Museumsfest unter dem Motto „Schicht am Schacht“ am kommenden Wochenende

Am kommenden Wochenende wird am Stadtmuseum groß gefeiert! Das Motto des Museumsfest 2018 lautet „Schicht im Schacht“. Es bezieht sich auf das Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland im Dezember dieses Jahres, wenn auch die letzte Zeche geschlossen wird.

Am Samstag, 18. August, ist von 11 bis 19 Uhr  ist Familientag – alle kleinen und großen BesucherInnen können auf dem Museumshof eine Menge über den Bergbau erfahren, Bergmannskleidung und Werkzeuge ausprobieren sowie in einem nachgebauten Schacht in voller Montur „reinkriechen“.

Am Sonntag, 19. August, wird um 10.30 Uhr mit einem den Ökumenischen Bergmanns-Gottesdienst der „Tag des Bergmanns“ eröffnet. Viele Knappenvereine, das Bergwerks-Orchester Bergwerk Ost sowie der Bergmannschor sind vor Ort. Das Ende ist gegen 18 Uhr  vorgesehen.




Zweifelhafte Mutprobe: Kinder werfen Flasche auf ein aus einem Parkhaus fahrendes Auto

Mit einer zweifelhaften Form von „Mutprobe“ wurde am Dienstagabend die Polizei in Kamen konfrontiert. Sie wurde
gegen 19.20 Uhr  zu einem Einsatz wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr am Parkhaus Nordenmauer gerufen.

Dort hatten zunächst Unbekannte von oben eine Flasche auf einen aus dem Parkhaus fahrenden Pkw geworfen. Zeugen hatten aber vier Kinder gesehen, die von der Polizei befragt wurden. Die Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren gaben zu, im Rahmen einer „Mutprobe“ etwas auf einen PKW geworfen zu haben. Sie wurden den Erziehungsberechtigen zugeführt. Der Sachschaden wird auf etwa 500 Euro geschätzt.

In der Nacht zu Mittwoch bemerkte eine aufmerksame Zeugin gegen 2.30 Uhr, dass Unbekannte auf der Mühlhauser Straße, etwa 100 Meter nördlich der Einfahrt zum Wertstoffhof, Hindernisse auf der Fahrbahn errichtet hatten. Die eingesetzten Polizeibeamten fanden an der genannten Örtlichkeit Leitpfosten, die quer auf die Fahrbahn gelegt und mit Maispflanzen getarnt wurden, vor. Zudem hatten die Täter noch Kantensteine hochkant auf die Fahrbahn gelegt. Glücklicherweise ist durch die so bereiteten Hindernisse niemand zu Schaden gekommen. Die Straße wurde durch die Polizeibeamten frei geräumt, die Leitpfosten wieder eingesetzt.




Wer kennt den abgebildeten männlichen Täter?

Ein bisher unbekannter Täter entwendete am 29. Mai 2018 in einem Discountmarkt in Kamen die Geldbörse einer 80-jährigen Kamenerin aus deren Handtasche. Am Folgetag hob ein unbekannter männlicher Täter mit der in der Börse enthaltenen EC-Karte zweimal Bargeld an einem Geldautomaten ab.

Da die Ermittlungen der Polizei ansonsten abgeschlossen sind, werden auf Beschluss des Amtsgerichts Dortmund Lichtbilder des unbekannten Täters veröffentlicht.

Wer kennt den abgebildeten Mann? Hinweise nimmt die Polizei in Kamen unter der Rufnummer 02307/921-3220 oder 921-0 entgegen.




Blauer BMW M5 auf Friedhofsparkplatz am Ostenhellweg in Rünthe gestohlen

In der Zeit von Sonntag, 11 Uhr, bis Montag, 18.45 Uhr, haben unbekannte Täter einen auf einem Parkplatz eines Friedhofes am Ostenhellweg abgestellten blauen BMW M5 entwendet. Zur Tatzeit waren an dem Pkw die amtlichen Kennzeichen LH-M 505 angebracht.

