Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn: 2304 Frauen und Männer ohne Job

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Im Kreis Unna stieg der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1.197 auf 15.353. Im Vergleich zu Januar 2018 ging die Arbeitslosigkeit um 620 Personen (-3,9 Prozent) zurück. Die Arbeitslosenquote wuchs im Berichtsmonat auf 7,3 Prozent an und damit um 0,6 Punkte gegenüber dem Vormonat. In Bergkamen waren im Januar 2304 Frauen und Männer als abeitslos gemeldet gewesen. (+7,6 Prozent bzw. 162). Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 8,8 Prozent. Im Dezember 2018 waren es noch 8,2 Prozent.

„Dass in diesem Monat die Arbeitslosigkeit steigen würde, war vorherzusehen und ist gut zu erklären“, beschreibt Thomas Helm, Leiter der Arbeitsagentur Hamm, die aktuelle Arbeitsmarktstatistik. Wie in jedem Winter sei auch in diesem Januar ein witterungsbedingter Rückgang der Betriebstätigkeit im Kreis Unna zu erkennen: „Gerade die Außenberufe zum Beispiel im Handwerk sind vom guten Wetter abhängig. Bei Regen, Schnee und Eis wird es jedoch unter anderem für Dachdecker, Garten- und Landschaftsbauer und den Tiefbau schwierig. Hinzu kommt das schwächere Geschäft in Einzelhandel und Gastronomie nach der Weihnachtszeit – all das sind typische Faktoren zu Jahresbeginn, die sich in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit niederschlagen. Außerdem hat das Auslaufen des Bundesprojekts „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ zu einem vorübergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt.“
Für Thomas Helm steht jedoch fest, dass es ab dem Frühjahr bei offenerem Wetter wieder mit besseren Werten weitergehen wird: „Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Aussichten gut und Fachkräfte sehr gefragt. Beides wird spätestens ab April zu einer sinkenden Quote führen.“

Entwicklung in der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II)
Im ersten Monat des neuen Jahres vermeldet das Jobcenter Kreis Unna einen Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen im SGB II-Bereich. Waren im Dezember 2018 noch 10.362 arbeitslos gemeldet, so nahm die Anzahl im Januar 2019 um 691 (+6,7 Prozent) auf 11.053 Arbeitslose zu. Hierzu Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna: „Ein Anstieg zu dieser Jahreszeit ist erfahrungsgemäß nichts Ungewöhnliches, da vor allem Arbeiten im Baugewerbe witterungsbedingt ruhen müssen. Ich rechne aber damit, dass sich mit Besserung der Wetterlage auch die Arbeitslosenzahlen wieder rückläufig entwickeln werden.“

Im Januar trat auch das neue Teilhabe- und Chancengesetz in Kraft, das vor allem Langzeitarbeitslose dabei unterstützen soll, wieder Arbeit aufzunehmen. Zuvor war das in der Kreisregion Unna sehr erfolgreich umgesetzte Bundesprojekt „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ ausgelaufen, das knapp 700 Langzeitarbeitslosen Beschäftigungsperspektiven ermöglicht hatte. „Durch das neue Teilhabe- und Chancengesetz können wir zwar weniger Langzeitarbeitslose als zuvor durch das Bundesprojekt in Arbeit bringen. Aber immerhin helfen uns die gesetzlichen Rahmenbedingungen, um bis zu 300 neue Arbeitsplätze zu fördern“, bewertet Ringelsiep die Chancen.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In allen zehn Kommunen des Kreises Unna stieg die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat an. Den prozentual stärksten Anstieg verzeichnete Selm (+13,0 Prozent bzw. 109 auf 946). Danach folgen Werne (+12,2 Prozent bzw. 94 auf 864), Kamen (+11,3 Prozent bzw. 170 auf 1.676), Unna (+9,7 Prozent bzw. 173 auf 1.961), Fröndenberg (+8,0 Prozent bzw. 42 auf 570), Bönen (+7,8 Prozent bzw. 47 auf 647), Bergkamen (+7,6 Prozent bzw. 162 auf 2.304), Lünen (+7,5 Prozent bzw. 320 auf 4.615), Schwerte (+5,7 Prozent bzw. 69 auf 1.273) und Holzwickede (+2,3 Prozent bzw. 11 auf 497).

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