Schmieden ab 18 Jahre auf der Ökologiestation – 2 Plätze wieder frei geworden
Zwei Tage schmieden! Das bedeutet, mit einem Partner an einer Esse das Feuer zu beherrschen, den Stahl mit Handhämmern zu bearbeiten und das gewonnene Produkt nachzuarbeiten. Ziel ist die Herstellung eines Messers nach eigenem Geschmack. Fortgeschrittene und Teilnehmer mit Erfahrung können sich an das Verschweißen ungleich harter Stähle heranwagen und daraus einen laminierten Stahl aus drei Lagen gewinnen.
Wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich am Feuerverschweißen von Mehrlagenpaketen versuchen und diesen mehrfach falten, das ist dann Damast. Das daraus geschmiedete Produkt wird nachbearbeitet und so blank gemacht, dass das typische Damastmuster nach einer Behandlung mit Säure zu sehen ist.
Dieser zweitägige Workshop findet am Wochenende, Sa/So 8.-9. Juni in der Zeit von jeweils 10.00 – 16.00 Uhr auf dem Gelände der Ökologiestation statt. Geleitet wird der Kurs von dem Museumspädagogen Olaf Fabian-Knöpges. Die Kosten betragen pro Person 135 Euro. Maximal können 10 Personen an dem Schmiedeworkshop teilnehmen.
Veranstalter sind das Umweltzentrum Westfalen und Naturförderungsgesellschaft Kreis Unna e. V.
Anmeldungen bei Dorothee Weber-Köhling (02389-980913) oder umweltzentrum_westfalen@t-online.de.
Artenschutz Thema an der Willy-Brandt-Gesamtschule: Haie sind doch sehr nützliche Tiere
Jupp Kerckerinck bei einem Tauchgang mit Haien. Foto: Amos Nachoum
Laut des aktuellen Biodiversitätsberichts der UNO sind auf unserem Planeten 1 Millionen Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht. Der Mensch beutet die Natur schneller aus, als sie sich regenerieren kann. Neben den Insekten finden sich auch viele Vögel und Fische auf der Liste der bedrohten Tiere.
Anlässlich dieser erschreckenden Studie fand jetzt an der Willy-Brandt Gesamtschule in Bergkamen ein Vortrag zum Thema Artenschutz statt. In diesem Zusammenhang hielt der Haischützer Jupp Kerckerinck vom Verein Shark Protect e.V. vor den 120 Schülerinnen und Schülern des 6. Jahrgangs in der Studiobühne einen Vortrag zum Thema „Schutz der Meere – Die Bedeutung der Haie für das biologische Gleichgewicht der Meere“. Er verdeutlichte die wachsende Bedrohung der Haie durch den Zugriff des Menschen sowie die Bedeutung des Haischutzes für das Leben im Ökosystem Meer, aber auch das Thema „Müll im Meer“.
Als Jupp Kerckering sechzig Jahre alt war, überredete ihn seine Tochter dazu, mit ihr zu tauchen. Danach hat ihn das Tauchen so fasziniert, dass er in den letzten achtzehn Jahren über zweihundert Tauchgänge unternommen hat; meistens tauchte er mit Haien. Daher hat er sehr viel Erfahrung mit ihnen und kann ihr Verhalten sehr gut einschätzen. Er hat erkannt, dass jeder Hai eigene Charaktereigenschaften besitzt. Er kann einschätzen, wann er sich besser von den Tieren fernhält oder wann er sie sogar anfassen kann. Haie sind im Grunde recht friedfertige Tiere, die den Menschen bei richtigem Verhalten nie angreifen würden. Sie leben seit zirka 400 Millionen Jahren auf unserem Planeten.
Auch das Finnen der Haie war ein Thema: Dabei werden den Haien oft bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und der lebende Körper wieder ins Meer geworfen. Natürlich können sie nicht mehr schwimmen oder Beute fangen und verenden elendig auf dem Meeresgrund. Die Haifischflossen gelten in Form von Haifischflossensuppe als Delikatesse, wobei sie aufgrund der extremen Quecksilberbelastung sehr giftig ist. Das Quecksilber stammt aus der Umwelt und reichert sich, da es im Körper nicht abgebaut werden kann, in der Nahrungskette an, an deren Ende der Hai steht. Vom Verzehr von Haifischfleisch, z.B. in Form der „Schillerlocke“, ist auf jeden Fall abzuraten.
