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12 Verletzte auf der A 1 – darunter drei Kamener

Bei zwei Unfällen auf der A 1 verletzten sich in der Nacht zu Sonntag gegen 0.35 Uhr insgesamt 12 Personen zum Teil schwer. Unter den Verletzten befanden sich auch drei Kamener

Der erste Unfall ereignete sich um 00.35 Uhr auf der A 1 kurz hinter der Anschlussstelle Schwerte in Fahrtrichtung Bremen. In Höhe der Tank- und Rastanlage Lichtendorf-Süd fuhr der 22-jährige Fahrer eines Pkw Opel Corsa aus bislang ungeklärter Ursache auf das Heck eines vorausfahrenden Pkw Skoda auf. Durch den Aufprall schleuderte der Skoda in die rechtsseitigen Schutzplanken bevor er zurück auf die Fahrbahn geriet und zwischen linkem und mittlerem Fahrstreifen schwer beschädigt liegen blieb.

Der Opel Corsa drehte sich nach dem Zusammenstoß um die eigene Achse und kam entgegen der Fahrtrichtung auf dem mittleren Fahrstreifen zum Stillstand.

Bei dem 22-jährigen Corsa Fahrer aus Kierspe wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt, der positiv verlief. Anschließend wurde ihm zur Feststellung des Alkoholgehalts im Blut eine Blutprobe entnommen. Er wurde genauso wie seine 21-jährige Beifahrerin aus Hamm, bei dem Unfall leicht verletzt. Der Skoda Fahrer aus Hamm blieb unverletzt. Die beiden Autos mussten im Anschluss an die Unfallaufnahme abgeschleppt werden.

Zweiter Unfall am Stauende

Aufgrund der blockierten Fahrbahn bildete sich ein Rückstau. Hier ereignete sich dann Unfall Nr. 2.

Kurz nach dem ersten Unfall, gegen 00.40 Uhr, kam es zum zweiten Unfall. In dem Rückstau hielt der 44-jährige Fahrer eines Pkw Mercedes sein Fahrzeug an und betätigte den Warnblinker. Hinter dem Arnsberger näherte sich ein 59-jähriger Kamener in seinem Pkw BMW. Dieser erkannte nach eigenen Angaben den Stau und bremste ab.

Der Fahrer eines nachfolgenden Kleintransporters erkannte die Situation offenbar zu spät beziehungsweise gar nicht und fuhr auf das Heck des BMW auf. Der BMW wurde durch den Aufprall auf das Heck des Mercedes geschoben. Bei diesem Unfall verletzten sich die 10 Insassen aller Fahrzeuge.

In dem Mercedes befanden sich der 44 jährige Fahrer aus Arnsberg, und eine 30-jährige Frau aus Rumänien, beide leicht verletzt.

In dem nachfolgenden BMW wurden der 59-jährige Fahrer, ein 25-Jähriger aus Kamen und eine 20-Jährige aus Kamen leicht verletzt. Ein 25-Jähriger aus Unna und eine 57-Jährige aus Kamen zogen sich schwere Verletzungen zu.

Der Fahrer des Kleintransporters, ein 33-jähriger Bulgare, verletzte sich schwer. Seine beiden Mitfahrerinnen, eine 26-Jährige und eine 62-Jährige zogen sich leichte Verletzungen zu.

Für die Versorgung der Verletzten waren mehrere Notärzte und insgesamt 8 Rettungswagen vor Ort.

Die Unfallaufnahme dauerte etwas mehr als zwei Stunden an. Für diese Zeit blieb die Richtungsfahrbahn Bremen gesperrt. Der auflaufende Verkehr wurde über die Rast – und Tankanlage Lichtendorf – Süd umgeleitet.

Der Sachschaden wurde auf mehrere zehntausend Euro geschätzt.




Vor dem bundesweiten Blitzmarathon werden Kinder und Jugendliche befragt

Am Montag können Kinder und Jugendliche mitbestimmen, an welchen Stellen im Kreis Unna beim nächsten bundesweiten Blitzmarathon unter dem Motto „Respekt vordem Leben“ am 18. September Geschwindigkeitskontrollen von der Polizei durchgeführt werden sollen. Ein wesentlich Grund ist die Zunahme von verletzten jungen Menschen bei Verkehrsunfällen.

