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Beim Weltkindertag nicht nur die Himmelsleiter stürmen

Manchem Erwachsenen werden die Arme lang auf der Himmelleiter. Nicht nur das: Sie schaffen es einfach nicht bis zur Glocke ganz oben in schwindelerregender Höhe. Andere können noch nicht einmal hinaufschauen zu Kranspitze. Ganz anders die Kinder. Sie zeigten beim Weltkindertag am Samstag, was Mut, Kraft und Wendigkeit bedeuten. Völlig unbeeindruckt standen sie Schlange, um die Himmelsleiter flink wie die Wiesel hinaufzukrabbeln und scharenweise die Glocke zu läuten.

Puh: In schwindelerregender Höhe zeigen Kamens Kinder Mut und Nervenstärke.
Puh: In schwindelerregender Höhe zeigen Kamens Kinder Mut und Nervenstärke.

Juchu: Rodeo mit der Janosch-Ente macht riesengroßen Spaß!
Juchu: Rodeo mit der Janosch-Ente macht riesengroßen Spaß!

Für fast jeden Erwachsenen wäre der Tag jetzt gelaufen und es müsste erst einmal eine satte Portion Erholung her. Ganz anders bei den Kindern: Wer den Gipfel erreicht hatte, lief jetzt erst zu Hochformen auf. Eine Runde Rodeoreiten war das Minimum. Die riesige Janosch-Ente sah zwar niedlich aus, hatte es aber nach ein paar geschmeidigen Runden in sich, wenn sie sich zum tollkühnen Pferd mauserte. Einmal durch die Hüpfburg toben, anschließend mit dem Wasserstrahl bei der Jugendfeuerwehr das Ziel treffen, schnell noch eine kunstvolle Gesichtsmalerei passend zum bevorstehenden Halloween: Es gab viel zu entdecken.

Kinderparadiese an jeder Markt-Ecke

Ein Renner war auch das Kinderschminken.
Ein Renner war auch das Kinderschminken.

Wer am Samstag den Alten Markt erst einmal betreten hatte, kam so schnell nicht mehr von ihm los – egal ob Klein oder Groß. An jeder Ecke wartete ein anderes Abenteuer. Der Stadtjugendring Kamen hatte neun Vereine und Verbände mobilisiert, um anlässlich des Weltkindertages ein kleines Kinderparadies zu schaffen. Spiele wollten entdeckt und exzessiv ausprobiert werden, Stockbrot musste im Pfadfinder-Feuer gebacken und verspeist werden, Bälle wollten in diverse Ziele geworfen werden. Auch die meisten Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Freunde und Bekannte konnten sich dem Sog des Kinderparadieses nicht entziehen.

Als Feuerwehrfrau mit etwas Unterstützung sicher das Ziel finden.
Als Feuerwehrfrau mit etwas Unterstützung sicher das Ziel finden.

Eigentlich wurde dieser Tag, der weltweit unter dem UNICEF-Motto „Kinder willkommen!“ auf die Rechte der Kinder aufmerksam macht, bereits am 20. September gefeiert. Aber auch fast eine Woche später tut es bitter Not, auf die teils prekäre Situation aufmerksam zu machen, unter der Kinder weltweit leiden müssen. Gerade in der aktuellen Flüchtlingskrise in Europa sind die Kinder die Schwächsten. Sie sind zu Hunderttausenden allein auf der Flucht vor Kriegen, Tod und Verfolgung. Sie brauchen schlicht Hilfe und überhaupt ein Bewusstsein dafür, dass Kinderrechte immer noch keine Selbstverständlichkeit sind. Selbst vor unserer eigenen Haustür sind Misshandlungen, Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern erschreckend häufiger Alltag.

Auf der Rodeo-Ente oder auf der Himmelsleiter standen am Samstag jedoch grenzenloser Spaß, Freude und Abenteuer im Vordergrund. Die Ev. Jugend, die Pfadfinder, das DRK, die Jugendfeuer: Sie alle hatten sich viel einfallen lassen und sogar die Sonne mitgebracht, und diesen Nachmittag zu etwas ganz Besonderen zu machen.