Hinweise zum Diebstahl oder Verbleib des BMW bitte an die Polizei in Bergkamen unter der Rufnummer 02307 921 7320 oder 921 0.




Praxis-Workshop für Erwachsene auf der Ökologiestation: Mandalas gestalten mit Farbe und Naturmaterial

Am Samstag, 1. September (10.00 – 17.00 Uhr) bietet das Umweltzentrum Westfalen einen Workshop für Erwachsene zum Thema Mandalas gestalten mit Farbe und Naturmaterial an.

Mandalas sind geometrische, figürliche oder pflanzliche Modelle, die auf ein Zentrum ausgerichtet sind. In vielen Kulturen begegnen sie uns als Kult- und Gestaltungsobjekte oder als Grundriss von Gebäuden.
Mandalas haben als Meditationsbilder inzwischen eine weite Verbreitung gefunden und sollen uns helfen, unsere eigene Mitte zu finden.

In diesem Workshop gestalten die Teilnehmer auf einem Untergrund (Leinwand oder Sperrholzplatte) ein persönliches Mandala mit Farbe und Naturmaterial, das von den Teilnehmern in der Umgebung der Ökostation gesucht wird. Gerne können auch gesammelte Materialien wie Muscheln, Schneckenhäuser oder Steine für die Gestaltung mitgebracht werden.

Durchgeführt wird der Praxis-Workshop von der Designerin Jutta Sucker.

Die Kosten für diesen Praxis-Workshop betragen 35 Euro je Teilnehmer zzgl. Kosten für Material (Leinwand oder Sperrholzplatte).

Teilnehmen können maximal 12 Personen.

Anmeldung noch bis Donnerstag, 16. August bei Dorothee Weber-Köhling (02389-980913) oder umweltzentrum_westfalen@t-online.de.




Neuer Wegweiser Behinderung und Inklusion des Kreises Unna: Viele Angebote – eine Übersicht

Ausschnitt aus dem Titelblatt des Wegweisers. Grafik: Kreis Unna

Über 200 Angebote auf 75 Seiten in 22 Kapiteln – der neue Wegweiser Behinderung und Inklusion bietet einen umfassenden Überblick über die Angebote für Menschen mit Behinderung im Kreis Unna und darüber hinaus. Anfang August hat das Regionale Bildungsbüro Kreis Unna den Wegweiser veröffentlicht.

In vier Richtungen weist der neuen Wegeweiser: Begegnung, Betreuung, Bildung und Beratung. „Wer sich zum Thema Begegnung informieren möchte, findet in dem Nachschlagewerk zum Beispiel Infos zu einer inklusiven Disco, einem inklusiven Café und auch zu Sportangeboten für Menschen mit einer Behinderung“, sagt Raja Sicking vom Regionalen Bildungsbüro.

Wohnen, lernen, leben
Die gelisteten Betreuungsangebote reichen von Wohngemeinschaften über Tagesbetreuungen bis zu einer Übersicht über die Krankenhäuser und Tageskliniken im Kreis Unna und der Umgebung. In Sachen Bildung sind unter anderem die Förderschulen vom Kreis Unna sowie vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe verzeichnet. Auch Berufs-Angebote wie Werkstätten sind dort zu finden.

Den Wegweiser hat das Regionale Bildungsbüro Kreis Unna in Zusammenarbeit mit der Behindertenbeauftragen des Kreises, Gabriele Olbrich-Steiner, erstellt. „Der Kreis Unna selbst hat auch zahlreiche Beratungsangebote, die übersichtlich in dem Dokument aufgelistet sind“, sagt Andrea Kunzner vom Regionalen Bildungsbüro: Sozialplanung, Pflege- und Wohnberatung und die Selbsthilfegruppen sind nur ein kleiner Auszug.

