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Aktion des Fanclubs BVB International: 10.000 Bierdeckel gegen tumbe Stammtischparolen

Der Fanclub BVB International (Kamen/Dortmund) zeigt jeder Form von Rassismus mit 10.000 Bierdeckeln die Rote Karte. Bierdeckel seien die richtige Antwort auf tumbe Stammtischparolen, meinen die schwarz-gelben Fußballfans

BierdeckelRechte Aufmärsche vor Flüchtlingsheimen, kritische Journalisten, die mit Todesanzeigen eingeschüchtert werden sollen, und politikverdrossene Mitläufer bei PEGIDA zeigen uns, dass dieser Weckruf und diese Mahnung mehr als notwendig ist“, heißt es in einer Erklärung des Fanclubs. Seit seiner Gründung setzt sich der Fanclub BVB International e.V. für Völkerverständigung und den Dialog und den Austausch zwischen den Kulturen in Deutschland und Europa ein.

Nationalität, Hautfarbe, Kultur und Sprache spielen für uns keine Rolle“, betont Andreas Goldberg. „Und dies gilt auch für die Mehrheit der Fans von Borussia Dortmund“, ergänzt Levent Aktoprak. „Für uns von BVB International e.V. ist es wichtig, dass dieser Geist auch außerhalb des Stadions gilt“. Magnus Memmeler: „Da es immer wieder die tumben Stammtischparolen sind, mit denen die rechten Rattenfänger Mitläufer gewinnen, die häufig aus ganz anderen Gründen unzufrieden und politikverdrossen sind, erschien uns gerade der Bierdeckel das richtige Medium, um unsere klare Aussage zu transportieren und die Gesellschaft wach zu rütteln“.

Andreas Goldberg: „Ja, wir haben unsere Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt, zum Beispiel durch einen Stadionbesuch, den wir für die Familie Genc ermöglicht haben, stets zum Ausdruck gebracht. Unser gemeinsames Ziel muss es jedoch sein, dass es nie wieder zu rechten Übergriffen kommt“. *(Die Familie Genc wurde am 29.Mai.1993 Opfer eines Brandanschlags in Solingen. Fünf Menschen starben bei diesem rechtsextremen Mordanschlag und vierzehn weitere Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt)

Am 6.Februar skandierten Rechte mit brennenden Fackeln vor einer Dortmunder Flüchtlingsunterkunft ausländerfeindliche Parolen und zeigten den zum Teil unter schwersten Bedingungen geflohenen Menschen die hässlichste Fratze, die Deutschland leider noch immer zu bieten hat. Wir Fans von BVB International wollen das nicht länger hinnehmen“, betonen die Verantwortlichen des engagierten Fanclubs.

Leider machten es Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen unzufrieden seien, den Rechten immer wieder möglich, in der Masse unterzutauchen. Arbeitslosigkeit, Bildungsdefizite und eine daraus resultierende soziale Schieflage seien offen zu diskutieren und müssten beseitigt werden. All dies seien politische Versäumnisse und für jeden Betroffenen harte Schicksale. Migranten, Flüchtlinge und andersgläubige Menschen dürften hierfür aber nicht als Sündenbock herhalten, um das eigene Schicksal zu erklären.

Der 13. Februar muss, wie auch der 27. Januar, immer ein Tag der Erinnerung bleiben, dass sich der dunkle und menschenverachtende Teil unserer Geschichte nie wiederholen darf. Meldungen aus Dresden, Dortmund und anderen Städten zeigen jedoch, dass Rechte den 13.Februar wieder für ihre miesen Zwecke nutzen wollen, um Rattenfang zu betreiben, indem man sich als Opfer und nicht Verursacher der flächigen Zerstörung Dresdens darstellt. Memmeler: „Wir von BVB International e.V. sagen klar, dass nie wieder tausende mit marschieren dürfen und nachher behaupten, sie hätten ja nichts gewusst. Deshalb zeigen wir Rassismus die Rote-Karte und treten mit Bierdeckeln gegen Stammtischparolen an.“ „BVB – Fans stehen für Toleranz, Vielfalt, Freiheit und Gleichheit“, ergänzt Aktoprak.

Goldberg: „So wie Nationalität, Hautfarbe, Kultur und Sprache der einzelnen Mitglieder und der Mannschaft beim BVB keine Rolle spielen, muss es auch außerhalb des Stadions sein.“

Ab Donnerstag, 12. Februar, können Wirte und besonders Sportsbars, die dieses wichtige Projekt unterstützen wollen melden und unter info@bvb-international.de Bierdeckel anfordern, um auch gegen rechte Hetze einzutreten.

Zum Fanclub:
Der BVB International e.V. wurde im Jahr 2007 durch die Bundesregierung und im Jahr 2008 durch den DFB für seine völkerverständigende und integrative Arbeit ausgezeichnet.

Der Sitz des Fanclubs ist in Kamen. Inzwischen gibt es bereits internationale „Ableger“ in Bogota, Shanghai und der Schweiz.
Der Verein BvB International e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog und den Austausch zwischen den Kulturen in Deutschland und Europa zu fördern. Gerade der Sport ist hierfür ein geeignetes Mittel. Kaum ein gesellschaftliches Feld wird so sehr in Anspruch genommen wie der Sport, wenn es um Integration geht. Dies kommt nicht von ungefähr, denn bei allen Sportarten und insbesondere beim Fußball entfallen alle Grenzen. Nationalität, Hautfarbe, Kultur und Sprache spielen keine Rolle. Und dies gilt auch für die Fans. Für uns von BvB International e.V. ist es wichtig, dass dieser Geist auch außerhalb des Stadions gilt.