Als Topräuber erhalten Haie das biologische Gleichgewicht der Meere, indem sie andere Haie, Rochen und Raubfische in Schach halten. Ohne Haie würden die anderen Arten sich zu stark vermehren und zu viele von den Fischen verzehren, die uns Menschen zur Ernährung dienen. Auch die Arten, die die Korallenriffe am Leben erhalten, werden indirekt geschützt, indem andere Raubfische kurz gehalten werden. Ohne Haie würde das gesamte Ökosystem zusammenbrechen. Die Korallenriffe beherbergen ca. ein Drittel aller Meerestiere; ohne Haie würde ein Korallenriff nur etwa ein Jahr überleben.
Jupp Kerckerinck klärte auch über das Thema „Müll in den Meeren“ auf. Tausende Tiere in den Meeren sterben, da sie unseren Plastikmüll fressen. Der Plastikmüll zerfällt im Laufe der Zeit in kleine Teilchen, die von den Meerestieren für Plankton gehalten und gefressen werden. Plastik benötigt bis zu 450 Jahre, bis es völlig zersetzt ist.
Aus Liebe zu den Haien hat Herr Kerckerinck den Verein „Shark Protect e.V.“ gegründet, um über die Gefährdung der Meere und speziell der Haie aufzuklären. Er schenkte der Gesamtschule sein Buch „Haie – Eine Liebesgeschichte. Warum wir sie nicht fürchten, sondern schützen müssen“, das sich interessierte Schülerinnen und Schüler in der Bibliothek ausleihen können, um noch mehr über das spannende Thema „Haie“ zu erfahren.
Interessante Informationen dazu gibt es auch auf der Internetseite des Vereins unter http://www.sharkprotect.com/.
Wird der Bürgerantrag zur L821n vor dem Verwaltungsgericht landen?
Vollbesetzte Zuschauerränge sind auch bei der nächsten Sitzung des Bergkamener Stadtrats zu erwarten.
Wird sich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen noch einmal mit dem Thema L821n in Bergkamen? Dann nämlich, wenn der Rat der Stadt Bergkamen in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 6. Juni, den von immerhin 3000 Bergkamenern unterschriebenen Bürgerantrag gegen den Bau der umstrittenen als unzulässig ansieht.
Der Grund: Der Stadtrat kann nicht über den Bau dieser Landstraße entscheiden. Dies ist eine Sache des Landes NRW. Auf dieses Dilemma seien die Vertretungsberechtigten des Bürgerantrags bereits im Vorfeld hingewiesen worden, erklärte Bürgermeister Roland Schäfer. Der Rat an die Gewährsleute, den Bürgerantrag als Resolution einzubringen, sei abgelehnt worden.
Noch gibt es keinen offiziellen Beschlussvorschlag für den Stadtrat. Die Stellungnahme des Kreises als Kommunalaufsicht erreichte erst jetzt das Bergkamener Rathaus..
Offensichtlich geht die Bürgerinitiative gegen den Bau der L821n ebenfalls davon aus, dass der Rat den Bürgerantrag als unzulässig ansehen wird. In einer Presseerklärung machte die Sprecherin der BI Anja Lenz deutlich, dass sie wie auch der Rechtsanwalt der Initiative ganz anderer Meinung sind. Anwalt Wilhelm Achelpöhler habe die BI bei der Formulierung des Bürgerantrags unterstützt. „Dieser bestätigt uns auch weiterhin die korrekte Form unserer Eingabe und erklärte noch kürzlich, dass wir mit einer Klage in dieser Sache durchaus Erfolg haben könnten“, so Anja Lenz.
Gleich nach der Beratung der Zulässigkeit des Bürgerantrags steht die von der SPD eingebrachte Resolution zur L821n auf der Tagesordnung. Der Inhalt in Kurzform: Weil bisher keine weiteren verkehrslenkenden Maßnahmen auf den beiden Ortsdurchfahrten in Weddinghofen und Oberaden geplant oder zugesagt ist, wird der Bau der L821n abgelehnt.
Diese Resolution hat jetzt die Bürgerinitiative für den Bau der L821n auf den Plan gebracht. Sie mobilisiert ihre Anhänger für den Besuch der Ratssitzung per Flugblatt. Und sie bringt ein neues Argument in die Diskussion. Sie ist fest davon überzeugt, dass mit Beginn des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn A1 ab Kamener Kreuz in Richtung Norden, der Stauausweichverkehr unweigerlich durch Oberaden und Weddinghofen rollen und zu weiteren unzumutbaren Belastung für die Anlieger führen wird.
Zur nächsten Ratssitzung liegt dann ein weiterer Antrag der Fraktion BergAUF vor. Demnach soll der Stadtrat eine Tonnagebeschränkung auf der Jahnstraße und auf der Goekenheide, Kampstraße und Schulstraße von 7,5 Tonnen beschließen.
Hier schlägt die Verwaltung dem Stadtrat vor, diesen Antrag zurückzuweisen. Der Grund: „Sowohl bei der Schulstraße als auch bei der Jahnstraße handelt es sich um Landesstraßen, die als Hauptstraßen auch und insbesondere für den überörtlichen Verkehr dienen. Eine Sperrung beider Straßen für Lkw zur Nachtzeit würde eine Umleitung dieser Verkehre erfordern, weil diese ja durch diese Sperrung nicht einfach wegfallen. In der Folge würde dieses neben längeren Wegen auch zu Verkehrsbelastungen an anderen Stellen führen.“
Zudem müsste zunächst das Einvernehmen mit Straßen.NRW über solch eine Maßnahme hergestellt werden. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dieser Behörde sei es unrealistisch, ein solches Einvernehmen herzustellen.
Mit dem Bus zum Hafenfest – jetzt auch Shuttle-Bus ab Museumsplatz Oberaden
Das 20. Hafenfest in der Marina Rünthe rückt näher, und auch in diesem Jahr bietet die VKU wieder den bewährten Chauffeurdienst zum Fest an. So feiern die Besucher ohne Gedanken an die Parkplatzsuche ganz entspannt und fahren zum Sonderpreis von nur 1,00 € pro Person und Fahrt zum Hafenfest und wieder zurück (gilt nur im Stadtgebiet Bergkamen am Samstag, den 01.06.2019, und Sonntag, den 02.06.2019).
Die VKU hat das Angebot der Linie R81 aufgestockt und bietet außerdem eine Sonderlinie von der Haltestelle Rünthe, Wichernstraße über das Nordfeld weiter nach Oberaden und wieder zurück nach Rünthe an.
Im 15-Minuten-Takt fährt darüber hinaus der Parkplatz-Shuttle-Bus von folgenden Haltestellen zur Ersatzhaltestelle Rünthe, Marina und zurück:
„Justus-von-Liebig-Straße“ (es befinden sich Parkmöglichkeiten vor dem Wertstoffhof), „Albert-Schweitzer-Straße“ (auf der Fritz-Husemann-Straße gibt es Parkmöglichkeiten am “Schulzentrum am Friedrichsberg”) und Oberaden (zum Parken bietet sich der Museumsplatz an).
Der Shuttle-Bus-Transfer verkehrt zu folgenden Zeiten:
Freitag 19:00 – 01:30 Uhr
Samstag 11:00 – 01:30 Uhr
Sonntag 11:00 – 21:00 Uhr
Der Shuttle-Bus kann an allen drei Festtagen für 1,00 € pro Person und Fahrt genutzt werden.
Weitere Auskunft zum Thema Bus und Bahn gibt es bei der kreisweiten ServiceZentrale fahrtwind unter Telefon 0 800 3 / 50 40 30 (elektronische Fahrplanauskunft, kostenlos) oder 0 180 6 / 50 40 30 (personenbediente Fahrplanauskunft, pro Verbindung: Festnetz 20 ct / mobil max. 60 ct), im Internet unter www.fahrtwind-online.de oder über die fahrtwind App (kostenloser Download im Google Play Store oder im App Store).
Einbrecher hatten es wieder auf eine Bäckereifiliale abgesehen
In der Nacht zu Montag versuchten unbekannte Täter die Eingangstür einer Bäckereifiliale an der Jahnstraße aufzuhebeln. Als dieses nicht gelang, versuchten sie die Scheibe der Tür einzuwerfen. Diese wurde jedoch nur beschädigt, so dass niemand in die Filiale gelangen konnte.
Wer hat Verdächtiges bemerkt? Hinweise bitte an die Polizei in Bergkamen unter der Rufnummer 02307 921 7320 oder 921 0.
Motorradfahrer aus Bergkamen prallt gegen einen Baum und verletzt sich schwer
Am Sonntagnachmittag kam es um 13.50Uhr auf der Kreisstraße 37 in Drolshagen zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Ein 55-jähriger Motorradfahrer aus dem Raum Bergkamen befuhr die K37 aus Richtung Gelslingen in Fahrtrichtung Husten. Ausgangs einer Linkskurve verlor er aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Motorrad, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte dort gegen einen Baum.
Während an dem Motorrad nur leichte Beschädigungen entstanden, wurde der Fahrer mit schweren Verletzungen in ein nahegelegenes Krankenhaus verbracht. Die K37 wurde während der Unfallaufnahme in beiden Richtungen komplett gesperrt. Das Motorrad wurde sichergestellt.
4. Stadtteilspaziergang zur Windkraftanlage in Overberge – Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele
Stadtteilspaziergang zum Windrad in Overberge. Foto: Aktionskreis
Der vierte Stadtteilspaziergang des Aktionskreises Wohnen und Leben Bergkamen e.V. führte am Sonntag zum Windrad in Overberge. Der Eigentümer, Nils Henter, erklärte den Besuchern auch die technischen Aspekte der Anlage.
Die aktuellen Daten der Stromproduktion können jederzeit an einem Bildschirm abgelesen werden. Außerdem erläuterte er, dass die Anlage bei bestimmten Bedingungen automatisch abgeschaltet wird, zum Beispiel wenn der Sonnenstand einen „Schattenschlag“ der Rotorblätter für benachbarte Häuser verursachen kann, steht die Anlage still. Oder wenn abends Fledermäuse auf Futtersuche gehen, wird zum Schutz der Tiere eine Abschaltautomatik aktiviert.
Der Sprecher des Aktionskreises Karlheinz Röcher erklärt: „Der Aktionskreis setzt sich seit längerer Zeit für die Errichtung weiterer Windräder in Bergkamen ein. Die GSW als kommunaler Energieversorger scheint diesem Bemühen nicht abgeneigt zu sein, wie dies bereits im Jahre 2013 der gemeinsame Termin beim Flächenbesitzer der Halde „Großes Holz“, dem Regionalverband Ruhr (RVR), gezeigt hat. Die Kommunalpolitik hat allerdings jegliche Anfragen abgelehnt, obwohl zum Erreichen der Klimaschutzziele der Ausbau regenerativer Energien gerade vor Ort notwendig ist.“
Eingezäunt: Abriss der Turmarkaden steht kurz bevor
Die Turmarkaden sind jetzt eingezäunt. Dies ist keine Maßnahme gegen Einbrecher und Brandstifter, vielmehr soll das marode Gebäude jetzt abgerissen werden.
Die Bergkamener Turmarkaden sind eingezäunt. Dies ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass das ehemalige Einkaufszentrum jetzt dem Erdboden gleichgemacht wird, wie auch Bürgermeister Roland Schäfer bestätigte.
Bei diesem bevorstehenden Abriss hatte das Bergkamener Baudezernat etwas leichteres Spiel als vor Jahren, als das ehemalige City-Zentrum den Turmarkaden weichen musste. Damals musste dieser Abriss noch in einem aufwendigen Verfahren genehmigt werden. Nach der Änderung des Landesbauordnung, die Anfang dieses Jahres in Kraft trat, musste jetzt der Abriss gegenüber der Stadt und dem Kreis Unna nur noch angezeigt werden.
Der Abriss soll bis etwa Ende dieses Jahres dauern. Nach den Plänen der Eigentümerin, der INTERRA Immobilien in Düsseldorf, soll dort ein neues Einkaufszentrum entstehen.
NABU Familienwanderung im Mühlenbruch
Gewässer im Mühlenbruch. Foto: Biologische Station des Kreises Unna
Am Donnerstag, 30. Mai, findet wieder die traditionelle Familienwanderung des NABU unter der Leitung von Udo Bennemann im Mühlenbruch statt.
Im Naturschutzgebiet Mühlenbruch in Bergkamen-Weddinghofen machen NABU-Mitglieder auf die sonst häufig übersehenen Naturschönheiten entlang des Wege aufmerksam. Die Teilnehmer erfahren, welche Vogelstimme zu welchem Vogel gehört und was für heimische Pflanzen in diesem Naturschutzgebiet am Wegesrand zu sehen sind.
Die Mitglieder des NABU Kamen/Bergkamen stehen nach der Wanderung bei Kaffee und Kuchen zu Fragen der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit zur Verfügung. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr auf dem Gut Velmede in Weddinghofen an der Lünener Straße (B 61). Nicht-NABU-Mitglieder zahlen 2,- €.
Europawahl in Bergkamen: Derbe Verluste für die SPD und satte Gewinne bei den Grünen
Bürgermeister Roland Schäfer erläuterte am Sonntagabend im großen Ratssaal die Ergebnisse der Europawahl in Bergkamen.
Ernste Gesichter bei den Sozialdemokraten, Jubelschreie bei den Grünen, und die CDU-Politiker konnten sich am Sonntagabend wenigsten darüber freuen, dass sie Bergkamens kleinsten Stadtteil gewonnen haben – mit 22 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Europawahl hat in Bergkamen politisch auf den Kopfgestellt.
Die SPD bleibt mit 29,84 Prozent der Stimmen weiterhin stärkste Kraft, verarbeiten muss sie aber, dass sie im Vergleich zur Europawahl über 22 Prozentpunkte abgeben musste. Allerdings hinkt dieser Vergleich, weil die Bergkamener vor fünf Jahren gleichzeitig ihren Stadtrat und vor allem den Bürgermeister gewählt hatten. Die SPD kam bei den Kommunalwahlen auf 59,4 Prozent der Stimmen, Bürgermeister Roland Schäfer auf 69,1 Prozent. Diese Zugpferde fehlten natürlich jetzt.
Fast alles, was bei der SPD abhandengekommen ist, sattelten die Grünen am Sonntag in Bergkamen drauf. Vor fünf Jahren kamen sie auf 6,6 Prozent, jetzt sind es 17,97 Prozent. In einem Wahllokal, dem Skoda Zentrum in Overberge wurde sie sogar stärkste Kraft. In Weddinghofen stießen sie die CDU sogar vom zweiten Platz.
Auf Stadtebene konnte die CDU 19,10 Prozent einfahren. Bei der Europawahl 2014 waren es noch 22,Prozent. Damals war der Abstand zu den Grünen noch riesig.
Mit Spannung durfte das Abschneiden der AfD erwartet werden. Sie verdoppelte ihren Stimmenanteil glatt und verbuchte 11,87 Prozent. Über den Einfluss der FPÖ-Turbulenzen in der Alpenrepublik Österreich auf dieses Ergebnis lässt sich nur spekulieren.
Tritt gefasst hat die FDP, die ihren Stimmenanteil von 1,9 auf 5,24 Prozent steigern konnte. Die Linke blieb mit 4,65 Prozent nahezu konstant.
Zusammengenommen haben die Bergkamener am Sonntag ein überzeugendes Votum für Europa abgegeben. Es sind mit 54,61 Prozent Wahlbeteiligung auch wieder mehr Wählerinnen und Wähler zu den Urnen gegangen als vor fünf Jahren. Hüten sollte man sich aber davor, schon jetzt Prognosen für die Kommunalwahl 2020 zu ziehen. Viele Bergkamener Politikerinnen und Politiker sind jetzt mächtig ins Grübeln gekommen und werden sicherlich Konsequenzen aus diesem Wahlergebnis ziehen. Nicht vergessen sollte man, dass am Sonntag über 40 Parteien auf dem Stimmzettel vertreten waren. Bei der nächsten Kommunalwahl in Bergkamen werden es viele weniger sein.
Beim Stadtradeln mit vereinten Kräften Umwelt-Punkte sammeln
Kaum waren sie aus den Sätteln gestiegen und hatten die grünen Bänder an den Lenkern festgebunden, schlüpften sie auch schon in die Badekleidung. Für die Familie Kranemann aus Lünen hatte der Auftakt des Stadtradelns das perfekte Ziel. Es ging ins Naturfreibad in Heil und sie gehörten zu den ersten, die nach 22 km Anfahrt ins offiziell noch nicht eröffnete, 17 Grad frische Wasser steigen durften. Rein zufällig war auch die DLRG vor Ort mit einer Fortbildung speziell für die Wasserrettung.
Fast so voll wie zur Saisoneröffnung: Der Auftakt des Stadtradelns versammelte Hunderte Radler im Naturfreibad in Heil.
Grüne Bänder hatte jeder am Rad, der beim Stadtradeln mitmachte.
Jedes Jahr steigen die Menschen im Kreis Unna für ein besseres Klima aufs Rad. Bis zum 14. Juni können Fahrrad-Kilometer und Punkte beim Stadtradeln gesammelt werden. Der Auftakt ist jedes Jahr in einem anderen Teil des Kreises – diesmal in Bergkamen. Das trifft sich gut, denn gerade zwei Tage zuvor hatte sich der Bergkamener ADFC-Verband mit 15 Gründungsmitgliedern und rund 65 Mitgliedern gegründet. Mit Christian Kruthoff an der Spitze radelte dann auch eine stattliche Bergkamener Gruppe Richtung Naturfreibad – bei der ersten ADFC-geführten Radtour überhaupt. Was die Bergkamener alles noch erkunden werden, das wird die erste Sitzung und die Zukunft zeigen.
Für den musikalischen Rahmen war gesorgt.
Die ersten Radler kamen schon um 10 Uhr im Naturfreibad an und hatten mit die weiteste Tour von Holzwickede aus bewältigt. 35 Kilometer mussten die Radler aus Schwerte hinter sich bringen. 10 ADFC-Verbände gibt es im Kreis, jede organisierte eine eigene Route ins Naturfreibad. „Wir haben mit 100 Teilnehmern gerechnet – jetzt sind es deutlich mehr“, bestaunt Karsten Quabeck mit seinem Team vom Bergkamener Stadtmarketing die überfüllten Parkplätze. Der kleine Fahrradständer reichte längst nicht aus für die gut 250 Radler.
Dem Klimawandel CO2-Punkte entgegen setzen
Seniorenfreundliches Rad für alle, die nicht mehr mit voller Kraft und allein in die Pedalen treten können.
Der Klimawandel und die neuesten Radfahrtrends spiegelten sich auch auf dem Parkplatz wider. Die E-Bikes sind in den verschiedensten Ausführungen inzwischen deutlich in der Mehrheit. Dreiräder fanden sich darunter. Mit einer ganz neuen Errungenschaft waren Ralf Haselhoff und Margarethe Peters aus Werne angeradelt. Sie saßen nebeneinander in einem Doppelfahrrad. Das hat erst vor kurzem das Seniorenzentrum St. Antonius angeschafft hat. Gesteuert wird es von einem Mitarbeitern. Die Senioren können sich je nach Einstellung einfach nur fahren lassen, je nach Kräften selbst mittreten oder der Hilfsmotor wird eingeschaltet. „Das ist großartig und macht richtig Spaß“, ist Margarethe Peter begeistert. Morgens gab es noch einen kleinen eigenen Ausflug. „Heute haben wir die längste Tour bisher bewältigt und das hat prima geklappt“, sagt Ralf Haselhoff.
Die DLRG-Retter waren auch vor Ort – mit einer Schulung für Wasserrettung.
So werden je Fahrradkilometer nicht nur 136 g CO2 eingespart. Mit den neuesten Fahrradtechnologien wird auch mehr Mobilität möglich. Für das Stadtradeln haben sich bislang 1.539 Radlerinnen und Radler in 272 Teams angemeldet. Es werden sicherlich noch mehr werden. Wer ebenfalls Rad-km sammeln will, kann sich unter www.stadtradeln.de/bergkamen anmelden. Mit der App „RADar!“ können auch Schäden an den Radwegen via Smartphone oder Internet gemeldet werden. Mitmachen lohnt sich. In Bergkamen werden die besten Einzelwertungen, beste Teams beste Schulklassen und Schulen mit Preisen belohnt.
Außerdem bietet die Aktion Stadtradeln noch einzelne Aktionen an. Beim Hafenfest vom 31. Mai bis 2. Juni ist das Stadtradeln dabei. Am 3. Juni gibt es einen Vortrag von Dorothee Fleck um 19 Uhr im Marie-Curie-Gymnasium in Bönen zum Thema „Allein als Frau mit dem Fahrrad rund um Afrika“, am 12. Juni startet die 3. Unnaer BikeNight und am 5. Juli findet die Abschlussfeier mit Preisübergabe in der Bergkamener Schützenheide statt.