Berufsvorbereitender Kurs für Flüchtlinge bei Bayer: Starthilfe für ein neues Leben

„Im Irak war ich nicht mehr sicher und mein Leben in ständiger Gefahr. Erst jetzt in Deutschland habe ich wieder eine Perspektive. Dazu hat auch Bayer beigetragen indem mir das Unternehmen einen Einblick in den Arbeitsalltag ermöglicht hat“, stellt Heider Alibaidi dankbar fest. Gemeinsam mit drei weiteren Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak absolvierte er kürzlich eine vierwöchige Berufsvorbereitung bei Bayer in Bergkamen. Ein weiterer Teilnehmer war Hamo Kasim Sefuk. Auch er hat ein festes Ziel: „Ich möchte unbedingt arbeiten und mir hier ein neues Leben aufbauen.“

Karl Heinz Grafenschäfer (l.) und Ausbilder Jörg Biermann (r.) mit den Teilnehmern des Berufsvorbereitungskurses (v. l.): Hamo Kasim Sefuk, Heider Alibaidi und Abbas Al-Saadi. Hasan Jarbou war beim Fototermin leider verhindert.
Karl Heinz Grafenschäfer (l.) und Ausbilder Jörg Biermann (r.) mit den Teilnehmern des Berufsvorbereitungskurses (v. l.): Hamo Kasim Sefuk, Heider Alibaidi und Abbas Al-Saadi. Hasan Jarbou war beim Fototermin leider verhindert.

Ein wichtiger Schritt dazu erfolgte bei Bayer. Genauer: in den Werkstätten und Labors der Bergkamener Ausbildungsabteilung. Betreut von Auszubildenden konnten die Flüchtlinge dort vormittags selbst Hand anlegen und erste praktische Erfahrungen in den Bereichen Chemie und Technik sammeln – beispielsweise bei der Metallbearbeitung, dem Bauen einer elektrischen Schaltung oder der Arbeit im Labor. Am Nachmittag stand zusätzlich Sprachunterricht auf dem Lehrplan. Diesen vermittelte der Bildungsdienstleister TÜV Nord Bildung, der das gesamte Projekt auch initiiert hatte.

Als zukunftsorientiertes Unternehmen der pharmazeutischen Industrie stellt Bayer in allen Bereichen hohe berufliche Anforderungen. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Menschen zu unterstützen, die im Begriff sind, sich eine neue Existenz aufzubauen und ihnen ein klares Bild von den Qualifikationen zu vermitteln, die sie sich aneignen müssen“, betonte Standortleiter Dr. Stefan Klatt. Sollten sich die Erwartungen für beide Seiten erfüllen, beabsichtigt Bayer, den Flüchtlingen eine Ausbildungsmöglichkeit anzubieten. Der erste Eindruck ist viel versprechend. Ausbildungsleiter Karl Heinz Grafenschäfer: „Ich bin begeistert, wie gut sich unsere Gäste in der kurzen Zeit integriert haben.“

Alle Teilnehmer der Berufsvorbereitung übten in ihrer Heimat unterschiedliche Berufe aus. So war Hamo Kasim Sefuk beispielsweise vier Jahre lang Taxifahrer bevor er als Bauer und anschließend als Kranführer arbeitete. Auf die Frage, was ihm von seiner Zeit bei Bayer in Erinnerung bleiben wird, antwortete er: „Ich habe mich sehr darüber gefreut, Neues kennenzulernen und mit den Maschinen zu arbeiten.“ Präparative Arbeiten im Labor, Befüllen eines Rührwerks im Technikum, Rohrbiegen in der Metallwerkstatt – all das war neu für die vier Kursabsolventen. Dennoch erledigten sie die Arbeiten schon nach kurzer Einarbeitung mit großem Geschick.