LogoIm ersten Halbjahr 2014 sind im Bereich der Kreispolizeibehörde Unna 520 Personen verletzt worden, somit 126 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Darunter befinden sich 70 Kinder und 40 Jugendliche, im Vergleich dazu waren es im Vorjahr 41 Kinder und 19 Jugendliche.

Wer über die Blitz-Standorte mitentscheiden möchte, findet ab 1. September bis zum 7. September auf der Homepage der Kreispolizeibehörde Unna unter www.unna.polizei.nrw.de ein entsprechendes Formular. Dieses sollte auf dem eigenen PC gespeichert und anschließend an die Mailadresse  blitzmarathon.unna@polizei.nrw.de oder per Fax an 02303/921-5099 verschickt werden.

Polizei geht auch in die Schulen

Parallel dazu werden die Verkehrssicherheitsberater in dieser Zeit zahlreiche Schulen im Bereich der Kreispolizeibehörde Unna aufsuchen, um auch dort weitere Hinweise auf mögliche Angstpunkte in Erfahrung zu bringen.

Die mögliche Teilnahme von Kindern und Jugendlichen als Messpaten, wird in enger Absprache mit Eltern und Schulen erfolgen.

Kinder und Jugendliche sind meistens als Fußgänger oder Zweiradfahrer am Straßenverkehr beteiligt, zählen somit zu den schwachen Verkehrsteilnehmern, die nicht durch Sichergurte, Airbags oder Aufprallschutzsysteme geschützt werden.

Augenmerk gilt den Temposündern

Die Schwere der Folgen eines Verkehrsunfalls resultieren nachweislich gerade auch aus der gefahrenen Geschwindigkeit. Eine Senkung des Geschwindigkeitsniveaus ist daher der konsequente Weg zu mehr Verkehrssicherheit. „Unseren besonderen Focus bei der polizeilichen Verkehrsunfallbekämpfung legen wir deshalb weiterhin auf die Verkehrsteilnehmer, die die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten missachten“, betont die Kreispolizei.

Im Vorfeld des anstehenden Blitzmarathons sollen Kinder und Jugendliche befragt werden, wo sie sich auf Grund der gefahrenen Geschwindigkeiten ängstigen. Dabei möchten wir nicht nur den Schulweg betrachten, sondern auch die in der Freizeit zurückgelegten Wege. Die Fragen an diese Altersgruppe lauten daher: „Wo fürchte ich mich im Straßenverkehr?“ und „Wo soll die Polizei daher die Geschwindigkeit kontrollieren?“

Diese Angstpunkte sollen bei der Planung für den Blitzmarathon am 18. September besonders berücksichtigt werden.e Messstellen für den anstehenden Blitzmarathon geplant und ab dem 15. September im Internet veröffentlicht werden.

Bei der Durchführung des 24-Stunden-Blitzmarathons im Rahmen der Kampagne „Respekt vor Leben – Ich bin dabei!“ wird die Polizei von der Kreisverkehrswacht und – wie bisher auch- vom Kreis Unna unterstützt werden.




Beifahrerin stirbt im brennenden Ferrari auf der A 40

Aus bislang ungeklärter Ursache geriet am Sonntagmorgen um 6.12 Uhr ein Ferrari auf der A 40 in Fahrtrichtung Essen zwischen den Anschlussstellen Kley und Lütgendortmund von der Fahrbahn nach rechts in die Schutzplanken. Von dort schleuderte er gegen eine Lärmschutzwand und einen Baum und geriet in Brand.

Der Fahrer des Wagens wurde bei dem Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert und schwer verletzt von Rettungskräften bei deren Eintreffen aufgefunden. Er wurde in ein Krankenhaus transportiert. Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht Lebensgefahr. In dem brennenden Fahrzeug wurde auf dem Beifahrersitz eine zweite Person aufgefunden. Hier kam jedoch jegliche Hilfe zu spät.

Nach dem jetzigen Erkenntnisstand handelt es sich bei dem Fahrer um einen 43-jährigen italienischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in Pulheim. Bei dem Mitinsassen des Pkw soll es sich um eine bisher nicht näher identifizierte Frau handeln, die bei dem Unfall ums Leben kam

Zur Unfallursache und Identität der Frau dauern die Ermittlungen an.

Die Fahrbahn wurde um 10.20 in Richtung Essen wieder frei gegeben.




