei sucht Opfer: 41-Jähriger filmt Frauen im Regionalexpress und onaniert dabei
Die Polizei sucht nach rund 200 Frauen, die von einem 41-Jährigen mit seinem Handy in einem Zug gefilmt wurden. Dabei hat er onaniert. Dieser Mann wurde am 19. November 2016 nach solch einer Tat im Regionalexpress von Hamm über Kamen nach Dortmund festgenommen. Die Polizei hat jetzt ein Foto von einer nachgestellten Szene mit dem Rucksack des Tatverdächtigen veröffentlicht. Die betroffenen Frauen werden gebeten, sich bei einer Polizeidienststelle zu melden und Anzeige zu erstatten.
Nachgestellte Szene mit dem Rucksack des Tatverdächtigen
Am 19. November 2016 wurde ein 41-jähriger Hammer nach exhibitionistischen Handlungen im Regionalexpress von Hamm nach Dortmund kontrolliert. Der Tatverdächtige wurde festgenommen und befindet sich aktuell in Untersuchungshaft.
Bei dem Festgenommen stellten die Beamten ein Mobiltelefon sicher. Bei der Auswertung durch die Hammer Polizei wurden 200 Videos gesichert, bei denen der Tatverdächtige seine weiblichen Opfer im Zug videografierte und zeitgleich onanierte.
Alle betroffenen Frauen, die sich noch an einen solchen Vorfall erinnern können, werden gebeten, Anzeige gegen den Exhibitionisten zu erstatten. Dieses ist in jeder Polizeidienststelle möglich.
Der Tatverdächtige ist 1,70 Meter groß, hat eine kräftige Statur, Geheimratsecken, eine Stirnglatze, einen Drei-Tage-Bart und braun-graue rasierte Haare. Der Mann wirkt älter als 41 Jahre und hatte zeitweise grüne Arbeitskleidung mit neon-orangefarbenen Einsätzen an. Oftmals trug er eine dunkelblaue Jacke, eine blaue oder graue Hose, Turnschuhe, eine graue oder einem schwarz-rotes T-Shirt und ein beigefarbenes Basecap. Auffällig war sein rot-grau-schwarzer Rucksack. Seine Taten filmte er mit einem weißen Samsung Handy
Gartenbesitzer aufgepasst: Strauchschnitt kann beginnen
Kein Eis, kein Schnee, kein allzu harter Winter: Die aktuelle Witterung eignet sich gut für erste Gartenarbeiten. Darauf weist der Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises hin.
Hartmut A. Kemper (links) vom Kreis Unna zeigt Landschaftsgärtner Sebastian Schlierkamp den richtigen Schnitt. Foto: T. Hallmann – Rechte Kreis Unna
„Ziersträucher und Obstgehölze können jetzt beschnitten werden“, sagt Hartmut A. Kemper, Techniker für Landschaftspflege und Umweltschutztechniker.
Wie der Baum- und Strauchschnitt am besten gelingt, dafür hat er einige Tipps parat: „Bei Forsythien, Deutzien und Zierjohannesbeeren sollte man an der Strauchbasis, also dort wo der Strauch aus dem Boden kommt, die ältesten und meist auch dicksten Äste komplett abschneiden.“ So baut sich der Strauch möglichst natürlich auf und wird von unten her verjüngt. Gutes Werkzeug ist eine scharfe Astschere oder eine geeignete Handsäge.
Würde man Sträucher wie beim Heckenschnitt nur oben einkürzen, würden sie sich „obenrum“ noch dichter entwickeln. Folge: Durch diesen Bubikopfschnitt fällt zu wenig Licht in den Strauch.
Auch mit dem Schnitt von Obstgehölzen können Gartenbesitzer jetzt beginnen. „Genau wie bei den Sträuchern empfiehlt es sich, ganze Äste zu entnehmen und nicht nur an den Triebspitzen herumzuschnippeln“, rät Kemper.
Der Vorteil, Ziersträucher und Obstgehölze im Winter zu schneiden, liegt in der Vegetationsruhe. Ohne Laub ist der Aufbau des Gehölzes besser zu erkennen, und das erleichtert den Schnitt.