Trotz vielfach großen Talents, guter Qualifikation und hohem Schulabschluss fällt es Asylsuchenden aus nachvollziehbaren Gründen oft schwer, sich auf Deutsch zu verständigen. Karl Heinz Grafenschäfer freut sich daher sehr über die gute Zusammenarbeit mit dem Partner TÜV Nord Bildung, der sich auf dem Gebiet der Sprachförderung intensiv engagiert. Hermann Oecking, Geschäftsführer TÜV Nord Bildung, weiß, dass „gute Kenntnisse der Landessprache neben fachlicher Kompetenz unabdingbar dafür sind, in Deutschland beruflich und sozial Fuß zu fassen.“




Weihnachtsmarkt im Stadtmuseum Bergkamen und verkaufsoffener Sonntag

Weihnachtskrippen, Sterne, Laubsägearbeiten, Zauberlichter, Weihnachtsschmuck, Handarbeiten, Porzellanmalerei, afrikanische Schnitzkunst und vieles andere mehr bietet der traditionelle Weihnachtsmarkt im Stadtmuseum Bergkamen am kommenden Wochenende.

weihoa13Am Samstag, 10. Dezember von 14 bis 19 Uhr und Sonntag, den 11. Dezember von 11 bis 18 Uhr, laden zahlreiche Stände im Museum wieder zum Stöbern ein. Traditionell findet im Stadtgebiet am 11. Dezember von 13 bis 18 Uhr ein verkaufsoffener Sonntag statt.

Neben dem vielfältigen weihnachtlichen Sortiment bietet das Stadtmuseum außerdem noch weitere interessante Angebote und Aktionen an. Der Tante-Emma-Laden lädt mit Kaffee und Kuchen zum Verweilen an. Hier wird „die gute alte Zeit“ wieder lebendig. In der Bergbauausstellung warten auf die Besucher frisch gebackene Spekulatius. Die Zeitzeugen der Stadt Bergkamen präsentieren ihr neues Zeitzeugenheft „(M)ein Beruf. Berufe im Wandel der Zeit“. Der Zeitzeugenkreis sowie der Geschichtskreis der Bergleute stehen für Gespräche mit „Jung und Alt“ zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Bergkamen zur Verfügung. Und auch der Nostalgiekeller des Museums-Fördervereins ist am Samstag (14-18 Uhr) und am Sonntag (11-17 Uhr) geöffnet.

weihnachtsmarkt-oberadenFür die kleinen Museumsbesucher wird ebenfalls einiges geboten. Mit Hilfe einer Druckpresse drucken Kinder weihnachtliche Motive auf Postkarten. Darüber hinaus können sie weihnachtliche Dekorationen und kleine Geschenke für die Familie herstellen. Die Mitmachaktionen – Anmalen von Weihnachtskugeln und Gipsfiguren, Herstellen von Sternen mit Metallicperlen – ist für jedes Alter geeignet. 

Vor den Türen des Museums gibt es beim 20. vom SPD-Ortsverein Oberaden organisierten Weihnachtsmarkt auf dem Museumsplatz noch eine Menge mehr zu sehen und zu hören. Ein reichhaltiges Musikprogramm sowie zahlreiche kulinarische Angebote an weihnachtlich geschmückten Buden sorgen für eine intensive Einstimmung auf das Weihnachtsfest.




Ein Toter bei einem Wohnungsbrand in Werne – 170 Rettungskräfte aus dem gesamten Kreis Unna im Einsatz

Am Dienstagnachmittag kam ein 74-jähriger Mann bei einem Wohnungsbrand in Werne ums Leben. Ein weiterer Mann erlitt bei einem Rettungsversuch Verletzungen durch eingeatmete Rauchgase. Weitere 16 Bewohner konnten unverletzt aus dem Gebäude gerettet werden. Dazu standen zu Spitzenzeiten rund 170 Einsatzkräfte zur Verfügung.

Fotos: Feuerwehr Werne
Fotos: Feuerwehr Werne

Um 16:34 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Werne per automatische Brandmeldung zu einem Brand in der Ottostraße in Werne alarmiert. Da der Löschzug 1 (Stadtmitte) gerade von einem Einsatz in der Marga-Spiegel-Schule zurückgekehrt war, hier hatte ein auf seine Eltern wartendes Kind einen Druckknopfmelder ausgelöst, konnte der Löschzug unmittelbar wieder ausrücken und war schnell vor Ort. Ein Feuerwehrkamerad, der in der Nachbarschaft des Brandortes wohnt, empfing die ersteintreffenden Kräfte bereits mit der Information, dass es in einem privat vermieteten Gebäude neben dem Seniorenzentrum St. Antonius brenne und dort noch eine Person in einem Pflegebett liege.

