Rucksack Kita und Schule: Sprachförderprogramm feiert Jubiläum
2002 ging es los. Die RAA Kreis Unna hob „Rucksack Kita“ aus der Taufe. 2007 kam das Sprachförderprogramm „Rucksack Schule“ dazu. Bergkamener Kitas und Schulen waren von Anfang an dabei.Die Jubiläen werden jetzt gefeiert – und natürlich gibt es auch den Blick zurück.
Maria Trepper, Anne Nikbin und Gökhan Kabaca (v.r.n.l. vorn) sind beim KI Kreis Unna die Motoren für „Rucksack Schule“ bzw. „Rucksack Kita“. Über den Erfolg freuen sich mit ihnen KI-Leiterin Marina Raupach und Dezernent Torsten Göpfert. Foto: Constanze Rauert – Kreis Unna
Alles begann 1998 mit einer Reise der RAA NRW nach Rotterdam, um das niederländische Projekt „Rukzak“ kennen zu lernen. Der Kreis handelte anschließend und heute ist „Rucksack“ längst Programm und fester Bestandteil der Arbeit, die das Kommunale Integrationszentrum Kreis Unna (KI, früher RAA) leistet. Zudem zieht es über Kreisgrenzen hinaus weite Kreise, seit 2015 wird „Rucksack Schule“ sogar wissenschaftlich durch die Universität Hamburg evaluiert.
„Zu verdanken ist der Erfolg sicher denen, die die „Rucksack“-Idee in den Kreis trugen und hier umsetzen“, unterstreicht Sozialdezernent Torsten Göpfert mit Blick auf Anne Nikbin, Maria Trepper und Gökhan Kabaca. Die Drei sind beim KI Kreis Unna Ansprechpartner und Motoren für die beiden Programme.
„Ganz entscheidend für das Gelingen waren und sind aber auch die vielen engagierten Erzieher, Lehrer und zweisprachigen Elternbegleiterinnen in den Kindergärten und Schulen. Ohne sie wäre diese Form der Sprachförderung weder so fest etabliert noch bei den für das Gelingen der Sprachförderung ganz wichtigen Eltern akzeptiert“, betont KI-Leiterin Marina Raupach.
Anlässlich der Jubiläen haben die Fachleute natürlich ihre Unterlagen gesichtet und Zahlen zusammengestellt. Begonnen hat „Rucksack Kita“ 2002 in der Awo-Kita Wackelzahn in Bergkamen. Heute sind weitere Einrichtungen in Bergkamen, Fröndenberg, Lünen, Schwerte und Unna dabei. Derzeit machen 85 Mütter und 88 Kinder in insgesamt neun „Rucksack“-Gruppen in zwölf Kindertageseirichtungen mit.
„Rucksack Schule“ startete 2007 an der Viktoriaschule in Lünen. Aktuell sind 134 Mütter und ebenso viele Kinder in 17 „Rucksack“-Klassen in Bergkamen, Bönen, Lünen, Schwerte und Unna dabei. PK | PKU
Die Fraktionen des neuen Deutschen Bundestages werden in der nächsten Legislaturperiode die Wiederherstellung der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen deutschen Kommunen zum Schwerpunkt ihrer Politik machen.
Kreisdirektor Wilk (2. Reihe, 3.v.l.) vertrat den Kreis bei der jüngsten Kommunalkonferenz in Berlin. Foto: Bettina Ausserhofer
Das versprachen die jetzigen kommunalpolitischen Sprecher und Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU/CSU), Bernhard Daldrup (SPD), Kerstin Kassner (Die Linke) und Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) als Gäste der achten Kommunalkonferenz des Aktionsbündnisses „Für die Würde unsere Städte“ am 30. Juni in Berlin.
Das parteiübergreifend agierende Bündnis vereint fast 70 finanzschwache Kommunen aus acht Bundesländern mit mehr als neun Millionen Einwohnern. Für den Kreis Unna nahm Kreisdirektor und Kämmerer Dr. Thomas Wilk an der Veranstaltung teil.
