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Beim Stadtradeln mit vereinten Kräften Umwelt-Punkte sammeln

Kaum waren sie aus den Sätteln gestiegen und hatten die grünen Bänder an den Lenkern festgebunden, schlüpften sie auch schon in die Badekleidung. Für die Familie Kranemann aus Lünen hatte der Auftakt des Stadtradelns das perfekte Ziel. Es ging ins Naturfreibad in Heil und sie gehörten zu den ersten, die nach 22 km Anfahrt ins offiziell noch nicht eröffnete, 17 Grad frische Wasser steigen durften. Rein zufällig war auch die DLRG vor Ort mit einer Fortbildung speziell für die Wasserrettung.

Fast so voll wie zur Saisoneröffnung: Der Auftakt des Stadtradelns versammelte Hunderte Radler im Naturfreibad in Heil.

Grüne Bänder hatte jeder am Rad, der beim Stadtradeln mitmachte.

Jedes Jahr steigen die Menschen im Kreis Unna für ein besseres Klima aufs Rad. Bis zum 14. Juni können Fahrrad-Kilometer und Punkte beim Stadtradeln gesammelt werden. Der Auftakt ist jedes Jahr in einem anderen Teil des Kreises – diesmal in Bergkamen. Das trifft sich gut, denn gerade zwei Tage zuvor hatte sich der Bergkamener ADFC-Verband mit 15 Gründungsmitgliedern und rund 65 Mitgliedern gegründet. Mit Christian Kruthoff an der Spitze radelte dann auch eine stattliche Bergkamener Gruppe Richtung Naturfreibad – bei der ersten ADFC-geführten Radtour überhaupt. Was die Bergkamener alles noch erkunden werden, das wird die erste Sitzung und die Zukunft zeigen.

Für den musikalischen Rahmen war gesorgt.

Die ersten Radler kamen schon um 10 Uhr im Naturfreibad an und hatten mit die weiteste Tour von Holzwickede aus bewältigt. 35 Kilometer mussten die Radler aus Schwerte hinter sich bringen. 10 ADFC-Verbände gibt es im Kreis, jede organisierte eine eigene Route ins Naturfreibad. „Wir haben mit 100 Teilnehmern gerechnet – jetzt sind es deutlich mehr“, bestaunt Karsten Quabeck mit seinem Team vom Bergkamener Stadtmarketing die überfüllten Parkplätze. Der kleine Fahrradständer reichte längst nicht aus für die gut 250 Radler.

Dem Klimawandel CO2-Punkte entgegen setzen

Seniorenfreundliches Rad für alle, die nicht mehr mit voller Kraft und allein in die Pedalen treten können.

Der Klimawandel und die neuesten Radfahrtrends spiegelten sich auch auf dem Parkplatz wider. Die E-Bikes sind in den verschiedensten Ausführungen inzwischen deutlich in der Mehrheit. Dreiräder fanden sich darunter. Mit einer ganz neuen Errungenschaft waren Ralf Haselhoff und Margarethe Peters aus Werne angeradelt. Sie saßen nebeneinander in einem Doppelfahrrad. Das hat erst vor kurzem das Seniorenzentrum St. Antonius angeschafft hat. Gesteuert wird es von einem Mitarbeitern. Die Senioren können sich je nach Einstellung einfach nur fahren lassen, je nach Kräften selbst mittreten oder der Hilfsmotor wird eingeschaltet. „Das ist großartig und macht richtig Spaß“, ist Margarethe Peter begeistert. Morgens gab es noch einen kleinen eigenen Ausflug. „Heute haben wir die längste Tour bisher bewältigt und das hat prima geklappt“, sagt Ralf Haselhoff.

Die DLRG-Retter waren auch vor Ort – mit einer Schulung für Wasserrettung.

So werden je Fahrradkilometer nicht nur 136 g CO2 eingespart. Mit den neuesten Fahrradtechnologien wird auch mehr Mobilität möglich. Für das Stadtradeln haben sich bislang 1.539 Radlerinnen und Radler in 272 Teams angemeldet. Es werden sicherlich noch mehr werden. Wer ebenfalls Rad-km sammeln will, kann sich unter www.stadtradeln.de/bergkamen anmelden. Mit der App „RADar!“ können auch Schäden an den Radwegen via Smartphone oder Internet gemeldet werden. Mitmachen lohnt sich. In Bergkamen werden die besten Einzelwertungen, beste Teams beste Schulklassen und Schulen mit Preisen belohnt.

Außerdem bietet die Aktion Stadtradeln noch einzelne Aktionen an. Beim Hafenfest vom 31. Mai bis 2. Juni ist das Stadtradeln dabei. Am 3. Juni gibt es einen Vortrag von Dorothee Fleck um 19 Uhr im Marie-Curie-Gymnasium in Bönen zum Thema „Allein als Frau mit dem Fahrrad rund um Afrika“, am 12. Juni startet die 3. Unnaer BikeNight und am 5. Juli findet die Abschlussfeier mit Preisübergabe in der Bergkamener Schützenheide statt.