Treuer Kunde bei VKU und Gericht: Geldstrafe für Schwarzfahrer

von Andreas Milk

Die Kreis-Busgesellschaft VKU freut sich über treue Kunden. Der Bergkamener Karsten F. (21, Name geändert) war vergangenen Herbst häufig auf den Linien R81, S81 und S20 zwischen Kamen, Bergkamen und Lünen unterwegs. Blöd nur: Er zahlte nie. Wegen Schwarzfahrens in fünf Fällen stand er jetzt vor dem Kamener Amtsrichter.

Von einer „absoluten Dummheit“ sprach sein Verteidiger und erklärte, inzwischen habe sein Mandant ein gültiges Ticket. In seinem jungen Leben hat Karsten F. schon einigen Mist gebaut; er hat Drogen- und Knasterfahrung. Der Prozess um die Schwarzfahrten war für ihn trotzdem eine Premiere: das erste Mal, dass er vor dem Erwachsenengericht stand. Davor war er als Jugendlicher oder Heranwachsender stets von Jugendrichtern abgeurteilt worden – zum Beispiel Mitte Oktober 2017. Der Effekt war gering. Drei der jetzt zu verhandelnden fünf Schwarzfahrten geschahen noch nach diesem Urteil.
F. hat eine Bewährungshelferin, und die ist zufrieden mit ihm: Er leiste Sozialstunden für frühere Vergehen. Was die Busfahrten angeht, kündigte sein Anwalt an, F. werde 350 Euro an die VKU zahlen. Diese Summe setzt sich so zusammen: fünf Mal erhöhtes Beförderungsentgelt à 60 Euro plus fünf Mal Bearbeitungsgebühr à 10 Euro.

Das Gericht erhöhte um eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 10 Euro. Diese 600 Euro lassen sich in weitere Sozialstunden umwandeln – damit Karsten F. nicht am Ende aus Geldnot in die nächste „absolute Dummheit“ schliddert.

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