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Abgeordneter Rüdiger Weiß: „Müssen mehr Werbung für den Lehrerberuf machen“

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SPD-Landtagsabgeordneter Rüdiger Weiß

Der Landtagsabgeordnete Rüdiger Weiß tritt bei der Landtagswahl am 14. Mai erneut für die SPD an.  Sein Landtagswahlkreis Unna III – Hamm II“  (Wahlkreis 117) umfasst die Kommunen Begkamen, Kamen und Bönen im Kreis Unna sowie den Stadtbezirk Herringen der Stadt Hamm. Bei der Landtagswahl 2010 holte der 56-jährige Weiß mit 55,2 % der Stimmen das landesweit beste Ergebnis für die Sozialdemokraten. Bei der vorgezogenen Landtagswahl 2012 erhielt er 57,3 %.

Wir stellen den SPD-Landtagskandidaten in einem Interview vor:

Persönliche Fragen

Wie sind Sie zur Politik gekommen?
Das aktive Mitwirken in meiner Heimatstadt hat mich schon als junger Mensch interessiert. Um dort mitwirken zu können, bin ich zu Anfang meiner Studentenzeit in die SPD eingetreten.

Was haben Sie in Ihrem Leben beruflich gemacht, bevor Sie in den Landtag gewählt wurden?
Ich bin Schulleiter an einer Hauptschule gewesen.

Was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte Forscher werden. Ich wollte unbekannte Orte entdecken. Orte, die noch keiner zuvor gesehen hatte.

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit, wenn Sie sich nicht gerade politisch engagieren?
Ich höre in meiner Freizeit Musik, lese und reise gerne.

Wie würden Sie sich selbst in einer „Kontaktanzeige“ beschreiben?
Verlässlich, humorvoll, aktiv.

Was sind Ihre persönlichen Schwächen?
Ich kann manchmal sehr ungeduldig sein.

Was ärgert Sie am meisten an anderen Menschen?
Intoleranz, Ignoranz und Borniertheit. Außerdem kann ich es nicht leiden, wenn Menschen sich die Wahrheit zurecht biegen für ihre politischen Zwecke.

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf als Abgeordneter besonders Spaß?
Ich lerne eine Menge unterschiedlicher Menschen kennen, was ich als bereichernd und spannend empfinde. Aber vor allem gefällt mir die Arbeit, weil ich damit anderen Menschen helfen kann und Dinge positiv verändern kann.

Wovor haben Sie am meisten Angst?
Am meisten Angst habe ich vor Krieg. Aber es sind auch die nicht vorhersehbaren Dinge, die mir Angst machen, wie beispielsweise Naturkatastrophen oder die langfristigen Auswirkungen von Umweltverschmutzungen.

Welches Gesetz würden Sie als Erstes erlassen, wenn Sie „König von Deutschland“ wären?
Es gibt viele wichtige Themenfelder auf Bundesebene, bei denen Handlungsbedarf besteht. Als Erstes würde ich die soziale Ungleichheit angehen und die Arbeitslosigkeit auf null Prozent senken.

Was ist Ihr Lieblingsort im Kreis Unna?
Mein Lieblingsort ist ganz klar die Halde „Großes Holz“ in Bergkamen, wegen der Aussicht.

Was macht unseren Kreis so besonders?
Unser Kreis ist besonders, weil er sowohl städtisch als auch ländlich geprägt ist.

Haben Sie ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?

Mein Motto: Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen.- Franz Kafka

Politische Fragen

Welche politischen Kernthesen vertreten Sie in den nächsten fünf Jahren?
Meine politischen Kernthesen sind Folgende: Erstens, es darf kein Kind zurückgelassen werden. Zweitens: Bildung muss für alle gebührenfrei sein. Drittens ist eine gerechte Finanzausstattung für unsere Kommunen von Bedeutung. Zuletzt, aber nicht weniger wichtig, muss Chancengleichheit für Mann und Frau hergestellt werden.

