DFB zu Gast beim SuS Rünthe – Prämienübergabe sorgt für besondere Atmosphäre am Schacht 3
Foto: Teresa Kilian/DFB
Ein gewöhnlicher Dienstag war es definitiv nicht, als am 17. Februar ein Kamerateam des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aus Frankfurt am Schacht 3 eintraf. Anlass war die offizielle Prämienübergabe im Rahmen des bundesweiten DFB-Punktespiels – und der SuS Rünthe mittendrin.
Mit dem erreichten Platin-Status gehört der Verein aktuell zur Spitzengruppe der teilnehmenden Clubs in Deutschland. Doch was an diesem Nachmittag besonders auffiel, war nicht nur die Urkunde oder die Prämie – sondern die starke Präsenz: Vertreter des DFB, das Präsidium des FLVW sowie zahlreiche Verantwortliche aus dem heimischen Kreis Unna/Hamm waren persönlich vor Ort.
Während auf dem Platz ganz normal trainiert wurde, Kinder lachten, Trainer Anweisungen gaben und die Walking-Football-Gruppe aktiv war, entstand eine Atmosphäre, die den Gästen zeigte, wofür der Amateurfußball steht: Gemeinschaft, Engagement und Verlässlichkeit.
In Gesprächen wurde deutlich, dass das DFB-Punktespiel mehr ist als ein Wettbewerb. Es setzt Impulse in Bereichen wie Vereinsentwicklung, Ehrenamt, Nachwuchsförderung und neue Angebotsformen. Die Punkte sind ein Anreiz – der eigentliche Mehrwert liegt jedoch in der nachhaltigen Weiterentwicklung der Vereine.
Ein Kamerateam begleitete die Veranstaltung für die offiziellen Kanäle des DFB. Beiträge werden in den kommenden Wochen unter anderem auf fussball.de sowie in den sozialen Medien des DFB und des FLVW veröffentlicht.
Für den SuS Rünthe war der Tag nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein sichtbares Zeichen dafür, dass engagierte Vereinsarbeit im Kreis Unna wahrgenommen wird – und Strahlkraft über die Region hinaus entwickeln kann.
Kämpfen wie im Mittelalter: Schwertkampf-Workshop in der Ökologiestation Bergkamen
Das Klirren von Klingen, der Geruch von Metall und ein Hauch von Ritterzeit: Alle, die schon immer wissen wollten, wie sich historischer Schwertkampf anfühlt, können am Sonntag, dem 29.03., von 14:00 bis 18:00 Uhr selbst aktiv werden. Der Workshop „Schwertkampf – wie im Mittelalter” bietet einen praxisnahen Zugang zu dieser jahrhundertealten Kampfkunst.
Im Mittelpunkt steht das aktive Erleben historischer Fechttechniken. Die Teilnehmenden lernen grundlegende Bewegungsabläufe, Haltungen sowie erste Angriffs- und Verteidigungstechniken kennen. Dabei geht es nicht um rohe Kraft, sondern um Koordination und Präzision. Historischer Schwertkampf basiert auf überlieferten Techniken aus alten Fechtbüchern. Neben körperlicher Fitness werden dabei auch Werte wie Respekt und Disziplin vermittelt.
Schritt für Schritt werden die Bewegungen eingeübt und in Partnerübungen angewendet. So gewinnen die Teilnehmenden einen realistischen Eindruck davon, wie Kämpfer im Mittelalter trainierten und agierten – allerdings unter sicheren Bedingungen und mit geeigneter Ausrüstung. Das Ziel besteht darin, die Faszination dieser traditionsreichen Kampfkunst unmittelbar erfahrbar zu machen.
Das Angebot richtet sich an EinsteigerInnen ebenso wie an Neugierige. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die von Daniel Niederau geleitete Veranstaltung findet in der Ökologiestation des Kreises Unna statt und wird vom Umweltzentrum Westfalen angeboten. Die Kosten betragen 65 Euro pro Person. Maximal können 12 Personen an dem Workshop teilnehmen. Holzschwerter zum Üben können ausgeliehen werden. Bitte bringen Sie Sportbekleidung und feste Sportschuhe mit. Wer ein eigenes Schwert und Handschuhe besitzt, kann diese gerne mitbringen. Mitgebrachte Schwerter werden erst nach einer Sicherheitsüberprüfung zum Training zugelassen. Jugendliche ab 14 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen.