In sieben Gartenlauben eingebrochen

Unbekannte brachen am Samstag in der Zeit  von 1 Uhr bis 11.50 Uhrin 7 Gartenlauben in der Straße Auf den Sieben Stücken ein. Entwendet wurden Nahrungsmittel und Getränke. Es entstand nur geringer Sachschaden. Sachdienliche Hinweise an die Polizei Bergkamen unter 02306-9210.




Bei der Dorfabi-Premiere hagelt es in Weddinghofen nur Bestnoten

Der Autoreifen war noch in weniger als zwei Minuten gewechselt. Auch der Chip war schnell mit Schnürsenkeln und Zähnen im Sparschwein versenkt. Die letzte Prüfung beim Dorfabitur hatten sich die Kleingärtner aus dem Krähenwinkel jedoch anders vorgestellt. Statt im Gleichschritt ging es mit Wasserfontänen im Nacken auf Skiern ins Ziel. Hier erlebte auch manches andere Team eine feuchtfröhliche Ernüchterung auf dem Gelände der Weddinghofener Feuerwehr.

Ups, da ist schon beim Start etwas feuchtfröhlich schief gegangen.
Ups, da ist schon beim Start etwas feuchtfröhlich schief gegangen.

Fingerfertigkeit war beim Kronkorkenstapeln gefragt.
Fingerfertigkeit war beim Kronkorkenstapeln gefragt.

Die Schweine und Kälber auf dem Hof Ostendorf staunten jedenfalls nicht schlecht. Mit Bollerwagen und heulenden Sirenen marschierte am Samstag eine Gruppe nach der anderen an ihnen vorbei. Sie alle hatten nur eines im Sinn: Die Kronkorken, die hier möglichst hoch gestapelt werden wollten. Und eine möglichst hohe Punktzahl für die Reifeprüfung der anderen Art. Im Mittelpunkt stand jedoch der Spaß an der Sache. Der war weder zu übersehen noch zu überhören.

 

Gut gerüstet von einer Reifeprüfung zur nächsten

Achtung, volle Nässeladung!
Achtung, volle Nässeladung!

Die Erzieherinnen aus der Kita am Grünen Weg hatten sich jedenfalls gut gerüstet. In ihrem Bollerwagen warteten viele Garnituren Wechselkleidung auf ihren Einsatz. An den Kronkorken ging es noch überwiegend trocken zu. Das sollte sich auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses am Häupenweg schnell ändern. Sponge Bob und unzählige randvoll gesogene Schwämme flogen nur mit üppigen Fontänen im Schlepptau über den Seitenlader.

 

 

Und noch eine Wasserladung, diesmal auf Skiern.
Und noch eine Wasserladung, diesmal auf Skiern.

Die „Lümmel von der ersten Bank“ hatten derweil ganz andere Probleme. Beim Reifenwechsel hakte es irgendwie und irgendwo. Die Stoppuhr kletterte auf Rekordwerte. Auf den Trockenskiern wollte für die vier Läufer des Teams aus städtischen Bediensteten unter den Augen des Bürgermeisters so gar nichts funktionieren. Ein Wassereimer nach dem anderen entleerte sich noch auf der Startlinie, während sich jeder einzelne Fuß in unterschiedliche Richtungen bewegte. Der Spaß war trotzdem grenzenlos. Klitschnass marschierte man einfach per pedes geschlossen ins Ziel und nahm die Skier unter den Arm.

Die Premiere als voller Erfolg mit Traditionspotenzial

Kistenstapeln horizontal: Gar nicht so einfach.
Kistenstapeln horizontal: Gar nicht so einfach.

16 Teams mit jeweils mindestens sechs Teilnehmern aus dem gesamten Kreis Unna, zehn „Abi-Prüfungen“, die auf einem gut vier Kilometer langen Rundweg von der geografischen Städtekunde über Wurfkünste bis zur Mundfertigkeit der kreativsten Art reichten: „Die Premiere ist bereits ein voller Erfolg“, resümiert die Weddinghofener Feuerwehr zufrieden und liebäugelt bereits mit der Etablierung einer Tradition. Womöglich kämpfen sich in Zukunft alle zwei Jahre die Reifeprüflinge durch das Weddinghofener Dorf – mit bester Feierlaune im Gepäck. Sogar eigenen Gefährte waren eigens für diesen Tag gebaut worden. Die Löschgruppe Mitte bastelte drei Tage lang an einem Bollerwagen, der eigentlich ein kleines Feuerwehrfahrzeug war – Martinshorn, Leiter und Stadtwappen inklusive.