Bildung, Innere Sicherheit oder Infrastruktur: Welches Problem ist am dringlichsten zu lösen?
Für mich steht Bildung als Landesthema an erster Stelle. Die Chancengleichheit durch Bildung muss weiter vorangetrieben werden.

Der Ausbau der Breitband-Infrastruktur in NRW wird häufig gefordert – wie sehen Sie das Thema?
Schon jetzt haben wir mit über 82 Prozent die höchste Breitbandversorgung aller Flächenländer in Deutschland. Bis 2026 soll NRW mit Glasfasernetzen flächendeckend versorgt werden.

Der Kreis Unna hat in den vergangenen zehn Jahren viele sozialversicherungspflichtige Jobs hinzugewonnen – allerdings hat sich so ein wesentlicher Schwerpunkt im Niedriglohnsektor herausgebildet. Was muss passieren, damit die Region sich auch im Bereich der Normalverdiener gut entwickelt? Was kann Landespolitik dazu beitragen?
Wir müssen mehr Menschen als bisher in sozialversicherungspflichtige Jobs bringen. Hierbei könnte eine Ausbildungsoffensive helfen.

Wie wollen Sie in Zukunft die Integration von Flüchtlingen sowohl im Kreis Unna als auch in gesamt Nordrhein-Westfalen gestalten?
Bisher ist Einiges gut gelungen. Die Integration muss aber weiterhin durch ein noch größeres Angebot von Deutsch- und Integrationskursen optimiert werden. Darüber hinaus ist die Dauer der Asylverfahren deutlich zu verkürzen, um für alle eine höhere Planungssicherheit zu gewährleisten.

Wie wollen Sie die Innere Sicherheit in NRW verbessern?
Wir stellen so viele Polizeianwärterinnen und – anwärter pro Jahr ein, wie nie zuvor. Die Zahl soll sogar ausgeweitet werden auf insgesamt 2300. Die Zahl der Bezirksbeamten soll verdoppelt werden.

AFD, VVD oder Front National: Rechtsextreme Parteien sind europaweit immer weiter auf dem Vormarsch. Ein kurzfristiger Trend oder auch in Zukunft ein Grund zur Sorge?
Rechtsextreme Parteien sind und bleiben immer ein Grund zur Sorge.

Wie werden Sie als Politiker mit rechtsextremen Parteien umgehen?
Meine Meinung ist: Rechtes Gedankengut hat noch nie eine Gesellschaft verbessert und weiterentwickelt. Ich werde dagegen angehen, indem ich klar und bestimmt meinen Standpunkt nach außen vertrete.

Immer mehr ausfallende Schulstunden, härtere Abiturprüfungen und überforderte Schüler und Lehrer: Was sind Ihre Lösungen?
Auf die gegenwärtigen Probleme des Schulalltags reagieren wir als SPD auf verschiedenen Wegen: Es müssen die hohen Einstellungszahlen von Lehrerinnen und Lehrern der letzten Jahre weitergeführt werden. Zusätzlich müssen wir mehr Werbung für diesen tollen Beruf machen. Wir bleiben dran.

Was hat der nordrhein-westfälische Landtag in seiner zu Ende gehenden Legislaturperiode gut bzw. nicht so gut gemacht?
Auf der Grundlage des Schulkonsenses ist eine große Anzahl von Schulen längeren gemeinsamen Lernens entstanden. Wir haben die Nettoneuverschuldung in den letzten Jahren um circa 75 Prozent vermindert und erstmals seit 1973 einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet.

Wo sehen Sie den Kreis Unna und Nordrhein-Westfalen in fünf Jahren?

Der Kreis Unna wird in arbeitsmarktpolitischer Hinsicht, gemessen an den anderen Kreisen in NRW, in den kommenden Jahren weiter deutlich aufholen. Für NRW: Wir schaffen weiter den Strukturwandel und stärken parallel dazu den ländlichen Raum.