Wie die anderen Teilnehmer wertete auch Wilk das Ergebnis der Kommunalkonferenz in Berlin als „Sternstunde für die kommunale Familie“.
Ganz konkret wollen die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien die Forderung des Bündnisses nach Bildung einer Kommission umsetzen. In diesem Gremium sollen bereits im Dezember oder Januar – so das Bündnis – ergebnisoffene Gespräche zwischen Bund, Ländern, Bündnis-Kommunen und den kommunalen Spitzenverbänden über die dringend notwendige Neuordnung des Kommunalen Finanzsystems beginnen.
Die Verwaltungschefs und Finanzdezernenten der Mitgliedsstädte des Aktionsbündnisses beschlossen einstimmig eine Resolution. Ihr Appell: Die Gleichwertigkeit der bundesdeutschen Städte und Kreise herzustellen und damit auch finanzschwache Räume zukunftssicher, attraktiv und wettbewerbsfähig zu machen.
Die Professoren Martin Junkernheinrich (Kaiserslautern), Uwe Wagschal (Freiburg) und Joachim Wieland (Speyer/Bonn) hatten zuvor belegt, dass der größte Teil der Schuldenberge in den finanzschwachen Kommunen nicht selbst verursacht, sondern eine Folge Jahrzehnte langer bundespolitischer Gesetze zu Lasten der Städte und Gemeinden seien. PK | PKU
Gesamtschüler testen ihre Talente beim Berufsorientierungstraining
Elektrokabel montieren, Metallringe anfertigen, Modellhäuser bauen, Holzwürfel sägen – das sind alles Aufgaben, die im Schulalltag eher selten vorkommen. Das Berufsorientierungstraining bot Schülerinnen und Schülern der Jahrgangstufe 7 zwei Vormittage lang die Gelegenheit ihr Talent zu testen. Die Mädchen und Jungen konnten anhand verschiedenster praktischer Aufgaben ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten entdecken oder vertiefen.
Foto: C. Bautz
Im Jahr 2017 werden insgesamt 55 Berufsorientierungstrainings durch die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und SCHULEWIRTSCHAFT NRW im Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V., BWNRW, gefördert. Vor Ort wird das Training von pädagogisch geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Technikzentrums Minden-Lübbecke geleitet. Insgesamt 5.550 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangstufe 7 verschiedener Schulen in NRW nehmen 2017 an diesem Veranstaltungsformat teil.
Im Hinblick auf das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ in NRW sind die Berufsorientierungstrainings als ergänzender Beitrag zu verstehen. Im Fokus der Trainings steht ein erstes Kennenlernen und Ausprobieren praktischer Tätigkeiten.
Bergkamen nimmt „Europadiplom“ in Straßburg entgegen
Am vergangenen Donnerstag reiste Thomas Hartl – Amtsleiter der Zentralen Dienste der Stadt Bergkamen und zuständig für Städtepartnerschaften – stellvertretend für Bürgermeister Roland Schäfer nach Straßburg, um gemeinsam mit der Städtepartnerschaftsbeauftragten Angelika Joormann-Luft in einer Feierstunde im Europapalast das „Europadiplom“ entgegenzunehmen.
Überreichung des Europa-Diploms (v. l.): GERHARD KÜNTZLE, Botschafter der ständigen Vertretung beim Europarat, zugleich Generalkonsul in Straßburg, STELLA KYRIAKIDES, Vorsitzende des Ausschusses für soziale Angelegenheiten, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, THOMAS HARTL Amtsleiter Zentrale Dienste / Stadt Bergkamen und WOJCIECH SAWICKI Generalsekretär der Parlamentarischen Versammlung
Der Ausschuss für soziale Angelegenheiten, Gesundheit und nachhaltige Entwicklungen der parlamentarischen Versammlung des Europarates würdigt damit Städte und Gemeinden, die sich durch ihr europäisches Engagement sowie ihre Tätigkeiten im Bereich Städtepartner-schaften auszeichnen. Das Diplom ist der erste Schritt zum prestigeträchtigen Europapreis.