Eine Ersterkundung ergab eine Zugangsmöglichkeit von der Rückseite, da die Wohnung ebenerdig durch eine Terrassentür erreichbar war. Ein mit der Erkundung verbundener Rettungsversuch scheiterte ebenso wie ein bereits zuvor gestarteter Rettungsversuch durch einen Hausbewohner, da der Raum bereits vollständig verraucht war und das Bett im Vollbrand stand. Der Ersthelfer wurde mit einer Rauchgasintoxikation ins Werner Krankenhaus eingeliefert.

Rettungskräfte aus dem gesamten Kreis Unna waren am Dienstag in Werne im Einsatz.
Rettungskräfte aus dem gesamten Kreis Unna waren am Dienstag in Werne im Einsatz.

Während ein Löschangriff aufgebaut wurde, konnte das Feuer mit einem Pulverlöscher klein gehalten werden. Gleichzeitig wurde Vollalarm für die Stadt Werne gegeben und das Stichwort auf „Feuer_4“ erhöht.

Wesentliche Maßnahmen erstreckten sich anschließend auf die Evakuierung des mehrstöckigen Gebäudes, in dem 18 Parteien gemeldet waren. Aufgrund der zu erwartenden Zahl an Betroffenen und möglicherweise Verletzten, wurden seitens der Rettungsleitstelle die vorgeplanten Maßnahmen bei einem Massenanfall von Verletzen eingeleitet und überörtliche Rettungskräfte zur Einsatzstelle beordert. Für diese wurde ein Bereitstellungsraum am Autohaus Schmidt in Betrieb genommen. Der Leitende Notarzt konnte mit Personal der Freiwilligen Feuerwehr Werne eine Sammelstelle einrichten und die geretteten Hausbewohner sichten. Da einerseits die Brandwohnung geschlossen blieb (Löschangriff über die Terrasse) und die Brandschutzeinrichtungen im Haus einem sehr hohen Standard entsprechen, konnten alle Hausbewohner durch das rauchfreie Treppenhaus ins Freie geführt und an die Sammelstelle übergeben werden.

brandkleinesantonius1-1Der Einsatz konnte seitens der Feuerwehr mit der Übergabe an die Kriminalpolizei, die die Ermittlungen zur Brandursache unmittelbar aufgenommen hatte, gegen 18:30 Uhr beendet werden. Durch einen Bedienfehler bei der Neukonfiguration der Brandmeldeanlage seitens eines Servicetechnikers wurde der LZ 1 um 18:36 Uhr nochmals zur Einsatzstelle alarmiert, konnte jedoch schnell Entwarnung geben.

Im Einsatz waren alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Werne mit ca. 70 Einsatzkräften sowie Polizei und Kriminalpolizei mit mehreren Fahrzeugen. Neben dem Rettungsdienst und dem Notarzt aus Werne wurden 27 weitere „weiße“ Rettungsmittel aus den umliegenden Städten alarmiert. Darunter die Städte Hamm, Kamen, Unna (inkl. Rettungsdienstzug Kreis Unna), Ascheberg, Lüdinghausen und Lünen, so dass in Spitzenzeiten ca. 170 Einsatzkräfte zur Verfügung standen.




Küchenbrand macht fünfköpfige Familie in Rünthe obdachlos – Eltern und Kinder wurden verletzt

Der Brand in einer Wohnung im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Straße „Im Stollen“ in Rünthe am Mittwochmorgen hat eine fünfköpfige Familie obdachlos gemacht. Die Eltern und die drei Kinder wurden mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.