Anmeldungen sind bis zum 9. März beim Umweltzentrum Westfalen, Sandrine Seth, Tel. 02389 980911, möglich. Foto: Umweltzentrum Westfalen
Polizei sucht Zeugen: Rüttelplatte von Baustelle an der Mühlenstraße gestohlen
Bislang unbekannte Täter sind zwischen Freitag (20.02.2026) und Montag (23.02.2026) auf ein Baustellengelände eines Privatgrundstücks an der Mühlenstraße in Bergkamen-Oberaden eingedrungen.
Zwischen Freitag, 13.45 Uhr und Montag, 08.00 Uhr verschafften sich die Täter Zutritt und entwendeten dort eine Rüttelplatte in den Farben blau-silber.
Zeugen, die etwas beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei in Kamen unter 02307 921 3220, 02303 921 0 oder per Mail zu melden: poststelle.unna@polizei.nrw.de.
Obstbaumschnittkurs auf der Ökologiestation
Jeder Obstbaum braucht einen Schnitt. Im Praxisseminar am Freitag, 06.03.2026, 14:00 – 17:00 Uhr werden die Grundlagen des Obstbaumschnitts vermittelt. Nach einem Einführungsvortrag in der Ökologiestation werden bei einem Rundgang über das Gelände die vorgestellten Kenntnisse wiederholt und der Schnitt und die Anwendung der Schnittwerkzeuge exemplarisch vorgeführt. Insbesondere werden die verschiedenen Kronenformen der Obstbäume und die Erziehungsziele des Obstbaumschnitts erläutert. Der Kurs kostet 10 Euro. Bitte bringen Sie festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung mit.
Bürgersprechstunde der SPD-Landtagsabgeordneten Silvia Gosewinkel
Silvia Gosewinkel.
Die Landtagsabgeordnete Silvia Gosewinkel bietet eine Bürgersprechstunde am Donnerstag, den 26. Februar 2026, vor dem Kiosk im Sundern in Bergkamen-Oberaden an.
Am kommenden Donnerstag, den 26. Februar 2026 ab 16:00 Uhr, lädt die Landtagsabgeordnete Silvia Gosewinkel zu einer Bürgersprechstunde vor dem Kiosk im Sundern (Im Sundern 14, 59192 Bergkamen) in Bergkamen-Oberaden ein. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen ihre Anliegen oder Anregungen mit ihr zu teilen. „Auf einen regen persönlichen Austausch vor Ort in Bergkamen freue ich mich sehr. Gute Politik entsteht, wenn man über Anliegen spricht. Daher ist mir der Kontakt zu den Menschen in meinem Wahlkreis von großer Bedeutung. Bitte zögern Sie nicht und sprechen Sie uns gerne persönlich an“, sagt Silvia Gosewinkel.
Internationaler Blues mit Seele: Sparkassen Grand Jam am 4. März
B. B. & The Blues Shacks . Foto: Felix Engel
Am Mittwoch, den 04.03.2026, um 20.00 Uhr verwandelt sich das Thorheim in einen brodelnden Blues-Tempel, wenn B. B. & The Blues Shacks zu einem unvergesslichen
Live-Abend einladen.
Über 35 Jahre weltweit auf Tour, das sind mehr als 4000 Konzerte. Die B. B.s lieben ihre Musik und spielen den Blues so gekonnt, dass selbst die Amerikaner inzwischen den Hut vor dieser deutschen Band ziehen. Mit ihrer Mischung aus Rhythm & Blues und einem Hauch Sixty Soul haben sie sich eine Fangemeinde um den ganzen Globus erspielt. Die Band erhielt zahllose Auszeichnungen wie den „German Blues Award“ und den Titel „beste Bluesband Europas“ durch französische Musikredakteure, ihre CD „Unique Taste“ wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik prämiert. B. B. & The Blues Shacks stehen für großartige Live-Auftritte und haben sich so auch als Top Act in Übersee etabliert. Sie spielten in Dubai, auf dem Doheny Festival in Los Angeles und beim Byron Bay Bluesfest in Australien mit Künstlern wie Bob Dylan, B.B. King und Elvis Costello vor Zehntausenden.