Deutschlandweit erhielten lediglich Bergkamen (als einzige nordrhein-westfälische Stadt) und Denzlingen/Baden-Württemberg diese Anerkennung – darüber hinaus weitere Städte wie Samos/Griechenland, Ponte San Nicolò/Italien, Ostrów Wielkkopolski/Polen, Morawica/Polen und Kikinda/Serbien.
Bürgermeister Roland Schäfer ist stolz auf diese Ehrung durch den Europarat. Er bedankt sich bei allen Beteiligten, die im Laufe der Jahre aktiv an Begegnungen mit den Bergkamener Partnerstädten mitgearbeitet haben und durch ihr Engagement die europäischen Aktivitäten der Stadt Bergkamen erst möglich gemacht haben.
Bergkamen unterhält bekanntlich Städtepartnerschaften mit Gennevilliers/Frankreich, Hettstedt/Sachsen-Anhalt, Silifke/Türkei und Wieliczka in Polen.
Neues Bildungsprojekt für Flüchtlinge in Bergkamen
In Bergkamen startet am 1. August ein neues Projekt, das Flüchtlingen den Start in eine Ausbildung ermöglichen soll. Im Bildungszentrum Bergkamen von TÜV NORD Bildung stehen dann für zwölf Monate berufsbezogener Sprachunterricht, Berufsfelderprobung und Bewerbungsunterstützung auf dem Lehrplan.
Im Projekt erhalten die Teilnehmer einen Einblick in verschiedene gewerblich-technische Berufe. Foto: Christian Nielinger
Angesprochen werden mit dem Projekt „Berufliche Integration für Flüchtlinge (BIfF)“ anerkannte geflüchtete Frauen und Männer aus Syrien, Somalia, Iran, Irak und Eritrea im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die Teilnehmer sollten bereits über Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau B1 verfügen. Das Projekt wird von der RAG-Stiftung finanziert, für die Teilnehmer fallen keine Kosten an.
Kontakt: Hans Hitzler, Telefon: 02307 208635, E-Mail: hhitzler@tuev-nord.de.
Sechs Goldmedaillen für Lisa-Marie Kardatzki von den TuRa-Wasserfreunden
Fünf Schwimmerinnen und sechs Schwimmer der Wasserfreunde TuRa Bergkamen nahmen erfolgreich am 6. Schwimmfest des SV Wasserfreunde Soest e.V. teil. Gemeinsam erschwammen sich die elf TuRaner auf der Kurzbahn im Freibad 21 Medaillen und 20 persönliche Bestzeiten.
Trainerin Michelle Rudolf mit ihrer erfolgreichen Mannschaft.
Lisa-Marie Kardatzki (Jg.2001) holte Gold über 50, 100 und 200m Brust, 100 und 200m Lagen sowie 100m Freistil; Julian Noel Bracht (Jg.2006) Gold über 50, 100 und 200m Brust; Piet Weppler (Jg.2008) Gold über 50m Brust sowie Silber über 100m Brust; Lina-Julie Bracht (Jg.2008) Silber über 50m Rücken sowie Bronze über 50m Brust und 100m Rücken; Alexa Haase (Jg.2004) Silber über 200m Freistil sowie Bronze über 50m Brust; Noah Mo Krause (Jg.2008) Silber über 100m Rücken; Lisa Marie Ebel (Jg.2006) Bronze über 50m Schmetterling sowie 100m Freistil und Charin Schulz (Jg.2005) Bronze über 50m Brust sowie 200m Freistil.
Das erfolgreiche Team komplettierten Elias-Noel Kaminski, Max Gregor Schäfer und Yannick von der Heide mit vielen persönlichen Bestzeiten.
Russischer Open-Air-Gruß zum Confed-Cup-Finale
Der „Feuervogel“ stieg nicht nur aus den Instrumenten auf. Er hatte beim Open-Air-Konzert der Neuen Philharmonie Westfalen auf dem Kamener Rathausvorplatz auch echte Federn, landete auf Verstärkern oder Aufbauten und sorgte für gelegentliche Querschüsse durch die Lautsprecher. Das machte aber auch im 10. Jahr von GSW Kamen Klassik den Reiz unter freiem Himmel aus.