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Fotos: Ulrich Bonke

brand-ruenthe-1Die Löschgruppe Rünthe, Oberaden, Overberge und Heil wurden am Mittwoch gegen 6.06 Uhr alarmiert. Zunächst hieß es, ein Altenheim würde brennen. Tatsächlich war das Feuer in der Küche der Obergeschosswohnung im Gebäude der UKBS ausgebrochen. Die genaue Brandursache konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Die Feuerwehr vermutet, dass das Feuer von einem Energieträger, möglicherweise vom Herd oder der Kaffeemaschine, ausgegangen ist. Es hatte sich dann schnell auf die Küchenmöbel ausgebreitet. Dabei ist auch Kunststoff verbannt. Der Ruß hatte sich dann in der Wohnung verteilt, sodass die Feuerwehr davon ausgeht, dass die Wohnung erstmal nicht wieder genutzt werden kann.

Zum Haushalt der betroffenen Familie gehörten auch einige Tier. Eine Katze, die in Panik ausgebüxt war, konnten die Feuerwehrleute wieder einfangen. Ein Kaninchen wurde zum Tierarzt gebracht.

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Kleiner Dreh zurück an der Gebührenschraube: Mustermanns sparen im kommenden Jahr 41,10 Euro

Die sogenannte „zweite Miete“ wird in Bergkamen nach den Vorstellungen der Verwaltung etwas günstiger werden. Nachdem die GSW bereits angekündigt hatten, den Gaspreis zu senken und den Strompreis stabil zu halten, präsentierte am Dienstag der 1. Beigeordnete Dr. Hans Joachim Peters seine Planungen für die Müll-, Abwasser- und Straßenreinigungsgebühren.

Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters (l.) und der Leiter des Baubetriebshofs Stefan Polplatz.
Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters (l.) und der Leiter des Baubetriebshofs Stefan Polplatz.

Demnach gibt die berühmte Bergkamener vierköpfige Familie Mustermann, die in einem Einfamilienhaus wohnt, 180 Kubikmeter Frischwasser verbraucht, eine versiegelte Fläche von 120 Quadratmeter abrechnet und über eine jeweils 120-Liter fassende grüne und graue Tonne verfügt, hierfür im kommenden Jahr 41,10 Euro oder 2,07 Prozent weniger aus. Zusammen mit der Grundsteuer ist das insgesamt immer noch ein stolzer Betrag von 1943,65 Euro.

Im Einzelnen: Die Müllgebühren bleiben für die grüne und graue Tonne stabil bei 339,50 Euro. Die Straßenreinigungsgebühr sinkt um 3,53 Prozent. Wie Dr. Peters und der Leiter des Baubetriebshofs Stefan Polplatz erklärten, seien dafür der milde Winter und der günstige Preis für Diesel verantwortlich.

Eine Senkung um 3,92 Prozent gibt es auch bei den Abwassergebühren. Mit 970,80 Euro im kommenden Jahr für die Familie Mustermann gehört Bergkamen aber immer noch zu den Teuersten in NRW. Hauptgrund für die Senkung der Abwassergebühr ist die „Abwassergebührenhilfe“ des Landes, die rund 60 Städten und Gemeinden zukommt. Bergkamen erhält aus diesem Topf in diesem Jahr rund 333.000 Euro und im kommenden Jahr 366.000 Euro. 

Das letzte Wort wird hier allerdings der Bergkamener Stadtrat in seiner Sitzung am 15. Dezember haben, der die Gebühren noch beschließen muss.




„Rollende Zeitbombe“ auf der A1 aus dem Verkehr gezogen – Es war ein ehemaliger Lkw der Polizei

Beamte der Autobahnpolizei haben vor einigen Tagen wohlmöglich schlimmeres auf der A1 in Fahrtrichtung Bremen verhindert, als ein Lkw mit Anhänger ordnungswidrig überholte. Was die Polizisten dann jedoch bei der Kontrolle feststellten, war selbst für die erfahrenen Beamten nicht alltäglich.

zeitbombe-1Der rollende Riese war in einem katastrophalen Zustand! Die Lenkeinrichtung war komplett defekt. Die sogenannte Schubstange ließ sich mit bloßer Muskelkraft bewegen und noch schlimmer, der Hauptrahmen, der Hilfsrahmen und die Querträger waren stark durchgerostet. Auf gut deutsch zusammengefasst: Der Lkw war kurz davor zusammenzufallen.