Zum Herunterladen
Der Wegweiser ist zum Herunterladen auf der Kreis-Internetseite www.kreis-unna.de verlinkt. Interessante Seiten mit passenden Angeboten können so je nach Interesse ausgedruckt werden. Der Wegweiser ist unter dem Suchbegriff „Wegweiser Behinderung und Inklusion“ zu finden. PK | PKU




Multikulturelles Forum und Partner rufen zur Bewerbung für den Interkulturellen Wirtschaftspreis 2018 auf

„Für Unternehmen ist es wichtig, das in unserer multikulturellen Gesellschaft vorhandene wertvolle Potenzial aktiv und gezielt zu erschließen. Nur so können sie wettbewerbsfähig und innovativ bleiben. Diese Fähigkeiten sichern in einer globalisierten Wirtschaft und vor dem Hintergrund demographischer Entwicklungen den unternehmerischen Fortbestand“, verdeutlicht Hatice Müller-Aras vom Multikulturellen Forum (MkF) die Vorteile von kultureller Vielfalt in Unternehmen. Das MkF lobt, wie schon in den vergangenen zwölf Jahren, auch dieses Jahr den Interkulturellen Wirtschaftspreis (IWP) gemeinsam mit den Partnern Wirtschaftsförderung Kreis Unna, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm, IHK zu Dortmund, Handwerkskammer Dortmund, Kommunales Integrationszentrum Dortmund sowie dem Verein Selbständiger Migranten aus.

Der Preis ehrt Unternehmen und Betriebe aus dem westfälischen Ruhrgebiet, die vorbildhaft interkulturelle Vielfalt in ihrem Team verankern und fördern. Denn, darin sind sich die Partner des Preises einig, kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz fördert nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, sondern erhöht gleichzeitig die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber. Gerade vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels in vielen Branchen ein wichtiger Faktor. „Die kulturelle Vielfalt ist eine Stärke unserer Region und die Vergabe des Interkulturellen Wirtschaftspreises eine logische Konsequenz daraus. Der Preis spiegelt seit Jahren die Leistungsbereitschaft, die Leistungsfähigkeit und die Innovationskraft heimischer Unternehmen wider. Ich hoffe, dass sich auch 2018 wieder viele Betriebe beteiligen und so zeigen, dass Vielfalt unsere Stärke ist“, betont der Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung Kreis Unna ist.

Kleine und mittelständische Unternehmen jeglicher Branche aus dem westfälischen Ruhrgebiet, die die interkulturellen Kompetenzen ihrer MitarbeiterInnen fördern und kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz fördern, können sich bis zum 28. September 2018 für den Preis bewerben. Auch ArbeitnehmerInnen können ihr Unternehmen für den Preis vorschlagen.

Die Preisverleihung findet am 28. November im SportCentrum Kamen-Kaiserau statt. Diesjähriger Schirmherr ist Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Informationsflyer mit dem Bewerbungsbogen liegen ab sofort bei allen beteiligten Partnern aus und können auch im Internet unter www.interkultureller-wirtschaftspreis.de abgerufen und online ausgefüllt werden. Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Frau Hatice Müller-Aras (Tel.: 02306 / 30630-17; aras@multikulti-forum.de).




Plätze frei geworden bei der Sommerakademie auf der Ökologiestation

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Für Kurzentschlossene besteht die Möglichkeit ab Sonntag, 19. August, an der Sommerakademie auf der Ökologiestation teilzunehmen. Drei Plätze in den Bereichen Malerei, Aquarell und Holzbildhauerei sind krankheitsbedingt frei geworden.

Die Gemeinschaftsveranstaltung der VHS im Kreis Unna, der VHS Hamm, des Kulturreferates Bergkamen und des Umweltzentrum Westfalen in und um die Ökologiestation in Bergkamen-Heil bietet sieben Tage bis zum 25. August jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr die Gelegenheit, unter professioneller Anleitung konzentriert künstlerisch zu arbeiten. Die Kursgebühr von 205,- € beinhaltet ein Mittagessen.