Blechbläser reloaded! – Musikakademie lädt zum Workshop für Wiedereinsteiger
Am 22. Februar startet an der Musikakademie Bergkamen ein besonderer Workshop mit Sandra Horn, die auch die bekannte Bigband „Triple B“ leitet: „Posaunenchor für Wiedereinsteiger“. Dieser Workshop richtet sich an alle Interessierten, die ihre ersten Gehversuche auf einem Blechblasinstrument nicht vergessen haben und gerne wieder einen fachlich angeleiteten Zugang zu ihrem Instrument finden möchten.
Sandra Horn. Foto: Eberhard Kamm
„Mit einer Trompete, einer Posaune, einem Tenorhorn oder einer Tuba – allesamt Blechblasinstrumente – sind viele Menschen bereits in Kontakt gekommen. Aber oft ist das Instrument irgendwann aus den unterschiedlichsten Gründen zur Seite gelegt worden,“ weiß Sandra Horn, die selbst Trompete studiert hat. „Dabei ist das Spielen eines Blechblasinstrumentes in den verschiedensten Musikrichtungen – auch hier in Bergkamen – durchaus gefragt. Ob im Rock, Jazz oder der Klassik, überall kommen Blechbläser in umliegenden Ensembles zum Einsatz. Und nicht zuletzt bietet sich die Gelegenheit, in ansässigen Blasorchestern oder kirchlichen Posaunenchören in geselliger Runde mit Gleichgesinnten Musik zu machen. Dieser Kurs soll für einen musikalischen Wiedereinstieg fit machen.“.
Der Workshop vermittelt Übungen zur (Wieder-)Erlangung und Verbesserung der eigenen Spielfertigkeit. Danach soll Literatur aus verschiedenen musikalischen Bereichen und Stilistiken einstudiert werden. Mitzubringen sind ein eigenes Instrument und ein Notenständer. In Ausnahmefällen kann ein Instrument auch geliehen werden.
Der Workshop „Posaunenchor für Wiedereinsteiger“ beginnt am 22. Februar 2017 in 10 Lektionen à 90 Minuten (ohne Osterferien) jeweils Mittwochabend von 19.00 bis 20.30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Pestalozzihaus in Bergkamen-Mitte.
Die Kosten für den Workshop betragen 95,00 €. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen nimmt die Musikschule Bergkamen bis zum 13. Februar 2017 telefonisch unter Nummer 02306/307730 entgegen.
Lippeverband entwickelt neuen Starkregenindex: Am 18. 9. 2014 war in Bergkamen am schlimmsten
Starkregenereignisse treten seit einigen Jahren immer häufiger und in immer kürzeren Abständen auf. Nicht wenigen Bürgern fällt die genaue Einordnung sogenannter „Jahrhundertregen“ schwer – vor allem dann, wenn eine solche „Jahrhundertkatastrophe“ gleich mehrfach binnen weniger Wochen eintritt. Statistische Wiederkehrintervalle wie „50-jährlicher Regen“ oder „größer als 100-jährliches Ereignis“ sind für die breite Öffentlichkeit oftmals nur schwer verständlich. Die beiden regionalen Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband haben daher einen neuen Starkregenindex entwickelt, so auch für Bergkamen.
Der höchste Starkregenindex seit dem Jahr 2000 resultiert etwa in der Stadt Bergkamen vom 18. September 2014 mit 71 mm. Das Foto zeigt die überschwemmte Hochstraße am Tag danach. Foto: Ulrich Bonke
In der Zukunft soll dieser in den Einzugsgebieten von Emscher und Lippe bei heftigen lokalen Starkregen genutzt werden, die grundsätzlich seltener als einmal in 100 Jahren auftreten, um die Bedeutung eines Ereignisses mit einer einfachen Skalierung von 1 (moderat) bis 12 (extrem) sowie in einer farblichen Darstellung (grün bis violett) zu erläutern.
„Jetzt können alle Bürger transparent und einfach nachvollziehen, wie stark der Niederschlag insbesondere bei extremen Wetterereignissen in der Region war“, beschreibt Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand von Emschergenossenschaft und Lippeverband, das neue Verfahren.