Auf Tuchfühlung: Mit der Nudel den Fingerhut wandern lassen.
Auf Tuchfühlung: Mit der Nudel den Fingerhut wandern lassen.

Das Klassenziel ist jedenfalls erreicht: Nicht nur der klassische Tag der offenen Tür bringt die Menschen unter der Fahne der Feuerwehr zusammen. Die Lebensretter sind für jeden Bürger ehrenamtlich im Einsatz – deshalb soll auch das ganze Dorf gemeinsam feiern. Und: Die Feuerwehrleute müssen sich und ihre Fähigkeiten regelmäßig bei Leistungsnachweisen auf den Prüfstand stellen lassen. Warum nicht auch die Weddinghofener?

Dieses Abitur machte jedenfalls deutlich mehr Spaß als das echte. Zudem gab es Leckeres vom Grill als Belohnung. Und die Zeugnisse gab es direkt im Anschluss, ebenso wie die ausgelassene Festfreude mit Musik und Tanz. Da waren die nassen Klamotten längst gewechselt und mancher versuchte sich außerhalb des Prüfungsstresses noch einmal darin, ein winziges Fingerhütchen mit der trockenen Nudel im Mund einmal durch die Festbank wandern zu lassen.




Von Rittern bis Gänsen: Hansemarkt lässt das Mittelalter wieder aufleben

Die Gänse baden im Brunnen. Die Ziegen lecken Kinderhände. Nebenan schärft der Schleifer die Messer, schmiedet der Schmied Schmuck und backt der Bäcker duftenden Spekulatius. Der Alte Markt verwandelt sich beim Hansemarkt zwei Tage lang zurück ins Mittelalter. Nur die Ritter, die dürften sich hier zur Zeiten der Hanse wohl nicht mit Schwert und Axt um einen funkelnden Schatz geprügelt haben.

Ganz schön heftig: Bei den Rittern geht es auf dem Hansemarkt zur Sache.
Ganz schön heftig: Bei den Rittern geht es auf dem Hansemarkt zur Sache.

Filigran: Klöppeln ist eine uralte Kunst.
Filigran: Klöppeln ist eine uralte Kunst.

Auch der Korbflechter kam wahrscheinlich nicht aus Holland. Gert Molenvield biegt schon seit 35 Jahren Weidenzweige zu schmucken Körben. Gelernt hat er seine Kunst auf einer richtigen Korbflechterschule in Friesland. „Die Deutschen schätzen alte Handwerkskunst viel mehr als die Holländer“, sagt er. Deshalb packt er immer häufiger seine Holzschuhe und Körbe und fährt über die Grenze. Auch Ehefrau Hermien ist dann mit dabei. Sie lässt eine unübersichtliche Anzahl von Klöppeln in Windeseile rund um Hunderte von Nadeln fliegen.

Von Lebenslinien, Musikanten und der Pest

Die Zukunft aus den Karten lesen: Die Wahrsagerin weiß, wie's geht.
Die Zukunft aus den Karten lesen: Die Wahrsagerin weiß, wie’s geht.

Eigens nach Indien ist Cara, die Wahrsagerin, gereist. Dort hat sie von einer Amerikanerin das Geheimnis gelernt, aus Händen und Karten zu lesen. Inzwischen sitzt sie nicht nur in ihrem orientalischen Zelt auf mittelalterlichen Märkten, sondern auch im Fernsehen. Denn: „Die Menschen interessieren sich wieder mehr für diese Dinge – viele sind auf der Suche nach sich selbst.“ Das eigene Ich verbirgt sich in den Linien, die sich über die Handinnenflächen ziehen, ist sie überzeugt. Dort lässt sich vieles über die Gene, die Persönlichkeit, die innere Entwicklung ablesen. Die Karten dagegen verraten etwas über andere Menschen und die Einflüsse von außen.

Auch der Bauchtanz faszinierte die Besucher.
Auch der Bauchtanz faszinierte die Besucher.

Auch zwischen den Ständen macht sich mittelalterliches Leben breit. Ein Mann mit Schlapphut trägt eine ausgestopfte Ratte am riesigen Wanderstock. „Als Zeichen, dass ich die Pest überlebt habe“, ruft er mit einem schauderlichen Grinsen. Das dudelsackähnliche Instrument der Musikanten im Hintergrund ist originalgetreu – die zotigen Texte und handfesten Lautsprecher eher nicht. Die Ritter, die ihre Rüstungen anlegen, sprechen eine slawische Sprache. Wenn sie ihre Schwerter kreuzen, Fackeln und Äxte auf Schilde niedersausen lassen, spielt die Herkunft keine Rolle – die Ritterbewegung war schließlich schon im Mittelalter international.