Beratung für Interessierte und Anmeldung bei Michael Bub unter 0 23 89 – 98 09 11. Infos auch im Internet unter www.sommerakademie-kunstvorort.de .




Volksbühne 20 startet Vorverkauf für die Komödie „Süßer Senf und saure Gurken“

Szene aus „Süßer Senf und saure Gurken“. Foto: Volksbühne 20.

Die heiße Phase des Vorverkaufs für die Herbstaufführungen des Theatervereins „Volksbühne 20 Oberaden e.V.“ beginnt in Kürze. Zur Premiere gelangt die heitere und amüsante Komödie von Wilfried Reinehr mit dem Titel
„Süßer Senf und saure Gurken“.

Der Dreiakter bietet ein verrücktes Verwechslungsspiel zwischen Wahrheit und Lüge, auf das man schon sehr gespannt sein darf und der Humor wieder im Mittelpunkt steht.
Isolde hat ihrer weit entfernt lebenden Familie erzählt, sie habe den Inhaber einer Senffabrik geheiratet, lebe in einer Villa mit ihm zusammen mit Butler, Sekretärin, Köchin und Reinigungsfrau. In Wirklichkeit ist sie selbst die Putzfrau des Senffabrikanten und lebt mit einem erfolglosen Schauspieler zusammen. Wäre alles nicht so schlimm, wenn die Eltern von Isolde sich nicht unverhofft zu einem Besuch in der Tür stünden und wenn der angebliche Ehemann nicht schon anderweitig liiert wäre. Da heißt es schwindeln, dass sich die Balken biegen und die gesamte Belegschaft wird mit einbezogen.
Chaos und Heiterkeit sind vorprogrammiert.

Unter der Regie von Spielleiter Rainer Achsnich spielen:

Ludwig Löwe -Senffabrikant- Rainer Achsnich

Isolde Krawalski -Putzfrau- Julia Abraham

Ida Krawalski -Isoldes Mutter- Ulrike Mücke

Harry Krawalski -Isoldes Vater- Paul Schulz

Veronique Buffier -Geliebte von Ludwig- Claudia Achsnich

Egon Leuchtlein, genannt James -Butler- Wolfgang Scholz

Lilo Rosenkranz -Verlobte von James- Gundi Dahn

Solveig Salbe -Sekretärin- Joana Lokatis

Johanna Liebstöckel -Köchin- Silke Uhlenbrock

Mücke Muggbold -Schauspieler, Isoldes Verlobter- Jan Laschober

Souffleuse: Erika Höfer
Maskenbildnerin: Ulrike Mücke

Bühnenbild: Wilfried Schlüchter
Raimund Balve

Bühnentechnik: Klaus Lemmler
Michael Siedlarek

1. & 2. Pressewart: Winfried Mücke
Dieter Kress

Spieltermine:

Martin-Luther-Haus der ev. Friedenskirchengemeinde in Bergkamen-Weddinghofen, Goekenheide 5:
Sa. 08.09.2018 18:00 Uhr –Premiere-
So. 09.09.2018 16:30 Uhr
So. 16.09.2018 16:30 Uhr

Haus Düfelshöft in Südkamen, Dortmunder Allee 75
Sa. 22.09.2018 18:00 Uhr
So. 23.09.2018 17:00 Uhr

Einlass ist am Samstag jeweils 1,5 h und am Sonntag jeweils 2 h vor Beginn der Aufführungen.
Vor den Nachmittagsvorführungen am Sonntag werden Kaffee und Kuchen angeboten.

Kartenvorverkauf:
Karten für die Veranstaltungen im Martin-Luther-Haus können jeweils mittwochs ab dem 15. Aug. 2018, 18.00 bis 19.00 Uhr im Vereinsheim (neben der ehem. Gaststätte Westfalenkrug), Rotherbachstr. 154 in Bergkamen-Oberaden zum Preis von 9,- Euro im Vorverkauf erworben werden, sowie telefonisch bei Gunhild Dahn, Tel.-Nr: 02306 / 80683.
Zusätzlich am 29.08. und 05.09.2018 von 16:00 bis 17:00 Uhr im Martin-Luther-Haus in Bergkamen-Weddinghofen, Goekenheide 5.