Starkregen-Skala
Hiernach wird ein Starkregenindex der Bewertungsskala „moderat“ im Wertebereich zwischen 1 und 3 (grün bis hellgelb), „stark“ im Wertebereich zwischen 4 und 6 (gelb bis hellorange), „heftig“ im Wertebereich zwischen 7 und 9 (orange bis hellrot) und „extrem“ im Wertebereich zwischen 10 und 12 (dunkelrot bis violett) eingeordnet. Wichtig zu beachten ist, dass dieser Index tatsächlich nur noch einmal die Regenereignisse klassifiziert, die seltener als einmal in 100 Jahren auftreten. Das heißt: Selbst bei einem nach der neuen Skala „moderaten“ Regen, der sich farblich „im grünen Bereich“ bewegt, handelt es sich bereits um einen außergewöhnlichen Starkregen!
Lokaler Index für Bergkamen
Mit dem neuen Starkregenindex von Emschergenossenschaft und Lippeverband lassen sich auch vergangene lokale Starkregenereignisse neu einordnen. Der höchste Starkregenindex seit dem Jahr 2000 resultiert etwa in der Stadt Bergkamen vom 18. September 2014 mit 71 mm. Das entspricht selbst nach der neuen dezidierten Aufteilung einem „extremen“ Ereignis (Index 10).
Zum Vergleich: Der höchste seit 2000 in Duisburg gemessene Starkregenindex liegt „nur“ bei 4 (stark) und resultiert vom 18. Juli 2004 (36,5 mm).
Etablierte Maßstäbe
Die Anwendung eines Index bei bestehenden Bewertungssystemen zur Einordnung von Naturereignissen ist seit Langem etabliert. So ist z. B. allgemein bekannt, dass die Stärke des Windes nach der Beaufort-Skala mit Stärkegraden von 1 (Windstille) bis 12 (Orkan) und von Erdbeben nach der Richter-Skala mit Stärkegraden von kleiner 2 (nicht spürbar) bis 10 (extrem große Zerstörung) eingeordnet werden können. Die Skalen haben dabei gemeinsam, das Verständnis der Öffentlichkeit anhand eines einfachen Skalen- bzw. Zahlenmaßstabs zu treffen: je größer der Index ist, desto extremer ist das beobachtete Naturphänomen.
Emschergenossenschaft und Lippeverband haben den neuen Starkregenindex auf der Grundlage eines internationalen, mathematisch belegten Ansatzes aus den USA weiterentwickelt und hierzulande eingeführt.
Die Verbände
Die Emschergenossenschaft wurde 1899 in Bochum gegründet. Ihre Aufgaben sind die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um. Über einen Zeitraum von rund 30 Jahren investiert die Emschergenossenschaft prognostizierte 5,266 Milliarden Euro in die Revitalisierung des Emscher-Systems.
Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke um. In das Projekt (1985 bis 2014) investierte der Lippeverband rund 500 Millionen Euro, es gilt als Vorläufer des Emscher-Umbaus. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1600 Mitarbeiter und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 740 Kilometer Wasserläufe, rund 1320 Kilometer Abwasserkanäle, rund 350 Pumpwerke und fast 60 Kläranlagen).
Bergkamener Jugendfeuerwehr bekommt eine neue Führung
Die Jugendfeuerwehr der Stadt Bergkamen traf sich am Dienstagabend im Gerätehaus Bergkamen-Mitte zu ihrer Jahresdienstbesprechung. Da vielleicht wichtigste vorweg: Über Nachwuchsmangel braucht sie sich wie schon in den Vorjahren nicht zu beklagen. 39 junge Leute engagieren sich zurzeit bei ihr. Damit sei die Kapazität mehr als erschöpft, erklären ihr kommissarischer Leiter Thomas Ciliax und seine kommissarische Stellvertreterin Jennifer Gatz. Mehr ginge nicht.
Gruppenbild mit Ehrengästen: die Bergkamener Jugendfeuerwehr bei ihrer Jahresdienstbesprechung.
Offiziell eingeführt in ihre Ämter werden beide zusammen mit dem zweiten kommissarischen Leiter Etwin Kramer beim nächsten Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr im März.