Gut besucht bei doch noch strahlendem Sonnenschein: Das 10. GSW Kamen Klassik.
Von der Sonne verwöhnte Musiker der Neuen Philharmonie Westfalen.
Denn spannend war es auch in diesem Jahr allemal. Noch kurz vor dem Startschuss fielen ganz in der Nähe des Rathaus Unmengen Regentropfen aus tiefschwarzen Wolken. Pünktlich zu den ersten Klängen tat der Himmel so, als ob nie etwas gewesen wäre. Wer in der ersten Reihe direkt neben Gastdirigent Florian Ziemen auf der Bühne saß, dem konnte schon mal ein tiefstehender praller Sonnenstrahl direkt ins Gesicht scheinen.
Dirigent Florian Ziemen in Aktion.
Das feuerte die gute Laune des Orchesters nur noch an. Voller Begeisterung zelebrierten die Musiker dieses „russische Konzert als Gruß zum Finale des Confederations Cup nach Sankt Petersburg“, so Florian Ziemen. Da schimmerte der „Glanz des Zarenhofes“ durch die Noten hindurch – ein Glanz, in dem die Deutschen seinerzeit „als die Stummen“ nur staunten. Erinnerungen an die eigenen Ballettstunden wollten die Philharmoniker beschwören. Mit Michael Glinka und Taschaikowskys Gegenentwürfen zur Programmmusik aus Werken wie Dörnröschen, Schwanensee, der Nussknacker oder Romeo und Julia gelang das ganz vorzüglich.
Wenn Musik spontane Auswirkungen hat
Eine tanzende junge Zuhörerin.
Umgekehrt hatte die Musik faszinierende Auswirkungen auf seine Umwelt. Wer gerade mit Koffern beladen vom Bahnhof den Heimweg antrat, blieb spontan stehen und hörte zu. Radfahrer hielten an und zückten ihre Handys. Kleinkinder legten spontane Tänzchen ein. Einzig diverse Vogelmütter verwirrten die gewaltigen Töne sichtlich. Ihre halbflüggen Jungen hatten sich ins Gebüsch direkte am Rande der Besuchermengen verirrt und blieben einstweilen für die Futterstunde unerreichbar. So riefen sich manche gefiederten Mutter-Kind-Paare fast schon verzweifelt durch die Musik hindurch.
Nicht immer windfest waren die Klammern für die Notenblätter.
Der Wind blies auch nach der Pause gelegentlich kräftig das eine oder andere Notenblatt vom Ständer oder gab mit einem Streifzug durch die Mikrophone dem Konzert einen besonderen Live-Charakter. Prachtvolle Bauten zeichneten die Musiker dennoch mit vollem Einsatz zu den Noten von Mussorgski nach. Nachtstimmung, Grillenzirpen, schwärmerischer Gesang oder Partystimmung auf dem Fest von Romero und Julia: Mit Rachmaninoff und Prokofjew ging es beschwingt weiter in einen dann doch noch prächtigen Sommerabend.
Faszinierte Zuhörer bei den Einleitungen zu den nächsten Musikstücken.
Zum Abschluss versprach Florian Ziemen „es richtig knallen zu lassen“. Er hielt sein Versprechen, wärmte das Publikum mit Khatchaturians „Tanz der Rosenmädchen“ und dem „Säbeltanz auf“, bevor der „Feuervogel“ mit „Berceuse“ und dem „Finale“ in Person von Strawinsky seinen großen Auftritt hatte. Die Weingläser im Publikum waren inzwischen geleert, die Hamburger aufgegessen. Alle Hände waren frei für stürmische und stehende Ovationen und für lautstarke Forderungen nach einer Zugabe. Ohne die durfte die Neue Philharmonie Westfalen dann auch nicht die Rückfahrt antreten.