Karten für die Veranstaltungen im Haus Düfelshöft können jeweils mittwochs ab dem 22. Aug. 2018, 18.00 bis 19.00 Uhr in der Gaststätte „Haus Düfelshöft“, Dortmunder Allee 75 in Südkamen, bei unserem Theaterfreund und –Akteur Paul Schulz, Tel.: 02307 / 79193 zum Preis von 9,- Euro im Vorverkauf erworben werden

Vorbestellte Karten können zu den Vorverkaufsterminen abgeholt werden!




Wolfgang Fräger ganz nah von der unbekannten Seite

Der (arbeitende) Mensch und seine Facetten: Nicht nur unbekannte Skulpturen wollen in der Fräger-Ausstellung in der sohle 1 entdeckt werden.

Faszinieren: Die Skizzen von Wolfgang Fräger, schnell dahingeworfen auf allem, was als Papier greifbar war.

Schnell hingeworfene Pferde auf einem Briefumschlag. Mit flottem Stift wie in einem Zug über das Papier gezogene Striche, die das Gesicht eines Künstler-Freundes skurril deformieren. Aus Köpfen wachsen Maschinen und verwandeln den Menschen in ein Industriemonster – gezeichnet als Entwurf für den nächsten künstlerischen Schritt. Wolfgang Fräger, der berühmte Bergkamener Künstlersohn, zeigt sich in seiner Geburtsstadt von einer ganz anderen Seite. Auch von einer unbekannten.

Genau das will die Ausstellung anlässlich seines 95. Geburtstages erreichen. Mit vielen bislang ungezeigten Werken, darunter viele Skizzen und Zeichnungen, lädt die sohe 1 dazu ein, hinter die Kulissen zu blicken. Es fast so, als würde der Betrachter Wolfgang Fräger 35 Jahre nach seinem Tod auf die Finger schauen und dabei zusehen, wie seine Werke entstehen.

Wolfgang Frägers Tochter Barbara Duka vor einem ihrer Lieblingswerke, die in der Öffentlichkeit weniger bekannt sind.

Auch für seine Tochter war die Vorbereitung eine kleine Entdeckungsreise. „Bei der Durchsicht des Archives haben wir vieles in den Händen gehalten, was völlig anders war, aus der Rolle fiel und fast gar nicht zu ihm passte“, schildert sie. „Man merkte an vielen Objekten, dass er sich ausprobierte an Techniken, die er zwar beherrschte – die ihm aber nicht lagen.“ Einen anderen Blick auf ihren eigenen Vater und sein Werk: Für Barbara Duka hat diese Bergkamener Ausstellung das bereits im Vorfeld bewirkt. Die Besucher können es jetzt mit eigenen Augen sehen anhand einer Auswahl von Druckgrafiken, Skulpturen, Skizzen und Zeichnungen, die in dieser Zusammenstellung einmalig sind und Ungeahntes über einen ungewöhnlichen Bergkamener offenbaren.

Thomas Hengstenberg zeigt seine Favoriten: Porträts eines Künstlerfreundes.

Bekannt wurde Wolfgang Fräger, der ehemalige Bergbaulehrling, vor allem mit Werken, die sich mit dem Bergbau, der Industrialisierung und ihren Folgen wie der beginnenden Umweltzerstörung beschäftigten. Anfangs noch dem ausgehenden Expressionismus zugewandt, entwickelte Fräger eine eigene Sprache, die abstrahierend und zu Schluss auch naturalistisch unverblümt, fast skurril, manchmal sarkastisch und ironisch das zeigte, was er sah. Die „Härte der Arbeit, das Tragische realistisch ohne jedes Pathos, mit Sorgen, Ängsten und Gefahren“ stecken in jedem seiner Striche, so Thomas Hengstenberg als Fachbereichsleiter Kultur des Kreises Unna. Er wollte „das Unsichtbare sichtbar machen“ nach Erfahrungen im Krieg, in der Gefangenschaft, mit dem Nationalsozialismus und dem totalen Zusammenbruch auch aller künstlerischen Werte.