Sparkassen GRAND JAM – B. B. & The Blues Shacks
04.03.2026 | 20.00 UHR | Thorheim Bergkamen, Landwehrstraße 160
Ticket ab 17,00 € unter tickets.bergkamen.de oder 02307/ 965-464
Lehrerkonzert der Musikschule Bergkamen am 1. März: Rudolf Helmes spielt Bach, Beethoven und Franck
Rudolf Helmes.
Als Rudolf Helmes sich im Jahr 2024 in den Ruhestand verabschiedete, endete eine über 30-jährige Ära seiner Tätigkeit an der Bergkamener Musikschule. Mehrere Schülergenerationen hatte er in den Fächern Klavier, Orgel, Gesang unterrichtet und als Fachbereichsleiter für Orchester und Gesang die Musikschule Bergkamen geprägt.
Im „Unruhestand“ nun widmet sich Helmes wieder verstärkt seiner künstlerischen Tätigkeit als Pianist und befasst sich mit gleichermaßen bekannten wie beliebten Werken der klassischen Klavierliteratur, die er im Rahmen der Lehrerkonzerte der Musikschule zu Gehör bringt.
Mit Bachs Goldberg-Variationen präsentiert Helmes einen Höhepunkt barocker Variationskunst, mit der sogenannten „Pathétique“ folgt Beethovens wohl berühmteste Klaviersonate. Den romantischen Abschluss bilden Prélude, Choral et Fugue des Franzosen César Franck.
Die Musikschule lädt herzlich ein zum Konzertnachmittag mit Rudolf Helmes am Sonntag, 1. März, um 17:00 Uhr im Studiotheater (Albert-Schweitzer-Str. 1, 59192 Bergkamen).
Der Eintritt ist frei. Am Ausgang freut sich der Förderkreis der Musikschule Bergkamen über Spenden zugunsten der Musikschularbeit.
Einbruch in Einfamilienhaus an der Friedhofstraße: Bargeld im fünfstelligen Bereich entwendet
Am Samstag, den 21.02.2026, in der Zeit von 19:30 Uhr bis 23:30 Uhr, drangen unbekannte Täter über eine Balkontür in ein Einfamilienhaus ein. Hier gelangten sie in ein Arbeitszimmer und weitere Räume des Hauses. Es wurde alles durchsucht und Bargeld im fünfstelligen Bereich entwendet. Anschließend entfernten sich der/die Täter unerkannt.
Die Polizei Unna sucht Zeugen.
Sachdienliche Hinweise bitte an die Polizei in Kamen unter der Rufnummer: 02303-921 3220 oder unter 02303-921 0.
GWA-Wertstoffhof in Bergkamen: Umbauarbeiten – Anlieferungen nur eingeschränkt möglich
Die GWA – Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbH weist alle Kunden des Wertstoffhofes darauf hin, dass in der kommenden Woche notwendige Baumaßnahmen an der Betriebsstelle durchgeführt werden. Dadurch können Anlieferungen ab Dienstag nur eingeschränkt stattfinden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Ende der kommenden Woche abgeschlossen sein.
Die GWA bittet alle Kunden der Betriebsstelle, Wartezeiten einzuplanen oder die Anlieferungen nach Möglichkeit auf die darauf folgende Woche zu verschieben.
Informationen zur Abfallentsorgung gibt es am GWA-Servicetelefon unter der gebührenfreien Rufnummer ( 0 800 400 1 400, auf der Homepage www.gwa-online.de oder in der GWA-Abfall-App.
Pärchen im Dauer-Clinch: Strafrichter als „Therapeut“
von Andreas Milk
Der Strafrichter als Paartherapeut: Das ist vielleicht keine so gute Idee. Dennoch haben Vorkommnisse zwischen dem Bergkamener Malik T. (Namen geändert) und seiner aktuellen Jetzt-doch-wieder-Freundin Maria F. schon mehrfach Stoff für hiesige Juristen geboten. Jetzt war es wieder so weit: Malik T. war im Kamener Amtsgericht wegen drei Fällen von Körperverletzung angeklagt.