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Bergkamener Feuerwehrleute erweitern Rettungskenntnisse im RAG Trainingsbergwerk
Overberges Ortsvorsteher Uwe Reichelt ermöglichte den Löschgruppen Overberge und Rünthe des Bergkamener Löschzugs 1 am vergangenen Wochenende ein Training der besonderen Art. In seiner Funktion als Leiter des Besucherzentrums des Recklinghäuser RAG Trainingsbergwerks öffnete Reichelt den Bergkamenern Wehrleuten bisher nie dagewesene Übungsmöglichkeiten.
Feuerwehrübung im RAG Trainingsbergwerk. Fotos: Feuerwehr Bergkamen
Das über 1,2 km lange Stollensystem bietet ideale Voraussetzungen, um mehrere Ausbildungseinheiten im Bereich Orientierung in dunklen, verwinkelten und vernebelten Räumen zu absolvieren. Horst Wolgast, ein sehr erfahrener Grubenwehrtruppführer der RAG, leitete die Wehrleute professionell an und stand ihnen bei allen Übungen in den Trainingsanlagen zur Seite.
Der stellv. Overberger Löschgruppenführer André Wortmann hatte dieses Training geplant und spezielle Übungen ausgearbeitet. Die Wehrleute erweiterten dabei ihr Wissen, z.B. beim Suchen nach Vermissten in dunklen und unübersichtlichten Räumlichkeiten. Gleichzeitig stellt das Übungsgelände erhöhte Anforderungen an die körperliche Fitness. So wurde bei mehreren Übungsstreckendurchgängen und unter umluftunabhängigem Atemschutz oft die körperliche Belastungsgrenze erreicht.
Mit dieser Erschwernis in unbekanntem Gelände, bei schlechter bis gar keiner Sicht, vermisste Personen zu finden, war eine neue Herausforderung für die Wehrleute. Die hierbei erlangten und geübten Fähigkeiten können nun bei Rettungseinsätzen für unsere Bürger angewendet werden.
Am Ende des außergewöhnlichen Trainings waren die Wehrleute durchaus erschöpft, aber auch sehr begeistert von den Ausbildungsmöglichkeiten dieser speziellen Trainingsstätte. André Wortmann bedankte sich bei den Wehrleuten für die Teilnahme und bei den Verantwortlichen der RAG für die Trainingsmöglichkeit und er versprach eine Wiederholung in 2018.
20. Wegmarke markiert bewegende Kunst
Mancher Stein scheint größer als das eigene Körpergewicht zu sein. Wankend schleppt der kleine Künstler einen ganzen Berg davon auf die „Baustelle für etwas Schönes“ und setzt Wegmarken. Die verändern sich immer weiter, wachsen und schrumpfen, verändern ihre Form. Denn auch die erwachsenen Künstler sind inspiriert von der Aufforderung, das Leitmotiv der Jahresausstellung der Künstlergruppe „sohle 1“ eine Gestalt zu geben.
Kleine Künstler setzen Wegmarken.
Angeregte Diskussion an einem sehr lokalbezogenen Stück Weges.
Was für die ganz Kleinen reine Intuition ist, birgt für Bürgermeister Roland Schäfer augenzwinkernd einige Schwierigkeiten. „Was heißt das denn?“, fragte er sich angesichts der drei Großbuchstaben hinter der Jubiläumswegmarke. „WEG“ könne gleichsam weg bedeuten im Sinne von „ist das Kunst oder kann das weg“ oder auch weg gleichbedeutend mit dem durchaus regionalspeziifischen „ich bin dann mal weg“. Wohl eher stehen die Buchstaben aber für den Weg, vor den sich die Künstlergruppe vor 20 Jahren gemacht habe. Ein Weg, „auf den wir in Bergkamen sehr stolz sind“, so der Bürgermeister. Hier werde seitdem Kunst geschaffen, „die etwas bewegt – ein wichtiger und wertvoller Beitrag.“
Das Duo „Mondi di Notte“ setzt musikalische Wegmarken
Auswege, Fluchtwege, Irrwege, zielstrebige, verschlungene und mehrdeutige Wege sendeten ihre Botschaften als Fotos, Radierungen, Zeichnungen, Drucke, Bildhauerwerke, Aquarelle oder Mischwesen von den Ausstellungswänden, während Mona Lichtenhof und Dieter Dasbeck als Duo „Mondi di Notte“ musikalische Wegmarken von Udo Lindenbergs „Horizont“ bis „You never walk alone“ setzten. Der Sauerstoff in der mit Besuchern restlos gefüllte Galerie war längst knapp, als Dieter Treeck sich als Wegelagerer entpuppte. Zunächst legte er mit seinem Stuhl das Mikrofon des Bürgermeisters lahm und entlarvte dann in bewährt süffisanter Art all jene Wegelagerer, die den Künstler an sich auf seinem Weg begleiten.