Seinen Traumberuf hat der gebürtige Kamener Christian Wert gleich um die Ecke in Unna gefunden, als Kunstschmied. Sein zweites Leben im historischen Gewand ist seit 25 Jahren Hobby. Mit Glückshufeisen und Lederbeuteln hat es angefangen. Jetzt hat er seit drei Jahren seinen eigenen Stand und schmiedet mit Hammer, Amboss und mobilem Ofen samt Tretblasebalg schmucke Anhänger aus Edelstahl.

Alte Handwerkskunst und feurige Unterhaltung

Lehmwurf: So funktioniert altehrwürdiger Hausbau.
Lehmwurf: So funktioniert altehrwürdiger Hausbau.

Auch Harald Vidrik kommt ganz aus der Nähe. In Holzwickede hat er sich auf die traditionelle Fachwerktechnik spezialisiert, „weil ich eigentlich weniger arbeiten wollte“. Jetzt hat er Aufträge noch und nöcher. „Mit jedem Umweltskandal werden es mehr“, sagt er. Gefache mit Haselnuss-Geflecht und Strohlehm, den heute mal die Kinder mit Wucht im wahrsten Sinne an die Wand werfen dürfen: Die Menschen besinnen sich auch beim Hausbau wieder auf das, was seit Jahrhunderten hält.

 

Feurig und schaurig schön der Abschluss am Samstagabend.
Feurig und schaurig schön der Abschluss am Samstagabend.

Als am Abend die Bauchtänzerin ihren letzten aufreizenden Runden gedreht hat, packt auch Bernd Ranke seine Ringe ein, die er aus alten Löffeln und Kuchengabeln anfertigt. Die filigranen Gebilde, die Horst Klischat mit der Dekopiersäge das Jahr über in Form von dreidimensionalen Oldtimern aus dem Holz zaubert, sind schon überwiegend verkauft. Jetzt fliegen Fackeln durch die Luft, stoben Wolken aus Feuer aus Mündern. Auch das dürfte den mittelalterlichen Marktbesuchern Tausch, Handel und Kauf versüßt haben. Zusammen mit dem deftigen Met und süffigen Wein.




16-jähriger Mofa-Fahrer leicht verletzt

Bei einem Verkehrsunfall auf der Präsidentenstraße wurde am Freitagabend ein 16-jähriger Mofa-Fahrer leicht verletzt.

Wie die Polizei mitteil, fuhr der 16-Jährige gegen 18 Uhr in nördliche Richtung. Plötzlich bog von der Lessingstraße eine 28-jährige Kamenerin mit ihren Sealt nach links in die vorfahrtberechtigte Präsidentenstraße ein. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, bremste der 16-Jährige sein Leichtkraftrad stark ab, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam zu Fall. Dabei wurde er leicht verletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von 1000 Euro.




Heiratsantrag in luftiger Höhe am City-Turm

Eigentlich sollte es nur ein entspannter Abendspaziergang werden. Plötzlich sieht Juri Beke nur noch lachende Gesichter und Herzen. Ein riesiges Banner rollt vom City-Turm hinab. Eine Menschenmenge teilt sich und seine Freundin Angi kommt auf ihn zu. „Da waren nur noch Herzrasen und Schmetterlinge im Bauch“, sagt der 24-Jährige. Tränen laufen, die Stimme stockt und er kann nur noch flüsternd auf einen der ungewöhnlichsten Heiratsanträge der Bergkamener Geschichte antworten.

Die Frage aller Fragen auf 6 mal 1,50 Metern an der Abbruch-Spitze des City-Turms. Einen Tag lang bleibt sie hängen.
Die Frage aller Fragen auf 6 mal 1,50 Metern an der Abbruch-Spitze des City-Turms. Einen Tag lang bleibt sie hängen.