Losgegangen war alles an einem Tag im vergangenen Juli mit einem Besuch der Kaufland-Filiale in Bergkamen-Rünthe. Dort soll T. Maria F. – die zu dem Zeitpunkt seine „Ex“ war – gekniffen und ihr dadurch ein Hämatom zugefügt haben; später, auf der gemeinsamen Autofahrt zu Maria F.s Wohnung, habe er ihr mit einem Handykabel auf den Oberschenkel geschlagen; noch später, in der Wohnung, habe er sie geschubst, ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt und gedroht, sie umzubringen.
Immerhin die Sache im Kaufland gab Malik T. ohne Umschweife zu. Allerdings: Er habe Maria F. nicht weh tun wollen – sondern „klar machen, dass es reicht“. Schon vorher hatte es zwischen den beiden gekracht, und dieser Streit setzte sich in dem Supermarkt fort. Für T. war das besonders belastend, weil er früher dort gearbeitet hat. Kollegen hätten ihn also wiedererkennen können. Im Auto habe er Maria F. dann bloß beruhigen wollen, damit sie durch ihr aufgekratztes Verhalten keinen Unfall auslöst. In ihrer Wohnung schließlich sei sie ausgerutscht und mit dem Becken gegen eine Couch geprallt.
Und heute, sieben Monate danach? „Wir sind auf dem besten Weg, dass es wieder perfekt läuft“, sagt Malik T. Auch Maria F., die ja gegen T. Anzeige erstattet hatte, meint: „Wir sind auf dem Weg der Besserung.“ Malik T. sei an und für sich ein toller, fürsorglicher Mensch – aber einer, „der blitzschnell zu ’nem Monster werden kann“. Sie wolle ihn nicht bestraft sehen, sondern, dass er Hilfe kriege.
Auch Malik T. ist bewusst, dass was passieren muss. Er suche nach einem Therapeuten. Einen Termin zu bekommen, sei schwierig. Der Richter empfahl ihm, es beim Verein „Die Brücke“ in Dortmund zu versuchen: Er hat Präventionsangebote für Männer mit Hang zur Gewalt. Strafrechtlich ist der Fall erledigt, sobald Malik T. als Buße 1.000 Euro an die Westfälischen Kinderdörfer gezahlt hat. Das Verfahren wird dann eingestellt. Sollte er das nicht hinkriegen, wird es brenzlig. Auch aus einem früheren Prozess ist noch eine Geldstrafe auf Bewährung in der Welt. Sie könnte zusätzlich drohen, falls T. die Zahlung der Buße vermasselt.
Erinnerungen an die 405 Opfer des Grubenunglücks auf Grimberg 3/4 am 20. Februar 1946 sind immer noch wach
Die Redner Bei der Gedenkfeier am Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks auf Grimberg 3/4: RAG-Vorstandsvorsitzender Michael Kalthoff am Microphone, (von rechts) Bürgermeister Thomas Heinzel, Pfarrer Christoph Maties, Mario Unger und verdeckt Kamens Bürgermeisterin Rlke Kappen.
Die 405 Todesopfer des großen Grubenunglücks am 20. Februar 1946 auf der Zeche Grimberg 3/4 sind unvergessen. Diese Kernaussage zog sich durch alle Reden während der großen Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Bergbaukatastrophe am Freitag am Ehrenmal auf dem ehemaligen Kommunalfriedhof am Südhang in Weddinghofen.
Zu den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen die Delegationen der Knappenvereine in der Region, Angehörige der Todesopfer und Überlebenden, Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sowie zahlreiche Interessierte, sprachen der Vorstandsvorsitzende der RAG Michael Kalthoff, Bürgermeister Thomas Heinzel, in Vertretung des erkrankten Landrats Mario Löhr die Kamener Bürgermeisterin Elke Kappen, der Vorsitzende der IG BCE-Ortsgruppe Weddinghofen Mario Unger und Pfarrer Christoph Maties.
Die Fahnenträger der beteiligten Knappenvereine.
Der 20. Februar 1946 ist der schwärzeste Tag in der Bergkamener Bergbaugeschichte. Kurz nach 12 Uhr erschütterte eine gewaltige Explosion im Bergwerk Grimberg 3/4 die Stadtteile Weddinghofen, Bergkamen-Mitte und Oberaden. Durch dieses schwerste Grubenunglück in der Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus verloren 405 Menschen ihr Leben.