Die Lenkung des Lkw bestand eigentlich nur noch aus Rost.
Die Lenkung des Lkw bestand eigentlich nur noch aus Rost.

Ironischerweise war der Lkw nach Angaben des Fahrers in Süddeutschland früher einmal in der Jugendverkehrsschule der Polizei Ausbildungsgegenstand. „Jetzt ist nur noch eine rollende Gefahr übrig geblieben“, so die Autobahnpolizei.

Die Weiterfahrt wurde natürlich verboten. Ein Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg gab es für den Fahrer.




Matinee mit Jazz, Swing und Klassik am Sonntag in der Ökologiestation

Für die Freunde von Jazz, Swing und konzertanter Blasmusik gibt es am Sonntagmorgen des 3. Advents ein besonderes Highlight: um 11 Uhr geben das BlasOrchesterBergkamen „BOB“ und die Big-Band der Musikschule Bergkamen „Triple B“ ein gemeinsames Konzert in der Ökologiestation des Kreises Unna. Beide Ensemble präsentieren das musikalische Ergebnis eines gemeinsamen Probenwochenendes im Münsterland.

Matinee (3)„Die Konzertbesucher können sich auf ein sehr abwechslungsreiches Programm in großer Besetzung mit rund 60 Teilnehmern auf der Bühne freuen“, sagt Anne Horstmann, Leiterin des Fachbereichs Blasinstrumente der Musikschule.

Mit von der Partie ist auch das Nachwuchsorchester „Die Bobbies“ mit Musik aus der Muppet Show und Jingle Bells. Das „BOB“ unter der Leitung von Thorsten Lange präsentiert sein neues Programm „Sternengeschichten“ mit Filmmusik aus „Odyssee im Weltraum“, „Star Wars“ und einem Medley des Erfolgsmusicals „Starlight Express“.

Die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Big-Band „Triple B“ unter der Leitung von Sandra Horn unterhält das Publikum im zweiten Teil des Konzertes mit Klassikern der Swing-Ära, Jazz-Standards von Duke Ellington bis Miles Davis und Bigbandarrangements von Beatles bis „Dschungelbuch“.

Das Matinée-Konzert findet am Sonntag, 11. Dezember um 11.00 Uhr in der Ökologiestation des Kreises Unna, Westenhellweg 110, Bergkamen statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 




Greta Burghardt beste Vorleserin am Bergkamener Gymnasium

Das Lesen ist nicht bei allen jungen Leuten aus der Mode gekommen. Ein positives Beispiel ist hier Greta Burghardt aus der 6d des Bergkamener Gymnasiums. Immer wenn sie Zeit hat, greift sie zu einem Buch. Dass sie auch gut vorlesen kann, demonstrierte die 11-jährige Schülerin am Montagmorgen beim Vorlesewettbewerb ihrer Schule. Sie gewann den 1. Platz.

Die besten Vorleser aus den sechsten Klassen bestritten am Montagmorgen im PZ das Finale (v. l.): Simon Pietzko, Leonie Frank, Greta Burghardt und Tuana Yavuz.
Die besten Vorleser aus den sechsten Klassen bestritten am Montagmorgen im PZ das Finale (v. l.): Simon Pietzko, Leonie Frank, Greta Burghardt und Tuana Yavuz.

Zur Belohnung durfte sie sich zwei Bücher aussuchen. Die konnte sie in einen Rucksack packen, der von der Sparkasse Bergkamen-Bönen gestiftet wurde. Anfang kommenden Jahres wird sie das Gymnasium beim Vorlesewettbewerb auf Kreisebene vertreten. Zum Aufwärmen gibt es vorher noch eine Stadtmeisterschaft, an der auch die Zweitplatzierte Tuana Yavuz aus der 6a teilnehmen wird.