Die Antwort lautet natürlich „Ja!“. Schließlich hatte hier sogar der Bürgermeister seine Hand im Spiel. Außerdem schwirrt ein ganzes Kamera-Team des Fernsehens um das Paar herum. Freundin Angi formuliert ihre Frage außerdem so herzzerreißend, dass die gesamte Heiratsantragsgesellschaft inzwischen die Taschentücher gezückt hat. „Auch wenn ich dich nachts immer ärgere wie eine Tarantula“, sagt die 22-Jährige. Dann bricht ihr die Stimme weg, als sie fortfährt: „Du hast meinen Jungen sofort und mit vollem Herzen angenommen – willst du mich heiraten?“

Nicht nur das künftige Brautpaar liegt sich in den Armen

Kollektive Herzeuphorie und Hände, die in die Höhe zeigen.
Kollektive Herzeuphorie und Hände, die in die Höhe zeigen.

Jetzt liegt sich nicht nur das künftige Brautpaar in den Armen. Bei den Eltern laufen die Tränen, der Kameramann vom WDR wischt sich verstohlen eine Träne weg. Aus dem mehr als 20-köpfigen Antrags-Komitee aus Freunden und Verwandten wird lautes Schnäuzen und Schniefen hörbar. Das sollte kein konventioneller Heiratsantrag im Verborgenen werden. „Ich wollte etwas Besonderes haben, das verbindet“, sagt Angi Busch, als alles vorbei ist und ihr Freund Juri immer noch ihre Hand ganz fest hält.

Schon Angi’s Mutter Claudia hat ihrem Ehemann Ralf auf spektakuläre Weise im Alleecenter in Hamm die Frage aller Fragen gestellt. Angi Busch wollte, dass ihr Glück ebenfalls alle Welt sehen kann. Freund Juri hätte ihr aber fast einen Strich durch die Heiratsantrags-Rechnung gemacht. Eigentlich sollte die Frage an Weihnachten gestellt werden. Inzwischen konnte es der Zukünftige aber nicht mehr abwarten und schmiedete bereits eigene Antrags-Pläne. Ein Tisch in einem schicken Restaurant war bereits reserviert, der Text geschrieben, die Ringe bestellt. Am 13. September, zum Jahrestag des Kennenlernens, sollte alles unter Dach und Fach sein. Jetzt wurden die Eltern der Braut aktiv, denn: „Das wollten wir uns natürlich nicht nehmen lassen!“

Faszination für den City-Turm verbindet lebenslang

Geschafft: Die Antwort ist eindeutig!
Geschafft: Die Antwort ist eindeutig!

Ein riesiges Tuch und ein Beamer wurden organisiert. Die Frage war bereits grafisch gestaltet: „Altes geht… Neues kommt…Darum frage ich dich hier, möchtest du mit mir zusammen in die Zukunft gehen?“ Weil das glückliche Paar mit großer Faszination immer wieder den City-Turm bei Spaziergängen anpeilt und den Abriss beobachtet, sollte die Frage hier an der Fassade erstrahlen. Vor allem Juri kann die Augen nicht vom City-Turm lassen, würde als Malermeister am liebsten einmal die Abriss-Ruine erklimmen. Über den Bürgermeister sind die Adressen des Turm-Besitzers und Abriss-Unternehmens schnell herausgefunden. Alle sind begeistert von der Aktion und sagen ihre Hilfe zu.

Die Abriss-Arbeiter sehen fasziniert zu. Sie haben das Banner angebracht und ausgerollt.
Die Abriss-Arbeiter sehen fasziniert zu. Sie haben das Banner angebracht und ausgerollt.

Aus den Projektions-Plänen wurde nichts. „Es funktionierte nicht, weil es zu hell ist, die Entfernungen problematisch sind, die Schrift unlesbar ist“, erzählt Claudia Busch. Mit einer fast schon kamikazeartigen Aktion wird ein riesiges Banner in letzter Minute gedruckt. Die Drucker geben extra besonders viel Gas, weil die Zeit drängt. Eigentlich gar nicht vorhandene Express-Dienste werden mobilisiert, um den Traum wahr werden zu lassen. Freunde und Verwandte werden zusammengetrommelt, Papiertüten mit Smiley-Gesichtern und Herzen verziert. Am Ende klappt doch noch alles perfekt. Juri ist vollständig ahnungslos und restlos überrumpelt. Die Antwort ist auch noch die richtige. Einzig das Banner ist verliert sich mit 6 mal 1,50 Metern Größe doch ein wenig auf der immer noch imposanten Turm-Fassade.