Das Unsichtbare mit schnellem Strich sichtbar machen

Ungewohnte Einsichten in das Werk Wolfgang Fräger bieten auch diese industriellen Skulpturen.

Dafür hat Fräger hart gearbeitet. Aus einer Bergbaufamilie stammend, schlug er den Weg der Kunst ein, erkämpfte sich ein Stipendium und ein Kunststudium. Der Region blieb er zeitlebens verbunden mit seinem Wohnsitz in Bönen. Nahezu alle Techniken eignete er sich an – von der Plastik über das Aquarell bis zu längst vergessenen Techniken des Drucks. Ob mit Tusche und Feder oder mit dem Graphitstift: Für Thomas Hengstenberg sind es vor allem die Zeichnungen in denen besonders viel von Frägers Kunst steckt. Gerade hier „kommen wir dem Künstler auf den Blättern besonders nah“. „Wie sich das eine aus dem anderen entwickelt“, beschreibt es Frägers Tochter. Spürbar wird aber auch Frägers ständige, fast ruhelose Suche nach neuen Ausdrucksformen, seine Betroffenheit mit den Themen seiner Werke und sein Widerwille, sich den Diktaten des Kunstmarktes zu beugen.

Der Arbeitstisch als Installation.

Für seine Tochter ist die Ausstellung in der sohle 1 auch deshalb eine besondere, weil „mein Vater seiner Geburtsstadt und der Region immer eng verbunden war. Nicht zuletzt durch Menschen wie Dieter Treeck, mit denen er eine enge Freundschaft pflegte. Ohne Fräger wäre der ehemalige Kulturdezernent nie selbst Künstler geworden. „Der erste Kontakt mit der Kunst war ein Ausflug mit der Schule in ein Hammer Museum und das Passionswerk von Wolfang Fräger“, erinnert er sich. Das dieser Mann später einer seiner engsten Freunde würde, konnte er damals nicht ahnen. Treeck soll sogar einer der wenigen gewesen sein, auf dessen Kritik Fräger hörte – in einem Fall sogar ein Werk komplett ungestaltete. Auch die letzte Begegnung wird Treeck so schnell nicht vergessen: „Er rief mich nach einer Australienreise an und wollte sofort ein neues Projekt beginnen“, erinnert er sich. Treeck bat um eine kleine Erholungsfrist, doch Fräger wollte sofort loslegen. Wenige Tage später erreichte ihn die Nachricht von seinem Tod.

Solche mit weit mehr persönliche Erinnerungen wird es zur Finissage am 23. September geben. Bis dahin wartet in der sohle 1 ein weitgehend unbekannter Wolfgang Fräger darauf, entdeckt zu werden. Zusätzlich sind zwei Workshops im Pestalozzihaus im Angebot, die auf die Spuren der Drucktechniken von Wolfgang Fräger führen.




Marina verwandelt sich zu Reggae-Rhythmen in eine riesige Sandburg

Profis und Laien machten sich fantasievoll ans Sandwerk, während die Bands mit karibischen Reggae-Rhythmen aufspielten.

Die großen Sandberge reichten irgendwann nicht mehr aus. Auch in die Dekoration gruben die engagierten kleinen Burgenbauer imposante unterirdische Verteidigungsanalagen und Entwässerungssysteme. Mancher schaufelte einen ganzen Berg von der einen Seite des Platzes auf die andere. Kleine Förmchen und Schaufelchen wurden da nur mit einem mitleidigen Lächeln bedacht bei der Sandburgensause in der Marina.