Wegelagerer Dieter Treeck zeichnet Wege nach
Dieter Treeck auf poetischen Wegen.
Da ist nicht nur der Rezensent, den schon Goethe genervt am Wegesrand lauern sah. Da sind auch das kritische Ich, Selbstzweifel, Selbstgenügsamkeit, übergroße Vorbilder, Selbstüberschätzung und Kritiker, denen der Künstler nach Treecks Beschreibung immer wieder begegnet. Gerade deshalb gründete sich vor 20 Jahren die Künstlergruppe „als Heimat für Infizierte“, die der Virus Kunst gepackt hatte. Hier sollten sie sich selbst ausprobieren können, all jene „neugierigen, begabten Menschen mit einem unausgelasteten Ich“, die nach neuen Möglichkeiten suchten. Wo stehe ich, wo will ich hin: Das sind die Wege, die jeder der heute 34 Künstler hier beschreitet – und Wegmarken setzt.
Auf dem Weg durch die Ausstellung.
„Jedes Bild, jede Skulptur ist ein Protokoll unseres Weges“, beschrieb Gründungsmitglied Dieter Treeck das, was die Künstlergruppe „sohle 1“ auch nach 20 Jahren ausmacht. Nachzulesen ist all das in einem Jubiläumskatalog, der alle Künstler und ihre Werke dokumentiert, aber auch die 20-jährige Geschichte skizziert. Darunter einmalige Ausgaben mit Originalwerken. Die schaute sich auch der neue Beigeordnete Marc Aleander Ulrich ausführlich bei seinem zweiten offiziellen Termin an, direkt neben den Werken von Nachwuchskünstlern der Oberadener Realschule und des Bergkamener Gymnasiums. Ebenso wie die ehemalige Museumsleiterin Barbara Strobel, die als Gruppenmitglied Werke zur Jahresausstellung beisteuerte.
Künstlerische Akzente aus der Partnerstadt
Inge Strauß mit einem ihrer Drehbilder.
Zum zweiten Mal fand Inge Strauß den Weg aus der Partnerstadt Hettstadt nach Bergkamen. Erstmals waren ihre Bilder zusammen mit den Werken der Bergkamener Künstlern zu sehen. In ihren „Drehbildern“ ist „alles richtig“ – egal aus welcher Perspektive man sie betrachtet und in welcher Richtung sie aufgehängt sind. Menschen können hier miteinander oder gegeneinander agieren, manchen fallen ehraus, andere finden direkt neben ihren „Kleidern zum Verwandeln.“ Am Samstag reiste Inge Strauß an, um ihre Bilder in der Ausstellung zu arrangieren – am Sonntag fuhr sie schon wieder zurück in die Heimat. Der besondere Reiz des Kontaktes mit den Bergkamenern Künstlern ist für sie, deren Bilder schon seit 20 Jahren in der Artothek zu haben sind, die gemeinsame Arbeit: In Hettstedt besteht die Kunstszene aus „Einzelkämpfern“.
Genau so hatte es vor 20 Jahren übrigens auch begonnen. Die lebendige Kunstszene in Polen und der Partnerstadt Wieliczka, in der sich gerade der Einfluss aus Krakau widerspiegelte, begeisterte die Bergkamener Künstler und motivierte sie, eine eigene Künstlergruppe zu gründen. So schließen sich Kreise – und Wege.
