Mit Vollgas und vier Pfoten in den Wellen abtauchen

Manche tauchen hoch erhobenen Hauptes bedächtig eine Pfote nach der anderen ein. Andere stürmen ungebremst mit einem fröhlichen Bellen kopfüber in die Fluten. Es gibt den ungehobelten Treter, den entspannten Badenden, den ausdauernden Krauler und den leicht panische stampelnden Überlebenden. Schwimmenden Hunde unterscheiden sich in ihren Gepflogenheiten kaum von den Zweibeinern, die sonst im Wellenbad in Weddinghofen ins Wasser steigen.

Mit sattem Sprung hinein in die Wellen.

Mancher pirscht sich bedächtig an den Ball heran.

Von der Zwerg-Bulldogge über den Mini-Collie, Pudel-Mischling, Boxer, Labrador, Terrier und Rhodesian-Ridgeback bis zum Golden Retriever stürzte sich am Samstag scheinbar alles in die Fluten, was vier Beine und die verschiedensten Arten von Fell hatte. Wer an der Leine noch gesittet durch den Eingang schritt, entpuppte sich im Wasser als echter Draufgänger. Andere tobten lieber über die Wiesen, denn das spritzende Nass schien ihnen weniger geheuer.

Andere werden verfolgt.

 

 

Wer gerade todesmutig den inneren Schweinhund überwunden und bis zum Hals bedächtig ins Wasser eingetaucht war, konnte von einer tobenden Meute schon einmal glatt niedergeschwommen werden. Aber selbst die Senioren unter den Badegästen vergaßen beim Anblick der Wellen schlagartig Rheuma und Artritis und kraulten mit den jungen Wilden um die Wette. Ein derartig grenzenloses Schwimmvergnügen gibt es schließlich nicht alle Tage.

In Gummiringen verkeilte Hundeknäuel

Geschafft!

Der letzte Tag der Badesaison gehört inzwischen schon traditionell den Hunden. Einige Hund-Herrchen-Teams sind längst Profis und absolvieren zum Ende des Sommers eine regelrechte Badetournee. „Wir waren kürzlich in Lünen, da war er deutlich spielfreudiger“, unterhält sich eine Hundebesitzerin mit der anderen, während sie einen Ball nach dem anderen ins Becken wirft.

Man kommt sich im Wasser näher.

Diverse Hundebesitzer waren anschließend nasser als ihre Tiere. Zudem galt es nicht selten, fremde Bälle, Quietschtiere oder Wurfgeschosse aus den Mäulern ihrer diebisch veranlagten Hunde zu befreien. Während sich die Vierbeiner Nase an Nase umspült von Wellen näher kamen, mussten einige Menschen ihre Jeans opfern, da der schwimmende Plastikleuchtturm vergessen weit hinaus aus dem Nichtschwimmerbereich trieb. Zwischen anderen entbrannte zähnefletschende Dispute, wer nun als erster den Schwimmring heraustragen durfte. Oft genug verkeilten sich die Besitzer mehrerer imposanter Zahnreihen gleichzeitig in das Objekt der Begierde, so dass sich ganze Hunderudel gegenseitig aus dem Wasser zerrten.

Wenn Hund und Welle verschmelzen…

Die stattlich sich auftürmenden Wellen waren dann allerdings nur noch etwas für die echten Schwimmprofis. Nur noch eine Handvoll Hunde stürzte sich kopfüber in die Gischt, sprang meterhoch über die Wasserberge hinweg oder tauchte wie die Fische unter ihnen hindurch. Wer Glück hatte, den erwischte der Unterwasserfotograf mit seiner Hightech-Ausrüstung im Neopren-Anzug in solchen optisch spannenden Momenten.

Auch aber für alle anderen war das ausgelassene Treiben vom trockenen Beckenrand aus ein mehr als vergnüglicher Anblick.