Greta Burghardt
Greta Burghardt

Dieser Wettbewerb wird traditionsgemäß in der Stadtbibliothek ausgetragen. Dort kennt sich die Vielleserin Greta bestens aus. Denn den größten Teil ihres Lesestoffs leiht sie sich dort aus. So ist ihr Hobby ungemein preiswert. Kinder zahlen für den Leseausweis nämlich nichts. Übrigens: Das Buch, aus dem sie am Montagmorgen vorgelesen hatte, „Meisterklasse“ von Ally Carter, stammt aus dem Bestand der Stadtbibliothek.

Bei der Ermittlung der Siegerin habe die Jury ein leichtes Spiel gehabt, erklärte Jury-Vorsitzende Silke Kieslich, die ehemalige Schulleiterin des Bergkamener Gymnasiums. Letztlich hatte sich das Gremium entschieden, den 2.Platz an Tuana Yavuz zu vergeben sowie Leonie Frank aus der 6b und Simon Pietzko aus der 6c gemeinsam auf den dritten Platz zu setzen.

Übrigens: Das spannende Buch „Meisterklasse“ von Ally Carter ist natürlich zurzeit in der Bergkamener Stadtbibliothek vergriffen. Man kann es sich vormerken lassen oder hier kaufen (bitte draufklicken):




Vortrag im Hellmig-Krankenhaus: Hüfterkrankungen – wenn es mit dem Laufen nicht mehr klappt

Die Hüfte schmerzt, das Laufen fällt immer schwerer, die Mobilität ist eingeschränkt – Ursache kann Gelenkverschleiß (Arthrose) sein, so Dr. Dieter Metzner, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Hellmig-Krankenhaus Kamen.

Dr. Dieter Metzner
Dr. Dieter Metzner

Er referiert in der Veranstaltungsreihe Pulsschlag von VHS und Klinikum Westfalen am Mittwoch, 14. Dezember ab 18.30 Uhr im Hellmigium, dem Vortragsraum am Hellmig-Krankenhaus. Beschwerden, das Fortschreiten der Erkrankung und begleitende Entzündungsprozesse können oft Medikamente und Physiotherapie reduzieren. Dr. Metzner rät: „Erst wenn solche Möglichkeiten ausgereizt sind, ohne Schmerzbelastung und Bewegungseinschränkungen ausreichend zu verbessern, sollte darüber nachgedacht werden, ein künstliches Gelenk einzusetzen.“




Jule Vollmer kommt zum Internationalen Frauentag in Bergkamen: Wir räumen auf…!

„Wir räumen auf …!“ Mit diesem Motto macht sich das Bergkamener Frauentagsteam auf, den 33. internationalen Frauentag in Bergkamen zu planen und gebührend zu feiern. Am 12. März soll es ab 10:30 Uhr mit einem Sektempfang am Treffpunkt in Bergkamen an der Lessingstr. losgehen.

Jule Vollmer
Jule Vollmer

Aufräumen, ausmisten, Ordnung halten und Platz für Neues schaffen. Sich alte Dinge ansehen, von dem, was nicht gebraucht wird – trennen – unter diesem Motto will das Frauentagsteam die letzten Jahrzehnte  in den Augenschein nehmen.

Hierzu wird Jule Vollmer ab 11 Uhr einen ersten künstlerischen Blick in ihr Programm „Aufgeräumt“ geben. Frau Vollmer ist dem Team seit langem sehr verbunden. Jule Vollmer, die Schauspielerin, Autorin und Sängerin begeistert ihr Publikum mit Stimme und pointierter Sprache und bringt ihre Satire mit Leidenschaft und viel Witz unter das Publikum.

Nach dem ersten künstlerischen Block wird es die  Grußworte geben. Danach kommt eine kleine Überraschungsaktion, die sich auch mit dem Motto des Tages verknüpft. Ein kleiner Imbiss und viele gute Gespräche schließen sich der Überraschungsaktion an.

„Aufgeräumt“ geht es dann hinein in den zweiten Auftritt von Jule Vollmer.

Die Matinee wird gegen 13:30 beendet sein. Das Frauentagsteam ist sich sicher, dass alle Gäste mit Spaß und Staunen bei der Aufräumaktion dabei sein werden.