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Wachwechsel bei Lions BergKamen: Michael Blumrich neuer Präsident
Wachwechsel beim Lionsclub BergKamen: Der Kamener Michael Blumrich übernimmt zum 1. Juli das Amt des Präsidenten dieses Clubs. Für Reinhard Middendorf geht entsprechend den Lions-Statuten nach einem Jahr an der Spitze die Amtszeit zu Ende.
Reinhard Middendorf (li) überreicht seinem Nachfolger Michael Blumrich die „Lionsglocke“ Foto: LC BergKamen
Der Bergkamener „Löwe“ Middendorf blickt auf zwölf erfolgreiche Monate zurück: Während seiner Präsidentschaft konnte der Club rund 55. 000 Euro für soziale und kulturelle Zwecke in Bergkamen und Kamen ausschütten.
Der größte Teil des Geldes floss in Projekte für Kinder und Jugendliche. Die Förderung junger Menschen in Kamen und Bergkamen ist seit langem Schwerpunkt des Clubs. In Middendorfs Präsidentschaft fiel auch der 100. Geburtstag der weltweiten Lionsorganisation. Zu diesem Anlass organisierten Reinhard Middendorf und seine Vorstandsmitglieder eine große Veranstaltung in der Kamener Konzertaula. An diesem Abend stellten die „Löwen“ viele Organisationen und Gruppen vor, die der Club seit Jahren fördert.
Der neue Präsident Michael Blumrich, sein Vorstand und die Mitglieder des Lionsclubs BergKamen werden die erfolgreiche Arbeit auch im 22. Jahr des Clubs fortsetzen, getreu dem Lionsmotto „We serve“ – „Wir dienen“
Heinrich Peuckmann liest in der Marina Ketteler-Schülern aus seinem Buch „Schiff ahoi für Nina!“ vor
Im Trauzimmer in der Marina Rünthe wird der bekannte Schriftssteller Heinrich Peuckmann am Mittwoch, 5. Juli, den Schülerinnen und Schülern des 4. Jahrgangs der Ketteler-Grundschule Auszüge seines neuesten Kinderbuches „Schiff ahoi für Nina!“ vorlesen.
Heinrich Peuckmann
Bürgermeister Roland Schäfer wird zusammen mit 32 Kindern, den Lehrkräften sowie seiner Referentin Corinna König in maritimem Ambiente die Abenteuer der kleinen Nina ebenfalls miterleben. Die Geschichte spielt sich rund um den Hafen der Marina Rünthe ab und war bereits in der bekannten Radio-Kinderreihe „Ohrenbär“ in der halben Republik zu hören.
Zum Inhalt: Nina muss mit ihrem Vater in einen Jachthafen ziehen, weil ihr Vater dort Arbeit gefunden hat. Aber dort kennt Nina niemanden und langweilt sich. Bis plötzlich Nils kommt, der mit einem Lastkahn unterwegs ist. Endlich hat sie jemanden, mit dem sie spielen kann. Nils zeigt ihr sogar den Lastkahn, mit dem sein Vater Baumstämme und Kohle transportiert. Als Nils weiterfahren muss, ist Nina nur noch einen Augenblick lang traurig, denn plötzlich ist Onkel Rudolf da, der auf seiner Jacht im Hafen wohnt. Und mit ihm und ihrem Vater gibt es ein Abenteuer nach dem anderen. Einen Hund retten sie aus dem Kanal, eine Bootswettfahrt veranstalten sie. Und als Nils mit dem Lastkahn zurückkommt, geht auch Nina auf große Fahrt.
Der Ort, an dem das alles spielt, hat deutliche Bezüge zum Marina-Hafen in Bergkamen, in dem Peuckmann sich selber gerne aufhält und eine Tasse Kaffee trinkt. Das Buch enthält lustige Zeichnungen von Haakon Auster, die den humorvollen Charakter des Buches unterstreichen.
Heinrich Peuckmann: Schiff ahoi für Nina. Autumnus Verlag Berlin 2017, 8.90 Euro