Die Wucht der Explosion war so gewaltig, dass über Tage die Schachthalle einstürzte. Eine 300 Meter hohe Stichflamme schlug aus dem Schacht. Die Bunkeranlagen und Seilfahrtaufgänge wurden zerfetzt, das Strebengerüst beschädigt und die Schachteinbauten mit den Fördereinrichtungen völlig zerstört. Der Seilfahrtkorb jagte in den Turm und wurde auf ein Drittel seiner ursprünglichen Höhe zusammengestaucht. Tag und Nacht waren Grubenwehren aus dem gesamten östlichen Ruhrgebiet im Einsatz, um Überlebende zu bergen. Drei Tage dauerten die dramatischen Rettungsaktionen, die bis zur Unerträglichkeit durch ungeheuren Wetterzug und die in den Schacht herabstürzenden kalten Wassermassen erschwert wurden. Nach zwei Nachexplosionen am 21. und 22. Februar 1946 breiteten sich in der Grube die Brände weiter aus.
Drei Tage nach der Katastrophe wurden acht Überleben gerettet
Wartende Menschen vor der Unglückszeche Grimberg 3/4.
Als die Rettungstrupps am Abend des dritten Tages aufgeben wollten, fanden sie schließlich weitere acht Überlebende. In der Nacht zum 24. Februar wurden sie über den Schacht Grillo in Kamen zu Tage gebracht. Zu den Todesopfern zählten auch drei Offiziere der britischen North German Coal Control (NGCC). Die Söhne englischer Bergwerksbesitzer interessierten sich damals für einen modernen Kohlehobel, der auf Grimberg 3/4 eingesetzt wurde.
Trauerfeier für die Opfer des Grubenunglück am 20. Februar 1946.
Regierungspräsident Fritz Fries setzte sich in seiner Rede während der Trauerfeier am 3. März für Verbesserungen der Sicherheit im Bergbau ein: „In den vergangenen zwölf Jahren ist leider auf diesem Gebiete nicht alles Notwendige geschehen. Der Raubbau des Nazisystems im Bergbau bedingte schwere Versäumnisse in den Sicherheitsmaßnahmen. Aber auch in den vergangenen Monaten hätte man schneller an die Korrigierung der Unterlassungen in den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen gehen können.“ Berghauptmann Nolte vom Oberbergamt Dortmund forderte die Klärung der Ursache des Unglücks. Er versprach, die Verantwortlichen streng zur Rechenschaft zu ziehen.
Mahnmal erinnert an 405 Tote
Mahnmal für das Grubenunglück
Genau sechs Jahre nach dem Unglück wurde am 20. Februar 1952 auf dem damaligen neuen Kommunalfriedhof in Weddinghofen (heute der Waldfriedhof am Südhang) das neun Meter hohe Mahn- und Ehrenmal eingeweiht. Der dreieckige Turm zeigt vorn links einen Bergmann, der sich auf einer Hacke stützt, und vorn rechts eine Bergmannsfrau, die tröstend ihr Kind hält. Auf der dem Wald zugewandten Rückseite sind die Namen aller Todesopfer eingemeißelt worden. Das Denkmal versinnbildlicht den Schachtturm, durch den die Bergleute eines Tages einfuhren und durch ein verheerendes Unglück überrascht wurden. Am Fuß des Turms befindet sich ein Sarkophag mit den Symbolen des Bergmannberufs „Schlägel und Eisen” mit aufgelegtem Lorbeer.
Die Ursache der verheerenden Katastrophe ist bis heute nicht restlos geklärt. Immer noch kursieren Gerüchte über Sabotage. Der Betriebsrat von Kuckuck, wie die Schachtanlage Grimberg 3/4 im Volksmund genannt wird, setzte eine Belohnung von 1000 Reichsmark für die endgültige Klärung des Unglücks aus. Als sicher anzusehen ist jedenfalls, dass eine Schlagwetterexplosion eine Kohlenstaubexplosion nach sich zog.