Alle Teilnehmerinnen des Frauentagsteams machen sich nun an die Aufgabe, den Themenkomplex mit Inhalten und Ideen zu füllen. Diese werden auf dem nächsten Treffen am Donnerstag,  2. Februar 2017 um 18:30 Uhr, abgestimmt und in weitere Veranstaltungsvorschläge umgesetzt.

Weltweit wird der internationale Frauentag am 8. März gefeiert. Er ist ein Tag für die Rechte der Frauen, für den Frieden und eine humane Gesellschaft. Dieser Tag wird dazu benutzt, um auf Themen aufmerksam zu machen, die für Frauen von besonderer Bedeutung sind.

Der Bergkamener Internationale Frauentag wird unter Federführung der Gleichstellungsstelle der Stadt Bergkamen in Kooperation mit vielen Frauenverbänden und –gruppen begangen.




Amazon in Werne baut auf der ersten befestigten Flachland-Siedlung der Eisenzeit in Westfalen

Wo der Versandhandelsriese Amazon aktuell künftige Geschenke für das Weihnachtsfest lagert, deponierten die Menschen schon vor über 2.000 Jahren in Speichern und Gruben Lebensmittel und Ernten. Mit Siedlungsspuren aus dem ersten Jahrhundert vor Christi Geburt rechneten die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) durchaus, als die Untersuchungen auf dem Gelände des neuen Logistikzentrums des Versandhändlers in Werne begannen. Dass zusätzlich eine gewaltige Befestigungsanlage bei den Bauarbeiten im neuen Gewerbegebiet Wahrbrink II zum Vorschein kam, war eine Überraschung. Die Archäologen dokumentierten hier die Spuren der ersten Siedlung der Eisenzeit in Westfalen abseits der Gebirgsregionen, die mit einem riesigen Graben gesichert war.

Die Grabungsfläche im Luftbild. Der Graben ist als dunkle Verfärbung zu erkennen. Foto: LWL/R. Klostermann
Die Grabungsfläche im Luftbild. Der Graben ist als dunkle Verfärbung zu erkennen.
Foto: LWL/R. Klostermann

Die Hinweise auf das Alter der Siedlung sind eindeutig. Zunächst lassen sich die Fragmente der auf dem Gelände entdeckten Keramik in die Epoche einordnen, die auch als Spätlatènezeit bezeichnet wird. Das Bruchstück eines Glasarmrings, der mit einer gelben Farbauflage verziert ist, war typisch für diese Zeit. Zudem haben naturwissenschaftliche Untersuchungen diese erste Einschätzung untermauert. Holzkohlefunde ermöglichten eine naturwissenschaftliche Datierung mithilfe der Radiokarbonmethode.

Die übrigen Besiedlungspuren, die hier von den Archäologen dokumentiert wurden, sind für den Laien im Boden nur als dunkle Spuren zu erkennen. Dazu zählen nicht weniger als 50 Gruben, woraus Lehm als Baumaterial gewonnen wurde oder in denen Vorräte gelagert wurden. Später gelangte der Alltagsmüll der Siedler hinein. Unter den Gruben fanden sich auch solche, die für Pfostenbauten in den Boden eingetieft wurden. Sie sind innerhalb des Grabenwerkes aufgetaucht. Sie bilden die letzten Überreste des Siedlungsplatzes, denn hier haben die damaligen Siedler vor über 2.000 Jahren gewohnt und gearbeitet und deutliche Spuren ihrer

Dieser Glasarmring mit gelber Verzierung ist ein typische Schmuckstück der Eisenzeit und ist in der Siedlung entdeckt worden. Foto: LWL/K. Burgemeister
Dieser Glasarmring mit gelber Verzierung ist ein typische Schmuckstück der Eisenzeit und ist in der Siedlung entdeckt worden.
Foto: LWL/K. Burgemeister

Anwesenheit hinterlassen. So konnten die Fachleute vier kleine Grundrisse von Speichergebäuden mit Gebäudekonstruktionen aus vier und sechs Pfosten im Boden erkennen. In den Speichern lagerten die Siedler ihre Lebensmittel und die Ernte, um sie vor dem Verderben zu schützen. Außerdem zeigen zahlreiche Keramikscherben, die typische Formen von Gefäßen aus der Eisenzeit haben, dass die Menschen hier ihr normales Alltagsleben verrichteten. Allerdings sind die Spuren im Boden bedingt durch den natürlichen Bodenabtrag leider nicht mehr sehr gut erhalten.