Detailarbeit mit der Kelle an der Sand-Nixe.

Christian Fischer hat Profiwerkzeug dabei. Kellen in allen Größen und Formen, Hammer und Meißel und eine Gartenhacke schauen aus seiner Tasche hervor. Vorzeichnen muss er nicht. Er hat seine Wassernixe schon fix und fertig im Kopf. Dabei beschäftigt er sich beruflich mit ganz anderen Dingen. Er ist Bausteinmetz und arbeitet eigentlich mit Steinen. Der Zufall brachte ihn zunächst an das Eis und dann an den Sand. Der Besitzer einer Eventfirma sah ihn arbeiten und fragte ihn, ob er ähnliches auch mit Eis und Sand hinbekommt. „Natürlich“, lautete seine Antwort. Das war 2003. Seitdem gestaltet er öffentlich vor staunenden Augen, was ihm in den Sinn kommt.

Für das Grobe wird die Axt herausgeholt.

Nebenan geht Karina Cooper etwas rustikaler dem Block aus Glockengießersand zu Leibe. Sie hat die Axt herausgeholt, um den Klotz in Form zu bringen. Wenn die Sonne herauskommt, trocknet sie den Ton im Sand. Das Gebilde wird knochenhart und lässt sich in Form bringen. Allerdings: „Sand trocknet schneller als andere Materialien, man muss also schon schnell sein“. Normalerweise gestaltet die Bildhauerin seit 13 Jahren Holz. Die Arbeit mit dem Sand ist trotzdem ganz ähnlich. „Man muss hier auch vor allem Material entfernen, um die Gestalt zu erhalten, die man haben möchte“, schildert sie. Deshalb liegt ihr Bildhauerwerkzeug neben ihr ausgebreitet. Die Wasserspritze steht auch schon bereit – für die Feinarbeit. Bis dahin ist es allerdings noch eine Weile hin. Der Drache mit dem Herz in den Pfoten braucht noch gute 3 Stunden, bis er fertig sein wird.

Planschbecken und Förmchen im Akkordeinsatz

Die ganze Familie einträchtig beim Burgenbau.

Was die Profis dort gestalteten, beeindruckte den Nachwuchs zwar sichtlich. Das fachte die Fantasie und den Tatendrang aber auch zusätzlich an. Eng wurde es an den Sandhaufen, die in der Mitte des Marina-Platzes für die Experimentierfreudigen aufgetürmt waren. Förmchen, Eimer, Gießkannen, Wasser aus den Planschbecken waren im Akkordeinsatz. Auch auffällig viele Erwachsene verließen die Strandstühle und knieten hochkonzentriert mit verschmatschten Händen im Sand, um akribisch kleine Burgen zu gestalten. Die Bergkamener Quietscheente durfte als krönender Abschluss natürlich nicht fehlen und fanden reißenden Absatz.

Volles Engagement auch an der Trompete und am Mikrophon auf der Reggae-Bühne.

Als schließlich die Reggae-Bands auf die Bühne kamen, schaute mancher Burgenbauer nur kurz irritiert auf und ließ sich ansonsten kaum von weiteren Konstruktionsarbeiten abhalten. Da tanzten die ersten schon ausgelassen in der Sonne und sangen die Zeilen mit, die Bob Marley vor inzwischen einigen Jahrzehnten zu Papier brachte. Wer Glück hatte, ergatterte noch eine der 300 kostenlosen Blütenkränze. Die tanzten auf Köpfen durch die Menge, flatterten um Hälse im Wind oder wippten im Takt mit den Rhythmen. Reggae pur schickte Riddim Posse in den noch immer strammen Wind in der Marina und trug in weit hörbar in die Umgebung – zusammen mit famoser Stimmung. Mit den Urban Tropical Beats wurde es dann tropisch, auch wenn die Temperaturen sommerlich gemäßigt waren und ausgiebige Tänze endlich wieder schweißfrei erträglich machten.