Den ganzen Tag begleitete ein WDR-Team das ungewöhnliche Vorhaben. Zum Schluss steigt ein Luftballon in Herzform mit allen Wünschen und Träumen in die Luft. Das künftige Ehepaar wird mit rosa Plüsch-Handschellen aneinandergekettet, die Sektkorken knallen und Sohn Finn (2) trägt stolz ein T-Shirt mit dem Text des Heiratsantrags. Die Abriss-Arbeiter applaudieren aus luftiger Höhe, holen sich ihre Belohnung in Form von Brötchen und Bier ab. Würstchen stehen bereit. Im eigenen Garten wird kräftig weiter gefeiert – diesmal ohne Kameras. Einziger Wermutstropfen: Juris Eltern leben in Ungarn. Sie bekommen ein Video von diesem ganz besonderen Tag. Der WDR-Beitrag ist übrigens am heutigen Samstag zu sehen.




Drei Verletzte bei Verkehrsunfall auf der Rotherbachstraße

Drei Verletzte gab es bei einem Verkehrsunfall am Freitagnachmittag auf der Rotherbachstraße in Oberaden in Höhe des Tiefkühlkosthändlers.

Wie die Polizei berichtet, fuhr gegen 16:38 Uhr eine 54-jährige Kamenerin in ihrem Auto auf der Rotherbachstraße in Richtung Alisostraße. In Höhe Haus-Nr. 116 beabsichtigte sie nach rechts in eine Grundstückseinfahrt abzubiegen. Hinter diesem Fahrzeug fuhr eine 25-Jährige aus Bergkamen mit ihrem Pkw. Sie bemerkte zu spät den Bremsvorgang der Kamenerin und fuhr auf das Fahrzeug auf. Bei der Kollision verletzten sich die 54-jährige und ihre zwei Mitfahrer leicht. Alle drei Personen wurden vorsorglich in Krankenhäusern verbracht. Es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 4.000,- Euro. An den Aufräumarbeiten war die Löschgruppe Oberaden beteiligt gewesen.




Großeinsatz an der Meisenstraße: Dunstabzugshaube brannte

50 Feuerwehrleute rückten am Freitagabend zur Meisenstraße in Weddinghofen aus. Grund war der Brand einer Dunstabzugshaube im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses.

Die Feuerwehrleute der Löschgruppe Weddinghofen hatten den Brand einer Dunstabzugshaube an der  Meisenstraße schnell gelöscht.
Die Feuerwehrleute der Löschgruppe Weddinghofen hatten den Brand einer Dunstabzugshaube an der Meisenstraße schnell gelöscht.

Die Bewohner hatten noch versucht, die Flammen mit einem kleinen Feuerlöscher zu ersticken. Vergeblich. Erst als ein Trupp der Löschgruppe Weddinghofen unter schwerem Atemschutz anrückte, wurde der Brand innerhalb kürzester Zeit gelöscht.

Warum die Dunstabzugshaube Feuer gefangen hatte, ist noch nicht geklärt. Der Brand hätte sich ohne das schnelle Eingreifen der Feuerwehr rasch auf die gesamte Küchen ausweiten können. Doch die Löschgruppe Weddinghofen hatte ohnehin einen kurzen Anfahrtsweg. Zudem befanden sich viele Aktive am Gerätehaus, um das „1. Weddinghofer Dorfabitur“ vorzubereiten.

Neben der Dunstabzugshaube sind einige Panelbretter zu Schaden gekommen, Menschen allerdings nicht. Die Wohnung ist weiterhin bewohnbar. Notwendig sind aber intensive Reinigungs- und Renovierungsarbeiten.

Vorsichtshalber waren auch die Löschgruppen Bergkamen-Mitte und Oberaden, der Notarzt und ein RTW vor Ort gewesen. Einzugreifen brauchten sich aber nicht. Die Polizei hatte während des Einsatzes die Meisenstraße und die Buchfinkenstraße für den Verkehr gesperrt.




Nacktschnecke löst Feueralarm aus

Eine Nacktschnecke hat Freitagmittag einen Feueralarm an der Alisostraße ausgelöst. Wie die Feuerwehrleute aus Oberaden letztlich feststellte, war das Tier dort in einen Stromkasten gekrochen und hat dadurch einen Kurzschluss ausgelöst.

Die Feuerwehr wurde alarmiert, weil aus dem Stromkasten Qualm stieg. Als die Löschgruppe Oberaden am Einsatzort eintraf, hatte sich der Qualm bereits wieder verzogen. Nachdem die Feuerwehrleute den Kasten geöffnet hat, konnten sie nur noch feststellen, dass die Nacktschnecke ihren Ausflug nicht überlebt hatte.