Einweihung des Ehrenmals auf dem Weddinghofer Waldfriedhof am 20. Februar 1952
Die wirtschaftliche Lage der Hinterbliebenen war auch sechs Jahre nach der Katastrophe, als das Denkmal eingeweiht wurde, denkbar schlecht. Zwar setzte direkt nach Bekanntwerden der Katastrophe eine Spendenflut aus ganz Deutschland ein, doch sowohl die Verteilung der Gelder als auch der Umfang der Unterstützung wurden damals von den Hinterbliebenen kritisiert. Auch die Sonderzuwendung der Zechenverwaltung von 200 Reichsmark und der Verzicht der Zeche auf das Sterbegeld der Ruhrknappschaft in Höhe von 150 RM zugunsten der Angehörigen konnten die Not nicht wesentlich lindern.
Hinterblieben erlitten bittere Not
Deutlich wird die Kritik an der Unterstützung der Hinterbliebenen in dem Rechenschaftsbericht von Valentin Schürhoff, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Grimberg-Spende, vom 30. August 1949. Valentin Schürhoff war bereits vor der NS-Zeit Betriebsrat auf Monopol sowie SPD-Fraktionsvorsitzender im Kamener Stadtrat. Nach Kriegsende ernannte ihn die britische Militärregierung im Mai 1945 zum Beigeordneten (stellv. Bürgermeister) der Stadt Kamen.
Das Kuratorium der Grimberg-Spende wurde vom damaligen Landesarbeitsminister Halbfeld auf Anregung der Gewerkschaft eingesetzt und hatte alleinige Vollmacht über die Spendengelder. Insgesamt waren 2,8 Millionen Reichsmark zusammengekommen. Bis zur Währungsreform wurde an die Hinterbliebenen die Hälfte der Spendengelder ausgezahlt: Jede der etwa 300 Witwen erhielt 3000 und jedes Kind 600 Reichsmark. Doch durch die Währungsreform blieben von der zweiten Hälfte nur noch zehn Prozent, 140 000 Mark, übrig, die wiederum, so Valentin Schürhoff, zur Hälfte blockiert waren.
Da eine weitere allgemeine Unterstützung den Kuratoriumsmitgliedern mit den begrenzten Mitteln nicht mehr möglich schien, beschlossen sie im Oktober 1948, die Beträge, die für das Studium der Kinder vorgesehen waren, sicherzustellen. An alle Schulabgänger sollten 100 Mark zur Anschaffung von Berufskleidung und an alle Frauen mit vier oder mehr Kindern 15 Mark für Einkellerungskartoffeln gezahlt werden. Gerade der letzte Punkt stieß auf Kritik. Viele Witwen forderten die gleiche Unterstützung. Doch da die Rentenzahlung nur die ersten drei Kinder mitberücksichtigte, entschloss sich das Kuratorium die schlechter gestellten Familien mit vier und mehr Kindern besonders zu unterstützen.
Währungsreform ließ Spendensumme schrumpfen
Auch die Bemühungen Valentin Schürhoffs bei den amerikanischen und britischen Offizieren, die 1,4 Millionen Reichsmark im Sinne der Hinterbliebenen nur auf 30 Prozent abzuwerten, blieben erfolglos. Am 6. September 1949 legte das Kuratorium den Witwen im Bergkamener Kino „Schauburg“ an der Bambergstraße Rechenschaft ab. Gegen zwei Kuratoriumsmitglieder sollen sogar gegen Ende des Jahres 1946 gerichtliche Schritte wegen Schludereien bei der Verteilung eingeleitet worden sein. Eindeutige Quellen, die diese Vorwürfe belegen könnten, sind allerdings nicht bekannt.
Lediglich 64 Grimberg-Kumpel konnten trotz des unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Grubenwehren lebend geborgen werden. Eine effektivere Rettungsaktion, und das war eine bittere Lehre des Grubenunglücks, verhinderte die schlechte technische Ausrüstung der Grubenwehrmänner. So ließ es der begrenzte Aktionsradius der Beatmungsgeräte nicht zu, dass die Rettungskräfte bis zur 2. Sohle vordringen konnten. Dort lag der Ausgangspunkt des Unglücks. Als Konsequenz aus dem Bergkamener Grubenunglück und den deutlichen Versäumnissen im „Dritten Reich“ und der anschließenden Besatzungszeit wurde die Entwicklungen im Sicherheitsbereich sowohl für die Grubenwehr als auch für den einzelnen Bergmann energisch vorangetrieben.