In ihrem erst am vergangenen Samstag vorgestellten Jahresbericht 2016 stellen Stadtbrandmeister Dietmar Luft und sein Stellvertreter Ralf Klute ausdrücklich fest, dass es nicht vorrangiges Ziel der Jugendfeuerwehr sei, für Nachwuchs für die aktive Wehr zu sorgen. Vielmehr wirke sie im gesamten Bereich der Jugendarbeit in Bergkamen mit.
Klar ist aber auch, dass bei jeder Jahresdienstbesprechung Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit Erreichen der Altersgrenze in eine der sechs Bergkamener Löschgruppen wechseln. Am Dienstag wurden Pia Bismarck in die Löschgruppe Rünthe und Felix Doritke in Löschgruppe Heil verabschiedet.
Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr treffen sich im Schnitt alle 14 Tagen abwechselnd in den Gerätehäusern der Löschgruppen. In der Regel stehen feuerwehrtechnische Dienste auf dem Programm. Hinzukommen kommen Veranstaltungen, die den Zusammenhalt der Jugendlichen stärken sollen.
Als besondere Aktivitäten stehen jetzt schon fest: das 1. Mai Café am Gerätehaus Overberge, der Berufsfeuerwehrtag mit einem 24-Stunden-Dienst am 16. September, die Beteiligung am Overberge Weihnachtsmarkt am 2. Dezember und die eigene Weihnachtsfeier am 15. Dezember.
Die Bedeutung der Jugendfeuerwehr für die Stadt Bergkamen wurde am Dienstag dadurch deutlich, dass sich Bürgermeister Roland Schäfer bei den jungen Leuten und bei der Führung der Jugendfeuerwehr für ihr ehrenamtliches Engagement im vergangenen Jahr bedankte. Zu Jahresdienstbesprechung waren außerdem hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Bergkamener Ratsfraktionen gekommen.
Bayer unterstützt biologiebegeisterte Schüler
Auch in der Schule gilt: Erfolg kommt nicht von allein. Wer Großes erreichen will, muss viel lernen und regelmäßig üben. Beste Voraussetzungen dafür fanden zwölf Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen kürzlich bei Bayer in Bergkamen, wo sie sich auf die nächste Runde der 28. Internationalen Biologie-Olympiade (IBO) vorbereiteten.
Unter Anleitung von Bayer-Azubi Hendrik Tölle führt Tabea Marx eine Lebendzellzahlbestimmung auf einer Agarplatte durch. Foto: Bayer AG
Das Unternehmen hatte den Nachwuchswissenschaftlern aus diesem Anlass seine modernen Ausbildungslabore für eigene Experimente zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns, den deutschlandweit wichtigsten Schulwettbewerb im Fach Biologie bereits zum 18. Mal unterstützen zu können“, machte Werkleiter Dr. Stefan Klatt deutlich und kündigte an: „Dieses Engagement werden wir in den kommenden Jahren fortsetzen.“
Neben dem Bergkamener Bayer-Standort beteiligt sich auch die Bayer Science & Education Foundation – die Bayer-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Bildung – an der Unterstützung der IBO. Programm-Managerin Mona Ehrenberg betrachtet den Wettbewerb als idealen Partner: „Die Internationale Biologie-Olympiade hat sich vorgenommen junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern – dasselbe Ziel verfolgen wir auch.“ Gemeinsam, so Ehrenberg weiter, werde man das Wissen und die praktischen Fähigkeiten interessierter Schülerinnen und Schüler weiter verbessern können.
Insgesamt hatten sich Ende vergangenen Jahres 148 der im Juni gestarteten 351 nordrhein-westfälischen Schülerinnen und Schüler für die zweite Runde der Internationalen Biologie-Olympiade qualifiziert – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Die zehn Besten nehmen Ende Februar 2017 in Kiel an der nächsten Ausscheidungsrunde auf Bundesebene teil, wo sie sich für das Finale des Wettbewerbs in Coventry (Großbritannien) qualifizieren können.
Die jährlich stattfindende Internationale Biologie-Olympiade dient der Förderung begabter Schülerinnen und Schüler im Fach Biologie. Sie will kreatives Denken beim Lösen biologischer und ökologischer Probleme fördern und freundschaftliche Beziehungen zwischen jungen Menschen verschiedener Länder entwickeln. Träger des Wettbewerbes ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung.