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Bergkamener Weihnachtsmärkte – nichts für Katholiken?

Jahrelang haben sich Gruppen der Bergkamener katholischen Kirchengemeinden an den Weihnachtsmärkten beteiligt. Das könnte künftig ganz anders sein, falls sich die Bedenken von Pastor Sebastian Zimmert durchsetzen.

Fleißig gebastelt haben auch die Mütter der Pfalzschule für ihren Weihnachtsmarktstand.
Beim 1. Weddinghofer Weihnachtsmark boten die fleißigen Mütter der Pfalzschule Selbstgebasteltes an.

Er hatte wie viele andere auch eine Einladung erhalten, sich am 2. Weddinghofer Weihnachtsmarkt zu beteiligen. Jetzt gab es von ihm eine Absage – und das nicht nur deshalb, weil dieser Weihnachtsmarkt wie der Adventsbasar in Overberge am 29. November vor  Beginn der Adventszeit stattfindet.

„Hinzu kommt, dass die katholische Kirche die Adventszeit eigentlich als radikales Kontrastprogramm zum anschließenden Weihnachtsfest versteht“, teilt Pastor Zimmert dem Verein „Wir in Weddinghofen“ mit. „ Katholische Christen begehen die Adventszeit traditionell (leider wird das durch den vorweihnachtlichen Kommerz inzwischen kaum noch von Katholiken praktiziert) als eine Art „Fastenzeit“, in der man sich in einer Atmosphäre des Gebets, des Wartens und der auszuhaltenden Sehnsucht begibt.  Die Adventszeit soll dadurch eine ganz nüchterne Zeit sein, um die Weihnachtszeit, die am 25.12. beginnt und bis zum Sonntag nach dem 06. Januar dauert, umso glanzvoller feiern zu können. Meine Sorge ist also, dass eine „Vorweihnachtszeit“ das Erleben einer festlichen Weihnachtszeit kaputt macht. Aus diesem Grund bitte ich um Verständnis, wenn ich bei dieser Aktion sehr zurückhaltend bin.“

Diese Mail wird sicherlich für Gesprächsstoff sorgen, denn sie ist – aus Versehen oder mit Absicht – nicht nur an den Verein gegangen, sondern über den Mail-Verteiler an die lokalen Medien und viele andere Personen, die nicht unbedingt Vereinsmitglieder sind.

Pastor Zimmert zeigt aber auch Verständnis für die Organisatoren, die sicherlich keinen Kommerz wollen, dafür aber eine Veranstaltung planen, bei der sich die Weddinghofer treffen können. „Dennoch wünsche ich Ihnen eine gute Planung und viel Erfolg und würde mich freuen, von Ihren nächsten Aktionen zu hören“, heißt es in der Mail abschließend.