Die ersten Spuren des stellenweise nur noch bis zu einer Tiefe von einem halben bis einen Meter erhaltenen Befestigungsgrabens sorgten bereits für erhöhte Aufmerksamkeit unter den Archäologen. Dann die Überraschung: Aus dem Boden tauchten immer mehr deutliche Verfärbungen auf. Der Graben wurde länger und länger. Egal wo der Bagger große Trassen durch das rund 30.000 Quadratmeter große Gelände von einem Ende zum anderen von Mutterboden befreite: Überall dokumentierten die Archäologen der Grabungsfirma neue Graben-Abschnitte und verfolgten gezielt den Verlauf der Befestigungsanlage. Spätestens auf dem Ausgrabungsplan war nicht mehr zu übersehen, dass die Befestigung ein früheres Siedlungsareal komplett umschließt. „Eine kleine Unterbrechung des Grabens und zwei außerhalb liegende dunkle Verfärbungen mit den Spuren von Pfosten deuten auf eine Art Tor in der Befestigungsanlage hin“, so Grabungsleiter Felix Kunze. Allerdings sind in den zurückliegenden mehr als 2.000 Jahren große Teile der Oberfläche durch Wind, Wasser und Bodenbearbeitung abgetragen worden. Ehemals war der Graben womöglich rund zwei Meter tief.

Der Bagger bei der Arbeit - immer länger wird der Graben im Verlauf der Ausgrabung. Foto: LWL/R. Pieper
Der Bagger bei der Arbeit – immer länger wird der Graben im Verlauf der Ausgrabung.
Foto: LWL/R. Pieper

„Solche Ergebnisse sind auch jenseits von Westfalen bislang selten“, weiß LWL-Archäologe Prof. Dr. Michael Baales. Höhenbefestigungen aus der Eisenzeit sind in Westfalen schon vor längerer Zeit entdeckt worden. In der Zeit vor Christi Geburt haben die Bewohner der südlichen Regionen offenbar mit Gräben, Mauern und Zäunen ihre Höhensiedlungen vor Bedrohungen geschützt. Aus dem flachen Land ist derartiges noch nicht bekannt. Im Rheinland und in den Niederlanden konnten die Archäologen ähnliche Siedlungszeugnisse auch im Flachland mit Gräben und Pfostenresten bereits ausgraben. Noch weiter im Norden gibt es nur wenige weitere Fundplätze. „Solche Siedlungen stellen aber immer noch eine Besonderheit dar“, betont Baales. Die Dimension der Anlage ist einzigartig für Westfalen. Der Fundort bereichert das Wissen um die Siedlungsweise der Menschen in der späten Eisenzeit gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr.

Der Graben muss bereits kurze Zeit nach seiner Entstehung wieder zugeschüttet worden sein. Das deuten auch die spärlichen übrigen Siedlungsspuren an. Ein Grund dafür könnte die Präsenz der Römer an der Lippe gewesen sein. Nicht weit entfernt haben sie die Römerlager in Bergkamen-Oberaden und Lünen-Beckinghausen errichtet.

Die Ausgrabungen der Archäologen wurden trotz des Überraschungsfundes rechtzeitig beendet und der Bau des Logistikzentrums konnte planmäßig begonnen werden. Die archäologischen Untersuchungen wurden in enger Abstimmung mit der Stadt Werne so durchgeführt, dass der Zeitplan der Bauarbeiten eingehalten werden konnte. „Wir sind sehr froh, dass die neue Ansiedlung trotz des Überraschungsfundes reibungslos umgesetzt werden konnte“, betont Monika Geißler von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Werne. „Dass an dieser Stelle eine einzigartige archäologische Fundstelle für Westfalen zum Vorschein gekommen ist, die einen großen Beitrag zur Erforschung dieser Epoche leistet, macht uns natürlich auch stolz.“ (LWL)